Abfindung ab wann

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    Mit welcher Abfindung können Arbeitnehmer rechnen?

    Ein Angestellter will bleiben, soll aber gehen. Die Trennung erkaufen Arbeitgeber oft durch eine Abfindung – sie soll Rechtsstreit verhindern. Geschicktes Verhandeln zahlt sich aus.

    Sachen packen: Mit einer satten Abfindung fällt der Abschied leichter

    (Jahrgang 1965) ist SPIEGEL-ONLINE-Redakteur und leitet das Ressort einestages.

    Bild: Christian O. Bruch/ laif

    Im Fall einer Kündigung erwarten viele Mitarbeiter automatisch eine Abfindung. Das ist ein verbreiteter Irrtum: Eine Abfindung ist eine freiwillige Leistung, die der Arbeitgeber als Entschädigung für den Arbeitsplatzverlust des Mitarbeiters zahlen kann, aber meist nicht muss.

    Diesen Weg wählen Unternehmen, wenn sie sich von einem Angestellten trennen möchten, allerdings nicht ohne Weiteres kündigen können. Das lassen sie sich etwas kosten, versüßen dem Mitarbeiter den Abschied und ermöglichen ihm so einen Neustart. Beide Seiten einigen sich dann einvernehmlich auf die Beendigung des Arbeitsverhältnisses per Aufhebungsvertrag; es folgt eine Abfindungszahlung.

    Auf ein Gewohnheitsrecht können sich Mitarbeiter berufen, wenn aus dem Unternehmen ausscheidende Mitarbeiter generell eine Abfindung erhalten. Darauf haben sie ebenso Anspruch, sofern ein Tarifvertrag, eine Betriebsvereinbarung oder ein Sozialplan Abfindungszahlungen vorsehen.

    Die Höhe wird grundsätzlich individuell verhandelt. Weil keine gesetzlich vorgeschriebenen Grenzen existieren, wenden Arbeitsgerichte im Streitfall eine Faustformel an: ein halber bis ganzer Brutto-Monatsverdienst pro Beschäftigungsjahr. Die Summe beeinflussen meist etwaige schlechte Jobchancen auf dem Arbeitsmarkt, Lebensalter und die Familiensituation – oder auch die Erfolgsaussichten einer gerichtlichen Auseinandersetzung: Droht dem Arbeitgeber eine Niederlage, wird der Abschied teurer.

    Ausgezahlt wird eine Abfindung normalerweise in dem Monat, in dem das Arbeitsverhältnis endet. Zum Verdienst als Berechnungsgrundlage zählen auch Extras wie Gratifikationen, Zulagen oder Urlaubsgeld.

    Bei einer betriebsbedingten Kündigung nach § 1a sieht das Kündigungsschutzgesetz einen Abfindungsanspruch vor. Dann erhält der Arbeitnehmer einen halben Brutto-Monatsverdienst pro Jahr der Beschäftigung (auch eine höhere Abfindung kann vereinbart werden), sofern drei Voraussetzungen erfüllt sind:

    • Der Arbeitgeber muss die Kündigung auf dringende betriebliche Erfordernisse stützen.
    • Der Arbeitnehmer darf nicht dagegen klagen.
    • Auf beides muss der Arbeitgeber in der Kündigungserklärung hinweisen.

    Ein Mitarbeiter kann also nicht die Entlassung – innerhalb der dreiwöchigen Klagefrist – gerichtlich anfechten und gleichzeitig eine Abfindung kassieren. Denn das widerspräche dem Sinn der Regelung: Die Abfindung soll ja gerade eine Trennung ohne langwierige juristische Auseinandersetzungen ermöglichen.

    Am Schwarzen Brett teilte ein Unternehmen mit, dass jeder Mitarbeiter eine Abfindung erhalte, wenn er im Gegenzug einen Aufhebungsvertrag unterschreibe. Ein seit Jahren arbeitsunfähiger Mitarbeiter wollte diese Möglichkeit nutzen, bekam sie aber nicht. Weil die Firma im Aushang explizit vermerkt hatte, dass das Angebot für den Arbeitgeber wie auch für den Mitarbeiter freiwillig sei, konnte es den Wunsch dieses Arbeitnehmers ablehnen, entschied das Arbeitsgericht Aachen (Urteil vom 7. Dezember 2012, Aktenzeichen 9 Ca 3481/11).

    Eine Mitarbeiterin reduzierte nach der Geburt ihres Kindes ihre Arbeitszeit. Als sie aufgrund der Betriebsschließung gehen sollte, berechnete der Arbeitgeber ihre Abfindung auf Grundlage des zuletzt gezahlten niedrigeren Gehalts. So sollte sie nur 12.500 Euro statt 31.000 Euro erhalten. Weil ihr Arbeitsvertrag aufgrund der Elternzeit aber nur „ruhte“ und der Sozialplan keine Regelung enthielt, die explizit ruhende Arbeitsverhältnisse regelte, musste sich die Abfindung am ursprünglichen Gehalt der Mitarbeiterin orientieren, so das Arbeitsgericht Frankfurt am Main (Urteil vom 27. Juni 2005, Aktenzeichen 2 Ca 3966/05).

    Mitunter verstreicht viel Zeit zwischen dem Tag, an dem die Abfindung vereinbart wird, und dem tatsächlichen Abschied. Ein Mitarbeiter sollte 110.000 Euro erhalten, doch zum Ende der Kündigungsfrist Monate später war der Betrieb pleite. Der Mitarbeiter versuchte erst, seine Abfindung beim Insolvenzverwalter durchzusetzen, und dann, sein Arbeitsverhältnis doch fortzusetzen. Aber auch das blieb vor dem Bundesarbeitsgericht erfolglos. Das bittere Ende: Abfindung futsch, Job auch (Urteil vom 10. November 2011, Aktenzeichen 6 AZR 357/10).

    • Das rät Ina Koplin, Fachanwältin für Arbeitsrecht

    Mitarbeiter, die eine Abfindung erhalten, sollten auch einkalkulieren, dass das Arbeitsamt eine dreimonatige Sperrzeit verhängen kann. Deshalb ist bei Aufhebungs- und Abwicklungsverträgen grundsätzlich Vorsicht geboten. Auch muss der Arbeitgeber die Kündigungsfrist beachten. Somit darf das Arbeitsverhältnis durch den Aufhebungsvertrag nicht vor Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist enden.

    Was Arbeitnehmer beim Aufhebungsvertrag beachten müssen:

    Resturlaub, Höhe der Abfindung, Formulierungen im Arbeitszeugnis – der Aufhebungsvertrag sollte alle offenen Fragen regeln. Auch die Vergütung für die verbleibende Zeit im Betrieb sollte geklärt werden. Außerdem: Ob und wie lange der Mitarbeiter möglicherweise freigestellt wird.

    Nein. Im deutschen Recht gibt es nur einen Anspruch auf eine Abfindung, wenn es einen Tarifvertrag oder Sozialplan gibt, die Abfindungen als Ausgleich für den Verlust des Arbeitsplatzes vorsehen. Als Faustformel für eine Abfindung gilt: ein halbes Brutto-Monatsgehalt pro Jahr Beschäftigung im Unternehmen. Sie muss voll versteuert werden. Allerdings kann sie steuerlich so behandelt werden, als stamme sie aus mehreren Jahren.

    Schließen Arbeitgeber und Arbeitnehmer einen Aufhebungsvertrag, streicht die Agentur für Arbeit in der Regel in den ersten zwölf Wochen das Arbeitslosengeld. Ausnahme: wenn im Vertrag eine Klausel steht, dass der Vertrag nur geschlossen wurde, um eine betriebsbedingte Kündigung zu vermeiden. Die Sperre entfällt ebenfalls, wenn die Parteien nach der Kündigung einen Abwicklungsvertrag schließen. Vorteil: So vermeiden die Parteien in der Regel einen Rechtsstreit.

    Der Berliner Arbeitsrechtler Alexander Bredereck warnt Arbeitnehmer davor, sich hinhalten zu lassen. Etwa wenn der Arbeitgeber verspricht, nach der Kündigung einen Abwicklungsvertrag zu unterschreiben, sich aber dann nicht meldet. „Wem gekündigt wurde, der sollte innerhalb von drei Wochen eine Kündigungsschutzklage einreichen.“ Nach dieser Frist gibt es keine Möglichkeit mehr, sich vor Gericht gegen die Kündigung zu wehren oder für bessere Konditionen zu streiten.

    Falls der Arbeitgeber die Kündigungsfrist nicht einhält, drohen Abschläge beim Arbeitslosengeld. Nach Abschluss des Aufhebungsvertrages gelten die gesetzlichen oder tarifvertraglichen Kündigungsfristen. Deshalb sollte im Vertrag auf jeden Fall stehen, ab wann der Vertrag in Kraft tritt, und gleichzeitig der letzte Arbeitstag klar festgelegt werden.

    Das Angebot gilt nur hier und jetzt. Personaler, die Mitarbeiter so zur Unterschrift nötigen, sind unseriös. Viele setzen auf Druck, wenn eine Kündigung keine Aussicht auf Erfolg hat. „Mitunter wird Personalern sogar eine Prämie für jeden geschlossenen Aufhebungsvertrag gezahlt“, sagt der Berliner Arbeitsrechtler Alexander Bredereck. Er rät: „Niemals einen Vertrag spontan und in der Firma unterschreiben, immer eine Rechtsberatung einholen – zum Beispiel bei einer Gewerkschaft.

    Nicht selten liegt ein langer Zeitraum zwischen dem Tag, an dem Mitarbeiter und Arbeitgeber eine Aufhebungsvereinbarung schließen, und dem Tag, an dem das Arbeitsverhältnis tatsächlich endet – bei langjährigen Mitarbeitern bis zu zwölf Monate. Um zu verhindern, dass der Arbeitgeber im Falle einer Insolvenz die vereinbarte Summe nicht mehr zahlen kann, müsste der Mitarbeiter mit Abschluss des Aufhebungsvertrages eine sogenannte Vorfälligkeit vereinbaren. Einen rechtlichen Anspruch darauf hat er allerdings nicht.

    Mitarbeiter können zugesagte Abfindungen selbst sichern. Etwa, indem sie eine Ausstiegsklausel in den Aufhebungsvertrag schreiben lassen. Zeichnet sich eine Krise ab, könnte er das Arbeitsverhältnis jederzeit beenden und die Abfindung mitnehmen. Droht tatsächlich eine Insolvenz, ist es sinnvoll, eine zweite Sicherungsklausel einzubauen. Ein Rücktrittrecht sichert dem Arbeitnehmer eine Weiterbeschäftigung für den Fall zu, dass die Abfindung nicht fristgerecht gezahlt werden kann.

    Abfindung: Wie viel steht Arbeitnehmern zu?

    Vor allem nach einer Kündigung steht die Frage nach einer möglichen Abfindung im Raum. Diesbezüglich existieren eine ganze Reihe von Irrtümern sowie Halbwahrheiten. Denn die meisten Arbeitnehmer gehen davon aus, dass sie ein Recht auf eine Abfindung haben. Doch dies ist laut aktuellem Arbeitsrecht nicht automatisch bei jedem Arbeitsverhältnis der Fall.

    Kurz & Knapp: Abfindung

    1. Was bedeutet Abfindung? – Dies ist ein Einmalzahlung des Arbeitgebers infolge der Beendigung des Arbeitsverhältnisses.
    2. Warum wird eine Abfindung ausgezahlt? – Für den Verlust des Arbeitsplatzes und den entsprechenden Verdienstausfall erfolgt diese Zahlung.
    3. Haben Sie immer Anspruch auf eine Abfindung? – Nein. Eine gesetzliche Verpflichtung besteht nicht.

    Spezifische Informationen zur Abfindung:

    Abfindung berechnen

    Erfahren Sie in diesem Ratgeber, wie Sie die Abfindung berechnen können.

    Abfindung bei Aufhebungsvertrag

    Wird eine Abfindung trotz Aufhebungsvertrag gezahlt? Und wie wird diese berechnet?

    Abfindung bei betriebsbedingter Kündigung

    Abfindung bei Kündigung durch den Arbeitnehmer

    Wird eine Abfindung bei Arbeitnehmerkündigung gezahlt?

    Besteht denn überhaupt eine gesetzliche Abfindung? Und wie werden Abfindungen vom Arbeitgeber gehandhabt? Inwieweit spielen Kündigungsschutz und tarifliche sowie betriebliche Verordnungen eine Rolle?

    In diesem Ratgeber erfahren Sie alles zur Abfindung und wann Sie einen Anspruch darauf haben.

    Im folgenden Ratgeber bekommen Sie eine Definition zum Thema Abfindung und einen Überblick zu den wichtigsten Merkmalen der Abfindung nach deutschem Arbeitsrecht.

    Abfindung: Definition und allgemeine Gesichtspunkte

    Bevor wir uns den konkreten und speziellen Fragen bezüglich der Abfindung widmen, muss an dieser Stelle erstmal geklärt werden, was überhaupt unter diesem arbeitsrechtlichen und viel diskutierten Begriff zu verstehen ist.

    Grundsätzlich ist eine Abfindung als einmalige Geldzahlung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer zu verstehen. Diese erfolgt nur im Zuge der Beendigung des Arbeitsverhältnisses und damit im Zusammenhang mit einer Kündigung. Die Abfindung wird als Entschädigung für den Verlust des Arbeitsplatzes und der damit einhergehenden Verdienstmöglichkeiten verstanden. Abfindungen können im Übrigen auch bei den sogenannten Aufhebungsverträgen gezahlt werden.

    Besteht generell ein Abfindungsanspruch?

    Viele Arbeitnehmer gehen davon aus, dass sie vor allem im Zuge einer betriebsbedingten Kündigung Anspruch auf eine Abfindung haben. Doch ein derartig genereller Grundsatz besteht nicht.

    Wichtig! Ein grundsätzlicher Rechtsanspruch auf Abfindung besteht in Deutschland nicht!

    Insbesondere wenn der Arbeitgeber rechtmäßig kündigt, geht dies nicht automatisch mit der Zahlung einer Abfindung einher. Dennoch bestätigen die Ausnahmen die Regel. Im Falle der Abfindungen ist die Ausnahme jedoch die Regel.

    Wann werden Abfindungen gezahlt?

    Gemäß geltendem Arbeitsrecht wird eine Abfindung gezahlt, wenn:

    Die Zahlung der Abfindung erfolgt überwiegend freiwillig, abgesehen von bestimmten Ausnahmen.

    • ein Abfindungsvergleich stattfand. In einem gerichtlichen oder außergerichtlichen Vergleich wurde über die Wirksamkeit der Kündigung oder des Aufhebungsvertrages entschieden.
    • der § 1 des Kündigungschutzgesetzes (KSchG) greift – der Abfindungsanspruch bei betriebsbedingter Kündigung.
    • ein Auflösungsurteil durch das Arbeitsgericht erfolgte. Dabei ist die Unzumutbarkeit der Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses entscheidend. An dieser Stelle ist auf die §§ 9 und 10 KSchG verwiesen.
    • ein Tarifvertrag greift.
    • ein Sozialplan existiert.
    • ein Nachteilausgleich für den Arbeitnehmer nach § 113 Betriebsverfassungesetz.

    Unter einem Sozialplan ist eine Vereinbarung zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber zu verstehen. Der Sozialplan ist vor allem dann relevant, wenn wirtschaftliche Nachteile für den Arbeitnehmer infolge von betrieblichen Veränderungen entstehen.

    Abfindung im Arbeitsrecht gemäß KSchG

    Eine Abfindung kann vom Arbeitgeber infolge einer betriebsbedingten Kündigung entsprechend des § 1a KSchG angeboten werden. Dies sollte jedoch aus der Kündigungserklärung deutlich hervorgehen. Dabei ist entscheidend, dass der Arbeitnehmer die Klagefrist (drei Wochen) für eine Kündigungsschutzklage verstreichen lässt und dass die Kündigung aufgrund betrieblicher Erfordernisse erfolgte.

    In einem solchen Falle richtet sich die Abfindung nach der Betriebszugehörigkeit. Das bedeutet pro Beschäftigungsjahr ist das halbe Bruttogehalt zu veranschlagen.

    Der Anspruch auf die Abfindung in diesem Falle entsteht erst mit Ablauf der Kündigungsfrist.

    Abfindung im Kündigungsschutzprozess

    Ist im Zuge eines Kündigungsschutzprozesses die weitere Zusammenarbeit nicht mehr möglich oder überhaupt zumutbar, kann der Arbeitgeber gemäß § 10 KSchG das Arbeitsverhältnis gegen Zahlung einer Abfindung beenden.

    Voraussetzung für einen derartigen Prozess sind entweder eine unwirksame Kündigung des Arbeitgebers oder ein Auflösungsvertrag, der von beiden Seiten ausgehen kann.

    Die Abfindung für den Arbeitnehmer würde sich hierbei auf zwölf Bruttomonatsgehältern belaufen.

    Die Abfindung gemäß Sozialplan

    Abfindungen können auch dann gezahlt werden, wenn ein Interessenausgleich bei Betriebsänderungen nach § 112 Betriebsverfassungsgesetz erfolgt. Dies wird dann relevant, wenn unter anderem der gesamte Betrieb oder wesentliche Betriebsteile stillgelegt werden.

    Den Anspruch auf den sogenannten Nachteilausgleich hat der Arbeitnehmer, wenn der Arbeitgeber bereits mit den Betriebsveränderungen beginnt, bevor ein Interessenausgleich stattgefunden hat. Dieser Ausgleich ist mit einer Abfindung für den Arbeitnehmer vergleichbar und hat für den Arbeitgeber eher Sanktionierungscharakter.

    Abfindungsausgleich

    Grundsätzlich ist das Kündigungsschutz nicht zum Zwecke der Abfindung ins Leben gerufen worden. Denn die eigentliche Intention liegt im Bestandsschutz des Arbeitsverhältnisses. Dennoch kommt es in der Praxis häufig zu gerichtlichen oder außergerichtlichen Vergleichen in Kündigungsschutzprozessen, in denen der Arbeitnehmer die Wirksamkeit der Kündigung akzeptiert und der Arbeitgeber im Gegenzug eine Abfindung verspricht.

    Im Falle eines Ausgleichs müssen Sie die Abfindung aushandeln. Denn bezüglich der Höhe der Abfindung greift keine gesetzliche Regelung.

    Beim Abfindungsausgleich sollten keine Nachteile im Hinblick auf den Anspruch von Arbeitslosengeld entstehen. Außerdem ist die steuerrechtliche Optimierung anzustreben

    Wenn die Abfindung gezahlt wird – Was ist zu beachten?

    In den Ausnahmefällen, in denen eine Abfindung gezahlt wird, ist auf einiges zu achten. Denn nicht selten fragen sich Arbeitnehmer, wie es mit der Auszahlung konkret aussieht oder ob eine Abfindung Auswirkungen auf das Arbeitslosengeld I oder II hat.

    Grundsätzlich ist anzumerken, dass Abfindungen keine beitragspflichtigen Arbeitsentgelte darstellen. Sie werden nicht der Zeit des Beschäftigungsverhältnisses zugeordnet und sollen die möglichen, zukünftigen Verdienste, die durch die Kündigung wegfallen, abpuffern. Somit dürfen von der Abfindung keine Sozialabgaben abgezogen werden Weder Beträge zur Renten- und Krankenversicherung noch solche zur Pflege- und Arbeitslosenversicherung.

    Geht es um die Abfindung bezüglich der Sozialversicherung, ist zu bedenken, dass diese nicht als Arbeitsentgelt gewertet wird.

    Dennoch unterliegt die Abfindung der Besteuerung. Für die Berechnung der Abfindung dahingehend ist der Arbeitgeber zuständig. Die errechnete Lohnsteuer ist bei der Auszahlung einzubehalten und an das Finanzamt abzuführen.

    Die Abfindung unterliegt jedoch der sogenannten Fünftelregelung. Das mindert die Steuerlast, da die Steuerberechnung gleichmäßig auf fünf Jahre verteilt wird. Diese Ermäßigung wird jedoch nur dann gewährt, wenn sie in einer Gesamtsumme überwiesen wird.

    Grundsätzlich kann Ihr Arbeitgeber die Abfindung in Raten auszahlen, wovon Sie vor allem im Folgejahr profitieren können. Denn oft sind Arbeitnehmer dann noch ohne neuen Arbeitsplatz und haben damit weniger Einkünfte, die versteuert werden. Die Fünftelregelung kann in einem solchen Falle jedoch nicht mehr auf alle Raten angewendet werden.

    Beeinflusst die Abfindung das Arbeitslosengeld?

    Vor allem bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber, nach welcher der Arbeitnehmer sich erstmal arbeitslos melden muss, steht die Frage im Raum, ob die Abfindung beim Arbeitsamt angemeldet werden muss.

    In der Regel darf sich eine etwaige Abfindung nicht negativ auf den Anspruch auf Arbeitslosengeld auswirken.

    Eine Sperrzeit (Arbeitslosengeld I) ist nur dann zu befürchten, wenn Sie einen Aufhebungs- oder Abwicklungsvertrag mit Ihrem Arbeitgeber geschlossen haben. Ähnlich negativ wirkt es sich aus, wenn Sie einer Verkürzung der Kündigungsfrist einwilligen.

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    Wer hat Anspruch auf Abfindung –

    Ein Ьberblick

    Kein Arbeitnehmer ist gдnzlich vor einer Kьndigung gefeit. Auch wenn es vermeintlich wirklich gut lдuft im Job, kann es passieren, dass das Beschдftigungsverhдltnis plцtzlich aufgehoben wird. In einem solchen Fall hoffen viele Betroffene auf eine attraktive Abfindung. SchlieЯlich erhalten Manager von Spitzenkonzernen oftmals Millionenbetrдge, wenn sich ihre Firma von ihnen trennt.

    Doch wie sieht das bei „normalen“ Arbeitnehmern aus? Wann haben Sie Anspruch auf eine Abfindung, wenn Ihnen die Kьndigung ins Haus flattert, und wie hoch fдllt diese aus? Vorweg sei gesagt: Das mit dem Anspruch auf Abfindung ist eine komplizierte Angelegenheit, doch oftmals gar nicht der entscheidende Faktor. So kann es gut sein, dass Sie auch dann Geld erhalten, wenn Ihnen keines zusteht.

    Wann wird eine Abfindung fдllig?

    Viele Menschen sind der Ansicht, dass sie bei einer Kьndigung durch den Arbeitgeber automatisch Anspruch auf eine Abfindung haben. In der Realitдt sieht die Sache anders aus. Denn tatsдchlich kцnnen Sie vor allem in folgenden Fдllen eine Abfindung fordern:

    • Entweder im Arbeitsvertrag oder im Tarifvertrag ist eine Abfindung vorgesehen.
    • In einem Sozialplan innerhalb eines Unternehmens mit Betriebsrat ist das Recht auf eine Abfindung bei betriebsbedingtem Ausscheiden verankert.
    • Der Arbeitgeber fьhrt eine Betriebsдnderung durch, ohne sich um einen Interessenausgleich mit dem Betriebsrat zu bemьhen oder er weicht ohne zwingenden Grund von einem solchen Ausgleich ab und entlдsst Sie deshalb. Hier besteht laut § 113 BetrVG ein gesetzlicher Anspruch auf eine Abfindung.
    • GemдЯ § 1a KSchG haben Arbeitgeber die Mцglichkeit, Arbeitnehmern bei der Kьndigung eine Abfindung anzubieten, wenn diese keine Kьndigungsschutzklage anstreben.
    • Sie sprechen als Arbeitnehmer berechtigt eine fristlose Kьndigung aus. Hier steht Ihnen nach § 628 BGB ebenfalls eine Abfindung zu, falls sich der Arbeitgeber vertragswidrig verhalten hat.
    • Auch wenn ein Arbeitsgericht feststellt, dass ein Arbeitsverhдltnis durch eine Kьndigung des Arbeitgebers oder -nehmers nicht aufgelцst ist, eine weitere Zusammenarbeit aber aus bestimmten Grьnden nicht sinnvoll beziehungsweise zumutbar ist, besteht unter Umstдnden ein Anrecht auf eine Abfindung.

    Aus dieser Aufzдhlung wird bereits deutlich, dass ein Recht auf eine Abfindung keinesfalls die Regel ist. Doch warum erhalten dennoch so viele Arbeitnehmer bei Ihrem Ausscheiden Geld von Ihrem ehemaligen Arbeitgeber? Das hat einen einfachen Grund:

    • Der deutsche Kьndigungsschutz ist sehr strikt.
    • Jede Kьndigung lдsst sich einem Arbeitsgericht zur Prьfung vorlegen.
    • Gewinnt der Arbeitnehmer einen langwierigen Prozess, muss das betreffende Unternehmen unter Umstдnden viel Geld bezahlen – mehr als im Rahmen einer Abfindung.

    Dieses Risiko ist vielen Arbeitgebern zu hoch. Deshalb enden die meisten Streitigkeiten vor einem Arbeitsgericht mit einem Vergleich: Der Arbeitnehmer findet sich mit der Kьndigung ab und erhдlt dafьr eine Abfindung. Eine andere Mцglichkeit besteht laut abfindungsrechner.com darin, dem Arbeitnehmer gleich in einem Aufhebungsvertrag eine Abfindung anzubieten.

    Doch Vorsicht: Nicht immer ist es die beste Idee, sofort einen Aufhebungsvertrag zu unterschreiben. Lassen Sie sich auf jeden Fall etwas Bedenkzeit, bevor Sie letzten Endes weniger Geld erhalten, als Ihnen eigentlich zusteht.

    Wie hoch fallen Abfindungen aus?

    Wenn schon Kьndigung, dann eine mцglichst hohe Abfindung, so denken die meisten Menschen. Doch auf wie viel Geld haben Sie Anspruch? Im Regelfall ist die Hцhe einer Abfindung vor allem Verhandlungssache – zwischen Ihnen, dem Arbeitgeber und eventuell dem Betriebsrat des jeweiligen Unternehmens. Hier kann es unter Umstдnden nicht schaden, sich von einem Experten beraten zu lassen. Allerdings gibt es gesetzliche Vorgaben, wenn Sie eine Abfindung nach § 1a KSchG angeboten bekommen. Dann gilt:

    • Sie erhalten ein halbes Monatsverdienst pro Beschдftigungsjahr.
    • Zeitrдume von mehr als sechs Monaten werden auf ein volles Jahr aufgerundet.
    • Als Grundlage dient das Gehalt, das Sie in dem Monat, in dem die Kьndigung ausgesprochen wurde, erhielten.

    Nehmen wir an, Sie waren 3 Jahre und 7 Monate bei Ihrem ehemaligen Arbeitgeber beschдftigt. In diesem Fall haben Sie Anspruch auf 2 Monatsgehдlter Abfindung. Stellt Ihr Arbeitgeber einen Auflцsungsantrag bei einem Verfahren um die RechtmдЯigkeit einer Kьndigung, betrдgt der maximale Anspruch laut § 10 Abs. 1 und 2 KSchG:

    • Bei einem Alter unter 50 Jahren: 12 Monatsgehдlter.
    • Bei ьber 50 Jahren und mindestens 15 Jahren Zugehцrigkeit zum Betrieb: 15 Monatsgehдlter.
    • Bei ьber 55 Jahren und mindestens 20 Jahren Betriebszugehцrigkeit: 18 Monatsverdienste.

    Im Klartext: nach 30-jahriger Betriebszugehцrigkeit kann man mit 49 Jahren nicht mehr als 12 Monatsgehдlter einklagen, da 12 Monate die Hцchstgrenze ist.

    Ьbrigens: Zur Berechnung von Monatsverdiensten werden auch regelmдЯige Zulagen, Prдmien oder Sachbezьge (zum Beispiel Dienstwagen) herangezogen.

    Was sollte sonst noch beachtet werden?

    Bekommen Sie eine Abfindung, stellt sich nicht nur die Frage, wie hoch diese ist, sondern auch, wie viel Ihnen davon bleibt. Denn auch der Staat kassiert mit. Seit Jahresbeginn 2006 wird jeder Euro einer Abfindung versteuert. Beachten Sie dabei Folgendes:

    • Es gibt keine Freibetrдge bei Abfindungen.
    • Diese kцnnen jedoch im Rahmen der sogenannten Fьnftel-Regelung als auЯergewцhnliche Einkьnfte versteuert werden.
    • Dies gilt nur, wenn die Abfindung komplett in einem Steuerjahr gezahlt wird und Sie dadurch nicht mehr verdienen, als Sie bekommen hдtten, hдtten Sie Ihr Arbeitsverhдltnis normal fortgesetzt.
    • Unter Umstдnden werden dabei weitere Entschдdigungen berьcksichtigt – die zum Beispiel Rentenansprьche aufrechterhalten sollen.

    Wie viel im Einzelfall fьr Sie ьbrig bleibt, ist gar nicht so einfach zu berechnen – ein Grund mehr, sich nicht vorschnell auf einen Aufhebungsvertrag einzulassen. Eine genaue Berechnung sollte deshalb fьr Sie zum Pflichtprogramm gehцren, wenn Sie einen Aufhebungsvertrag angeboten bekommen. Sozialversicherungsbeitrдge mьssen Sie von Ihrer Abfindung ьbrigens nicht zahlen.

    Eine saftige Abfindung kann ein kleiner Trost bei einer Kьndigung sein. Ob Ihnen eine zusteht, hдngt von vielen Faktoren ab. Die gute Nachricht ist: Im Zweifelsfall erhalten Sie sogar dann Geld, wenn Sie keinen Anspruch auf eine Abfindung haben. Zu groЯ ist die Sorge vieler Arbeitgeber, einen langwierigen Prozess vor einem Arbeitsgericht zu verlieren. Erkundigen Sie sich aber in diesem Fall am besten bei einem Fachmann oder ьberlegen Sie zumindest, bevor Sie ein Angebot Ihres Arbeitgebers annehmen. Rьckgдngig machen lдsst sich dieses nicht, so dass Sie unter Umstдnden finanzielle Nachteile erleiden.

    Artikel von Claudio Trepp zur Verfьgung gestellt

    Источники: http://m.spiegel.de/karriere/abfindung-bei-kuendigung-mit-viel-geld-koennen-arbeitnehmer-rechnen-a-1043802.html, http://www.arbeitsrechte.de/abfindung/, http://www.berufsstrategie.de/nachrichten-jobwelt-bewerbung/WerhatAnspruchaufAbfindung.php

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