Abfindung steuererklärung

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    Steuern sparen bei Abfindungen

    Möchte der Arbeitgeber ein Arbeitsverhältnis (vorzeitig) beenden, so haben Arbeitnehmer unter bestimmten Umständen die Möglichkeit eine Abfindung zu verhandeln. Eine solche, außerordentliche Zahlung als Entschädigung für das Arbeitsverhältnis und den dadurch resultierenden Verlustausfall ist normalerweise steuerpflichtig. In diesem Artikel erklären wir Ihnen, was es zu beachten gilt und wie Sie Steuern sparen können, wenn Sie eine Abfindung erhalten haben.

    Sind Abfindungen steuerfrei?

    Nein. In der Regel sind Abfindungszahlungen nicht steuerfrei. Sie gelten als Arbeitsentgelt, bzw. als Ausgleichszahlung für nicht erfolgte Lohnzahlungen. Entsprechend muss eine Abfindung voll versteuert werden. Freibeträge, wie es sie in der Vergangenheit (bis 2005) gab, existieren heute nicht mehr. Auch die Nutzung des Halbeinkünfteverfahrens ist heute nicht mehr möglich.

    Meistens ist es so, dass der Arbeitnehmer (ähnlich wie bei den monatlichen Lohnzahlungen) nur einen Teil des verhandelten Bruttobetrags seiner Abfindung ausgezahlt bekommt. Der Arbeitgeber behält einen Teil den Rest ein und führt diesen für den Arbeitnehmer zum Ausgleich von Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer an das Finanzamt ab. Die Steuerschulden sind damit abgegolten.

    Versteuerung nach dem Zuflussprinzip

    Wie fast immer im Einkommensteuerrecht gilt auch bei Abfindungen das Zuflussprinzip. Das heißt die Abfindungen müssen in dem Jahr versteuert werden, in dem Sie tatsächlich angefallen sind. Entscheidend ist der Zahlungseingang auf dem Konto, nicht das Datum unter dem Aufhebungsvertrag oder der sonstigen Vereinbarung mit dem alten Arbeitgeber. Hierzu ein Beispiel:

    Der Angestellte Herr K. hat mit seinem Arbeitgeber zum 31.10.2015 einen Aufhebungsvertrag geschlossen. Im Aufhebungsvertrag findet sich eine Klausel, welche die Zahlung der Abfindung zum 31.01.2016 vorsieht. Der Arbeitgeber überweist das Geld pünktlich auf das Konto des Arbeitnehmers. Da die Zahlung erst im Jahr 2016 auf dem Konto des Arbeitnehmers zufließt, muss diese auch erst im Jahr 2016 in der Steuererklärung berücksichtigt werden.

    Das Zuflussprinzip kann genutzt werden um die Steuerlast zu senken. Wird ein Arbeitnehmer beispielsweise zum Jahresende gekündigt (hat er das Jahr voll gearbeitet, wird er hohe Einkünfte haben und einen entsprechend hohen Steuersatz), so kann es sinnvoll sein die Abfindungszahlung ins nächste Jahr zu schieben (sofern dies möglich ist). Das ist insbesondere dann sinnvoll, wenn der Arbeitnehmer im darauffolgenden Jahr nur mit wenigen Einkünften rechnet (z.B. weil er Arbeitslosengeld beziehen wird).

    Steuern sparen mit der Fünftelregelung

    Vor allem Arbeitnehmer die normalerweise steuerlich gering belastet sind, trifft die Zahlung einer höheren Abfindung oft gleich mit doppelter Härte. Auf der einen Seite müssen natürlich Steuern auf den Abfindungsbetrag entrichtet werden und auf der anderen Seite führt die hohe Abfindungszahlung auch dazu, dass sich der persönliche Steuersatz im Jahr der Abfindungszahlung enorm erhöht – auch das übrige Einkommen im Jahr wird so mit einem höheren Steuersatz belastet. Man spricht hier von sog. Progressionseffekten.

    Eine legale und gute Möglichkeit zum Steuern sparen ist die Nutzung der sogenannten Fünftelregelung. Bei dieser Regelung wird (fiktiv) so verfahren, als würde der Steuerzahler über einen Zeitraum von 5 Jahren jeweils ein Fünftel der Abfindung erhalten. Hiermit reduziert sich oftmals der Progressionseffekt, was unterm Strich zu einer Steuerentlastung führt. Der anfallende Steuerbetrag muss aber natürlich sofort im Jahr der Zahlung (des Zufluss) der Abfindung entrichtet werden.

    Die Fünftelregelung kann allerdings nur zum Einsatz kommen, wenn bestimmte Sachverhalte gegeben sind. Die folgenden Dinge müssen beachtet werden, wenn die Fünftelregelung angewendet werden soll:

    • die Abfindung muss in den Bereich der “außerordentlichen Einkünfte” fallen (geregelt in § 4 Einkommensteuergesetz)
    • sie muss außerdem einen „Ausgleich für Einnahmeverluste“ darstellen
    • und die Auszahlung der Abfindung muss in einer einmaligen Zahlung erfolgen.
    • Außerdem muss das Arbeitsverhältnis ausdrücklich auf Veranlassen des Arbeitgebers beendet worden sein.

    Und so funktioniert die Fünftelregelung

    Bei der Fünftelregelung wird zuerst geguckt, was der Arbeitnehmer auf seine sonstigen Einkünfte im Jahr für Steuern zahlen müsste. Danach wird ein Fünftel der Abfindung auf das sonstige, zu versteuernde Einkommen aufgeschlagen und es wird die Steuerlast für diesen Betrag ermittelt. Die Differenz der beiden ermittelten Steuerlasten wird mit 5 Multipliziert, hieraus ergibt sich die Steuerlast, die auf die Abfindung zu zahlen ist. Das Ganze klingt im ersten Moment etwas kompliziert, wird aber vielleicht durch ein Beispiel deutlicher:

    Beispiel zur Fünftelregelung

    Herr M. hat einen wirksamen Aufhebungsvertrag zum 31.07.2016 unterschrieben. Im Vertrag ist eine Abfindungssumme von 25.000 Euro vereinbart. Diese wird vom Arbeitgeber sofort nach dem Wirksamwerden des Vertrages überwiesen. Herr K. hatte im übrigen Jahr ein Einkommen von genau 30.000 Euro und unterliegt einem Kirchensteuersatz von 8%, da er aus Bayern kommt. Mit Hilfe der Fünftelregelung wird nun die Steuerlast auf die Abfindung berechnet:

    1. Auf das übrige Einkommen von 30.000 Euro müsste Herr M. rund 6.206 Euro Steuern (inkl. Soli und Kirchensteuer) zahlen.
    2. Die Abfindung wird durch 5 geteilt, 1/5 der Abfindungssumme ist 5.000 Euro, dieser Betrag wird dem übrigen Einkommen hinzuaddiert: 35.000 Euro.
    3. Die Steuer, die Herr M. auf 35.000 Euro zahlen müsste läge bei rund 8.048 Euro.
    4. Zwischen beiden Steuerbeträgen liegt also eine Differenz von rund 1.842 Euro. Diese wird mit 5 multipliziert. Es ergibt sich somit ein Betrag von 9.211 Euro, die Herr M. auf seine Abfindung zahlen müsste.

    Im Beispiel sieht man sehr schön, wie wirksam die Fünftelregelung zum Steuern sparen sein kann. Wäre die Abfindung im Beispiel ohne die Fünftelregelung versteuert worden, so wäre ein Steuerbetrag in Höhe von 10.484 Euro angefallen. Durch die Fünftelregelung lässt sich also eine Steuerersparnis von 1.273 Euro erzielen, dass entspricht über 12% Steuerersparnis.

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    2 comments on “ Steuern sparen bei Abfindungen ”

    Das ist eine sehr ausführliche und gut zu verstehende Erklärung.

    Ein kleiner Wunsch: Esnwäre ganz toll, ob ich auch eine Steuererklärung machen kann. Da im Bescheid Steuerklasse 6 steht.

    Danke und herzliche Grüße

    Google sagt: „Wer muss keine Steuererklärung machen?

    Wer nur ein geringes Einkommen hat, muss keine Steuererklärung einreichen. Die Grenze zieht in diesem Fall der Grundfreibetrag: Im Jahr 2016 waren dies 8.652 Euro für Singles und 17.304 Euro für Verheiratete bzw. bei eingetragene Lebenspartner. Bis zu dieser Summe zahlst du keine Steuern.

    Du warst innerhalb eines Jahres bei mehr als einem Arbeitgeber beschäftigt? Dann musst du tätig werden, wenn der neue Arbeitgeber bei der Lohnsteuerberechnung die Werte des vorherigen Arbeitgebers nicht berücksichtigt hat. In diesem Fall findest du auf deiner Lohnsteuerbescheinigung den Großbuchstaben “S” in Zeile 2.

    Außerdem musst du eine Steuererklärung abgeben, wenn du in der Steuerklasse VI bist. Das passiert, wenn du gleichzeitig zwei Arbeitgeber hast.

    Ratgeber Abfindung versteuern

    Weniger Steuern zahlen

    • Zuletzt aktualisiert: 1. Februar 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Arbeitnehmer, die für den Jobverlust eine Abfindung erhalten, müssen diese grundsätzlich voll versteuern.
    • Falls die Abfindung vollständig in einem Kalenderjahr ausgezahlt wurde, können Sie oft eine Steuerermäßigung beantragen: die Fünftel-Regelung.
    • Es kann sich lohnen, die Abfindungszahlung auf zwei Kalenderjahre aufzuteilen. Doch hierfür setzt die Finanzverwaltung eine 10-Prozent-Grenze.
    • Abfindungszahlungen sind grundsätzlich sozialversicherungsfrei. Eine Ausnahme gibt es für freiwillig Krankenversicherte.
    • Sie können Steuern sparen, indem Sie die Abfindung freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung, in eine Direktversicherung oder in eine Rürup-Rente einbezahlen.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Wer seinen Arbeitsplatz verliert, kann oft eine Abfindung herausholen. Manche Arbeitgeber bieten einen Aufhebungsvertrag an und zahlen freiwillig eine Abfindung. Auch wenn sich Ex-Mitarbeiter und Arbeitgeber im Rahmen eines Kündigungsschutzprozesses vor einem Arbeitsgericht vergleichen, erhält der gekündigte Mitarbeiter meist eine Entlassungsentschädigung. Das heißt, beide Seiten einigen sich darauf, dass das Dienstverhältnis endet, der Mitarbeiter jedoch eine Entschädigung erhält. Manchmal muss auch erst ein Arbeitsgericht ein Urteil fällen.

    Wer eine Abfindung erhält, muss diese jedoch grundsätzlich versteuern. Im Folgenden geht es um die Besteuerung der Abfindung, alles, was Sie dagegen über das Heraushandeln einer Entschädigung wissen müssen, lesen Sie in unserem Ratgeber Abfindungen.

    Helfer für die Steuererklärung

    Eine Abfindung ist zwar steuerpflichtig, Sozialversicherungsbeiträge dagegen fallen in vielen Fällen nicht an (§ 14 SGB IV Sozialgesetzbuch). Das gilt für alle Zweige: für die Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Eine Ausnahme besteht jedoch für freiwillig Krankenversicherte. Sie müssen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung nachzahlen, sobald sie eine Abfindung erhalten.

    Abfindungen gelten als außerordentliche Einkünfte

    Durch die Auszahlung einer Abfindung erhält der entlassene ehemalige Mitarbeiter zusammengeballte Einkünfte in einem Veranlagungsjahr. Der Gesetzgeber hat für solche sogenannten außerordentlichen Einkünfte (§ 34 Einkommensteuergesetz) aber eine Steuerermäßigung geschaffen (§ 24 Nummer 1a EStG).

    Bis 2003 waren Abfindungen sogar steuerfrei, danach gab es eine Übergangsregelung und Freibeträge. Entschädigungen, die nach dem 1. Januar 2006 vereinbart und ausgezahlt wurden, sind in vollem Umfang zu versteuern. Die sogenannte Fünftel-Regelung ist aktuell die maßgebliche mögliche Steuererleichterung in diesem Bereich. Oft fällt die Linderung relativ bescheiden aus.

    Fünftel-Regelung mindert Steuerlast

    Die Einkommensteuersätze sind progressiv. Das heißt, mit steigenden Einkünften erhöht sich auch der Steuersatz. Insbesondere, wenn ein Arbeitnehmer am Ende einer langjährigen Tätigkeit eine Abfindung ausgezahlt bekommt, ist der Steuersatz durch das zusätzliche Gehalt besonders hoch. Um diesen Effekt zu mildern, gibt es die Fünftel-Regelung. Die Abfindung verteilt sich in der Steuerberechnung gleichmäßig auf fünf Jahre.

    So wird die Steuer berechnet

    Beispiel: Ein lediger Mann wird entlassen und erhält eine Abfindung über 20.000 Euro. Im Jahr 2016 hat er nach Abzug seiner gesamten Aufwendungen (Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen) ansonsten 50.000 Euro als Lohn zu versteuern. Bei der Fünftel-Regelung wird ein Fünftel der Abfindung dazugezählt. Die darauf entfallende Einkommensteuer wird mit derjenigen verglichen, die auf das zu versteuernde Einkommen ohne Abfindung anfällt. Der fünffache Unterschiedsbetrag aus beiden Beträgen gilt als Einkommensteuer für die Abfindung.

    So wirkt sich die Fünftel-Regelung aus

    ¹ Dieser Betrag entspräche der zu zahlenden Einkommensteuer bei einer Vollversteuerung von 50.000 Euro + 20.000 Euro Abfindung (= 70.000 Euro Jahresgehalt nach Werbungskosten).

    Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 9. März 2016)

    Den größten Steuerspar-Effekt haben diejenigen, die ein sehr hohes zu versteuerndes Einkommen haben und bei denen die Differenz zwischen der Abfindung und dem Gehalt groß ist.

    Arbeitgeber zieht Lohnsteuer ab

    Der Arbeitgeber muss diese Form der Lohnsteuerberechnung nur dann anwenden, wenn sie zu einer niedrigeren Lohnsteuer führt als die Besteuerung als nicht begünstigter Bezug. Er muss von der Abfindung die nach dieser Günstigerprüfung ermittelte Lohnsteuer sowie den Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer einbehalten. Diese Abgaben muss er in den Gehaltsunterlagen gesondert bescheinigen.

    Weiternutzung eines Dienstwagens

    Die Steuerermäßigung gibt es auch, wenn der gekündigte Mitarbeiter weiterhin ein Firmenauto oder eine Werkswohnung nutzt. Weitere wesentliche Leistungen des Arbeitgebers neben der Abfindungszahlung müsste der Arbeitnehmer aber voll versteuern.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Keine Fünftelregelung bei vertraglich vereinbarter Abfindung

    Die Entlassungsentschädigung darf nicht von vornherein arbeitsvertraglich vereinbart worden sein (Urteil des Finanzgerichts München vom 16. September 1999, Az. 16 K 4486/97).

    Wichtig ist außerdem, dass die Abfindungszahlung in unmittelbarem Zusammenhang mit einer Entlassung beziehungsweise der endgültigen Auflösung eines Dienstverhältnisses steht – beispielsweise, weil der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter gekündigt hat oder weil ein entsprechendes Gerichtsurteil ergangen ist. Sie darf kein Entgelt für bereits verdiente Ansprüche wie noch nicht ausgezahltes Gehalt, Bonus-Zahlungen oder Tantiemen sein.

    Bei einer Änderungskündigung, einem Betriebsübergang, einer anderen Tätigkeit innerhalb eines Konzerns oder einer Versetzung gilt ein Dienstverhältnis nicht als aufgelöst. Damit eine Entlassungsentschädigung im Sinne des Paragrafen 24 Nummer 1a des Einkommensteuergesetzes vorliegt, muss diese für entgangene oder entgehende Einnahmen gewährt werden. Üblicherweise erhält ein Arbeitnehmer die Abfindung, weil er künftig keinen Lohn mehr erhalten wird.

    Vorsicht bei Zahlung in Raten

    Der ermäßigte Steuersatz auf die Abfindung ist grundsätzlich nur möglich, wenn sie in einem Betrag ausbezahlt wurde. Dabei wäre es in vielen Fällen steuerlich günstiger, wenn sie in zwei Raten bezahlt werden könnte. Schließlich hat der Gekündigte im Folgejahr – oft ohne neuen Arbeitsplatz – geringere Einkünfte zu versteuern, und der Grundfreibetrag (und gegebenenfalls weitere Freibeträge wie Kinderfreibeträge) führen zu einer niedrigeren Bemessungsgrundlage.

    Dass die Abfindung aufgespalten werden kann, haben die höchsten Steuerrichter abgesegnet (BFH, Urteil vom 11. November 2009, Az. IX R 1/09). Bei Verhandlungen mit dem Arbeitgeber über die Abfindungshöhe ist mithin die darauf entfallende Einkommensteuer zu berücksichtigen.

    Wenn die Abfindung aufgespalten wird, kann die Fünftel-Regelung nicht mehr für alle Raten angewandt werden, es sei denn, es wird nicht mehr als fünf Prozent der Hauptsumme auf ein anderes Kalenderjahr verschoben (Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 4. März 2016, Az. IV C 4 – S 2290/07/10007 :031). Diese 10-Prozent-Grenze akzeptieren Finanzämter in allen offenen Fällen. Damit setzt die Finanzverwaltung ein steuerzahlerfreundliches Urteil um (Bundesfinanzhof, Urteil vom 13. Oktober 2015, Az. IX R 46/14). Bislang durfte die Teilrate maximal 5 Prozent betragen, um den Steuervorteil nicht zu gefährden.

    Anlage der Abfindung fürs Alter spart Steuern

    Um Abfindungen möglichst günstig zu versteuern, gibt es noch eine Möglichkeit: die sofortige Einzahlung in eine

    • Direktversicherung,
    • in eine „Rürup-Rentenversicherung“ (Basisrente) gegen Einmalzahlung oder
    • in die gesetzliche Rentenversicherung.

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    Sonderfall beschränkt Steuerpflichtige

    Als beschränkt Steuerpflichte gelten diejenigen, die in Deutschland weder Wohnsitz noch gewöhnlichen Aufenthalt haben. Deren in Deutschland erzielte Einkünfte sind nur beschränkt steuerpflichtig. In Paragraf 49 EStG sind die inländischen Einkünfte aufgeführt, die in Deutschland zu versteuern sind.

    Nicht dazu gehören Abfindungen eines in die Schweiz verzogenen und zuvor in Deutschland tätigen Arbeitnehmers. Dies entschied der BFH in seinem Urteil vom 10. Juni 2015 (Az. I R 79/13; veröffentlicht am 30. September 2015). In dem Fall war entscheidend, dass in Artikel 15 Absatz 1 Doppelbesteuerungsabkommen mit der Schweiz kein deutsches Besteuerungsrecht für eine Abfindungszahlung vorgesehen ist.

    Abfindung und Einkommensteuer

    Bei einer Abfindung verdient sich das Finanzamt regelmäßig eine goldene Nase. Zwar ist eine Abfindung frei von Abzügen der Sozialversicherungen wie Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Aber die Abfindung ist immer eine Teilkompensation für in absehbarer Zukunft entgehenden Lohn, wird aber im Gegensatz zum Arbeitslohn sehr häufig als Einmalzahlung überwiesen. Da das Finanzamt nicht zwischen Abfindung und "normalem" Arbeitslohn unterscheidet, unterstellt es eine regelmäßige monatliche Zahlung in dieser Höhe, was zu erheblichen Lohnsteuerabzügen führt.

    In diesem Beitrag erfahren Sie,

    Abfindungsrechner

    Steuerrechner

    Pendlerpauschale

    Abfindung: Welche Regeln gibt es und was muss ich beachten?

    Abfindungen sind finanzielle Leistungen, die der Arbeitnehmer als Ausgleich für die Nachteile erhält, die mit der Auflösung oder Änderung seines Arbeitsverhältnisses verbunden sind. Häufigste Gründe sind der Verlust des Arbeitsplatzes oder eine zeitliche Reduzierung der Wochenarbeitszeit. Ein zeitlicher Zusammenhang zwischen Zufluss der Abfindung und Beendigung des Dienstverhältnisses ist nicht erforderlich. Ein erhebliches zeitliches Auseinanderfallen der beiden Ereignisse kann jedoch den sachlichen Zusammenhang infrage stellen. Abfindungen können in einer Summe, in Teilbeträgen oder in fortlaufenden Beträgen ausgezahlt werden. Oft ist dies individuelle Verhandlungssachen zwischen Ihnen und dem Arbeitgeber.

    Zahlungen zur Abgeltung vertraglicher Ansprüche (z. B. rückständiger Arbeitslohn), die der Arbeitnehmer aus dem Dienstverhältnis bis zum Zeitpunkt der Auflösung erlangt hat, sind nicht Teil der Abfindung. Im Regelfall kann davon ausgegangen werden, dass bei Zahlung einer Abfindung der Arbeitgeber die Auflösung veranlasst hat.

    Gibt es einen Anspruch auf eine Abfindung?

    Einen generellen Rechtsanspruch auf eine Abfindung gibt es in Deutschland nicht. Allerdings sind viele Arbeitgeber bereit, im Rahmen eines Aufhebungsvertrags eine Abfindung zu zahlen, wenn sie sich dadurch einen – hГ¤ufig langwierigen und in jedem Fall teuren – Gang vor das Arbeitsgericht ersparen kГ¶nnen. DarГјber hinaus gibt es auch zahlreiche FГ¤lle, in denen Arbeitnehmer einen echten Rechtsanspruch auf eine Abfindung haben. Solche anspruchsbegrГјndeten Abfindungsregelungen gibt es beispielsweise in folgenden FГ¤llen:

    • Vereinbarung in TarifvertrГ¤gen
    • Mit dem Betriebsrat vereinbarte SozialplГ¤ne
    • Entsprechend individuelle Vereinbarungen im Arbeitsvertrag (Гјblich v.a. bei FГјhrungspositionen, z. B. GeschГ¤ftsfГјhrern)

    In Verhandlungen um einen Aufhebungsvertrag "tauschen" Sie gewissermaßen den Bestandsschutz Ihres Arbeitsverhältnisses gegen eine Abfindung ein. Dabei sind Ihre Chancen, eine Abfindung in entsprechender Höhe durchzusetzen, umso besser, je höher der Bestandsschutz ihres Arbeitsverhältnisses ist. Die Faktoren für die juristische Bewertung des Bestandsschutzes sind sehr vielfältig, zu Ihnen gehören typischerweise die Dauer der Betriebszugehörigkeit, die individuelle Situation/Position im Betrieb (z.B. Betriebsratszugehörigkeit), die private Situation (Alter, Kinder, Behinderungen etc.), der Grund für die (drohende) Kündigung (z.B. Wegfall des Arbeitsplatzes) und viele andere. Eine detaillierte, schematische Einordnung ist hier nicht allgemeingültig möglich, im Grundsatz aber gilt: Je höher der Bestandsschutz Ihres Arbeitsverhältnisses, umso eher wird der Arbeitgeber bereit sein, über eine entsprechende Abfindung zu verhandeln.

    Abfindungsrechner steuern.de

    Unser Abfindungsrechner, der auch Lohnersatzleistungen berücksichtigt, berechnet Ihnen die zu zahlende Einkommensteuer. Da Abfindungen frei von Sozialabgaben sind, bleibt bei Abfindungen mehr Geld übrig als bei regulärem Einkommen.

    Wie wird die Abfindung besteuert?

    Unser Abfindungsrechner berechnet die Steuern, die auf Abfindungen anfallen und berücksichtigt dabei auch Lohnersatzleistungen. Abfindungen sind zwar nicht sozialabgabenpflichtig, aber voll steuerpflichtig. Es ist allerdings unter bestimmten Voraussetzungen möglich, eine Steuerermäßigung in Form der sogenannten Fünftelregelung (Tarifermäßigung) zu erreichen. Die Anwendung der Tarifermäßigung hängt von folgenden Voraussetzungen ab:

    • Die Abfindung muss eine EntschГ¤digung im Sinne des В§ 24 Nr. 1 EStG (Einkommensteuergesetz) sein.
    • Es muss eine sogenannte Zusammenballung von EinkГјnften in einem Jahr vorliegen.

    Wann ist die Abfindung eine Entschädigung?

    Eine Entschädigung liegt dann vor, wenn die Abfindung als Folge einer vorzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses gezahlt wird. Dies gilt insbesondere dann, wenn sie bereits vorher vertraglich vereinbart wurde. Weitere Voraussetzungen sind:

    • Dass anstelle der geschuldeten Leistung (z. B. Lohn) eine andere tritt. Diese andere Leistung muss auf einem anderen, eigenstГ¤ndigen Rechtsgrund beruhen, z. B. der AuflГ¶sungsvereinbarung.
    • Die Abfindung darf keine Abgeltung bereits erworbener AnsprГјche sein (also z.B. nicht bezahlter Arbeitslohn).

    Neben der Hauptentschädigung sind geringe Zusatzleistungen möglich, die aus sozialer Fürsorge für eine gewisse Übergangszeit in späteren Jahren geleistet werden. Derartige ergänzende Zusatzleistungen können beispielsweise die befristete Weiternutzung des Dienstwagens, die befristete Übernahme von Versicherungsbeiträgen oder befristete Zahlungen für die Altersvorsorge sein.

    Kriterien fГјr die Zusammenballung von EinkГјnften

    Eine Zusammenballung von Einkünften liegt vor, wenn die anlässlich der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses gezahlte Entschädigung höher ist als der durch die Auflösung des Arbeitsverhältnisses entgehende Lohn. Die Voraussetzung ist nicht gegeben, wenn die Entschädigung nicht mit regulären Einkünften zusammentrifft und sich die Einkünfte trotz Entschädigung absenken.

    Verglichen werden die real verwirklichten Einkünfte mit den fiktiven Einkünften, die erzielt worden wären, wenn das Arbeitsverhältnis nicht beendet worden wäre. Hierbei werden auch Erkrankungen und darauf beruhende niedrigere Einkünfte berücksichtigt.

    Wichtig: Beziehen Sie weitere Einnahmen, die Sie bei Fortsetzung des Dienstverhältnisses nicht bezogen hätten (z. B. aus einem neuen Arbeitsverhältnis) sind diese in die Berechnung der Zusammenballung einzubeziehen.

    Die Anwendung der begünstigten Tarifermäßigung setzt außerdem voraus, dass die Entschädigungsleistungen zusammengeballt in einem Veranlagungszeitraum zufließen (dass also nicht beispielsweise mehrere Teilbeträge in unterschiedlichen Jahren gezahlt werden). Ausnahme: die abweichenden Teilbeträge betragen insgesamt max. 5 % der Hauptleistung.

    Praxis-Beispiel: Ihr Arbeitsverhältnis wurde zum 1.12.2016 durch den Arbeitgeber beendet. Ihnen steht vertraglich eine Abfindung von 50.000 EUR zu. Davon wird Ihnen ein Teilbetrag von 2.500 EUR im Dezember 2016 ausbezahlt. Die Hauptzahlung von 47.500 EUR erfolgt im Februar 2017.

    Folge: Die Teilzahlung muss 2016, die Hauptzahlung 2017 voll versteuert werden. Eine Tarifermäßigung in Form der Fünftelregelung kommt nicht in Frage, weil die Teilzahlung ca. 5,26 % der Hauptleistung beträgt.

    Alternative: Wenn Sie stattdessen eine Teilzahlung in Höhe von 2.000 EUR und eine Hauptzahlung von 48.000 EUR vereinbaren, muss nur die Teilzahlung voll versteuert werden; die Hauptzahlung kann dagegen ermäßigt (nach der Fünftelregelung) besteuert werden. Der Grund: Die Teilzahlung beträgt lediglich rund 4,1 % der Hauptzahlung.

    Nicht schädlich ist es dagegen, wenn die Auflösungsvereinbarung von einem einmaligen Zufluss ausgeht, aber wegen versehentlich zu niedriger Auszahlung eine spätere Restzahlung erfolgt. Unschädlich ist auch eine Nachzahlung nach einem Rechtsstreit mit dem Arbeitgeber.

    Achtung: Im Falle einer Nachzahlung mГјssen Sie einen Antrag auf abweichende Steuerfestsetzung bei Ihrem Finanzamt stellen. Die Nachzahlung wird dann im Jahr der Hauptleistung mitversteuert.

    So berechnen Sie die Einkommensteuer mit der FГјnftelregelung

    Bei der Fünftelregelung werden die begünstigten Einkünfte rechnerisch auf 5 Jahre verteilt. Das führt dazu, dass die Steuerlast erheblich geringer ausfällt, als wenn Sie die Abfindung als Einkommen innerhalb eines Jahres versteuern müssten. Das Finanzamt geht bei der Fünftelregelung folgendermaßen vor:

    • Die Einkommensteuer fГјr das zu versteuernde Einkommen – ohne die auГџerordentlichen EinkГјnfte – wird ermittelt (= Steuerbetrag 1).
    • AnschlieГџend wird dieses zu versteuernde Einkommen um ein FГјnftel der auГџerordentlichen EinkГјnfte erhГ¶ht und auch daraus die Steuer berechnet (= Steuerbetrag 2).
    • Der Differenzbetrag der beiden SteuerbetrГ¤ge (1 und 2) ist zu verfГјnffachen und stellt die ermäßigte Einkommensteuer fГјr die Abfindung dar (= Steuerbetrag 3).
    • Die festzusetzende Steuer fГјr das Jahr der Abfindung ergibt sich aus der Summe der SteuerbetrГ¤ge 1 und 3.

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    "Ich nutze smartsteuer, weil es flexibel für jedes Betriebssystem und Tablet passt und ich erst bezahle, wenn ich die fertige Steuererklärung via ELSTER-Schnittstelle an das Finanzamt übermittle."

    Источники: http://steuererklaerung-2017.com/steuern-sparen-bei-abfindungen/, http://www.finanztip.de/abfindung-steuerermaessigung/, http://www.steuern.de/abfindung.html

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