Anlage n elterngeld

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    Elterngeld beantragen: Den Antrag fürs Elterngeld richtig stellen

    Das Elterngeld ist eine staatliche Unterstützung, die es berufstätigen Eltern ermöglichen möchte, nach der Geburt ihres Kindes entweder ihre Arbeitszeit zu reduzieren oder bis zu 14 Monate gar nicht zu arbeiten.

    Beide Eltern haben ein Anrecht auf Elterngeld und Reduktion ihrer Arbeitszeit, sie können die 14 Monate frei untereinander aufteilen – ein Elternteil alleine kann jedoch maximal 12 Monate für sich alleine in Anspruch nehmen, es sei denn, er ist alleinerziehend. Seit 2015 gibt es zusätzlich das ElterngeldPlus für Eltern, die in Teilzeit arbeiten wollen: sie können die Bezüge um die Hälfte verringern und doppelt so lang beziehen. Der Antrag fürs Elterngeld ist leider nicht so einfach wie sein Bezug. Damit die Bewilligung schnell geht, müssen Eltern genau wissen, was sie angeben müssen, welche Unterlagen eingereicht werden müssen und wie sie die Bewilligung selbst beschleunigen können.

    Elterngeld oder ElterngeldPlus?

    Seit dem 1.7.2015 müssen Eltern vor ihrem Elterngeldbezug eine wichtige Entscheidung treffen. Das Elterngeld kann zusammen 14 und alleine 12 Monate bezogen werden. Alleinerziehende haben 14 Monate lang einen Anspruch. Seine Höhe errechnet sich aus dem bisherigen Einkommen und ersetzt dieses zu einem Teil. Der beziehende Elternteil darf dabei maximal 30 Stunden arbeiten. Somit eignet sich das Elterngeld für Eltern, die abwechselnd in Teilzeit gehen möchten oder ganz zu Hause bei ihrem Kind bleiben wollen. Das ElterngeldPlus dagegen reduziert die Bezugssumme auf die Hälfte, dafür können Eltern es doppelt so lange beziehen. Reicht die Teilzeitbeschäftigung zur Deckung der wichtigsten Kosten, kann ElterngeldPlus eine gute Möglichkeit sein, den Bezug zu verlängern. Teilen sich die Eltern die Betreuung des Kindes, reduzieren also beide ihre Arbeitszeit, gibt es einen Partnerschaftsbonus, sodass beide länger ElterngeldPlus beziehen können.

    • Wer ist elterngeldberechtigt?
    • Die grundlegenden Voraussetzungen fürs Elterngeld sind:
    • Berufstätigkeit vor der Geburt des Kindes
    • Reduktion der Arbeitszeit auf max. 30h / Woche nach der Geburt
    • ODER: Immatrikulationsbescheid einer Hochschule
    • ODER: Nachweis über Hausfrauen-/Hausmann-Tätigkeit aufgrund der Betreuung eines älteren Geschwisterkindes
    • ODER: Nachweis des Bezuges von Arbeitslosengeld I oder Arbeitslosengeld II

    Grundsätzlich ist somit fast jeder berechtigt, Elterngeld zu beziehen. Selbst in Deutschland lebende Angehörige einer anderen Nation können Elterngeld bekommen, wenn sie hierzulande arbeiten – jedoch sollten sie sich frühzeitig vor der Geburt ihres Kindes bei der Elterngeldstelle melden, um sich beraten zu lassen, falls sie gesonderte Nachweise erbringen müssen. Lediglich Eltern, die gemeinsam mehr als 500.000€ zu versteuerndes Einkommen erzielen, haben keine Elterngeldberechtigung mehr.

    Mindestbetrag oder aus Erwerbseinkommen?

    Im Antrag fürs Elterngeld wird man angeben müssen, ob man den Mindestbetrag oder Elterngeld auf Basis des Erwerbseinkommens beantragt. Das Mindesteinkommen beträgt 300€ und steht jedem einkommensunabhängig zu, der grundsätzlich berechtigt ist. Viele Eltern entscheiden sich für diesen Weg, da sie dann keinen Nachweis zum aktuellen Einkommen erbringen müssen. Dies macht 2 Anhänge bei Angestellten und 3 bei Selbständigen aus. Eltern, die aufgrund ihres Einkommens mehr als 300€ Elterngeld bekommen können, sollten die einkommensabhängige Variante beantragen. Sie müssen dann zwar 2 oder 3 weitere Anlagen mit Angaben zum Einkommen ausfüllen, doch dieser Aufwand lohnt sich, wenn ihre Bezüge über den Mindestbetrag liegen.

    Anlage N: Einkommensnachweise für Angestellte

    Wenn einkommensabhängig Elterngeld beantragt wird, brauchen Eltern die Anlage N. In dieser geben sie an, wie viel sie verdienen, wann sie Mutterschaftsgeld beziehen und ob sie für ein anderes Kind Bezüge erhalten oder aufgrund von Krankheit bereits Einkommensausfälle hatten. Es gilt, die letzten 12 Kalendermonate zu beleuchten. Erforderlich sind folgende Unterlagen:

    1. Gehaltsnachweise der letzten 12 Kalendermonate
    2. letzter Steuerbescheid ODER Angabe, dass niemals einer erstellt wurde
    3. Anlage G: Einkommensnachweis für Selbständige

    War auch nur ein Elternteil im Laufe der vergangenen 12 Monate selbständig tätig, wenn auch nur im Nebenberuf, dann müssen diese Einnahmen in der Anlage G angegeben werden. Hier geht es nun aber um das Kalenderjahr vor der Geburt, nicht um die letzten 12 Monate. Das heißt, wird das Kind am 31.12.2016 geboren, dann liegt das Kalenderjahr 2015 der Berechnung zugrunde. Für die endgültige Berechnung des Elterngelds ist der Einkommenssteuerbescheid für das jeweilige Kalenderjahr. Falls dieser noch nicht vorliegt, wird Elterngeld vorläufig ausgezahlt. Basis hierfür sind entweder eine GuV oder Einnahmenüberschussrechnung für das maßgebliche Kalenderjahr – im Beispiel ist das das Jahr 2015.

    Anlage GuN: Einkommensnachweis bei Mischeinkünften

    Haben Eltern Einkommen aus nichtselbständiger und selbständiger Arbeit, müssen sie die Anlage GuN ausfüllen. Das heißt, sie sind sowohl angestellt und verdienen gleichzeitig mit einem eigenen Gewerbebetrieb, einer Mietwohnung oder einem Hobby Geld zusätzlich. All das ergibt das Gesamteinkommen und somit die Berechnungsgrundlage für die Höhe des Elterngeldes. Sowohl Gehaltsnachweise als auch Einnahmenüberschussrechnung oder GuV und der Einkommenssteuerbescheid des zugrundeliegenden Kalenderjahres müssen hier für die Bewilligung beigefügt werden.

    Anlage EG+ für ElterngeldPlus

    Die Anlage EG+ ist nur notwendig, wenn ElterngeldPlus beantragt wird und nicht nur das BasisElterngeld. Hierin geben die Eltern an, wer in welchem Lebensmonat des Kindes wie viel arbeitet – oder ob er überhaupt arbeitet. Diese Angaben sind zwar bindend, können aber durch Umplanung der Eltern und Veränderungsmitteilung auch wieder angepasst werden. Sie sollten daher so akkurat wie möglich angegeben werden.

    Welche Unterlagen sind für den Elterngeldantrag immer erforderlich?

    Ganz gleich, ob nun ElterngeldPlus, Elterngeld als Alleinerziehender oder der Mindestbetrag beantragt werden – einige Unterlagen wird die Elterngeldstelle immer anfordern. Diese sollten die Eltern nach Möglichkeit schon vor der Geburt des Kindes bereitstellen oder für den Zeitpunkt des Antrags sammeln. Diese Unterlagen sind:

    Geburtsurkunde des Kindes im Original (sofort nach der Geburt beim Standesamt beantragen!)

    Bescheinigung der Krankenkasse über den Bezug von Mutterschaftsgeld (wird meistens ohne Aufforderung versendet)

    • Bescheinigung des Arbeitgebers über Zuschuss zum Mutterschaftsgeld
    • Arbeitszeitbestätigung des Arbeitgebers für beide Elternteile, wenn Teilzeitarbeit geplant ist
    • Gehaltsnachweise der letzten 12 Kalendermonate

    Wer den Mindestbetrag beziehen will, braucht bereits nicht mehr als das. Anders ist es, wenn man als Angestellter einkommensabhängiges Elterngeld beantragt, dann muss eine entsprechende Anlage ausgefüllt werden und es kann sein, dass die Elterngeldstelle einen Arbeitsvertrag verlangt, aus dem hervorgeht, wie sich die Gehaltszahlungen gestalten. Bei Selbständigen sind ein Einkommenssteuerbescheid des Vorjahres, eine GuV oder Einnahmenüberschussrechnung notwendig. Diese Unterlagen sind auch dann erforderlich, wenn Einkünfte aus verschiedenen Quellen bezogen werden.

    Einen Unterschied gibt es auch bei Beamtinnen und Beamten. Sie brauchen die Bescheinigung über Dienstbezüge während des Mutterschutzes und nach der Geburt anstelle von Gehaltsnachweisen.

    Vorbereitungsphase: vor der Geburt

    Da für den Elterngeldantrag die Geburtsurkunde des Kindes notwendig ist, kann leider der Elterngeldantrag nicht schon vorher gestellt werden. Wohl aber muss beim Arbeitgeber so früh wie möglich Elternzeit beantragt werden. Diese umfast die Reduktion der Arbeitszeit, die Voraussetzung fürs Elterngeld ist. Der Arbeitgeber bekommt dafür den errechneten Geburtstermin, muss jedoch so flexibel sein, die Elternzeit auch unmittelbar nach einer Geburt beginnen zu lassen, die früher oder später stattfindet – das ist immerhin nicht planbar. Auch sollten erhaltene Gehaltsnachweise sorgsam gesammelt werden, damit die Suche nach der Geburt nicht losgeht. Steuerbescheide, GuVs oder EÜRs können ebenfalls schon bereitgehalten werden.

    Elterngeldantrag: unmittelbar nach der Geburt

    Als wäre die Geburt selbst nicht schon anstrengend genug, wird der Antrag auf Elterngeld auch noch direkt danach gestellt. Sicherlich kann man sich den Elterngeldantrag selbst schon vor der Geburt ausdrucken und ausfüllen. Jedoch müssen das genaue Geburtsdatum des Kindes sowie seine Geburtsurkunde nachträglich eingetragen oder beigelegt werden. Viele Eltern füllen den Elterngeldantrag selbst tatsächlich schon vor der Geburt aus. Da sie auch die Bescheinigung der Krankenkasse über das Mutterschaftsgeld vor der Geburt bekommen, brauchen sie auf diese nicht mehr zu warten. Somit lässt sich der Arbeitsaufwand nach der Geburt gering halten und der Antrag kann Tage nach der Geburt in den Briefkasten wandern.

    Elterngeldantrag: Jedes Bundesland hat eigene Antragsformulare

    Hier kann man je nach Bundesland die Formulare für den Elterngeldantrag herunterladen:

    Rückwirkendes Elterngeld

    Falls die Eltern es nicht schaffen, ihren Antrag rechtzeitig zu stellen, oder falls dieser zu lange nicht bewilligt wird, so steht den Eltern die Möglichkeit zur Verfügung, Elterngeld rückwirkend zu bekommen. Dieses Zeitfenster erstreckt sich über 3 Monate.

    Fragen zum Elterngeld – wohin wenden?

    Die Beantragung des Mindestbetrags beim Elterngeld ist noch recht einfach. Schwieriger wird es, wenn selbständige oder Mischeinnahmen hinzukommen, da diese sehr genau nachgewiesen werden müssen. Sonderfälle wie ausländische Wohnsitze, Trennung vom Partner oder gar Adoption eines Kindes können den Elterngeldantrag erschweren, sodass den Eltern nicht mehr alles so klar ist. Sie können sich in diesen Fällen an die Elterngeldstellen ihres Bundeslandes wenden. Wo diese sitzen und wie sie erreicht werden können, kann eine Suchmaschine am besten beantworten. Eine Elterngeldstelle darf auch beraten und beantwortet dabei grundlegende Fragen wie die nach den erforderlichen Unterlagen oder dem Bearbeitungsstand des Elterngeldantrags. Zusätzlich gibt es unabhängige Berater, die jedoch kostenpflichtig sind. Sie begleiten Eltern durch den vollständigen Elterngeldantrag – allerdings ist das nicht unbedingt notwendig. Nur, wenn ein sehr schwieriger Fall mit umfangreicher Nachweispflicht vorliegt, lohnt es sich wirklich, kostenpflichtige Beratung in Anspruch zu nehmen.

    Bildnachweis: © freeimages.com – Jean Scheijen

    Über Rebecca Liebig

    Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

    Wo Elterngeld bei Steuererklärung eintragen?

    Für die meisten Eltern gehört die Geburt ihrer Kinder zu den schönsten Ereignissen überhaupt. Erfreulicherweise gibt es für einen guten Start in die gemeinsame Zukunft der jungen Familie auch staatliche Unterstützung. Eine wichtige Neuerung in den letzten Jahren ist die Einführung des Elterngeldes, das im Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) geregelt ist. Und deshalb stellen wir uns die Frage: „Wo Elterngeld bei Steuererklärung eintragen?“

    Hierbei haben nunmehr Mütter und Väter, die ihre Kindern nach der Geburt selbst betreuen und erziehen wollen und aus diesem Grund nicht mehr als 30 Stunden in der Woche arbeiten, einen Anspruch auf Elterngeld. Das Elterngeld gleicht den Einkommenswegfall dieses betreuenden Elternteils nach der Geburt des Kindes zum Teil aus. Als Basis für die Berechnung dient sein durchschnittliches Einkommen im Jahr vor der Geburt. Die Höhe beläuft sich auf einen Betrag zwischen EUR 300,00 und EUR 1.800,00. Diese Zahlungen ermöglichen es Mütter und Väter, für einen bestimmten Zeitraum auf eine Erwerbstätigkeit zu verzichten. Allerdings stellt sich bei Anfertigung der Einkommensteuererklärung dann die Frage: Wie wird das Elterngeld berücksichtigt? Wo Elterngeld bei Steuererklärung eintragen ?

    Eigentlich haben Sie als Eltern gerade besseres zu tun, als sich um Ihre Einkommensteuererklärung zu kümmern? Dann überlassen Sie das uns, wir helfen Ihnen gerne.

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    Mantelbogen der Einkommensteuererklärung

    Der Eintrag hat direkt in den Mantelbogen der Einkommensteuererklärung auf der Seite 4 unter „Sonstige Angaben und Anträge“ zu erfolgen. Hier besteht die Möglichkeit für den Ehemann oder die Ehefrau den entsprechenden Betrag einzutragen, der dem Bescheid zu entnehmen ist. Gibt es sonst noch eine Möglichkeit: Wo Elterngeld bei Steuererklärung eintragen ?

    Anlage N bei Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit

    In die Anlage N bei nichtselbständiger Tätigkeit ist ab dem Jahr 2015 nur noch das einzutragen, was auf der Lohnsteuerbescheinigung bestätigt wurde, also Leistungen des Arbeitgebers. Die für die vorangegangenen Jahre noch bestehende Möglichkeit, Lohnersatzleistungen wie das Elterngeld entweder im Hauptvordruck oder in der Anlage N zu erklären, führte teilweise zu verwirrenden Doppeleintragungen. Das Elterngeld ist also ab dem Jahr 2015 nur noch in den Hauptvordruck der Einkommensteuererklärung einzutragen.

    Elterngeld als steuerfreie Leistung

    Das Elterngeld ist zwar eine steuerfreie Leistung, unterfällt allerdings dem Progressionsvorbehalt. Das bedeutet, dass es bei der Ermittlung des Steuersatzes für das steuerpflichtige Einkommen berücksichtigt wird und somit den Steuersatz für das weitere Einkommen erhöht. Nebenbei ist darauf hinzuweisen: Aufgrund des Datenaustausches ist das Finanzamt ohnehin bereits über die Beträge informiert.

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    Antwort auf die Frage: Wo Elterngeld bei Steuererklärung eintragen?

    Seit dem Jahr 2015 erfolgt ein Eintrag des Elterngeldes ausschließlich auf der Seite 4, Zeile 91 in den Hauptvordruck der Einkommensteuererklärung. Wir hoffen, dass damit die Frage: „ Wo Elterngeld bei Steuererklärung eintragen ?“ umfassend beantwortet wurde.

    Wo Sie was bei der Steuererklärung eintragen müssen, erklären auch folgende Beiträge:

    Und wenn Sie gleich noch Ihr Elterngeld berechnen wollen, dann machen Sie das ganz einfach & schnell mit unserem Elterngeld Rechner.

    Steuererklärung Anlage N

    Steuerformular für Angestellte

    • Zuletzt aktualisiert: 18. Oktober 2016
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Angestellte, die eine Steuererklärung machen, müssen die Anlage N ausfüllen. Zusammenveranlagte müssen dieses Formular zweimal abgeben.
    • In der Anlage N machen Sie Angaben zu Ihrem Einkommen, die Sie sich aus der Lohnsteuerbescheinigung holen. So wird Ihr zu versteuerndes Einkommen ermittelt.
    • Sobald Sie berufsbedingte Ausgaben von mehr als 1.000 Euro haben, können Sie weitere Werbungskosten geltend machen. Ansonsten wird die Pauschale von 1.000 Euro automatisch vom zu versteuernden Einkommen abgezogen.
    • Wer aus beruflichen Gründen einen weiteren Wohnsitz benötigt, kann Ausgaben für Fahrten, Unterkunft und Verpflegung über die Anlage N von der Steuer absetzen.
    • Wer hohe Werbungskosten hat, sollte eine Steuererklärung abgeben, egal, ob er dazu vom Finanzamt aufgefordert wird oder nicht.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Es gibt sicher Schöneres, als eine Steuererklärung auszufüllen. Aber es lohnt sich in den meisten Fällen, weil Sie sich zu viel gezahlte Steuern zurückholen können. Viele Steuerzahler müssen die jährliche Steuererklärung ohnehin abgeben: beispielsweise Ehepaare und eingetragene Lebenspartner mit der Steuerklassenkombination III/V. Auch wer Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld, Elterngeld, Krankengeld oder Mutterschaftsgeld bekommt, muss das Finanzamt über seine Einkünfte informieren. Die Abgabepflicht zur Steuererklärung ist in § 46 des Einkommensteuergesetzes (EStG) geregelt.

    Es zahlt sich jedoch oft aus, die Steuererklärung auch ohne Aufforderung abzugeben. Etwa, wenn Sie berufsbedingt hohe Fahrtkosten haben oder Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen oder Handwerkerkosten geltend machen wollen. Wer eine Steuererklärung macht und nicht freiberuflich arbeitet oder ein Gewerbe hat, der kommt an der Anlage N nicht vorbei. Wir führen Sie Schritt für Schritt hindurch und geben Tipps, wie Sie die Anlage N am besten für sich nutzen.

    Die Anlage N besteht aus drei Seiten. Auf der ersten Seite tragen Sie Ihre Einkünfte ein, auf der zweiten können Sie Ihre Werbungskosten angeben und auf der dritten Seite Ihre Mehraufwendungen bei doppelter Haushaltsführung geltend machen.

    Helfer für die Steuererklärung

    Seite 1: Ihr Einkommen

    Im Kopf des Formulars geben Sie zunächst Ihre persönlichen Daten ein (Zeile 1 bis 4): Namen, Steuernummer und die sogenannte e-TIN, kurz für electronic Taxpayer Identification Number, die Sie auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung finden. Hatten Sie eine weitere Tätigkeit, können Sie eine zweite e-TIN eintragen.

    Angaben zum Arbeitslohn – Was Sie auf der ersten Seite zu Ihren Einkünften eintragen müssen, finden Sie in Ihrer Lohnsteuerbescheinigung, die entsprechende Zeile ist dort angegeben. Außerdem tragen Sie dort Lohnersatzleistungen sowie steuerfreien Arbeitslohn für Auslandstätigkeit ein.

    Für Arbeitnehmer (Zeilen 5 bis 10)

    Verschiedene Renten (Zeilen 11 bis 15)

    Achtung: Die Versorgungsfreibeträge sinken seit 2006 schrittweise je nach Jahr des Renteneintritts. Wer 2014 in Rente ging, erhält einen Versorgungsfreibetrag von 25,6 Prozent und einen Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag von 576 Euro. Ab 2040 gibt es für Neurentner dann überhaupt keine Freibeträge mehr, sie müssen ihre Rente voll versteuern.

    Einmalzahlungen für mehrere Jahre (Zeilen 16 bis 19)

    Haben Sie nicht monatsweise, sondern für mehrere Jahre auf einmal Einkommen erhalten, beispielsweise Arbeitslohn, Versorgungsbezüge, eine Abfindung oder Übergangsgelder? Sie müssen diese Einmalzahlung zwar als Arbeitslohn versteuern, sie wirkt sich aber nur zu einem Fünftel auf Ihren Steuersatz aus (sogenannte Fünftelregelung). Wenn Ihr Arbeitgeber die vollen Steuern abgezogen hat, tragen Sie Ihre Daten ein und legen Sie die Vertragsunterlagen bei. So machen Sie die Ermäßigung geltend.

    Arbeitslohn ohne Steuerabzug (Zeile 20)

    Arbeit im Ausland (Zeilen 21 bis 25)

    Ehrenamt und Nebentätigkeit (Zeile 26)

    Lohnersatzleistungen (Zeilen 27 bis 30)

    Achtung: Dies sind zwar steuerfreie Einnahmen, aber sie erhöhen den Steuersatz für die übrigen Einkünfte nach dem sogenannten Progressionsvorbehalt. So ist es möglich, dass Sie wegen der Lohnersatzleistungen, die Sie übers Jahr erhalten, Steuern nachzahlen müssen.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Seite 2: Werbungskosten sammeln kann sich lohnen

    Der eigentlich interessante Teil der Anlage N beginnt für Arbeitnehmer mit den Werbungskosten. Hier können Sie berufliche Ausgaben eintragen und so Ihr zu versteuerndes Einkommen senken. Das Finanzamt billigt Ihnen den Werbungskostenpauschbetrag (auch Arbeitnehmerpauschbetrag genannt) von 1.000 Euro zu. Dieser Freibetrag wird bei jedem Arbeitnehmer automatisch vom Einkommen abgezogen. Wenn Sie keine Werbungskosten haben oder mit den Kosten unter der 1.000-Euro-Schwelle bleiben, können Sie sich die Mühe des Ausfüllens also sparen. Aber rechnen Sie noch einmal nach: Es kann sich lohnen, weil Sie sich auf diese Weise mehr Geld vom Finanzamt zurückholen können. Werbungskosten sind in § 9 des Einkommensteuergesetzes (EStG) geregelt.

    Tipp: Sammeln Sie Quittungen auf Verdacht und gehen Sie die Anlage N durch: Haben Sie Bewerbungen geschrieben, einen Sprachkurs an der Volkshochschule besucht oder sind Sie zu Vorstellungsgesprächen gefahren? Haben Sie sich einen neuen Computer, Schreibtisch oder Fachzeitschriften gekauft? Das sind Werbungskosten, mit denen Sie Ihr zu versteuerndes Einkommen drücken und so Ihre Steuerschuld senken können.

    Sie müssen sich beim Eintragen in der Anlage N auch nicht auf den Platz im Formular beschränken. Tragen Sie zusätzliche Ausgaben unter den „Weiteren Werbungskosten“ ein und vermerken Sie „Siehe Anlage“ für weitere Posten, die Sie auf einem separaten Papier auflisten. Kürzen kann im Zweifelsfall immer noch der Finanzbeamte.

    Fahrtkosten (Zeilen 31 bis 39)

    Unabhängig davon, wie Sie zur Arbeit kommen, steht Ihnen eine Entfernungspauschale von 30 Cent pro Kilometer zu. Das Finanzamt erkennt pro Arbeitstag jeden Kilometer der einfachen Wegstrecke an. Wenn Sie öffentliche Verkehrsmittel, Ihren Pkw oder einen Firmen- oder Dienstwagen nutzen, kann die Summe auch höher ausfallen.

    Arbeitnehmer, die täglich 15 Kilometer zur Arbeit fahren, kommen allein mit ihren Fahrtkosten meist schon über den Pauschbetrag. Jeder zusätzlich ausgegebene Euro macht sich hier bezahlt.

    Wie hoch sind die Fahrtkosten? Ihre Arbeitstage müssen Sie genau ermitteln. Dazu ziehen Sie Ihre Urlaubs- und Krankheitstage von den jährlichen Arbeitstagen in Ihrem Bundesland ab. In Berlin gibt es 2014 beispielsweise 252 Arbeitstage. Wenn Sie einen Urlaub von 24 Tagen abziehen, bleiben 228 Arbeitstage.

    Das ergibt folgende Rechnung: 15 km x 0,30 Euro x 228 Tage = 1.026 Euro Werbungskosten. Sie liegen also bereits mit 26 Euro über dem Pauschbetrag und können diese als Werbungskosten geltend machen.

    Achtung: Seit 2014 gilt ein neues Reisekostenrecht für Ihre Steuererklärung. Haben Sie mehrere Arbeitsstätten, müssen Sie eine davon als Ihre „erste Arbeitsstätte“ definieren. Für diese können Sie weiterhin die einfache Entfernungspauschale geltend machen, für weitere Arbeitsstätten sowohl den Hin- als auch den Rückweg als Dienstreise.

    Hohe Werbungskosten? Freibetrag eintragen lassen

    Werbungskosten können Ihre Steuerlast auch sofort senken und nicht erst, wenn Sie Ihre Steuererklärung abgeben. Bei erwartungsgemäß hohen Werbungskosten von mehr als 1.000 Euro können Sie die Vorteile des Lohnsteuerermäßigungsverfahrens nutzen, indem Sie beim Finanzamt einen Freibetrag beantragen. Dieser wird als elektronisches Lohnsteuerabzugsmerkmal (ELStAM) gespeichert und vom Arbeitgeber automatisch berücksichtigt – so erhöht sich Ihr monatliches Nettoeinkommen.

    Als weitere Werbungskosten können Sie eintragen

    Mitgliedsbeiträge für Berufsverbände (Zeile 40)

    Wenn Sie Mitglied einer Berufsvereinigung wie der Handwerkskammer, der Ärztekammer oder einer Gewerkschaft sind, können Sie Ihren Mitgliedsbeitrag eintragen. Aufwendungen, die Ihnen wegen einer Tätigkeit für den Berufsverband entstehen, sind ebenfalls als Werbungskosten absetzbar.

    Berufskleidung und Fachbücher (Zeile 41 und 42)

    Alles, was Sie überwiegend für Ihre berufliche Tätigkeit nutzen, gilt als Arbeitsmittel und lässt sich steuerlich absetzen. Dazu gehören zum Beispiel Berufsbekleidung, Computer, Software, ein Bücherregal und Fachliteratur.

    Belege aufheben

    Sofern es sich nicht um Pauschbeträge handelt, die der Fiskus ohnehin von Ihrem Einkommen abzieht, müssen Sie Ihre Ausgaben belegen können, notfalls per Eigenbeleg. Das Finanzamt versucht jedoch, sich vor der Flut mitgeschickter Quittungen und Kopien zu schützen und fasst in diesem Dokument zusammen, was Sie sofort nachweisen müssen und was eventuell erst auf Nachfrage – beispielsweise die Belege für Arbeitsmittel.

    Arbeitszimmer (Zeile 43)

    Achtung: Teilen Sie sich mit einem Mitbewohner oder Ehepartner das Arbeitszimmer in Ihrer Wohnung, dürfen Sie die Kosten nur zur Hälfte eintragen und auch den Höchstbetrag insgesamt nur einmal pro Zimmer ausschöpfen.

    Fortbildung (Zeile 44)

    Haben Sie einen Lehrgang, einen Computerkurs oder ein Seminar besucht und selbst finanziert, dann tragen Sie die Kosten als Fortbildungskosten ein. Auch Fahrtkosten zum Kurs oder Ausgaben für Material und die Prüfungsgebühr können Sie ohne Einschränkung geltend machen.

    Tipp: Auch Erststudium eintragen

    Weitere Werbungskosten (Zeile 45 bis 48)

    Bewerbungskosten wie Porto, Zeugniskopien oder Bewerbungsbilder, Kontoführungsgebühren oder beruflich motivierte Umzugskosten können Sie unter den weiteren Werbungskosten eintragen. Kontoführungsgebühren bis 16 Euro pro Jahr werden generell ohne Nachweis anerkannt.

    Tipp: Sie müssen nicht unbedingt umziehen, weil Sie eine neue Stelle in einer anderen Stadt antreten oder Ihr Arbeitgeber den Standort wechselt, um die Umzugskosten abzusetzen. Es reicht, wenn sich Ihr (einfacher) Arbeitsweg durch den Wohnungswechsel um mindestens eine halbe Stunde verkürzt.

    Reisekosten (Zeile 49 bis 57)

    Wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen Ausgaben für Dienstreisen nicht steuerfrei ersetzt, können Sie diese Reisekosten in der Anlage N eintragen. Für die Verpflegung werden Pauschalen je nach Dauer der Abwesenheit ohne zusätzlichen Nachweis anerkannt, für Übernachtungen und Fahrtkosten die tatsächlichen Aufwendungen. Sie können aber auch je nach Fahrzeug eine feste Kilometerpauschale geltend machen.

    Wenn Sie außerhalb Ihres eigentlichen Wohnorts keine weitere Wohnung nutzen oder zur Arbeit pendeln, dann sind Sie nun fertig mit der Anlage N. Ansonsten wenden Sie sich noch der dritten Seite zu.

    Seite 3: Ausgaben für doppelte Haushaltsführung

    Wer aus beruflichen Gründen einen zweiten Haushalt am Arbeitsort führt, kann seine Ausgaben dafür über die Anlage N von der Steuer absetzen, sofern der Arbeitgeber sie nicht steuerfrei erstattet (Zeilen 61 bis 69).

    Fahrtkosten (Zeile 70 bis 78)

    Unterkunft (Zeilen 81 bis 86)

    Tipp: Wenn Sie häufiger pendeln, können Sie statt der doppelten Haushaltsführung auch Fahrtkosten für mehr als eine Heimfahrt wöchentlich geltend machen. Diese geben Sie in Zeile 69 an, in Zeile 31 bis 39 tragen Sie die Strecken ein, die Sie zwischen Arbeitsstätte und Erstwohnsitz zurücklegen. Die gesetzliche Regelung können Sie in § 9 Absatz 5 des Einkommensteuergesetzes nachlesen.

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    Artikel verfasst von

    Finanztip-Experte für Steuern

    Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

    ehemalige Finanztip-Redakteurin (bis 2015)

    Andrea Wekenborg verfasste für Finanztip Artikel im Ressort Recht & Steuern. Ihre Begeisterung für Verbraucherthemen entdeckte sie in der Ombudsredaktion der Berliner Zeitung. Später schrieb sie fünf Jahre für einen Online-Finanzvergleich über Versicherungen, Konten und Steuern. Zudem war sie bereits beim Verbraucherzentrale Bundesverband tätig.

    Источники: http://www.karrierepropeller.de/elterngeld-beantragen-den-antrag-furs-elterngeld-richtig-stellen/, http://www.aktuell-verein.de/wo-elterngeld-bei-steuererklaerung-eintragen/, http://www.finanztip.de/steuererklaerung-anlage-n-1/

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