Arbeitslosengeld einkommensteuer

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    Steuer auf das Arbeitslosengeld

    Das Arbeitslosengeld gehört zu den so genannten steuerfreien Leistungen, die an sich zwar steuerfrei sind, aber trotzdem mit dem Progressionsvorbehalt einer indirekten Steuer unterliegen, da durch sie der Steuersatz auf das zu versteuernde Einkommen erhöht wird.

    Das Arbeitslosengeld beträgt bei Arbeitslosen stets 60 % des bisherigen Nettogehalts, 67 % des bisherigen Nettogehalts bei Arbeitslosen mit Kindern, und wird maximal 24 Monate gezahlt. Um das Arbeitslosengeld 1 erhalten zu können, muss man mindestens 12 Monate lang sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen sein.

    Die Dauer des Bezugs von Arbeitslosengeld 1 richtet sich nach sowohl nach der Beschäftigungsdauer als auch nach dem Alter des Antragstellers. Unter 50 Jährige erhalten maximal 12 Monate Arbeitslosengeld 1, mindestens 6 Monate bei einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung von mindestens 12 Monaten. Pro 4 Monate über dieser Mindestgrenze wird der Bezug von Arbeitslosengeld 1 um 2 Monate verlängert.

    Bei über 50jährigen, die mehr als 30 Monate in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis beschäftigt waren, verlängert sich die Bezugsdauer auf mindesten 15 Monate, bei über 55jährigen bei einer Beschäftigung von mehr als 36 Monaten auf 18 Monate und bei über 58jährigen bei einer Beschäftigungsdauer von mindesten 48 Monaten auf 24 Monate.

    Das Arbeitslosengeld 1 ist grundsätzlich steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt. Das heißt, dass das Arbeitslosengeld 1 nicht direkt besteuert werden kann, aber andere Einkommen zusätzlich zum Arbeitslosengeld 1 einer höheren Versteuerung unterliegen. Hierbei wird das steuerpflichtige Einkommen mit den Bezügen aus dem Arbeitslosengeld 1 addiert und der Steuersatz auf dieses Einkommen ermittelt. Dieser wird nur auf das zu versteuernde Einkommen angewendet, nicht jedoch auf das Gesamteinkommen.

    An einem Beispiel: Fritz ist alleinstehend, 48 Jahre alt und verdiente bisher 3.000 Euro pro Monat. Er war seit über 20 Jahren in einer Firma tätig und wurde zum 1. Juli des Jahres gekündigt. Fritz hat somit für die ersten 6 Monate ein steuerpflichtiges Einkommen von insgesamt 18.000 Euro (3.000 Euro x 6 Monate) und erhält für die restlichen 6 Monate Arbeitslosengeld 1 in Höhe von 10.800 Euro (60 % von 3.000 Euro x 6 Monate).

    Die Steuer auf das Arbeitslosengeld wird wie folgt ermittelt: Die beiden Einkommen werden addiert, also 28.800 Euro, und auf dieses Einkommen wird der Steuersatz ermittelt. Dieser beträgt 18,23 %. Dieser Steuersatz wird nun auf das zu versteuernde Einkommen von 18.000 Euro angewendet – Fritz muss 5.250 Euro Steuern auf dieses zahlen.

    Normalerweise müsste Fritz auf ein Einkommen von 18.000 Euro nur einen Satz von 12,06 % zahlen und somit 2.170,00 Euro – die Steuer auf das eigentlich steuerfreie Arbeitslosengeld von 10.800 Euro beträgt somit aufgrund des Progressionsvorbehalts 3.080 Euro.

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    6 Kommentar(e) zu diesem Artikel

    Habe eine Frage dazu.

    Ich bin seid 20.12.2010 krank geschrieben!

    Habe immer noch ein bestehemdes, auch wenn ruhendes Arbeitsverhältnis bei meinem Arbeitgeber!

    Ich habe bis 17.05.2012 Krankengeld bezogen und wurde danach ausgesteuert.

    Ab dem 18.05.2012 bezog ich ALG 1 bis 18.05.2013!

    Wie sieht es mit meiner Steuererklärung für das Jahr 2012 denn aus? Kann ich da meine Ausgaben als Werbekosten ab setzen? Wie privaten Sozialberater der mir monatlich eine Rechnung von 150,- € gestellt hat. Wie Postalische Kosten Einschreiben etc. an AOK-RVT-Sozialamt , von ca. 120,- € nur 2012! (wegen laufendem Rentenantrag)

    Und eben die Kosten für Haftpflicht KFZ etc. ?

    Kann ich dies zur Steuererklärung bei geben und bekomme ich etwas erstattet? Oder muss ich erst gar keine Steuer Erklärung ab geben? Bitte können Sie mir bei dieser Frage helfen.

    Im Voraus vielen Dank.

    mit freundlichen Grüßen

    Hier ist wohl ein Rechenfehler entstanden: Im obigen Beispiel errechnen Sie die Steuer von der Summe der beiden Einkommen (28.800 €) und nicht vom zu versteuerndem Einkommen (18.000 €)

    die Berechnung ist falsch, weil hier das ALG1 auf 60% von 3000€ brutto berechnet wird. ALG1 wird aber auf ca. 60% netto bezogen.

    Es hat mir geholfen, diese Kriterien zu verstehen

    Falsche Rechnung Fritz bezahlt 3281,4 € Steuern . 18,23 % von 18000 € . Also 1111,4 mehrSteuern wegen dem Arbeitslosengeld

    Ich habe auch eine Frage dazu,

    ich bekomme Alg derzeit und werde ab Januar eine Umschulung machen von 19 Monaten, in der Zeit bekomme ich weiterhin das Geld von der Arbeitsagentur.

    Wie ist das dann mit dem Lohnsteuerjahresausgleich, macht das Sin den zu machen.

    Ich möchte Anfang des Jahres eine Kieferorthopädische kostenintensiveZahnregulierung machen lassen und eine eigenfinanzierte berufsbegleitende Zusatzqualifiktion, die auch was kostet, könnte ich da im Lonsteuerjahresausgleich was von absetzten?

    Vielen Dank vorab

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    Dieser Artikel wurde am 21.02.2011 um 09:42 Uhr veröffentlicht.

    Höhere Steuern trotz steuerfreier Einkünfte

    So funktioniert der Progressionsvorbehalt

    • Zuletzt aktualisiert: 30. Januar 2015
    • Von: Andrea Wekenborg

    Das sollten Sie wissen

    • Bestimmte Einkünfte sind zwar selbst steuerfrei, erhöhen aber durch den Progressionsvorbehalt Ihre Steuerlast.
    • Gemäß dem Progressionsvorbehalt werden Einnahmen wie Arbeitslosen- oder Elterngeld zur Berechnung Ihres Steuersatzes mit herangezogen, ohne dass sie selbst versteuert werden müssen.
    • Es gibt auch einen negativen Progressionsvorbehalt, der Ihre Steuerlast entsprechend mindert.
    • Alle steuerfreien Sozialleistungen, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen, sind im Einkommensteuergesetz aufgezählt.
    • Werden Sie gemeinsam mit Ihrem Ehe- oder eingetragenen Lebenspartner veranlagt, werden Ihre steuerfreien Einkünfte dem Einkommen Ihres Partners hinzugerechnet.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Viele staatliche Sozialleistungen sind steuerfrei. Sie können dennoch Ihre Steuerlast erhöhen. Das liegt am sogenannten Progressionsvorbehalt: Einnahmen, die ihm unterliegen, werden zur Berechnung Ihres Steuersatzes herangezogen, wobei die Einnahmen selbst nicht besteuert werden. Sie zahlen dann einen höheren Steuersatz auf die von Ihnen erzielten regulären Einnahmen, als Sie es ohne Progressionsvorbehalt tun müssten.

    Steuerfrei, aber nur unter Progressionsvorbehalt

    Einer Reihe von Sozialleistungen, Beihilfen und Ausgleichszahlungen rechnet der Fiskus zu Ihren regulären Einkünften hinzu, wenn er die Berechnungsgrundlage für Ihre Steuerschuld bestimmt. Wegen der Progression bedeutet das höhere Steuern für Sie – denn das zusätzlich eingenommene Geld rückt die Summe aller Ihrer Einnahmen näher an die nächste Progressionsstufe. Jeder Euro darüber wird nach dem jeweils höheren Stufentarif stärker besteuert.

    Das Finanzamt errechnet auf dieser Grundlage den durchschnittlichen persönlichen Steuersatz. Erhöht sich dieser aufgrund Ihrer steuerfreien Einkünfte, müssen Sie mehr Steuern zahlen – allerdings nicht auf die steuerfreien Leistungen selbst. Der Grund für dieses Vorgehen ist das Prinzip der leistungsgerechten Besteuerung. Denn auch Transferleistungen erhöhen Ihre finanzielle Leistungsfähigkeit.

    Arbeitslosengeld, Elterngeld, Krankengeld

    Alle steuerfreien Einkünfte unter Progressionsvorbehalt sind in § 32b Einkommensteuergesetz aufgezählt. Die Liste umfasst zum Beispiel:

    Grundlage vieler Ersatzleistungen ist das Sozialgesetzbuch (SGB). Dem Progressionsvorbehalt unterliegen aber auch Auslandseinkünfte, die gemäß Doppelbesteuerungsabkommen hierzulande steuerfrei sind. Die Aufzählung ist abschließend. Das heißt: Alles, was nicht aufgeführt ist wie beispielsweise steuerfreies Geld aus der Pflegekasse, steht nicht unter Progressionsvorbehalt.

    Auswirkung rechtzeitig einplanen

    Der Progressionsvorbehalt kann auch dazu führen, dass Sie zur Steuerzahlung aufgefordert werden, obwohl Sie Ihr Einkommen unterhalb des Grundfreibetrags lag und deswegen dem Fiskus gar nichts hätten zahlen müssen. Die Freigrenze dafür beträgt derzeit 8.354 Euro für Alleinstehende. Haben Sie zwar weniger verdient, aber zusätzlich Kranken- oder Elterngeld erhalten, kann es passieren, dass Sie wegen des Progressionsvorbehalts die Grenze dieses Grundfreibetrags überschreiten und nach dem Eingangssteuertarif besteuert werden.

    Sind Sie als Ehepaar gemeinsam veranlagt, werden die steuerfreien Leistungen ohnehin immer dem Einkommen Ihres Ehepartners hinzugerechnet. Deshalb sollten Sie mögliche Steuernachforderungen einkalkulieren und möglichst etwas Geld dafür zurücklegen, selbst wenn Sie steuerfreie Einnahmen erzielen.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Beispielrechnung für 2014

    Wie sich der Progressionsvorbehalt auswirkt, zeigt ein Beispiel für die Einkommenssteuer 2014: Angenommen, das Einkommen beträgt nach Abzug von Werbungskosten und Sonderausgaben 20.000 Euro, sind in Steuerklasse 1, unverheiratet, 2.634 Euro Steuern fällig. Kommen 10.000 Euro Arbeitslosengeld hinzu, steigt der Durchschnittssteuersatz von 13,17 Prozent auf 18,53 Prozent. Das Arbeitslosengeld selbst bleibt aber steuerfrei. Versteuert werden zum höheren Satz nur die 20.000 Euro reguläres Einkommen. Zu zahlen sind damit 3.706 Euro – 1.072 Euro mehr als ohne die Einkünfte aus dem steuerfreien Arbeitslosengeld.

    Beispiel für 2014, Steuerklasse I, unverheiratet, ohne Kirchensteuer Quelle: eigene Berechnung

    Umkehrfall: negativer Progressionsvorbehalt

    Einkünfte unter Progressionsvorbehalt können auch negativ sein. Bringen Ihnen etwa Geldanlagen im Ausland Verluste ein, werden diese bei der Berechnung des Steuersatzes von Ihrem zu versteuernden Einkommen abgezogen. Das gilt auch, wenn der Staat gezahlte Transferleistungen zurückfordert. Dann tritt die umgekehrte Wirkung ein: Der negative Progressionsvorbehalt drückt Ihren Steuersatz und mindert somit Ihre Steuerlast.

    Progressionsvorbehaltsrechner gibt Auskunft

    Um zu erfahren, wie sich der Progressionsvorbehalt auf Ihre Steuerlast auswirkt und wie viel Sie zu zahlen haben, können Sie den Progressionsvorbehaltsrechner des Bayerischen Landesamts für Steuern nutzen. Beachten Sie dabei, dass sich der Rechner eher für einfache Sachverhalte eignet. In komplexeren Fällen haben Sie damit jedoch immerhin einen ungefähren Anhaltspunkt. Details kann nur ein Lohnsteuerhilfeverein oder ein Steuerberater klären.

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    Arbeitslosengeld

    Das Arbeitslosengeld sowie das Teilarbeitslosengeld gehören zu den steuerfreien Einnahmen und unterliegen damit nicht der Einkommensteuer. Jedoch werden das Arbeitslosengeld sowie das Teilarbeitslosengeld dem Progressionsvorbehalt unterworfen. Somit erhöht sich der Einkommensteuersatz, da bei der Berechnung des anzuwendenden Steuersatzes auch die steuerfreien Lohnersatzleistungen mit einbezogen werden. In der Folge unterliegt das steuerpflichtige Einkommen einem höheren Steuersatz. Dies wirkt sich insbesondere dann aus, wenn neben dem Arbeitslosengeld sowie dem Teilarbeitslosengeld andere Einnahmen erzielt wurden, die einer Besteuerung unterliegen, denn auf diese wird dann ein erhöhter Steuersatz angewendet.

    Die gewählte Steuerklasse beeinflusst die Höhe des Arbeitslosengeldes. Ehepartner sollten daher bei zukünftiger Arbeitslosigkeit eines Partners die Steuerklassen so verteilen, dass der zukünftig arbeitslose Partner die Steuerklasse III wählt. Der Ehepartner, dem keine Arbeitslosigkeit droht, wechselt dann in die Steuerklasse V. Diese Steuerklassenwahl muss jedoch bereits am 1. Januar des Jahres bestanden haben. Bei einem späteren Wechsel besteht die Gefahr, dass das Arbeitsamt den Steuerklassenwechsel nicht anerkennt.

    Gesetze und Urteile (Quellen)

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    Источники: http://www.steuerncheck.net/arbeitslosengeld-steuer-versteuerung/, http://www.finanztip.de/progressionsvorbehalt/, http://www.steuertipps.de/lexikon/a/arbeitslosengeld

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