Arbeitszimmer steuer

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    Häusliches Arbeitszimmer

    Nur ausnahmsweise von der Steuer absetzbar

    • Zuletzt aktualisiert: 7. August 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nur die wenigsten Arbeitnehmer wie Lehrer und Außendienstmitarbeiter können die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer absetzen.
    • Wer in seiner Firma keinen zumutbaren Arbeitsplatz zur Verfügung hat, kann bis zu 1.250 Euro im Jahr an Werbungskosten geltend machen. Das gilt auch für Selbstständige, die die Kosten als Betriebsausgaben absetzen können.
    • Unbeschränkt abzugsfähig sind die Kosten, wenn Ihr häusliches Arbeitszimmer der Mittelpunkt Ihrer beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit ist. Am ehesten trifft dies noch für Selbstständige zu, die zu Hause arbeiten.
    • Erfüllen Sie die Voraussetzungen für den Steuerabzug, können Sie Ihr Arbeitszimmer in geringem Umfang auch privat nutzen. Zulässig sind maximal 10 Prozent.
    • Selbst wenn das Finanzamt kein Arbeitszimmer anerkennt, so können Sie beruflich benötigte Arbeitsmittel wie einen Computer als Werbungskosten absetzen.

    So gehen Sie vor

    • Zunächst müssen Sie feststellen, ob Ihr Arbeitszimmer den Mittelpunkt Ihrer beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit darstellt.
    • Falls ja, können Sie als Arbeitnehmer die gesamten Kosten als Werbungskosten absetzen, Selbstständige als Betriebsausgaben.
    • Trifft das nicht zu, ist ein auf 1.250 Euro pro Person begrenzter Abzug nur möglich, wenn Ihnen neben dem häuslichen Arbeitszimmer kein anderweitiger Arbeitsplatz zur Verfügung steht.
    • Um die Kosten zu ermitteln, die auf das Arbeitszimmer entfallen, müssen Sie den prozentualen Anteil des Raums in Bezug auf die Gesamtwohnfläche berechnen.
    • Dies ist zugleich der Verteilungsschlüssel für die laufenden Kosten der Wohnung, die auf das Arbeitszimmer umlegbar sind. Beispiele dafür sind die Miete, Heizung, Strom und Müllabfuhr.
    • Ausgaben für die Einrichtung Ihres Arbeitszimmers können Sie grundsätzlich unbegrenzt absetzen. Höherwertigere Gegenstände müssen Sie über die Nutzungsdauer abschreiben, geringwertige Wirtschaftsgüter können Sie sofort abschreiben.

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    Wer zu Hause arbeitet, kann die Kosten für das Arbeitszimmer in bestimmten Fällen von der Steuer absetzen – als Werbungskosten oder Betriebsausgaben. Eigentlich gilt für solche Aufwendungen ein Abzugsverbot. Der Gesetzgeber lässt aber zwei Ausnahmen zu:

    • Steht Ihnen für Ihre berufliche oder betriebliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung, können Sie Ihre Kosten bis zu 1.250 Euro pro Jahr geltend machen (beschränkter Abzug).
    • Ist das Arbeitszimmer Mittelpunkt Ihrer gesamten beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit, sind Ihre Kosten unbeschränkt abzugsfähig.

    Die erste Ausnahme („kein anderer Arbeitsplatz“) trifft beispielsweise auf Berufsgruppen wie Lehrer und Außendienstmitarbeiter ohne Schreibtisch in der Schule beziehungsweise im Büro des Arbeitgebers zu.

    Wer keinen anderen Arbeitsplatz hat und die Kosten eines häuslichen Arbeitszimmers als Werbungskosten oder Betriebsausgaben in seiner Steuererklärung angibt, kann dadurch sein zu versteuerndes Einkommen senken und so dafür sorgen, dass seine Steuerlast geringer ausfällt.

    Die zweite Ausnahme („Mittelpunkt der Tätigkeit“) gilt nur für reine Heimarbeiter. Haben Sie mit Ihrem Arbeitgeber vereinbart, dass Sie zum Beispiel an einem Tag in der Woche im Homeoffice arbeiten, so reicht dies nicht aus. Sie können in dem Fall die Kosten für Ihr Arbeitszimmer nicht absetzen. Erst wenn Sie zeitlich und inhaltlich überwiegend zu Hause arbeiten – beispielsweise an drei Tagen von fünf, wenn die Arbeit gleichmäßig verteilt ist –, können Sie die Kosten für das Arbeitszimmer absetzen.

    Diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein

    Häusliche Verbindung – Der Raum ist seiner Lage, Funktion und Ausstattung nach in Ihre häusliche Sphäre eingebunden, gehört also zu Ihrer privaten Wohnung oder zu Ihrem Wohnhaus. Auch Zubehörräume im Keller oder im Dachgeschoss können ein häusliches Arbeitszimmer sein, wenn sie aufgrund der unmittelbaren Nähe als gemeinsame Wohneinheit mit Ihren privaten Wohnräumen verbunden sind. Ausgenommen sind Räume, die ihrer Ausstattung und Funktion nach nicht einem Büro entsprechen, zum Beispiel Betriebs-, Lager- und Ausstellungsräume. Eine Arbeitsecke genügt nicht, es muss ein abgeschlossener Raum sein.

    Berufliche oder betriebliche Nutzung – In einem Arbeitszimmer erledigen Sie vorwiegend gedankliche, schriftliche, verwaltungstechnische oder -organisatorische Arbeiten. Das müssen nicht zwingend Büroarbeiten sein: Ein häusliches Arbeitszimmer dürfen Sie auch für geistige, künstlerische oder schriftstellerische Betätigung nutzen. Sie müssen dieses jedoch (fast) ausschließlich zu beruflichen oder betrieblichen Zwecken nutzen. Eine untergeordnete private Mitbenutzung von höchstens 10 Prozent ist erlaubt. Wird der Raum mehr als 10 Prozent privat genutzt, so ist überhaupt kein Abzug möglich – auch nicht teilweise. Hoffnungen, dass eine entsprechende Kostenaufteilung aufgrund der beruflichen Nutzung möglich sei, zerschlug der Große Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) im Januar 2016 (Beschluss vom 27. Juli 2015, Az. GrS 1/14).

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    Was Sie absetzen können und was nicht

    Anteilige Kosten ermitteln – Die Kosten Ihres häuslichen Arbeitszimmers setzen Sie anteilig als Werbungskosten oder Betriebsausgaben von der Steuer ab. Sofern keine direkte Zuordnung möglich ist, teilen Sie diese anteiligen Kosten auf nach dem Verhältnis der Fläche des Arbeitszimmers zur gesamten Wohnfläche einschließlich des Arbeitszimmers. Dazu gehören vor allem:

    • Miete,
    • bei Immobilienbesitzern stattdessen die Gebäudeabschreibung und
    • Schuldzinsen für Kredite, die zur Anschaffung, Herstellung oder Reparatur des Gebäudes oder der Eigentumswohnung verwendet worden sind,
    • Wasser-, Abwasser- und Energiekosten,
    • Reinigungskosten,
    • Grundsteuer,
    • Müllabfuhrgebühren,
    • Schornsteinfegergebühren,
    • Beiträge zum Mieterverein (bei Eigentümern: Haus- und Grundeigentümerverein),
    • Fehlbelegungsabgabe,
    • Wohngebäude- und Hausratversicherung,
    • Rechtsschutzversicherung für Immobilieneigentümer sowie
    • Renovierungskosten für den Flur und das Treppenhaus.

    Hierhin in der Steuererklärung

    Ihre Angaben zu Ihrem häuslichen Arbeitszimmer machen Sie bei den Werbungskosten auf Seite 2 der Anlage N in Zeile 43.

    Voll abzugsfähige Kosten – Während Sie die oben genannten laufenden und einmaligen Kosten nur anteilig absetzen können, dürfen Sie die Renovierungskosten für das Arbeitszimmer komplett geltend machen. Auch Ihre Aufwendungen für die Ausstattung des Zimmers, zum Beispiel Tapeten, Teppiche, Fenstervorhänge, Gardinen und Lampen, gehören dazu.

    Einrichtungsgegenstände als Arbeitsmittel angeben – Denken Sie daran, auch die Kosten für die Einrichtung Ihres Arbeitszimmers wie Regale, Schreibtisch oder Bürostuhl als Werbungskosten anzusetzen. Diese Kosten sind genauso wie die für die Ausstattung voll abzugsfähig.

    Arbeitsmittel können Sie sogar steuerlich geltend machen unabhängig davon, ob das Finanzamt Ihr Arbeitszimmer anerkennt. Wo sich die Gegenstände in Ihrer Wohnung befinden, spielt dabei keine Rolle. Voraussetzung ist nur, dass Sie diese Gegenstände so gut wie ausschließlich für berufliche oder betriebliche Zwecke verwenden. Solche Einrichtungsgegenstände können Sie als geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) sofort absetzen, wenn der Kaufpreis inklusive Mehrwertsteuer 487,90 Euro (410 Euro netto) nicht übersteigt (ab 2018: 800 Euro netto, 952 Euro brutto).

    Bei höheren Anschaffungskosten müssen Sie Ihre Kosten über die Dauer der Nutzung verteilen. Das nennt sich Abschreibung. Die amtliche Nutzungsdauer zum Beispiel für Büromöbel liegt bei 13 Jahren. Geregelt ist dies in der „AfA-Tabelle für die allgemein verwendbaren Anlagegüter“ (abgedruckt im Bundessteuerblatt 2000 I S. 1532). „AfA“ steht für Absetzung für Abnutzung. Haben Sie hingegen beispielsweise den Schreibtisch gebraucht gekauft, dann können Sie von der üblichen Nutzungsdauer von 13 Jahren die bisherige Nutzungsdauer abziehen. Auf die Restnutzungsdauer können Sie dann den Kaufpreis verteilen. Im Jahr der Anschaffung müssen Sie die sogenannte Jahres-AfA monatsweise kürzen.

    Beispiel: Haben Sie den Schreibtisch im Juli 2017 gekauft, so dürfen Sie ihn nur für sechs Monate, nämlich für den Zeitraum Juli bis Dezember 2017 abschreiben. Kostete er neu 1.300 Euro, so beträgt die Jahres-AfA 100 Euro. Für 2017 können Sie aber nur 50 Euro abschreiben.

    Abschreibungspotenzial kann verloren gehen

    Daher ist es in so einer Situation steuerlich geschickter, stattdessen ein geringwertiges Wirtschaftsgut – etwa einen preiswerten gebrauchten Schreibtisch – zu kaufen, das Sie sofort abschreiben können.

    Achtung: Die Kaufbelege sollten Sie während der gesamten Abschreibungsdauer und auch noch einige Jahre danach aufbewahren.

    Sonderfall Gartenerneuerung – Die Kosten einer Gartenerneuerung können Sie anteilig den Kosten Ihres häuslichen Arbeitszimmers zurechnen, wenn bei einer Reparatur des Gebäudes Schäden am Garten entstanden sind. Allerdings sind nur diejenigen Aufwendungen, die der Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands dienen, den Kosten des Arbeitszimmers zuzurechnen.

    Luxusgegenstände bleiben außen vor – In diese Kategorie fallen beispielsweise Kunstgegenstände, die vorrangig der Ausschmückung des Arbeitszimmers dienen. Die Kosten solcher Gegenstände zählen nicht zu den abziehbaren Aufwendungen.

    So können Sie zusätzlich Steuern sparen

    Höchstbetrag personenbezogen – Die Rechtsprechung beurteilt den Höchstbetrag von 1.250 Euro für ein häusliches Arbeitszimmer neuerdings personenbezogen (BFH, Urteile vom 15. Dezember 2016, Az. VI R 53/12 und Az. VI R 86/13). Das heißt beispielsweise: Nutzt ein Paar gemeinsam ein Arbeitszimmer, kann jeder seine selbst getragenen Kosten bis zum Höchstbetrag geltend machen. Der BFH hat mit diesen Urteilen seine bislang objektbezogene Betrachtung des Arbeitszimmers aufgegeben und widerspricht auch der Finanzverwaltung. Objektbezogen heißt: Bislang erlaubte das Finanzamt nur den Abzug für ein Arbeitszimmer bis höchstens 1.250 Euro, auch wenn es mehrere Personen gemeinsam nutzen.

    Der BFH ändert jedoch diese Betrachtungsweise und lässt den Abzug für jeden einzelnen Steuerpflichtigen zu, der das häusliche Arbeitszimmer benötigt, nutzt und hierfür Kosten trägt. Hierbei kommt es gar nicht auf eine konkrete Aufteilung der Nutzung zwischen zwei Partnern an. Dies ist dem BFH-Urteil mit dem Aktenzeichen VI R 86/13 zu entnehmen. Hier haben sich zwei Lebensgefährten ein Arbeitszimmer und die Kosten hierfür geteilt.

    Im Urteil mit dem Aktenzeichen VI R 53/12 waren die verheirateten Lehrer zu gleichen Teilen Eigentümer eines Einfamilienhauses. Hier stellte der BFH klar, dass sich in solchen Fällen beide Miteigentümer die Kosten für das gemeinsam genutzte Arbeitszimmer jeweils zur Hälfte teilen. Falls jeder für sich die Voraussetzungen für ein häusliches Arbeitszimmer erfüllt, kann auch jeder seine Kosten steuerlich geltend machen – bis maximal 1.250 Euro für jeden einzelnen, insgesamt in der Zusammenveranlagung bis zu 2.500 Euro. Wenn beide Partner gemeinsam die Mietkosten tragen, dann kann dies analog betrachtet werden wie der Fall der beiden Miteigentümer.

    Dieser personenbezogene Höchstbetrag führt jedoch dazu, dass Sie auch dann nur maximal 1.250 Euro im Jahr absetzen können, wenn Sie mehrere häusliche Arbeitszimmer nutzen – unabhängig davon, ob gleichzeitig oder nacheinander oder ob in einem oder in verschiedenen Haushalten. Dies stellte der BFH fest (Urteil vom 9. Mai 2017, Az. VIII R 15/15).

    In dem Fall hatte der Steuerpflichtige aufgrund einer doppelten Haushaltsführung zwei Wohnsitze. Er bereitete in beiden Wohnungen Seminare vor und nutzte daher zwei Arbeitszimmer parallel. Der Kläger erzielte als Dozent Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit. Der BFH kappte die als Betriebsausgaben absetzbaren Kosten für die Arbeitszimmer auf den gesetzlichen Höchstbetrag von 1.250 Euro.

    Diese Begrenzung gilt immer dann, wenn das häusliche Arbeitszimmer nicht den Mittelpunkt der beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit darstellt. Sie gilt außerdem, wenn jemand zwei Arbeitszimmer im selben Haushalt nutzt oder beispielsweise nach einem Umzug in zwei verschiedenen Wohnungen.

    Flur, Küche und Toilette – Selbst wenn Sie einen beruflichen Anteil Ihrer Toilettenbenutzung ermittelt haben, können Sie die Kosten, die beispielsweise für die Renovierung eines Gäste-WCs angefallen sind, bisher nicht abziehen. Mit diesem Versuch ist ein Betriebsprüfer des Finanzamts vor dem Finanzgericht Baden-Württemberg mit Urteil vom 21. Januar 2013 (Az. 9 K 2096/12) gescheitert. Die Führung eines Toiletten-Tagebuchs hat ihm also nichts gebracht.

    Der BFH hat in einem anderen Fall klar entschieden, dass Kosten für gemischt genutzte Nebenräume überhaupt nicht absetzbar sind, sobald die private Mitbenutzung die „Unerheblichkeitsschwelle“ überschreitet (BFH, Urteil vom 17. Februar 2016, Az. X R 26/13). Eine selbstständige Lebensberaterin, die von ihrem häuslichen Arbeitszimmer aus ihre Dienstleistung anbot, wollte anteilig Betriebsausgaben abziehen für die gewerbliche Mitbenutzung von Flur, Toilette und Küche – erfolglos. Ihr Argument, dass sie die kompletten Mietkosten – auch für die Nebenräume – eines externen Büros absetzen dürfte, überzeugte die Richter nicht. Denn in diesem Fall liege eine ausschließlich betriebliche Nutzung vor. Bei einer gemischten Nutzung entfällt folglich der Abzug als Betriebsausgabe oder Werbungskosten. Nur die Kosten für das Büro selbst führten im entschiedenen Fall zu Betriebsausgaben.

    Vermietung an den Arbeitgeber – Eine Option kann sein, dass Sie einen Raum in Ihrer Wohnung an Ihren Arbeitgeber vermieten. In diesem Sonderfall haben Sie kein häusliches Arbeitszimmer, sondern nutzen einen Büroraum Ihres Arbeitgebers. Sie schließen dazu einen unbefristeten Mietvertrag ab und erzielen – sofern das Finanzamt den Vertrag anerkennt – Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Im Gegenzug winkt Ihnen der volle Kostenabzug bei dieser Einkunftsart. Wichtig ist, dass das vorrangige Interesse Ihres Arbeitgebers überwiegt. Indizien dafür sind zum Beispiel, dass Sie in der Firma keinen geeigneten Arbeitsplatz haben, Ihr Arbeitgeber auch mit anderen Mitarbeitern solche Verträge abgeschlossen hat oder Sie gezwungen sind, den Raum auch außerhalb der üblichen Geschäftszeiten zu nutzen.

    Arbeitszimmer außer Haus

    Wenn Sie ein Arbeitszimmer außerhalb Ihrer eigenen Wohnung nutzen, gelten keinerlei Abzugsbeschränkungen. Steht dieser Raum nicht mit Ihrer eigenen Wohnung in Verbindung, gilt er als außerhäusliches Arbeitszimmer. Gerade in einem Zwei- oder Mehrfamilienhaus können Wohn- und Arbeitsbereich räumlich so auseinanderfallen, dass das Arbeitszimmer kein häusliches, sondern ein außerhäusliches ist. In diesem Fall können Sie Ihre Kosten unbeschränkt als Werbungskosten oder Betriebsausgaben abziehen. Beispiel: Der Wohnbereich und das Arbeitszimmer sind in einem Zweifamilienhaus baulich so voneinander getrennt, dass auch fremde Personen den dazwischen liegenden Bereich nutzen.

    Das sollten Sie beachten

    Mittelpunkt der Tätigkeit – Ausschlaggebend für die Beurteilung, ob das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt Ihrer gesamten beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit darstellt, ist der inhaltliche, qualitative Schwerpunkt sämtlicher Tätigkeiten, die Sie ausüben. Der zeitliche Umfang ist nur ein Indiz. Daher kann das häusliche Arbeitszimmer auch bei einer Außendiensttätigkeit der Tätigkeitsmittelpunkt sein.

    Möglicherweise üben Sie nur eine berufliche oder betriebliche Tätigkeit aus, die Sie in qualitativer Hinsicht gleichwertig sowohl im häuslichen Arbeitszimmer als auch am außerhäuslichen Arbeitsort erbringen. Dann liegt der Mittelpunkt Ihrer gesamten beruflichen und betrieblichen Betätigung im häuslichen Arbeitszimmer, sofern Sie mehr als die Hälfte der Arbeitszeit im häuslichen Arbeitszimmer tätig sind. Für Hochschullehrer mit Lehrverpflichtung und Richter am Amtsgericht ist übrigens bereits höchstrichterlich entschieden, dass der Mittelpunkt ihrer beruflichen Tätigkeit nicht im häuslichen Arbeitszimmer liegt.

    Kein anderer Arbeitsplatz – Dass Ihnen wirklich kein anderer Arbeitsplatz für Ihre berufliche oder betriebliche Tätigkeit zur Verfügung steht, müssen Sie belegen. Die Art Ihrer Tätigkeit kann dafür Anhaltspunkte bieten. Zusätzliches Indiz kann eine entsprechende Bescheinigung Ihres Arbeitgebers sein. Wenn Sie mehrere berufliche oder betriebliche Tätigkeiten nebeneinander ausüben, prüft das Finanzamt für jede Tätigkeit, ob Sie nicht einen anderen Arbeitsplatz nutzen könnten. Ein anderer Platz steht Ihnen für Ihre berufliche Tätigkeit aber nur dann zur Verfügung, sofern Sie jederzeit für die dienstlich erforderlichen Büroarbeiten auf einen für Sie nutzbaren, büromäßig ausgestatteten Arbeitsplatz zugreifen können.

    Telearbeitsplatz – Haben Sie sich daheim einen Telearbeitsplatz eingerichtet, an dem Sie zum Beispiel immer am Montag arbeiten, können Sie die Kosten dafür nicht absetzen. Es steht Ihnen nämlich im Büro ein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung (BFH, Urteil vom 26. Februar 2014, Az. R 40/12).

    Poolarbeitsplatz – Etwas anderes kann bei Poolarbeitsplätzen gelten. Wenn acht Prüfern eines Finanzamts nur drei Poolarbeitsplätze zur Verfügung stehen, dann können diese Kosten für ihr häusliches Arbeitszimmer absetzen. Das hat der BFH bestätigt (Urteil vom 26. Februar 2014, Az. VI R 37/13).

    Nutzung für verschiedene Zwecke – Falls Sie ein häusliches Arbeitszimmer für unterschiedliche Arbeiten nutzen – genauer gesagt für mehrere Einkunftsarten –, zum Beispiel als Arbeitnehmer und als selbstständiger Schriftsteller, dann müssen Sie Ihre Ausgaben für den Raum auf die verschiedenen Einkunftsarten aufteilen. Sie schreiben also auf, wie lange Sie den Raum für welche Arbeit nutzen. Ihren Aufwand können Sie dann entsprechend der zeitlichen Nutzungsanteile der jeweiligen Einkunftsart zuordnen.

    Beispiel: Für das Arbeitszimmer haben Sie im Jahr 4.000 Euro ausgegeben. Den Raum nutzen Sie jeweils zur Hälfte für nichtselbstständige Arbeiten und für selbstständige Tätigkeiten. Je Einkunftsart haben Sie also 2.000 Euro Kosten. Insgesamt dürfen Sie jedoch nur den Höchstbetrag von 1.250 Euro absetzen. Diesen Betrag können Sie zum Beispiel als Betriebsausgaben von den Einkünften als Schriftsteller abziehen. Alternativ könnten Sie 1.250 Euro als Werbungskosten absetzen.

    Der Höchstbetrag muss jedoch nicht in Teilhöchstbeträge auf die verschiedenen Einkunftsarten aufgeteilt werden, wie es fälschlicherweise das Sächsische Finanzgericht gemacht hat. Es schätzte in einem entschiedenen Fall, dass der Steuerzahler sein Arbeitszimmer jeweils zur Hälfte für selbstständige und nichtselbstständige Einkünfte nutzte. Dann teilte es den Höchstbetrag von 1.250 Euro dementsprechend auf und bildete Teilhöchstbeträge in Höhe von jeweils 625 Euro. Es wollte sodann nur 625 Euro Betriebsausgaben zulassen. Das Finanzamt hatte zuvor den Steuerabzug sogar komplett versagt. Der BFH hält beides für falsch (Urteil vom 25. April 2017, Az. VIII R 52/13). Der Steuerzahler kann demnach seine Aufwendungen bis zum gesetzlichen Höchstbetrag von 1.250 Euro in voller Höhe ausschöpfen.

    Unternehmer – Selbstständige, die betriebliche Räume angemietet haben, aber dort beispielsweise vertrauliche Verwaltungstätigkeiten nicht erledigen können, dürfen bis zu 1.250 Euro für ein häusliches Arbeitszimmer absetzen. Entschieden hat dies der BFH für einen Logopäden, der sogar zwei Praxisräume gepachtet hatte (BFH, Urteil vom 22. Februar 2017, Az. III R 9/16). Dort praktizierten während der üblichen Arbeitszeit überwiegend seine vier Angestellten. Für die Büro- und Abrechnungstätigkeiten stand ihm in dieser Zeit der Schreibtisch nicht zur Verfügung, weshalb er diese Arbeit von zu Hause erledigte. Dass er sie in den Praxisräumen – auch außerhalb der Öffnungszeiten – erledigt, sei ihm nicht zuzumuten, entschied der BFH.

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    Steuerfalle Immobilienverkauf

    Angenommen, Sie haben die Kosten Ihres Arbeitszimmers von der Steuer absetzen können und der Raum befindet sich in einer Immobilie, die Ihnen gehört. Sollten Sie sich innerhalb der zehnjährigen Spekulationsfrist zu einem Verkauf des Objekts entschließen, lauert eine Steuerfalle. Sie müssen gegebenenfalls einen Gewinn versteuern, der anteilig auf Ihr häusliches Arbeitszimmer entfällt, weil diese Nutzung nicht als wohnlich gilt. Maßgebend ist hierbei das Nutzflächenverhältnis. Sind Sie betroffen, sollten Sie frühzeitig mit einer Umwidmung beginnen und den Raum gezielt privat nutzen – beispielsweise zum Wäschetrocknen.

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    Artikel verfasst von

    Finanztip-Experte für Steuern

    Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

    freie Finanztip-Mitarbeiterin (bis 2015)

    Als freie Mitarbeiterin hat Sabine Himmelberg auf Finanztip zum Thema Steuern geschrieben. Sie blickt auf mehr als zwanzig Jahre Redaktionsarbeit im Steuerrecht zurück. Als spezialisierte Fachjournalistin deckt Sabine Himmelberg ein breites inhaltliches Spektrum für Publikationen namhafter Fachverlage ab. Nach ihrem Magisterabschluss an der Universität zu Köln trat sie in die Redaktion des Deubner Verlags ein, der Informationen für Rechtsanwälte und Steuerberater herausgibt und der WEKA-Gruppe angehört. Sie leitete dort drei Jahre lang die Redaktion Steuern.

    Arbeitszimmer.de

    So beteiligen Sie das Finanzamt an den Kosten Ihres häuslichen Arbeitszimmers

    Viele Kunden, Auftrag- und Arbeitgeber erwarten kurze Reaktionszeiten – oft sogar nach Feierabend und am Wochenende.

    Immer mehr Menschen möchten Beruf, Familie und Freizeitaktivitäten besser miteinander verbinden: Um flexibler zu sein und mehr Zeit für Familie und Freunde zu haben, nehmen sie billigend in Kauf, auch daheim „always on“ zu sein.

    Kein Wunder also, dass die steuerliche Berücksichtigung eines „häuslichen Arbeitszimmers“ für immer mehr Steuerpflichtige an Bedeutung gewinnt. Leider gehört die Anerkennung von Arbeitszimmerkosten neben Reise- und Bewirtungskosten zu den häufigsten Streitanlässen zwischen Steuerpflichtigen und Finanzämtern.

    Definition "häusliches Arbeitszimmer"

    Im Einkommensteuergesetz ist der Begriff des häuslichen Arbeitszimmers nicht definiert. Im BMF-Schreiben vom 2. März 2011 (PDF, 64 KB) haben die Finanzbehörden ihre Sicht der aktuellen Rechtslage konkretisiert. Demnach handelt es sich bei einem häuslichen Arbeitszimmer vereinfacht gesagt um einen Raum, der …

    seiner Lage, Funktion und Ausstattung nach in die häusliche Sphäre des Steuerpflichtigen eingebunden ist,

    vorwiegend der Erledigung gedanklicher, schriftlicher, verwaltungstechnischer oder organisatorischer Arbeiten dient und

    ausschließlich oder nahezu ausschließlich zu betrieblichen und/oder beruflichen Zwecken genutzt wird:

    Was es mit der Einbindung in die „häusliche Sphäre“ im Einzelnen auf sich hat, erfahren Sie in Kapitel 3 „Räumliche Voraussetzungen“.

    Wichtig: Verwaltungspraxis und Rechtsprechung geben nur den allgemeinen Rahmen vor – ob die Aufwendungen für ein Arbeitszimmer anerkannt werden, hängt letztlich immer von der „Gesamtschau des Einzelfalls“ ab. Die Details Ihres Steuerfalls besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater.

    Steuer-Sparpotenzial

    Vor der Anerkennung des Steuerabzugs müssen vergleichsweise hohe Hürden überwunden werden. Immerhin bietet ein (Zweit-)Büro in den eigenen vier Wänden vielen Steuerpflichtigen attraktive Gestaltungsmöglichkeiten. Angesichts hoher Mieten, Energie-, Finanzierungs- und Erhaltungskosten kommen pro Jahr schnell Aufwendungen von mehreren tausend Euro zustande. Kein Wunder, dass der Gesetzgeber vor ein paar Jahren versucht hat, Ausgaben für häusliche Arbeitszimmer bis auf wenige Ausnahmen die steuerliche Anerkennung komplett zu versagen.

    Zum Glück erklärte das Bundesverfassungsgericht Mitte 2010 die zwischenzeitlich geltende restriktive Gesetzeslage für verfassungswidrig. Trotzdem gehören „Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer sowie die Kosten der Ausstattung“ laut § 4 Abs. 5 Nr. 6b EStG zunächst einmal zu den Ausgaben, die den Gewinn nicht mindern dürfen:

    Allerdings lässt der Gesetzestext zwei bedeutsame Ausnahmen zu (in der Abbildung grün markiert):

    Wenn das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet, dürfen die Raum- und Ausstattungskosten in voller Höhe als Betriebsausgabe oder Werbungskosten geltend gemacht werden.

    Wenn es sich zwar nicht um den Mittelpunkt der gesamten Betätigung handelt, für die Tätigkeit aber kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. In dem Fall ist die Höhe der abziehbaren Aufwendungen auf 1.250 Euro begrenzt.

    Fragen über Fragen: Nicht nur im Hinblick auf den Tätigkeits-Mittelpunkt oder einen anderen (Haupt-) Arbeitsplatz ergeben sich bei der steuerlichen Anerkennung von Arbeitszimmerkosten eine Menge Zweifelsfragen. Leider passen die Antworten nicht immer zum gesunden Menschenverstand. Umso wichtiger ist es, den Überblick über die verschiedenen Aspekte der steuerlichen Absetzbarkeit zu behalten:

    Räumliche Voraussetzungen: Was macht aus einem Raum überhaupt ein „Arbeitszimmer“? Was ist bei der Abgrenzung gegenüber anderen häuslichen Bereichen und der privaten Nutzung zu beachten?

    Berufliche oder betriebliche Voraussetzungen: Wann bildet mein häusliches Arbeitszimmer aus Sicht des Finanzamts den „Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit? Unter welchen Bedingungen erkennt das Finanzamt das Fehlen eines anderen Arbeitsplatzes an?

    Ermittlung und Dokumentation der Kosten: Welche Ausgaben zählen zu den Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer? Welche weiteren Aufwendungen können auf andere Weise steuerlich geltend gemacht werden – ganz gleich, ob das Arbeitszimmer anerkannt wird oder nicht? Wie berechne ich den Kostenanteil des Arbeitszimmers und wie dokumentiere ich das Ergebnis?

    Bevor wir uns in die Niederungen der Arbeitszimmer-Vorschriften begeben, zunächst noch zwei wichtige Abgrenzungen:

    Arbeitszimmer vs. häusliche Betriebsstätte

    Als Betriebstätte gilt laut § 12 Abgabenordnung „jede feste Geschäftseinrichtung oder Anlage, die der Tätigkeit eines Unternehmens dient.“ Zu den Betriebsstätten eines Unternehmens oder Freiberuflers gehören unter anderem …

    die Stätte der Geschäftsleitung,

    Zweigniederlassungen und Geschäftsstellen,

    Werkstätten und Warenlager sowie

    Ein- oder Verkaufsstellen.

    In aller Regel unstrittig ist die Abgrenzung eines oder mehrerer Räume von der häuslichen Sphäre, wenn …

    es einen separaten Eingang gibt,

    Mitarbeiter beschäftigt werden,

    regelmäßiger Publikumsverkehr stattfindet und

    ein Wartebereich oder auch Besucher-Toiletten vorgehalten werden.

    Findet der gesamte Geschäftsbetrieb in einer derartigen räumlichen Umgebung innerhalb der häuslichen Sphäre eines Steuerpflichtigen statt, spricht man von einer häuslichen Betriebsstätte.

    Wichtig: Handelt es sich um eine häusliche Betriebsstätte, greifen die Abzugsbeschränkungen für ein häusliches Arbeitszimmer nicht. Die erforderlichen Raum- und Ausstattungs-Aufwendungen dürfen in voller Höhe steuerlich geltend gemacht werden.

    Als typische häusliche Betriebsstätten gelten die Praxisräume und Kanzleien von Ärzten, Rechtsanwälten, Steuer- oder Unternehmensberatern mit Angestellten und Publikumsverkehr. Solche Standorte gelten auch dann als Betriebsstätten, wenn sie sich innerhalb der räumlichen Sphäre des Steuerpflichtigen befinden oder daran angrenzen.

    Doch auch bei anderen hauptberuflichen Solo-Selbstständigen, die selten Besucher haben und häufiger außerhalb ihres „Home Office“ im Einsatz sind, werden die Raumkosten einer (einzigen) Betriebsstätte normalerweise nicht moniert. Das gilt zum Beispiel für …

    Journalisten und Schriftsteller,

    Künstler und Kunsthandwerker,

    Trainern und Dozenten

    Coaches und Beratern oder auch

    Werbe- und IT-Fachleuten.

    Da es sich von vornherein nicht um ein (zusätzliches) häusliches Arbeitszimmer handelt, ist die komplizierte Prüfung des qualitativen Mittelpunkts der Tätigkeit entbehrlich. Wird dieselbe selbstständige Tätigkeit hingegen im Nebenberuf ausgeübt, kann in der Gesamtwürdigung des Einzelfalls die unbeschränkte Anerkennung der Raumkosten gefährdet sein, sofern das häusliche Arbeitszimmer nicht der Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung ist. Mehr dazu weiter unten.

    Arbeitszimmer vs. Arbeitsmittel

    So viel schon jetzt vorweg: Falls Ihnen das Finanzamt die Anerkennung eines häuslichen Arbeitszimmers zu Recht verwehrt, sind davon keineswegs alle Kosten betroffen. Denn als „Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer“ und „Kosten der Ausstattung“ gelten nur:

    die anteiligen Raumkosten (z. B. Miete, Heizung, Strom etc.) sowie

    die dekorative Ausstattung des Arbeitszimmers (z. B. Gardinen, Tapeten, Teppiche, Decken- und Wandlampen).

    Was viele Steuerpflichtige nicht wissen: Ausgaben für Büromöbel, Computer, Software, Telekommunikationsgeräte, Schreibtischlampen, Fachbücher, Werkzeuge und andere beruflich oder betrieblich genutzte Arbeitsmittel muss das Finanzamt auch dann als Werbungskosten oder Betriebsausgaben anerkennen, wenn sie in Privaträumen genutzt werden! Auch die Kosten für betriebliche oder berufliche Telefonate dürfen Sie steuerlich geltend machen – ganz gleich, ob sie im häuslichen Arbeitszimmer oder im Wohnzimmer geführt werden.

    Der Nachweis des beruflichen Mittelpunktes einer Tätigkeit oder die Verfügbarkeit eines anderen Arbeitsplatzes spielt bei den Arbeitsmitteln keine Rolle. Sie müssen im Zweifel nur glaubhaft machen können, dass die betreffenden Arbeitmittel ausschließlich beruflich oder betrieblich genutzt worden sind.

    Alternativen zum häuslichen Arbeitszimmer

    Wichtig: Wenn Sie einen (zusätzlichen) Arbeitsplatz außerhalb Ihres Unternehmens benötigen, an dem Sie unterwegs, nach Feierabend und am Wochenende berufliche oder betriebliche Arbeiten erledigen, dürfen Sie das selbstverständlich auch außerhalb Ihrer Wohnung tun! Denken Sie nur an vorübergehend oder dauerhaft angemietete …

    Einzelbüros, Räume in Bürogemeinschaften oder Gemeinschaftsbüros,

    Co-Working-Spaces und ähnliche Formen des „Büro auf Zeit” oder auch

    leer stehende Räume bei Nachbarn, Kollegen oder Kooperationspartnern.

    Sofern der betreffende Arbeitsraum außerhalb Ihrer Wohnung liegt und ausschließlich betrieblich oder beruflich genutzt wird, steht der steuerlichen Anerkennung der dazugehörigen Aufwendungen grundsätzlich nichts entgegen. Und zwar in voller Höhe: Die Fragen nach dem ominösen „Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit“ oder der Verfügbarkeit eines „anderen Arbeitsplatzes“ stellt sich nur bei den Kosten eines häuslichen Arbeitszimmers!

    Dein häusliches Arbeitszimmer von der Steuer absetzen – so funktioniert´s

    Die Kosten für das häusliche Arbeitszimmer können in der Einkommensteuerklärung angegeben werden, ein Steuervorteil lässt sich jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen daraus ziehen. Welche Regeln es zu beachten gilt, damit du Steuern sparst, zeigt dieser Fachartikel.

    Viele Selbständige, Freiberufler und natürlich Gründer, die noch ganz am Anfang ihres Startups stehen, arbeiten teilweise oder im vollen Umfang von zu Hause aus. Die Kosten für das häusliche Arbeitszimmer können in der Einkommensteuerklärung angegeben werden, ein Steuervorteil lässt sich jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen daraus ziehen. Welche Regeln es zu beachten gilt, damit du Steuern sparst, zeigt dieser Fachartikel.

    Grundsätzlich: Das häusliche Arbeitszimmer ist nicht absetzbar. Aber…

    Fragen hinsichtlich der steuerlichen Absetzbarkeit des häuslichen Arbeitszimmers beschäftigen seit Jahren die zuständigen Finanzbehörden und Gerichte. Bis einschließlich 1995 konnte jeder Arbeitnehmer in Deutschland die Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer steuerlich geltend machen. Die einzige Voraussetzung war, dass der entsprechende Raum vom übrigen Wohnbereich getrennt und die private Mitnutzung eindeutig nachgeordnet war.

    Seit 1996 dürfen die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer grundsätzlich nicht mehr geltend gemacht werden, dies gilt für alle Einkunftsarten einschließlich Sonderausgabenbereich. Aufwendungen für die Wohnung zählen zu den Lebenshaltungskosten, diese sind steuerlich nicht absetzbar.

    Es gibt jedoch zwei Ausnahmen, bei denen du dein Arbeitszimmer doch absetzen kann:

    • Ausnahme 1: Steuerpflichtige können einen Teil der Aufwendungen bis zu einer Höhe von 1.250 Euro für das häusliche Arbeitszimmer bei der Steuer angeben, wenn ihnen kein anderer Arbeitsplatz, d.h. ein Büro beim Arbeitgeber, zur Verfügung steht. ABER: Die Finanzbehörden erkennen ein häusliches Arbeitszimmer nur dann an, wenn eine gleichzeitige private Nutzung als Wohnraum (nahezu) ausgeschlossen oder von untergeordneter Bedeutung ist. Es gilt, dass der Anteil der privaten Nutzung unter 10 Prozent liegen muss. Teilen sich mehrere Personen in einer Wohnung den entsprechenden Raum als Arbeitszimmer, ist der Höchstbetrag (1.250 €) nach der anteilsmäßigen Nutzung aufzuteilen.
    • Ausnahme 2: Die tatsächlichen Kosten ohne Beschränkung können angesetzt werden, wenn das häusliche Arbeitszimmer tatsächlich den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung ausmacht. Laut Bundesfinanzministerium sei diese Bedingung erfüllt, wenn ein Arbeitnehmer mindestens an drei Tagen in der Woche von zu Hause aus arbeitet. (Wer es genau wissen will: BMF, Schreiben v. 2.3.2011, BStBl. 2011 I S. 195, Rz. 11)

      Diese Arbeitszimmerkosten kannst du geltend machen…

      Die Rechtslage sieht vor, dass nur die anteiligen Aufwendungen für das Arbeitszimmer angegeben werden können. Folgende Aufwendungen können bei der Steuer eingereicht werden:

      • Miete,
      • Nebenkosten, z.B. Grundsteuer, Müllabfuhrgebühren, Gebäudeversicherung sowie Kosten für den jeweiligen Wasser- und Energieverbrauch (Heizung, Strom),
      • Abschreibung für das Gebäude (Absetzung für Abnutzung, Sonderabschreibung),
      • Reparatur- und Renovierungskosten am sowie im Gebäude,
      • Finanzierungskosten der Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Gebäudes sowie der Reparatur- und Renovierungskosten,
      • Kosten für die Raumausstattung, beispielsweise Bodenbelag, Tapeten, Beleuchtung oder Gardinen.

      Wie du das für dein Arbeitszimmer berechnest, kannst du am besten an einem Rechenbeispiel einer 75 Quadratmeter großen Wohnung und einem 15qm großen Arbeitszimmer nachvollziehen. Das Rechenbeispiel stammt von smartsteuer.de.

      Achtung: Arbeitsmittel sind nach wie vor steuerlich absetzbar…

      Aufwendungen für Einrichtungsgegenstände wie Computer, Bürostuhl, Schreibtischlampe, Regal etc. können unabhängig von den erläuterten Regelungen für das häusliche Arbeitszimmer steuerlich geltend gemacht werden. Denn es handelt sich im steuerlichen Sinne nicht um Raumausstattung sondern um Arbeitsmittel. Voraussetzung ist, dass diese Mittel nahezu ausschließlich betrieblich oder beruflich genutzt werden.

      Hierbei ist auf der einen Seite zu unterscheiden zwischen Werbungskosten – Abzüge von den Einkünften der entsprechenden Einkunftsart, z.B. die Reparaturkosten einer vermieteten Wohnung von Einkünften aus der Vermietung oder Studien- und Ausbildungskosten.

      Auf der anderen Seite lassen sich Betriebsausgaben als Kosten von Einkünften aus einer selbständigen Tätigkeit bis zu einem gewissen Umfang ebenfalls von der Steuer absetzen.

      Aktueller Streitfall: Was mache ich mit zwei häuslichen Arbeitszimmern?

      Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz hat in seinem Urteil vom 25.02.2015 (Akz. 2 K 1595/13) entschieden, dass ein Steuerpflichtiger bei den Werbungskosten bzw. bei den Betriebsausgaben lediglich nur ein Arbeitszimmer steuerlich geltend machen kann, auch wenn er aus beruflichen Gründen zwei Wohnungen besitzt.

      Das Beispiel eines Selbständigen mit zwei Wohnungen und Arbeitszimmern

      Die Kläger sind verheiratet, sie haben zwei Wohnsitze – einen in Rheinland-Pfalz, den anderen in Thüringen. Der Kläger ist sowohl selbständig tätig – er gibt Seminare und Fortbildungskurse für Steuerberater – als auch in einem nichtselbständigen Verhältnis in Thüringen beschäftigt. Im betreffenden Fall machte der Kläger bei der Einkommensteuererklärung für das Jahr 2009 die Kosten für zwei Arbeitszimmer in Höhe von insgesamt 2.575 Euro als Betriebsausgaben geltend. Als Begründung gab der Kläger an, er benötige in beiden Wohnungen ein häusliches Arbeitszimmer zur Ausübung der selbständigen Tätigkeit.

      Gericht entschied: Nur eine Wohnung / ein Arbeitszimmer ist absetzbar

      Das Finanzamt erkannte jedoch nur ein Arbeitszimmer an, die Kosten der steuerlichen Absetzbarkeit wurden auf 1.250 Euro begrenzt. Einspruchs- und Klageverfahren der Kläger führten bislang nicht zum Erfolg. Bei der Verkündung des noch nicht rechtskräftigen Urteils übernahm das Finanzgericht Rheinland-Pfalz die Auffassung des Finanzamtes mit der folgenden Begründung:

      Im Einkommensteuergesetz sei geregelt, dass die Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer nur unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich absetzbar seien, zudem seien diese Aufwendungen in den meisten Fällen durch einen bestimmten Betrag in Höhe von maximal 1.250 Euro beschränkt. Im aufgeführten Fall sei ein voller Abzug der tatsächlichen Kosten nicht möglich, da der Kläger die Vortragstätigkeiten außerhalb des häuslichen Arbeitszimmers durchgeführt habe. Aus diesem Grund könne er die Aufwendungen nur bis zu dem angegeben Höchstbetrag von 1.250 Euro steuerlich geltend machen.

      Da dieser maximale Erstattungsbetrag personen- und objektbezogen ist, könne dieser auch nur einmal jährlich gewährt werden. Dies gelte auch für den Fall, dass verschiedene Personen in einem gewissen Zeitraum das Arbeitszimmer nacheinander oder zwei Arbeitsräume zeitgleich nutzen würden. Da jedoch eine Person zwei Arbeitszimmer unter keinen Umständen zeitgleich nutzen könne, können der Höchstbetrag nur einmal gewährt werden.

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      Küchenmeister wissen: Das Kochen muss man lieben und leben. Täglich. So versteht das Gründerküche Redaktion auch das Startup und Unternehmerdasein: als Lebensgefühl. Wir beobachten gespannt, was da so in den Unternehmerküchen zusammengebraut wird: welche Trends sich unter den Startups, Investoren, Business Angels und Gewerbetreibenden herausbilden. Wir suchen die besten Tipps zur Unternehmensführung, entdecken Erfolgsmodelle von klein bis groß, von lokal bis global und hinterfragen bewährte Rezepte.

      Источники: http://www.finanztip.de/haeusliches-arbeitszimmer/, http://www.arbeitszimmer.de/, http://www.gruenderkueche.de/fachartikel/haeusliches-arbeitszimmer-von-der-steuer-absetzen-erklaerung/

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