Ausbildungskosten als sonderausgaben

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    Steuererklärung

    So setzen Sie Ausbildungskosten von der Steuer ab

    • Zuletzt aktualisiert: 22. September 2016
    • Von: Alena Hecker

    Das Wichtigste in Kürze

    • Haben Sie während Ihres Erststudiums oder Ihrer Erstausbildung ein zu versteuerndes Einkommen, können Sie die Kosten als Sonderausgaben absetzen – allerdings höchstens 6.000 Euro in dem Jahr, in dem die Kosten angefallen sind.
    • Verlustvorträge auf spätere Jahre, wenn Sie voraussichtlich mehr Einkünfte haben als zu Studienzeiten, sind nicht möglich. Deshalb profitieren nur wenige von der Regelung.
    • Der Bundesfinanzhof hält diese Regelung für verfassungswidrig und hat sie dem Bundesverfassungsgericht zur Entscheidung vorgelegt.
    • Sind Sie in einem Ausbildungsverhältnis, in dem Sie gleichzeitig lernen und arbeiten – zum Beispiel in einer Lehre oder einem dualen Studium – können Sie wie beim Zweitstudium die Kosten für die Ausbildung als Werbungskosten absetzen.
    • Heben Sie alle Kassenbelege, Überweisungsbelege und Kontoauszüge auf, damit Sie Ihre Ausgaben beim Finanzamt nachweisen können.

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    Eigene Wohnung, Studiengebühren oder die tägliche Fahrt zur Ausbildungsstätte: Einen Beruf zu erlernen kostet Geld. Wir zeigen Ihnen, welche Kosten Sie davon steuerlich geltend machen können.

    Was Sie in der ersten Berufsausbildung absetzen können

    Hierhin in der Steuererklärung

    In der Steuererklärung für 2015 tragen Sie die Aufwendungen für Ihre Berufsausbildung im Mantelbogen auf Seite 2 in Zeile 43 und 44 ein.

    Unter einer beruflichen Ausbildung versteht die Finanzverwaltung das erste Erlernen eines Berufs. Dazu zählt auch das Studium an einer Fachhochschule oder einer Universität, wenn

    • Sie direkt nach Abitur oder Fachschulabschluss zu studieren beginnen. Dabei ist es gleichgültig, ob der Fachschulabschluss sich bereits auf ein ähnliches Wissensgebiet wie das Studium bezieht.
    • Sie das Studienfach wechseln und ein neues Studium beginnen, ohne das vorherige abgeschlossen zu haben.
    • Sie Ihr erstes Studium nach längerer Unterbrechung wieder aufnehmen.

    Meist kaum Steuerersparnis für Studenten

    Belege sammeln

    Heben Sie alle Belege über Ihre Ausgaben auf und legen Sie einen Überweisungsbeleg oder einen Kontoauszug zu Ihren Rechnungen. Denn das Finanzamt erkennt nur Kosten an, die Sie auch tatsächlich bezahlt haben.

    Haben Sie während Ihres Studiums einen Nebenjob oder anderes zu versteuerndes Einkommen wie Mieteinkünfte oder Kapitalerträge, dann können Sie die Kosten Ihrer Ausbildung laut Einkommensteuergesetz (§ 12 EStG) als Sonderausgaben von der Steuer absetzen, höchstens jedoch 6.000 Euro im Jahr. Zusammen veranlagte Ehepartner in der Ausbildung dürfen jeder für sich den Höchstbetrag beanspruchen, gemeinsam also insgesamt 12.000 Euro.

    Sonderausgaben können Sie aber nur in dem Jahr ansetzen, in dem sie auch tatsächlich angefallen sind – Verlustvorträge auf spätere Jahre sind nicht möglich. Da Studenten selten ein Einkommen erzielen, das über dem Grundfreibetrag von derzeit 8.354 Euro pro Jahr liegt, profitieren die wenigsten vom Abzug der Sonderausgaben.

    BFH hält derzeitige Regelung für verfassungswidrig

    Nach Auffassung des Bundesfinanzhofes (BFH) muss sich der Staat auch an den Kosten einer Erstausbildung beteiligen und die Aufwendungen als Werbungskosten zulassen. Gesetzlich ist das bisher allerdings ausgeschlossen (§ 9 Abs. 6 EStG). Der BFH hält dies jedoch für verfassungswidrig und hat es dem Bundesverfassungsgericht zur Entscheidung vorgelegt (Beschluss vom 17. Juli 2014, Az. VI R 8/12 und VI R 2/12).

    Tragen Sie Ihre Ausgaben für Ihr Erststudium in der Steuererklärung daher ruhig bei den Werbungskosten und nicht bei den Sonderausgaben ein. Wenn das Finanzamt Ihnen daraufhin nur den auf 6.000 Euro begrenzten Sonderausgabenabzug zugesteht, sollten Sie gegen Ihren Steuerbescheid Einspruch einlegen und das Ruhen des Verfahrens beantragen. Verweisen Sie in Ihrem Einspruch auf die beim Bundesverfassungsgericht anhängigen Verfahren (Az. 2 BvL 25/14, 2 BvL 26/14, 2 BvL 22/14, 2 BvL 23/14, 2 BvL 24/14 und 2 BvL 27/14). So können Sie später von einer möglichen positiven Entscheidung des Gerichts profitieren.

    Nachträglich Verlustvorträge feststellen lassen

    Eine weitere Entscheidung des BFH betrifft die Möglichkeit, die Ausgaben für das Studium oder die Erstausbildung in späteren Jahren – wenn Sie voraussichtlich mehr verdienen – von der Steuer abzusetzen (Urteil vom 13. Januar 2015, Az. IX R 22/14). Mit diesem Urteil hat der BFH die Feststellung von Verlustvorträgen erleichtert. Davon können vor allem Berufsanfänger und Studierende profitieren, die die Kosten ihres mehr als vier Jahre zurückliegenden Studiums noch gar nicht steuerlich geltend gemacht haben – sprich: bisher keine Steuererklärung abgegeben haben.

    Mindestanforderungen an Erstausbildung

    Bis Ende 2014 war die Mindestdauer der Erstausbildung nicht fest geregelt. So konnte beispielsweise auch eine kurze Ausbildung zum Rettungssanitäter als erstmalige Berufsausbildung gelten. Studierte der Sanitäter danach Medizin, waren die Kosten für diese „Zweitausbildung“ als Werbungskosten unbeschränkt abziehbar. Nach einer Neuregelung des Einkommensteuergesetzes muss seit Januar 2015 die Erstausbildung mindestens zwölf Monate (in Vollzeit) dauern und mit einem Abschluss beendet werden. Nur nach dieser Erstausbildung können Sie Ausgaben für eine Zweitausbildung als Werbungskosten geltend machen.

    Berufsausbildung im Rahmen eines Dienstverhältnisses

    Wenn Sie während Ihrer Ausbildungszeit zur gleichen Zeit lernen und arbeiten, befinden Sie sich steuerrechtlich gesehen in einem Ausbildungsverhältnis. Sie zahlen auf Ihr Gehalt Steuern und können darum die Kosten für Ihre Ausbildung als Werbungskosten absetzen.

    Zur Berufsausbildung im Rahmen eines Dienstverhältnisses gehören beispielsweise:

    • das duale Studium,
    • die klassische Lehre und
    • das Referendariat.

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    Was Sie in der Weiterbildung absetzen können

    Hierhin in der Steuererklärung

    Kosten für Ihre Fort- und Weiterbildung tragen Sie in der Steuererklärung 2015 in der Anlage N auf Seite 2 in Zeile 44 ein.

    Als Fort- und Weiterbildung gelten alle Bildungsmaßnahmen, die beruflich veranlasst sind und objektiv erkennbar der Erwerbstätigkeit und nicht dem privaten Interesse dienen.

    Dazu zählen unter anderem:

    • Masterstudium sowie jedes andere Zweit-, Ergänzungs- oder Aufbaustudium;
    • Promotion, Anerkennungsjahr oder Pflichtpraktikum nach einem Hochschulabschluss;
    • neue Berufsausbildung nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung;
    • Studium nach einer Berufsausbildung;
    • beruflich bedingte Studienreisen und Kongresse sowie
    • Sprachkurse, Rhetoriktrainings und Meisterkurse.

    Damit das Finanzamt die Kosten Ihrer Fortbildung anerkennt, lassen Sie sich vorab vom Arbeitgeber bestätigen, dass Sie die Weiterbildung beruflich brauchen. Oder Sie legen der Steuererklärung eine Freistellung Ihres Arbeitgebers von Ihrer beruflichen Tätigkeit für die Dauer der Weiterbildung bei. Dann können Sie diese Aufwendungen als Werbungskosten absetzen.

    Fortbildung im Ausland

    Bei Fortbildungsveranstaltungen im Ausland prüft das Finanzamt in der Regel besonders genau, ob sie tatsächlich dem beruflichen und nicht etwa dem privaten Interesse dienen.

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    Artikel verfasst von

    Alena Hecker arbeitet als freie Redakteurin für Finanztip. Sie hat Internationale Fachjournalistik mit dem Schwerpunkt Wirtschaft studiert und einen Master in European Studies gemacht. Beim anschließenden Volontariat Praxis4 an der Electronic Media School in Potsdam beschäftigte sie sich vor allem mit Themen rund um den Verbraucherschutz. Neben ihrer Tätigkeit für Finanztip arbeitet Alena Hecker unter anderem für den rbb und die Stiftung Warentest.

    Ausbildungskosten

    Fallen Kosten für die Berufsausbildung an, ist für die steuerliche Beurteilung grundsätzlich zwischen Ausbildungskosten und Fort- bzw. Weiterbildungskosten zu differenzieren. Ausbildungskosten gehören zu den Kosten der privaten Lebensführung und können daher nur als Sonderausgaben berücksichtigt werden. Demgegenüber können Fortbildungskosten als Werbungskosten angesetzt werden. Übernimmt der Arbeitgeber die Fortbildungskosten, kann er diese unbeschränkt als Betriebsausgaben abziehen.

    Eine Ausbildung bzw. Berufsausbildung liegt vor, wenn ein Beruf erlernt wird, den der Steuerpflichtige zukünftig ausüben will. Hierbei werden ihm Kenntnisse und Fertigkeiten für den zukünftigen Beruf vermittelt. Die Erlangung einer höheren Qualifikation ist keine Berufsausbildung. Vielmehr liegt in diesem Fall eine Fortbildung vor. Bei einer Fortbildung wurde bereits eine Berufsausbildung absolviert. Im Rahmen der Fortbildung werden Kenntnisse und Fertigkeiten erneuert, erweitert oder auf einen neuen Stand gebracht.

    Aufwendungen für die eigene erstmalige Berufsausbildung oder das Erststudium, die nicht Betriebsausgaben oder Werbungskosten darstellen, können nach § 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG bis zu 6.000,00 € im Kalenderjahr als Sonderausgaben abgezogen werden. Findet eine Bildungsmaßnahme im Rahmen eines Dienstverhältnisses (Ausbildungsdienstverhältnis) statt, sind die Ausbildungskosten Betriebsausgaben oder Werbungskosten.

    Weiterhin voll als Werbungskosten abzugsfähig sind Kosten für ein Zweitstudium, die nach einer abgeschlossenen Ausbildung oder einem bereits absolvierten Studium anfallen. Gleiches gilt für Aufwendungen einer berufsbedingten Fortbildung. Hierbei wird jedoch vorausgesetzt, dass die Fortbildung die beruflichen Chancen des Arbeitnehmers verbessert.

    Zu den abziehbaren Aufwendungen gehören zum Beispiel Lehrgangs-, Schul- oder Studiengebühren, Arbeitsmittel, Fachliteratur, Fahrten zwischen Wohnung und Ausbildungsort, Mehraufwendungen für Verpflegung, Mehraufwendungen wegen auswärtiger Unterbringung. Für den Abzug von Aufwendungen für eine auswärtige Unterbringung ist nicht erforderlich, dass die Voraussetzungen einer doppelten Haushaltsführung vorliegen.

    Zur Klarstellung und in Abgrenzung zu zwei Vorlagebeschlüssen des BFH an das BVerfG sind im Gesetzentwurf für 2015 die Voraussetzungen einer Erstausbildung aufgeführt:

    Die Berufsausbildung muss für eine gewisse Dauer angelegt sein. Der Mindestzeitraum soll, sofern in Vollzeit durchgeführt, eine Zeitspanne von mindestens 18 Monaten umfassen. Der Vollzeitbegriff zielt in diesem Zusammenhang auf eine Dauer von durchschnittlich mindestens 20 Stunden wöchentlich.

    Zielsetzung der Ausbildung muss die Vermittlung der erforderlichen beruflichen Handlungsfähigkeit sein. Neben staatlich anerkannten oder staatlich geregelten Ausbildungen kommen auch solche Berufsausbildungen in Betracht, die nach Richtlinien von Berufs- oder Wirtschaftsverbänden oder internen Vorschriftender Bildungsträger geordnet sind.

    Weitere Voraussetzung ist, dass die Berufsausbildung die zur Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit notwendigen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten zu vermitteln hat.

    Die Ausbildungsziele müssen definiert sein, d.h. ein feststehender Lehrplan existiert sowie Beginn und Abschluss sind festgelegt. Weiterhin muss eine Berufsausbildung abgeschlossen sein, damit sie als erstmalige Berufsausbildung anerkannt werden kann. Ein Abschluss kann dabei durch Abschlussprüfung oder mittels planmäßiger Beendigung erfolgen. Eine abgebrochene Berufsausbildung ist damit keine abgeschlossene Berufsausbildung.

    Zur steuerlichen Behandlung von Berufsausbildungskosten nimmt das Bundesfinanzministerium im Schreiben vom 22.9.2010 Stellung.

    Gesetze und Urteile (Quellen)

    BMF 22.9.2010, IV C 4 – S 2227/07/10002 :002

    BFH 28.2.2013; VI R 6/12

    BFH 17.7.2014; VI R 8/12 und VI R 2/12

    § 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG

    Der Begriff »Ausbildungskosten« wird im allgemeinen Sprachgebrauch gleichbedeutend mit »Berufsausbildung« verwendet.

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    Fortbildungskosten oder Ausbildungskosten – der feine Unterschied in der Steuererklärung

    Muss ich eine Steuererklärung abgeben? Was kann ich steuerlich absetzen und lohnt sich das überhaupt für mich? Wenn es um die Steuererklärung geht, sind viele Studenten überfragt. Generell gilt: Kosten für Fachbücher, Benzin und Studiengebühren lassen sich in der Steuererklärung verrechnen. Wichtig ist die Unterscheidung, ob ein Abzug als Werbungskosten (Fortbildungskosten) oder lediglich als Sonderausgaben (Ausbildungskosten) möglich ist.

    Fortbildungskosten als Werbungskosten

    Bildungskosten sind per Definition „Aufwendungen zum Erwerb oder zur Sicherung der Einnahmen aus einer Berufstätigkeit“. Daher gehören sie eigentlich zu den abzugsfähigen Werbungskosten. Allerdings nur, wenn eine erste Ausbildung abgeschlossen ist. Ab 2015 gibt es weitere Voraussetzungen: Die erste Ausbildung muss mindestens zwölf Monate dauern und mit einer Prüfung enden. Kurze Ausbildungen, wie beispielsweise zum Rettungssanitäter, Skilehrer oder zur Flugbegleiterin reichen nicht mehr aus.

    Es spielt aber keine Rolle, um welche Art es sich bei der ersten Ausbildung gehandelt hat; eine duale Ausbildung zählt ebenso wie ein abgeschlossenes Erststudium.

    1.Eine Erzieherin studiert nach Abschluss ihrer Ausbildung „Soziale Arbeit“. Die Ausbildung zur Erzieherin ist eine erste Ausbildung, das anschließende Studium eine Zweite. Die Aufwendungen während des Studiums sind als (vorweggenommene) Werbungskosten abzugsfähig.

    2.Ein Student macht nach dem Bachelor seinen Master. Der Abschluss als Bachelor ist eine erste Ausbildung, das anschließende Master-Studium führt zu einem Werbungskostenabzug.

    Es ist nicht Voraussetzung, dass die zweite Ausbildung zeitlich und fachlich auf der Ersten aufbaut. So hat ein Kfz-Mechatroniker, der nach einigen Jahren Berufstätigkeit Betriebswirtschaft studiert, aufgrund des Studiums Werbungskosten. Die Höhe der abzugsfähigen Werbungskosten ist dabei unbegrenzt.

    Der große Vorteil des Werbungskostenabzugs: Es kann ein steuerlicher Verlust entstehen.

    Die ausgebildete Erzieherin hat während des Studiums „Soziale Arbeit“ keine Einnahmen. Ihre Ausgaben für das Studium betragen insgesamt 3.000 Euro pro Jahr. Bei einer angenommenen Studiendauer von vier Jahren kommen 12.000 Euro zusammen. Durch die Abgabe von Steuererklärungen können diese Aufwendungen als Steuerverlust festgestellt werden. Eine Verwertung des Verlustes von 12.000 Euro erfolgt im ersten Jahr der anschließenden Berufstätigkeit.

    Achtung: Das Beispiel unterstellt der Einfachheit halber, dass es sich immer um volle Studienjahre handelt und eine Berufstätigkeit anschließend zu Anfang des Jahres beginnt. In anderen Konstellationen besteht die Möglichkeit, dass ein festgestellter Verlust nicht in voller Höhe zu Steuervorteilen führt.

    Ausbildungskosten als Sonderausgaben

    Liegen die Voraussetzungen des Werbungskostenabzugs nicht vor, ist lediglich ein Abzug als Sonderausgaben möglich. Nachteil: Es kann kein steuerlicher Verlust ermittelt werden. Sind keine Einnahmen vorhanden, verpuffen die Sonderausgaben.

    1.Ein lediger Abiturient beginnt direkt nach dem Gymnasium mit dem Jura-Studium. Da keine abgeschlossene erste Ausbildung vorliegt, führen die Aufwendungen lediglich zu Sonderausgaben und sind bis zu einem Höchstbetrag von 6.000 Euro abzugsfähig. Wenn unser Student allerdings keine Einnahmen hat, können die Sonderausgaben nicht verrechnet werden und steuerlich entlasten. Die Sonderausgaben „laufen steuerlich ins Leere“.

    2.Eine verheiratete Studentin der Wirtschaftspädagogik hat direkt nach dem Abitur mit dem Studium begonnen. Ihr Ehemann ist bereits berufstätig und erzielt einen jährlichen Bruttolohn von 50.000 Euro. Die Kosten für das Studium sind bis zu einem Höchstbetrag von 6.000 Euro als Sonderausgaben absetzbar. In einer gemeinsamen Steuererklärung können die Sonderausgaben aufgrund der Einnahmen des Mannes abgezogen werden und führen zu einer Steuerersparnis.

    Ist diese Unterscheidung verfassungsgemäß?

    Der Bundesfinanzhof (BFH) hat im Juli 2014 entschieden, dass die gesetzliche Regelung nach seiner Auffassung verfassungswidrig ist. Alle Bildungskosten, auch die eines Erststudiums nach dem Abitur, müssten nach Ansicht des BFH zu einem Werbungskostenabzug führen. Der BFH konnte aber nicht abschließend entscheiden, dies muss nun das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) tun.

    Tipp: Beantragen Sie auch in diesen Fällen einen unbegrenzten Werbungskostenabzug und die Feststellung eines steuerlichen Verlustes. Werden Ihre Anträge abgelehnt prüfen Sie, ob die Ablehnungsbescheide vorläufig sind. Ist das nicht der Fall, müssen Sie innerhalb eines Monats gegen die Bescheide – unter Hinweis auf die Verfahren vor dem BVerfG – Einspruch einlegen und ein Ruhen beantragen.

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    Источники: http://www.finanztip.de/ausbildungskosten/, http://www.steuertipps.de/lexikon/a/ausbildungskosten, http://www.steuerring.de/steuererklaerung-hilfe-news/news/fortbildungskosten-oder-ausbildungskosten-der-feine-unterschied-in-der-steuererklaerung.html

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