Auswärtstätigkeit steuererklärung

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    Die 7 größten Fehler bei der Steuererklärung von Soldaten.

    Soldaten haben viele berufsspezifische Besonderheiten, die bei der Steuererklärung beachtet werden müssen. Hier eine Zusammenfassung von häufigen Fehlern.

    Ludwig KrГјger

    Sie haben eine Frage?

    Bei der Steuererklärung von Soldaten gibt es einiges zu beachten. Wir von steuer-soldaten.de haben im letzten halben Jahr viele Steuererklärungen erstellt und mit vielen Soldaten gesprochen. Unsere Erkenntnisse wollen wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten. Im nachfolgenden Artikel erklären wir einmal die sieben größten Fehler von Soldaten bei der Steuererklärung.

    1. Falsche EinschГ¤tzung – AuswГ¤rtstГ¤tigkeit oder erste TГ¤tigkeitsstГ¤tte?

    Als Soldat werden Sie häufig kommandiert und versetzt. Infolgedessen muss sehr genau geprüft werden, liegt eine erste Tätigkeitsstätte vor oder ist es eine Auswärtstätigkeit. Das Unterscheidungskriterium ist hierbei die Dauer der Kommandierung oder Versetzung.

    Wenn es sich bei Ihrer Kommandierung oder Versetzung um eine Auswärtstätigkeit handelt, können Sie höhere Fahrtkosten absetzen und zusätzlich Verpflegungsmehraufwendungen. Hierzu finden Sie weitere Informationen in unserem Blogartikel inklusive Video.

    2. Fehlende Dokumentation der Fahrtkosten

    Laut der Studie „Berufliche Mobilität in der Bundeswehr“ aus dem Jahr 2014 sind fast zwei Drittel der Bundeswehrsoldaten beruflich mobil. Egal, ob mit der Bahn, dem eigenen Auto oder als Mitfahrer, Fahrtkosten müssen den Finanzämtern häufig nachgewiesen werden. Dabei gibt es einiges zu beachten. Wir stellen immer wieder fest, dass Soldaten Geld verschenken, da Sie keine Bahntickets aufheben, sich keine Zahlungsnachweise für Mitfahrten in Fahrgemeinschaften ausstellen lassen oder sich den Kilometerstand Ihres Pkws nicht regelmäßig zum Anfang des Jahres bestätigen lassen. In unserem Blogartikel inklusive Erklärvideo zu den Fahrtkosten haben wir alles Wissenswerte für Sie zusammengefasst.

    3. Steuererklärungen werden ohne Belege abgeben

    Im Internet wird manchmal wie folgt geworben: „Einfach Pauschalen angeben und Steuererklärung unkompliziert ohne Belege einreichen.“ Generell dürfen Sie Ihre Steuererklärung abgeben, wie Sie wollen. Doch gerade bei den hohen Werbungskosten von Soldaten benötigt das Finanzamt nahezu immer Nachweise zur Prüfung der Kosten. Aber welche Belege werden benötigt?

    Unser Fragebogen bei steuer-soldaten.de erstellt Ihnen automatisch eine Checkliste mit allen Belegen, die der Steuerberater für die Steuererklärung benötigt. Nach dem Scannen der Belege mit der Scan-App können Sie sich zurücklehnen. Der Steuerberater übermittelt Steuererklärung samt Belegen zum Finanzamt. So werden zeitaufwendige Rückfragen vom Finanzamt vermieden.

    4. Verpflegungsmehraufwendungen werden nicht angesetzt

    Steuerrechtlich stehen Ihnen als Soldat bei Auswärtstätigkeiten Verpflegungsmehraufwendungen (VMA) zu. Oft werden diese nicht berücksichtigt, da aufgrund der gestellten Mahlzeiten durch die Bundeswehr die Pauschalen gekürzt werden müssen. Trotzdem können Sie durch die VMA einige Euro an zusätzlicher Steuererstattung generieren, wie Sie im Beispiel hier sehen können. Mit der Fahrtenübersicht von steuer-soldaten.de können wir genau auswerten, wann Sie wo waren und wann Sie dienstlich unterwegs gewesen sind. So ermittelt unser Steuerberater den optimalen Wert der abziehbaren VMA für Ihre Steuererklärung.

    5. Erstattungen werden nicht angegeben

    Aufgrund von Bundeswehrverordnungen bekommen Soldaten viele Kosten bereits Гјber das Jahr hinweg erstattet. In Form von Trennungsgeld oder der UmzugskostenvergГјtung mindern sich Ihre beruflichen Kosten. Deshalb mГјssen Sie diese auch immer am Jahresende von den Werbungskosten abziehen. Andernfalls besteht das Risiko der leichtfertigen SteuerverkГјrzung, die hohe BuГџgelder verursachen kann. Weitere Informationen finden Sie in unserem Blogartikel zu den Erstattungen.

    6. Keine BegrГјndung fГјr typische Bundeswehrkosten

    Als Soldaten bei der Bundeswehr entstehen Ihnen einige Kosten, die für Sie rein dienstlich veranlasst sind. So kann der Kauf von Ausrüstungsgegenständen für den Dienst steuermindernd als Werbungskosten angegeben werden. Erklären Sie dem Finanzbeamten bei der Erstellung der Steuererklärung, warum Sie diese Kosten ansetzen und dass es dafür keine private Verwendung gibt. Hierdurch ist auf den ersten Blick plausibel, warum diese Kosten beruflich veranlasst sind. Zudem kennen Finanzbeamte oft nicht die Funktionen und Aufgaben, die mit den verschiedenen Dienstgraden einhergehen. Eine kurze Erklärung, warum Sie beispielsweise als Unteroffizier einen Laptop benötigen, spart Ihnen eventuell ein Einspruchsverfahren und die Beantwortung lästiger Rückfragen. In unserem Steuervortrag für Soldaten haben wir das Thema einmal ausführlich beleuchtet.

    7. Versicherungen werden nicht angegeben

    Infolge einer Gesetzesänderung in 2010 wurde die Abziehbarkeit von Versicherungen grundlegend geändert. Alle Arbeitnehmer bekommen hierdurch automatisch die Mindestvorsorgepauschale im Rahmen der Lohnabrechnung abgezogen. Hintergrund war, dass Bürger bereits monatlich durch den Abzug von notwendigen Versicherungen steuerlich entlastet werden sollten. Bei zivilen Angestellten wird die Mindestvorsorgepauschale meist schon durch die Beiträge für die Krankenkasse voll ausgeschöpft. Da Soldaten aufgrund der freien Heilfürsorge keine Beiträge für die Krankenversicherung zahlen, entsteht ihnen ein unberechtigter Steuervorteil, der zu Steuernachzahlungen führen kann. Durch die Angabe von Versicherungen können Sie der Steuernachzahlung entgegenwirken. Hierfür kommen folgende Versicherungen infrage:

    • Berufs-/DienstunfГ¤higkeitsversicherung
    • Pflegepflichtversicherung
    • Anwartschaftsversicherung
    • Privat-/Dienst-/Kfz-Haftpflichtversicherung
    • etc.

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    Ludwig KrГјger

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    Außer Betrieb: So setzen Sie Reisekosten bei Auswärtstätigkeiten ab!

    Kommt es vor, dass Sie beruflich auswärts tätig sind? Dann können Sie möglicherweise Reisekosten absetzen!

    Dazu müssen Sie aber nicht unbedingt auf „große“ Geschäftsreise mit Hotel-Check-In gehen. Auch sonstige berufsbedingte Dienstfahrten bzw. allgemeine Auswärtstätigkeiten im Auftrag Ihres Betriebes zählen dazu. Beispielsweise wenn Sie Ware ausliefern oder Kundengespräche führen.

    Ob per Auto, Zug, Flugzeug, Fahrrad oder Pony-Express*. Das (Reise-)Mittel Ihrer Wahl ist egal!

    Machen Sie Reisekosten geltend!

    Egal ob ob angestellt, freiberuflich oder gewerblich. Sie können Reisekosten geltend machen, wenn Sie zum Beispiel

    • als Unternehmensberater in der Welt rumkommen.
    • den Messestand Ihres Unternehmens in einer anderen Stadt schmeißen.
    • im Rahmen Ihres Jobs außerhalb Ihres Betriebs „auf Achse“ sind, z. B. als
      • Werttransporteur,
      • Berufskraftfahrer,
      • Handwerker,
      • (angestellter) Taxifahrer oder
      • mobiler Reinigungsdienst.

    Dann nämlich können Sie durch Ihre Reisekosten Steuern sparen. Und zwar einen Teil davon oder sogar in voller Höhe.

    Nur private Reisekosten können Sie nicht geltend machen (aber schön wärs!).

    Wie Sie die Reisekosten sparen können, lesen Sie im Folgenden. Erst einmal klären wir ein paar wesentliche Begrifflichkeiten – das muss sein.

    Was sind Reisekosten überhaupt?

    Reisekosten sind alle Kosten, die in Zusammenhang mit berufsbedingten Dienstfahrten bzw. Auswärtstätigkeiten anfallen. Dazu zählen:

    1. Fahrtkosten
    2. Verpflegungsmehraufwendungen
    3. Reisenebenkosten und
    4. Übernachtungskosten.

    Und eine Dienstfahrt liegt dann vor, wenn Sie beruflich bedingt außerhalb ihrer „ersten Tätigkeitsstätte“ unterwegs sind – eben auswärts.

    Erste Tätigkeitsstätte? Was ist das denn?!

    Früher wurde diese in ähnlicher Form auch „regelmäßige Arbeitsstätte“ genannt. Von der ersten Tätigkeitsstätte hängt es ab, ob Sie Reisekosten in ganzer Höhe oder nur begrenzt steuermindernd geltend machen können.

    Aha, denken Sie jetzt. Und wollen wissen, wie sie denn nun definiert ist, diese (ominöse) erste Tätigkeitsstätte?

    „Als ortsfeste betriebliche Einrichtung, der der Arbeitnehmer dauerhaft zugeordnet ist.“

    Und jetzt kommt es: Es ist nicht nur von der ersten Tätigkeitsstätte abhängig, inwiefern Sie Reisekosten geltend machen können. Es kann auch nur eine geben (ähnlich wie bei dem wunderbaren Film Highlander)! Zumindest nur eine pro Dienstverhältnis.

    Wenn das der Highlander wüsste: Es kann nur eine geben. Eine erste Tätigkeitsstätte! Ob wir im falschen Film gelandet sind?

    Wenn Sie in einem Betrieb mit nur einer Niederlassung arbeiten, ist es normalerweise glasklar, dass dieser Betrieb Ihre erste Tätigkeitsstätte ist.

    Doch so eindeutig ist es nicht immer: Wenn es Ihr Job mit sich bringt, dass Sie relativ selten im Betrieb selber sind, sondern bei den Kunden zum Beispiel.

    Oder wenn gleich mehrere potenzielle erste Tätigkeitsstätten für ein Dienstverhältnis zur Auswahl stehen (weil es zum Beispiel mehrere dezentral organisierte Standorte in unmittelbarer Nähe gibt). Und diese potenziellen Tätigkeitsstätten – bildlich gesprochen – alle durcheinander schreien „Nimm mich, nimm mich“!

    Doch keine Angst, hier muss dies nicht – wie im Highlander-Film – durch einen Zweikampf entschieden werden (und Unsterblichkeit erlangt man dadurch leider auch nicht). Im einfachsten Fall bestimmt der Arbeitgeber, welche die Richtige ist.

    Fertig, aus, Problem gelöst!

    (Und wenn nicht? Dann finden Sie weitere Infos dazu in der Infobox. Ansonsten überspringen Sie diese bitte elegant.)

    Infobox „Erste Tätigkeitsstätte“

    Was, wenn Ihr Arbeitgeber – aus welchen Gründen auch immer – keine Zuordnung vornehmen möchte?

    Dann ist die erste Tätigkeitsstätte diejenige, wo Sie typischerweise dauerhaft

    • arbeitstäglich oder
    • zwei volle Arbeitstage je Arbeitswoche oder mindestens ein Drittel einer vereinbarten regelmäßigen Arbeitszeit („quantitative Kriterien“)

    tätig sind bzw. tätig werden sollen.

    Stehen auch hier wieder mehrere Tätigkeitsstätten zur Auswahl und der Arbeitgeber legt keine fest, dann ist diejenige Arbeitsstätte die erste Tätigkeitsstätte, die näher an Ihrer Wohnung liegt.

    Übrigens, eine Negativfestlegung ist nicht möglich, dass heißt, Ihr Arbeitgeber kann nicht bestimmen, dass Sie keine regelmäßige Arbeitsstätte haben! Dass Sie keine erste Tätigkeitsstätte haben, kann trotzdem vorkommen. Nur darf dies als solches nicht vom Arbeitgeber festgelegt werden.

    Kann ein häusliches Arbeitszimmer als erste Tätigkeitsstätte in Frage kommen?

    Nein. In diesem Fall sind Sie auswärts tätig, wenn Sie außerhalb tätig sind.

    Kann auch eine Bildungsstätte eine erste Tätigkeitsstätte sein, z. B. wenn Sie studieren oder sich in Ausbildung befinden?

    Jaein. Nur solange Sie keinem Betrieb zugeordnet sind. Wenn Sie also eine Ausbildung machen, ist dies nicht möglich. Studieren Sie dagegen außerhalb eines Beschäftigungsverhältnisses, so kann die Bildungsstätte durchaus als erste Tätigkeitsstätte gelten und zwar in Bezug auf den Sonderkostenabzug von 6.000 Euro im Jahr.

    Welche Reisekosten können geltend gemacht werden?

    Fahrtkosten

    Fahrtkosten betreffen berufsbedingte Fahrten entweder

    • mit einem Fahrzeug aus dem Betriebsvermögens oder
    • eines Arbeitnehmers mit dem Privat-Pkw (bei einem zur Verfügung gestellten Firmenwagen gelten andere Regelungen, siehe unten).

    Fahrtkosten können entweder über Einzelnachweise (= tatsächliche Kosten) oder pauschal bzw. über den Kilometersatz abgerechnet werden.

    Einzelnachweise

    Dies betrifft die Kosten für

    • eine Garage am Wohnort
    • Reparaturen / Wartungen
    • Kfz-Steuer
    • Abschreibungen (Absetzungen für Abnutzung)
    • Versicherungen für das Fahrzeug
    • Zinsen eines Anschaffungsdarlehens

    Pauschale Vergütung

    Pro gefahrenem Kilometer können Sie pauschal

    • 0,30 Euro für einen Wagen bzw.
    • 0,20 Euro für ein Motorrad, einen Motorroller, Moped oder Mofa

    geltend machen (und ggf. auch noch zusätzlich außergewöhnliche Kosten, die entstehen, wenn ein Unfall vorliegt; siehe „Reisenebenkosten“). Fahrrad- und Fahrgast-Mitnahme-Pauschalen gibt es leider nicht mehr.

    Vergütung nach Kilometersatz für eigenes bzw. zur Nutzung überlassenes Fahrzeug

    Alternativ können auch über 12 Monate hinweg die tatsächlichen Gesamtkosten ermittelt werden (Kilometersatz). Dies gilt aber nicht, wenn es sich bei dem Fahrzeug um eine Luxusklasse handelt, die unangemessen ist.

    Der tatsächliche Kilometersatz kann solange angesetzt werden, wie die Verhältnisse gleich bleiben. Ändern sich diese (z. B. weil der Abschreibungszeitraum abgelaufen ist), müssen erneut die Gesamtkosten ermittelt werden.

    Firmenwagen und öffentliche Verkehrsmittel

    Außerdem kann der Arbeitgeber Ihnen als Arbeitnehmer einen Firmenwagen bereitstellen. Wenn dieser privat genutzt werden darf, dann muss dieser Vorteil allerdings versteuert werden. Entweder über das Fahrtenbuch oder die 1%-Regel.

    Die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel, also Flugzeug, Bahn, Taxis, Bahn und Bus können Sie als Werbungskosten geltend machen, sofern Ihnen Ihr Arbeitgeber diese nicht steuerfrei ersetzt.

    Keine erste Tätigkeitsstätte : Arbeitstägliche Fahrten zu einem von Ihrem Arbeitgeber festgesetzten Ort

    Bestimmt Ihr Arbeitgeber, dass Sie sich arbeitstäglich an einem bestimmten Ort einfinden müssen (z. B. Betriebshof, Fuhrpark, betrieblicher Sammeltransport, Schiffsliegeplatz), dann werden die Fahrten von Ihrer Wohnung bis zu diesem Ort wie Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätten gehandhabt. Das bedeutet für Sie, dass für diese Fahrten nur die Entfernungspauschale angesetzt werden darf. Zudem kann Ihr Arbeitgeber keinen steuerfreien Ersatz für die Fahrtkosten leisten (allerdings kann der Arbeitgebersatz pauschal mit 15 Prozent versteuert werden). Der geldwerte Vorteil eines Dienstwagens ist zu versteuern (1-Prozent-Regelung oder Fahrtenbuch). Ähnliches gilt für die Weisung Ihres Arbeitgebers, Ihre Tätigkeit in einem weiträumigen Gebiet auszuüben.

    Verpflegungsmehraufwendungen – Verpflegungspauschalen

    Ob Sie als Arbeitnehmer Verpflegungsmehraufwendungen bzw. Verpflegungspauschalen absetzen können, hängt davon ab, ob Ihr Arbeitgeber diese steuerfrei ersetzt. Wenn ja, ist dies nicht möglich. Wenn nein, können Sie diese geltend machen.

    Und zwar im Inland

    • 12 Euro bei einer Auswärtstätigkeit von über acht Stunden bei Abwesenheit von der Wohnung, sowie jeweils am Anreisetag und am Abreisetag.
    • 24 Euro bei einer Auswärtstätigkeit von 24 Stunden.

    Im Ausland sind die jeweilig geltenden Länder-Auslandstagegelder heranzuziehen.

    Werttransporteur R. fährt eine zehnstündige Sondertour von Freitag Nachmittag um 15 Uhr bis Samstag Nachts um 1:00 Uhr. Der Arbeitgeber ersetzt ihm keine steuerfreie Verpflegungspauschale (und bietet auch keine Mahlzeiten an). Somit kann R. 12 Euro geltend machen. Und zwar für den Freitag, da hier der überwiegende Teil der Stunden abgeleistet wird.

    Beachten Sie die Regelungen zur dauerhaften Auswärtstätigkeit (Dreimonatsregelung), Mitternachtsregelung und zu Mahlzeiten:

    Dreimonatsregelung

    Die Verpflegungspauschale ist auf die ersten drei Monate einer Auswärtstätigkeit begrenzt. Eine Unterbrechung von mindestens einem Monat führt allerdings zu einem Neubeginn.

    Dies gilt nicht, wenn es sich um eine Tätigkeit in einem weiträumigen Tätigkeitsgebiet oder um eine mobile betriebliche Einrichtung, wie einem Schiff oder einem Flugzeug handelt.

    Mitternachtsregelung

    Zeiten müssen bei Über-Nacht-Fahrten (ohne Übernachtung) nach 16 Uhr und vor 8 Uhr addiert werden.

    Mahlzeiten

    Stellt Ihnen Ihr Arbeitgeber während Ihrer Auswärtstätigkeit Mahlzeiten zur Verfügung (oder hat Dritte beauftragt Ihnen Mahlzeiten zur Verfügung zu stellen)? Dann sind die Verpflegungspauschalen entsprechend zu kürzen. Dadurch verringert sich Ihr Werbekostenabzug. Auch dann, wenn Reisekostenvergütungen aufgrund der Mahlzeiten einbehalten, gekürzt oder pauschal versteuert werden.

    Es muss stets von der vollen Tagespauschale ausgegangen werden:

    • Frühstück:
      • Kürzung um 20 %
      • innerhalb Deutschlands: 4,80 Euro (20 % von den 24 Euro Pauschbetrag für eine Abwesenheit von mehr als 24 Std.)
    • Mittag und Abendessen:
      • Kürzung um je 40 %
      • innerhalb Deutschlands: je 9,60 Euro (40 % von den 24 Euro Pauschbetrag für eine Abwesenheit von mehr als 24 Std.)

    Anmerkung: Die Pauschbeträge sind steuerfrei. Höhere Erstattungen können von Ihrem Arbeitgeber mit 25 Prozent pauschal versteuert werden (aber nur sofern die Verpflegungspauschale nicht um mehr als 100 Prozent aufgestockt worden ist). Dem lohn- und sozialversicherungspflichtigem Arbeitslohn sind solche Beträge zu unterwerfen, die höher sind. Wenn Sie als Arbeitnehmer Zuzahlungen zu den Mahlzeiten leisten, dann müssen die Kürzungen entsprechend gemindert werden.

    Die Mahlzeiten müssen im üblichen Rahmen bleiben (d. h. nicht mehr als 60 Euro inkl. USt. kosten). Ansonsten wird diese als Arbeitslohn behandelt, da sie als Belohnung gewertet wird.

    Auch bei den Mahlzeiten gilt die Dreimonatsfrist.

    Reisenebenkosten – Reisegepäck und Co.

    Auf Ihrer Auswärtstätigkeit fallen Nebenkosten an? Dann kann Ihr Arbeitgeber zumindest einige steuerfrei ersetzen. Tut er dies nicht, können Sie diese in Ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen.

    Dies betrifft z. B. berufliche Ferngespräche bzw. Schriftverkehr, Reisegepäckkosten/- Versicherungen, Straßen- oder Parkscheinkosten und Unfallversicherungskosten (für Berufsunfälle außerhalb der regelmäßigen Arbeitsstätte ihrer Mitarbeiter).

    Nicht davon betroffen sind Kosten für Ausrüstungsgegenstände, sowie im Normalfall Verwarnungsgelder und Bußgelder (es sei denn, der Arbeitgeber übernimmt diese im überwiegenden Interesse, wie für Fahrer eines Transportdienstes, wie z. B. eines Werttransportdienstes oder Paketdienstes).

    Übernachtungskosten

    Auch hier gilt: Ersetzt Ihr Arbeitgeber Ihre Übernachtungskosten nicht steuerfrei (und stellt diese auch nicht vergünstigt zur Verfügung), wenn Sie eine mehrtägige Auswärtstätigkeit ausüben, dann können Sie diese geltend machen.

    Diese können entweder pauschal oder in nachgewiesener Höhe abgesetzt bzw. steuerfrei ersetzt werden. Der steuerfreie Betrag bzw. der Betrag, den Sie ansetzen können beträgt im Inland 20 Euro pro Übernachtung. Im Ausland gelten die jeweiligen Pauschbeträge der einzelnen Länder (Ländertabelle).

    Die auswärtige Tätigkeitsstätte im Inland ist von Dauer und wird mindestens dreimal pro Woche aufgesucht?

    Dann erfolgt eine Begrenzung auf maximal 1.000 Euro monatlich nach 48 Monaten. Diese Frist beginnt nur dann wieder neu, wenn eine Unterbrechung der Auswärtstätigkeit dort von mindestens sechs Monaten vorliegt.

    Die auswärtige Tätigkeitsstätte befindet sich im Ausland?

    Dann gibt es keine Begrenzung.

    Es gibt Verpflegungsmehraufwendungen, zum Beispiel durch ein Frühstück zusätzlich zur Übernachtung?

    Dann ist der Betrag um den betreffenden Betrag für die Verpflegungsmehraufwendungen zu kürzen. Bei einem Frühstück um 4,80 Euro im Inland. Im Ausland hingegen um 20 Prozent des Auslandstagessatzes.

    Doppelte Haushaltsführung

    Sie haben eine Erstwohnung außerhalb des Ortes Ihrer ersten Tätigkeitsstätte und eine Zweitwohnung am Ort Ihrer Tätigkeitsstätte? Dann können Sie von der doppelten Haushaltsführung profitieren!

    Ihr Arbeitgeber kann Ihnen einmal pro Woche entweder die Fahrtkosten für eine Heimfahrt erstatten oder die Kosten für ein Ferngespräch über 15 Minuten mit einem Haushaltsangehörigen.

    Für drei Monate kann die Verpflegungspauschale angesetzt werden. Dies ist allerdings abhängig von der Abwesenheitsdauer der Hauptwohnung.

    Außerdem kann Ihr Arbeitgeber Ihnen bis zu 1.000 Euro pro Monat steuerfrei erstatten, abhängig von der Höhe der tatsächlich nachgewiesenen Aufwendungen. Oder dies pauschal regeln. Die Höhe ist davon abhängig, ob es sich bei dem doppelten Haushalt um einen Sitz im Inland oder im Ausland handelt.

    Im Inland: in den ersten drei Monaten 20 Euro pro Monat, danach 5 Euro pro Monat

    Im Ausland: hier gelten Auslandsübernachtungsgelder, die in den ersten drei Monaten voll steuerfrei ersetzt werden können und danach mit 40 Prozent des Auslandsübernachtungsgeld pro Monat zu Buche schlagen dürfen.

    Wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen diese Kosten nicht steuerfrei erstattet, können Sie die Kosten selber in Ihrer Steuererklärung geltend machen.

    Quelle: BMF-Schreiben zur Reform des steuerlichen Reisekostenrechts ab 1.1.2014

    *Pony-Express: Früher ein berittener Postbeförderungsdienst in den USA, der u. a. in der Fernsehserie Bonanza thematisiert wurde. Außerdem soll wohl ein zukünftiges Gmail-Bezahlsystem von Google so genannt werden. Was man nicht alles so lernt, wenn man über Reisekosten schreibt (bzw. liest). 🙂

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    Berufliche Reisekosten

    Reisekosten als Werbungskosten von der Steuer absetzen

    • Zuletzt aktualisiert: 13. Januar 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Waren Sie aus beruflichen Gründen unterwegs, können Sie Ihre Ausgaben als Werbungskosten von der Steuer absetzen.
    • Für Fahrtkosten mit Ihrem privaten Fahrzeug setzen Sie entweder einen Pauschalbetrag oder – nachgewiesene – höhere Kosten je gefahrenen Kilometer an.
    • Auch für Ihren Verpflegungsmehraufwand gelten Pauschalen, die je nach Dauer der Abwesenheit gestaffelt sind. Ihr Arbeitgeber kann alternativ die Verpflegungspauschalen steuerfrei erstatten.
    • Die reinen Übernachtungskosten können Sie ebenfalls steuermindernd geltend machen. Weil es dafür keine Pauschbeträge gibt, müssen Sie aber Belege sammeln.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu Themen rund um Ihre Steuererklärung immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Wenn Sie aus beruflichen Gründen unterwegs waren, können Sie die Kosten, die Ihnen dadurch entstanden sind, als Reisekosten bei den Werbungskosten von der Steuer absetzen. Zu den Reisekosten zählen Fahrtkosten, Übernachtungskosten, Verpflegungsmehraufwand und Reisenebenkosten. Typische Beispiele für beruflich veranlasste Reisen sind Seminar-, Kunden- oder Messebesuche.

    Diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein

    Reisekosten sind als Werbungskosten abziehbar, wenn sie durch eine so gut wie ausschließlich beruflich veranlasste Auswärtstätigkeit entstanden sind. Eine Auswärtstätigkeit liegt vor, wenn Sie vorübergehend außerhalb Ihrer Wohnung und Ihrer regelmäßigen Arbeitsstätte beruflich tätig geworden sind.

    Ob Ihre Auswärtstätigkeit beruflich veranlasst war, müssen Sie nachweisen. Sie sollten daher die Reisedauer und den Reiseweg genau aufzeichnen und anhand geeigneter Unterlagen belegen, beispielsweise durch ein Fahrtenbuch, Tankquittungen, Hotelrechnungen oder Schriftverkehr.

    Das können Sie absetzen – und das nicht

    Fahrtkosten: Sind Sie mit Ihrem eigenen Fahrzeug gefahren, können Sie für Ihre Fahrten – ohne Nachweise – pauschal für jeden gefahrenen Kilometer folgende Beträge ansetzen:

    • beim Pkw 30 Cent
    • beim Motorrad oder Motorroller 13 Cent
    • beim Moped oder Mofa 8 Cent
    • beim Fahrrad 5 Cent

    Wenn Sie in Ihrem Auto einen oder mehrere Arbeitskollegen mitgenommen haben, erhöht sich der Betrag von 30 Cent um 2 Cent. Auch die in der Realität vielleicht nicht allzu verbreitete Möglichkeit, dass Sie bei einer beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit mit dem Motorrad oder dem Motorroller einen Arbeitskollegen mitnehmen, ist im Reisekostenrecht abgebildet: In diesem Fall erhöht sich der Betrag von 13 Cent auf 14 Cent.

    Dienst- und Firmenwagen

    Für Fahrstrecken, die Sie mit Ihrem Dienst- oder Firmenwagen oder im Rahmen einer steuerfreien Sammelbeförderung zurückgelegt haben, ist kein Werbungskostenabzug möglich.

    Falls Ihre Kosten mit dem eigenen Auto 30 Cent pro Kilometer überstiegen haben, können Sie auch höhere Kilometerkosten angeben, sofern Sie sie im Einzelnen durch Nachweise belegen können. Dazu müssen Sie Ihre jährlichen Gesamtkosten für Ihr Fahrzeug ermitteln und können dann den Teilbetrag ansetzen, der dem Anteil der zu berücksichtigenden Fahrten an der Jahresfahrleistung entspricht. Wenn Sie für Ihre beruflich veranlassten Reisen öffentliche Verkehrsmittel genutzt haben, brauchen Sie zum Nachweis jeweils Einzelbelege für Bus-, Bahn- oder Taxifahrten.

    Verpflegungsmehraufwand: Weil der Gesetzgeber davon ausgeht, dass Sie auf Reisen mehr Geld für Ihre Verpflegung ausgeben müssen als zu Hause, können Sie Mehraufwendungen für Essen und Trinken von der Steuer absetzen. Dafür sind pauschal feste Beträge vorgesehen, je nachdem, wie lange Sie von Ihrer Wohnung und Ihrer regelmäßigen Arbeitsstätte abwesend waren. Seit 2014 gelten hierfür nur noch zwei pauschale Sätze: 24 Euro für jeden Tag, an dem der Arbeitnehmer mindestens 24 Stunden von seiner Wohnung abwesend ist beziehungsweise 12 Euro für den An- und Abreisetag bei mehrtägigen Reisen. Bei Dienstreisen ohne Übernachtung, die nicht länger als 24 Stunden andauert gelten 12 Euro. Diese Pauschalen darf der Arbeitgeber steuer- und sozialversicherungsfrei erstatten. Maßgeblich ist die Abwesenheit von der ersten Tätigkeitsstätte.

    Zahlt der Arbeitgeber mehr, muss er die Beträge pauschal versteuern.

    Bis 2013 galten noch drei Pauschalsätze:

    Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwand bis 2013

    Diese Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwand sind verbindlich. Selbst wenn Sie also aus Nachweisgründen unterwegs Restaurantrechnungen gesammelt haben, können Sie keine höheren Kosten geltend machen. Anders ist das nur, wenn Sie auf Reisen Geschäftspartner bewirtet haben. Eine Ausnahme ist außerdem für die Bewirtung von (Team-)Kollegen möglich, sofern Ihr Gehalt variable erfolgsabhängige Bestandteile enthält.

    Wenn Sie beruflich im Ausland unterwegs waren, gelten je nach Staat unterschiedliche Pauschbeträge, die sogenannten Auslandstagegelder. Diese Beträge passt das Bundesfinanzministerium in regelmäßigen Abständen an die Preisentwicklung in den einzelnen Ländern an, für Auslandsreisen ab dem 1. Januar 2012 mit Schreiben vom 8. Dezember 2011 und für Auslandsreisen ab dem 1. Januar 2013 mit Schreiben vom 17. Dezember 2012 (Az. IV C 5 – S 2353/08/10006 :003).

    Bei Übernachtung im Doppelzimmer

    setzen Sie die Kosten an, die im selben Haus entstanden wären, wenn Sie ein Einzelzimmer genommen hätten. Fragen Sie im Hotel nach, ob Sie eine Rechnung über ein Einzelzimmer bekommen können. Oder Sie errechnen die Differenz zwischen den Preisen für Einzel- und Doppelzimmer selbst und bewahren als Nachweis beispielsweise eine Preisliste des Hotels auf.

    Übernachtungskosten: Als Übernachtungskosten gelten die tatsächlichen Kosten, die Ihnen für die persönliche Inanspruchnahme einer Unterkunft entstanden sind. Anders als bei den Verpflegungsmehraufwendungen verlangt das Finanzamt bei den Übernachtungskosten Einzelnachweise. Falls Sie nicht allein gereist sind, lässt sich der Fiskus leider nicht an den Mehrkosten beteiligen, die aufgrund der Mitnutzung etwa eines Hotelzimmers durch eine Begleitperson entstehen. Sofern die an Sie adressierte Hotelrechnung auch den Preis für das Frühstück, Mittag- oder Abendessen enthält, kürzt das Finanzamt den abziehbaren Betrag von sich aus prozentual.

    Soweit höhere Übernachtungskosten angefallen sind, weil Sie eine Unterkunft gemeinsam mit Personen genutzt haben, die in keinem Dienstverhältnis zu Ihrem Arbeitgeber stehen, können Sie nur diejenigen Aufwendungen ansetzen, die angefallen wären, wenn Sie die Unterkunft allein genutzt hätten. Nicht abziehbar sind somit Mehrkosten, die aufgrund der Mitnutzung der Übernachtungsmöglichkeit durch eine Begleitperson entstehen, insbesondere wenn die Begleitung privat und nicht beruflich veranlasst ist. Bei Mitnutzung eines Mehrbettzimmers (z. B. Doppelzimmer) können die Aufwendungen angesetzt werden, die bei Inanspruchnahme eines Einzelzimmers im selben Haus entstanden wären.

    Hierhin in der Steuererklärung

    Ihre Angaben zu den Reisekosten machen Sie bei den Werbungskosten auf Seite 2 der Anlage N zur Einkommensteuererklärung 2015 ab Zeile 49. Die Aufwendungen senken Ihr zu versteuerndes Einkommen und sorgen so dafür, dass Ihre Steuerlast geringer ausfällt.

    Auch wenn Sie Übernachtungskosten für den Werbungskostenabzug grundsätzlich einzeln nachweisen müssen, kann es passieren, dass Sie keine Übernachtungsbelege (mehr) haben. In diesem Ausnahmefall dürfen Sie Ihre Kosten schätzen, wenn sie Ihnen zweifelsfrei entstanden sind.

    Reisenebenkosten: Sie sollten zusätzlich die Kosten ansetzen, die Ihnen für die Beförderung und Aufbewahrung von Gepäck, Telefonate und Schriftverkehr beruflichen Inhalts mit dem Arbeitgeber oder dessen Geschäftspartner, für Straßenbenutzung und Parkplatz sowie eventuelle Schadensersatzleistungen infolge von Verkehrsunfällen entstanden sind. Wenn Sie eine Reisegepäckversicherung abgeschlossen haben, gehören auch diese Kosten zu den Reisenebenkosten, ebenso Wertverluste infolge eines Diebstahls Ihres persönlichen – notwendigen – Reisegepäcks. Geld und Schmuck bleiben dabei außen vor.

    Als Privatvergnügen gelten dagegen Ihre Aufwendungen für private Telefonate, Massagen, Minibar oder Pay-TV – an diesen Kosten lässt sich der Fiskus nicht beteiligen. Das Gleiche gilt für Kosten, die Ihnen für die Anschaffung von Bekleidung, Koffern und anderen Reiseausrüstungen entstanden sind.

    Sonderfall Leiharbeitnehmer

    Ein vom Lohnsteuerhilfeverein „Steuerring“ erstrittenes Urteil des Niedersächsischen Finanzgerichts vom 30. November 2016 (Az. 9 K 130/16; Revision beim Bundesfinanzhof unter Az. VI R 6/17) eröffnet weitere Steuersparmöglichkeiten für Leiharbeiter: Nicht nur die Entfernungspauschale, sondern die Fahrtkosten für jeden gefahrenen Kilometer zum Arbeitsort dürfen Leiharbeitnehmer abrechnen. Es zählt also nicht nur die einfache Wegstrecke, sondern jeder gefahrene Kilometer auf Hin- und Rückfahrt wie bei einer Dienstreise. Dies trifft dann zu, wenn der Arbeitsvertrag vorsieht, dass der Leiharbeitnehmer kurzfristig woanders eingesetzt werden kann, also nicht dauerhaft einem sogenannten Entleiher zugeordnet ist. Im konkreten Fall arbeitete der Leiharbeitnehmer ganzjährig im selben Betrieb, doch im Vertrag stand, dass er „bis auf Weiteres“, also eben nicht dauerhaft, in einer betrieblichen Einrichtung des Entleihers tätig werden soll. Der Betrieb des Entleihers stellt in solchen Fällen keine erste Tätigkeitsstätte dar.

    Ab 1. April 2017 haben Leiharbeitnehmer noch bessere Argumente, weil dann das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz den Einsatz beim selben Entleiher auf höchstens 18 Monate begrenzen wird. Für alle Angestellten, bei denen das Arbeitsverhältnis danach weitergeht, sind von Beginn an Reisekosten zu berücksichtigen. Leiharbeitnehmer sollten deshalb ihre Fahrtkosten aufzeichnen. Autofahrer können 30 Cent je gefahrenen Kilometer absetzen, Bus- und Bahnkunden hingegen die Kosten für ihre gekauften Fahrscheine. Zusätzlich können Leiharbeitnehmer für die ersten drei Monate eines neuen Einsatzes Mehraufwendungen für die Verpflegung geltend machen.

    So können Sie Steuern sparen

    Jobwechsel in Planung: Auch Reisen zu Vorstellungsgesprächen zählen zu den beruflich veranlassten Auswärtstätigkeiten. Sie können Ihre Kosten, die Ihnen durch die Reise zu einem Bewerbungsgespräch entstanden sind, daher als Werbungskosten ansetzen.

    Berufliches und Privates gemischt: Wenn Sie im Zusammenhang mit Ihrer beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit in einem mehr als geringfügigen Umfang auch private Angelegenheiten erledigt haben, muss das nicht heißen, dass Sie auf Ihren Kosten sitzen bleiben. Allerdings müssen Sie die beruflich veranlassten von den privat veranlassten Aufwendungen trennen (können). Ist das nicht – auch nicht durch Schätzung – möglich, gehören Ihre gesamten Aufwendungen zu den nicht abziehbaren Aufwendungen für die Lebensführung. Als Aufteilungsmaßstab kommen in der Praxis meist die zeitlichen Anteile in Frage, die auf den beruflich und privat veranlassten Teil der Reise entfallen.

    Beispielrechnung für gemischte Aufwendungen

    Sie haben einen Fachkongress in London besucht und sind Samstagfrüh angereist. Die Veranstaltung fand ganztägig von Dienstag bis Donnerstag statt. Am Sonntagabend sind Sie nach Hause zurückgereist.

    In diesem Fall können Sie die Kosten für zwei Übernachtungen (von Dienstag bis Donnerstag) und die Kongressgebühren vollständig als Werbungskosten abziehen. Die Flugkosten sind gemischt veranlasst und entsprechend den Veranlassungsbeiträgen aufzuteilen. Sachgerechter Aufteilungsmaßstab ist das Verhältnis der beruflichen und privaten Zeitanteile der Reise (beruflich veranlasst sind drei Neuntel). Ihre Verpflegungskosten können Sie nur in Höhe der Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen für die beruflich veranlassten drei Tage als Werbungskosten abziehen.

    Nur eine regelmäßige Arbeitsstätte: Der Bundesfinanzhof hat 2011 entschieden, dass Arbeitnehmer nur eine regelmäßige Arbeitsstätte haben können. Der Fiskus folgt dieser Rechtsprechung (vgl. Bundesfinanzministerium, Schreiben vom 15. Dezember 2011, Az. IV C 5 – S 2353/11/10010). Das hat für Sie den Vorteil, dass Sie die Kosten, die Ihnen für Ihre Fahrten zu anderen Tätigkeitsstätten entstehen, als Reisekosten ansetzen können.

    Zahlung durch den Arbeitgeber

    Als Werbungskosten sind Ihre Reisekosten nur dann abziehbar, wenn Ihr Arbeitgeber sie Ihnen nicht ersetzt hat. Meistens oft zahlt dieser steuer- und sozialversicherungsfrei den Verpflegungsmehraufwand in Höhe der Pauschalen.

    Das Finanzamt geht von einer regelmäßigen Arbeitsstätte aus, wenn Sie dienstrechtlich oder arbeitsvertraglich einer betrieblichen Einrichtung Ihres Arbeitgebers dauerhaft zugeordnet sind oder in einer betrieblichen Einrichtung Ihres Arbeitgebers

    • arbeitstäglich,
    • je Arbeitswoche einen vollen Arbeitstag oder
    • mindestens 20 Prozent Ihrer vereinbarten regelmäßigen Arbeitszeit

    tätig werden sollen.

    Ein Arbeitnehmer ist grundsätzlich auswärts tätig, wenn er außerhalb einer dem Arbeitgeber zuzuordnenden Betriebsstätte tätig wird. Das ist vor allem bei Leiharbeitnehmern der Fall (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs vom 15. Mai 2013, Az. VI R 18/12). Beispiele für Tätigkeitsstätten außerhalb der regelmäßigen Arbeitsstätte sind auch verschiedene Filialen desselben Arbeitgebers.

    Reisekosten in der Steuererklärung

    Wie Sie Ihre Reisekosten in der Steuererklärung absetzen, lesen Sie in unserem Ratgeber So setzen Sie Ihre Reisekosten richtig ab.

    Wenn Sie sich über Einzelheiten informieren möchten, können Sie einen Blick in das Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 24. Oktober 2014 (IV C 5 -S 2353/14/10002) werfen. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch das Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 23. Dezember 2014 (IV C 6 -S 2145/10/10005) zu den Entfernungspauschalen.

    Beide Dokumente enthalten zum besseren Verständnis zahlreiche Beispiele.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu Themen rund um Ihre Steuererklärung immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Doppelte Haushaltsführung seit 2014: Wenn Sie aus beruflichen Gründen einen doppelten Haushalt führen, können Sie in Ihrer Steuererklärung für das Jahr 2014 weiterhin die Kosten Ihrer Unterkunft angeben, die Ihnen tatsächlich entstanden sind. Während die Wohnungsgröße von höchstens 60 Quadratmetern anders als bis einschließlich 2013 keine Rolle mehr spielt, werden ab 2014 allerdings nur noch Kosten bis zu 1.000 Euro berücksichtigt. Außerdem wird künftig eine finanzielle Beteiligung an den laufenden Kosten der Haushaltsführung am Lebensmittelpunkt verlangt. Wenn Ihre Barleistungen mehr als zehn Prozent der monatlich regelmäßig anfallenden laufenden Kosten der Lebensführung betragen – zum Beispiel Miete, Mietnebenkosten, Kosten für Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Bedarfs –, geht der Fiskus von einer finanziellen Beteiligung aus.Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber So setzen Sie Kosten der doppelten Haushaltsführung ab.

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    Artikel verfasst von

    Finanztip-Experte für Steuern

    Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

    freie Finanztip-Mitarbeiterin (bis 2015)

    Als freie Mitarbeiterin hat Sabine Himmelberg auf Finanztip zum Thema Steuern geschrieben. Sie blickt auf mehr als zwanzig Jahre Redaktionsarbeit im Steuerrecht zurück. Als spezialisierte Fachjournalistin deckt Sabine Himmelberg ein breites inhaltliches Spektrum für Publikationen namhafter Fachverlage ab. Nach ihrem Magisterabschluss an der Universität zu Köln trat sie in die Redaktion des Deubner Verlags ein, der Informationen für Rechtsanwälte und Steuerberater herausgibt und der WEKA-Gruppe angehört. Sie leitete dort drei Jahre lang die Redaktion Steuern.

    Источники: http://steuer-soldaten.de/post/sieben-groessten-fehler-bei-der-steuererklaerung-von-soldaten, http://erfolgreich-wirtschaften.de/arbeitnehmer/reisekosten-absetzen/, http://www.finanztip.de/reisekosten-absetzen/

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