Bafög in steuererklärung

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    Muss das BAföG in die Steuererklärung?

    Wann muss das BAföG in der Steuererklärung angeben werden?

    Rund 610.000 Studenten erhielten laut Bildungsministerium in 2015 Unterstützung im Rahmen des "Bundesausbildungsförderungsgesetzes" (BAföG). Die BAföG-Zahlungen für Studenten setzen sich dabei je zur Hälfte aus einem Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss, und einem zinslosen Studienkredit zusammen. Da das Studenten-BAföG in erster Linie zur Finanzierung des Lebensunterhalts und nicht für die Ausbildung an sich gezahlt wird, ist die Förderung grundsätzlich steuerfrei und muss nicht als Einkommen in die Steuererklärung eingetragen werden.

    Wer allerdings durch das sogenannte Aufstiegs-BAföG ("Meister-BAföG") seine Ausbildungskosten bezahlt bekommt, muss diese Förderungen in Teilen als Einkommen in der Steuererklärung angeben. HIerdurch reduziert sich die Steuererstattung für geltend gemachte Werbungskosten. Für Studenten kommt das Meister-BAföG in der Regel aber nicht in Betracht.

    Kann ich die BAföG-Rückzahlung von der Steuer absetzen?

    Der Teil des BAföG, der als zinsloser Kredit vergeben und später an den Staat zurückgezahlt werden muss, kann grundsätzlich nicht als Werbungskosten oder Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Der Bundesfinanzhof hat bereits 2008 entschieden, dass bei Krediten zu Bildungszwecken ausschließlich die Kreditzinsen von der Steuer abgesetzt werden können. Da es sich beim BAföG um einen zinsfreien Kredit handelt, ist diese Möglichkeit aber von vornherhein ausgeschlossen.

    Kann ich einen Studienkredit von der Steuer absetzen?

    Studenten, die ein Bildungsdarlehen oder einen Studienkredit erhalten, können diese steuerlich geltend machen – die Zinsen können voll abgesetzt werden. Die reinen Tilgungsraten können aber wie beim BAföG nicht steuermindernd angegeben werden. Ob die Schuldzinsen für einen Studienkredit als Sonderausgaben oder Werbungskosten absetzbar sind, hängt von der Art der Ausbildung ab. Wer ein “ target=“_blank“>Erststudium macht (z.B. Bachelor), kann die Zinsen eigentlich nur als Sonderausgaben geltend machen. Studenten im “ target=“_blank“>Zweitstudium (z.B. Master oder Bachelor nach vorangegangener Berufsausbildung) können ihre Zinsen dagegen als Werbungskosten absetzen. Aufgrund aktuell beim Bundesverfassungsgericht anhängiger Gerichtsverfahren sollten aber auch Bachelor-Studenten ihre Zinszahlungen als Werbungskosten angeben, da Werbungskosten im Vergleich zu Sonderausgaben viele Vorteile bieten.

    Kreditzinsen als Werbungskosten oder Sonderausgaben absetzen?

    Werbungskosten

    Zu den Werbungskosten zählen alle Ausgaben, die für eine Ausbildung bzw. ein Studium aufgewendet werden oder im Zuge einer beruflichen Tätigkeit entstehen.

    • voll von der Steuer absetzbar
    • Verlustvortrag möglich
    • können auch genutzt werden, wenn keine Steuern gezahlt werden

    Sonderausgaben

    Als Sonderausgaben werden Aufwendungen bezeichnet, die zur privaten Lebensführung zählen (z.B. Versicherungen und Altersvorsorge). Ein Erststudium zählt komischerweise auch zur privaten Lebensführung.

    • bis max. 6.000 Euro pro Jahr absetzbar
    • kein Verlustvortrag möglich
    • können nur genutzt werden, wenn Steuern gezahlt werden

    Die Erststudienfrage vor dem Bundesverfassungsgericht

    Wenn Masterstudenten ihre Studienkosten als Werbungskosten geltend machen und dadurch von einem Verlustvortrag profitieren können, warum sollte das bei Bachelor-Studenten anders sein? Diese Frage stellen sich Studenten, Steuerberater, Anwälte, Staatsanwälte und Richter schon seit Jahrzehnten. 2014 hat der Bundesfinanzhof (BFH) schließlich die steuerliche Ungleichbehandlung von Studenten im Erst- und Zweitstudium als verfassungswidrig eingestuft. Jetzt liegt der Fall beim Bundesverfassungsgericht (BVerfG), das als höchste Instanz entscheiden muss, ob zukünftig auch Studenten im Erststudium ihre Ausbildungskosten als Werbungskosten absetzen können.

    Die Chancen hierfür stehen nicht schlecht. Viele Rechtsexperten prognostizieren, dass das BVerfG die Entscheidung des BFH bestätigen wird. Ein finales Urteil wird wohl frühestens Anfang 2017 gefällt, doch schon jetzt müssen die Finanzämter dem Urteil des BFH Rechnung tragen. Wenn Bachelorstudenten ihre Studienkosten, also z.B. auch die Zinsen für einen Studienkredit, in ihrer Steuererklärung als Werbungskosten geltend machen, kann das Finanzamt dies nicht einfach mit Verweis auf die aktuelle Rechtslage ablehnen.

    Studienkosten können auch von Studenten im Erststudium als Werbungskosten abgesetzt werden

    Solange das BVerfG-Urteil noch aussteht, muss das Finanzamt auch die Studienausgaben von Studenten im Erststudium als Werbungskosten anerkennen. In der Praxis ist dies zwar oftmals nicht der Fall und im Steuerbescheid wird die Geltendmachung von Werbungskosten abgelehnt bzw. ein Verlustvortrag nicht bewilligt. Allerdings kann in diesem Fall problemlos Einspruch gegen den Steuerbescheid eingelegt werden. Das Finanzamt akzeptiert dann entweder die Werbungskosten oder erklärt den Steuerbescheid als vorläufig. Sobald das BVerfG sein Urteil fällt, wird der Steuerbescheid dann ggf. neu erlassen.

    Damit Studenten im Erststudium sich nicht die Chance entgehen lassen, die Vorteile von Werbungskosten nutzen zu können, raten die meisten Steuerberater, Studienkosten grundsätzlich als Werbungskosten in der Steuererklärung anzugeben. Wer dies nicht tut und bei Ablehnung durch das Finanzamt keinen Einspruch einlegt, hat bei positivem Richterspruch keine Chance auf nachträgliche Anerkennung von Werbungskosten.

    Ausbildungskosten in der Steuererklärung

    Absetzbarkeit von Ausbildungskosten, unterschiedliche Behandlung von Erst- und Zweitausbildung (und Kriterien für die Einordnung Deiner Ausbildung in die richtige Kategorie), was alles zu den Ausbildungskosten dazugehört usw.

    Ausbildung oder Fortbildung und was der Unterschied steuerlich bedeutet

    neue und gebraucht gekaufte Arbeitsmittel, Auslandssemester, Fahrtkosten, Lerngruppe, Praktika usw.

    Darlehensrückzahlung, Zinsen, Stipendien usw.

    Geldgeschenke zur Finanzierung Deiner Ausbildungskosten

    So beteiligt sich das Finanzamt an den Kosten

    Ausbildung oder Fortbildung und was der Unterschied steuerlich bedeutet

    Das Finanzamt beteiligt sich an den Kosten, unterscheidet aber, ob es sich um eine Ausbildung oder um eine Fortbildung handelt:

    Besuch einer allgemeinbildenden Schule,

    erste Lehre oder Berufsausbildung, die in Deutschland oder einem anderen Mitgliedstaat der EU, in Norwegen, Liechtenstein, Island oder der Schweiz absolviert wird,

    Erststudium (egal in welchem Land).

    jede beruflich veranlasste Aus- und Weiterbildung nach Abschluss der ersten Ausbildung oder des Erststudiums, also z. B.

    Studium nach einer Ausbildung (Lehre),

    Masterstudium nach einem Bachelorstudium,

    Diese Unterscheidung wirkt sich finanziell aus, denn die Kosten gehören in unterschiedliche Bereiche der Steuererklärung:

    Kosten einer Fortbildung sind in unbegrenzter Höhe sogenannte Werbungskosten.

    Aufwendungen für eine Berufsausbildung sind bis maximal 6.000 € pro Jahr als sogenannte Sonderausgaben abzugsfähig.

    Wenn Du jetzt gerade feststellst, dass Du im Finanzamts-Sinn keine Ausbildung, sondern eine Fortbildung gemacht hast, dann lies bitte → hier weiter.

    Wenn Du tatsächlich eine Ausbildung im steuerrechtlichen Sinn gemacht hast, dann musst Du fürs Steuersparen folgendes wissen:

    Die Kosten für Deine Berufsausbildung gehören steuerlich zu den sogenannten Sonderausgaben . Abziehbar sind maximal 6.000 € pro Jahr.

    Wichtig: Die Kosten der Berufsausbildung kann nur derjenige als Sonderausgaben abziehen, der die Ausbildung absolviert. Wenn Deine Ausbildung also von Deinen Eltern bezahlt wurde, dann kannst Du diese die Ausbildungskosten nicht steuerlich geltend machen. Fürs Finanzamt solltest Du also überlegen, ob es möglich ist, dass Du selbst für die Ausbildung aufkommst – und die Eltern zum Beispiel einfach nur Unterhalt bezahlen (den Du frei verwendet darfst – also zum Beispiel für Ausbildungskosten).

    Die Kosten für die Berufsausbildung werden immer in dem Kalenderjahr geltend gemacht, in dem sie gezahlt worden sind. Du darfst also auch Aufwendungen für die Berufsausbildung abziehen, die erst nach deren Beendigung anfallen, zum Beispiel Zinsen für ein Ausbildungsdarlehen.

    Klingt super – aber hier kommt der Haken

    Oben haben wir geschrieben: Aufwendungen für eine Berufsausbildung sind bis maximal 6.000 € pro Jahr als sogenannte Sonderausgaben abzugsfähig. Genau da liegt der Haken: Sonderausgaben helfen nur beim Steuern sparen, wenn man auch über sogenannte positive Einkünfte verfügt, also Geld verdient. Denn das, was in der Steuererklärung im Bereich der Sonderausgaben angegeben wird, wird nur in genau dem Jahr berücksichtigt, für das die Steuererklärung gilt – so lange, bis man Null Steuern zahlen muss.

    Wenn dann noch nicht verrechnete Sonderausgaben übrig sind, werden sie ignoriert. Das heißt: Du kannst die bisher nicht berücksichtigten Kosten nicht für die nächste Steuererklärung verwenden.

    Kurz gesagt: Wenn Du kein Einkommen hast, brauchst Du hier gar nicht weiterzulesen.

    Welche Kosten helfen beim Steuern sparen?

    neue und gebraucht gekaufte Arbeitsmittel, Auslandssemester, Fahrtkosten, Lerngruppe, Praktika usw.

    Deine Kosten für die Berufsausbildung kannst Du leider nur bis zu einem Höchstbetrag von 6.000 € pro Jahr als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend machen. Folgende Ausgaben und Situationen werden dabei am meisten zum Steuern sparen beitragen:

    Arbeitsmittel

    Zu den Sonderausgaben gehören zum Beispiel Fachliteratur (z. B. Studienbücher), ein Computer oder Büromaterial, das Du für Deine Ausbildung kaufen musst. Im Steuerrecht fasst man das unter dem Begriff Arbeitsmittel zusammen.

    Du darfst die Kosten für das Arbeitsmittel komplett bei den Sonderausgaben angeben, wenn es nicht mehr gekostet hat als

    410 € (ohne MwSt.) bzw.

    487,90 € (inkl. 19 % MwSt.) oder 438,70 € (inkl. 7 % MwSt.).

    Für Dinge, die Du ab 2018 kaufst, gelten höhere Werte, nämlich:

    800 € (ohne Mehrwertsteuer) bzw.

    952 € (inkl. 19 % Mehrwertsteuer) oder 856 € (inkl. 7 % MwSt.).

    Das Finanzamt spricht dabei von Sofortabschreibung für geringwertige Wirtschaftsgüter: Sofort , weil der Betrag nicht auf mehrere Jahre verteilt werden muss, und geringwertig , weil die Kosten in den Augen der Finanzverwaltung verhältnismäßig niedrig sind.

    Wenn Dein Arbeitsmittel teurer war, musst Du die Kosten auf mehrere Jahre aufteilen und darfst jedes Jahr nur einen Teil der Kosten bei den Sonderausgaben eintragen. Das ist die sogenannte Absetzung für Abnutzung , oder kurz: AfA. Umgangssprachlich spricht man von Abschreibung .

    Die Dauer dieser Abschreibung richtet sich nach Tabellen der Finanzverwaltung, den sogenannten AfA-Tabellen. Die Tabellen gehen zum Beispiel davon aus, dass ein Computer drei Jahre genutzt wird (Steuer-Fachleute sprechen von Nutzungsdauer ). Eine dreijährige Nutzungsdauer bedeutet, dass in den nächsten Jahren jedes Jahr 1 / 3 des Kaufpreises bei den Sonderausgaben angegeben wird.

    Das musst Du beim Kauf von gebrauchten Arbeitsmitteln beachten

    Auch gebraucht gekaufte Arbeitsmittel kannst Du so bei den Sonderausgaben angeben. Allerdings kommt es doch auch ein bisschen darauf an, von wem Du die Sachen kaufst. Schuld daran ist die Umsatzsteuer: Privatleute geben auf ihren Quittungen keine Umsatzsteuer an (dürfen sie auch gar nicht). Kaufst Du im Second-Hand-Kaufhaus, wird auf der Rechnung 19 % Umsatzsteuer ausgewiesen.

    Ob Du die Kosten für Dein Arbeitsmittel in der Steuererklärung auf einen Schlag angeben darfst oder über mehrere Jahre verteilen musst, hängt wieder von einem Höchstbetrag ab. Dieser ist – je nach dem, ob Umsatzsteuer ins Spiel kommt oder nicht – unterschiedlich hoch:

    für Möbel, die ohne Umsatzsteuer gekauft wurden, beträgt er 410 €,

    für Möbel, die mit Umsatzsteuer gekauft wurden, beträgt er 487,90 € (das entspricht 410 € plus 19 % Umsatzsteuer).

    Arbeitsmittel, die Du für maximal diesen Betrag kaufst, gibst Du gleich in der Steuererklärung als Sonderausgaben an – mit dem vollen Kaufpreis, den Du gezahlt hast (auf keinen Fall mit dem Neupreis!).

    Sollte ein gebraucht gekauftes Arbeitsmittel tatsächlich einmal mehr kosten als das, gilt: Auch bei gebrauchten Gegenständen gibt es eine Nutzungsdauer – da die Nutzung aber bereits angefangen hat, spricht man von Restnutzungsdauer .

    Mit anderen Worten: Je nach dem, wie alt ein gebraucht gekauftes Arbeitsmittel ist und wie stark es bereits beansprucht wurde, kannst Du die Restnutzungsdauer schätzen. Je niedriger die Restnutzungsdauer ist, desto schneller hast Du das Arbeitsmittel auf die kommenden Steuererklärungen verteilt und abgeschrieben .

    Geschenkte oder geerbte Arbeitsmittel

    Auch Gegenstände, die Du geschenkt bekommen oder geerbt hast, kannst Du für berufliche Zwecke nutzen, also umwidmen . Dann darfst Du ab dem Zeitpunkt der Umwidmung für diese Gegenstände Sonderausgaben geltend machen – und zwar in der Höhe, in der der Schenker bzw. Erblasser bei beruflicher Nutzung des Gegenstands Sonderausgaben absetzen könnte, wenn er noch Eigentümer bzw. am Leben wäre.

    Das bedeutet: Maßgebend für den Sonderausgabenabzug ist auch hier der Restwert zum Zeitpunkt der Umwidmung. Den Restwert und die Restnutzungsdauer berechnest Du so, wie wir es bei den gebraucht gekauften Arbeitsmitteln beschrieben haben.

    Ausbildungsende vor Ende der Abschreibung

    Achtung: Beendest Du Eure Ausbildung, bevor das Arbeitsmittel vollständig abgeschrieben ist, darfst Du den verbleibenden Restwert nicht mehr als Sonderausgaben geltend machen.

    Auslandssemester, Auslandspraktika

    Gilt das Studium als Berufsausbildung, sind auch die Kosten für Auslandssemester und Praktika im Ausland Sonderausgaben.

    Das heißt: Solange Du Deinen Lebensmittelpunkt in Deutschland hast, sind die Kosten für die Unterkunft im Ausland Sonderausgaben. Für die ersten drei Monate gibt es außerdem einen pauschalen Betrag für sogenannte Verpflegungsmehraufwendungen:

    Mehrtägiger Aufenthalt am Studien- / Ausbildungsort: Kalendertägliche Abwesenheitsdauer 24 Stunden

    Mehrtägiger Aufenthalt am Studien- / Ausbildungsort: An- und Abreistag, wenn die Abwesenheit vom Lebensmittelpunkt diesen, einen anschließenden oder vorhergehenden Tag umfasst (keine Mindestabwesenheit erforderlich)

    Definition: Der Lebensmittelpunkt ist an dem Ort, an den Du persönlich gebunden bist. Dies ist regelmäßig dort, wo Deine Familie oder Deine / e Partner / in wohnt.

    Fahrtkosten

    Für die Fahrt zur Uni oder Ausbildungsstätte darfst Du Fahrtkosten geltend machen. Hier gilt: Das Finanzamt akzeptiert die sogenannte Entfernungspauschale, das sind 30 Cent pro Entfernungskilometer. Entfernungskilometer heißt: Nur die einfache Strecke spart Steuern.

    Laut Routenplaner beträgt die Entfernung vom Studentenwohnheim zur Uni 6 Kilometer. Du darfst bei den Sonderausgaben Fahrtkosten in Höhe von 6 × 30 Cent= 1,80 € angeben für jeden Tag, den Du an der Uni verbracht has. Dabei ist es egal, ob Du den Bus nimmst, das Fahrrad oder mit dem Auto fährst. Du bekommst die Entfernungspauschale sogar dann, wenn Du nur Mitfahrer im Auto bist. Und auch, wenn Du zu Fuß gehst.

    Ausgaben für Semester-, Studien-, Kurs-, Repetitoriums-, Lehrgangs-, Zulassungs-, Prüfungsgebühren usw. gehören zu den Ausbildungskosten und damit auch zu den Sonderausgaben.

    Lerngruppen

    Wenn Du Dich nach der Vorlesung oder am Wochenende mit Kommilitonen in einer privaten Lerngruppe triffst, um das Gelernte gemeinsam nachzubereiten, kann auch das beim Steuern sparen helfen. Voraussetzung dafür, dass Du hier Kosten in der Steuererklärung angeben darfst, ist, dass ihr euch nahezu ausschließlich aus Gründen der Ausbildung zusammensetzt – also nicht nebenbei Geburtstag feiern, Fußball gucken oder die nächste Party planen! Am besten schreibst Du für das Finanzamt genau auf, wann und wo ihr Euch getroffen und welche Themen ihr dabei wiederholt habt.

    Dann kannst Du die Fahrt zur Lerngruppe bei den Sonderausgaben wie folgt angeben: 30 Cent pro Kilometer der Hin- und (!) Rückfahrt.

    Wenn Du ein unbezahltes Praktikum machst, das zum Studium gehört (!), und es entstehen dafür Kosten, dann darfst Du diese im Rahmen der Sonderausgaben angeben. Dazu gehören zum Beispiel: Fahrtkosten (30 Cent für jeden Kilometer, also Hin- und Rückfahrt) oder → Arbeitsmittel, die Du extra für dieses Praktikum gekauft hast.

    Bei einem bezahlten Praktikum, bei dem Du die Einnahmen versteuern musst (Indiz: Du hast bei der Praktikumsstelle Deine Steueridentifikationsnummer angeben müssen), können natürlich auch Kosten entstehen – die gehören dann aber nicht zu den Sonderausgaben, sondern sind Werbungskosten. Die Kosten werden genauso berechnet wie Sonderausgaben, sie werden aber in einem anderen Feld eingetragen.

    Telefon und Internet

    Internet- und Telefonkosten, die durch Ausbildung oder Studium entstehen, gehören ebenfalls zu den Sonderausgaben. Wie viel Du angeben darfst, berechnest Du anhand eines Einzelverbindungsnachweises selbst.

    Wenn Du also beispielsweise mit Kommilitonen telefonierst, um Dich für eine → Lerngruppe zu verabreden, oder den Prof, seine Sekretärin, das Prüfungsamt, das Studentenwerk usw. anrufst, dann berechnest Du, wie viel Prozent Deiner insgesamt am Telefon verbrachten Zeit das war. Den entsprechenden Prozentsatz Deiner Rechnung bzw. Flatrate gibst Du bei den Sonderausgaben an.

    Unfallkosten

    Passiert auf einer Fahrt im Zusammenhang mit Deiner Ausbildung ein Unfall, z. B. bei der Fahrt zur Uni oder zu einer Lerngemeinschaft, kannst Du die dabei entstehenden Kosten wie bei einem Unfall auf einer beruflichen Fahrt absetzen.

    Die Kosten ermittelst Du am besten in einer gesonderten Aufstellung, die Du der Steuererklärung beilegst. Einen Mustervordruck, mit dem Du Unfallkosten einfach und vollständig in der Steuererklärung geltend machen kannst, findest Du unter www.steuertipps.de im Bereich Service / Checklisten . Dabei geht es zwar um Unfälle von Berufstätigen, die die Kosten als Werbungskosten in der Steuererklärung angeben können, aber letztendlich ist es das gleiche. Du rechnest den Betrag aber zu den Sonderausgaben dazu, nicht zu den Werbungskosten.

    Ausbildungsdarlehen, Stipendien und BAföG in der Steuererklärung

    Darlehensrückzahlung, Zinsen, Stipendien usw.

    Ausbildungsdarlehen und BAföG-Darlehen

    Zinsen für ein Ausbildungsdarlehen gehören zu den abziehbaren Kosten. Das gilt auch für Zinsen, die erst nach Abschluss der Bildungsmaßnahme gezahlt werden – sie werden dann eben erst nach Abschluss der Ausbildung in der Steuererklärung angegeben.

    Die Rückzahlung (Tilgung) des Ausbildungsdarlehens dagegen darfst Du in der Steuererklärung nicht angeben – egal ob Du das Darlehen in Raten oder in einem Betrag zurückzahlst. Das gilt auch für die Raten zur Rückzahlung eines BAföG-Darlehens.

    Öffentliche Arbeitgeber gewähren oft nicht nur ein Darlehen, sondern vergeben zusätzlich Studienplätze aus einem Studienplatzkontingent. Damit erhalten ihre Studenten über das Darlehen hinaus einen Vorteil. Um diesen Vorteil auszugleichen, müssen die Studenten einen höheren Betrag zurückzahlen, also einen Darlehenszuschlag. Wegen des engen Zusammenhangs mit dem Studium ist der Zuschlag bei den Sonderausgaben abziehbar.

    BAföG und Stipendien

    Bekommst Du zur Förderung Deiner Berufsausbildung steuer- und rückzahlfreie Zuschüsse, mit denen zum Beispiel Kosten für Arbeitsmittel und Fahrtkosten abgegolten werden, musst Du den entsprechenden Betrag von Deinen Ausbildungskosten abziehen. Das betrifft z. B. den Zuschussanteil beim Meister-BAföG und Leistungen für Weiterbildungsmaßnahmen nach §§ 79, 81 SGB III. Die Zuschüsse werden auch dann auf die Aufwendungen angerechnet, wenn Du sie erst nachträglich erhältst.

    Sebastian absolvierte Ende des Jahres 01 eine Ausbildung. Die Kosten in Höhe von 300 € bezahlt er zunächst selbst. Anfang des Jahres 02 erstattet ihm die Arbeitsagentur 170 €. Obwohl Sebastian die Erstattung erst im Jahr 02 erhalten hat, muss er sie im Jahr 01 anrechnen. Deshalb darf er in 01 nur 130 € steuerlich geltend machen (= 300 € ./. 170 €).

    Sind die steuerfreien Bezüge dagegen ausschließlich oder teilweise zur Deckung des Lebensunterhalts bestimmt (z. B. Schüler- und Studenten-BAföG nach § 12 und § 13 BAföG, Ausbildungsbeihilfen nach § 59 Nr. 3 SGB III, Unterhaltsgeld nach §§ 77, 153 SGB III), werden sie nicht auf die Ausbildungskosten angerechnet. Sie müssen also auch nicht in der Steuererklärung angegeben werden. Wir sind der Meinung, dass das auch für das nicht rückzahlbare Deutschlandstipendium in Höhe von 300 € gilt. Allerdings: Bei bestimmten Konstellationen privater, staatlich anerkannter Hochschulen sind dabei Ausnahmen möglich. Am besten fragst Du direkt bei Deiner Hochschule nach.

    Ein Stipendium aus öffentlichen Mitteln (auch aus EU-Förderprogrammen) ist im Gegensatz zu privaten Stipendien steuerfrei, wenn es zu Studienzwecken gewährt wird und der Empfänger (also Du) im Zusammenhang mit dem Stipendium nicht zu einer bestimmten Arbeitnehmertätigkeit verpflichtet ist. Bei Schülern und Studenten ist diese Voraussetzung normalerweise erfüllt. Die Prüfung, ob die Voraussetzungen für die Steuerfreiheit der Stipendien vorliegen, hat das Finanzamt vorzunehmen, das für die Veranlagung des Stipendiengebers zur Körperschaftsteuer zuständig ist – also nicht Dein Finanzamt.

    Deine Ausbildungskosten musst Du um diesen Betrag kürzen. Darf mit dem Geld dagegen der eigene Lebensunterhalt bestritten werden, muss keine Kürzung der Sonderausgaben und keine Angabe in der Steuererklärung erfolgen.

    Geldgeschenke zur Finanzierung der Ausbildung

    Bekommst Du Geld zur Finanzierung Deiner Ausbildungskosten von Verwandten oder Bekannten geschenkt, werden diese Mittel nicht auf die abziehbaren Ausbildungskosten angerechnet und müssen in der Steuererklärung nicht angegeben werden.

    BAföG in die Steuererklärung eintragen

    Geld für den Lebensunterhalt oder für konkrete Kosten der Bildungsmaßnahme? Darlehen oder Zuschuss? Diese Fragen entscheiden, ob BAföG steuerrelevant ist oder nicht.

    Das Kürzel BAföG steht für "Bundesausbildungs-förderungsgesetz". Umgangssprachlich wird damit aber meistens die finanzielle Förderung für Schüler und Studenten bezeichnet, die sich aus diesem Gesetz ergibt. Die Idee: Allen Menschen, egal, wieviel Geld sie haben und aus welcher Familie sie kommen, die gleichen Bildungschancen zu ermöglichen.

    Wie du einen Antrag auf BAföG stellen kannst, erfährst du auf den Seiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, Stichwort Antragstellung.

    Wie viel BAföG dir zusteht, ist gar nicht so einfach zu berechnen und auch BAföG-Rechner im Internet können nur ungefähr auf die Höhe einer möglichen BAföG-Förderung hinweisen. Weitere Informationen findest du beim Studentenwerk: BAföG berechnen.

    Geld für Lebensunterhalt muss nicht in die Steuererklärung

    Wenn du als Student oder Schüler BAföG erhältst, ist das in der Regel ein steuerfreier Bezug, den du nicht in die Steuererklärung eintragen musst. Der Grund: Das Geld dient hauptsächlich der Finanzierung deines Lebensunterhalts.

    Auch ein Bildungsdarlehen, das du zurückzahlen müssen, braucht nicht in der Steuererklärung angegeben werden. Zudem darfst du die Kosten der Zinsen für das Darlehen sogar absetzen. Mehr dazu in unserem Artikel zum Thema Bildungskredit.

    Meister-BAföG / Aufstiegs-BAföG

    Das Meister-BAföG, seit 2016 auch Aufstiegs-BAföG genannt, dient der Förderung von sogenannten beruflichen Aufstiegsfortbildungen, beispielsweise von Meisterkursen. Es setzt sich zusammen aus einem Beitrag für die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren und einem Beitrag zum Lebensunterhalt. Ersterer wird zu 40 Prozent als Zuschuss geleistet, muss also nicht zurückgezahlt werden. Das Gleiche gilt für die Unterhaltsförderung in Höhe von 333 Euro. Auch dieses Geld ist ein Zuschuss. Für den Rest können zinsgünstige Darlehen in Anspruch genommen werden. Diese müssen Sie zurückzahlen. Mehr dazu unter www.aufstiegs-bafoeg.de

    ZuschГјsse mГјssen angegeben werden

    Wenn du allerdings von einer Stiftung Büchergeld erhältst oder mit Hilfe des Aufstiegs-BAföGs einen Teil der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bezahlt bekommst, musst du diese Zuschüsse in der Steuererklärung mit deinen Kosten verrechnen. Das gilt für alle Zuschüsse, die du explizit für deine Aus- oder Fortbildungskosten bekommst und nicht zurückzahlen musst.

    Eine Ausnahme gilt in Bayern: Jeder, der sich dort erfolgreich zum Meister weiterbilden lässt, erhält von der Landesregierung einen Meisterbonus in Höhe von 1.000 Euro. Dieser Bonus ist nicht einkommensteuerpflichtig und muss daher auch nicht mit den Kosten verrechnet werden.

    Unser Tipp:

    Erstelle eine Tabelle, in der du zunächst alle deine Aus- oder Fortbildungskosten eines Jahres auflistest und addierst. Von dieser Summe ziehst du nun alle Bildungszuschüsse ab. Zum Beispiel:

    Ist dir das zu aufwändig? Dann kannst du dich jederzeit gerne an eine unserer VLH-Beratungsstellen wenden. Über diesen Link gelangst du zur Beratersuche.

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    Источники: http://www.studentensteuererklaerung.de/bafoeg-steuererklaerung, http://www.steuertipps.de/die-erste-steuererklaerung/im-job/ausbildungskosten-in-der-steuererklaerung, http://www.vlh.de/arbeiten-pendeln/ausbildung-studium/bafoeg-in-die-steuererklaerung-eintragen.html

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