Beispiele für werbungskosten

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    Werbungskosten

    Was Arbeitnehmer alles

    • Zuletzt aktualisiert: 15. September 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Werbungskosten mindern Ihre Steuerlast bei Ihren Einkünften als Arbeitnehmer.
    • Zu den Werbungskosten zählen alle Kosten, die Ihnen durch Ihre Arbeit entstehen.
    • Von sich aus berücksichtigt das Finanzamt bei Arbeitnehmern pauschal 1.000 Euro.

    So gehen Sie vor

    • Dieses Werbungskosten-ABC listet zahlreiche Steuerspar-Möglichkeiten auf. Prüfen Sie, welche Posten davon bei Ihnen angefallen sind.
    • Haben Sie im Jahr mehr als 1.000 Euro an Werbungskosten ausgegeben, können Sie zu viel gezahlte Steuern nur durch detaillierte Angaben in der Anlage N Ihrer Steuererklärung zurückholen.
    • Auch Vermieter können Werbungskosten von ihren Einkünften abziehen. Kapitalanleger können nur eingeschränkt bestimmte Kosten absetzen, wenn sie Abgeltungsteuer bezahlt haben.

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    Zu den Werbungskosten gehört alles, was Sie ausgeben, um überhaupt Geld zu verdienen. Dazu gehören Bewerbungsfotos genauso wie die Fahrt zum Vorstellungsgespräch. Wer schon einen Job hat, muss vielleicht in eine Fortbildung investieren, um ihn auch zu behalten. Bereits beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt der Arbeitgeber 1.000 Euro Arbeitnehmer-Pauschbetrag.

    Wer im Jahr diesen Betrag mit seinen Werbungskosten nicht übersteigt, der könnte in der Anlage N seiner Steuererklärung darauf verzichten, einzelne Ausgaben einzutragen. Denn 1.000 Euro berücksichtigt das Finanzamt bei jedem Arbeitnehmer automatisch.

    Wer Wohnungen vermietet, sollte seine Immobilie hin und wieder renovieren. Die gesetzliche Definition der Werbungskosten können Sie in § 9 EStG nachlesen.

    Helfer für die Steuererklärung

    Werbungskosten-ABC

    Absetzen können Sie alle beruflich veranlassten Ausgaben, soweit Ihr Arbeitgeber sie Ihnen nicht steuerfrei ersetzt hat.

    Arbeitsmittel Alles, was Sie für Ihre berufliche Tätigkeit einsetzen, gilt als Arbeitsmittel. Grundsätzlich kann jeder Gegenstand ein steuerlich absetzbares Arbeitsmittel sein, wenn Sie ihn überwiegend für berufliche Zwecke nutzen. Dazu gehören zum Beispiel Aktentasche, PC, Schreibtisch, selbst bezahlter Bürostuhl, Bücherregal und Fachliteratur.

    Arbeitszimmer Für die meisten Steuerzahler ist das häusliche Arbeitszimmer als Steuersparmodell passé. Für diese Kosten gilt nämlich grundsätzlich ein Abzugsverbot. Der Gesetzgeber lässt aber zwei Ausnahmen zu: Wenn Ihnen für Ihre berufliche oder betriebliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht, können Sie bis zu 1.250 Euro pro Jahr geltend machen. Wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt Ihrer gesamten beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit darstellt, sind Ihre Kosten unbeschränkt abzugsfähig.

    Bahncard Haben Sie sich eine Bahncard gekauft, um Ihre beruflich veranlassten Reisekosten zu senken? Dann können Sie den Preis in voller Höhe als Werbungskosten angeben.

    Berufsausbildung Kosten Ihrer eigenen erstmaligen Berufsausbildung oder Ihres Erststudiums können Sie nur begrenzt bis zu 6.000 Euro im Jahr als Sonderausgaben absetzen. Dagegen können Ihre Ausgaben als Werbungskosten in unbegrenzter Höhe berücksichtigt werden, wenn sie

    • für eine weitere Berufsausbildung,
    • für ein weiteres Studium,
    • für ein Erststudium nach einer bereits abgeschlossenen nichtakademischen Berufsausbildung oder
    • im Rahmen eines Ausbildungsdienstverhältnisses

    Berufskleidung Die Finanzämter erkennen Ausgaben für typische Berufskleidung und deren Reinigung als Werbungskosten an. Darunter fallen beispielsweise Arbeitskittel, Uniform, Blaumann, Sicherheitsschuhe, Arztmantel, Operationshose, Robe und Barett eines Richters sowie die Amtstracht eines Geistlichen. Alle Kleidungsstücke, die Sie als herkömmliche „bürgerliche“ Bekleidung nutzen können, sind dagegen keine typische Berufskleidung.

    Berufsverband Absetzbar sind auch Ihre Beiträge zu Berufsständen und sonstigen Berufsverbänden, beispielsweise die Ärzte- oder die Anwaltskammer, aber auch Gewerkschaften.

    Bewerbungen Wenn Sie eine Arbeitsstelle suchen, können Sie beispielsweise Ausgaben für Inserate, Telefonkosten, Porto, Kosten für Fotokopien von Zeugnissen und nicht erstattete Reisekosten für Vorstellungsgespräche absetzen. Hierbei spielt es keine Rolle, ob Ihre Bewerbung Erfolg hatte.

    Doktortitel Promotionskosten erkennt das Finanzamt als Werbungskosten an, wenn sie beruflich veranlasst sind. Auch Kosten einer Habilitation zählen grundsätzlich zu den Werbungskosten.

    Doppelte Haushaltsführung Wer aus beruflichen Gründen einen zweiten Haushalt am Beschäftigungsort unterhält, kann seine Ausgaben als Werbungskosten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung von der Steuer absetzen. Das Finanzamt berücksichtigt Kosten der Zweitwohnung, Fahrtkosten, Verpflegungsmehraufwendungen (innerhalb der ersten drei Monate) und Umzugskosten.

    Bus, Bahn und Co.

    Nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel, können Sie die über die Entfernungspauschale hinausgehenden tatsächlichen Ticketkosten als Werbungskosten abziehen. Die Entfernungspauschale wird übrigens bei Flügen nicht angewendet, stattdessen können Sie auch hier die tatsächlichen Kosten absetzen.

    Fahrten zur Arbeit Ihre Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte fördert der Gesetzgeber in Form einer Pauschale. Für diesen Weg können Sie eine Entfernungspauschale in Höhe von 0,30 Euro für jeden vollen Entfernungskilometer als Werbungskosten von der Steuer absetzen – unabhängig davon, wie Sie zur Arbeit und wieder nach Hause gelangen. Die Entfernungspauschale ist grundsätzlich auf 4.500 Euro jährlich begrenzt. Wenn Sie aber mit Ihrem eigenen Pkw oder einem Dienstwagen zur Arbeit fahren, berücksichtigt das Finanzamt auch einen höheren Betrag.

    Feierkosten – Die Kosten für eine Feier mit Kollegen, Vorgesetzen und Geschäftsfreunden sind steuerlich absetzbar, falls das Fest zumindest in Teilen beruflich veranlasst war. Im Juli 2015 hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden, dass ein Steuerberater die Ausgaben für eine Feier mit Kollegen und persönlichen Freunden absetzen darf (Urteil vom 8. Juli 2015, Az. VI R 46/14). Er hatte in einer gemieteten Halle 46 Kollegen zu seiner bestandenen Steuerberaterprüfung eingeladen und zugleich 55 Leute aus seinem privaten Umfeld anlässlich seines 30. Geburtstags. Er reichte die Gästeliste beim Finanzamt ein und wollte anteilig die Kosten für Miete und Bewirtung als Werbungskosten abziehen. Sowohl das Finanzamt als auch das Finanzgericht Baden-Württemberg lehnten das ab; der BFH gestattete dies.

    Diese steuerzahlerfreundliche Rechtsprechung ist mittlerweile gefestigt, wie das BFH-Urteil vom 20. Januar 2016, Az. VI R 24/15 zeigt. Hier klagte ein Finanzbeamter, der sein 40-jähriges Dienstjubiläum mit seinen Kollegen im Finanzamt feierte. Er lud alle Kollegen per E-Mail dazu ein und durfte die von ihm bestellten und bezahlten Getränke und Häppchen als Werbungskosten absetzen. Denn ein Dienstjubiläum ist ein berufsbezogenes Ereignis, hat der BFH festgestellt. Die Aufwendungen hierfür können nahezu ausschließlich beruflich veranlasst sein, wenn der Arbeitnehmer folgende Bedingungen einhält:

    • Der Mitarbeiter tritt als Gastgeber auf und bestimmt die Gästeliste.
    • Nachdem die Grenze zwischen Kollege und privaten Freunden fließend sein kann, sollten die beruflichen Gäste nicht individuell, sondern nach einem abstrakten Kriterium eingeladen werden: zum Beispiel alle Kollegen, die gesamte Abteilung, alle Außendienstler, die Senioren oder Azubis der Firma etc.
    • Die Feier sollte in Räumlichkeiten des Arbeitgebers stattfinden und idealerweise zumindest in Teilen oder am Rande der regulären Arbeitszeiten, zum Beispiel am Freitagnachmittag.
    • Bezüglich des Aufwands sollte sie im üblichen Rahmen gehalten werden. Ein Sekt- und Weinumtrunk mit Häppchen ist auf jeden Fall drin.
    • Abgrenzung zu Repräsentationsaufwendungen: Wer Verwandte, persönliche Freunde, Angehörige des öffentlichen Lebens wie Bürgermeister, Stadträte, Journalisten einlädt, muss wissen, dass diese zum privaten Bereich gehören und ihre Einladung einer berufliche Veranlassung zumindest zum Teil widersprechen kann. Zumindest aber der Teil der Kosten, der auf die beruflichen Gäste entfällt, ist absetzbar.

    Der Anlass der Feier ist nur eines von mehreren Kriterien. Das Gesamtbild entscheidet, ob und in welcher Höhe Werbungskosten absetzbar sind. Auch Arbeitnehmer können Bewirtungskosten haben.

    Übernimmt der Arbeitgeber die Kosten, dann darf er bis zu 110 Euro je Teilnehmer steuer- und sozialversicherungsfrei sponsern. Geschenke bis 60 Euro fließen in diese Betragsgrenze ein. Gibt die Firma mehr als 110 Euro pro Person, muss sie hierfür Lohnsteuer und auch Sozialversicherungsbeiträge abführen.

    Fort- und Weiterbildung Berufliche Fort- oder Weiterbildungskosten können Sie in voller Höhe als Werbungskosten steuerlich geltend machen. Das gilt sowohl für Bildungsmaßnahmen in einem schon ausgeübten Beruf als auch für eine Berufstätigkeit in Zukunft (wie die Vorbereitung eines Handwerksgesellen auf die Meisterprüfung). Typische Beispiele sind Lehrgänge, Tagungen und Seminare.

    Führerschein Die Aufwendungen für einen Lkw- oder Busführerschein sind grundsätzlich Werbungskosten. Dagegen zählen die Kosten eines Pkw-Führerscheins zur privaten Lebensführung, auch wenn Sie nur mit dem Auto zur Arbeit kommen können.

    Kapitaleinkünfte Seit 2009 erhebt der Staat auf Zinsen, Dividenden und andere private Geldanlagen 25 Prozent Abgeltungsteuer. Die tatsächlichen Werbungskosten sind nicht absetzbar. Es gibt aber einige Ausnahmen, zum Beispiel die Bankspesen und Maklercourtagen beim An- und Verkauf von Wertpapieren, der Ausgabeaufschlag beim Kauf von Investmentfonds sowie manche Gebühren.

    Kontoführung – Auf normalen Girokonten finden regelmäßig auch beruflich veranlasste Transaktionen (zum Beispiel die Überweisung des Arbeitslohns) statt. Deshalb sind Kontoführungsgebühren anteilig als Werbungskosten abziehbar. Hier hat sich eine Nichtbeanstandungsgrenze von 16 Euro jährlich durchgesetzt. Die meisten Finanzämter berücksichtigen diesen Betrag auch bei kostenfreien Girokonten.

    Kreditkarte – Bestimmt verwenden Sie Ihre Kreditkarte auch für berufliche Ausgaben. Dann sollten Sie einen beruflichen Nutzungsanteil in Prozent ermitteln. Den Kostenanteil, der auf die berufliche Nutzung entfällt, können Sie als Werbungskosten abziehen.

    Meisterprüfung Wer sich für die Aufstiegsfortbildung zum Meister entscheidet, kann seine Ausgaben als Werbungskosten abziehen.

    Rechtsberatung Ihre Beratungskosten und sonstige Rechtsverfolgungskosten (zum Beispiel Prozesskosten) können Sie von der Steuer absetzen, wenn sie berufsbedingt entstanden sind. Das ist zum Beispiel bei einem Prozess vor dem Arbeitsgericht der Fall. Beruflich bedingt ist auch ein Streit vor dem Finanzgericht um Lohnsteuer oder Werbungskosten.

    Reisekosten Wenn Sie aus beruflichen Gründen unterwegs waren, können Sie die Kosten, die Ihnen dadurch entstanden sind, als Reisekosten von der Steuer absetzen. Zu den Reisekosten zählen Fahrtkosten, Übernachtungskosten, Verpflegungsmehraufwendungen und Reisenebenkosten. Typische Beispiele für beruflich veranlasste Reisen sind Seminar-, Kunden- oder Messebesuche.

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    Sprachkurs Belegen Sie einen Sprachkurs, der konkret mit Ihrer Berufstätigkeit zusammenhängt, sind Ihre Kosten als Werbungskosten abziehbar. Nur weil der Veranstaltungsort eines Sprachkurses im Ausland liegt, muss das nicht für eine überwiegend private Veranlassung des Kurses sprechen. Das gilt jedenfalls für die Mitgliedstaaten der EU, die EWR-Staaten (Island, Liechtenstein, Norwegen) und die Schweiz.

    Steuerberatungskosten Wenn Sie sich eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater leisten, können Sie den Teil der Kosten absetzen, der durch Lohn oder Gehalt veranlasst ist. Der private Bereich der Steuererklärung (zum Beispiel Hauptvordruck, Anlage Kind etc.) ist seit 2006 Privatvergnügen und wirkt sich nicht mehr steuermindernd aus.

    Telefon Wahrscheinlich nutzen Sie Ihren Festnetzanschluss oder Ihr Smartphone nicht ausschließlich beruflich. Sie dürfen Ihre Kosten aber in einen – geschätzten – beruflichen und einen privaten Anteil aufteilen. Ohne Nachweis erkennen die Finanzämter 20 Prozent des Rechnungsbetrags, höchstens aber 20 Euro pro Monat an.

    Umschulung Nehmen Sie an einer beruflichen Umschulungsmaßnahme teil, sind die Kosten, die Ihnen dadurch entstehen, Werbungskosten.

    Privater Umzug

    Selbst ohne berufliche Veranlassung müssen Sie steuerlich nicht völlig leer ausgehen. Klassische Umzugsdienstleistungen bezuschusst der Fiskus auch als haushaltsnahe Dienstleistungen.

    Umzug Ihre Umzugskosten sind immer als Werbungskosten abziehbar, wenn Sie dem Finanzamt nachweisen können, dass der Wohnortwechsel beruflich veranlasst war. Haben Sie den Umzug im überwiegenden betrieblichen Interesse Ihres Arbeitgebers durchgeführt (zum Beispiel in eine Dienstwohnung), dürften Sie keine Nachweisprobleme haben. Das Gleiche gilt, wenn Sie eine berufliche Tätigkeit an einem anderen Ort neu aufgenommen haben. Für eine berufliche Veranlassung spricht auch eine Fahrzeitersparnis von mindestens einer Stunde täglich.

    Unfall Wenn Ihnen auf einer beruflich veranlassten Fahrt beziehungsweise auf der Fahrt zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte ein Unfall passiert, können Sie die Kosten der Beseitigung des Schadens an Ihrem eigenen und am fremden Fahrzeug sowie etwaige Mietwagenkosten absetzen. Diese Kosten gelten als außergewöhnliche Aufwendungen im Rahmen der allgemeinen Werbungskosten (siehe Seiten 14 und 15 im Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 31. Oktober 2013). Ansonsten dürfen neben der Entfernungspauschale keine weiteren Fahrzeugkosten abgesetzt werden, nicht einmal Parkquittungen für das Abstellen des Autos während der Arbeitszeit.

    Übrigens: Passiert der Unfall auf dem Weg zur Arbeit und Sie müssen selbst Krankheitskosten tragen, dann können diese als Werbungskosten statt nur als außergewöhnliche Belastungen abzugsfähig sein. Das Gleiche gilt für selbst übernommene Behandlungs- und Fahrtkosten zu Ärzten und Kliniken aufgrund eines Arbeitsunfalls.

    Vermietung und Verpachtung Auch bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung spielen Werbungskosten eine wichtige Rolle. Zu den abziehbaren Kosten zählen zum Beispiel die Abschreibung, Schuldzinsen und Erhaltungsaufwendungen.

    Vorhalten einer Wohnung – Ein Arbeitnehmer, der eine Wohnung aus ausschließlich beruflichen Gründen während der Elternzeit vorhält, weil er plant, danach wieder zur Vollzeitstelle zurückzukehren, kann möglicherweise die Mietkosten in dieser Zeit als „Werbungskosten anderer Art“ absetzen.

    Dies entschied das Finanzgericht Berlin-Brandenburg in einem Fall einer angestellten Augenärztin, die mit ihrem Lebensgefährten in einer anderen Stadt zusammengezogen ist. Die zweite Wohnung – vermutlich in Berlin – hatte sie während der Elternzeit kaum noch beruflich genutzt, weshalb ein Abzug wegen doppelter Haushaltsführung ausschied. Dennoch gestatteten die Richter einen Werbungskostenabzug. Die Ärztin behielt ihre relativ günstige Wohnung am Beschäftigungsort vorsorglich aus beruflichen Gründen und wegen des angespannten Mietmarkts. Allerdings dürften private Gründe nur eine untergeordnete Rolle spielen. Um dies zu prüfen sei ein strenger Maßstab anzulegen, betonten die Richter (Finanzgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 1. Juni 2017, Az. 3 K 3278/14; Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesfinanzhof eingelegt: Az. VI B 69/17).

    Zinsen Für die Einkünfte aus Kapitalvermögen (auch Dividenden) hat der Gesetzgeber ab 2009 ein Werbungskostenabzugsverbot eingeführt. Seitdem gibt es die Abgeltungssteuer von pauschal 25 Prozent für Kapitalerträge. Werbungskosten fallen unter den Tisch, abziehen können Sie nur einen Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro (bei zusammenveranlagten Ehepaaren oder eingetragenen Lebenspartnern 1.602 Euro).

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    Hohe Werbungskosten? Lohnsteuerermäßigungsverfahren nutzen!

    Bei erwartungsgemäß hohen Werbungskosten können Sie die Vorteile des Lohnsteuerermäßigungsverfahrens für sich nutzen. Dazu beantragen Sie einfach beim Finanzamt einen Freibetrag. Dadurch erhöht sich Ihr monatliches Nettoeinkommen, weil Ihr Arbeitgeber weniger Lohnsteuer von Ihrem Arbeitslohn einbehalten muss. Werbungskosten, die Ihre Steuerlast mindern, werden also sofort berücksichtigt und nicht erst, nachdem Sie Ihre Steuererklärung abgegeben haben.

    Mehr dazu im Ratgeber Steuererklärung

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    Das Wichtigste zur Einkommensteuer:

    • Welche Formulare Sie bis wann ausfüllen müssen.
    • Wer eine Steuererklärung abgeben muss – und wer sollte.
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    Artikel verfasst von

    Finanztip-Experte für Steuern

    Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

    freie Finanztip-Mitarbeiterin (bis 2015)

    Als freie Mitarbeiterin hat Sabine Himmelberg auf Finanztip zum Thema Steuern geschrieben. Sie blickt auf mehr als zwanzig Jahre Redaktionsarbeit im Steuerrecht zurück. Als spezialisierte Fachjournalistin deckt Sabine Himmelberg ein breites inhaltliches Spektrum für Publikationen namhafter Fachverlage ab. Nach ihrem Magisterabschluss an der Universität zu Köln trat sie in die Redaktion des Deubner Verlags ein, der Informationen für Rechtsanwälte und Steuerberater herausgibt und der WEKA-Gruppe angehört. Sie leitete dort drei Jahre lang die Redaktion Steuern.

    Was sind Werbungskosten?

    Ob Fahrtkosten, Fortbildung oder Fachbücher: Alle Ausgaben rund um den Job heißen Werbungskosten. Und für diese Ausgaben können Sie Geld zurückbekommen.

    Sie fahren mit dem Auto zur Arbeit, machen eine Fortbildung oder ziehen in eine neue Stadt – und all das nur, damit Sie einen guten Job haben und Geld verdienen. Die Finanzverwaltung nennt diese Kosten Werbungskosten. Und weil Werbungskosten eng mit dem Geldverdienen zusammenhängen, unterstützt Sie der Staat. Das heißt: Sie dürfen die Werbungskosten von ihren Einnahmen abziehen. Nur auf das Geld, was übrig bleibt, müssen Sie Steuern zahlen.

    Werbungskosten können Sie haben, wenn Sie a) Geld als Arbeitnehmer verdienen, b) Rente bekommen, c) Geld bei einer Bank anlegen und Zinsen erhalten, d) ein Mietshaus haben und Miete einnehmen und e) wenn Sie sonstige Einkünfte haben, die nicht durch eine Selbstständigkeit entstehen.

    Was zählt alles zu den Werbungskosten für Arbeitnehmer?

    Es gibt viele Dinge rund um Ihren Job, für die Sie Geld ausgeben müssen und wofür Sie am Ende des Jahres Steuern zurückbekommen können. Weil es allerdings sehr viele verschiedene Berufe gibt und deshalb auch unterschiedliche Ausgaben, haben wir hier die wichtigsten für Sie zusammengefasst:

    • Die Fahrten zur Arbeit, egal ob mit einem Г¶ffentlichen Verkehrsmittel, dem eigenen Auto oder mit einer Fahrgemeinschaft.
    • ReisekostenВ bei einer Dienstreise.
    • Berufsbekleidung, wie beispielsweise einen Laborkittel.
    • FachbГјcher oder Fachzeitschriften, die um Ihr berufliches Thema kreisen und Sie auf dem Laufenden halten.
    • Werkzeug, das Sie fГјr Ihren Job brauchen, zum Beispiel die FrisГ¶rschere.
    • In manchenВ FГ¤llen das Arbeitszimmer zu Hause.
    • Eine Zweitwohnung, die Sie aus beruflichen GrГјnden brauchen.
    • Fortbildungen oder WeiterbildungenВ sowie die kosten fГјr einen berufsbedingten Sprachkurs.
    • Die Kosten fГјr eine zweite Ausbildung.
    • Kosten fГјr die Bewerbung um eine neue Stelle.
    • Kosten fГјr einen Umzug zum Beispiel zu einer neuen Arbeitsstelle.
    • Unfallkosten, die auf dem Weg zur ArbeitВ entstanden sind.
    • BeitrГ¤ge zu BerufsverbГ¤nden und Gewerkschaften.
    • Bestimmte VersicherungsbeitrГ¤ge wie zum Beispiel die Berufshaftpflichtversicherung.
    • KontofГјhrungsgebГјhren.
    • Anwaltskosten und Gerichtskosten, zum Beispiel bei Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber.
    • (Behandlungs-) Kosten bei Berufskrankheiten.
    • Steuerberatungskosten fГјr die Erstellung der Anlage N (fГјr Einnahmen aus nichtselbststГ¤ndiger Arbeit).

    Alle Quittungen und Kassenzettel für Bustickets, Arbeitskleidung oder andere berufliche Ausgaben zählen Sie am Jahresende zusammen und tragen sie in Anlage N Ihrer Steuererklärung ein. Danach machen Sie eine Kopie aller Belege und legen die Originale zur Steuererklärung in den Umschlag.

    Der Staat erlaubt jedem Arbeitnehmer, pauschal 1.000 Euro im Jahr als Werbungskosten geltend zu machen. Das bedeutet, dass das Finanzamt immer automatisch 1.000 Euro vom Jahreseinkommen abzieht, auch wenn Sie weniger Kosten hatten. Wie das funktioniert, erklärt unser Steuer ABC zum Thema Werbungskostenpauschale.

    Unsere Infografik gibt Ihnen einen schnellen Überblick über die gängigsten Werbungskosten:

    В

    Kann ich auch als Rentner Werbungskosten haben?

    Natürlich dürfen auch Rentner Werbungskosten in die Steuererklärung eintragen und zwar in die Anlage R. Welche Werbungskosten das sind, erklärt Ihnen unser Steuer-Tipp Rentner können Werbungskosten von der Steuer absetzen.

    Gibt es auch Werbungskosten bei KapitaleinkГјnften?

    Wenn Sie Geld verdienen, indem Sie Ihr Geld geschickt anlegen, haben Sie meisten auch Kosten für Bankgebühren etc. Seit 2009 dürfen Sie diese Kosten aber nicht mehr in tatsächlicher Höhe als Werbungskosten von den Einnahmen abziehen. Stattdessen gibt es den sogenannten Sparer-Pauschbetrag, bei dem nur noch Kosten von maximal 801 Euro für Kapitaleinkünfte in die Steuererklärung (Anlage KAP) eingetragen werden dürfen. Das heißt: Mehr als 801 Euro gibt es nicht, egal wie hoch die Kosten sind.

    Was sind Werbungskosten bei Vermietung und Verpachtung?

    Auch Vermieter können Werbungskosten in die Steuererklärung eintragen, genau gesagt in Anlage V (für Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung). Dazu gehören beispielsweise die Grundsteuer für das Mietshaus sowie Renovierungskosten. Welche Kosten Vermieter noch als Werbungskosten absetzen können, erfahren Sie in unserem Artikel Was Vermieter von der Steuer absetzen können. Eine Grenze gibt es übrigens nicht.

    Und was ist, wenn ich noch "Sonstige EinkГјnfte" habe?

    Zu den sonstigen Einkünften (Anlage SO) zählen zum Beispiel der Unterhalt von einem Ex-Partner oder die Abgeordnetenbezüge eines Politikers. Auch hier kann es Werbungskosten geben. Bei Unterhaltseinkünften gilt beispielsweise ein Pauschbetrag von 102 EUR. Dieser Betrag wird automatisch von den Einnahmen abgezogen und nur für den Rest müssen Sie Steuern bezahlen.

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    Werbungskosten

    Werbungskosten Definition

    Werbungskosten werden in § 9 Abs. 1 EStG definiert als Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen.

    Ein Arbeitnehmer kauft sich Fachbücher, um in seinem Arbeitsgebiet auf dem laufenden zu bleiben. Die Kosten für die Bücher stellen Werbungskosten dar, da er damit seine Einnahmen (letztlich seinen Arbeitsplatz) sichert und erhält.

    Ein Vermieter lässt die Wohnung, die er vermietet, renovieren. Er sichert damit seine Einnahmen, da die vermietete Wohnung sonst wohl irgendwann nicht mehr vermietbar wäre. Die Renovierungskosten stellen somit ebenfalls Werbungskosten dar.

    Die Werbungskosten mindern in beiden Fällen die Einnahmen: im ersten Fall die Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, im zweiten Fall die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung.

    Werbungskosten bezeichnen die Ausgaben im Rahmen der Überschusseinkünfte. Bei den Gewinneinkünften hingegen spricht man von Betriebsausgaben (vgl. Einkunftsarten).

    Werbungskosten können anfallen, bevor Einkünfte erzielt werden (vorweggenommene Werbungskosten), z.B. Schuldzinsen, die während der Bauzeit einer zu vermietenden Immobilie anfallen.

    Werbungskosten können auch anfallen, nachdem Einkünfte erzielt wurden bzw. nachdem die Tätigkeit aufgegeben wurde (Nachträgliche Werbungskosten). In der Regel laufen Werbungskosten aber parallel zur Einnahmenerzielung.

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    Источники: http://www.finanztip.de/werbungskosten/, http://www.vlh.de/wissen-service/steuer-abc/was-sind-werbungskosten.html, http://www.welt-der-bwl.de/Werbungskosten

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