Berechnung werbungskosten

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    Werbungskosten

    Was Arbeitnehmer alles

    • Zuletzt aktualisiert: 15. September 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Werbungskosten mindern Ihre Steuerlast bei Ihren Einkünften als Arbeitnehmer.
    • Zu den Werbungskosten zählen alle Kosten, die Ihnen durch Ihre Arbeit entstehen.
    • Von sich aus berücksichtigt das Finanzamt bei Arbeitnehmern pauschal 1.000 Euro.

    So gehen Sie vor

    • Dieses Werbungskosten-ABC listet zahlreiche Steuerspar-Möglichkeiten auf. Prüfen Sie, welche Posten davon bei Ihnen angefallen sind.
    • Haben Sie im Jahr mehr als 1.000 Euro an Werbungskosten ausgegeben, können Sie zu viel gezahlte Steuern nur durch detaillierte Angaben in der Anlage N Ihrer Steuererklärung zurückholen.
    • Auch Vermieter können Werbungskosten von ihren Einkünften abziehen. Kapitalanleger können nur eingeschränkt bestimmte Kosten absetzen, wenn sie Abgeltungsteuer bezahlt haben.

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    Zu den Werbungskosten gehört alles, was Sie ausgeben, um überhaupt Geld zu verdienen. Dazu gehören Bewerbungsfotos genauso wie die Fahrt zum Vorstellungsgespräch. Wer schon einen Job hat, muss vielleicht in eine Fortbildung investieren, um ihn auch zu behalten. Bereits beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt der Arbeitgeber 1.000 Euro Arbeitnehmer-Pauschbetrag.

    Wer im Jahr diesen Betrag mit seinen Werbungskosten nicht übersteigt, der könnte in der Anlage N seiner Steuererklärung darauf verzichten, einzelne Ausgaben einzutragen. Denn 1.000 Euro berücksichtigt das Finanzamt bei jedem Arbeitnehmer automatisch.

    Wer Wohnungen vermietet, sollte seine Immobilie hin und wieder renovieren. Die gesetzliche Definition der Werbungskosten können Sie in § 9 EStG nachlesen.

    Helfer für die Steuererklärung

    Werbungskosten-ABC

    Absetzen können Sie alle beruflich veranlassten Ausgaben, soweit Ihr Arbeitgeber sie Ihnen nicht steuerfrei ersetzt hat.

    Arbeitsmittel Alles, was Sie für Ihre berufliche Tätigkeit einsetzen, gilt als Arbeitsmittel. Grundsätzlich kann jeder Gegenstand ein steuerlich absetzbares Arbeitsmittel sein, wenn Sie ihn überwiegend für berufliche Zwecke nutzen. Dazu gehören zum Beispiel Aktentasche, PC, Schreibtisch, selbst bezahlter Bürostuhl, Bücherregal und Fachliteratur.

    Arbeitszimmer Für die meisten Steuerzahler ist das häusliche Arbeitszimmer als Steuersparmodell passé. Für diese Kosten gilt nämlich grundsätzlich ein Abzugsverbot. Der Gesetzgeber lässt aber zwei Ausnahmen zu: Wenn Ihnen für Ihre berufliche oder betriebliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht, können Sie bis zu 1.250 Euro pro Jahr geltend machen. Wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt Ihrer gesamten beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit darstellt, sind Ihre Kosten unbeschränkt abzugsfähig.

    Bahncard Haben Sie sich eine Bahncard gekauft, um Ihre beruflich veranlassten Reisekosten zu senken? Dann können Sie den Preis in voller Höhe als Werbungskosten angeben.

    Berufsausbildung Kosten Ihrer eigenen erstmaligen Berufsausbildung oder Ihres Erststudiums können Sie nur begrenzt bis zu 6.000 Euro im Jahr als Sonderausgaben absetzen. Dagegen können Ihre Ausgaben als Werbungskosten in unbegrenzter Höhe berücksichtigt werden, wenn sie

    • für eine weitere Berufsausbildung,
    • für ein weiteres Studium,
    • für ein Erststudium nach einer bereits abgeschlossenen nichtakademischen Berufsausbildung oder
    • im Rahmen eines Ausbildungsdienstverhältnisses

    Berufskleidung Die Finanzämter erkennen Ausgaben für typische Berufskleidung und deren Reinigung als Werbungskosten an. Darunter fallen beispielsweise Arbeitskittel, Uniform, Blaumann, Sicherheitsschuhe, Arztmantel, Operationshose, Robe und Barett eines Richters sowie die Amtstracht eines Geistlichen. Alle Kleidungsstücke, die Sie als herkömmliche „bürgerliche“ Bekleidung nutzen können, sind dagegen keine typische Berufskleidung.

    Berufsverband Absetzbar sind auch Ihre Beiträge zu Berufsständen und sonstigen Berufsverbänden, beispielsweise die Ärzte- oder die Anwaltskammer, aber auch Gewerkschaften.

    Bewerbungen Wenn Sie eine Arbeitsstelle suchen, können Sie beispielsweise Ausgaben für Inserate, Telefonkosten, Porto, Kosten für Fotokopien von Zeugnissen und nicht erstattete Reisekosten für Vorstellungsgespräche absetzen. Hierbei spielt es keine Rolle, ob Ihre Bewerbung Erfolg hatte.

    Doktortitel Promotionskosten erkennt das Finanzamt als Werbungskosten an, wenn sie beruflich veranlasst sind. Auch Kosten einer Habilitation zählen grundsätzlich zu den Werbungskosten.

    Doppelte Haushaltsführung Wer aus beruflichen Gründen einen zweiten Haushalt am Beschäftigungsort unterhält, kann seine Ausgaben als Werbungskosten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung von der Steuer absetzen. Das Finanzamt berücksichtigt Kosten der Zweitwohnung, Fahrtkosten, Verpflegungsmehraufwendungen (innerhalb der ersten drei Monate) und Umzugskosten.

    Bus, Bahn und Co.

    Nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel, können Sie die über die Entfernungspauschale hinausgehenden tatsächlichen Ticketkosten als Werbungskosten abziehen. Die Entfernungspauschale wird übrigens bei Flügen nicht angewendet, stattdessen können Sie auch hier die tatsächlichen Kosten absetzen.

    Fahrten zur Arbeit Ihre Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte fördert der Gesetzgeber in Form einer Pauschale. Für diesen Weg können Sie eine Entfernungspauschale in Höhe von 0,30 Euro für jeden vollen Entfernungskilometer als Werbungskosten von der Steuer absetzen – unabhängig davon, wie Sie zur Arbeit und wieder nach Hause gelangen. Die Entfernungspauschale ist grundsätzlich auf 4.500 Euro jährlich begrenzt. Wenn Sie aber mit Ihrem eigenen Pkw oder einem Dienstwagen zur Arbeit fahren, berücksichtigt das Finanzamt auch einen höheren Betrag.

    Feierkosten – Die Kosten für eine Feier mit Kollegen, Vorgesetzen und Geschäftsfreunden sind steuerlich absetzbar, falls das Fest zumindest in Teilen beruflich veranlasst war. Im Juli 2015 hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden, dass ein Steuerberater die Ausgaben für eine Feier mit Kollegen und persönlichen Freunden absetzen darf (Urteil vom 8. Juli 2015, Az. VI R 46/14). Er hatte in einer gemieteten Halle 46 Kollegen zu seiner bestandenen Steuerberaterprüfung eingeladen und zugleich 55 Leute aus seinem privaten Umfeld anlässlich seines 30. Geburtstags. Er reichte die Gästeliste beim Finanzamt ein und wollte anteilig die Kosten für Miete und Bewirtung als Werbungskosten abziehen. Sowohl das Finanzamt als auch das Finanzgericht Baden-Württemberg lehnten das ab; der BFH gestattete dies.

    Diese steuerzahlerfreundliche Rechtsprechung ist mittlerweile gefestigt, wie das BFH-Urteil vom 20. Januar 2016, Az. VI R 24/15 zeigt. Hier klagte ein Finanzbeamter, der sein 40-jähriges Dienstjubiläum mit seinen Kollegen im Finanzamt feierte. Er lud alle Kollegen per E-Mail dazu ein und durfte die von ihm bestellten und bezahlten Getränke und Häppchen als Werbungskosten absetzen. Denn ein Dienstjubiläum ist ein berufsbezogenes Ereignis, hat der BFH festgestellt. Die Aufwendungen hierfür können nahezu ausschließlich beruflich veranlasst sein, wenn der Arbeitnehmer folgende Bedingungen einhält:

    • Der Mitarbeiter tritt als Gastgeber auf und bestimmt die Gästeliste.
    • Nachdem die Grenze zwischen Kollege und privaten Freunden fließend sein kann, sollten die beruflichen Gäste nicht individuell, sondern nach einem abstrakten Kriterium eingeladen werden: zum Beispiel alle Kollegen, die gesamte Abteilung, alle Außendienstler, die Senioren oder Azubis der Firma etc.
    • Die Feier sollte in Räumlichkeiten des Arbeitgebers stattfinden und idealerweise zumindest in Teilen oder am Rande der regulären Arbeitszeiten, zum Beispiel am Freitagnachmittag.
    • Bezüglich des Aufwands sollte sie im üblichen Rahmen gehalten werden. Ein Sekt- und Weinumtrunk mit Häppchen ist auf jeden Fall drin.
    • Abgrenzung zu Repräsentationsaufwendungen: Wer Verwandte, persönliche Freunde, Angehörige des öffentlichen Lebens wie Bürgermeister, Stadträte, Journalisten einlädt, muss wissen, dass diese zum privaten Bereich gehören und ihre Einladung einer berufliche Veranlassung zumindest zum Teil widersprechen kann. Zumindest aber der Teil der Kosten, der auf die beruflichen Gäste entfällt, ist absetzbar.

    Der Anlass der Feier ist nur eines von mehreren Kriterien. Das Gesamtbild entscheidet, ob und in welcher Höhe Werbungskosten absetzbar sind. Auch Arbeitnehmer können Bewirtungskosten haben.

    Übernimmt der Arbeitgeber die Kosten, dann darf er bis zu 110 Euro je Teilnehmer steuer- und sozialversicherungsfrei sponsern. Geschenke bis 60 Euro fließen in diese Betragsgrenze ein. Gibt die Firma mehr als 110 Euro pro Person, muss sie hierfür Lohnsteuer und auch Sozialversicherungsbeiträge abführen.

    Fort- und Weiterbildung Berufliche Fort- oder Weiterbildungskosten können Sie in voller Höhe als Werbungskosten steuerlich geltend machen. Das gilt sowohl für Bildungsmaßnahmen in einem schon ausgeübten Beruf als auch für eine Berufstätigkeit in Zukunft (wie die Vorbereitung eines Handwerksgesellen auf die Meisterprüfung). Typische Beispiele sind Lehrgänge, Tagungen und Seminare.

    Führerschein Die Aufwendungen für einen Lkw- oder Busführerschein sind grundsätzlich Werbungskosten. Dagegen zählen die Kosten eines Pkw-Führerscheins zur privaten Lebensführung, auch wenn Sie nur mit dem Auto zur Arbeit kommen können.

    Kapitaleinkünfte Seit 2009 erhebt der Staat auf Zinsen, Dividenden und andere private Geldanlagen 25 Prozent Abgeltungsteuer. Die tatsächlichen Werbungskosten sind nicht absetzbar. Es gibt aber einige Ausnahmen, zum Beispiel die Bankspesen und Maklercourtagen beim An- und Verkauf von Wertpapieren, der Ausgabeaufschlag beim Kauf von Investmentfonds sowie manche Gebühren.

    Kontoführung – Auf normalen Girokonten finden regelmäßig auch beruflich veranlasste Transaktionen (zum Beispiel die Überweisung des Arbeitslohns) statt. Deshalb sind Kontoführungsgebühren anteilig als Werbungskosten abziehbar. Hier hat sich eine Nichtbeanstandungsgrenze von 16 Euro jährlich durchgesetzt. Die meisten Finanzämter berücksichtigen diesen Betrag auch bei kostenfreien Girokonten.

    Kreditkarte – Bestimmt verwenden Sie Ihre Kreditkarte auch für berufliche Ausgaben. Dann sollten Sie einen beruflichen Nutzungsanteil in Prozent ermitteln. Den Kostenanteil, der auf die berufliche Nutzung entfällt, können Sie als Werbungskosten abziehen.

    Meisterprüfung Wer sich für die Aufstiegsfortbildung zum Meister entscheidet, kann seine Ausgaben als Werbungskosten abziehen.

    Rechtsberatung Ihre Beratungskosten und sonstige Rechtsverfolgungskosten (zum Beispiel Prozesskosten) können Sie von der Steuer absetzen, wenn sie berufsbedingt entstanden sind. Das ist zum Beispiel bei einem Prozess vor dem Arbeitsgericht der Fall. Beruflich bedingt ist auch ein Streit vor dem Finanzgericht um Lohnsteuer oder Werbungskosten.

    Reisekosten Wenn Sie aus beruflichen Gründen unterwegs waren, können Sie die Kosten, die Ihnen dadurch entstanden sind, als Reisekosten von der Steuer absetzen. Zu den Reisekosten zählen Fahrtkosten, Übernachtungskosten, Verpflegungsmehraufwendungen und Reisenebenkosten. Typische Beispiele für beruflich veranlasste Reisen sind Seminar-, Kunden- oder Messebesuche.

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    Sprachkurs Belegen Sie einen Sprachkurs, der konkret mit Ihrer Berufstätigkeit zusammenhängt, sind Ihre Kosten als Werbungskosten abziehbar. Nur weil der Veranstaltungsort eines Sprachkurses im Ausland liegt, muss das nicht für eine überwiegend private Veranlassung des Kurses sprechen. Das gilt jedenfalls für die Mitgliedstaaten der EU, die EWR-Staaten (Island, Liechtenstein, Norwegen) und die Schweiz.

    Steuerberatungskosten Wenn Sie sich eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater leisten, können Sie den Teil der Kosten absetzen, der durch Lohn oder Gehalt veranlasst ist. Der private Bereich der Steuererklärung (zum Beispiel Hauptvordruck, Anlage Kind etc.) ist seit 2006 Privatvergnügen und wirkt sich nicht mehr steuermindernd aus.

    Telefon Wahrscheinlich nutzen Sie Ihren Festnetzanschluss oder Ihr Smartphone nicht ausschließlich beruflich. Sie dürfen Ihre Kosten aber in einen – geschätzten – beruflichen und einen privaten Anteil aufteilen. Ohne Nachweis erkennen die Finanzämter 20 Prozent des Rechnungsbetrags, höchstens aber 20 Euro pro Monat an.

    Umschulung Nehmen Sie an einer beruflichen Umschulungsmaßnahme teil, sind die Kosten, die Ihnen dadurch entstehen, Werbungskosten.

    Privater Umzug

    Selbst ohne berufliche Veranlassung müssen Sie steuerlich nicht völlig leer ausgehen. Klassische Umzugsdienstleistungen bezuschusst der Fiskus auch als haushaltsnahe Dienstleistungen.

    Umzug Ihre Umzugskosten sind immer als Werbungskosten abziehbar, wenn Sie dem Finanzamt nachweisen können, dass der Wohnortwechsel beruflich veranlasst war. Haben Sie den Umzug im überwiegenden betrieblichen Interesse Ihres Arbeitgebers durchgeführt (zum Beispiel in eine Dienstwohnung), dürften Sie keine Nachweisprobleme haben. Das Gleiche gilt, wenn Sie eine berufliche Tätigkeit an einem anderen Ort neu aufgenommen haben. Für eine berufliche Veranlassung spricht auch eine Fahrzeitersparnis von mindestens einer Stunde täglich.

    Unfall Wenn Ihnen auf einer beruflich veranlassten Fahrt beziehungsweise auf der Fahrt zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte ein Unfall passiert, können Sie die Kosten der Beseitigung des Schadens an Ihrem eigenen und am fremden Fahrzeug sowie etwaige Mietwagenkosten absetzen. Diese Kosten gelten als außergewöhnliche Aufwendungen im Rahmen der allgemeinen Werbungskosten (siehe Seiten 14 und 15 im Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 31. Oktober 2013). Ansonsten dürfen neben der Entfernungspauschale keine weiteren Fahrzeugkosten abgesetzt werden, nicht einmal Parkquittungen für das Abstellen des Autos während der Arbeitszeit.

    Übrigens: Passiert der Unfall auf dem Weg zur Arbeit und Sie müssen selbst Krankheitskosten tragen, dann können diese als Werbungskosten statt nur als außergewöhnliche Belastungen abzugsfähig sein. Das Gleiche gilt für selbst übernommene Behandlungs- und Fahrtkosten zu Ärzten und Kliniken aufgrund eines Arbeitsunfalls.

    Vermietung und Verpachtung Auch bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung spielen Werbungskosten eine wichtige Rolle. Zu den abziehbaren Kosten zählen zum Beispiel die Abschreibung, Schuldzinsen und Erhaltungsaufwendungen.

    Vorhalten einer Wohnung – Ein Arbeitnehmer, der eine Wohnung aus ausschließlich beruflichen Gründen während der Elternzeit vorhält, weil er plant, danach wieder zur Vollzeitstelle zurückzukehren, kann möglicherweise die Mietkosten in dieser Zeit als „Werbungskosten anderer Art“ absetzen.

    Dies entschied das Finanzgericht Berlin-Brandenburg in einem Fall einer angestellten Augenärztin, die mit ihrem Lebensgefährten in einer anderen Stadt zusammengezogen ist. Die zweite Wohnung – vermutlich in Berlin – hatte sie während der Elternzeit kaum noch beruflich genutzt, weshalb ein Abzug wegen doppelter Haushaltsführung ausschied. Dennoch gestatteten die Richter einen Werbungskostenabzug. Die Ärztin behielt ihre relativ günstige Wohnung am Beschäftigungsort vorsorglich aus beruflichen Gründen und wegen des angespannten Mietmarkts. Allerdings dürften private Gründe nur eine untergeordnete Rolle spielen. Um dies zu prüfen sei ein strenger Maßstab anzulegen, betonten die Richter (Finanzgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 1. Juni 2017, Az. 3 K 3278/14; Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesfinanzhof eingelegt: Az. VI B 69/17).

    Zinsen Für die Einkünfte aus Kapitalvermögen (auch Dividenden) hat der Gesetzgeber ab 2009 ein Werbungskostenabzugsverbot eingeführt. Seitdem gibt es die Abgeltungssteuer von pauschal 25 Prozent für Kapitalerträge. Werbungskosten fallen unter den Tisch, abziehen können Sie nur einen Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro (bei zusammenveranlagten Ehepaaren oder eingetragenen Lebenspartnern 1.602 Euro).

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    Hohe Werbungskosten? Lohnsteuerermäßigungsverfahren nutzen!

    Bei erwartungsgemäß hohen Werbungskosten können Sie die Vorteile des Lohnsteuerermäßigungsverfahrens für sich nutzen. Dazu beantragen Sie einfach beim Finanzamt einen Freibetrag. Dadurch erhöht sich Ihr monatliches Nettoeinkommen, weil Ihr Arbeitgeber weniger Lohnsteuer von Ihrem Arbeitslohn einbehalten muss. Werbungskosten, die Ihre Steuerlast mindern, werden also sofort berücksichtigt und nicht erst, nachdem Sie Ihre Steuererklärung abgegeben haben.

    Mehr dazu im Ratgeber Steuererklärung

    Experte für Steuern

    Das Wichtigste zur Einkommensteuer:

    • Welche Formulare Sie bis wann ausfüllen müssen.
    • Wer eine Steuererklärung abgeben muss – und wer sollte.
    • Welche Ausgaben die Steuern mindern.

    Weitere hilfreiche Ratgeber:

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    Artikel verfasst von

    Finanztip-Experte für Steuern

    Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

    freie Finanztip-Mitarbeiterin (bis 2015)

    Als freie Mitarbeiterin hat Sabine Himmelberg auf Finanztip zum Thema Steuern geschrieben. Sie blickt auf mehr als zwanzig Jahre Redaktionsarbeit im Steuerrecht zurück. Als spezialisierte Fachjournalistin deckt Sabine Himmelberg ein breites inhaltliches Spektrum für Publikationen namhafter Fachverlage ab. Nach ihrem Magisterabschluss an der Universität zu Köln trat sie in die Redaktion des Deubner Verlags ein, der Informationen für Rechtsanwälte und Steuerberater herausgibt und der WEKA-Gruppe angehört. Sie leitete dort drei Jahre lang die Redaktion Steuern.

    Steuer absetzen und Steuern sparen – Wie Sie Ihre Kosten von der Steuer absetzen können

    In Kürze erhalten Sie hier die 10 wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema ‚Steuer absetzen‘

    Die wichtigsten Fragen zum Thema ‚Steuer absetzen‘

    Was versteht man genau unter dem Begriff ‚Steuer absetzen‘?

    Wenn ein Arbeitnehmer Ausgaben hat, die für die Ausübung des Berufes zwingend waren, können die Beträge vom Einkommen abgezogen werden, bevor die Steuern berechnet werden. Das für die Steuer relevante Einkommen wird also durch die Ausgaben verringert. Somit ergibt sich auch eine geringere Steuerschuld, weil der prozentuale Anteil von einem kleineren Betrag ermittelt wird. Wenn Sie dies noch einmal ausführlich verstehen wollen, so lesen Sie unseren Ratgeber zum Thema Steuen absetzen.

    Welche Ausgaben sind absetzbar?

    Von der Steuer absetzbar sind im Grunde alle Ausgaben, die nicht für das Privatleben, sondern für den Beruf getätigt wurden. Hierzu zählen beispielsweise die Kosten für Bewerbungsunterlagen, Fachliteratur, die im Beruf weiterbringen soll, die Kosten für ein Heimbüro aber auch ein Umzug, der einen näher an die Arbeitsstelle bringt. Auch Sonderausgaben, wie etwa Spenden, Unterhaltszahlungen oder die Kosten für die Beerdigung eines nahen Verwandten können von der Steuer abgesetzt werden. Für die meisten Positionen kann ein Arbeitnehmer eine unbürokratische Pauschale in Anspruch nehmen. Höhere oder ungewöhnliche Ausgaben müssen mit einer Rechnung oder einem Kaufbeleg nachgewiesen werden können.

    Mein Freund sagt, er kann alles ‚absetzen‘? Was meint er damit?

    Wenn er sich damit auf eine bestimmte Ausgabe bezieht, meint er, dass er dem Finanzamt nachweisen kann, dass diese Ausgabe beruflich oder betrieblich relevant war. Als Selbstständiger kann er zum Beispiel auch Geschäftsessen anerkennen lassen. Hat er zum Beispiel einen Kunden eingeladen, kann er die Rechnung von seinen Einnahmen abziehen. Der Gewinn, den er versteuern muss, verringert sich auf diese Weise.

    Welche Einkünfte müssen versteuert werden?

    Jedes Einkommen muss dem Finanzamt gemeldet werden. Zinseinkünfte werden meistens bereits von der Bank gemeldet und die hierfür veranschlagte Abgeltungssteuer dorthin überwiesen. Das Gehalt aus einem Arbeitsverhältnis wird über die Lohnsteuerkarte ebenfalls automatisch gemeldet. Auch hierfür wird bereits die Steuer dem Finanzamt überwiesen. Kommen noch Einkünfte aus selbstständiger oder freiberuflicher Tätigkeit hinzu, müssen diese Einkünfte eigenständig gemeldet werden.

    Muss ich eine Steuererklärung abgeben?

    Als Arbeitnehmer ist die Abgabe einer Steuererklärung nicht verpflichtend. Diese muss nur dann abgegeben werden, wenn Geld eingenommen wurde, das noch nicht über Lohnsteuerkarte oder Abgeltungssteuer gemeldet wurde. Dennoch kann es sinnvoll sein, die Steuererklärung freiwillig abzugeben. Oftmals kann eine Rückzahlung erreicht werden.

    Was versteht man unter Werbungskosten?

    Werbungskosten sind die Ausgaben, die jemand tätigen muss, um seinen Beruf besser ausüben zu können. Hierzu zählen Arbeitsmaterialien, Berufskleidung und Fachliteratur. Auch Fortbildungen und Sprachkurse, sofern sie beruflich relevant sind, können geltend gemacht werden. Welche Ausgaben im Detail zählen, hängt also auch vom Beruf des Steuerzahlers ab. Weitere Infos gibt es in unserem Artikel zum Thema Werbungskosten.

    Weitere Online-Rechner

    Welche Sonderausgaben können geltend gemacht werden?

    Sonderausgaben sind Kosten, die entweder nur in besonderen Situationen auf jemanden zukommen oder vom Staat gezielt gefördert werden. Zu den besonderen Situationen zählt zum Beispiel der Tod eines nahen Angehörigen, dessen Bestattungskosten von der Steuer abgesetzt werden können. Auch Mehrkosten, die durch eine Krankheit oder eine Behinderung verursacht werden, dürfen von dem zu versteuernden Einkommen abgezogen werden. Als förderungswürdig gelten dagegen Spenden an gemeinnützige Vereine oder Wohlfahrtsorganisationen oder auch die Bezahlung einer Haushaltshilfe. Wer den Überblick verliert und einen Steuerberater heranzieht, kann übrigens auch dessen Bezahlung von der Steuer absetzen. Viele Hinweise und Tipps im Ratgeber Sonderausgaben.

    Wie kann ich die zu erwartende Steuer berechnen?

    Wenn ein erster Überblick über die steuerlich relevanten Ausgaben geschaffen wurde, ist es relativ einfach, die zu erwartende Steuer zu berechnen. Im passenden Online-Rechner sind die unterschiedlichen Steuerklassen und Tarife einprogrammiert, sodass eine Berechnung vor Abzug und nach Abzug der Ausgaben mit einem Klick erfolgen kann. Für Arbeitnehmer ist vor allem der Unterschied wichtig, denn die Steuern vor Abzug der Ausgaben wurden bereits an das Finanzamt überwiesen. Die Differenz kann mit der Steuererklärung zurückgefordert werden.

    Kann ich meinen PKW absetzen?

    Für den Weg zur Arbeit kann jeder Steuerzahler die sogenannte Entfernungspauschale geltend machen. Diese beträgt 30 Cent pro Kilometer und wird für die kürzeste Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsplatz gewährt. In dieser Pauschale sind bereits alle Kosten für das Auto inbegriffen. Eine Absetzung der Anschaffungskosten ist nur bei Unternehmern und Selbstständigen als Betriebsausgabe möglich. Nutzen Sie unseren Pendler Steuer-Rechner

    Kann ich ein Arbeitszimmer absetzen?

    Das Arbeitszimmer in der eigenen Wohnung kann von der Steuer abgesetzt werden, sofern es tatsächlich nur als Arbeitszimmer genutzt wird. Zudem muss nachgewiesen werden, dass der Arbeitgeber keinen akzeptablen Arbeitsplatz zur Verfügung stellt, sodass das Heimbüro als berufliche Ausgabe unumgänglich ist. Wer ein Büro in der Steuererklärung angibt, muss auch bereit sein, den Raum einem Prüfer zu zeigen. Dieser darf keine Hinweise auf eine überwiegend private Nutzung des Raumes finden.

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    Werbungskosten

    Die offizielle Definition im Gesetz lautet: »Werbungskosten sind Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen

    Übersetzt bedeutet das: Werbungskosten sind alle Kosten, die Arbeitnehmern entstehen, um überhaupt an ihr Gehalt oder ihren Lohn zu kommen, und das möglichst über einen längeren Zeitraum. Im Bereich der Werbungskosten ergeben sich für Arbeitnehmer naturgemäß die besten Steuerspareffekte.

    Beispiele: Der Weg zur Arbeit kostet Geld, wenn Sie erst einmal umziehen müssen, um dort zu wohnen, wo Sie arbeiten, kostet das Geld. Wenn in Ihrem ausgeübten Beruf besondere Sprach- oder Computerkenntnisse gefordert sind, die Sie sich durch angebotene Kurse zunächst aneignen müssen, kostet das Kursgebühren und auch hier entstehen wieder Fahrt-, vielleicht sogar Übernachtungskosten am Veranstaltungsort.

    Diese Kosten geben Sie in der Einkommensteuererklärung an, um das Finanzamt daran zu beteiligen. Das heißt aber nicht: Ich kaufe mir mal ein schönes Notebook und dann gibt mir das Finanzamt das Geld zurück – etwas kniffliger ist die Sache schon!

    Beispiel: Die Berufseinsteigerin Anna Hochmotiviert, 1996 geboren und alleinstehend, aus der Kirche ausgetreten und in Steuerklasse I, hat sich bei ihrem Bewerbungsgespräch für den Job in einem international agierenden Konzern gut verkauft und verdient gleich im ersten Jahr 35.000 €. Sie hat ihre neue Stelle am 01.01.2017 angetreten. 2017 zahlt sie 4.941,96 € Lohnsteuer und 271,80 € Solidaritätszuschlag.

    Darum muss sie sich aber nicht selbst kümmern, weil der Arbeitgeber die Lohnsteuer direkt vom Gehalt einbehalten und an den Fiskus abführen muss. Agieren – sprich: von diesem Geld etwas zurückbekommen – kann sie frühestens, im darauffolgenden Jahr. Und zwar dann, wenn ihr der Arbeitgeber die Lohnsteuerbescheinigung für das abgelaufene Jahr übergeben hat. Dann zeigt sich, dass das lästige Sammeln von Belegen, Rechnungen, Quittungen und die Lösung von ein paar Rechenaufgaben sich durchaus lohnen können.

    Anna Hochmotiviert ist an 230 Arbeitstagen jeweils 16 Kilometer zur Arbeit gefahren. Dafür kann sie die Entfernungspauschale von 0,30 € pro Kilometer (einfache Entfernung!) ansetzen. Sie will fit bleiben, deshalb ist sie immer mit dem Fahrrad gefahren (für den Ansatz der Entfernungspauschale ist das egal: sie könnte auch Auto, Bahn oder Kickboard fahren, ja sogar zu Fuß gehen – die Entfernungspauschale gilt unabhängig vom benutzten Verkehrsmittel). Die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ändert sich in der Regel nicht, deshalb reicht es, wenn man in der Steuererklärung die Entfernungskilometer und die Zahl der Arbeitstage angibt. Das Finanzamt weiß ja, wo der Arbeitgeber sitzt und wo der Arbeitnehmer wohnt. Wenn Zweifel aufkommen, nutzen auch die Finanzbeamten gerne einen Routenplaner.

    In unserem Beispiel ergibt sich die Rechnung:

    230 Arbeitstage x 16 km x 0,30 € = 1.104 €.

    Diese 1.104 € zieht das Finanzamt jetzt von den 35.000 € ab, die Anna Hochmotiviert in ihrem ersten Jahr verdient hat. Genauso läuft es mit allen anderen Werbungskosten, die sie in ihrer Steuererklärung angibt. Sagen wir, sie hat auch noch einen Kurs besucht, um ihr »English on the Job« zu verbessern oder um sich das überhaupt erst anzueignen. Sie hat diesbezüglich im Bewerbungsgespräch etwas hoch gepokert.

    Der Kurs ist nicht ganz billig: 4,5 Tage kosten 2.142,00 €, die sie selber bezahlt hat (mit dem Geld, das ihr Großvater ihr geschenkt hat – das spielt aber für den Werbungskostenabzug keine Rolle). Auch diesen Betrag setzt sie natürlich in der Steuererklärung an. Nehmen wir an, Anna Hochmotiviert hat in einem Hotel übernachtet für 650,00 €, und investiert schließlich noch in Fachliteratur, um im Beruf auch auf Gebieten mitreden zu können, über die sie während des Studiums noch nichts gehört hat. Die Rechnung sieht dann wie folgt aus:

    Jetzt nimmt das Finanzamt diese 24.565 € und berechnet die Steuer anhand der sog. Grundtabelle (für Ehepaare, die sich zusammen zur Einkommensteuer veranlagen lassen, gilt die sog. Splittingtabelle)

    Die Einkommensteuerbelastung liegt jetzt bei 3.456 €. Das Finanzamt schaut anhand der Informationen, die in Annas Steuererklärung stehen und anhand der übermittelten Daten des Arbeitgeber, wie viel Lohnsteuer Anna Hochmotiviert schon bezahlt hat und wie viel sie deshalb zurückbekommen muss. Das Finanzamt schreibt dann im Einkommensteuerbescheid: »demnach zuviel gezahlt«: 1.485 €. Diesen Betrag wird ihr vom Finanzamt erstattet.

    Copyright © 2017 bei smartsteuer GmbH, Hannover. Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden. Redaktion: Sabine Himmelberg, Köln. Alle Informationen sind nach bestem Wissen ausgearbeitet. Eine Haftung des Autors, der Redaktion oder des Verlags kann jedoch nicht übernommen werden. Rechtsstand: 08.12.2017

    Источники: http://www.finanztip.de/werbungskosten/, http://www.smart-rechner.de/steuer_absetzen/, http://www.smartsteuer.de/online/service/informationen_einkommensteuererklaerung/werbungskosten/

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