Besteuerung kapitalerträge

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    Abgeltungssteuer

    So funktioniert die Abgeltungssteuer

    • Zuletzt aktualisiert: 17. Februar 2017
    • Von: Ludwig Heinz

    Das Wichtigste in Kürze

    • Seit 2009 wird die Abgeltungssteuer auf Zinsen, Dividenden und realisierte Kursgewinne fällig. Davon behält das Finanzamt 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und seit Januar 2015 auch Kirchensteuer ein.
    • In Ihrer Steuererklärung müssen Sie nichts angeben, aber dafür sorgen, dass Sie einen korrekten Freistellungsauftrag erteilt haben.
    • Schöpfen Sie die Freibeträge auf Ihre Anlagen aus, die zu einem Sparerpauschbetrag zusammengefasst sind: 801 Euro für Ledige, 1.602 Euro für Verheiratete. Sie können auch unter dem Jahr die Freistellungsaufträge bei Ihren Banken ändern.
    • Beim Verkauf von Aktien gilt, dass die zuerst angeschafften als zuerst veräußert behandelt werden. Aktien, die bis Ende 2008 investiert wurden, können steuerfrei verkauft werden.
    • Bei Fonds, die im Ausland aufgelegt sind und Dividenden einbehalten, müssen Sie diese dennoch versteuern. Erträge müssen Sie in der Anlage KAP angeben.
    • Ab 2018 ändert sich die Besteuerung von Investmentfonds grundlegend. Details lesen Sie im Artikel zum Investmentsteuerreformgesetz

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Sparer, die Geld anlegen in Form von Bankeinlagen, Aktien, Anleihen, Fonds oder Zertifikaten, sind von der Abgeltungssteuer betroffen. Sie wird seit 2009 fällig für Zinsen, Dividenden und realisierte Kursgewinne – sogenannte Kapitaleinkünfte. Die Abgeltungssteuer beträgt pauschal 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag. Sie wird von der Bank einbehalten und an das Finanzamt abgeführt.

    Automatischer Kirchensteuerabzug

    Kapitaleinkünfte unterliegen zudem der Kirchensteuer. Diese wurde bislang allerdings nur dann von Ihrer Depotbank an das Finanzamt abgeführt, wenn Sie einen Antrag auf Einbehalt der Kirchensteuer gestellt haben. Wer diesen Antrag nicht gestellt hatte, musste die Kirchensteuer im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung zahlen. Seit Januar 2015 brauchen Sie keinen Antrag auf Einbehalt der Kirchensteuer mehr zu stellen. Denn seitdem erhalten die Banken die Information über die Religionszugehörigkeit ihrer Kunden vom Bundeszentralamt für Steuern in Bonn (BZSt) und führen die Kirchensteuer direkt an das Finanzamt ab.

    Die rechtlichen Grundlagen zur Abgeltungssteuer finden Sie in Paragraf 32d Einkommensteuergesetz. Sorgen Sie unbedingt dafür, dass Sie einen korrekten Freistellungsauftrag erteilt und den Freibetrag auf Ihre verschiedenen Anlagen ausgeschöpft haben. Die Freistellungsaufträge können Sie auch unterjährig ändern und so den Steuerabzug über Ihre diversen Depots optimieren. Dafür müssen Sie Ihrer Bank einen schriftlichen Auftrag erteilen.

    Altaktiengewinne können steuerfrei verkauft werden

    Das System der Abgeltungssteuer wurde zum 1. Januar 2009 eingeführt. Für Veräußerungsgewinne aus Wertpapieren, die bis Ende 2008 gekauft wurden, gilt daher eine Besonderheit: Sie können diese auch heute noch steuerfrei verkaufen.

    Generell gilt für den Aktienverkauf das Prinzip „first in, first out“. Das heißt, dass zuerst angeschaffte Wertpapiere als zuerst verkauft gelten. Dementsprechend werden diese steuerlich behandelt. Dies können Sie zu Ihrem Vorteil ausnutzen. Haben Sie beispielsweise 100 Fresenius-Aktien 2008 erworben und zudem ein Jahr später weitere 100 und wollen nun 150 davon verkaufen, dann können sie 100 davon steuerfrei verkaufen und 50 nach dem Abgeltungssteuersatz.

    Um solche Bestände leichter voneinander abgrenzen zu können, ist es in vielen Fälle besser, neue Anlagen in einem zweiten Depot zu verwahren. Insbesondere Anleger, die sehr oft Wertpapiere kaufen und verkaufen, sollten darüber nachdenken. Online-Depots verlangen inzwischen keine Grundgebühren mehr, weswegen das finanziell keinen Unterschied macht. Die günstigsten Depots finden Sie in unserem Ratgeber.

    Mit der Reform der Investmentbesteuerung, die ab 2018 in Kraft tritt, wird der Bestandsschutz von Investmentfonds aufgehoben: Anleger zahlen dann auf Erträge, die Altfonds ab 2018 erzielen, Abgeltungssteuer jährlich auf eine Pauschale und bei Verkauf. Erträge, die bis Ende 2017 erzielt wurden, bleiben steuerfrei. Für Privatanleger gibt es einen Freibetrag von 100.000 Euro. Um ihn anwenden zu können, sollten Besitzer von Altfonds diese unbedingt halten. Wie die neue Besteuerung für Altfonds genau funktioniert, lesen Sie im Detailartikel zur Investmentsteuerreform.

    Kapitalverluste verrechnen

    Sie dürfen Verluste aus Kapitalerträgen mit den positiven Einkünften aus Ihren Anlagen verrechnen. Beispiel: Erzielen Sie nach dem Verkauf einer Lebensversicherung einen Verlust, so können Sie diesen mit Ihren Zinserträgen aus Sparkonten verrechnen. Aktienverluste dürfen Sie aber nur mit Kursgewinnen aus Aktiengeschäften verrechnen. Laut einer Übergangsregelung konnten bis Ende 2008 erlittene Verluste noch bis 2013 mit neuen Gewinnen verrechnet werden.

    Freibetrag nutzen

    Seit 2009 sind die vorher geltenden Freibeträge in einem Sparerpauschbetrag zusammengefasst. Er beträgt für Ledige 801 Euro im Jahr, für Verheiratete das Doppelte, also 1.602 Euro. Gleichzeitig hat der Gesetzgeber die Abrechnung von Werbungskosten in der Steuererklärung gestrichen. Somit dürfen auch Kosten für einen Kredit, der für den Kauf von Wertpapieren verwendet wird, nicht mehr steuerlich geltend gemacht werden.

    Möglich ist allerdings nach einem Urteil des Finanzgerichts Baden-Württemberg vom 17. Dezember 2012 (Az. 9 K 1637/10) in begründeten Ausnahmefällen ein Abzug der tatsächlichen Werbungskosten bei den Einkünften aus Kapitalvermögen. Demnach können Sie den Abzug von Werbungskosten in tatsächlicher Höhe beantragen, sofern Ihr persönlicher Einkommensteuersatz bereits unter Berücksichtigung des Sparerpauschbetrags unter dem Abgeltungssteuersatz von 25 Prozent liegt.

    Darauf wird die Abgeltungssteuer fällig

    Läuft der Vertrag zwischen Ihnen und der Versicherungsgesellschaft noch keine zwölf Jahre und werden entsprechende Kapitalerträge aus der Versicherung schon vor dem 60. Lebensjahr ausgezahlt, sind Sie als Versicherter verpflichtet, die Abgeltungssteuer von 25 Prozent auf den jeweiligen Betrag zu entrichten.

    Vollkommen steuerfrei sind einmalige Auszahlungen – also das komplette eingezahlte Kapital plus die Erträge aus diesem Kapital – aus einer Lebensversicherung, wenn der Vertrag folgende Bedingungen erfüllt:

    • die Laufzeit beträgt mindestens zwölf Jahre
    • Vertragsbeginn war vor dem 1.1.2005
    • die Todesfallleistung beträgt mindestens 60 Prozent der Versicherungssumme
    • es wurden über mindestens fünf Jahre Beiträge gezahlt

    Haben Sie Ihre Lebensversicherung nach dem 1. Januar 2005 abgeschlossen, müssen Sie die Hälfte des Geldes zum persönlichen Steuersatz versteuern. Dass es nur die Hälfte ist und nicht alles versteuert werden muss, ist allerdings auch an Bedingungen geknüpft:

    • der Vertrag läuft mindestens zwölf Jahre
    • die Auszahlung erfolgt erst nach dem 60. Lebensjahr

    Sämtliche Zinserträge unterliegen seit 1. Januar 2009 der Abgeltungssteuer.

    Die Abgeltungssteuer gilt für die gesamte Dividende und realisierte Kursgewinne. Dabei spielt die Haltedauer keine Rolle.

    Bei ihnen unterliegen Zinsen und Kursgewinne der Abgeltungssteuer.

    Fondserträge, egal ob ausgeschüttet oder wieder angelegt, sind mit dem Abgeltungssteuersatz von 25 Prozent zu versteuern. Gewinne aus Veräußerung von Fonds, Anteilen und Termingeschäften werden bei Ausschüttung von der Abgeltungssteuer erfasst. Ab 2018 sind Teile der Fondserträge bei Aktien- und Mischfonds pauschal steuerbefreit, dafür fällt die Anrechnung von Quellensteuer weg. Details dazu im Ratgeber Investmentsteuerreformgesetz.

    Bei Anteilen an einem Dachfonds, die vor 2009 angeschafft wurden, gilt die vor 2009 bestehende Rechtslage solange, bis der Fonds ausgezahlt und dann eine neue Anlage mit dem Geld getätigt wird. Da sie erst am Ende der Laufzeit steuerlich bewertet werden, können mit solchen Fonds, die je nach Ausrichtung Kapitalerträge aus Zinsen, Dividenden und Kursgewinnen erzielen, langfristig abgeltungssteuerfreie Erträge erzielt werden. Erträge aus Dachfonds, die nach dem 31. Dezember 2008 erworben wurden, unterliegen dagegen komplett der Abgeltungssteuer. Sie sollten sich also gut überlegen, ob Sie sich von solchen Anteilen trennen.

    Kursgewinne aus solchen Anlagen, zum Beispiel aus Zertifikaten mit Kapitalgarantie oder aus Aktienanleihen, fallen ohne Berücksichtigung einer Frist stets unter die Abgeltungssteuer.

    Zertifikate ohne Kapitalgarantie

    Sie unterliegen gleichfalls der Abgeltungssteuer. Ausnahme: Risikozertifikate, die vor dem 15. März 2007 gekauft wurden, sind nach einjähriger Haltedauer steuerfrei.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Behandlung ausländischer Kapitalerträge

    Auch auf Kapitalerträge, die Sie im Ausland erzielen, müssen Sie Abgeltungssteuer zahlen. Haben Sie Ihr Depot oder Konto bei einer inländischen Bank, führt diese die Abgeltungssteuer automatisch an das deutsche Finanzamt ab, sofern die Erträge über den Freibetrag von 801 Euro hinausgehen und Sie einen Freistellungsauftrag gestellt haben.

    Ist das Konto oder Depot im Ausland oder kommen die Kapitalerträge von einer ausländischen Bank oder der ausländischen Tochter einer deutschen Bank, wird keine Abgeltungssteuer einbehalten. Das betrifft zum Beispiel Kunden, die bei der Leaseplan Bank, CA Consumer Finance oder Close Brothers ein Tagesgeld- oder Festgeldkonto haben.

    Als Depot- oder Kontoinhaber haben Sie die Pflicht, solche ausländischen Kapitalerträge, für die keine Abgeltungssteuer einbehalten wurde, in der Zeile 15 der Anlage KAP Ihrer Steuererklärung anzugeben. Inländische Kapitalerträge ohne Steuerabzug müssen Sie in die Zeile 14 eintragen.

    Sonderfall ausländische thesaurierende Aktienfonds

    Haben Sie in Ihrem Portfolio einen Aktienfonds, der im Ausland aufgelegt ist und Dividenden wieder anlegt, müssen Sie ebenfalls einige Besonderheiten beachten. Da diese Dividenden nur dem Fonds und nicht direkt Ihrem Konto gutgeschrieben werden, müssen Sie sie separat in der Steuererklärung angeben. Diese Dividenden fallen unter den Posten „ausländische Kapitalerträge“. Sie müssen diese ebenfalls in Zeile 15 der Anlage KAP eintragen.

    In vielen Fällen, in denen ausländische Aktien im Fonds vertreten sind, fällt zudem Quellensteuer an. Sie wird in dem Quellstaat – also dem Staat, in dem das die dividenden zahlende Unternehmen seinen Sitz hat – direkt an die Steuerbehörde abgeführt. Die Quellensteuer kann aber häufig auf die Abgeltungssteuer angerechnet werden. Anleger müssen sie für diesen Zweck ebenfalls in der Anlage KAP angeben. Mehr Informationen dazu finden Sie im Detailartikel thesaurierende Fonds.

    Im Juli 2016 hat der Bundesrat eine Reform der Besteuerung von Investmentfonds verabschiedet. Sie tritt zum 1. Januar 2018 in Kraft. Demnach ändert sich die Systematik der Besteuerung von Investmentfonds grundlegend. Details finden Sie im Artikel zum Investmentsteuerreformgesetz.

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    Artikel verfasst von

    ehemaliger freier Finanztip-Mitarbeiter

    Ludwig Heinz hat als freier Finanztip-Redakteur zu Themen rund um Verbraucherfinanzen geschrieben. Zuletzt arbeitete er als Teamleiter Anlagestrategie für Gruner + Jahr Wirtschaftsmedien in Frankfurt, davor als Ressortleiter Wirtschaft und Politik bei der Anlegerzeitschrift Börse Online in München. Zudem war er in unterschiedlichen Positionen für mehrere Banken tätig, überwiegend im Research. Ludwig Heinz studierte nach einer Bankausbildung Betriebs- und Volkswirtschaftslehre in München.

    Kapitalerträge: Diese Grundregeln gelten für die Besteuerung von Kapitaleinkünften

    In fast allen europäischen Staaten unterliegen Kapitalerträge der Einkommensteuer. Durch die Abgeltungssteuer unterliegen die meisten Kapitaleinkünfte nicht mehr der Regelbesteuerung. Es gilt aber vieles zu beachten. Hier lesen Sie, welche Regeln es für die Besteuerung von Kapitalerträgen in Deutschland gibt.

    Kapitalerträge im Privatvermögen

    Seit 2009 unterliegen Kapitalerträge von Privatpersonen nicht mehr dem normalen (progressiven) Einkommensteuertarif. Stattdessen muss z. B. die auszahlende Bank eine 25%ige Abgeltungsteuer einbehalten. Mit dieser ist die Steuerschuld des Anlegers pauschal abgegolten. Die Anrechnung der einbehaltenen Steuerbeträge im Rahmen der Veranlagung entfällt. Es gibt jedoch Ausnahmen, bei denen die Erträge im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung zu erfassen sind.

    Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch in unseren Gestaltungshinweisen Anlage KAP und in unserer AusfГјllhilfe Anlage KAP.

    Einnahmen im Betriebsvermögen

    Die Erträge werden im Rahmen der Gewinnermittlung erfasst und unterliegen somit der normalen Versteuerung (Einkommen- bzw. Körperschaftsteuer). Nach dem "Teileinkünfteverfahren" sind Dividenden und ähnliche Erträge zu 60 % steuerpflichtig. Es erfolgt eine Anrechnung der einbehaltenen Steuerbeträge. Außerdem sind Betriebsausgaben, die mit den Einnahmen in Zusammenhang stehen, als Betriebsausgaben in dem Verhältnis abzugsfähig, in dem sie steuerpflichtig sind.

    Nutzen Sie den Freistellungsauftrag für Kapitalerträge

    Das oberste Gebot in Sachen Kapitalerträge (Zinsen auf Tagesgeld, Aktiengewinne, Erträge aus Nachrangdarlehen etc.) lautet: Prüfen Sie Ihre Freistellungsaufträge! Wenn Sie den Sparerpauschbetrag (801 EUR für Alleinstehende/1.602 EUR für Ehepaare) nicht ausschöpfen, weil Sie Ihrer Bank keinen entsprechenden Freistellungsauftrag erteilt haben, verschenken Sie bares Geld.

    Lohnt sich die Übertragung von Kapitalerträgen auf Kinder?

    Durch die Abgeltungsteuer ist die Vermögensübertragung auf Kinder aus steuerlichen Gründen unattraktiv geworden. Der Abgeltungsteuersatz ist für alle gleich, unabhängig von der Höhe der Einkünfte. Zwar könnte für die Kinder noch eine Berücksichtigung im Rahmen des Sparerpauschbetrags beantragt werden, aber dann wird sich das Finanzamt sicher intensiv damit beschäftigen, ob eine anzuerkennende Übertragung vorliegt. Wollen Sie trotzdem Vermögen übertragen, müssen Sie folgende Grundsätze beachten:

    • Nach der VermГ¶gensГјbertragung mГјssen die Kapitalanlagen auf den Namen des Kindes lauten.
    • AuГџerdem muss der endgГјltige Гњbergang feststehen. Der Wille der Eltern sollte fГјr die Bank eindeutig erkennbar sein (z. B. ausdrГјckliche Regelungen zur BegГјnstigung und GlГ¤ubigerstellung des Kindes).
    • FГјr die steuerrechtliche Zurechnung der KapitalertrГ¤ge ist es erforderlich, dass die Eltern das GeldvermГ¶gen der Kinder wie fremdes VermГ¶gen behandeln.
    • Auslegungsschwierigkeiten kГ¶nnen vermieden werden, wenn bei Errichten des Sparkontos klargestellt ist, dass eine VerfГјgungsbefugnis der Eltern nur auf dem elterlichen Sorgerecht beruht und tatsГ¤chlich entsprechend verfahren wird.
    • Die ZinseinkГјnfte sollten bei minderjГ¤hrigen Kindern vorsorglich bis zur VolljГ¤hrigkeit stehen gelassen werden. SchГ¤dlich ist es, wenn die ErtrГ¤ge fГјr den Unterhalt des Kindes oder fГјr Belange der Eltern verwendet werden. Bei volljГ¤hrigen Kindern kГ¶nnen die Eltern verlangen, dass das Kind die ErtrГ¤ge und das VermГ¶gen zur Bestreitung des Unterhalts einsetzt.

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    Besteuerung inländischer sowie im Inland bezogener Kapitalerträge

    Im folgenden Kapitel informieren wir Sie über die Bestimmungen zu den besonderen Steuersätzen sowie darüber, welche Kapitalerträge in der Steuererklärung zu erfassen sind und welche nicht.

    Steuersatz (§ 27a Abs. 1 EStG 1988)

    Die meisten Einkünfte aus Kapitalvermögen unterliegen gemäß § 27a Abs. 1 EStG 1988 einem besonderen Steuersatz und führen zu keinem Progressionsanstieg des Tarifsteuersatzes für das übrige Einkommen. Dies gilt unabhängig davon, ob die Steuer im Abzugsweg (d.h. in Form der KESt ) einbehalten oder im Rahmen der Steuererklärung (Veranlagung) festgesetzt wird.

    Dieser Steuersatz beträgt

    • bis 2015: 25%
    • ab 2016: 27,5% , außer für Zinsen aus Sparbüchern und Girokonten, für die der Steuersatz weiterhin 25% beträgt.

    Wird das übrige Einkommen des Steuerpflichtigen nach dem allgemeinen Tarifsteuersatz im Durchschnitt niedriger als mit 25% bzw. 27,5% besteuert, so kann auf Antrag der niedrigere Tarifsteuersatz angewendet werden (siehe weiter unten Regelbesteuerungsoption, freiwillige Veranlagung).

    Endbesteuerungsfähige Kapitalerträge – Kapitalerträge die nicht in der Steuererklärung zu erfassen sind (§§ 93 bis 97 EStG 1988, EStR 2000 Rz 7778 ff )

    Die meisten inländischen und im Inland bezogenen ausländischen Kapitalerträge sowie seit 1. April 2012 auch die Gewinne aus der Veräußerung von Kapitalanlagen unterliegen der KESt . Die KESt wird bereits von der inländischen, depotführenden Stelle bzw. auszahlenden Stelle der Kapitalerträge einbehalten und an das Finanzamt abgeführt. Das ist insbesondere die Bank bei Spareinlagen oder die österreichische Kapitalgesellschaft (Aktiengesellschaft oder GmbH ) bei Gewinnausschüttungen (z.B. Dividenden). Der Anleger braucht diese Kapitalerträge daher nicht mehr in seine Steuererklärung aufnehmen, weil mit der Einbehaltung der KESt die Einkommensteuer abgegolten ist (Endbesteuerung).

    Dies gilt insbesondere für:

    • Zinserträge aus Bankeinlagen (Steuersatz 25% ) und Forderungswertpapieren (Steuersatz 27,5% )
    • Gewinnanteile aus Aktien und aus GmbH -Anteilen (Steuersatz 27,5% )
    • Gewinne aus der Veräußerung von Aktien und Derivaten (Steuersatz 27,5% )

    Nicht dem Kapitalertragsteuerabzug unterliegende Kapitalerträge – Kapitalerträge die in der Steuererklärung zu erfassen sind (EStR Rz 6237)

    Veranlagung zum besonderen Steuersatz

    Eine Pflicht zur Veranlagung besteht grundsätzlich immer dann, wenn Kapitalerträge nicht dem KESt -Abzug unterliegen. Dies trifft insbesondere zu auf:

    • ausländische Kapitalerträge im engeren Sinn (z.B. Sparguthaben bei einer ausländischen Bank)

    Schließlich ist eine verpflichtende Veranlagung auch dann vorgesehen, wenn die pauschale Bewertungsregel wegen Nichtbekanntgabe der Anschaffungskosten gegenüber einer neuen Depotbank (siehe auch Substanzgewinne bzw. Einkünfte aus realisierten Wertsteigerungen) zur Anwendung gekommen ist (§ 93 Abs. 4 EStG 1988).

    Auch im Rahmen der Veranlagung kommt grundsätzlich der jeweilige besondere Steuersatz (25% bzw. 27,5% ) zur Anwendung und die Besteuerung erfolgt isoliert vom übrigen Einkommen (Ausnahme: Regelbesteuerungsoption). Eine allfällige ausländische Steuer kann entsprechend dem jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen auf die österreichische Einkommensteuer angerechnet werden. Die Besteuerung mit einem besonderen Steuersatz entfaltet die gleiche Wirkung wie ein KESt -Abzug, dies aber nicht an der Quelle, sondern bei der Veranlagung.

    Beachten Sie:

    Bei Kapitalanlagen, die einem besonderen Steuersatz unterliegen, ist ein Abzug von Ausgaben ausgeschlossen. Das Abzugsverbot gilt auch wenn die Regelbesteuerungsoption ausgeübt wird. Betroffen sind beispielsweise

    • Finanzierungskosten
    • Transaktionskosten des Veräußerers
    • Depotgebühren
    • Reisekosten zur Hauptversammlung

    Veranlagung zum vollen Tarifsteuersatz

    Daneben gibt es Einkünfte aus Kapitalvermögen, die gemäß § 27a Abs. 2 EStG 1988 (EStR 2000 Rz 6225a) keinem besonderen Steuersatz, sondern stets der vollen Tarifbesteuerung unterliegen. Dies betrifft vor allem:

    • Einkünfte aus Darlehen und nicht verbrieften sonstigen Forderungen, denen kein Bankgeschäft zu Grunde liegt (z.B. Privatdarlehen, Gesellschafterdarlehen)
    • Einkünfte aus der Beteiligung an einem Unternehmen als (echter) stiller Gesellschafter
    • Einkünfte aus Lebensversicherungsverträgen
    • Einkünfte aus nicht verbrieften Derivaten (seit 1. April 2012, zuvor idR keine Einkünfte aus Kapitalvermögen).

    Regelbesteuerungsoption, freiwillige Veranlagung (§ 27a Abs. 1 und 5 EStG 1988, EStR Rz 6226-6228a)

    Würde die Besteuerung im Rahmen der Einkommensteuererklärung (Veranlagung) unter Anwendung des progressiven Einkommensteuertarifs zu einer niedrigeren Steuerbelastung führen als die KESt (25% bzw. 27,5% ), hat der Steuerpflichtige die Möglichkeit im Zuge der Steuererklärung die Veranlagung zum allgemeinen Tarifsteuersatz zu beantragen (Regelbesteuerungsoption). Diese Option kann allerdings nur für sämtliche Einkünfte aus Kapitalvermögen beantragt werden.

    Kommt es bei Ausübung einer Regelbesteuerungsoption zu einer geringeren Besteuerung als bei der Anwendung des besonderen Steuersatzes von 25% bzw. 27,5% , so wird auf Antrag die bereits in Abzug gebrachte KESt auf die gemäß der Veranlagung zu entrichtende Einkommensteuer angerechnet und ein allfälliger darüber hinausgehender KESt -Betrag wird rückerstattet.

    Beachten Sie:

    In bestimmten Fällen ist der zu erstattende KESt -Betrag mit Absetzbeträgen gegenzurechnen (§ 97 Abs. 2 Z 2 EStG 1988):

    • Der Antragsteller ist (Ehe-)Partner eines Alleinverdieners: In diesem Fall wird nur der über den Alleinverdienerabsetzbetrag hinausgehende KESt -Betrag (seit 2011 mindestens 494 Euro) erstattet.
    • Der Antragsteller ist ein Kind, für das ein Kinderabsetzbetrag bezogen wird: In diesem Fall wird bei ganzjährigem Familienbeihilfenbezug nur die den Kinderabsetzbetrag übersteigende KESt erstattet (bei ganzjährigem Familienbeihilfenbezug muss die KESt daher mindestens 700,80 Euro, das sind 58,40 Euro monatlich, betragen.

    Источники: http://www.finanztip.de/abgeltungsteuer/, http://www.steuern.de/kapitalertraege.html, http://www.bmf.gv.at/steuern/Besteuerung-inl-sowie-im-Inland-bez-Kapitalertraege.html

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