Dienstwagen pauschalversteuerung

    0
    124

    Firmenwagenüberlassung an Arbeitnehmer / 4.2 Pauschalbesteuerung für Fahrten Wohnung – erste Tätigkeitsstätte

    Darf der Arbeitnehmer den Dienstwagen kostenlos oder verbilligt auch für Privatfahrten bzw. für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte nutzen, ist der darin liegende Vorteil steuerpflichtiger Arbeitslohn und beitragspflichtiges Arbeitsentgelt. Für den geldwerten Vorteil aus der Firmenwagengestellung, der auf die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte entfällt, gewährt der Gesetzgeber dem Arbeitgeber weiterhin ein Besteuerungswahlrecht: Er kann die Lohnsteuer für diese steuerpflichtigen Sachbezüge anstatt nach den ELStAM auch mit einem festen Pauschsteuersatz von 15 % erheben.

    Bescheinigung pauschal besteuerter Leistungen

    Entscheidet sich der Arbeitgeber für die Pauschalbesteuerung, scheidet insoweit ein Kostenabzug beim Arbeitnehmer aus. Der pauschal versteuerte geldwerte Vorteil mindert also den Abzugsbetrag, den der Arbeitnehmer in seiner Einkommensteuererklärung als Werbungskosten geltend machen kann. Der Arbeitgeber muss deshalb pauschal besteuerte Leistungen im Zusammenhang mit Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte gesondert bescheinigen (Zeile 18 der Lohnsteuerbescheinigung 2017).

    Die pauschale Firmenwagenbesteuerung für Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb ist betragsmäßig begrenzt. Der Arbeitgeber darf die Lohnsteuer von diesen Bezügen nur insoweit mit einem festen Steuersatz erheben, als sie den Betrag nicht übersteigen, den der Arbeitnehmer nach dem Gesetz als Werbungskosten geltend machen könnte. Obergrenze ist demnach die Entfernungspauschale von 0,30 EUR.

    Dem Arbeitgeber ist mit Blick auf die mit dieser Besteuerungsart verbundene Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung zu empfehlen, die Lohnsteuerpauschalierung für den geldwerten Vorteil aus der Benutzung des Firmenwagens zu Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte ab dem ersten Kilometer bis zur Höhe der Entfernungspauschale von 0,30 EUR in vollem Umfang auszuschöpfen.

    Pauschalierungsmöglichkeit für Gesamtstrecke

    Dem Arbeitnehmer steht für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte (Entfernung 18 km, 180 Arbeitstage) ab 1.1.2017 ein Firmenwagen mit einem Bruttolistenpreis von 25.000 EUR zur Verfügung.

    • Geldwerter Vorteil 2017:
    • Geldwerter Vorteil: 0,03 % von 25.000 EUR x 18 km x 12 Monate = • 1.620 EUR
    • Pauschalversteuerung mit 15 %: 180 Tage x 18 km x 0,30 EUR = • 972 EUR
    • Steuerpflicht lt. ELStAM • 648 EUR

    Der lohnsteuerpflichtigen Entfernungspauschale von 0,03 % des maßgeblichen Bruttolistenpreises liegt eine unterstellte Nutzung an 15 Arbeitstagen pro Monat zugrunde. Dementsprechend gestattet die Verwaltung für Zwecke der pauschalen Lohnsteuerberechnung den Ansatz von mindestens 15 arbeitstäglichen Fahrten, auch wenn feststeht, dass der Arbeitnehmer mit dem Fahrzeug tatsächlich an weniger Tagen im Monat fährt. Der Nachweis der Firmenwagennutzung an mehr als 15 Tagen ist zulässig. Dadurch erhöht sich das Pauschalierungsvolumen, ohne dass sich dies auf den 0,03 %-Betrag nachteilig auswirkt. Die Möglichkeit der Pauschalbesteuerung der Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mit 15 % ist bei Anwendung der 0,002 %-Tagespauschale an die Anzahl der tatsächlich durchgeführten Fahrten geknüpft. Die Vereinfachungsregelung, wonach der Arbeitgeber unterstellen kann, dass das Fahrzeug an 15 Arbeitstagen monatlich zu Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte benutzt wird, ist nur bei Anwendung der 0,03 %-Monatspauschale zulässig.

    Pauschalbesteuerung für Fahrten Wohnung – erste Tätigkeitsstätte

    Ein Arbeitnehmer erhält ab 2017 einen gebraucht angeschafften Firmenwagen auch zur Privatnutzung. Der Bruttolistenpreis lag im Zeitpunkt der Erstzulassung 2014 bei 27.500 EUR. Die Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte beträgt 40 km.

    Der geldwerte Vorteil für den Monat Januar berechnet sich wie folgt:

    • Geldwerter Vorteil für eigentliche Privatfahrten (1 % von 27.500 EUR) • 275 EUR
    • + Zuschlag für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte (0,03 % x 27.500 EUR x 40 km) • 330 EUR
    • = Lohnsteuerpflichtiger Sachbezug Firmen­wagen für Januar 2017 • 605 EUR

    Der Arbeitgeber hat die Möglichkeit, den geldwerten Vorteil für die Fahrten zur Arbeit ab dem 1. Entfernungskilometer mit 15 % pauschal zu versteuern. Er darf dabei unterstellen, dass der Firmenwagen hierfür an 15 Arbeitstagen monatlich benutzt wird. Der geldwerte Vorteil von 330 EUR kann deshalb bis zu 180 EUR (15 Tage x 0,30 EUR x 40 km) pauschal versteuert werden; der verbleibende Differenzbetrag von 150 EUR muss zusammen mit dem übrigen Arbeitslohn nach den Lohnsteuerabzugsmerkmalen des Arbeitnehmers versteuert werden.

    Der Arbeitnehmer hat dem Lohnbüro Einzelaufzeichnungen über die tatsächlich durchgeführten Fahrten zur Firma vorgelegt. Der Arbeitgeber berechnet den geldwerten Vorteil für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte für 2017 nach der 0,002 %-Tagespauschale. Für Januar 2017 ergeben sich aus den Aufzeichnungen 5 Fahrten.

    Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Finance Office Professional. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Finance Office Professional 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Artikel.

    Fehlerloser Jahresabschluss für Personengesellschaften: von den Grundregeln der Bilanzierung bis zu Anhang und Offenlegung führt Sie das Buch Schritt für Schritt durch den gesamten Ablauf des Jahresabschlusses. Dabei geht der Autor auf die zahlreichen Sonderfälle von Personengesellschaften ein und hilft Ihnen so, Fehler zu vermeiden. Weiter

    Impressum Haufe Rechnungswesen Shop Rechnungswesen Produkte

    Ratgeber Firmenwagen: Pauschalversteuerung oder Fahrtenbuch

    Nutzt ein Arbeitnehmer einen Firmenwagen auch für private Fahrten, muss er diesen „geldwerten Vorteil“ versteuern. Dabei hat der Nutzer die Wahl, ob er sich eine Pauschale anrechnen lässt oder aber ein Fahrtenbuch führt. Was günstiger ist, hängt in erster Linie davon ab, wie oft das Fahrzeug für private Zwecke genutzt wird.

    Für Vielfahrer

    Bei häufigen privaten Fahrten ist meist die Pauschale sinnvoller. Diese beträgt monatlich ein Prozent des Listenpreises, bei einem Neupreis von 25.000 Euro also 250 Euro. Zusätzlich werden pro Monat und Entfernungskilometer zum Arbeitsplatz 0,03 Prozent des Listenpreises veranschlagt und vom Arbeitgeber dem Bruttolohn hinzugerechnet. Bei 20 Kilometer Arbeitsweg sind das im erwähnten Beispiel 150 Euro. Pro Jahr erhöht sich in diesem Fall das zu versteuernde Einkommen also um 4.800 Euro.

    Eine Sonderregelung

    Eine Sonderregelung gibt es hinsichtlich der zweiten Komponente für Arbeitnehmer, die das Fahrzeug im Schnitt an weniger als 15 Tagen pro Monat oder maximal 180 Tagen im Jahr für die Fahrt zum Job nutzen. Dann kommen zu dem 1-Prozent Grundbetrag nur 0,002 Prozent pro Monat und Entfernungskilometer dazu, in diesem Fall also nur zehn statt 150 Euro. Allerdings zählen hier die tatsächlichen Fahrten, die durch schriftliche Aufzeichnungen einzeln nachgewiesen werden müssen (Bundesfinanzhof, Az.: VI R 57/09).

    Für Wenigfahrer

    Für Wenigfahrer lohnt sich aber die Schreibarbeit. Denn wer das Firmenauto insgesamt nur selten privat nutzt, für den macht es laut ARAG-Experten Sinn, ein Fahrtenbuch zu führen, anstatt die Pauschalbesteuerung zu wählen. Dann werden nur die tatsächlich Fahrten angerechnet. Bei 20 Prozent Anteil privater Fahrten wären so im genannten Fall nur etwa 2.000 Euro und damit 2 800 Euro weniger als bei der Pauschale zusätzlich zu versteuern.

    Wechsel zwischen den beiden Varianten?

    Ein Wechsel zwischen Pauschale und Fahrtenbuch ist problemlos möglich, allerdings nur zu Beginn eines Jahres. Der umgekehrte Weg ist dagegen sogar im Nachhinein erlaubt. Der Nutzer kann demnach ein Fahrtenbuch führen und sich am Ende des Jahres dennoch dazu entscheiden, nach der Ein-Prozent-Methode mit dem Finanzamt abzurechnen, wenn dies steuerlich günstiger ist (Bundesfinanzhof, Az.: VI R 35/12).

    Nur reine Dienstwagen ohne steuerliche Abgaben

    Gänzlich ohne steuerliche Zusatzbelastung fährt der Nutzer nur dann, wenn er den Wagen ausschließlich dienstlich nutzt. Dann aber muss der Arbeitgeber die private Nutzung explizit untersagen und dies auch überwachen. Sonst unterstellt das Finanzamt, dass der Wagen doch privat genutzt wird und das Nutzungsverbot nur zum Schein ausgesprochen wurde.

    Newsletter

    Auf auto.de finden Sie täglich aktuelle Nachrichten rund ums Auto. All das gibt es auch als Newsletter – bequem per E-Mail direkt in Ihr Postfach. Sie können den täglichen Überblick zu den aktuellen Nachrichten kostenlos abonnieren und sind so immer sofort informiert.

    Die neusten Artikel

    Kategorien

    DIE AKTUELLEN INFOS AUF EINEN BLICK

    • Erlkönige und Neuerscheinungen
    • Exklusive Fotos und Texte redaktionell recherchiert
    • Testberichte – Ratgeber – Services rund ums Auto

    Möchten Sie aktuelle Informationen rund um das Thema Auto als Newsletter erhalten, so erteilen Sie uns bitte Ihre Einwilligung, auch betreffend die Gestaltung der Kommunikation über Ihre Einwilligung. Die Abmeldung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

    Berechnung Geldwerter Vorteil

    Mit diesem Rechner kцnnen Sie den zu versteuernden Geldwerten Vorteil Ihres Firmenwagens ermitteln. Bei der Berechnung werden pauschale Werte berьcksichtigt, fьr alle die kein Fahrtenbuch fьhren.

    Geldwerter Vorteil Firmenwagen

    Angaben zum Firmenwagen

    ( Neupreis inkl. MwSt.):

    Wohnung – Arbeit sstдtte:

    Tage pro Monat (i.d.R. 15):

    Firmenwagenrechner 2017

    Der Geldwerte Vorteil entspricht dem privaten Nutzwert

    Je nach Arbeitgeber darf der Firmenwagen im Allgemeinen auch fьr private Zwecke genutzt werden. Diese private Nutzung stellt laut dem Deutschen Steuerrecht ein Sachbezug dar, der auf Basis des Geldwerten Vorteils versteuert werden muss. Versteuert werden muss nur der privat genutzte Anteil des Firmenwagens. Zur Ermittlung des Geldwerten Vorteils gibt es laut Gesetzgebung pauschale Werte, sofern vom Arbeitnehmer kein Fahrtenbuch gefьhrt wird. Dieser Firmenwagenrechner hilft bei der Berechnung, der Firmenwagen Versteuerung.

    Anrechnung der privaten Nutzung

    Die Anrechnung der privaten Nutzung erfolgt nach folgenden Kriterien:

    • Pauschal wird 1 % des Brutto-Listenpreises (Neupreis im Inland) als Geldwerter Vorteil pro Monat angesetzt.
    • Alternativ kann die private Nutzung auch mit den tatsдchlichen Kosten angesetzt werden. Dies erfolgt durch die Fьhrung eines Fahrtenbuchs.
    • Darьber hinaus sind die Fahrten zwischen der Wohnung und der Arbeitsstдtte zu versteuern. Hierfьr werden pauschal 0,03 Prozent des Brutto-Listenpreises je Entfernungskilometer (Entfernung Wohnung – Arbeitsstдtte) angesetzt.
    • Alternativ gilt hier auch die Fahrtenbuch-Regelung.
    • Ein eventueller privater Eigenanteil am Firmenfahrzeug.
    • Und eine pauschale steuerliche Ьbernahme des Geldwerten Vorteils durch den Arbeitgeber. (Dieser hat dadurch eine geringere steuerliche Belastung wie die steuerliche Belastung des Geldwerten Vorteils beim Arbeitnehmer).

    Entfernungskilometer zur Arbeit

    Hier tragen Sie die einfache Entfernung von Ihrer Wohnung zur Arbeitsstдtte ein.

    Pendlerpauschale – Entfernungspauschale

    Als Entfernungspauschale oder Pendlerpauschale kцnnen die Kosten fьr die Fahrten von der Wohnung zur tдglichen Arbeitsstдtte, abgesetzt werden. In Form von Werbungskosten bei Einkьnften aus einer nichtselbststдndigen Arbeit.

    Als Pendlerpauschale sind 0,30 Euro pro Entfernungskilometer pro Arbeitstag im Jahr anzusetzen. Maximal kцnnen 4.500,- Euro angesetzt werden.

    Der private Nutzwert

    Ein Firmenwagen darf in der Regel auch fьr private Zwecke genutzt werden.

    Источники: http://www.haufe.de/finance/finance-office-professional/firmenwagenueberlassung-an-arbeitnehmer-42-pauschalbesteuerung-fuer-fahrten-wohnung-erste-taetigkeitsstaette_idesk_PI11525_HI9247532.html, http://www.auto.de/magazin/ratgeber-firmenwagen-pauschalversteuerung-oder-fahrtenbuch/, http://www.brutto-netto-rechner.info/geldwerter-vorteil.php

    TEILEN
    Vorheriger ArtikelMonatlicher freibetrag
    Nächster ArtikelWieviel lohnsteuer

    HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

    Please enter your comment!
    Please enter your name here