Ehegattensplitting steuererklärung

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    Ehegattensplitting: Steuertarif für Paare

    Die Wahl der richtigen Steuerklasse kann für Ehepaare schnell in einer großen Rechnerei enden – denn schließlich will man so wenig Steuern bezahlen müssen, wie es nur geht! Neben der richtigen Steuerklassenkombination, haben verheiratete Paare auch die Möglichkeit, das Ehegattensplitting zu wählen: Dieser Steuertarif können Sie bei den Steuerklassenkombinationen III und V oder IV und IV anwenden. Durch das Splittingverfahren ist Ihr monatliches Nettoeinkommen als Paares am höchsten!

    Ehegattensplitting: Gemeinsame Veranlagung

    Beim Ehegattensplitting wird Ihr gemeinsames zu versteuerndes Einkommen durch zwei geteilt – der Betrag wird also gesplittet. Anschließend werden die Steuern nach dem Einkommensteuertarif berechnet und der Betrag wird wieder verdoppelt.

    Wenn also ein Ehepaar zusammen ein Einkommen von 50.000 EUR hat, wird für die Hälfte der Steuern berechnet. Dann werden sie verdoppelt und heraus kommt die Steuer, die das Ehepaar bezahlen muss. Wenn die Ehegatten nicht verheiratet wären, würde jedes Einkommen für sich besteuert werden – die Summe wäre also um einiges größer. Generell gilt in Deutschland: Wer viel verdient, muss viel Steuern bezahlen. Durch das Splittingverfahren wird dies optimiert.

    Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass die Einkommenssteuer für beide Ehegatten zu gleichen Teilen berechnet wird. Damit tragen weder Sie noch Ihr Ehepartner die Steuerlast alleine! Die Ehepartner bekommen pro Monat dieselben Steuern berechnet.

    Die Wahl des Ehegattensplitting ist in jedem Fall günstiger, als die Wahl der Einzelveranlagung. Vor allem die Tatsache, dass die Freibeträge besser ausgeschöpft werden, bewirkt den Vorteil.

    Beim Ehegattensplitting wird der Steuersatz angewendet, der halb so hoch ist, wie der Steuersatz eines Unverheirateten.

    Ehegattensplitting: Voraussetzungen

    Um das Ehegattensplittingverfahren wählen zu können, müssen Sie einige Voraussetzungen erfüllen:

    – Beide Ehegatten müssen unbeschränkt einkommenspflichtig sein

    – Sie als Ehepaar dürfen nicht dauerhaft getrennt leben

    Als das Ehegattensplitting eingeführt wurde, wurden nur Ehepaare im traditionellen Sinne berücksichtigt. Seit 2014 können aber auch Paare, die in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben, dieses Verfahren wählen. Dazu gehören auch gleichgeschlechtliche Ehen.

    Wichtig ist: Durch das Ehegattensplitting mindern Sie Ihre jährliche Steuerlast nicht. Sie können aber bewirken, dass Ihr monatliches Einkommen höher ist. So müssen Sie nicht waren, bis Ihre Steuererklärung geprüft ist und haben pro Monat mehr Geld zur Verfügung!

    Ehegattensplitting: Höhe des Splittingeffekts

    Wie viel Steuern Sie als Ehepaar sparen, hängt von mehreren Faktoren ab. Beispielsweise spielt die Höhe des zu versteuernden Einkommens eine Rolle. Bedeutend ist auch, wie das Einkommen zwischen den Ehegatten verteilt ist. Natürlich wirkt sich auch der Steuertarif auf den Splittingeffekt aus.

    Der höchste Splittingeffekt beim Ehegattensplitting wird erzielt, wenn ein Ehepartner keine oder nur sehr geringe Einkünfte erzielt – das heißt: Je größer der Einkommensunterschied, desto höher der Effekt. Wenn also ein Ehegatte Alleinverdiener ist und der andere zu Hause bleibt, fällt der größte Vorteil an. Falls ein Ehegatte einen Verlust verbuchen kann, steigt die Wirkung noch mehr: Die Gewinne oder Verluste werden unter dem Ehepaar verrechnet.

    Ehegattensplitting: Rechenbeispiel

    Um den Steuervorteil nochmal zu verdeutlichen, folgt ein Beispiel:

    Beispiel 1: Lisa und Frank sind nicht verheiratet, beide aber berufstätig. Lisa hat ein monatliches Jahreseinkommen von 30.000 EUR, Frank verdient 50.000 EUR. Da die beiden nicht in einer Ehe leben, wird ihr Einkommen getrennt versteuert. Lisa muss 4.116 EUR Steuern zahlen, Frank 10.074 EUR. Zusammen also 14.190 EUR.

    Anna und Peter haben vor kurzem geheiratet. Anna verdient wie Lisa 30.000 EUR, Peter hat das gleiche Einkommen wie Frank, 50.000 EUR. Die Steuern werden mit Hilfe des Ehegattensplittings berechnet. Zusammen haben die beiden ein Einkommen von 80.000 EUR. Die Summe wird halbiert, sodass aus 40.000 EUR die Einkommenssteuer berechnet werden. Diese beträgt bei der Steuerklassenkombination III und V 12.852 €.

    Anna und Peter sparen also danke des Ehegattensplittings im Vergleich zu Lisa und Frank 1.338 EUR. Zögern Sie also nicht, das Ehegattensplitting beim Finanzamt zu beantragen!

    Zusammenveranlagung

    Das bringt eine gemeinsame Steuererklärung für Paare

    • Zuletzt aktualisiert: 19. August 2016
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nicht dauernd getrennt lebende einkommensteuerpflichtige Ehegatten und eingetragene Lebenspartner können bei der Steuererklärung zwischen Einzelveranlagung und Zusammenveranlagung wählen.
    • Entscheiden sich Partner für die Zusammenveranlagung, gilt für sie die Splittingtabelle. Das bedeutet meistens einen erheblichen Steuervorteil beim Ehegattensplitting gegenüber der Einzelveranlagung.
    • Je größer die Einkommensdifferenz der Partner, desto höher ist der finanzielle Vorteil, der sich aus einer gemeinsamen Veranlagung im Vergleich zur Einzelveranlagung ergibt.
    • Auch wer als „nicht dauernd getrennt lebend“ eingestuft ist, muss nicht den gleichen Wohnsitz haben – die Formulierung bezieht sich vielmehr auf Partner, die in Scheidung leben.
    • Die Zusammenveranlagung mit einem Ehegatten, der in einem Pflegeheim lebt, ist bei Vorliegen einer krankheitsbedingt eingeschränkten Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft auch dann möglich, wenn der Steuerpflichtige mit einer neuen Lebensgefährtin zusammenlebt (Finanzgericht Niedersachsen, Urteil vom 23. Juni 2015, Az. 13 K 25/14).
    • „Dauernd getrennt“ lebende Steuerpflichtige können für das Jahr der Trennung ebenfalls die Splittingtabelle anwenden. Das gilt auch für Verwitwete bis zu dem Kalenderjahr, das dem Todesjahr des Partners folgt.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Durch das Ehegattensplitting können verheiratete oder verpartnerte Steuerzahler ihre Zahlungen an den Fiskus deutlich reduzieren. Ehepaare und eingetragene Lebenspartner können bei der Steuererklärung zwischen verschiedenen Veranlagungsarten wählen. Seit 2013 gibt es vier Veranlagungsvarianten:

    • Einzelveranlagung mit Grundtarif,
    • Zusammenveranlagung mit Ehegattensplitting,
    • Sondersplitting im Trennungsjahr und
    • Verwitwetensplitting.

    Voraussetzungen für die Zusammenveranlagung

    Gemäß Paragraf 26 Absatz 1 Einkommensteuergesetz (EStG) können Ehegatten, die beide unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben, zwischen Einzelveranlagung und Zusammenveranlagung wählen. Diese Regelung gilt auch für eingetragene Lebenspartner. Das hat das Bundesverfassungsgericht mit Beschluss vom 7. Mai 2013 (Az. 2 BvR 909/06) entschieden. Anschließend hat der Fiskus das Gesetz geändert, sodass Eheleute und gleichgeschlechtliche eingetragene Lebenspartner steuerrechtlich gleichgestellt sind.

    Nicht dauernd getrennt lebend – Normalerweise ist es erforderlich, dass das Paar, das eine gemeinsame Steuererklärung abgeben möchte, eine Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft bildet. Die meisten Eheleute leben in einem Haushalt zusammen. Eine Zusammenveranlagung ist dann immer möglich. Paragraf 26 Absatz 1 Nummer 2 EStG schreibt vor, dass die Ehegatten „nicht dauernd getrennt“ leben. Das bedeutet nicht, dass die Eheleute oder eingetragenen Partner den gleichen im Melderegister eingetragenen Wohnsitz haben müssen. Beispielsweise kann einer der Partner aus beruflichen Gründen einen anderen Wohnsitz haben.

    Die Formulierung bezieht sich vor allem auf Paare, die vor der Trennung stehen. Trennen sich Eheleute, dann dürfen sie sich im Jahr der Trennung noch einmal gemeinsam veranlagen lassen. Diese Möglichkeit nennt sich Sondersplitting im Trennungsjahr. Im Folgejahr muss aber jeder seine eigene Steuererklärung erstellen und abgeben; selbst dann, wenn die Ehe noch gar nicht geschieden ist.

    Übrigens: Heiratet der frisch Geschiedene wieder im selben Jahr, dann kann er sich im selben Jahr mit dem neuen Partner zusammen veranlagen lassen.

    Nicht selten unternehmen zerstrittene Paare einen Versöhnungsversuch. Dies honoriert der Fiskus. Probieren beide ernsthaft wieder ein gemeinsames Zusammenleben, dürfen sich die Eheleute auch in diesem Jahr wieder zusammen veranlagen lassen.

    Eine Zusammenveranlagung ist sogar möglich, wenn der demente Ehepartner im Pflegeheim wohnt und der gesunde Partner bereits gemeinsam mit einer neuen Lebensgefährtin in einem gemeinsamen, neugebauten Haus lebt, inklusive Gemeinschaftsbankkonto. Dies entschied das Finanzgericht Niedersachsen in einem rechtskräftigen Urteil vom 23. Juni 2015, Az. 13 K 225/14. Das unterlegene Finanzamt hat zunächst Revision eingelegt, diese aber zwischenzeitlich zurückgenommen.

    Im konkreten Fall erkrankte die Ehefrau 2002 an Demenz. Ihr Mann pflegte sie bis 2008 zu Hause. Die zu 100 Prozent schwerbehinderte Frau musste jedoch dann in ein Pflegeheim verlegt werden. 2010 zog die neue Lebensgefährtin in die Wohnung des Manns ein. Ende 2010 begannen beide den Bau eines gemeinsamen Hauses, in das sie 2011 einzogen. 2014 verstarb die Ehefrau. Für die Jahre 2011 bis 2013 beantragte er die Zusammenveranlagung mit seiner im Pflegeheim lebenden Frau – ohne offenzulegen, dass er mit einer neuen Lebensgefährtin lebt. Das Finanzamt erfuhr jedoch davon und lehnte nachträglich die Zusammenveranlagung ab. Zu Unrecht, entschieden die Finanzrichter. Sie stellten fest, dass die Trennung auf der Krankheit der Frau beruhte. Der Mann habe nie die Absicht gehabt, seine Frau zu verlassen. Er kümmerte sich über all die Jahre persönlich und finanziell um sie, zahlte die Pflegeheimkosten sowie weitere krankheitsbedingte Zusatzkosten und war zudem ihr Betreuer. Er habe daher die persönliche und geistige Gemeinschaft mit ihr soweit wie möglich aufrechterhalten. Das Gericht kam daher zu dem Schluss: „Die Zusammenveranlagung mit einem in einem Pflegeheim lebenden Ehegatten ist bei Vorliegen einer – krankheitsbedingten eingeschränkten – Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft auch dann möglich, wenn der Steuerpflichtige mit einer neuen Lebensgefährtin zusammenlebt.“

    In einem anderen vergleichbaren Fall, in dem die Frau im Wachkoma lag, lehnte das Finanzgericht Köln hingegen die Zusammenveranlagung mit dem Mann ab. Dieser hatte jedoch mit seiner neuen Lebensgefährtin ein gemeinsames Kind (Urteil vom 16. Juli 2011, Az. 10 K 4736/07).

    Nur mit Trauschein – Entscheiden sich die Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartner für die Zusammenveranlagung zur Einkommensteuer, gilt für sie die Splittingtabelle. Das bringt Steuervorteile, insbesondere wenn sich die Einkünfte der beiden Partner stark unterscheiden. Paare ohne Trauschein haben jedoch keine Chance, sich zusammen veranlagen zu lassen. Das musste zuletzt ein Geschäftsführer einsehen, der mehr als 110.000 Euro verdiente, während seine mit ihm zusammenlebende Partnerin nur gut 2.000 Euro im Jahr einnahm. Das Paar, das mit drei gemeinsamen und einem weiteren Kind der Frau in einem Haushalt lebt, wollte eine gemeinsame Steuererklärung abgeben. Das Finanzgericht Münster lehnte dies in seinem Urteil vom 18. Mai 2016 ab. Ausschließlich Paare mit Trauschein, ob gleich- oder verschiedengeschlechtlich, dürfen sich zusammen veranlagen lassen.

    Den Splittingtarif gemäß Splittingtabelle können außerdem anwenden:

    • Getrennt lebende Steuerpflichtige im Jahr der Trennung und
    • Verwitwete bis zu dem Kalenderjahr, das dem Todesjahr des Partners folgt.

    Lohnende Einzelveranlagung

    Es gibt einige Konstellationen, in denen steuerlich die Einzelveranlagung günstiger ist, als wenn sich das Paare zusammen veranlagen lässt. Wann dies der Fall ist, haben wir in einem Ratgeber zusammengestellt.

    Das bringt die Zusammenveranlagung

    Vor allem die Anwendung des Splittingverfahrens zur Ermittlung der Steuerschuld ist für viele Paare finanziell attraktiv und daher der größte Vorteil einer Zusammenveranlagung. Ihre wichtigsten Merkmale sind:

    • Im Rahmen der Zusammenveranlagung werden die Einkünfte der Ehegatten/Lebenspartner zwar getrennt ermittelt, dann aber zusammengerechnet und als gemeinsame Einkommensteuererklärung beim Finanzamt abgegeben. Beide erhalten einen gemeinsamen Steuerbescheid.
    • Die Steuer wird für die Ehegatten/Lebenspartner zusammen nach dem Splittingverfahren berechnet. Das heißt: Für die Hälfte des gemeinsamen Einkommens wird die Steuer gemäß Grundtabelle berechnet und dann verdoppelt. Dadurch ergibt sich in der Regel eine niedrigere Steuerschuld als bei der Einzelveranlagung.
    • Das Splittingverfahren gewährt den größten Vorteil gegenüber der Einzelveranlagung, falls nur ein Ehegatte/Lebenspartner Einkünfte erzielt. Kein Vorteil ergibt sich, wenn beide Partner gleich hohe Einkünfte erzielen.
    • Beide haften gemeinsam für die insgesamt zu zahlende Einkommensteuer. Der eine Partner muss also für die Steuerschuld geradestehen, die rechnerisch auf den anderen Partner entfällt.
    • Entscheidend dafür, dass eine Zusammenveranlagung möglich ist, ist eine standesamtliche Trauung. Eine kirchliche Hochzeit ist steuerrechtlich ohne Belang.

    Helfer für die Steuererklärung

    Berechnung der Steuerschuld mithilfe der Splittingtabelle

    Haben Sie sich für die Zusammenveranlagung entschieden, wird die Einkommensteuer nach dem Splittingverfahren auf der Grundlage von Paragraf 26b und Paragraf 32a EStG berechnet. Hierbei wird die Splittingtabelle herangezogen.

    Sie berechnen Ihre Steuerschuld, indem Sie Ihr zu versteuerndes Einkommen mit dem Ihres Gatten oder eingetragenen Lebenspartners zusammenrechnen und die Summe durch zwei teilen. Aus diesem Betrag ergibt sich gemäß Paragraf 32a EStG die Höhe der Einkommensteuer, die anschließend mit zwei multipliziert wird.

    In den meisten Fällen führt die Zusammenveranlagung nach der Splittingtabelle dazu, dass die zu zahlende Einkommensteuer niedriger ist als bei Einzelveranlagungen der beiden Partner. Der Grund hierfür ist die Steuerprogression: Mit der Höhe der Einkünfte steigt die Einkommensteuerlast nicht linear, sondern überproportional.

    Wann sich die gemeinsame Veranlagung richtig lohnt

    Je größer die Differenz beim Lohn oder Gehalt der Ehepartner oder eingetragenen Partner ist, desto höher ist der finanzielle Vorteil, der sich aus einer gemeinsamen Veranlagung in der Einkommensteuererklärung im Vergleich zur Einzelveranlagung ergibt.

    Besonders lukrativ ist die einkommensteuerliche Zusammenveranlagung, wenn ein Partner ein sehr hohes Einkommen hat, der andere aber über gar kein Einkommen verfügt.

    Sie können die Zusammenveranlagung für das gesamte Jahr machen, in dem Sie heiraten oder Ihre Partnerschaft eintragen lassen. Beispiel: Sie heiraten am 31. Dezember 2016. Damit können Sie mit Ihrem Partner für das gesamte Jahr 2016 die Zusammenveranlagung bei der Steuererklärung wählen und – je nach Einkommen – Ihre Einkommensteuerschuld dank Splitting unter Umständen deutlich senken.

    Splittingtabelle und Einkommensteuerrechner des BMF

    Zusammen veranlagte Partner können ihre zu zahlende Einkommensteuer aus der Splittingtabelle des Bundesfinanzministeriums (BMF) ablesen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sie vorher ihr zu versteuerndes Einkommen ermittelt haben, das nicht mit dem Bruttoeinkommen übereinstimmt.

    Einen ähnlichen Service bietet der Einkommensteuerrechner des Ministeriums. Auch er kann aber nur Anhaltspunkte für Ihre Steuerschuld geben. Denn Schwierigkeiten bei der Berechnung macht vor allem die Bestimmung des zu versteuernden Einkommens. Falls Sie es genauer wissen möchten, sollten Sie Steuersoftware nutzen. Günstige empfehlenswerte Produkte finden Sie im Ratgeber Steuersoftware.

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    Bei der Einzelveranlagung erfolgt die Berechnung der Einkommensteuer nach der Einkommensteuer-Grundtabelle, bei der Zusammenveranlagung nach der Einkommensteuer-Splittingtabelle.

    Die folgende Tabelle bietet einen Vergleich von Grundtabelle und Splittingtabelle für verschiedene zu versteuernde Einkommen:

    Quelle: Grundtabelle und Splittingtabelle des BMF für das Jahr 2015

    Ein Alleinstehender, der ein zu versteuerndes Einkommen von 50.000 Euro hat, wird einzeln veranlagt und zahlt 12.780 Euro Einkommensteuer. Ehepaare oder eingetragene Lebenspartner zahlen bei Zusammenveranlagung und einem gemeinsamen Einkommen von 50.000 Euro nur 8.078 Euro Einkommensteuer – und damit 4.702 Euro weniger (Werte beziehen sich auf das Steuerjahr 2015).

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    So viel kann das Ehegattensplitting bringen

    Die folgenden Beispiele verdeutlichen den finanziellen Vorteil, der sich bei unterschiedlich hohen Einkommen von Partnern aufgrund von Zusammenveranlagung gegenüber Einzelveranlagung ergibt:

    * zvE = zu versteuerndes Einkommen

    Quelle: Grundtabelle und Splittingtabelle des BMF für das Jahr 2015, eigene Berechnung

    Die Tabelle verdeutlicht, dass die Zusammenveranlagung für Ehegatten und eingetragene Lebenspartner besonders vorteilhaft ist, wenn die Einkommensunterschiede zwischen ihnen besonders groß sind.

    Witwensplitting

    Ein Sonderfall der Zusammenveranlagung ist das sogenannte Witwensplitting. Stirbt einer der Gatten, gewährt das Finanzamt dem Überlebenden die Vorteile der Zusammenveranlagung im Todesjahr und im Jahr drauf. Voraussetzung ist, dass zum Zeitpunkt des Todes des Partners die Voraussetzungen für die Zusammenveranlagung gegeben waren (§ 32a Absatz 6 Nummer 1 EStG).

    Beispiel: Der Ehemann stirbt 2016. Die Witwe kann für die Jahre 2016 und 2017 den Splittingtarif nutzen. Heiratet sie 2017 wieder, kann sie sich nur dann mit dem verstorbenen Partner zusammen veranlagen lassen, wenn der neue Ehemann einzeln veranlagt wird.

    Für das Todesjahr wird die Einkommensteuer der Witwe oder des Witwers nach dem Grundtarif berechnet; die Steuerschuld des verstorbenen Partners hingegen nach dem Splittingtarif.

    Veranlagungsart ändern

    Die gewählte Veranlagungsart gilt grundsätzlich für das betreffende Steuerjahr. Sie kann aber noch geändert werden, bis der Steuerbescheid ergangen ist. Nachdem der Bescheid Bestandskraft erlangt hat, kann die Veranlagungsart nur noch geändert werden, sofern

    • ein Steuerbescheid der Ehegatten/Lebenspartner aufgehoben, geändert oder berichtigt wird und
    • die Änderung der gewählten Veranlagungsart dem Finanzamt mitgeteilt wird, bevor der Änderungs- oder Berichtigungsbescheid Bestandskraft erlangt und
    • die Einkommensteuer der Ehegatten/Lebenspartner nach Änderung der Veranlagungsart niedriger ist, als sie ohne diese Änderung wäre. Die Einkommensteuer der einzeln veranlagten Partner wird dabei zusammengerechnet.

    Mehr dazu im Ratgeber Steuererklärung

    Experte für Steuern

    Das Wichtigste zur Einkommensteuer:

    • Welche Formulare Sie bis wann ausfüllen müssen.
    • Wer eine Steuererklärung abgeben muss – und wer sollte.
    • Welche Ausgaben die Steuern mindern.

    Weitere hilfreiche Ratgeber:

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    Artikel verfasst von

    Finanztip-Experte für Steuern

    Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

    ehemaliger freier Finanztip-Mitarbeiter

    Ludwig Heinz hat als freier Finanztip-Redakteur zu Themen rund um Verbraucherfinanzen geschrieben. Zuletzt arbeitete er als Teamleiter Anlagestrategie für Gruner + Jahr Wirtschaftsmedien in Frankfurt, davor als Ressortleiter Wirtschaft und Politik bei der Anlegerzeitschrift Börse Online in München. Zudem war er in unterschiedlichen Positionen für mehrere Banken tätig, überwiegend im Research. Ludwig Heinz studierte nach einer Bankausbildung Betriebs- und Volkswirtschaftslehre in München.

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    Quelle: Infografik Die Welt

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    „Schatz, lass uns heiraten – und Steuern sparen!“ Nichts kommt wohl schlechter an, als beim Heiratsantrag völlig unromantisch das Finanzamt mit ins Spiel zu bringen.

    Dabei sollte sich jedes Brautpaar auf Wolke sieben ruhig schon vor der Eheschließung einmal ganz praktisch mit der steuerlichen Auswirkung des Jaworts beschäftigten, rät Christina Georgiadis von der Vereinigten Lohnsteuerhilfe (VLH).

    Schließen zwei Menschen am Standesamt den Bund fürs Leben, verschmelzen sie – rein steuerlich betrachtet – in der Regel auch vor dem Fiskus zu einer Einheit. Und das bringt häufig klare finanzielle Vorteile. „Davon kann sich so manches Paar eine größere Hochzeitsfeier leisten“, betont Fachfrau Georgiadis.

    Der lockere Spruch, dass sich Heiraten vor allem wegen des Finanzamts lohnt, gilt tatsächlich immer dann, wenn einer der Eheleute besser verdient als der andere. Sind die Einkünfte etwa gleich hoch, tendiert der Steuervorteil eher gegen null. Viele Paare können also steuerlich deutlich profitieren, andere weniger.

    Als Partner durch Splitting die Steuerlast drücken

    Grund dafür ist das Ehegattensplitting. So heißt die Methode, wie Finanzbeamte die Einkommensteuer von Vermählten berechnen – und neuerdings auch die von eingetragenen Lebensgemeinschaften.

    Dabei wird das Einkommen beider in einen Topf geworfen, halbiert und für diese eine Hälfte die Einkommensteuer berechnet. Dann wird die Summe verdoppelt – und voilà, heraus kommt die Steuerlast, die ein (Ehe-)Paar zahlen muss. Aufgrund des Splittings zahlen beide oft weniger Steuern als jeder Einzelne im Alleingang hinblättern müsste.

    Steuerlich günstiger fährt vor allem das Paar, bei dem der eine vergleichsweise viel und der andere wenig verdient. Der Mehrverdiener rutscht so weniger stark in die Steuerprogression, also in die überproportional steigende steuerliche Belastung für höhere Einkommen.

    Einkünfte und Verluste verrechnen

    Ein Beispiel: Der frischgebackene Ehemann arbeitet Vollzeit und verdient 45.000 Euro im Jahr. Seine Frau ist teilzeitbeschäftigt und bringt 15.000 Euro im Jahr nach Hause. Vor der Eheschließung muss der eine knapp 10.800 und der andere gut 1340 Euro Steuern zahlen (ohne Soli und Kirchensteuer), wie die VLH vorrechnet.

    Lassen sie sich als Ehepaar zusammen veranlagen, drücken sie ihre Steuerlast mithilfe des Splitting-Tarifs um stolze 1000 Euro – eine ansehnliche Ersparnis. Geht die Verdienstschere zwischen den Eheleuten nicht ganz so weit auseinander, fällt die Ersparnis weniger deutlich aus. Bringt der eine Partner 35.000 Euro im Jahr heim, der andere 25.000, sparen sie als Ehepaar über das Splitting-Verfahren nur 84 Euro.

    Vorteilhaft ist in jedem Fall, dass zusammen veranlagte Eheleute die Verluste des einen mit den Einkünften des anderen verrechnen dürfen. Das ist beispielsweise möglich, wenn der eine als Angestellter regelmäßig ein festes Salär hat, der andere als Selbstständiger öfter mal Miese einfährt und deshalb wenig bis gar keine Steuern zahlen muss.

    Selbstständige und Angestellte sind ein gutes Paar

    Das Minus des Selbstständigen oder Freiberuflers senkt die Steuerlast des Ehepaares. Unterstützung bieten auch Steuerberater respektive Lohnsteuerhilfevereine. „Hochzeiter sollten sich auf jeden Fall frühzeitig informieren“, empfiehlt auch Uwe Rauhöft, Geschäftsführer des Neuen Verbands der Lohnsteuerhilfevereine (NVL).

    Wichtig ist in jedem Fall auch, dass Verliebte sich Gedanken machen über die Wahl ihrer Steuerklassen nach der Heirat. Denn: Über die Kombination der Steuerklassen bestimmen Hochzeiter mit, wie viel Lohnsteuer jeden Monat vom Gehalt abgezogen wird – und damit auch, wie hoch das ausgezahlte Nettogehalt ausfällt. „Je früher die Weichen gestellt werden, desto mehr kann monatlich in der Kasse sein“, ermuntert Fachfrau Georgiadis zum Handeln.

    Berufstätige Ehepaare haben die Wahl zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen: entweder ein Mix aus Klasse III und V, wenn die Gehälter unterschiedlich hoch ausfallen, oder IV/IV, wenn beide etwa gleich viel aufs Konto bekommen.

    Richtige Steuerklasse gibt unterjährig mehr

    Verdient der besser bezahlte Partner etwa 60 Prozent des gemeinsamen Einkommens oder mehr, ist der Mix aus den Steuerklassen III und V in der Regel empfehlenswerter als die Kombination IV und IV, wie Rauhöft erläutert. Der Besserverdienende hat in Steuerklasse III deutlich weniger Abzüge. Allerdings kann das zu Nachforderungen des Fiskus führen.

    Als dritte Option ist die Kombi IV/IV mit Faktor möglich. Sie kann erste Wahl sein, wenn die Eheleute in etwa das gleiche Monatsgehalt erhalten und Steuernachzahlungen umschiffen wollen. Wegen des Faktors errechnet das Finanzamt zuerst die voraussichtliche Jahressteuerlast des Paares. Diese wird dann durch zwölf geteilt und monatlich als Lohnsteuer einbehalten. Nachforderungen kommen da gar nicht erst auf. Die IV mit Faktor gibt es schon seit 2009.

    „Trotzdem ist der Mix noch nicht so bekannt und geläufig“, sagt Georgiadis. Mit dem kostenfreien Steuerrechner des Bundesfinanzministeriums unter (Stichworte: Berechnung der Lohnsteuer und Faktorverfahren) kann jedes Paar selbst ausrechnen, welche Kombination am besten ist. Grundsätzlich gilt aber: Egal, welcher Mix gewählt wird – die Gesamtsteuerbelastung ist unterm Strich immer gleich, wie Rauhöft betont. Eine Änderung der Steuerklassen ist jederzeit beim Finanzamt möglich, spätestens bis 30. November eines Jahres.

    Elterngeld wird neu berechnet

    Nichts auf die lange Bank schieben sollten Hochzeiter mit Kinderwunsch. Damit das Paar keine Einbußen beim Elterngeld hat, muss die Mutter spätestens sieben Monate vor Beginn des Mutterschutzes die richtige Steuerklasse haben. Sonst bekommen Doppelverdiener schlimmstenfalls einige Tausend Euro weniger Unterstützung vom Staat, warnt Rauhöft.

    Verheiratete können auf Nummer sicher gehen und schon vor einer Schwangerschaft die Steuerklassen wechseln. Der Partner mit weniger Verdienst geht dann etwa in die III, der andere in die V. Die Eheleute zahlen damit zwar erst mal mehr Steuern, können sich die Abzüge aber mit der Steuererklärung zurückholen. Wie sich das Elterngeld durch einen Steuerklassenwechsel beeinflussen lässt, lässt sich auf den Seiten des Bundesfamilienministeriums mit dem kostenfreien Elterngeldrechner prüfen.

    Für Väter in spe und Frauen im Staatsdienst, die kein Mutterschaftsgeld, sondern volle Bezüge bis zur Geburt kriegen, ist der Zeitdruck nicht ganz so hoch: Sie müssen den Antrag auf Steuerklassenwechsel erst im siebten Kalendermonat vor dem Geburtsmonat gestellt haben.

    Immer Kindergeld beantragen

    Wer bereits Kinder hat, erhält ebenfalls Unterstützung vom Staat. Nicht verzichten sollten Eltern in jedem Fall darauf, Kindergeld zu beantragen, sagt Wolfgang Wawro vom Deutschen Steuerberaterverband.

    Bis zum 18. Geburtstag eines Kindes haben die Eltern Anspruch auf Kindergeld. Für das erste und zweite Kind erhalten Eltern pro Monat 184 Euro, für das dritte Kind 190 Euro, für jedes weitere Kind 215 Euro. Auch erwachsenen Kinder haben seit Veranlagungszeitraum 2012 bis zu ihrem 25. Geburtstag während ihrer ersten Ausbildung Anspruch auf Kindergeld.

    „Dabei ist es egal, wie viel Einkünfte das Kind hat“, sagt Georgiadis von der VLH. Bei einer Zweitausbildung sei der Fall schwieriger – und darunter fällt bereits ein Master-Studium. Dann nämlich fragt das Finanzamt, wie viel Zeit für den Nebenjob pro Woche aufgewendet wird. Arbeitet das Kind mehr als 20 Stunden, erhalten die Eltern kein Kindergeld mehr.

    Doppelte Freibeträge auch für Lebenspartner

    Statt Kindergeld können für Eltern Freibeträge günstiger sein. 3504 Euro pro Elternteil pro Jahr setzen sich zusammen aus dem Kinderfreibetrag in Höhe von 2184 Euro und dem Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung (1320 Euro). Doch ausrechnen, ob sie mit Kindergeld oder Freibeträgen besser fahren, müssen Eltern nicht selbst, sagt Wawro: „Welche Unterstützung günstiger ist, errechnen die Finanzbeamten automatisch im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung.“

    Werden Eltern gemeinsam veranlagt, wird der Freibetrag doppelt gezählt, sofern es sich um das leibliche Kind handelt oder beide Eltern das Kind als ihr eigenes angenommen haben. „Auch das gilt nun für eingetragene Lebenspartnerschaften“, sagt Lothar Dölle, Vizepräsident des Steuerberaterverbandes Hessen.

    Getrennt lebende Partner, die den Kinderfreibetrag nutzen, könnten wählen, ob sie der besserverdienenden Hälfte den gesamten Betrag zurechnen wollten, ergänzt Wawro. Derjenige habe dadurch einen Vorteil. „Und den sollte er dann natürlich in der Partnerschaft teilen.“

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    Источники: http://www.steuerklassen.net/steuererklaerung/ehegattensplitting-das-muessen-sie-wissen.html, http://www.finanztip.de/gemeinsame-veranlagung/, http://www.welt.de/finanzen/ratgeber-steuern/article126736276/So-holen-sich-Familien-ihre-Steuern-zurueck.html

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