Ehrenamtliche tätigkeit steuer

    0
    108

    Ehrenamt Steuer

    Muss für das Geld, das man für die ehrenamtliche Tätigkeit erhält wird, eine Steuer entrichtet werden?

    Vom Grundsatz her ist es so, dass alle Leistungen in Geld oder Geldeswert, die der ehrenamtlich Tätige erhält, der Einkommenssteuer unterliegen. Im Einkommenssteuergesetz werden allerdings einige Arten von Zahlungen genannt, die nicht als Einkommen angesehen werden. Alle übrigen Einnahmen sind solche im Sinne des Einkommensteuergesetzes. Für diese Einnahmen ist entscheidend, ob sie mit einer Einkünfteerzielungsabsicht zugeflossen sind. Eine solche Einkunftserzielungsabsicht ist gegeben, wenn man einen Überschuss der Einnahmen über die Ausgaben aus der Tätigkeit erzielen wollte. Ob diese Absicht bestand, wird anhand objektiver Kriterien ermittelt. Wenn die Einnahmen die absetzbaren Ausgaben übersteigen, dann wird grundsätzlich von einer Einkunftserzielungsabsicht ausgegangen.

    Welche Zahlungen sind keine Einnahmen i.S.d. Einkommensteuergesetzes? Antwort: Reisekostenvergütungen.

    Gezahlte Reisekostenvergütungen aus öffentlichen Kassen sind gem. § 3 Nr. 13 EStG steuerfrei, wenn sie nach reisekostenrechtlichen Vorschriften des Bundes oder der Länder gezahlt werden. Gem. § 3 Nr. 16 EStG ist eine Reisekostenerstattung im Rahmen der Nr. 13 auch dann steuerfrei, wenn sie nicht aus öffentlichen Kassen erfolgt, sondern wenn die Zahlung etwa von einem gemeinnützigen Verein erfolgt.

    Rechtsfrage :  Ehrenamt von der Steuer absetzen?

    Das Finanzamt will Kosten, die in Zusammenhang mit meinem Ehrenamt entstanden sind, nicht berücksichtigen. Geht das? Wolfgang Wawro Steuerberater antwortet.

    Mit der unentgeltlichen Ausübung eines Ehrenamts können Steuerpflichtige bis zu 2100 Euro (Übungsleiterfreibetrag) im Kalenderjahr steuerfrei als Aufwandsentschädigung beziehen. Daneben wurde seit 2007 ein weiterer Freibetrag von 500 Euro für ehrenamtlich Tätige eingeführt, der insbesondere für andere Personengruppen gilt, die nicht unter die Übungsleiterpauschale fallen. Beides zusammen gibt es aber nicht.

    Voraussetzung für die Steuerbefreiung ist, dass die Arbeit für eine Körperschaft des öffentlichen Rechts erbracht wird beziehungsweise gemeinnützigen Zwecken dient. Davon gehen die Finanzbehörden aus, wenn der Verein als gemeinnützig anerkannt ist. Die Finanzämter gehen davon aus, dass ein Ehrenamtler keinen steuerpflichtigen Arbeitslohn erzielt, wenn ihm der Verein lediglich die entstandenen Aufwendungen wie zum Beispiel Fahrtkosten, Portokosten oder Telefongebühren erstattet. Dabei schadet es nicht, wenn die Erstattungsbeträge diese Aufwendungen gering übersteigen.

    Werden die entstandenen Aufwendungen nicht vom Verein entschädigt, können diese Kosten grundsätzlich nicht in der Einkommensteuererklärung als Verlust geltend gemacht werden. Man spricht dann von einer so genannten Liebhaberei. Liebhaberei im steuerrechtlichen Sinne ist eine Tätigkeit, die ohne die Absicht der Erzielung von einkommensteuerbaren Einkünften durchgeführt wird. Die Ausübung eines Hobbys ist ein klassisches Beispiel für steuerliche Liebhaberei. Insoweit entstandene Verluste werden steuerlich nicht anerkannt.

    Allerdings könnte man etwa das Fahrgeld als Sachspende an den Verein oder die Körperschaft geltend machen, wenn diese dafür eine Spendenbescheinigung ausstellen. Dabei gelten die allgemeinen Grundsätze des Spendenrechts, unter anderem auch die Regeln zum vereinfachten Spendennachweis.

    Ehrenamt und Freibeträge

    Ehrenamtliches Engagement wird vom Finanzamt mit einer Steuerbefreiung für die gezahlten Auf-wandsentschädigungen unterstützt. Aufwandsentschädigungen für nebenberufliche Tätigkeiten sind diese steuerpflichtig – oder zumindest nur zum Teil.

    Dabei wird zwischen zwei verschiedenen steuerlichen Berücksichtigungen unterschieden:

    1) Ehrenamtspauschale

    Für Tätigkeiten in einer öffentlich-rechtlichen oder gemeinnützigen Körperschaft, die im mildtätigen, ideellen oder kirchlichen Bereich tätig ist, wird eine Ehrenamtspauschale von 720€ gewährt.

    Von diesem Steuerfreibetrag können ehrenamtliche Mitarbeiter wie beispielsweise Vereinsvorstände, Kassenwarte oder Schreibkräfte in der Geschäftsstelle profitieren.

    Das bedeutet, dass Aufwandsentschädigungen, die für diese Tätigkeit gezahlt werden, bis 720€ nicht der Einkommensteuer unterworfen werden. Übersteigen die gezahlten Aufwandsentschädi-gungen den steuerfreien Betrag, ist der Rest zu versteuern.

    Was ist mit den angefallenen Kosten?

    Werbungskosten können nur dann abgezogen werden, wenn diese auch den steuerfreien Betrag übersteigen – also über 720€ betragen. Und dann auch nur in der Höhe, in der die Kosten den Pauschbetrag übersteigen.

    2) Übungsleiterpauschale

    Für nebenberufliche Tätigkeiten als Trainer, Ausbilder, Erzieher, Pfleger oder Betreuer im Dienst einer juristischen Person des öffentlichen Rechts wird eine Übungsleiterpauschale von 2.400€ gewährt.

    Von diesem Steuerfreibetrag können ehrenamtliche Mitarbeiter wie beispielsweise Fußballtrainer, Chorleiter oder Dozenten an Volkshochschulen profitieren.

    Das bedeutet, dass Aufwandsentschädigungen, die für diese Tätigkeit gezahlt werden, bis 2.400€ nicht der Einkommensteuer unterworfen werden. Übersteigen die gezahlten Aufwandsentschädi-gungen den steuerfreien Betrag, ist der Rest zu versteuern.

    Was ist mit den angefallenen Kosten?

    Werbungskosten können nur dann abgezogen werden, wenn diese auch den steuerfreien Betrag übersteigen – also über 2.400€ betragen. Und dann auch nur in der Höhe, in der die Kosten den Pauschbetrag übersteigen.

    Nebenberuflich tätig ist man, wenn man weniger als 1/3 der Zeit einer Vollzeitbeschäftigung mit dieser Tätigkeit verbringt. Oft handelt es sich um Tätigkeiten in gemeinnützigen Vereinen.

    Die Aufwandsentschädigungen werden in der Anlage S für selbstständige Tätigkeit erfasst – sofern Sie nicht bei dem Verein angestellt sind. Der Freibetrag wird immer für ein Jahr gewährt und wird nicht zeitanteilig aufgeteilt. Es ist nicht möglich zwei Freibeträge gleichzeitig für eine Tätigkeit zu nutzen.

    Ähnliche Beiträge:

    Beitrags- Navigation

    Steuererklärung online

    Jetzt und hier mit smartsteuer die Steuererklärung online machen. Einfach unverbindlich ausprobieren und Steuererstattung berechnen.

    Newsletter

    Mit dem smartsteuer Newsletter halten wir Sie immer auf dem Laufenden. Erfahren Sie alles über das Thema Geld und Steuern sparen. Jetzt den kostenlosen Newsletter abonnieren!

    Weitere Tipps

    Über smartsteuer

    © smartsteuer – Steuererklärung online machen und Steuern sparen

    Источники: http://www.ehrenamt-deutschland.org/verguetung-aufwandsentschaedigung/steuer.html, http://m.tagesspiegel.de/verbraucher/rechtsfrage-ehrenamt-von-der-steuer-absetzen/1561430.html, http://www.smartsteuer.de/online/steuertipps/ehrenamt-und-freibetraege/

    HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

    Please enter your comment!
    Please enter your name here