Einkommensteuer anlage n

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    Einkommensteuer anlage n

    Anlage N zur Steuererklärung 2012

    • Zuletzt aktualisiert: 13. Dezember 2012

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    Steuerformular Anlage N – Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit zum Download / Ausfüllen für die Steuererklärung 2012 an das Finanzamt (Veranlagung):

    Anlage N oder alternativ Download der Anlage N. Die Anlage N zur Steuererklärung muss jeder Steuerzahler einreichen, der Arbeitslohn aus nichtselbständiger Arbeit mit "Lohnsteuerabzug" erzielt hat.

    Haben beide Ehegatten steuerpflichtigen Arbeitslohn erzielt, muss jeder Ehegatte, auch bei Zusammenveranlagung, dieses Steuerformular separat einreichen. Die Anlage (Erklärungsvordruck) ist auch über die Startseite der Steuerformulare zur Einkommensteuer zu beziehen. Auf die allgemeinen Hinweise zum Blättern im Steuerformular wird hier nicht eingegangen. Stattdessen werden nachstehend Informationen und Hinweise zum Ausfüllen der Anlage N zur Steuererklärung gegeben.

    Die Anlage N besteht aus 3 Seiten. Für Arbeitnehmer ist dieses Steuerformular besonders wichtig, weil neben den Angaben zum Arbeitslohn (Gehalt) in dieser Anlage zur Einkommensteuererklärung auch die Werbungskosten einzutragen sind. Auf der ersten Seite des Steuerformulars Anlage N werden die Einnahmen erfasst. Zumeist können die erforderlichen Angaben direkt aus der Bescheinigung des Arbeitgebers (ehemalige "Lohnsteuerkarte") übernommen werden. Nach der Erfassung der Einnahmen sind im Vordruck zur Steuererklärung die Werbungskosten zur Ermittlung der Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit einzutragen. Die nachstehenden Hinweise teilen sich sich daher auf in die 2 Blöcke "Angaben zum Arbeitslohn" und "Angaben zu Werbungskosten" und sollen Ihnen als eine kleine Anleitung zum Ausfüllen und zum Nachschlagen in diesem Steuerformular dienen. Die Anlage N ist auch auszufüllen, wenn Sie nur Aushilfsjobs bzw. Minijobs – mit Lohnsteuerabzug – ausgeübt haben.

    Angaben zum Arbeitslohn in der Anlage N

    Die Seite 1 der Anlage N widmet sich vollständig der Erfassung der Einnahmen. Die Angaben sind aus der Lohnsteuerbescheinigung des Arbeitgebers ersichtlich. Die Lohnsteuerkarte für das Kalenderjahr 2010 war die letzte Lohnsteuerkarte auf Papier. <Mehr hierzu auch im Artikel Freibetrag bei der Lohnsteuer>.

    Vorab: Im Kopf des Steuerformulars ist zusätzlich zum Namen und der Steuernummer die so genannte eTIN einzutragen. Dabei handelt es sich um die "electronic Taxpayer Identification Number", die sich aus Ihrem Namen und Ihrem Geburtsdatum zusammensetzt (siehe bei Bedarf Persönliche Steueridentifikationsnummer). Auch die eTin finden Sie auf der Lohnsteuerbescheinigung. Sie können die eTIN natürlich nur eintragen, wenn die eTIN auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung vermerkt ist. Ihr Arbeitgeber hat ggf. die Daten bereits an das Finanzamt weitergeleitet. ELStAM heißt das Verfahren, mit dem künftig alles schneller und effizienter werden soll. ELStAM steht für Elektronische LohnSteuerAbzugsMerkmale. <Mehr hierzu im Artikel Elektronische Lohnsteuerkarte>.

    • Die in die Zeilen 5 bis 10 zu machenden Angaben sind selbsterklärend. Angeben zum Bruttoarbeitslohn, zu den einbehaltenen Steuern (Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer).
    • Versorgungsbezüge sind in den Zeilen 11 bis 15 gesondert zu vermerken. Auch diese Angaben entnehmen Sie Ihrer Lohnsteuerbescheinigung. Von den Versorgungsbezügen werden die Freibeträge für Versorgungsbezüge (Versorgungsfreibetrag und Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag) abgezogen.
    • Entschädigungen: Die Zeilen 16 bis 19 sind vorgesehen für Ermäßigungen bei der Einkommensteuer. Zumeist wird es sich dabei um Abfindungen bei der Auflösung eines Arbeitsverhältnisses handeln. Abfindungen und Übergangsgelder bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses werden zu "100 Prozent" als Arbeitlohn besteuert. Allerdings besteht die Möglichkeit einer Steuerermäßigung und Fünftelregelung bei Zahlung einer Abfindung. Hierzu sind entsprechende Angaben zu machen und die Vertragsunterlagen über Art, Höhe und Zeitpunkt der Entschädigung sind beizufügen. <Mehr hierzu im Artikel Fünftelregelung bei Zahlung einer Abfindung>.
    • Ab dem Veranlagungszeiträume 2011 verlangt das Finanzamt zusätzlich die dreiseitige Anlage N-AUS <Download> bei ausländischen Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit. Für jeden ausländischen Staat ist eine gesonderte Anlage N-AUS dem Finanzamt einzureichen. In den Zeilen 21 bis 24 der Anlage-N sind die Zahlen aus der gesonderten Anlage N-AUS zu übernehmen. Zeile 26 erwartet den Eintrag für steuerfrei erhaltene Aufwandsentschädigungen aus öffentlichen Kassen (für nebenberufliche Tätigkeiten).
    • Lohnersatzleistungen: Die Zeilen 27 bis 30 verlangen Angaben zu steuerfreien Einnahmen, die auch steuerfrei bleiben, die aber aufgrund des Progressionsvorbehaltes den Steuersatz der Einkommensteuer für die übrigen Einkünfte erhöhen. Zur ausführlichen Erklärung verweisen wir auf Einkommensersatzleistungen in der Steuererklärung und den Informationen zum Progressionsvorbehalt. Der eigene Einkommensteuerrechner enthält ein Feld "Einkommensersatzleistungen" und beinhaltet insoweit schon die Steuerberechnung für derartige steuerfreie Einnahmen. Lohnersatzleistungen sind zum Beispiel Arbeitslosengeld, Elterngeld, Mutterschaftsgeld, Insolvenzgeld, Kurzarbeitergeld

    Angaben zu Werbungskosten in der Anlage N

    Die zweite und dritte Seite der Anlage N sind für Arbeitnehmer besonders wichtig, denn auf ihnen sind die berufsbedingten Ausgaben für den Steuerabzug als Werbungskosten geltend zu machen. Die Ausgaben sind die Werbungskosten im Sinne des § 9 EStG, die im Veranlagungszeitraum auch abgeflossen sind (vgl. § 11 EStG). Nur wenn der Steuerzahler (hier der Arbeitnehmer) Werbungskosten in einer Höhe oberhalb des Arbeitnehmer-Pauschbetrages geltend macht und das Finanzamt dies akzeptiert, wirken sich die hier eingetragenen Werbungskosten auch steuermindernd aus. Wichtig: Die Geltendmachung der Werbungskosten ist bei der Aufzählung in der Anlage nicht begrenzt. Haben Sie weitere Werbungskosten, so füllen Sie die Zeilen 46 ff. aus bzw. tragen dort fett (siehe Anlage Nr. . ) ein. So können Sie auf separaten DIN A4-Seiten den Steuerabzug begründen.

    Fahrten zur Arbeit

    Die Anlage zur Einkommensteuererklärung spricht von den Wegen zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte (Entfernungspauschale). Unabhängig von der Art, wie Sie zur Arbeitsstätte gelangen, stehen Ihnen pro Entfernungskilometer 30 Cent bis zu einem Höchstsatz von 4.500 Euro zu. Ein höherer Betrag als 4.500 Euro ist anzusetzen, wenn der Arbeitnehmer einen eigenen oder ihm zur Nutzung überlassenen Kraftwagen benutzt. Für jede einzelne Arbeitsstätte sind die Arbeitstage, das benutzte Verkehrsmittel und eine etwaige Behinderung in den Zeilen 31 – 41 zu vermerken. Der umfangreiche Artikel zur Entfernungspauschale erläutert die Details.

    Berufsverband und Gewerkschaftsbeitrag

    Sofern Sie Mitglied einer Berufsvereinigung sind, können Sie die Zahlung für Berufsverband – Gewerkschaftsbeitrag in Zeile 41 eintragen. Aufwendungen, die im Zusammenhang mit einer Tätigkeit für den Berufsverband entstehen, sind ebenfalls als Werbungskosten absetzbar.

    Aufwendungen für Arbeitsmittel

    Nicht betroffen von einem Abzugsverbot für das Arbeitszimmer sind Kosten für Arbeitsmittel und hierfür verwendete Einrichtungsgegenstände. Fachliteratur für den Beruf ist ein Beispiel für Arbeitsmittel (Zeilen 42 – 43). Auch wenn das Arbeitszimmer steuerlich nicht absetzbar ist, so können die Aufwendungen für manche Einrichtungsgegenstände in der Steuererklärung abgesetzt werden, wenn diese Gegenstände so gut wie ausschließlich für berufliche Zwecke verwendet werden. Beispiele: Schreibtisch, Schreibtischstuhl, Schreibtischlampe, Bücherregal, Beistelltisch, Computertisch (Computer zu Hause). Dabei ist es egal, wo sich die Gegenstände in der Wohnung befinden. Sofort in der Steuererklärung absetzbar sind derartige Möbel und Einrichtungsgegenstände, wenn der Kaufpreis inklusive Mehrwertsteuer nicht mehr als 410 Euro plus Mehrwertsteuer ausmacht. Dies bedeutet: 487,90 Euro bei einem Mehrwertsteuersatz von 19%. Falls Sie für Arbeitsmittel wegen höherer Anschaffungskosten eine Abschreibung als Werbungskosten ansetzen, sollten Sie eine separate Aufstellung beifügen. Viele Finanzämter haben eine "Nichtbeanstandungsgrenze" und verzichten dann auf das Prüfen von Belegen, wenn der Ansatz der Werbungskosten für das Arbeitsmittel weniger als 100 Euro ausmacht.

    Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer

    Das Jahressteuergesetz 2010 hat das steuerliche Arbeitszimmer nun auch wieder per Gesetz für absetzbar erklärt. Danach können bis zu 1.250 Euro in der Steuererklärung geltend gemacht werden, "wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht". Der Umfang der Nutzung des Arbeitszimmers ist unmaßgeblich. <Mehr hierzu im umfangreichen Artikel Häusliches Arbeitszimmer>. Nicht betroffen von einem Abzugsverbot für das Arbeitszimmer sind Kosten für Arbeitsmittel und hierfür verwendete Einrichtungsgegenstände.

    Fortbildungskosten

    Steuerlich wird zwischen Ausbildung und Fortbildung unterschieden. Die Unterscheidung ist wichtig. Eine Fortbildung liegt vor, wenn eine Weiterbildung in einem bereits ausgeübten Beruf erfolgt. Es muss ein objektiver Zusammenhang mit dem ausgeübten Beruf bestehen und die Fortbildung muss der Förderung dieses Berufes dienen. Dann können die Fortbildungskosten bei den Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit als Werbungskosten abgesetzt werden. Von den Fortbildungskosten sind aber die Ausbildungskosten abzugrenzen, die wiederum nur als Sonderausgaben abziehbar sind. Die Artikel Fortbildungskosten und entsprechend Ausbildungskosten als Sonderausgaben erläutern die Unterscheide und die steuerliche Absetzbarkeit.

    Weitere Werbungskosten

    Der Titel "Weitere Werbungskosten" für die Zeilen 46 -49 deutet schon an, dass hier der Eintrag für alle übrigen Werbungskosten zu den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit erfolgen soll. Im Zweifel verweisen Sie hier aus Platzgründen auf beigefügte Anlagen und Aufstellungen. Zur Erklärung: Werbungskosten sind bei einer nichtselbständigen Arbeit berücksichtigungsfähig, soweit sie beruflich veranlasst sind. Schon der Wortlaut des § 9 EStG "Werbungskosten sind auch. " zeigt, dass die dortige Aufzählung nicht abschließend ist. Also kommen auch andere Kosten in Betracht, so ggf. Kontoführungsgebühren, Kosten für Telefon, Fax, Internet, Bewerbung und Stelleninserate usw. Auch die Kosten für einen berufsbedingten Umzug sind in Grenzen in der Steuererklärung absetzbar.

    Reisekosten bei beruflich veranlassten Auswärtstätigkeiten

    In vielen Fällen wird der Arbeitgeber die Mehrkosten bei einer beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit im Rahmen der steuerlichen Grenzen dem Arbeitnehmer steuerfrei ersetzen. Sofern dies nicht der Fall ist, kann der Steuerzahler die Differenz selbst in der Steuererklärung ansetzen. Beispiel: Das Finanzamt beteiligt sich an allen Reisen, die aus beruflichen Gründen durchgeführt wurden. Die Betonung liegt zwar auf "berufliche Gründe". Der Artikel kombinierte Dienstreise und Urlaubsreise zeigt jedoch, dass privat und beruflich gemischt veranlasste Kosten in der Regel in der Steuererklärung aufzuteilen sind. Bei den Reisekosten handelt es sich um Fahrtkosten, Kosten der Übernachtung sowie Reisenebenkosten (Zeilen 50 – 56). <Mehr hierzu im Artikel Reisespesen und zu Auswärtstätigkeit>.

    Mehraufwendungen für doppelte Haushaltsführung

    Der umfangreiche Block von rund 20 Zeilen auf der Anlage N zu Steuererklärung sieht komplizierter aus als er ist. Zum rechtlichen Hintergrund: Wer aus beruflichen Gründen einen zweiten Haushalt am Arbeitsort unterhält, kann seine Aufwendungen hierfür innerhalb bestimmter Höchstbeträge im Rahmen der so genannten "Doppelten Haushaltsführung" steuermindernd geltend machen. Eine doppelte Haushaltsführung liegt nur vor, wenn der Arbeitnehmer außerhalb des Ortes, in dem er einen eigenen Hausstand unterhält, beschäftigt ist und auch am Beschäftigungsort wohnt (doppelten Haushaltsführung erläutert alle wichtigen Punkte. Wie Sie aus dem Ratgeber entnehmen können, hat die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes (BFH) die steuerliche Absetzung etwas erweitert. Notwendige Aufwendungen liegen nach der Rechtsprechung insoweit vor, wie sie für eine Wohnung mit bis zu 60 qm Wohnfläche und einem nach Lage und Ausstattung durchschnittlichen Wohnstandard am jeweiligen Beschäftigungsort entstehen.

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    Angaben zum Antrag auf Festsetzung der Arbeitnehmer-Sparzulage

    Am Ende der Anlage N ist die Angabe der Anzahl beigefügter Bescheinigungen zu vermögenswirksamen Leistungen zu nennen. Das Finanzamt erhält so eine Kontrollziffer. Zum rechtlichen Hintergrund: Vermögenswirksame Leistungen können in verschiedene Anlageformen für die persönliche Altersvorsorge eingezahlt werden. Im Vordergrund stehen dabei Bausparverträge und Aktienfonds, denn diese Sparanlagen werden vom Staat besonders gefördert. Die Arbeitnehmer-Sparzulage ist – anders als die vermögenswirksamen Leistungen – steuer- und sozialversicherungsfrei (§ 13 Abs. 3 VermBG). Die Antragsfrist für die Arbeitnehmer-Sparzulage beträgt ab dem 01.01.2010 – entsprechend der Festsetzungsfrist der Steuererklärung – vier Jahre (vorher 2 Jahre). Sparer haben mithin reichlich Zeit, ein "Vergessen" wieder zu heilen. <Mehr hierzu im Artikel Vermögenswirksame Leistungen >.

    Fazit: Wer als Arbeitnehmer kaum Werbungskosten absetzen kann und deshalb im Kalenderjahr unter der Grenze des Arbeitnehmerpauschbetrages liegt, kann auf den Eintrag der einzelnen Werbungskosten in der Anlage N verzichten. Jedem Arbeitnehmer steht – aus Vereinfachungsgründen – ein Arbeitnehmerpauschbetrag zu, der von Amts wegen zu gewähren ist. Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag ist von 920 Euro auf nunmehr 1.000 Euro erhöht worden. Technisch ist eine Rückwirkung für das gesamte Jahr 2011 mit der Gehaltsabrechnung im Monat Dezember erfolgt. Von Amts wegen bedeutet, dass dieser Pauschbetrag nicht gesondert beantragt werden braucht. Die gesetzliche Grundlage für Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit ist der § 19 EStG und der Pauschbetrag für Werbungskosten ergibt aus § 9a Abs.1 Nr.1 EStG.

    Steuererklärung Anlage N

    Steuerformular für Angestellte

    • Zuletzt aktualisiert: 18. Oktober 2016
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Angestellte, die eine Steuererklärung machen, müssen die Anlage N ausfüllen. Zusammenveranlagte müssen dieses Formular zweimal abgeben.
    • In der Anlage N machen Sie Angaben zu Ihrem Einkommen, die Sie sich aus der Lohnsteuerbescheinigung holen. So wird Ihr zu versteuerndes Einkommen ermittelt.
    • Sobald Sie berufsbedingte Ausgaben von mehr als 1.000 Euro haben, können Sie weitere Werbungskosten geltend machen. Ansonsten wird die Pauschale von 1.000 Euro automatisch vom zu versteuernden Einkommen abgezogen.
    • Wer aus beruflichen Gründen einen weiteren Wohnsitz benötigt, kann Ausgaben für Fahrten, Unterkunft und Verpflegung über die Anlage N von der Steuer absetzen.
    • Wer hohe Werbungskosten hat, sollte eine Steuererklärung abgeben, egal, ob er dazu vom Finanzamt aufgefordert wird oder nicht.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Es gibt sicher Schöneres, als eine Steuererklärung auszufüllen. Aber es lohnt sich in den meisten Fällen, weil Sie sich zu viel gezahlte Steuern zurückholen können. Viele Steuerzahler müssen die jährliche Steuererklärung ohnehin abgeben: beispielsweise Ehepaare und eingetragene Lebenspartner mit der Steuerklassenkombination III/V. Auch wer Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld, Elterngeld, Krankengeld oder Mutterschaftsgeld bekommt, muss das Finanzamt über seine Einkünfte informieren. Die Abgabepflicht zur Steuererklärung ist in § 46 des Einkommensteuergesetzes (EStG) geregelt.

    Es zahlt sich jedoch oft aus, die Steuererklärung auch ohne Aufforderung abzugeben. Etwa, wenn Sie berufsbedingt hohe Fahrtkosten haben oder Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen oder Handwerkerkosten geltend machen wollen. Wer eine Steuererklärung macht und nicht freiberuflich arbeitet oder ein Gewerbe hat, der kommt an der Anlage N nicht vorbei. Wir führen Sie Schritt für Schritt hindurch und geben Tipps, wie Sie die Anlage N am besten für sich nutzen.

    Die Anlage N besteht aus drei Seiten. Auf der ersten Seite tragen Sie Ihre Einkünfte ein, auf der zweiten können Sie Ihre Werbungskosten angeben und auf der dritten Seite Ihre Mehraufwendungen bei doppelter Haushaltsführung geltend machen.

    Helfer für die Steuererklärung

    Seite 1: Ihr Einkommen

    Im Kopf des Formulars geben Sie zunächst Ihre persönlichen Daten ein (Zeile 1 bis 4): Namen, Steuernummer und die sogenannte e-TIN, kurz für electronic Taxpayer Identification Number, die Sie auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung finden. Hatten Sie eine weitere Tätigkeit, können Sie eine zweite e-TIN eintragen.

    Angaben zum Arbeitslohn – Was Sie auf der ersten Seite zu Ihren Einkünften eintragen müssen, finden Sie in Ihrer Lohnsteuerbescheinigung, die entsprechende Zeile ist dort angegeben. Außerdem tragen Sie dort Lohnersatzleistungen sowie steuerfreien Arbeitslohn für Auslandstätigkeit ein.

    Für Arbeitnehmer (Zeilen 5 bis 10)

    Verschiedene Renten (Zeilen 11 bis 15)

    Achtung: Die Versorgungsfreibeträge sinken seit 2006 schrittweise je nach Jahr des Renteneintritts. Wer 2014 in Rente ging, erhält einen Versorgungsfreibetrag von 25,6 Prozent und einen Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag von 576 Euro. Ab 2040 gibt es für Neurentner dann überhaupt keine Freibeträge mehr, sie müssen ihre Rente voll versteuern.

    Einmalzahlungen für mehrere Jahre (Zeilen 16 bis 19)

    Haben Sie nicht monatsweise, sondern für mehrere Jahre auf einmal Einkommen erhalten, beispielsweise Arbeitslohn, Versorgungsbezüge, eine Abfindung oder Übergangsgelder? Sie müssen diese Einmalzahlung zwar als Arbeitslohn versteuern, sie wirkt sich aber nur zu einem Fünftel auf Ihren Steuersatz aus (sogenannte Fünftelregelung). Wenn Ihr Arbeitgeber die vollen Steuern abgezogen hat, tragen Sie Ihre Daten ein und legen Sie die Vertragsunterlagen bei. So machen Sie die Ermäßigung geltend.

    Arbeitslohn ohne Steuerabzug (Zeile 20)

    Arbeit im Ausland (Zeilen 21 bis 25)

    Ehrenamt und Nebentätigkeit (Zeile 26)

    Lohnersatzleistungen (Zeilen 27 bis 30)

    Achtung: Dies sind zwar steuerfreie Einnahmen, aber sie erhöhen den Steuersatz für die übrigen Einkünfte nach dem sogenannten Progressionsvorbehalt. So ist es möglich, dass Sie wegen der Lohnersatzleistungen, die Sie übers Jahr erhalten, Steuern nachzahlen müssen.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Seite 2: Werbungskosten sammeln kann sich lohnen

    Der eigentlich interessante Teil der Anlage N beginnt für Arbeitnehmer mit den Werbungskosten. Hier können Sie berufliche Ausgaben eintragen und so Ihr zu versteuerndes Einkommen senken. Das Finanzamt billigt Ihnen den Werbungskostenpauschbetrag (auch Arbeitnehmerpauschbetrag genannt) von 1.000 Euro zu. Dieser Freibetrag wird bei jedem Arbeitnehmer automatisch vom Einkommen abgezogen. Wenn Sie keine Werbungskosten haben oder mit den Kosten unter der 1.000-Euro-Schwelle bleiben, können Sie sich die Mühe des Ausfüllens also sparen. Aber rechnen Sie noch einmal nach: Es kann sich lohnen, weil Sie sich auf diese Weise mehr Geld vom Finanzamt zurückholen können. Werbungskosten sind in § 9 des Einkommensteuergesetzes (EStG) geregelt.

    Tipp: Sammeln Sie Quittungen auf Verdacht und gehen Sie die Anlage N durch: Haben Sie Bewerbungen geschrieben, einen Sprachkurs an der Volkshochschule besucht oder sind Sie zu Vorstellungsgesprächen gefahren? Haben Sie sich einen neuen Computer, Schreibtisch oder Fachzeitschriften gekauft? Das sind Werbungskosten, mit denen Sie Ihr zu versteuerndes Einkommen drücken und so Ihre Steuerschuld senken können.

    Sie müssen sich beim Eintragen in der Anlage N auch nicht auf den Platz im Formular beschränken. Tragen Sie zusätzliche Ausgaben unter den „Weiteren Werbungskosten“ ein und vermerken Sie „Siehe Anlage“ für weitere Posten, die Sie auf einem separaten Papier auflisten. Kürzen kann im Zweifelsfall immer noch der Finanzbeamte.

    Fahrtkosten (Zeilen 31 bis 39)

    Unabhängig davon, wie Sie zur Arbeit kommen, steht Ihnen eine Entfernungspauschale von 30 Cent pro Kilometer zu. Das Finanzamt erkennt pro Arbeitstag jeden Kilometer der einfachen Wegstrecke an. Wenn Sie öffentliche Verkehrsmittel, Ihren Pkw oder einen Firmen- oder Dienstwagen nutzen, kann die Summe auch höher ausfallen.

    Arbeitnehmer, die täglich 15 Kilometer zur Arbeit fahren, kommen allein mit ihren Fahrtkosten meist schon über den Pauschbetrag. Jeder zusätzlich ausgegebene Euro macht sich hier bezahlt.

    Wie hoch sind die Fahrtkosten? Ihre Arbeitstage müssen Sie genau ermitteln. Dazu ziehen Sie Ihre Urlaubs- und Krankheitstage von den jährlichen Arbeitstagen in Ihrem Bundesland ab. In Berlin gibt es 2014 beispielsweise 252 Arbeitstage. Wenn Sie einen Urlaub von 24 Tagen abziehen, bleiben 228 Arbeitstage.

    Das ergibt folgende Rechnung: 15 km x 0,30 Euro x 228 Tage = 1.026 Euro Werbungskosten. Sie liegen also bereits mit 26 Euro über dem Pauschbetrag und können diese als Werbungskosten geltend machen.

    Achtung: Seit 2014 gilt ein neues Reisekostenrecht für Ihre Steuererklärung. Haben Sie mehrere Arbeitsstätten, müssen Sie eine davon als Ihre „erste Arbeitsstätte“ definieren. Für diese können Sie weiterhin die einfache Entfernungspauschale geltend machen, für weitere Arbeitsstätten sowohl den Hin- als auch den Rückweg als Dienstreise.

    Hohe Werbungskosten? Freibetrag eintragen lassen

    Werbungskosten können Ihre Steuerlast auch sofort senken und nicht erst, wenn Sie Ihre Steuererklärung abgeben. Bei erwartungsgemäß hohen Werbungskosten von mehr als 1.000 Euro können Sie die Vorteile des Lohnsteuerermäßigungsverfahrens nutzen, indem Sie beim Finanzamt einen Freibetrag beantragen. Dieser wird als elektronisches Lohnsteuerabzugsmerkmal (ELStAM) gespeichert und vom Arbeitgeber automatisch berücksichtigt – so erhöht sich Ihr monatliches Nettoeinkommen.

    Als weitere Werbungskosten können Sie eintragen

    Mitgliedsbeiträge für Berufsverbände (Zeile 40)

    Wenn Sie Mitglied einer Berufsvereinigung wie der Handwerkskammer, der Ärztekammer oder einer Gewerkschaft sind, können Sie Ihren Mitgliedsbeitrag eintragen. Aufwendungen, die Ihnen wegen einer Tätigkeit für den Berufsverband entstehen, sind ebenfalls als Werbungskosten absetzbar.

    Berufskleidung und Fachbücher (Zeile 41 und 42)

    Alles, was Sie überwiegend für Ihre berufliche Tätigkeit nutzen, gilt als Arbeitsmittel und lässt sich steuerlich absetzen. Dazu gehören zum Beispiel Berufsbekleidung, Computer, Software, ein Bücherregal und Fachliteratur.

    Belege aufheben

    Sofern es sich nicht um Pauschbeträge handelt, die der Fiskus ohnehin von Ihrem Einkommen abzieht, müssen Sie Ihre Ausgaben belegen können, notfalls per Eigenbeleg. Das Finanzamt versucht jedoch, sich vor der Flut mitgeschickter Quittungen und Kopien zu schützen und fasst in diesem Dokument zusammen, was Sie sofort nachweisen müssen und was eventuell erst auf Nachfrage – beispielsweise die Belege für Arbeitsmittel.

    Arbeitszimmer (Zeile 43)

    Achtung: Teilen Sie sich mit einem Mitbewohner oder Ehepartner das Arbeitszimmer in Ihrer Wohnung, dürfen Sie die Kosten nur zur Hälfte eintragen und auch den Höchstbetrag insgesamt nur einmal pro Zimmer ausschöpfen.

    Fortbildung (Zeile 44)

    Haben Sie einen Lehrgang, einen Computerkurs oder ein Seminar besucht und selbst finanziert, dann tragen Sie die Kosten als Fortbildungskosten ein. Auch Fahrtkosten zum Kurs oder Ausgaben für Material und die Prüfungsgebühr können Sie ohne Einschränkung geltend machen.

    Tipp: Auch Erststudium eintragen

    Weitere Werbungskosten (Zeile 45 bis 48)

    Bewerbungskosten wie Porto, Zeugniskopien oder Bewerbungsbilder, Kontoführungsgebühren oder beruflich motivierte Umzugskosten können Sie unter den weiteren Werbungskosten eintragen. Kontoführungsgebühren bis 16 Euro pro Jahr werden generell ohne Nachweis anerkannt.

    Tipp: Sie müssen nicht unbedingt umziehen, weil Sie eine neue Stelle in einer anderen Stadt antreten oder Ihr Arbeitgeber den Standort wechselt, um die Umzugskosten abzusetzen. Es reicht, wenn sich Ihr (einfacher) Arbeitsweg durch den Wohnungswechsel um mindestens eine halbe Stunde verkürzt.

    Reisekosten (Zeile 49 bis 57)

    Wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen Ausgaben für Dienstreisen nicht steuerfrei ersetzt, können Sie diese Reisekosten in der Anlage N eintragen. Für die Verpflegung werden Pauschalen je nach Dauer der Abwesenheit ohne zusätzlichen Nachweis anerkannt, für Übernachtungen und Fahrtkosten die tatsächlichen Aufwendungen. Sie können aber auch je nach Fahrzeug eine feste Kilometerpauschale geltend machen.

    Wenn Sie außerhalb Ihres eigentlichen Wohnorts keine weitere Wohnung nutzen oder zur Arbeit pendeln, dann sind Sie nun fertig mit der Anlage N. Ansonsten wenden Sie sich noch der dritten Seite zu.

    Seite 3: Ausgaben für doppelte Haushaltsführung

    Wer aus beruflichen Gründen einen zweiten Haushalt am Arbeitsort führt, kann seine Ausgaben dafür über die Anlage N von der Steuer absetzen, sofern der Arbeitgeber sie nicht steuerfrei erstattet (Zeilen 61 bis 69).

    Fahrtkosten (Zeile 70 bis 78)

    Unterkunft (Zeilen 81 bis 86)

    Tipp: Wenn Sie häufiger pendeln, können Sie statt der doppelten Haushaltsführung auch Fahrtkosten für mehr als eine Heimfahrt wöchentlich geltend machen. Diese geben Sie in Zeile 69 an, in Zeile 31 bis 39 tragen Sie die Strecken ein, die Sie zwischen Arbeitsstätte und Erstwohnsitz zurücklegen. Die gesetzliche Regelung können Sie in § 9 Absatz 5 des Einkommensteuergesetzes nachlesen.

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    Artikel verfasst von

    Finanztip-Experte für Steuern

    Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

    ehemalige Finanztip-Redakteurin (bis 2015)

    Andrea Wekenborg verfasste für Finanztip Artikel im Ressort Recht & Steuern. Ihre Begeisterung für Verbraucherthemen entdeckte sie in der Ombudsredaktion der Berliner Zeitung. Später schrieb sie fünf Jahre für einen Online-Finanzvergleich über Versicherungen, Konten und Steuern. Zudem war sie bereits beim Verbraucherzentrale Bundesverband tätig.

    Anlage N: Tipps zu Arbeitsmitteln und Fahrtkosten

    Die Anlage N mit den Werbungskosten Foto: Ralf Guenther / BILD / BZ

    Steuerklärung 2014 – die Anlage N, mit den Werbungskosten, muss von Arbeitnehmern, Beamten und Rentnern ausgefüllt werden.

    Die große Steuer-Serie in der B.Z. Dieses Mal dreht sich alles um die wichtige Anlage N für die Steuererklärung 2014. Das N steht für „nicht selbstständige Arbeit“. Sie muss z.B. von Arbeitnehmern, Beamten oder Rentnern ausgefüllt werden, wenn sie zu viel gezahlte Steuern zurückhaben wollen oder wenn Ruheständler eine Betriebsrente erhalten.

    Dieses Jahr müssen Sie hier besonders aufpassen, denn es gab einige Änderungen bei den Werbungskosten. Auch die Nummerierung der Zeilen hat sich teilweise geändert.

    Die B.Z. und Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) geben Tipps, wie Sie das Formular richtig ausfüllen.

    Seite 1: Angaben zum Arbeitslohn

    Zeilen 1 bis 3: Notieren Sie Namen, Vornamen und Steuernummer. Bei Zusammenveranlagung dahinter ankreuzen, für wen die Anlage abgegeben wird.

    Zeile 4: Hier schreiben Sie die eTIN-Nummer rein. Sie finden sie auf der Lohnsteuerbescheinigung vom Arbeitgeber.

    Zeilen 5 bis 15: Machen Sie die Eintragungen getrennt nach der Lohnsteuerklasse. Die Angaben dazu finden Sie auf der Lohnsteuerbescheinigung. Dort finden Sie auch wichtige Angaben zu Lohn und Versorgungsbezügen, die Sie für die Steuererklärung benötigen.

    Tipp: Sie müssen die Lohnsteuerbescheinigung beim Finanzamt nicht abgeben, denn die Daten wurden schon vom Arbeitgeber elektronisch ans Finanzamt übermittelt.

    Zeilen 11 bis 15: Hat Ihr Chef Ihnen eine Betriebsrente oder eine Werkspension gesponsert, müssen Sie das hier eintragen. Die Angaben zu den Versorgungsbezügen lesen Sie auf der Lohnsteuerbescheinigung.

    Sind Sie 2014 in Pension gegangen, haben Sie einen Versorgungsfreibetrag von höchstens 1920 Euro plus einen Zuschlag von 576 Euro.

    Zeilen 16 bis 19: Haben Sie 2014 eine Abfindung oder Übergangsgelder erhalten? Dafür winken Steuervergünstigungen. Wurden Lohnsteuer, Kirchensteuer und Soli-Zuschlag abgezogen, tragen Sie das hier ein.

    Zeile 20: Nur ausfüllen, wenn vom steuerpflichtigen Arbeitslohn noch keine Steuer abgezogen wurde (z. B. wenn vom ausländischen Arbeitgeber der Lohn noch nicht versteuert wurde).

    Zeilen 21 bis 25: Nur interessant, wenn Sie im Ausland gearbeitet haben. Lassen Sie sich am besten von einem Steuerexperten beraten, denn die Sachlage ist sehr kompliziert. Außerdem muss zusätzlich die Anlage N-AUS ausgefüllt werden.

    Zeile 26: Sie sind ein engagierter Mensch und arbeiten nebenbei noch für einen Verein oder eine andere Einrichtung, die gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verfolgt? Dann können Sie eine steuerfreie Aufwandsentschädigung in Anspruch nehmen. Bestimmte nebenberufliche Tätigkeiten bleiben bis zu 2400 Euro steuerfrei.

    Den Übungsleiter-Freibetrag gibt es z. B. für künstlerische oder pflegerische Tätigkeiten, für Übungsleiter, Betreuer, Ausbilder, Erzieher und für die Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen. Auch Vormünder und rechtliche Betreuer gehören dazu, wenn sie ehrenamtlich arbeiten.

    Wer andere gemeinnützige Tätigkeiten ausübt, z. B. als Kassenwart, kann eine Pauschale bis 720 Euro im Jahr geltend machen. Wichtig: Sie können nur eine Pauschale für dieselbe Tätigkeit geltend machen.

    Tipp: Haben Sie mehr als die Pauschalen von 2400 Euro/720 Euro an Werbungskosten ausgegeben, müssen Sie dies belegen (Rechnung, Quittung).

    Zeilen 27 bis 30: Wenn Sie Lohnersatzleistungen (Leistungen, die es statt Lohn gibt) erhalten haben, notieren Sie das hier. Das sind z. B. Arbeitslosen-, Kurzarbeiter-, Mutterschafts-, Krankengeld. Auch die Aufstockungsbeträge zur Altersteilzeit zählen dazu.

    Tipp: Legen Sie die Leistungsnachweise der Steuererklärung bei (z. B. vom Arbeitgeber, Arbeitsamt, von der Kranken- oder Familienkasse) und vergleichen Sie die Daten später mit dem Steuerbescheid. Diese Zahlungen sind zwar steuerfrei, können Ihren Steuersatz jedoch indirekt erhöhen (sog. Progressionsvorbehalt). Deshalb kann es zu Nachzahlungen kommen.

    Wichtig: Ehe-/Lebenspartner müssen jeweils eine eigene Anlage N abgeben, wenn beide Lohn- oder Lohnersatzleistungen erhalten haben.

    Seite 2: die Werbungskosten

    Wer 2014 weniger als 1000 Euro für den Beruf ausgegeben hat, kann die Zeilen 31 bis 87 überspringen. Denn alle Ausgaben unter diesem Betrag werden von der Werbungskostenpauschale abgedeckt, die automatisch jedem Arbeitnehmer ohne Nachweis angerechnet wird.

    Waren Ihre Kosten für den Job höher als 1000 Euro, lohnt es sich, zu rechnen sowie Belege und Nachweise für die Ausgaben zu sammeln.

    Info: Ab 2014 können viele Arbeitnehmer bei Auswärtstätigkeit höhere Fahrt- und Verpflegungskosten geltend machen.

    Deshalb heißt es hier besonders aufpassen, denn es gibt dazu viele Änderungen.

    Zeilen 31 bis 39: Hier geht es um den kürzesten oder schnellsten Weg zur Arbeit. Egal ob Sie in den Betrieb radeln, joggen, mit dem Auto fahren oder eine Fahrgemeinschaft gebildet haben. Sie erhalten pro Kilometer 30 Cent (einfache Entfernung, also entweder Hin- oder Rückfahrt). Die Entfernungspauschale ist grundsätzlich auf 4500 Euro beschränkt (außer für Pkw-Nutzer).

    Zeilen 31 und 32: Hier notieren Sie die erste Tätigkeitsstätte, sie ersetzt den bisherigen Begriff „regelmäßige Arbeitsstätte“ (Ort und Straßenname), die Anzahl der wöchentlichen Arbeitstage und ganz rechts die Urlaubs- und Krankheitstage.

    Zeilen 33 und 34: Hier geht es erstmals um den neuen Begriff Sammelstelle (siehe Erklärung im Extra-Kasten).

    Zeilen 35 bis 38: Hier notieren Sie die Arbeitstage und die Entfernungskilometer, die je nach benutztem Verkehrsmittel angefallen sind.

    Wenn Sie behindert sind, müssen Sie das in der letzten Spalte ankreuzen.

    Wer mal mit dem Auto und mal mit dem Bus zur Arbeit fährt, kann entweder die Entfernungspauschale oder die Bustickets absetzen. Der Fiskus erkennt den höheren Betrag an.

    Tipp: Unfallkosten auf dem Weg zur Arbeit, die die Versicherung nicht ersetzt hat, können Sie zusätzlich absetzen.

    Zeile 39: Hier notieren Sie, wenn der Arbeitgeber oder die Agentur für Arbeit zu den Fahrtkosten Zuschüsse gezahlt hat.

    Zeile 40: Hier notieren Sie Beiträge zu Berufsverbänden oder Gewerkschaften. Beim ersten Mal sollten Sie den Beleg mit einreichen, das erspart Rückfragen.

    Zeilen 41 bis 56: Hier notieren Sie weitere Ausgaben, die Sie für Ihren Beruf hatten. Z. B. für Weiterbildung, Fachbücher, Reisekosten, häusliches Arbeitszimmer, Arbeitskleidung, Werkzeug oder Laptop.

    Tipp: Arbeitsmittel, die mit Umsatzsteuer bis 487,90 Euro gekostet haben, können Sie im Jahr der Anschaffung voll als Werbungskosten absetzen. Haben Aktenschrank oder Laptop mehr gekostet, müssen Sie über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Das sind beim Schreibtisch 13 Jahre, beim PC oder Tablet drei Jahre und beim Handy fünf Jahre.

    Anmerkung: Sie dürfen nur Werbungskosten von der Steuer absetzen, die sie auch tatsächlich selbst gezahlt haben (also nicht vom Arbeitgeber ersetzt wurden).

    Tipp: Die Rechnungen/Quittungen müssen Sie der Steuererklärung nicht beifügen. Allerdings kann das Finanzamt sie jederzeit verlangen.

    Lesen Sie im nächsten Teil:

    Noch mehr Werbungskosten. Sparen Sie mit Umzug, Weiterbildung und Kochmütze

    Источники: http://www.finanztip.de/steuererklaerung-anlage-n/, http://www.finanztip.de/steuererklaerung-anlage-n-1/, http://www.bz-berlin.de/ratgeber/steuern-finanzen-recht/steuererklaerung-2014-anlage-n-tipps-zu-arbeitsmitteln-und-fahrtkosten

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