Einkommensteuer kinderfreibetrag

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    Kinderfreibetrag oder Kindergeld – Günstigerprüfung

    Beim Kinderfreibetrag handelt es sich steuerrechtlich um einen Betrag, der bei der Versteuerung des Einkommens der Eltern nicht berücksichtigt wird, also nicht besteuert wird. Er stellt in diesem Sinne keine Art der Kinderförderung dar, sondern ist lediglich Ausfluss des Prinzips der Steuergerechtigkeit. Wie das Kindergeld, dient er zum größten Teil nicht als eine Art Sozialleistung, sondern als Ausgleichs- oder Entschädigungsleistung (Ausgleichszahlung) des Staates für die Versteuerung des Einkommens der Steuerpflichtigen und damit des Existenzminimums der Kinder. Sowohl der Kinderfreibetrag als auch das Kindergeld können als Steuerungsmaßnahmen der Familienförderung angesehen werden.

    Unterschied Kindergeld und Kinderfreibetrag

    Im Wesentlichen unterscheiden sich Kindergeld und Kinderfreibetrag dahingehend, dass das Kindergeld monatlich an die Eltern ausgezahlt wird, wohingegen der Kinderfreibetrag als, wie der Name schon sagt, als Freibetrag bei der steuerlichen Veranlagung gewährt wird.

    Günstigerprüfung ob Kindergeld oder Kinderfreibetrag

    Das Finanzamt nimmt bei der Prüfung, ob das Kindergeld oder der Kinderfreibetrag gewährt wird, die sogenannte Günstigerprüfung automatisch vor, ohne dass seitens der Eltern ein Antrag gestellt werden muss.

    Im Rahmen der Einkommensteuererklärung der Eltern werden der Kinderfreibetrag und das Kindergeld derart gegenüber gestellt, dass für die steuerpflichtigen Eltern das finanziell günstigere Modell berücksichtigt wird.

    Das bedeutet, dass für die Steuerpflichtigen der Kinderfreibetrag nur wirksam wird, wenn das Finanzamt im Rahmen der Günstigerprüfung feststellt, dass der Bezug von Kindergeld für die Eltern finanziell nachteiliger wäre.

    Rechtsgrundlagen zum Kinderfreibetrag

    Die rechtliche Grundlage für den Familienleistungsausgleich findet sich in § 31 EStG, der den Verweis auf den Kinderfreibetrag in § 32 Abs. 6 EStG beinhaltet.

    Grundsätzlich kommt einem steuerpflichtigen Elternteil bei der Veranlagung der Einkommensteuer gemäß § 32 Abs. 6 EStG pro zu berücksichtigendem Kind ein Kinderfreibetrag in Höhe von 2.184 Euro jährlich zugute. Dieser dient der Sicherstellung des sächlichen Existenzminimums des Kindes.

    Neben diesem sächlichen Existenzminimum steht dem Steuerpflichtigen zusätzlich ein Freibetrag für Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf des Kindes zu. Dieser beträgt 1.320 Euro. Die Steuerlast verringert sich durch diese Freibeträge, da das zu versteuernde Einkommen durch diese reduziert wird.

    Kinderfreibetrag bei Ehegatten

    Für Ehegatten, die gemeinsam steuerlich veranlagt werden, verdoppelt sich der Betrag, der sich aus dem sächlichen Existenzminimum in Höhe von 2.184 Euro und aus dem Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- sowie Ausbildungsbedarf in Höhe von 1.320 Euro ergibt, auf insgesamt 7.008 Euro jährlich für beide Ehegatten.

    Positive Auswirkung des Kinderfreibetrages

    Zum Zuge kommt der Kinderfreibetrag bei steuerpflichtigen Eltern, deren Besteuerung nach der Splitting-Tabelle vorgenommen wird, erst ab einem zu versteuernden Einkommen in Höhe von ca. 63.500€, bei der Besteuerung nach der Grundtabelle erst ab einem Betrag in Höhe von 33.500€. Hält sich das Einkommen unter diesen Beträgen, ist es für Steuerpflichtige finanziell günstiger, das Kindergeld zu beziehen. Das bedeutet praktisch, dass sich der Kinderfreibetrag bei zwei steuerpflichtigen verheirateten Elternteilen lohnt, deren Besteuerung zusammen veranlagt wird und die insgesamt ein Einkommen von über 63.500€ haben. Bei Ehegatten und Alleinstehenden, die getrennt nach der Grundtabelle besteuert werden, lohnt sich der Kinderfreibetrag erst ab einem Einkommen in Höhe von 33.500€.

    Beispielberechnung

    Zu versteuerndes Einkommen eines Verheirateten: 64.000,00€

    Einkommenssteuer: 12.206 Euro

    Solidaritätszuschlag: 671,33 Euro

    Summe der Abgaben: 12.877,33 Euro

    Versteuerung mit Kinderfreibetrag in Höhe von 7.008 Euro: 56.992 Euro

    Einkommenssteuer: 10.312 Euro

    Solidaritätszuschlag: 567,16 Euro

    Summe der Abgaben: 10.879,16 Euro

    Steuerersparnis aus Kinderfreibetrag: 1.998,17 Euro

    Anrechnung Kindergeld: 2.208 Euro

    Der Betrag des Kindergeldes ist hier um 209,83 Euro höher als der sich aus dem Kinderfreibetrag ergebende Steuervorteil. Hier würde das Finanzamt dem Günstigerprinzip Rechnung tragend das Kindergeld ungefragt gewähren, da es für die Steuerpflichtigen finanziell günstiger ist.

    Dauer des Kinderfreibetrages

    Die Laufzeit des Kinderfreibetrags läuft ebenso lange, wie der Anspruch auf Kindergeld bestehen würde. Änderungen nimmt das Finanzamt nur vor, wenn sich aufgrund der Änderung des zu versteuernden Einkommens ergeben würde, dass der Bezug von Kindergeld für die Steuerpflichtigen günstiger ist.

    Getrennt lebende oder geschiedene Ehegatten

    Zwar steht getrennt lebenden oder dauernd geschiedenen Ehegatten der Kinderfreibetrag je zur Hälfte zu. Diesbezüglich ist es möglich, dass ein geschieden oder getrennt lebender Elternteil beim Finanzamt beantragt, dass der auf den anderen Elternteil entfallende Kinderfreibetrag auf ihn selbst übertragen wird. Dies geht aber nur, wenn gegenüber dem Kind seine Verpflichtung zum Unterhalt zumindest zu 75% erfüllt, der andere Elternteil seinen Unterhaltsverpflichtungen jedoch nicht nachkommt. Sowohl Kinderfreibetrag als auch der Freibetrag für Betreuungs- Erziehungs- und Ausbildungsbedarf wird dann übertragen.

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  • Kindergeld und Freibeträge

    Steuervorteile für Eltern

    • Zuletzt aktualisiert: 12. Dezember 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Eltern können eine Reihe steuerlicher Vergünstigungen erhalten. So steht ihnen entweder Kindergeld oder der Kinderfreibetrag zu. Zusätzlich zum Kindergeld bekommen Geringverdiener auf Antrag den sogenannten Kinderzuschlag.
    • Darüber hinaus können der Ausbildungsfreibetrag und der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende die Steuern senken. Auch Kinderbetreuungskosten wirken sich steuermindernd aus.
    • Wer einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, kann von der Kinderzulage profitieren.

    So gehen Sie vor

    • Kindergeld und Kinderzuschlag beantragen Sie bei der Familienkasse.
    • In der Steuererklärung füllen Sie für jedes Kind die Anlage Kind aus.
    • Mit der Anlage Kind beantragen Sie den Abzug von Kinderbetreuungskosten, Schulgeld und auch den Ausbildungsfreibetrag für ein auswärts wohnendes, volljähriges Kind in Berufsausbildung.
    • Nach Trennung und Scheidung gilt: Während das Kindergeld nur einem Elternteil zusteht, können sich die Eltern die steuerlichen kinderbezogenen Freibeträge aufteilen.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Kinder schenken viel Freude, kosten aber auch viel Geld. Einen Teil davon können Eltern sich über die Steuererklärung zurückholen, weil der Staat Familien mit Kindern und Alleinerziehende unterstützt. Eines der wichtigsten Förderinstrumente ist das Kindergeld. Darüber hinaus können Eltern aber auch zahlreiche Steuervorteile für sich nutzen. Das Einzige, was sie dafür tun müssen, ist, eine Steuererklärung abzugeben. Wer die Anlage Kind sorgfältig ausfüllt, hat die größte Hürde schon genommen.

    Kindergeld oder Kinderfreibeträge

    Sie können für Ihr Kind nur entweder Kindergeld oder den Kinderfreibetrag erhalten. Für die meisten ist das Kindergeld die günstigere Option. Wenn Sie eine Steuererklärung samt Anlage Kind für jedes Kind ausfüllen, dann wendet das Finanzamt die für Sie günstigste Variante an. Kindergeld steht Ihnen ab der Geburt Ihres Kindes zu. Es beträgt monatlich:

    Der Gesetzgeber hat im Juli 2015 rückwirkend zum 1. Januar 2015 Grundfreibetrag, Kinderfreibetrag und Kindergeld erhöht. Für die Jahre 2016, 2017 und 2018 wurde das Kindergeld für das erste und zweite Kind jeweils um 2 Euro pro Monat erhöht. 2016 gab es ab dem dritten Kind 196 Euro, für jedes weitere Kind 221 Euro. Für alle Kinder gibt es ab 2017 monatlich jeweils 2 Euro mehr Kindergeld. Auch 2018 steigt es erneut um 2 Euro für jedes Kind.

    Einen höheren Kinderzuschlag zum Kindergeld zahlt der Fiskus seit Juli 2016. Der Höchstbetrag lag bei 160 Euro monatlich für jedes Kind; zuvor waren es 140 Euro. Zum Jahresanfang 2017 steigt der Kinderzuschlag auf 170 Euro. Geringverdiener können diese Sozialleistung bei der Familienkasse beantragen.

    Eltern erhalten nicht nur für ihren leiblichen Nachwuchs Kindergeld und Kinderfreibeträge, sondern auch für Pflegekinder und adoptierte oder angenommene Kinder. Voraussetzung ist, dass das Kind seinen familiären Mittelpunkt bei den Pflegeeltern hat (§ 32 EStG und § 63 EStG).

    Einen Überblick über die wichtigsten gesetzlichen Regelungen zum Kindergeld finden Sie in einem Merkblatt der Bundesagentur für Arbeit. Es enthält Informationen zur Antragstellung, den Anspruchsvoraussetzungen sowie zur Höhe und Dauer der Zahlung.

    Kindergeld gibt es nur auf Antrag

    Das Kindergeld beantragen Sie bei der Familienkasse. Falls Sie sich nicht sicher sind, welche Kasse für Sie zuständig ist, kann Ihnen bei der Suche ein Ortsverzeichnis der Bundesagentur für Arbeit helfen.

    Der gesamte Kinderfreibetrag besteht aus zwei Komponenten: dem Freibetrag für das Existenzminimum des Kindes (sächlicher Kinderfreibetrag) und dem Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf (BEA). Der Freibetrag fürs Existenzminimum muss regelmäßig angepasst werden, weil sich die Preise, zum Beispiel für Lebensmittel, ändern können. Der BEA-Freibetrag blieb in den letzten Jahren konstant. Insgesamt betrug 2016 der Kinderfreibetrag 7.248 Euro, im Jahr 2017 sind es 7.356 Euro und ab 2018 steigt er auf 7.428 Euro.

    Dabei liegt der sächliche Kinderfreibetrag 2017 pro Kind und Elternteil bei 2.358 Euro (2018: 2.394 Euro). Die Kinderfreibeträge pro Kind und Elternteil setzen sich in den Jahren 2017 und 2018 so zusammen:

    Diese Freibeträge verdoppeln sich, wenn die Eltern verheiratet sind und zusammenveranlagt werden.

    Kinder- und BEA-Freibetrag stehen grundsätzlich jedem der beiden Elternteile zu. Anspruch auf den vollen Kinderfreibetrag haben Sie auch dann, wenn der andere Elternteil des Kindes verstorben oder nicht unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist. Das gilt ebenfalls, sofern der andere Elternteil „untergetaucht“ ist oder sich der Vater nicht amtlich feststellen lässt.

    Exkurs: Zu niedriger Kinderfreibetrag?

    Der Kinderfreibetrag stellt das Existenzminimum eines Kindes steuerlich frei. Daher muss er regelmäßig angepasst werden. Nach dem Existenzminimumbericht der Bundesregierung hätten die kinderbezogenen Freibeträge bereits 2014 erhöht werden müssen. Der Bund der Steuerzahler identifiziert für 2014 eine Lücke von 72 Euro. Daher unterstützt er eine Musterklage vor dem Finanzgericht München (Az.: 8 K 2426/15). Die Steuerbescheide für 2014 bleiben in diesem Punkt automatisch offen. Sie erhalten einen Vorläufigkeitsvermerk und können folglich bei einem erfolgreichen Ausgang des Musterprozesses noch geändert werden.

    Eine erste Entscheidung gibt es bereits in einem anderen Verfahren: Das Finanzgericht (FG) Niedersachsen ist davon überzeugt, dass der Fiskus die Kinderfreibeträge nicht nur im Jahr 2014, sondern bereits zuvor zu niedrig bemessen hat. Es bemängelte sowohl die Höhe als auch die Berechnungsweise (Beschluss vom 2. Dezember 2016, Az. 7 K 83/16). Das Gericht hat daher im Anschluss an seine mündliche Verhandlung dieses Klageverfahren ausgesetzt und dem Bundesverfassungsgericht die Frage vorgelegt, ob die gesetzliche Regelung zur Höhe der Kinderfreibeträge verfassungswidrig ist. Vermutlich entscheidet dieses aber frühestens 2019 darüber.

    Geklagt hatte die verwitwete Steuerberaterin Reina Becker mit zwei Kindern in Ausbildung – eines davon volljährig. Das FG monierte nicht nur den aufgrund des Existenzminiumumberichts zu niedrig festgelegten Kinderfreibetrag, sondern auch die vom steuerlichen Gesetzgeber verwendete Berechnungsweise. Diese führe dazu, dass die Klägerin Einkommensteuer auf das Existenzminimum ihrer zwei Töchter zahlen müsse. Für volljährige Kinder in Ausbildung stelle der Fiskus einen niedrigeren Betrag steuerfrei als für volljährige Kinder, die keine Ausbildung machen. Für Kinder ab 18 Jahren gibt es derzeit keine eigene Berechnung für den Mindestbedarf.

    Von einem positiven Ausgang dieses Verfahrens würden alle Eltern profitieren – und dies sogar, ohne etwas unternehmen zu müssen. Denn obwohl nur die wenigsten mit dem Kinderfreibetrag besser abschneiden als mit dem Kindergeld, ist das Verfahren für alle Eltern mit Anspruch auf Kindergeld von Bedeutung. Der Kinderfreibetrag spielt nämliche eine Rolle bei der Berechnung der Kirchensteuer und des Solidaritätszuschlags.

    Für die Festsetzung der Einkommensteuer bereits ab dem Jahr 2001 sind die Finanzämter angewiesen, die Steuerbescheide in Bezug auf die Kinderfreibeträge (§ 32 Abs. 6 Sätze 1 und 2 EStG ) mit einem Vorläufigkeitsvermerk zu versehen. Das heißt, die Bescheide sind in diesem Punkt von Amts wegen offengehalten worden. Kommt es zu einem steuerzahlerfreundlichen Urteil des Bundesverfassungsgerichts, dürfen sich Eltern auf eine Steuerrückerstattung – samt Zinsen von derzeit sechs Prozent jährlich – freuen.

    Anlage Kind vollständig ausfüllen

    Für jedes Kind füllen Sie eine eigene Anlage aus. Mit diesem Steuerformular müssen Sie sich auch dann auseinandersetzen, wenn Ihre Lohnsteuerbescheinigung Angaben zu Ihren Kindern enthält. Denn dieser Eintrag spielt für den monatlichen Lohnsteuerabzug und für die Höhe der Einkommensteuer keine Rolle. Im Laufe des Jahres wirken sich die eingetragenen Kinderfreibeträge aber auf die Höhe der Kirchensteuer und des Solidaritätszuschlags aus, die Ihr Arbeitgeber einbehält.

    Kein Kindergeld für mehr als sechs Pflegekinder

    Wenn Sie bis zu sechs Pflegekinder in Ihren Haushalt aufgenommen haben, geht die Familienkasse noch davon aus, dass Sie damit kein Geld verdienen wollen. Ansonsten wird vermutet, dass die Kleinen sogenannte Kostkinder sind und Sie sie zu Erwerbszwecken in Ihrem Haushalt aufgenommen haben. Weil Kostkinder nicht als Pflegekinder gelten, gibt es für sie auch kein Kindergeld.

    Vergleichsrechnung bei Kindergeld und Kinderfreibeträgen

    Kindergeld und Kinderfreibeträge beeinflussen einander. Grundsätzlich gilt: Sie können nicht Kindergeld erhalten und zusätzlich die vollen Kinderfreibeträge von der Steuer absetzen. Das Finanzamt verrechnet nämlich das schon ausgezahlte Kindergeld mit dem Steuervorteil, der sich durch die Kinderfreibeträge ergibt. Ihnen bleibt daher nur die Differenz zwischen Kindergeld und Steuerfreibeträgen. Das Finanzamt prüft nach der Einkommensteuererklärung, was günstiger ist: Kindergeld oder Kinderfreibetrag. Kinder- und BEA-Freibetrag stehen grundsätzlich jedem der beiden Elternteile zu.

    Die Kinderfreibeträge führen übrigens nur bei etwa 5 Prozent aller Steuerzahler zu einem zusätzlichen Steuervorteil. Anders ausgedrückt: Falls sich verheiratete Eltern zusammen zur Einkommensteuer veranlagen lassen, profitieren sie erst ab einem zu versteuernden Einkommen von zirka 64.000 Euro. Diese Grenze kann sich verschieben, wenn das Kindergeld erhöht wird.

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    Altersgrenzen bei Kindern

    Das Kindergeld fließt ohne Weiteres, solange Ihr Nachwuchs das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Von Kindergeld und Kinderfreibeträgen können Sie aber auch bei volljährigen Nachkommen bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres profitieren. Das ist möglich, wenn Ihr Kind für einen Beruf ausgebildet worden ist (einschließlich Schulausbildung). Auch falls Ihr Sohn oder Ihre Tochter keinen Ausbildungsplatz hatte und deshalb die Berufsausbildung nicht beginnen oder fortsetzen konnte, zahlt die Finanzkasse weiter. Darüber hinaus erhalten Sie Kindergeld für ein volljähriges Kind, sofern es einen der folgenden Dienste geleistet hat:

    • freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr,
    • europäischen/entwicklungspolitischen Freiwilligendienst,
    • Freiwilligendienst aller Generationen,
    • Internationalen Jugendfreiwilligendienst,
    • Bundesfreiwilligendienst oder
    • anderen Dienst im Ausland.

    Helfer für die Steuererklärung

    Ihr Kindergeldanspruch bleibt auch dann erhalten, wenn sich Ihr Nachwuchs in einer Übergangszeit zwischen einem Ausbildungsabschnitt und einem der oben genannten Dienste befunden hat. Dabei sind höchstens vier Monate zulässig.

    Eine Besonderheit gilt für arbeitslose Kinder, die das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben: Sie müssen bei einer Agentur für Arbeit als arbeitssuchend gemeldet sein, und zwar in Deutschland, der Schweiz, in der Europäischen Union oder in einem Land, das zum Europäischen Wirtschaftsraum gehört.

    Studenten und Azubis dürfen mehr dazuverdienen

    Seit 2012 spielt der Grenzbetrag von zuletzt 8.004 Euro für eigene Einkünfte und Bezüge keine Rolle mehr. Das heißt: Volljährige Azubis oder Studenten können jetzt mehr dazuverdienen, ohne dass Sie Ihren Anspruch auf Kindergeld und Kinderfreibeträge verlieren würden. Eine Einkommensprüfung gibt es für sie nicht mehr.

    Eltern können das Kindergeld außerdem auch dann beanspruchen, wenn ihr Kind mit einem gut verdienenden Partner verheiratet ist. Das Kind muss nur eine der oben genannten Voraussetzungen erfüllen. Also beispielsweise für einen Beruf ausgebildet worden sein, solange es unter 25 war, oder arbeitssuchend gemeldet gewesen sein, als es unter 21 war.

    Auch nachdem Ihr volljähriges Kind unter 25 seine erste Berufsausbildung oder sein Erststudium abgeschlossen hat, können Sie weiterhin Kindergeld beziehen und von den Freibeträgen profitieren. Das geht unter anderem, solange das Kind einer weiteren Ausbildung nachgeht, etwa ein Bachelor- oder ein Masterstudium absolviert. Oder nach seiner Erstausbildung beispielsweise einen Freiwilligendienst leistet. In diesen Fällen kommt allerdings eine wichtige Einschränkung hinzu:

    Ihr Kind darf keiner Erwerbstätigkeit nachgehen. Darunter versteht das Finanzamt alles, was über 20 Stunden vertraglich vereinbarte, regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit hinausgeht. Ein Ausbildungsdienstverhältnis oder ein 450-Euro-Job schaden nicht. Das Kind darf allerdings nicht mehrere Jobs haben, bei denen es über 450 Euro verdient hat. Bei solchen geringfügig entlohnten Beschäftigungen spielen die wöchentliche Arbeitszeit und die Anzahl der monatlichen Arbeitseinsätze keine Rolle. Von einer geringfügigen oder kurzfristigen Beschäftigung geht das Finanzamt auch aus, sofern das Kind zwar mehr als 450 Euro im Monat verdient hat, innerhalb des gesamten Jahres aber höchstens drei Monate oder 70 Arbeitstage gearbeitet hat.

    Ihr Sohn oder Ihre Tochter darf auch eine geringfügige Beschäftigung neben einer anderen Erwerbstätigkeit ausgeübt haben, solange dadurch insgesamt nicht die 20-Stunden-Grenze überschritten wurde. Erlaubt ist auch eine vorübergehende (höchstens zwei Monate lange) Ausweitung der Beschäftigung auf mehr als 20 Stunden, wenn den Rest des Jahres durchschnittlich die wöchentliche Arbeitszeit eingehalten wird.

    Freiberufliche Tätigkeiten zählen auch

    Das Finanzamt versteht unter „Erwerbstätigkeit“ nicht nur das Arbeitnehmerdasein. Auch eine land- und forstwirtschaftliche, eine gewerbliche und eine selbstständige Tätigkeit gehören dazu. Wenn Ihr Kind schon laut Arbeitsvertrag 20 Stunden die Woche arbeitet, sollte es also nicht zusätzlich noch ein freiberufliches Nebengewerbe anmelden.

    Für behinderte Kinder gelten Sonderregeln

    Sollte Ihr Kind nicht selbst für sich sorgen können, weil es körperlich, geistig oder seelisch behindert ist, wird es auch nach Vollendung des 25. Lebensjahres unbegrenzt berücksichtigt. Voraussetzung ist allerdings, dass die Behinderung schon vor dem 25. Geburtstag eingetreten ist.

    Ein Kind ist außerstande, sich selbst finanziell zu unterhalten, wenn es mit seinen eigenen Mitteln nicht seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Gemeint ist damit

    • der allgemeine Lebensbedarf (Grundfreibetrag in Höhe von 8.472 Euro im Jahr 2015; 8.652 Euro ab 2016, 8.820 Euro ab 2017 und 9.000 Euro ab 2018)
    • und zusätzlich der individuelle behinderungsbedingte Mehrbedarf (unter anderem Kosten für eine Heimunterbringung, Pflegebedarf in Höhe des gezahlten Pflegegelds, gegebenenfalls Behinderten-Pauschbetrag).

    Dazu verlangt das Finanzamt eine Gegenüberstellung des notwendigen Lebensbedarfs mit den eigenen finanziellen Mitteln des Kindes, die sich zusammensetzen aus dem verfügbaren Nettoeinkommen und den Leistungen Dritter. Bei der Ermittlung des verfügbaren Nettoeinkommens sind alle steuerpflichtigen Einkünfte zu berücksichtigen, alle steuerfreien Einnahmen und etwaige Steuererstattungen. Abzuziehen sind tatsächlich gezahlte Steuern und Vorsorgeaufwendungen, das heißt, die Beiträge zu einer Basiskranken- und Pflege-Pflichtversicherung sowie gesetzliche Sozialabgaben bei Arbeitnehmern.

    Kranken- und Pflegeversicherung für Kinder steuerlich geltend machen

    Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung für Ihr Kind können Sie als Sonderausgaben von der Steuer abziehen, sofern Sie für dieses Kind Anspruch auf Kindergeld oder Freibeträge für Kinder haben. Das gilt unabhängig davon, ob Sie selbst Versicherungsnehmer sind oder das Kind.

    Wenn Ihr Kind älter als 25 Jahre ist

    Sie müssen steuerlich nicht unbedingt leer ausgehen, wenn Ihr Nachwuchs die maßgebende Altersgrenze überschritten hat. Ihre Kosten für den Unterhalt und eine Berufsausbildung Ihrer Kinder können Sie 2016 bis zu 8.652 Euro (2017: 8.820 Euro, 2018: 9.000 Euro) pro Jahr als außergewöhnliche Belastungen geltend machen. Dieser Betrag erhöht sich noch um die Kosten, die Sie gezahlt haben für die Basisabsicherung Ihres unterhaltsberechtigten Kindes in der Krankenversicherung und der gesetzlichen Pflegeversicherung.

    Die Kinderfreibeträge stehen Ihnen auch dann zu, wenn Ihr Nachwuchs nicht in Deutschland lebt. Das Finanzamt berücksichtigt hierbei allerdings die wirtschaftlichen Verhältnisse des Staates, in dem Ihr Kind wohnt. Je nach Land kürzt es die Freibeträge um ein Viertel, die Hälfte oder drei Viertel. Ausschlaggebend dafür ist die sogenannte Ländergruppeneinteilung des Bundesfinanzministeriums vom 18. November 2013. Ab dem Veranlagungszeitraum 2017 gilt jedoch eine aktualisierte Ländergruppeneinteilung.

    Kinderfreibeträge sichern mit inländischem Haushalt

    Wenn Ihr Kind sich nur wegen seiner Berufsausbildung im Ausland aufhält, aber weiterhin zu Ihrem Haushalt gehört oder in Deutschland einen eigenen Haushalt hat, tragen Sie die deutsche Anschrift in der Anlage Kind ein. So sichern Sie sich die vollen Kinderfreibeträge.

    Möglicherweise erbringt der ausländische Staat dem Kindergeld vergleichbare Zahlungen. Dann erhalten Sie entweder in Deutschland kein Kindergeld oder das im Ausland gezahlte wird auf das deutsche Kindergeld angerechnet. Eine Tabelle dazu finden Sie beim Bundeszentralamt für Steuern.

    Sprachreisen ins Ausland werden anerkannt

    Sprachaufenthalte im Ausland erkennt der Fiskus als Berufsausbildung an. Unproblematisch ist es, wenn die Sprachferien verbunden sind mit dem Besuch einer allgemeinbildenden Schule, einem College oder einer Universität. In allen anderen Fällen muss der Aufenthalt von einem theoretisch-systematischen Fremdsprachenunterricht mit wöchentlich zehn Stunden begleitet werden. Das gilt vor allem bei Auslandsaufenthalten im Rahmen von Au-pair-Verhältnissen.

    Ausbildungsfreibetrag nicht vergessen

    Solange sich Ihr volljähriges Kind noch in der Berufsausbildung befindet und auswärtig untergebracht ist, können Sie ein weiteres Steuersparangebot nutzen: den Freibetrag zur Abgeltung eines Sonderbedarfs bei Berufsausbildung. Dieser Ausbildungsfreibetrag schlägt jährlich mit 924 Euro zu Buche. Voraussetzung ist, dass Sie Anspruch auf Kindergeld beziehungsweise Kinderfreibeträge haben.

    Das Finanzamt kürzt den Ausbildungsfreibetrag, wenn die genannten Voraussetzungen nicht das ganze Jahr erfüllt waren. Hat Ihr Kind seine Berufsausbildung zum Beispiel im Dezember abgebrochen, verringert sich der Freibetrag um ein Zwölftel.

    Falls Sie geschieden sind oder dauernd getrennt leben, kann jeder Elternteil den Freibetrag zur Hälfte in Anspruch nehmen. Sie können ihn aber auch in einem anderen Verhältnis aufteilen. Dazu geben Sie einfach auf der Anlage Kind einen Anteil in Prozent an und fügen Ihrer Steuererklärung einen formlosen Antrag beider Elternteile bei, aus dem Ihre Aufteilung hervorgeht.

    Zur Ausbildung gehört übrigens auch die Schulausbildung.

    Entlastungsbetrag für Alleinerziehende ausschöpfen

    Singles, die ein Kind erziehen, für das sie Anspruch auf Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag haben, können einen weiteren Entlastungsbetrag von nunmehr 1.908 Euro (+ 240 Euro für jedes weitere Kind) steuerlich geltend machen. Dieser Betrag ist rückwirkend zum Jahresanfang 2015 um 600 Euro erhöht worden. Dazu muss der Sohn oder die Tochter zum Haushalt der Eltern gehören. Davon geht das Finanzamt in der Regel aus, wenn das Kind bei Ihnen gemeldet ist. Falls das Kind auch noch bei anderen Personen gemeldet ist, können Alleinerziehende den Entlastungsbetrag trotzdem geltend machen, wenn sie auch das Kindergeld erhalten. Im Lohnsteuerabzugsverfahren entspricht der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende der Steuerklasse II.

    Ab Dezember 2015 wurde der erhöhte Entlastungsbetrag denjenigen mit Steuerklasse II automatisch zugerechnet. Diese profitieren obendrein auch noch vom erhöhten Grundfreibetrag, den alle Steuerzahler bekommen. Auch in den Jahren 2016 bis 2018 wird der Grundfreibetrag erhöht.

    Kinderbetreuungskosten absetzen

    Sie können zwei Drittel Ihrer Kosten für Kinderbetreuung (bis maximal 6.000 Euro), also höchstens 4.000 Euro je Kind und Jahr, als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Dafür müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

    • Das Kind gehört zu Ihrem Haushalt. Bei nicht zusammenlebenden Eltern ist die Meldeadresse des Nachwuchses entscheidend.
    • Für das Kind steht Ihnen Kindergeld oder ein Freibetrag zu.
    • Das Kind hat sein 14. Lebensjahr noch nicht vollendet.

    Diese Altersgrenze gilt nicht, wenn das Kind sich wegen einer vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetretenen körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung nicht selbst unterhalten kann.

    Folgende Kosten können Sie in Ihrer Steuererklärung angeben: Beispielsweise Aufwendungen für

    • die Unterbringung von Kindern in Kindertagesstätten, -horten und -krippen sowie bei Tagesmüttern und in Ganztagspflegestellen;
    • die Beschäftigung von Kinderpflegerinnen, Erzieherinnen und Kinderschwestern;
    • die Beschäftigung von Haushaltshilfen, soweit sie Kinder betreuen;
    • die Beaufsichtigung von Kindern bei der Erledigung der häuslichen Schulaufgaben.

    Nicht berücksichtigt werden allerdings Kosten für (Nachhilfe-)Unterricht, für sportliche und andere Freizeitbetätigungen sowie für die Verpflegung des Kindes.

    Der Abzug von Kinderbetreuungskosten setzt voraus, dass Sie dafür eine Rechnung erhalten haben und den Betrag an die entsprechende Person überwiesen haben. Barzahlungen und Barschecks erkennt der Fiskus nicht an. Die Rechnung und die Zahlungsnachweise müssen Sie zwar nur auf Verlangen des Finanzamts vorlegen, trotzdem sollten Sie sie gut aufbewahren. Falls Sie im Rahmen eines sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses oder eines Minijobs als Arbeitgeber der Betreuungsperson fungieren, reicht als Nachweis der schriftliche Arbeitsvertrag. Beschäftigen Sie in Ihrem Privathaushalt einen Minijobber, dann können Sie für die Haushaltshilfe als Steuerermäßigung 20 Prozent von maximal 2.550 Euro erhalten, also bis zu 510 Euro. Geregelt ist dies im Paragraf 35a Absatz 1 Einkommensteuergesetz.

    Wurde das Kind in einem Kindergarten oder Hort betreut, genügen der Bescheid des öffentlichen oder privaten Trägers über die zu zahlenden Gebühren und der Überweisungsbeleg.

    Betreuung durch Angehörige absetzen

    Häufig übernehmen nahe Angehörige die Kinderbetreuung. Sofern Sie dafür Geld bezahlen und klare und eindeutige Vereinbarungen getroffen haben, die Sie auch tatsächlich umsetzen, können Sie diese Art der Kinderbetreuungskosten von der Steuer absetzen. Die Betreuungsperson darf allerdings nicht mit Ihnen und Ihrem Kind in einem Haushalt leben.

    Kinderzulage bei der Riester-Förderung nutzen

    Viele Steuerzahler haben für ihre private Altersvorsorge Riester-Verträge abschlossen. Diese werden steuerlich besonders gefördert: Es gibt jährlich bis zu 300 Euro Zulage pro Kind. Riester-Sparer können die Kinderzulage selbst dann beanspruchen, wenn sie für ihren Sohn oder ihre Tochter nur einen Monat lang im Jahr Kindergeld bezogen hatten.

    Folgen nach Trennung und Scheidung

    Trennen sich Eltern, muss auch die Steuererklärung neu durchdacht werden. Kindergeld kann nur einer der beiden Ex-Partner erhalten. Bleibt das Kind zum Beispiel bei der Mutter, dann steht ihr auch das Kindergeld zu.

    Zahlt beispielsweise der Mann Unterhalt für das Kind, wird das Kindergeld aber angerechnet. Der Vater schuldet dem Kind Barunterhalt. Davon kann er jedoch die Hälfte des Kindergelds abziehen. Folglich reduziert sich der monatlich zu zahlende Kindesunterhalt. Steuerlich absetzen kann der Vater jedoch den Kindesunterhalt nicht.

    Anders behandelt werden die steuerlichen Freibeträge: der Kinderfreibetrag und der sogenannte BEA-Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung. Grundsätzlich stehen diese Freibeträge beiden Elternteilen gleichmäßig zu. Deshalb gibt es steuerrechtlich halbe Kinder: Wenn nämlich der Freibetrag für ein Kind zwischen Vater und Mutter aufgeteilt werden muss.

    Wann nach der Trennung der volle Kinderfreibetrag zusteht

    • Der andere Elternteil ist bereits vor Beginn des Kalenderjahres verstorben.
    • Der andere Elternteil lebt dauerhaft im Ausland und ist deshalb nicht unbeschränkt einkommensteuerpflichtig.
    • Der Aufenthalt des anderen Elternteils ist nicht zu ermitteln.
    • Der Vater des Kindes ist amtlich nicht feststellbar.
    • Der betreuende Elternteil hat allein das Kind adoptiert oder als Pflegekind aufgenommen.
    • Die Mutter gibt den Behörden den Namen des Vaters nicht preis.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Übertragung des Kinder- und des BEA-Freibetrags

    In bestimmten Fällen ist die Übertragung des halben Kinderfreibetrags auf den anderen Elternteil aufgrund eines Antrags in der Einkommensteuererklärung möglich:

    • Der Unterhaltsverpflichtete zahlt weniger als 75 Prozent des eigentlich zu zahlenden Kindesunterhalts.
    • Mangels Leistungsfähigkeit ist dieser gar nicht unterhaltspflichtig.

    Wenn in unserem Beispielfall die Mutter das Kind betreut, kann sie in solchen Mangelfällen die kompletten Kinder- und BEA-Freibeträge beantragen. Das gilt auch für die weiteren kinderbezogenen Freibeträge wie Kinderzulage, Ausbildungsfreibetrag, Behinderten-Pauschbetrag und Hinterbliebenen-Pauschbetrag.

    Für Kinder unter 18 Jahren kann der BEA-Freibetrag anders als der Kinderfreibetrag von einem zum anderen Elternteil übertragen werden. Oft ist es so, dass die Mutter, die das Kind allein betreut, diesen einseitigen Antrag stellt und dann den BEA-Freibetrag alleine bekommt. Hierfür verlangt das Finanzamt keinerlei Nachweise, denn der andere Elternteil muss nicht zustimmen.

    Wichtig: Das Kind darf beim unterhaltsverpflichteten Elternteil (hier der Vater) nicht gemeldet sein. Ein einziger Tag wäre schon schädlich.

    Schulgeld für Privatschulen als Sonderausgabe

    Geht Ihr Kind auf eine Privatschule, für die Sie Schulgeld bezahlt haben? 30 Prozent des Schulgelds dürfen Sie als Sonderausgaben absetzen. Als Höchstbetrag gilt 5.000 Euro für jedes Kind. Die entsprechenden Angaben machen Sie auf der dritten Seite der Anlage Kind. Wann das Schulgeld abzugsfähig ist, haben wir in einem Ratgeber zusammengefasst.

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    Artikel verfasst von

    Finanztip-Experte für Steuern

    Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

    freie Finanztip-Mitarbeiterin (bis 2015)

    Als freie Mitarbeiterin hat Sabine Himmelberg auf Finanztip zum Thema Steuern geschrieben. Sie blickt auf mehr als zwanzig Jahre Redaktionsarbeit im Steuerrecht zurück. Als spezialisierte Fachjournalistin deckt Sabine Himmelberg ein breites inhaltliches Spektrum für Publikationen namhafter Fachverlage ab. Nach ihrem Magisterabschluss an der Universität zu Köln trat sie in die Redaktion des Deubner Verlags ein, der Informationen für Rechtsanwälte und Steuerberater herausgibt und der WEKA-Gruppe angehört. Sie leitete dort drei Jahre lang die Redaktion Steuern.

    Источники: http://www.kindergeld.info/kinderfreibetrag.html, http://www.steuerberaten.de/tag/kinderfreibetrag/, http://www.finanztip.de/steuervorteile-fuer-eltern/

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