Einkommensteuer splitting

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    Zusammenveranlagung

    Das bringt eine gemeinsame Steuererklärung für Paare

    • Zuletzt aktualisiert: 19. August 2016
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nicht dauernd getrennt lebende einkommensteuerpflichtige Ehegatten und eingetragene Lebenspartner können bei der Steuererklärung zwischen Einzelveranlagung und Zusammenveranlagung wählen.
    • Entscheiden sich Partner für die Zusammenveranlagung, gilt für sie die Splittingtabelle. Das bedeutet meistens einen erheblichen Steuervorteil beim Ehegattensplitting gegenüber der Einzelveranlagung.
    • Je größer die Einkommensdifferenz der Partner, desto höher ist der finanzielle Vorteil, der sich aus einer gemeinsamen Veranlagung im Vergleich zur Einzelveranlagung ergibt.
    • Auch wer als „nicht dauernd getrennt lebend“ eingestuft ist, muss nicht den gleichen Wohnsitz haben – die Formulierung bezieht sich vielmehr auf Partner, die in Scheidung leben.
    • Die Zusammenveranlagung mit einem Ehegatten, der in einem Pflegeheim lebt, ist bei Vorliegen einer krankheitsbedingt eingeschränkten Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft auch dann möglich, wenn der Steuerpflichtige mit einer neuen Lebensgefährtin zusammenlebt (Finanzgericht Niedersachsen, Urteil vom 23. Juni 2015, Az. 13 K 25/14).
    • „Dauernd getrennt“ lebende Steuerpflichtige können für das Jahr der Trennung ebenfalls die Splittingtabelle anwenden. Das gilt auch für Verwitwete bis zu dem Kalenderjahr, das dem Todesjahr des Partners folgt.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Durch das Ehegattensplitting können verheiratete oder verpartnerte Steuerzahler ihre Zahlungen an den Fiskus deutlich reduzieren. Ehepaare und eingetragene Lebenspartner können bei der Steuererklärung zwischen verschiedenen Veranlagungsarten wählen. Seit 2013 gibt es vier Veranlagungsvarianten:

    • Einzelveranlagung mit Grundtarif,
    • Zusammenveranlagung mit Ehegattensplitting,
    • Sondersplitting im Trennungsjahr und
    • Verwitwetensplitting.

    Voraussetzungen für die Zusammenveranlagung

    Gemäß Paragraf 26 Absatz 1 Einkommensteuergesetz (EStG) können Ehegatten, die beide unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben, zwischen Einzelveranlagung und Zusammenveranlagung wählen. Diese Regelung gilt auch für eingetragene Lebenspartner. Das hat das Bundesverfassungsgericht mit Beschluss vom 7. Mai 2013 (Az. 2 BvR 909/06) entschieden. Anschließend hat der Fiskus das Gesetz geändert, sodass Eheleute und gleichgeschlechtliche eingetragene Lebenspartner steuerrechtlich gleichgestellt sind.

    Nicht dauernd getrennt lebend – Normalerweise ist es erforderlich, dass das Paar, das eine gemeinsame Steuererklärung abgeben möchte, eine Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft bildet. Die meisten Eheleute leben in einem Haushalt zusammen. Eine Zusammenveranlagung ist dann immer möglich. Paragraf 26 Absatz 1 Nummer 2 EStG schreibt vor, dass die Ehegatten „nicht dauernd getrennt“ leben. Das bedeutet nicht, dass die Eheleute oder eingetragenen Partner den gleichen im Melderegister eingetragenen Wohnsitz haben müssen. Beispielsweise kann einer der Partner aus beruflichen Gründen einen anderen Wohnsitz haben.

    Die Formulierung bezieht sich vor allem auf Paare, die vor der Trennung stehen. Trennen sich Eheleute, dann dürfen sie sich im Jahr der Trennung noch einmal gemeinsam veranlagen lassen. Diese Möglichkeit nennt sich Sondersplitting im Trennungsjahr. Im Folgejahr muss aber jeder seine eigene Steuererklärung erstellen und abgeben; selbst dann, wenn die Ehe noch gar nicht geschieden ist.

    Übrigens: Heiratet der frisch Geschiedene wieder im selben Jahr, dann kann er sich im selben Jahr mit dem neuen Partner zusammen veranlagen lassen.

    Nicht selten unternehmen zerstrittene Paare einen Versöhnungsversuch. Dies honoriert der Fiskus. Probieren beide ernsthaft wieder ein gemeinsames Zusammenleben, dürfen sich die Eheleute auch in diesem Jahr wieder zusammen veranlagen lassen.

    Eine Zusammenveranlagung ist sogar möglich, wenn der demente Ehepartner im Pflegeheim wohnt und der gesunde Partner bereits gemeinsam mit einer neuen Lebensgefährtin in einem gemeinsamen, neugebauten Haus lebt, inklusive Gemeinschaftsbankkonto. Dies entschied das Finanzgericht Niedersachsen in einem rechtskräftigen Urteil vom 23. Juni 2015, Az. 13 K 225/14. Das unterlegene Finanzamt hat zunächst Revision eingelegt, diese aber zwischenzeitlich zurückgenommen.

    Im konkreten Fall erkrankte die Ehefrau 2002 an Demenz. Ihr Mann pflegte sie bis 2008 zu Hause. Die zu 100 Prozent schwerbehinderte Frau musste jedoch dann in ein Pflegeheim verlegt werden. 2010 zog die neue Lebensgefährtin in die Wohnung des Manns ein. Ende 2010 begannen beide den Bau eines gemeinsamen Hauses, in das sie 2011 einzogen. 2014 verstarb die Ehefrau. Für die Jahre 2011 bis 2013 beantragte er die Zusammenveranlagung mit seiner im Pflegeheim lebenden Frau – ohne offenzulegen, dass er mit einer neuen Lebensgefährtin lebt. Das Finanzamt erfuhr jedoch davon und lehnte nachträglich die Zusammenveranlagung ab. Zu Unrecht, entschieden die Finanzrichter. Sie stellten fest, dass die Trennung auf der Krankheit der Frau beruhte. Der Mann habe nie die Absicht gehabt, seine Frau zu verlassen. Er kümmerte sich über all die Jahre persönlich und finanziell um sie, zahlte die Pflegeheimkosten sowie weitere krankheitsbedingte Zusatzkosten und war zudem ihr Betreuer. Er habe daher die persönliche und geistige Gemeinschaft mit ihr soweit wie möglich aufrechterhalten. Das Gericht kam daher zu dem Schluss: „Die Zusammenveranlagung mit einem in einem Pflegeheim lebenden Ehegatten ist bei Vorliegen einer – krankheitsbedingten eingeschränkten – Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft auch dann möglich, wenn der Steuerpflichtige mit einer neuen Lebensgefährtin zusammenlebt.“

    In einem anderen vergleichbaren Fall, in dem die Frau im Wachkoma lag, lehnte das Finanzgericht Köln hingegen die Zusammenveranlagung mit dem Mann ab. Dieser hatte jedoch mit seiner neuen Lebensgefährtin ein gemeinsames Kind (Urteil vom 16. Juli 2011, Az. 10 K 4736/07).

    Nur mit Trauschein – Entscheiden sich die Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartner für die Zusammenveranlagung zur Einkommensteuer, gilt für sie die Splittingtabelle. Das bringt Steuervorteile, insbesondere wenn sich die Einkünfte der beiden Partner stark unterscheiden. Paare ohne Trauschein haben jedoch keine Chance, sich zusammen veranlagen zu lassen. Das musste zuletzt ein Geschäftsführer einsehen, der mehr als 110.000 Euro verdiente, während seine mit ihm zusammenlebende Partnerin nur gut 2.000 Euro im Jahr einnahm. Das Paar, das mit drei gemeinsamen und einem weiteren Kind der Frau in einem Haushalt lebt, wollte eine gemeinsame Steuererklärung abgeben. Das Finanzgericht Münster lehnte dies in seinem Urteil vom 18. Mai 2016 ab. Ausschließlich Paare mit Trauschein, ob gleich- oder verschiedengeschlechtlich, dürfen sich zusammen veranlagen lassen.

    Den Splittingtarif gemäß Splittingtabelle können außerdem anwenden:

    • Getrennt lebende Steuerpflichtige im Jahr der Trennung und
    • Verwitwete bis zu dem Kalenderjahr, das dem Todesjahr des Partners folgt.

    Lohnende Einzelveranlagung

    Es gibt einige Konstellationen, in denen steuerlich die Einzelveranlagung günstiger ist, als wenn sich das Paare zusammen veranlagen lässt. Wann dies der Fall ist, haben wir in einem Ratgeber zusammengestellt.

    Das bringt die Zusammenveranlagung

    Vor allem die Anwendung des Splittingverfahrens zur Ermittlung der Steuerschuld ist für viele Paare finanziell attraktiv und daher der größte Vorteil einer Zusammenveranlagung. Ihre wichtigsten Merkmale sind:

    • Im Rahmen der Zusammenveranlagung werden die Einkünfte der Ehegatten/Lebenspartner zwar getrennt ermittelt, dann aber zusammengerechnet und als gemeinsame Einkommensteuererklärung beim Finanzamt abgegeben. Beide erhalten einen gemeinsamen Steuerbescheid.
    • Die Steuer wird für die Ehegatten/Lebenspartner zusammen nach dem Splittingverfahren berechnet. Das heißt: Für die Hälfte des gemeinsamen Einkommens wird die Steuer gemäß Grundtabelle berechnet und dann verdoppelt. Dadurch ergibt sich in der Regel eine niedrigere Steuerschuld als bei der Einzelveranlagung.
    • Das Splittingverfahren gewährt den größten Vorteil gegenüber der Einzelveranlagung, falls nur ein Ehegatte/Lebenspartner Einkünfte erzielt. Kein Vorteil ergibt sich, wenn beide Partner gleich hohe Einkünfte erzielen.
    • Beide haften gemeinsam für die insgesamt zu zahlende Einkommensteuer. Der eine Partner muss also für die Steuerschuld geradestehen, die rechnerisch auf den anderen Partner entfällt.
    • Entscheidend dafür, dass eine Zusammenveranlagung möglich ist, ist eine standesamtliche Trauung. Eine kirchliche Hochzeit ist steuerrechtlich ohne Belang.

    Helfer für die Steuererklärung

    Berechnung der Steuerschuld mithilfe der Splittingtabelle

    Haben Sie sich für die Zusammenveranlagung entschieden, wird die Einkommensteuer nach dem Splittingverfahren auf der Grundlage von Paragraf 26b und Paragraf 32a EStG berechnet. Hierbei wird die Splittingtabelle herangezogen.

    Sie berechnen Ihre Steuerschuld, indem Sie Ihr zu versteuerndes Einkommen mit dem Ihres Gatten oder eingetragenen Lebenspartners zusammenrechnen und die Summe durch zwei teilen. Aus diesem Betrag ergibt sich gemäß Paragraf 32a EStG die Höhe der Einkommensteuer, die anschließend mit zwei multipliziert wird.

    In den meisten Fällen führt die Zusammenveranlagung nach der Splittingtabelle dazu, dass die zu zahlende Einkommensteuer niedriger ist als bei Einzelveranlagungen der beiden Partner. Der Grund hierfür ist die Steuerprogression: Mit der Höhe der Einkünfte steigt die Einkommensteuerlast nicht linear, sondern überproportional.

    Wann sich die gemeinsame Veranlagung richtig lohnt

    Je größer die Differenz beim Lohn oder Gehalt der Ehepartner oder eingetragenen Partner ist, desto höher ist der finanzielle Vorteil, der sich aus einer gemeinsamen Veranlagung in der Einkommensteuererklärung im Vergleich zur Einzelveranlagung ergibt.

    Besonders lukrativ ist die einkommensteuerliche Zusammenveranlagung, wenn ein Partner ein sehr hohes Einkommen hat, der andere aber über gar kein Einkommen verfügt.

    Sie können die Zusammenveranlagung für das gesamte Jahr machen, in dem Sie heiraten oder Ihre Partnerschaft eintragen lassen. Beispiel: Sie heiraten am 31. Dezember 2016. Damit können Sie mit Ihrem Partner für das gesamte Jahr 2016 die Zusammenveranlagung bei der Steuererklärung wählen und – je nach Einkommen – Ihre Einkommensteuerschuld dank Splitting unter Umständen deutlich senken.

    Splittingtabelle und Einkommensteuerrechner des BMF

    Zusammen veranlagte Partner können ihre zu zahlende Einkommensteuer aus der Splittingtabelle des Bundesfinanzministeriums (BMF) ablesen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sie vorher ihr zu versteuerndes Einkommen ermittelt haben, das nicht mit dem Bruttoeinkommen übereinstimmt.

    Einen ähnlichen Service bietet der Einkommensteuerrechner des Ministeriums. Auch er kann aber nur Anhaltspunkte für Ihre Steuerschuld geben. Denn Schwierigkeiten bei der Berechnung macht vor allem die Bestimmung des zu versteuernden Einkommens. Falls Sie es genauer wissen möchten, sollten Sie Steuersoftware nutzen. Günstige empfehlenswerte Produkte finden Sie im Ratgeber Steuersoftware.

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    Bei der Einzelveranlagung erfolgt die Berechnung der Einkommensteuer nach der Einkommensteuer-Grundtabelle, bei der Zusammenveranlagung nach der Einkommensteuer-Splittingtabelle.

    Die folgende Tabelle bietet einen Vergleich von Grundtabelle und Splittingtabelle für verschiedene zu versteuernde Einkommen:

    Quelle: Grundtabelle und Splittingtabelle des BMF für das Jahr 2015

    Ein Alleinstehender, der ein zu versteuerndes Einkommen von 50.000 Euro hat, wird einzeln veranlagt und zahlt 12.780 Euro Einkommensteuer. Ehepaare oder eingetragene Lebenspartner zahlen bei Zusammenveranlagung und einem gemeinsamen Einkommen von 50.000 Euro nur 8.078 Euro Einkommensteuer – und damit 4.702 Euro weniger (Werte beziehen sich auf das Steuerjahr 2015).

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    So viel kann das Ehegattensplitting bringen

    Die folgenden Beispiele verdeutlichen den finanziellen Vorteil, der sich bei unterschiedlich hohen Einkommen von Partnern aufgrund von Zusammenveranlagung gegenüber Einzelveranlagung ergibt:

    * zvE = zu versteuerndes Einkommen

    Quelle: Grundtabelle und Splittingtabelle des BMF für das Jahr 2015, eigene Berechnung

    Die Tabelle verdeutlicht, dass die Zusammenveranlagung für Ehegatten und eingetragene Lebenspartner besonders vorteilhaft ist, wenn die Einkommensunterschiede zwischen ihnen besonders groß sind.

    Witwensplitting

    Ein Sonderfall der Zusammenveranlagung ist das sogenannte Witwensplitting. Stirbt einer der Gatten, gewährt das Finanzamt dem Überlebenden die Vorteile der Zusammenveranlagung im Todesjahr und im Jahr drauf. Voraussetzung ist, dass zum Zeitpunkt des Todes des Partners die Voraussetzungen für die Zusammenveranlagung gegeben waren (§ 32a Absatz 6 Nummer 1 EStG).

    Beispiel: Der Ehemann stirbt 2016. Die Witwe kann für die Jahre 2016 und 2017 den Splittingtarif nutzen. Heiratet sie 2017 wieder, kann sie sich nur dann mit dem verstorbenen Partner zusammen veranlagen lassen, wenn der neue Ehemann einzeln veranlagt wird.

    Für das Todesjahr wird die Einkommensteuer der Witwe oder des Witwers nach dem Grundtarif berechnet; die Steuerschuld des verstorbenen Partners hingegen nach dem Splittingtarif.

    Veranlagungsart ändern

    Die gewählte Veranlagungsart gilt grundsätzlich für das betreffende Steuerjahr. Sie kann aber noch geändert werden, bis der Steuerbescheid ergangen ist. Nachdem der Bescheid Bestandskraft erlangt hat, kann die Veranlagungsart nur noch geändert werden, sofern

    • ein Steuerbescheid der Ehegatten/Lebenspartner aufgehoben, geändert oder berichtigt wird und
    • die Änderung der gewählten Veranlagungsart dem Finanzamt mitgeteilt wird, bevor der Änderungs- oder Berichtigungsbescheid Bestandskraft erlangt und
    • die Einkommensteuer der Ehegatten/Lebenspartner nach Änderung der Veranlagungsart niedriger ist, als sie ohne diese Änderung wäre. Die Einkommensteuer der einzeln veranlagten Partner wird dabei zusammengerechnet.

    Mehr dazu im Ratgeber Steuererklärung

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    Das Wichtigste zur Einkommensteuer:

    • Welche Formulare Sie bis wann ausfüllen müssen.
    • Wer eine Steuererklärung abgeben muss – und wer sollte.
    • Welche Ausgaben die Steuern mindern.

    Weitere hilfreiche Ratgeber:

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    Artikel verfasst von

    Finanztip-Experte für Steuern

    Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

    ehemaliger freier Finanztip-Mitarbeiter

    Ludwig Heinz hat als freier Finanztip-Redakteur zu Themen rund um Verbraucherfinanzen geschrieben. Zuletzt arbeitete er als Teamleiter Anlagestrategie für Gruner + Jahr Wirtschaftsmedien in Frankfurt, davor als Ressortleiter Wirtschaft und Politik bei der Anlegerzeitschrift Börse Online in München. Zudem war er in unterschiedlichen Positionen für mehrere Banken tätig, überwiegend im Research. Ludwig Heinz studierte nach einer Bankausbildung Betriebs- und Volkswirtschaftslehre in München.

    Was ist das „Ehegatten-Splitting“?

    "Schatz, lass uns heiraten – und Steuern sparen!" Wie das Ehegattensplitting funktioniert und welchen Paaren es am meisten nutzt, erfahren Sie hier.

    Wenn Sie verheiratet oder verpartnert sind, werden Sie automatisch – auch ohne Antrag – „zusammen veranlagt“. Das heißt, dass Sie und Ihr Ehepartner eine gemeinsame Steuererklärung abgeben und damit steuerlich wie eine Person behandelt werden. Das spart Zeit und meistens auch Steuern, nämlich durch die Art, wie die Einkommensteuer nun berechnet wird. Das Rechenverfahren dafür nennt man Ehegattensplitting.

    Wie funktioniert das Ehegattensplitting?

    Generell gilt: Je größer das Einkommen, desto mehr Steuern sind fällig. Bei Verheirateten, die gemeinsam eine Steuererklärung abgeben, funktioniert das ein bisschen anders. So geht es:

    1. Das Finanzamt zählt das Jahreseinkommen von Ehemann und Ehefrau zusammen. Steuerlich wird das Ehepaar jetzt in der Regel gemeinsam als ein Steuerpflichtiger behandelt.
    2. Die Beamten halbieren den Betrag und berechnen für diese eine Hälfte die Einkommensteuer.
    3. Die errechnete Einkommensteuer wird verdoppelt – das Ergebnis ist die Einkommensteuer, die ein Ehepaar zahlen muss.

    In der Regel zahlen Ehepaare mit dem Ehegattensplitting weniger Steuern, als wenn jeder von beiden die Einkommensteuer einzeln berechnen lässt.

    Für die Zusammenveranlagung, also das Ehegattensplitting, können Sie einfach gemeinsam mit Ihrem Partner eine Steuererklärung abgeben und auf Seite 1 des sogenannten Mantelbogens – dem Hauptformular der Steuererklärung – das Kästchen "Zusammenveranlagung" ankreuzen.

    Wer spart besonders viel Steuern mit dem Ehegattensplitting?

    Steuern spart vor allem das Ehepaar, bei dem der eine eher viel und der andere eher wenig verdient.

    Ein Beispiel: Nehmen wir einmal an, einer der beiden arbeitet Vollzeit und verdient 45.000 Euro im Jahr, der andere arbeitet Teilzeit und verdient 15.000 Euro im Jahr. Als nicht zusammen veranlagtes Paar muss der eine rund 10.680 Euro und der andere gut 1.280 Euro Steuern zahlen (Beträge aus der Einkommensteuer-Grundtabelle). Über 1.000 Euro weniger Steuern zahlen beide, wenn sie gemeinsam eine Steuererklärung machen und das Finanzamt mit dem Splittingtarif rechnet.

    Ein weiteres Beispiel: Beide Ehepartner arbeiten Vollzeit, einer verdient 35.000 Euro im Jahr, der andere 25.000 Euro im Jahr. Macht jeder der beiden seine Steuererklärung selbst, zahlt der eine etwa 7.100 Euro Steuern, der andere gut 4.000 Euro. Auch sie sparen Steuern über das Ehegattensplitting, wenn auch nur knapp 100 Euro.

    Ehegattensplitting einfach erklärt

    Wie sich Heiraten auch steuerlich lohnt – verstГ¤ndlich und auf einen Blick als Infografik:

    Gilt das Ehegattensplitting fГјr eingetragene Lebenspartnerschaften?

    Auch eingetragene Lebenspartner können die Zusammenveranlagung nutzen und so vom Splittingtarif profitieren. Es gilt exakt der gleiche Steuervorteil wie für verheiratete Paare.

    Da diese Regel aber erst seit 2013 in Kraft ist, gibt es für homosexuelle Paare die Möglichkeit ihre „einzeln veranlagte“ Steuererklärung rückwirkend bis 2001 mit ihrem Lebenspartner „zusammen veranlagen“ zu lassen und dadurch eventuell Steuerrückzahlungen zu erhalten.

    Drei praxisnahe Beispiele, wie Sie den Splittingvorteil rückwirkend nutzen können, zeigt Ihnen unser Artikel So nutzen Lebenspartner das Ehegatten-Splitting nachträglich.

    Können auch Alleinerziehende den Splittingtarif für Ehegatten nutzen?

    Nein, der Bundesfinanzhof, Deutschlands höchstes Gericht für Steuern, hat 2012 entschieden, dass Alleinerziehende keinen Anspruch auf einen Splittingtarif haben. Die Begründung lautete unter anderem, dass die steuerliche Berücksichtigung schon durch die Freibeträge oder das Kindergeld stattfände.

    DГјrfen Ehegatten das Splitting auch anwenden, wenn Sie sich scheiden lassen?

    Das Jahr in dem Sie sich scheiden lassen, ist das letzte Jahr, für das Sie mit Ihrem Ex-Partner noch gemeinsam eine Steuererklärung abgeben und das Ehegattensplitting nutzen können. Danach sind Sie steuerlich gesehen wieder alleinstehend.

    Sollte Ihr Ex-Partner im gleichen Jahr der Scheidung wieder heiraten, gilt für Sie das Sondersplitting und somit für dieses Jahr dennoch der günstigere Steuertarif – auch wenn Sie Ihre Steuererklärung nun alleine abgeben.

    Was passiert mit dem Ehegattensplitting wenn mein Partner stirbt?

    Wenn Sie Witwe oder Witwer geworden sind, kГ¶nnen Sie fГјr das Jahr, in dem Ihr Ehepartner verstorben ist, noch das Ehegattensplitting nutzen. Im darauf folgenden Jahr werden Sie dann mit dem sogenannten Gnadensplitting versteuert. Das heiГџt, dass Sie noch ein weiteres Jahr lang den gГјnstigeren Steuertarif nutzen dГјrfen. Danach erlischt dieser Vorteil. Das Gnadensplitting wird auch Witwensplitting genannt.В В

    Sie wollen wissen, was Ihnen das Ehegattensplitting bringt? Unsere Beraterinnen und Berater kennen sich mit den Splittingtarifen aus. Hier geht es zur Beratersuche.

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    Hier können Sie die Einkommensteuer nach dem Splittingtarif online berechnen oder die Splittingtabelle kostenlos downloaden. Außerdem können Sie mit dem Ehegattensplitting-Rechner den Steuervorteil für die Jahre 2018, 2017, 2016, 2015, 2014, 2013, 2012, 2011 und 2010 durch den Splittingtarif berechnen.

    Inhaltsverzeichnis

    Steuerrechner Ehegattensplitting mit Splittingtabelle

    Steuerrechner Splitting

    Kostenloser Download der Splittingtabelle 2018, 2017, 2016, 2015, 2014, 2013, 2012, 2011 und 2010

    Die Splittingtabelle gilt für Ehegatten und eingetragener Lebenspartner, sofern sie die Zusammenveranlagung mit dem Ehegattensplitting wählen. In der Splittingtabelle finden Sie die zu zahlende Einkommensteuer, Kirchensteuer und den Solidaritätszuschlag in Abhängigkeit vom zu versteuernden Einkommen.

    Bitte beachten Sie, dass die Splittingtabelle – wie die Grundtabelle – die Jahressteuer wieder gibt. AuГџerdem sind beim zu versteuernden Einkommen bereits alle Werbungskosten, Sonderausgaben und auГџergewГ¶hnliche Belastungen bgezogen. Sie mГјssen also zunГ¤chst das sogenannte zu versteuernde Einkommen ermitteln und dann aus der Splittingtabelle die Steuer ablesen.

    In der Splittingtabelle sind sowohl der Durchschnittssteuersatz als auch der Grenzsteuersatz ausgewiesen. Der Durchschnittssteuersatz gibt an, wie viel Steuer Sie bezogen auf Ihr Einkommen zahlen. Der Grenzsteuersteuersatz gibt dagegen an, wie hoch die steuerliche Belastung der zuletzt verdienten 100 Euro ist. Der Grenzsteuersatz ist immer höher, als der Durchschnittssteuersatz, da der Einkommensteuertarif progressiv ist. Beide Steuersätze sind für die Einkommensteuer, als auch für die Gesamtsteuerbelastung nach Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer von 9% ausgewiesen.

    • Splittingtabelle 2018
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    • Splittingtabelle 2012
    • Splittingtabelle 2011
    • Splittingtabelle 2010
    • Splittingtabelle 2009

    Bitte beachten Sie, dass die Splittingtabelle nicht die ab 500.000 € geltende Reichensteuer mit 45% beinhaltet. Die Reichensteuer gilt nur für sogenannte Überschusseinkünfte und nicht für Gewinneinkünfte.

    Die Einkommensteuerveranlagung (Zusammenveranlagung und Einzelveranlagung)

    Die Einkommensteuer wird grundsätzlich nach Ablauf des jeweiligen Kalenderjahrs nach dem zu versteuernden Einkommen veranlagt, das der Steuerpflichtige in diesem Jahr bezogen hat. Das Veranlagungsverfahren wird regelmäßig durch eine Erklärung des Steuerpflichtigen über die von ihm in dem betreffenden Jahr bezogenen Einkünfte (Steuererklärung) in Gang gesetzt. Die Steuer wird durch Bescheid festgesetzt. Ehegatten, die beide unbeschränkt steuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben, können zwischen Zusammenveranlagung und getrennter Veranlagung wählen. Gegebenenfalls können sie stattdessen auch die besondere Veranlagung für den Veranlagungszeitraum der Eheschließung wählen.

    Ab 2013 können Ehegatten anstelle der getrennten und besonderen Veranlagung nur die Einzelveranlagung wählen. Durch das Steuervereinfachungsgesetz 2011 wurden die Veranlagungsarten für Eheleute von sieben möglichen auf nur noch vier mögliche Veranlagungs- und Tarifvarianten für Ehegatten reduziert. Ab dem Veranlagungszeitraum 2013 fallen die getrennte Veranlagung mit Grundtarif und die besondere Veranlagung mit Grundtarif oder Witwensplitting weg, sodass nur noch verbleiben:

    • Einzelveranlagung mit Grundtarif
    • „Sondersplitting” im Trennungsjahr
    • Verwitwetensplitting (sog. Gnadensplitting)
    • Zusammenveranlagung mit Ehegattensplitting

    Bei der Zusammenveranlagung werden die von den Ehegatten erzielten Einkünfte zusammengerechnet und den Ehegatten gemeinsam zugerechnet, sie werden grundsätzlich gemeinsam als ein Steuerpflichtiger behandelt. Die Einkommensteuer wird nach dem Splitting-Verfahren ermittelt. Dabei wird für die Hälfte des gemeinsamen Einkommens die Steuer nach dem Einkommensteuertarif berechnet und die Steuer dann verdoppelt. Bei diesem Verfahren ergibt sich regelmäßig eine niedrigere Steuer als bei getrennter Veranlagung.

    Bei der getrennten Veranlagung werden jedem Ehegatten die von ihm bezogenen Einkünfte zugerechnet. Die als Sonderausgaben abzuziehenden Beträge werden bei dem Ehegatten berücksichtigt, der sie geleistet hat. Die zu berücksichtigenden außergewöhnlichen Belastungen und Steuerermäßigungsbeträge bei Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse/Dienstleistungen werden bei jedem Ehegatten zur Hälfte abgezogen, sofern die Ehegatten nicht eine andere Aufteilung wählen. Der Besteuerung wird der Einkommensteuertarif zugrunde gelegt.

    Bei der ab 2013 wählbaren Einzelveranlagung der Ehegatten werden Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und die Steuerermäßigung bei Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse/Dienstleistungen dem Ehegatten zugerechnet, der die Aufwendungen wirtschaftlich getragen hat. Auf übereinstimmenden Antrag der Ehegatten werden sie jeweils zur Hälfte abgezogen. Die Einzelveranlagung stellt eine signifikante Änderung gegenüber der getrennten Veranlagung nach altem Recht dar, welche sie ersetzt. Die Einzelveranlagung nach § 26a Abs. 2 EStG in der neuen Fassung ermöglicht nicht mehr die steueroptimierende freie Zuordnung verschiedener Kosten. Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und die Steuerermäßigung nach § 35a EStG werden demjenigen zugerechnet, der sie wirtschaftlich getragen hat. Aus Vereinfachungsgründen lässt die Neufassung bei übereinstimmendem Antrag der Ehegatten eine hälftige Zuordnung der Aufwendungen zu; in begründeten Einzelfällen reicht jedoch auch der Antrag des Ehegatten, der die Aufwendungen getragenen hat, aus. Die zumutbare Belastung (§ 33 EStG ) wird bei einzeln veranlagten Ehegatten nach dem Gesamtbetrag der Einkünfte des einzelnen Ehegatten bestimmt und nicht wie bei der getrennten Veranlagung nach dem Gesamtbetrag der Einkünfte beider Ehegatten.

    Bei der besonderen Veranlagung für den Veranlagungszeitraum der Eheschließung werden Ehegatten so behandelt, als ob sie diese Ehe nicht geschlossen hätten.

    Während Ehegatten bisher ihre bei Abgabe der Steuererklärung getroffene Wahl der Veranlagungsart bis zur Bestandskraft des betreffenden Steuerbescheids und auch im Rahmen von Änderungsveranlagungen beliebig oft ändern konnten, wird künftig die Wahl der Veranlagungsart durch Angabe in der Steuererklärung bindend und kann innerhalb eines Veranlagungszeitraums nach Eintritt der Unanfechtbarkeit des Steuerbescheids nach § 26 Abs. 2 Satz 4 i. F. d. StVereinfG 2011 nur noch dann geändert werden, wenn (kumulativ):

    • ein die Ehegatten betreffender Steuerbescheid aufgehoben, geГ¤ndert oder berichtigt wird,
    • die Г„nderung der Wahl der Veranlagung beim Finanzamt bis zum Eintritt der Bestandskraft des Г„nderungs- oder Berichtigungsbescheids mitgeteilt wird und
    • die Einkommensteuer der Ehegatten nach Г„nderung der Veranlagungsart niedriger ist, als sie ohne letzteres wГ¤re. Die Einkommensteuer der einzeln veranlagten Ehegatten ist hierbei zusammenzurechnen.

    Der Einkommensteuertarif

    Der Grundtarif

    Der Einkommensteuertarif, nach dem auch die Lohnsteuer berechnet wird, ist das Kernstück der Einkommensteuer. Nach ihm richtet sich grundsätzlich die vom Steuerpflichtigen aus seinem Einkommen zu tragende Einkommensteuer (Lohnsteuer). Der Aufbau des Einkommensteuertarifs wird wesentlich dadurch bestimmt, dass die Steuerbelastung sowohl dem Finanzbedarf des Staates als auch – unter dem Gesichtspunkt der steuerlichen Gerechtigkeit und aus sozialen Gründen – der Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen angepasst sein muss. Er ist wie folgt gestaltet:

    Von dem zu versteuernden Einkommen bleibt ein Grundfreibetrag steuerfrei; ab 2010 beträgt er 8.004 Euro/16.008 Euro (Ledige/Verheiratete). Für das über dem Grundfreibetrag liegende zu versteuernde Einkommen steigen die Steuersätze in zwei linear-progressiven Zonen von 14 Prozent (Eingangssteuersatz) bei einem zu versteuernden Einkommen von 8.005 Euro/16.009 Euro (Ledige/Verheiratete) bis auf 42 Prozent (Spitzensteuersatz) an. Ab 52.882 Euro/105.764 Euro (Ledige/Verheiratete) wird jeder Einkommenszuwachs gleichbleibend (sogenannte Proportionalzone) mit 42 Prozent besteuert. Seit dem Jahr 2007 gilt für besonders hohe zu versteuernde Einkommen ein um 3 Prozent erhöhter Steuersatz von 45 Prozent. Mit dem Tarif 2010 wurde die Grenze auf zu versteuernde Einkommen ab 250.731 Euro/501.462 Euro (Ledige/Verheiratete) festgelegt. In den beiden linear-progressiven Zonen steigt die Steuerbelastung des Einkommenszuwachses (Grenzbelastung) mit unterschiedlicher Steigung – linear an. Sie ist in der oberen Proportionalzone konstant. Die Steuerbelastung im Verhältnis zum gesamten zu versteuernden Einkommen (Durchschnittsbelastung) steigt mit wachsendem Einkommen und nähert sich für sehr hohe Einkommen dem Spitzensteuersatz.

    Bei außerordentlichen Einkünften können zur Vermeidung von Härten, die sich durch die Tarifprogression ergeben können, Tarifvergünstigungen in Anspruch genommen werden. Hierfür kommen insbesondere Einkünfte in Betracht, die einmalig zufließen (z. B. Entschädigungsleistungen, betriebliche Veräußerungsgewinne und bestimmte Einkünfte aus einer mehrjährigen Tätigkeit). Die Tarifvergünstigung ergibt sich dadurch, dass die außerordentlichen Einkünfte, die begünstigt werden, durch 5 geteilt werden und die dann hierauf entfallende Steuer mit 5 multipliziert wird (Fünftelregelung). Die Einkommensteuer nach der Fünftelregelung kann mit dem Abfindungsrechner berechnet werden.

    Der Splittingtarif

    Rechtsgrundlage für den Splittingtarif ist § 32a Abs. 5 EStG. Beim Splittingtarif handelt es sich um den normalen Einkommensteuertarif, wobei das Einkommen beider Ehegatten bzw. Lebenspartner zusammengerechnet und halbiert wird (Mittelung). Die darauf entfallende Einkommensteuer wird dann verdoppelt oder anders ausgedrückt: Bei Ehegatten bzw. Lebenspartnern, die nach den §§ 26, 26b zusammen zur Einkommensteuer veranlagt werden, beträgt die tarifliche Einkommensteuer das Zweifache des Steuerbetrags, der sich für die Hälfte ihres gemeinsam zu versteuernden Einkommens ergibt (Splitting-Verfahren). Durch die Mittelung des Einkommens können sich besonders bei großen Einkommensunterschieden zu Steuervorteilen durch den Progressionseffekte kommen. Voraussetzung für den Splittingtarif ist, dass Sie mit Ihrem Ehegatten bzw. Lebenspartner zusammen zur Einkommensteuer veranlagt werden. Für die Zusammenveranlagung müssen folgende Voraussetzungen vorliegen

    • rechtsgГјltige Ehe/ Lebenspartnerschaft
    • zusammenlebend (nicht dauernd getrennt lebend) und
    • ein Antrag auf Zusammenveranlagung

    Nur wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, wird der Splittingtarif angewendet. Zusammenlebend ist man, wenn Sie mindestens einen Tag mit Ihrem Ehegatten bzw. Lebenspartner zusammen gewohnt und eine wirtschaftliche Gemeinschaft gebildet haben. Auch wenn Sie unterschiedliche Wohnsitze hatten, können Sie zusammen gelebt haben. Es ist ausreichend, wenn die Voraussetzungen am Anfang des Steuerjahres vorlagen oder im Laufe des Steuerjahres eingetreten sind.

    Verwitwete Ehegatten können den Splittingtarif auch noch im folgenden Jahr nach dem Tod des Ehegatten/ Lebenspartners in Anspruch nehmen (sog. Gnadensplitting gem. § 32a Abs. 6 Satz 1 Nr. 1 EStG).

    Steuertipp: Das Ehegattensplitting soll Ehepaare steuerlich begГјnstigen. Am 6. Juni 2013 hat das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) entschieden, dass der Splittingtarif auch fГјr Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaften gilt und angeordnet, dass entsprechende Gesetzesregelungen rГјckwirkend zum 1. August 2001 zu Г¤ndern sind. Hier finden Sie das Urteil vom Bundesverfassungsgericht

    Der Splittingtarif wird auch beim Lohnsteuerabzug in den Steuerklassenkombinationen 3/5 und 4/4 steuermindernd berücksichtigt. Um die optimale Steuerklasse zu ermitteln können Sie unseren Steuerklassenrechner verwenden. Aus der Splittingtabelle leiten sich die monatlichen Lohnsteuertabellen für zusammenveranlagte Ehegatten ab. Wenn Sie wissen möchten, was Sie monatlich an Lohnsteuer entrichten bzw. einbehalten müssen, dann benötigen also nicht die Splittingtabelle oder Grundtabelle, sondern die Lohnsteuertabellen. Die Lohnsteuertabelle können Sie unter Lohnsteuertabelle-online kostenlos als PDF-Datei downloaden.

    Welchen Steuervorteil bringt das Ehegattensplitting und wann ist die Einzelveranlagung gГјnstiger?

    In der Regel ist die Zusammenveranlagung nach der Splittingtabelle steuerlich günstiger als die Einzelveranlagung. Das liegt vor allem daran, dass durch die Zusammenveranlagung nicht ausgenutzte Steuerfreibeträge bzw. auch Verlustvorträge vom anderen ausgenutzt werden können und der Steuersatz geringer ist, da die Einkommensteuer auf das gemittelte Einkommen berechnet wird und so der Steuertarif abgemildert wird. Der Steuervorteil durch das Splittingverfahren ist besonders hoch, wenn besonders hohe Einkommensunterschiede vorliegen, wie z.B. wenn ein Ehegatte/ Lebenspartner keine Einkünfte erzielt und der andere im Spitzensteuersatz liegt. Der maximale Splittingvorteil beträgt im Normalfall bei ca. 9.000 Euro und kann in Ausnahmefällen (Einkommen über 500.000 Euro) bei ca. 16.000 Euro.

    Berechnen Sie den Splittingvorteil: Grundtabelle vs. Splittingtabelle

    Im Ausnahmefall kann die getrennte Veranlagung (Besteuerung nach der Grundtabelle) steuerlich günstiger sein. Die getrennte Veranlagung kann günstiger sein, bei Vorsorgeaufwendungen, außergewöhnlichen Belastungen, Einkünften unter Progressionsvorbehalt und Verlustvorträgen. Sie sollten immer beide Steuerberechnungen durchführen und ggf. die getrennte Veranlagung beantragen. Hier erhalten Sie Hilfe von einem Steuerberater in Sachen Splittingtabelle.

    Antrag auf Zusammenveranlagung bei eingetragener Lebenspartnerschaft

    Seit dem 01.08.2001 können zwei Personen gleichen Geschlechts eine Lebenspartnerschaft nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz (LPartG) begründen. Das Rechtsinstitut der Lebenspartnerschaft ist zwar dem Rechtsinstitut der bürgerlichen Ehe i. S. v. Art. 6 GG, §§ 1303 ff. BGB nachempfunden, entspricht dieser aber nicht. Mit dem „Gesetz zur Beendigung der Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Gemeinschaften: Lebenspartnerschaften” vom 16.02.2001 ( BGBl 2001 I S. 266) ist eine Vielzahl von Rechtsvorschriften im Hinblick auf die Einführung der Lebenspartnerschaft angepasst worden. Steuerrechtliche Regelungen sind nicht Gegenstand dieses Gesetzes gewesen.

    Die §§ 26, 26b EStG ließen deshalb nach bisheriger Auffassung lediglich die Zusammenveranlagung von Ehegatten zu, setzten also das Bestehen einer bürgerlichen Ehe zwischen Personen unterschiedlichen Geschlechts voraus. Lebenspartnern i. S. d. LPartG stand die Zusammenveranlagung hiernach wegen des eindeutigen Wortlauts – ebenso wie die getrennte Veranlagung von Ehegatten nach § 26a EStG und die besondere Veranlagung im Jahr der Eheschließung nach § 26c EStG – nicht offen. Entsprechende Anträge waren deshalb abzulehnen und für die Lebenspartner Einzelveranlagungen durchzuführen. Aufgrund diverser anhängiger Verfahren bestanden bisher jedoch keine Bedenken, Einsprüche mit Zustimmung des Einspruchsführer nach § 363 Abs. 2 AO ruhen zu lassen und auf Antrag Aussetzung der Vollziehung zu gewähren (vgl. Anlage 1 Einzelheiten zur Behandlung eingetragener Lebenspartner im Veranlagungsverfahren).

    Mit dem am 06.06.2013 veröffentlichten Beschluss vom 07.05.2013 2 BvR 909/06 , 2 BvR 1981/06 , 2 BvR 288/07 hat das Bundesverfassungsgericht nunmehr entschieden, die Ungleichbehandlung von Verheirateten und eingetragenen Lebenspartnern in den Vorschriften der §§ 26, 26b, 32a Abs. 5 EStG zum Ehegattensplitting stelle eine am allgemeinen Gleichheitssatz des Art. 3 Abs. 1 GG zu messende mittelbare Ungleichbehandlung wegen der sexuellen Orientierung dar. Es hat diese Rechtsnormen daher mit Wirkung ab Inkrafttreten des Lebenspartnerschaftsgesetzes am 01.08.2001 als mit Art. 3 Abs. 1 GG für unvereinbar erklärt. Das BVerfG hat die den Verfassungsbeschwerden zu Grunde liegenden Urteile des BFH vom 26.01.2006 – III R 51/05 ( BStBl 2006 II S. 515), vom 20.07.2006 – III R 8/04 ( BStBl 2006 II S. 883) und vom 19.10.2006 – III R 29/06 (BFH/NV 2007 S. 663) aufgehoben und die Verfahren an den BFH zurückverwiesen und den Gesetzgeber verpflichtet, den festgestellten Verfassungsverstoß unverzüglich rückwirkend zum Zeitpunkt der Einführung des Instituts der Lebenspartnerschaft zu beseitigen.

    Im Sinne einer Übergangsregelung hat das BVerfG angeordnet, dass die §§ 26, 26b, 32a Abs. 5 EStG bis zum Inkrafttreten der geforderten gesetzlichen Neuregelung mit der Maßgabe anwendbar bleiben, dass auch eingetragene Lebenspartner , deren Veranlagungen noch nicht bestandskräftig durchgeführt sind, mit Wirkung ab dem 01.08.2001 unter den für Ehegatten geltenden Voraussetzungen eine Zusammenveranlagung und die Anwendung des Splittingverfahrens beanspruchen können. Der Lesben- und Schwulenverband Deutschland e. V. (LSVD) ruft von der Entscheidung des BVerfG betroffene Bürger dazu auf, „beim Finanzamt den Vollzug der Vollstreckung zu beantragen” und stellt entsprechende Musterschreiben zur Verfügung.

    Da die Umsetzung der Entscheidung jedoch noch einer näheren Prüfung bedarf, bitte ich zunächst wie folgt zu verfahren: Anträge auf Zusammenveranlagung eingetragener Lebenspartner dürfen ab sofort nicht mehr abgelehnt werden. Die Bekanntgabe von Steuerbescheiden auf der Grundlage einer Einzelveranlagung i. S. d. § 25 EStG ist nach der Entscheidung des BVerfG nicht mehr zulässig. Soweit betroffene Steuerpflichtige die Anwendung der Entscheidung in noch offenen Einkommensteuerveranlagungen beantragen, bitte ich diese zu informieren, dass die Umsetzung der Entscheidung erst nach Klärung der noch offenen Fragen erfolgen kann. Hierzu kann der als Anlage 3 beigefügte Text verwendet werden.

    In allen anhängigen Einspruchsverfahren ist Aussetzung der Vollziehung nach § 361 Abs. 2 AO zu gewähren, da die Unrechtmäßigkeit der Bescheide evident ist. Einkommensteuer-Vorauszahlungen sind nicht mehr auf der Basis der Ergebnisse einer Einzelveranlagung festzusetzen. Sie sind vielmehr an die Einkommensteuer anzupassen, die sich für den Veranlagungszeitraum voraussichtlich ergeben wird (§ 37 Abs. 3 Satz 3 EStG). Im maschinellen Verfahren ist eine Umsetzung derzeit nicht möglich.

    Gehen neue Anträge auf Vergabe der Steuerklassen III bis V ein, ist zunächst weiterhin nach der in der Anlage 2 beschriebenen Verfahrensweise vorzugehen. Dies bedeutet, dass die nach dem bisherigen Gesetzestext nur für Ehegatten vorgesehenen Steuerklassen im Wege der Aussetzung der Vollziehung gewährt werden, da die Entscheidung diese Thematik nicht unmittelbar behandelt.

    Anlage 3 Mustertext zur Umsetzung des Beschlusses des BVerfG vom 07.05.2013: Das Bundesverfassungsgericht hat mit seinem am 06.06.2013 veröffentlichten Beschluss vom 07.05.2013 2 BvR 909/06 , 2 BvR 1981/06 , 2 BvR 288/07 , entschieden, die Ungleichbehandlung von Verheirateten und eingetragenen Lebenspartnern in den Vorschriften der §§ 26, 26b, 32a Abs. 5 EStG zum Ehegattensplitting stelle eine am allgemeinen Gleichheitssatz des Art. 3 Abs. 1 GG zu messende mittelbare Ungleichbehandlung wegen der sexuellen Orientierung dar. Es hat diese Rechtsnormen daher mit Wirkung ab Inkrafttreten des Lebenspartnerschaftsgesetzes am 01.08.2001 als mit Art. 3 Abs. 1 GG unvereinbar erklärt und den Gesetzgeber verpflichtet, den festgestellten Verfassungsverstoß unverzüglich rückwirkend zum Zeitpunkt der Einführung des Instituts der Lebenspartnerschaft am 01.08.2001 zu beseitigen.

    Die Urteilsgrundsätze sind über den entschiedenen Einzelfall hinaus erst nach Veröffentlichung der Entscheidung im Bundesgesetzblatt anwendbar, vgl. § 31 Abs. 2 Bundesverfassungsgerichtsgesetz. Die Finanzverwaltung prüft derzeit die Möglichkeiten der Umsetzung der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts. Bis dahin bitte ich Sie um Geduld. Bezug: akt. Kurzinfo Est 48/2003 OFD Münster 21.1.2013

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    Источники: http://www.finanztip.de/gemeinsame-veranlagung/, http://www.vlh.de/wissen-service/steuer-abc/was-ist-das-ehegatten-splitting.html, http://www.splittingtabelle.de/

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