Einkommensteuer steuerklassen

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    Steuerklassen

    Mehr Netto im Monat mit der richtigen Steuerklasse

    • Zuletzt aktualisiert: 17. November 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bei Verheirateten oder eingetragenen Lebenspartnern kann sich eine geschickte Kombination der Lohnsteuerklassen positiv auswirken auf Arbeitslosen-, Kranken-, Mutterschafts- oder Elterngeld.
    • Ab 2018 werden Paare, die heiraten, automatisch in die Steuerklasse IV eingruppiert.
    • Ehegatten können verschiedene Kombinationen von Lohnsteuerklassen wählen. Durch eine günstige Zusammenstellung gibt es mehr Netto vom Gehalt.
    • Die Lohnsteuer ist immer eine Vorauszahlung. Die tatsächliche Steuerschuld wird erst errechnet, wenn Sie eine Steuererklärung abgeben. In den allermeisten Fällen lohnt es sich, eine Steuererklärung abzugeben. Im Durchschnitt erhalten Steuerzahler 900 Euro als Erstattung zurück.

    So gehen Sie vor

    • Zur Abgabe einer Steuererklärung sind Sie verpflichtet, wenn Sie die Kombination III/V oder IV/IV mit Faktorverfahren wählen.
    • Für das Faktorverfahren füllen den „Antrag auf Steuerklassenwechsel bei Ehegatten/Lebenspartnern“ aus.
    • Wer mit seiner Kombination unzufrieden ist, kann diese beim Finanzamt mit einem Antrag auf Steuerklasssenwechsel ändern. Bereits im Folgemonat muss der Arbeitgeber bei der Gehaltsabrechnung die neue Steuerklasse berücksichtigen.
    • Ab 2018 kann ein Ehegatte mit der Steuerklasse III oder V ohne Zustimmung seines Partners einen Wechsel der Steuerklasse beantragen. Beide haben dann die Klasse IV.
    • Im Jahr der Trennung können sich Paare noch gemeinsam veranlagen lassen und profitieren vom Splittingtarif für Verheiratete (Sondersplitting).

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Jeder hat bestimmt schon einmal gehört, dass Paare „aus Steuergründen“ heiraten. Aber was genau bedeutet das? In diesem Ratgeber erklären wir, wie Ehepaare oder eingetragene Lebenspartner mit der Wahl der richtigen Lohnsteuerklassen Geld sparen können.

    Was ist die elektronische Lohnsteuerkarte?

    Während es früher die klassische Lohnsteuerkarte aus Pappe gab, sind die steuerrelevanten Informationen eines Arbeitnehmers nun auf der elektronischen Lohnsteuerkarte gespeichert. Dazu gehören die Steuerklasse, Ihre Freibeträge und eine eventuelle Kirchensteuerpflicht. Man nennt das auch die „elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale“, kurz Elstam.

    Drei Klassenkombinationen für Ehepaare

    Vor allem Verheiratete und eingetragene Lebenspartner sollten sich mit den Lohnsteuerklassen auseinandersetzen, denn im Gegensatz zu Singles können sie wählen, zu welcher sie gehören wollen. Durch eine geschickte Kombination bekommen sie mehr Netto. Außerdem können optimale Lohnsteuerklassen das Arbeitslosen-, Kranken- und Mutterschaftsgeld erhöhen. Allerdings sind hier bestimmte Fristen einzuhalten. Mit dem Lohn- und Einkommensteuerrechner des Bundesfinanzministeriums lässt sich leicht herausfinden, welche Steuerklassenkombination am günstigsten ist.

    Berufstätige erhalten nach der Hochzeit zunächst automatisch die Steuerklassen IV und IV. Ab 2018 wird diese Zuordnung auf alle ausgeweitet, die heiraten. Das heißt, selbst wenn nur einer der Ehegatten arbeitet, bekommen beide zunächst die Steuerklasse IV. Wenn das für Sie ungünstig ist, sollten Sie wechseln. Dafür müssen Sie beim Finanzamt einen Antrag auf Steuerklassenwechsel stellen. Möglich ist das grundsätzlich einmal im Jahr bei Ihrem zuständigen Finanzamt – und zwar spätestens bis zum 30. November.

    Berufstätige Ehegatten und Lebenspartner, die beide unbeschränkt steuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben, können für den Lohnsteuerabzug wählen,

    • ob sie beide in die Steuerklasse IV eingeordnet werden wollen,
    • ob der besser Verdienende nach Steuerklasse III und der andere nach Klasse V besteuert werden soll oder
    • ob sie die Steuerklassen-Kombination IV/IV mit Faktor wählen.

    Bedenken Sie: Wenn Sie die Variante III/V oder IV mit Faktor wählen, sind Sie zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet. In den allermeisten Fällen lohnt es sich ohnehin, eine Steuererklärung abzugeben.

    Neu ab 2018 ist außerdem, dass ein Ehegatte mit der Steuerklasse V oder III allein einen Steuerklassenwechsel beantragen kann. Dazu ein Beispiel: Der schlechter verdienende Partner arbeitet Teilzeit und hat in der Steuerklasse V so hohe Steuerabzüge, dass er nur über geringe eigene Einkünfte verfügt. Um bereits im nächsten Monat einen höheren monatlichen Nettolohn zu erhalten, genügt es, beim Finanzamt einen Antrag auf Steuerklassenwechsel zu stellen. Die Unterschrift des anderen Partners ist nicht erforderlich. Beide Ehegatten werden dann in der Steuerklasse IV eingruppiert.

    Für Ehe- und Lebenspartner hat die Finanzverwaltung in einem Merkblatt Informationen zur Steuerklassenwahl 2018 veröffentlicht. Das für einen Steuerklassenwechsel beim Finanzamt einzureichende Formular finden Sie online im Formular-Management der Finanzverwaltung. Es heißt "Antrag auf Steuerklassenwechel bei Ehegatten/Lebenspartnern".

    Eingetragene Lebenspartner seit November 2015 automatisch in Steuerklasse IV/IV

    Eingetragene gleichgeschlechtliche Lebenspartner sind Ehepaaren steuerlich gleichgestellt. Bislang erhielten sie nicht automatisch die Kombination IV/IV. Sie mussten eine Änderung ihrer Lohnsteuerklassen gesondert beim Finanzamt beantragen. Seit November 2015 übermitteln die Ämter auch bei eingetragenen Lebenspartnern die Daten, die die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale generieren. Folglich wird auch für diejenigen, die ab November 2015 ihre Partnerschaft neu eingetragen haben, die Kombination IV/IV gebildet. Wünschen Sie eine andere Kombination, so müssen Sie dies beim Finanzamt beantragen.

    Wer seinem Arbeitgeber nicht offenbaren möchte, dass er in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt, kann die ungünstigere Steuerklasse I wählen. Das Landesamt für Rheinland-Pfalz weist darauf hin, dass die Datenübermittlung an den Arbeitgeber so erfolgt, dass keine Rückschlüsse auf den Familienstand möglich sind.

    Wann lohnt sich das Faktorverfahren?

    Ehe- oder Lebenspartner mit unterschiedlich hohen Gehältern wählen häufig die Steuerklassen-Kombination III/V. Das hat jedoch den Nachteil, dass derjenige mit Klasse V verhältnismäßig hohe Abzüge hat, weil zum Beispiel beide Grundfreibeträge nur dem in Steuerklasse III besteuerten Partner zugutekommen. Stehen Sie vor diesem Problem, sollten Sie besser die Lohnsteuerklassen IV/IV mit Faktor nehmen. Dadurch werden bei jedem Partner die ihm zustehenden Freibeträge schon beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt.

    Vorteil des Faktorverfahrens ist eine gerechtere Verteilung der Lohnsteuerlast auf beide Partner – anders als bei der Kombination III/V. Besonders für den geringer Verdienenden – oft ist das die Ehefrau – bringt der Faktor mehr Netto.

    Gleichzeitig ist bei diesem Verfahren die Differenz zwischen Lohnsteuerabzug im Laufe des Jahres und Steuerschuld am Jahresende besonders gering. So muss man keine hohe Steuernachzahlung befürchten, eine Rückzahlung vom Finanzamt fällt aber auch allenfalls gering aus.

    Die abgezogene Lohnsteuer wird zusätzlich durch einen Faktor gemindert – wie im Splittingverfahren. Dieser Faktor wird individuell berechnet und muss immer kleiner als 1 sein.

    Um das Faktorverfahren in Anspruch zu nehmen, muss das Paar gemeinsam einen formlosen Antrag beim Finanzamt stellen und dabei die voraussichtlichen Arbeitslöhne des Kalenderjahrs angeben. Alternativ kann es den "Antrag auf Steuerklassenwechsel bei Ehegatten/Lebenspartnern" ausfüllen und abgegeben. Das Faktorverfahren muss jährlich neu beantragt werden; wer es nutzt, ist zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Mehr hierzu lesen Sie in unserem Ratgeber Faktorverfahren.

    Mehr Elterngeld durch Wechsel der Lohnsteuerklasse

    Die Höhe des Elterngeldes ergibt sich aus dem durchschnittlich erzielten Gehalt der letzten zwölf Monate vor der Geburt des Kindes. Erwarten Sie ein Kind, sollte der Elternteil, der das Kind nach der Geburt überwiegend betreut, frühzeitig die Steuerklasse III wählen. Dadurch erhöht sich das Nettoeinkommen. Werdende, verheiratete Mütter oder Väter können so mehr Elterngeld bekommen. Der Antrag auf den Steuerklassenwechsel muss allerdings bis sieben Monate vor Beginn des Mutterschutzes beantragt werden. Mehr dazu lesen Sie in unserm Ratgeber Elterngeld.

    Auch andere Sozialleistungen wie der Zuschuss zum Mutterschaftsgeld, das Arbeitslosen-, Kurzarbeiter-, Insolvenz-, Kranken-, Unterhalts- oder Überbrückungsgeld orientieren sich am Nettolohn. Wer beispielsweise in der ungünstigen Steuerklasse V ist und bald mit seiner Arbeitslosigkeit rechnen muss, der sollte frühzeitig den Wechsel in die Steuerklasse III beantragen. Es gelten für die Sozialleistungen jeweils unterschiedliche Fristen, damit eine Änderung der Klasse berücksichtigt werden kann.

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    Insolvenz eines Ehegatten

    Ist Ihr Ehepartner insolvent oder wird sein Gehalt gepfändet, können Sie mit dem Wechsel der Lohnsteuerklasse sparen. Wählen Sie die Kombination so, dass der andere die größere Steuerlast trägt. Das ist gesetzlich ausdrücklich erlaubt (FG Münster, Urteil vom 4. Oktober 2012, Az. 6 K 301/10 E).

    Wer gehört in welche Steuerklasse?

    Steuerklasse I: Sie gilt für ledige und geschiedene Arbeitnehmer, bei eingetragenen Lebenspartnerschaften sowie auch für verheiratete Angestellte, die von ihrem Ehepartner dauernd getrennt leben. Verwitwete Arbeitnehmer gehören ebenfalls in diese Kategorie – allerdings erst ab dem zweiten Jahr nach dem Tod des Ehepartners. In die Steuerklasse I fallen auch Arbeitnehmer, die beschränkt einkommensteuerpflichtig sind, weil sie zum Beispiel in Deutschland Einkommen erzielen, aber dauerhaft im Ausland leben.

    Steuerklasse II: Dazu gehören alle in Steuerklasse I genannten Personen, sofern sie alleinerziehend sind. Voraussetzung ist, dass in Ihrem Haushalt mindestens ein Kind lebt, für das Sie einen Kinderfreibetrag oder Kindergeld bekommen. Ist das Kind bei mehreren Personen gemeldet, steht der Entlastungsbetrag demjenigen zu, der das Kindergeld erhält. Lebt der Arbeitnehmer in einer eheähnlichen Lebensgemeinschaft oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, gilt diese Regelung nicht. Wäre dies der Fall, müsste dies auf dem Formular „Versicherung zum Entlastungsbetrag für Alleinerziehende“ angegeben werden.

    Steuerklasse IV mit Faktor: Seit 2010 gibt es die Möglichkeit, die Steuerklassenkombination IV/IV mit Faktor zu wählen. Das Faktorverfahren soll dafür sorgen, dass die Lohnsteuerlasten innerhalb einer Ehe oder eingetragenen Lebenspartnerschaft gerechter verteilt sind. Diese Kombination kann jährlich neu beantragt werden. In diesem Fall ist jedoch auf jeden Fall eine Steuererklärung abzugeben.

    Steuerklasse V: Ehegatten und Lebenspartner fallen an Stelle der Steuerklasse IV in diese Rubrik, wenn der andere Ehegatte in die Steuerklasse III eingeordnet wird.

    Steuerklasse VI: Wer als Arbeitnehmer einen zweiten oder dritten Job antritt, landet automatisch in der Steuerklasse VI. Hier sind die Abzüge am höchsten, weil keinerlei Freibeträge berücksichtigt werden. Sie können aber selbst festlegen, für welche Ihrer Tätigkeiten die Steuerklasse VI angewendet werden soll.

    Minijobber, also Arbeitnehmer mit maximal 450 Euro monatlichen Lohn, benötigen keine Steuerkarte.

    Der Vorteil des Ehegattensplittings

    Wer verheiratet ist oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt, kann vom sogenannten Ehegattensplitting bei der Zusammenveranlagung profitieren. In den meisten Fällen ist die zu zahlende Einkommensteuer niedriger als bei der Einzelveranlagung. Die Vorteile wirken sich allerdings erst nachträglich aus.

    Grund: Die Lohnsteuer ist eine Vorauszahlung und wird zunächst getrennt von beiden Gehältern abgezogen. Das Finanzamt führt die Arbeitslöhne erst nach Ablauf des Jahres zusammen. Deshalb besteht bei der Steuerklassen-Kombination III/V die Pflicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung. Erst danach ergibt sich die zutreffende Jahressteuer und es kann zu Steuernachzahlungen oder -erstattungen kommen. Je größer die Differenz beim Einkommen der Ehepartner oder eingetragenen Partner, desto höher ist der finanzielle Vorteil, der sich aus einer gemeinsamen Veranlagung im Vergleich zur Einzelveranlagung ergibt.

    Das Finanzamt kann Einkommensteuervorauszahlungen festsetzen, wenn damit zu rechnen ist, dass die Jahressteuerschuld mindestens 400 Euro höher ist als die einzubehaltende Lohnsteuer. Für die Wahl der günstigsten Steuerklasse prüfen Sie mit dem Lohn- und Einkommensrechner des Bundesfinanzministeriums, bei welcher Kombination sich in Ihrem Fall insgesamt der geringste Steuerabzug ergibt.

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    Trennung und Scheidung

    Sobald ein Paar dauernd getrennt lebt, müssten beide grundsätzlich in die Steuerklasse I. Im Jahr der Trennung können beide Partner jedoch ihre Steuerklasse noch bis zum Jahresende behalten – egal, ob die Trennung am 1. Januar oder am 31. Dezember erfolgte. Ab dem 1. Januar des Folgejahres haben „dauernd getrennt“ lebende Ehepartner definitiv die Steuerklasse I. Lebt ein Kind im Haushalt eines der beiden Getrennten, dann gilt die Steuerklasse II, sofern das Kind auch dort gemeldet ist.

    Im Trennungsjahr kann noch gemeinsam veranlagt werden, wenn einer der Eheleute das verlangt, und seinem Ex-Partner den daraus entstehenden Steuernachteil ersetzt – allerdings erst ab dem Zeitpunkt der Trennung.

    Beispiel: Ein Ehepaar trennt sich am 30. Dezember 2016. Bisher hatte der Mann Steuerklasse III, seine Frau die V. Sie beantragt beim Finanzamt für das Jahr 2016 die getrennte Veranlagung. Auf Verlangen ihres Noch-Gatten muss sie aber einer gemeinsamen Veranlagung zustimmen. Im Gegenzug muss er ihr ihren Steuernachteil erstatten – und zwar ab dem Zeitpunkt, als sie diesen erlitten hat. Würde die Ehefrau also zum Beispiel bei getrennter Veranlagung eine Steuererstattung bekommen, und fällt diese bei gemeinsamer Veranlagung weg, dann muss der Ehemann ihr diesen Betrag auszahlen. In der Regel profitiert aber der Mann trotzdem von der getrennten Veranlagung.

    Oft sind jedoch beide so zerstritten, dass jeder eine getrennte Veranlagung macht. Das kann jedoch bei größeren Einkommensunterschieden zwischen den Ex-Partnern ein unnötiges Geschenk an den Fiskus sein.

    Versöhnungsversuch

    Sobald ein Ehepaar dem Finanzamt mitteilt, dass es versucht habe, wieder miteinander zu leben, gilt es nicht (mehr) als dauernd getrennt lebend. Konsequenz: Sie können gemeinsam veranlagt werden. Auch mehrere Versöhnungsversuche können vorkommen; sie müssen dem Finanzbeamten aber plausibel vermittelt werden.

    Wird die Ehe schließlich geschieden, sind die Eheleute auch steuerlich getrennt. Problematisch kann es werden, wenn Steuerrückerstattungen zu erwarten sind. Diese werden auf beide Köpfe verteilt, abhängig davon, wie viele Steuern jeder unterjährig abgeführt hat. Selbstverständlich muss das Finanzamt die – eventuell neuen – Kontoverbindungen erfahren, auf die es die Beträge überweisen soll.

    Antrag beim Finanzamt stellen

    Wenn eine Steuerrückerstattung zu erwarten ist, berechnen Sie diese am besten mit Hilfe eines Steuerberaters oder Lohnsteuerhilfevereins. Stellen Sie dann beim Finanzamt frühzeitig einen Antrag, Ihren Anteil aufgrund der bereits gezahlten Einkommen- oder Lohnsteuer auf Ihr Konto zu überweisen. Sie können sich mit Ihrem Ex-Partner auch auf eine andere Verteilung der Rückerstattung einigen. Teilen Sie dann dieses Ergebnis dem Finanzamt schriftlich mit – mit beiden Unterschriften.

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    Artikel verfasst von

    Finanztip-Experte für Steuern

    Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

    ehemalige Finanztip-Redakteurin (bis 2015)

    Andrea Wekenborg verfasste für Finanztip Artikel im Ressort Recht & Steuern. Ihre Begeisterung für Verbraucherthemen entdeckte sie in der Ombudsredaktion der Berliner Zeitung. Später schrieb sie fünf Jahre für einen Online-Finanzvergleich über Versicherungen, Konten und Steuern. Zudem war sie bereits beim Verbraucherzentrale Bundesverband tätig.

    Einkommensteuer: Paare müssen die richtige Steuerklasse wählen

    Einkommensteuer : Paare müssen die richtige Steuerklasse wählen

    Kombinieren Verheiratete ihre Steuerklassen richtig, können sie ihr Einkommen aufbessern. Sie sollten das aber gut durchrechnen – um Überraschungen wie etwa eine Nachzahlung zu vermeiden.

    Mit dem Ja-Wort beginnt für Paare ein neuer Lebensabschnitt. Das gilt auch für ihr Verhältnis zum Finanzamt: Ehegatten, die einer abhängigen Beschäftigung nachgehen, wechseln mit dem Familienstand auch die Steuerklasse. Während Singles und Geschiedene Klasse I, Nebenjobber Klasse VI und Alleinerziehende Klasse II haben, sortiert das Finanzamt Vermählte in Klasse IV ein.

    Dieser Wechsel ist für die meisten kaum spürbar: „Der Arbeitgeber zieht in Steuerklasse IV exakt so viel Lohnsteuer ab wie vorher in Klasse I“, erläutert Wolfgang Wawro, Sprecher des Steuerberaterverbandes Berlin-Brandenburg. „Am Nettoeinkommen ändert sich dadurch nichts.“ Da jedoch Ehepaare steuerliche Vorteile genießen, ist der Abzug in vielen Fällen zu hoch. Verheiratete dürfen deshalb eine für sie günstigere Kombination der Steuerklassen wählen.

    Anteil am Einkommen entscheidet

    Um Missverständnisse zu vermeiden: Niemand kann dadurch auf Dauer Geld hinzugewinnen oder verlieren. Denn bei der Steuererklärung wird die Lohnsteuer mit der tatsächlich fälligen Einkommensteuer verrechnet. Deren Höhe ist unabhängig von der Steuerklassen-Kombination. War der monatliche Steuerabzug zu hoch, winkt eine Erstattung, andernfalls droht eine Nachzahlung.

    „Welche Kombination die optimale ist, hängt vom Anteil ab, den jeder Partner zum Haushaltseinkommen beiträgt“, sagt Wawro. Verdienen beide Partner in etwa dasselbe, entspricht der Abzug in Kombination IV/IV ungefähr der Einkommensteuer. Macht das Paar mit seiner Steuererklärung dann noch persönliche Freibeträge geltend, kann es sich sogar auf eine Erstattung freuen. „Bringt dagegen ein Partner deutlich mehr Geld nach Hause, führt die Kombination IV/IV zu einem viel zu hohen Abzug“, warnt Wawro. „Das Paar gewährt dem Finanzamt dann bis zur Erstattung einen zinslosen Kredit.“

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    Vor- und Nachteile : Was bringt die vorausgefüllte Steuererklärung?

    In solchen Fällen lohnt sich ein Wechsel in die Kombination III/V. Der Besserverdiener bekommt Klasse III mit deutlich geringerer Lohnsteuer, der andere Klasse V. Hier ist der Abzug zwar höher – insgesamt bleibt jedoch mehr übrig. Auch eingetragene Lebenspartner können Klasse III beanspruchen – allerdings nur vorläufig und bis zu einer höchstrichterlichen Klärung. In jedem Fall gilt: Je größer die Differenz, desto größer der Vorteil.

    Wann die Kombi IV/IV plus Faktor lohnt

    Trägt jedoch ein Partner mehr als 60 Prozent zum Haushaltseinkommen bei, wird zu wenig Lohnsteuer abgezogen. Damit dem Staat kein Geld durch die Lappen geht, müssen Ehepaare mit Kombination III/V eine Steuererklärung abgeben, die meist zu einer Nachzahlung führt.

    „Paare, die eine Nachzahlung vermeiden wollen, sollten einen Wechsel in die Kombination IV/IV plus Faktor erwägen“, sagt Kai Bernhardt, Sprecher der Oberfinanzdirektion Niedersachsen in Hannover. „Hier wird jedem Partner so viel Lohnsteuer abgezogen, wie es seinem Anteil am Haushaltseinkommen entspricht.“ Der Arbeitgeber berücksichtigt bei beiden die persönlichen Freibeträge: Grundfreibetrag, etwaige Kinderfreibeträge sowie Werbungskosten- und Vorsorgepauschale. Der Besserverdiener bekommt dann im Vergleich zu Klasse III mehr abgezogen, während für den anderen die Belastung sinkt.

    Außerdem teilt das Finanzamt die voraussichtliche Einkommensteuer beider Partner laut Splitting-Tarif durch deren voraussichtliche Lohnsteuer in Klasse IV. Ist das Ergebnis kleiner als 1, wird es auf drei Nachkommastellen genau mit der Steuerklasse IV gespeichert. Der Arbeitgeber multipliziert den „Faktor“ dann mit der Lohnsteuer, die sich entsprechend verringert.

    Einmal im Kalenderjahr wechseln

    Ehepaare können die Steuerklassen einmal im Kalenderjahr wechseln, wenn sie bis spätestens 30. November beim zuständigen Finanzamt einen Antrag stellen. „Dieses speichert dann die neuen Steuerklassen in der elektronischen Lohnsteuerkarte“, erklärt Kai Bernhardt. Doch bislang rufen längst nicht alle Unternehmen die darin gespeicherten Daten elektronisch ab – bis Ende 2013 läuft die Übergangsfrist. „Um sicherzustellen, dass der Arbeitgeber die neuen Steuerklassen ab dem Folgemonat berücksichtigt, sollten Ehepartner ihm die Bescheinigung des Finanzamtes vorlegen.“

    Eine besondere Rolle spielt die Steuerklassenwahl für Ehegatten, die Lohnersatzleistungen beziehen. Deren Höhe wird auf der Basis des bisherigen Nettoeinkommens ermittelt. Beispiel Elterngeld: In der Regel nimmt die Frau mehr Elterngeld-Monate in Anspruch als der Mann, hat aber zuvor weniger verdient. Durch einen Wechsel in Klasse III kann sie sich ein höheres Elterngeld sichern. Während das Bundesfamilienministerium diesen Weg zunächst verbauen wollte, sah das Bundessozialgericht darin keinen Rechtsmissbrauch (Az.: B 10 EG 3/08 R).

    Anders sieht es bei einem Jobverlust aus: Wer dann schnell noch in Klasse III wechselt, blitzt bei der Arbeitsagentur ab. Diese berechnet das Arbeitslosengeld I auf der Basis der Steuerklasse, die zu Beginn des betreffenden Jahres galt. Einen Wechsel akzeptiert die Agentur nur, wenn die neue Steuerklassen-Kombination dem tatsächlichen Verhältnis der Einkommen entspricht oder zu einer niedrigeren Auszahlung führt. (dpa/tmn)

    Lohnsteuertabelle & Einkommensteuertabelle in Цsterreich 2017

    Alle Informationen zur Lohnsteuertabelle, den AVAB-Beitrдgen und den Grenzsteuersдtzen in Цsterreich finden Sie hier!

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    Lohnsteuertabelle & Steuerklassen

    Lohnsteuer: Die Lohnsteuertabelle enthält alle Steuerklassen für unselbstständige Beschäftigte in Österreich. Sie dient zur Berechnung der Lohnsteuer auf Basis des Bruttogehalts oder Bruttolohns. Die Tabelle zeigt zudem die AVAB-Beiträge pro Kind je Steuerklasse und Grenzsteuersatz.

    Sie können Ihr Gehalt, sowie den Sozialversicherungsbeitrag (SV-Beitrag) und die Lohnsteuer ganz einfach mit dem Brutto-Netto-Rechner online berechnen.

    Lohnsteuer-Bemessungsgrundlagen 2017

    *Gehalt pro Monat ohne SV-Beitrag

    Lohnsteuerklassen 2017

    • Jahreseinkommen bis zu 11.000 € – 0%
    • von 11.000 € bis 18.000 € – 25%
    • von 18.000 € bis 31.000 € – 35 % Steuern
    • von 31.000 € bis 60.000 € – 42 % Steuern
    • von 60.000 € bis 90.000 € – 48 % Steuern
    • von 90.000 € bis 1.000.000 € – 50 % Steuern
    • Jahreseinkommen ab 1.000.000 € – 55 % Steuern

    Einkommensteuertabelle

    Die Einkommensteuertabelle enthält alle Grenzsteuersätze je Einkommen bzw. Tarifstufe in Österreich.

    Einkommensteuer-Grenzen und Bemessungen:

    Sie können Ihr Gehalt, sowie den Sozialversicherungsbeitrag (SV-Beitrag) und die Lohnsteuer ganz einfach mit dem Einkommensteuerrechner! (Zur Berechnung der Lohnnebenkosten können Sie die weiteren kostenlosen Online-Rechner verwenden.)

    Steuerreform

    Seit der Steuerreform 2016 gibt es in Österreich neue Steuersätze und eine neue Berechnung der Lohnsteuer. Diese sind in diesen Tabellen bereits berücksichtigt. Vor allem Geringverdiener und Durchschnittsverdiener spüren diese Änderungen positiv auf ihrem Lohnzettel. Spitzenverdiener hingegen müssen mehr Lohn- und Einkommensteuer entrichten (Bsp.: Millionäre +5% pro Jahr).

    Weitere Informationen zur Arbeitnehmerveranlagung (Lohnsteuerausgleich) in Österreich, den Sie beim Finanzamt durchführen müssen, finden Sie hier!

    Источники: http://www.finanztip.de/lohnsteuer-steuerklasse/, http://mobil.ksta.de/wirtschaft/einkommensteuer-paare-muessen-die-richtige-steuerklasse-waehlen-1704644, http://www.finanz.at/steuern/lohnsteuertabelle/

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