Einkommensteuer versicherungen

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    Einkommensteuer versicherungen

    Versicherungen als Sonderausgaben

    • Zuletzt aktualisiert: 13. Dezember 2012
    • Von: Finanztip-Redaktion

    In unserem ABC der Versicherungsbeiträge finden Sie die Versicherungen, die ggf. im Rahmen der Sonderausgaben Berücksichtigung finden können. Wenn Sie unsicher sind, sollten Sie alle Versicherungen in voller Höhe ansetzen. Den Höchstbetrag berechnet das Finanzamt automatisch. Tipp: Aufgrund der zumeist bereits ausgeschöpften Sonderausgaben-Höchstbeträge empfiehlt es sich, rein berufliche Versicherungen, die vom Arbeitgeber nicht übernommen werden, als Werbungskosten geltend zu machen.

    Einschränkung der Sonderausgaben seit dem Jahr 2010

    Wegen der besseren steuerlichen Absetzbarkeit der Krankenkassenbeiträge in der Steuererklärung entfällt für viele Steuerzahler ab dem Jahr 2010 zumindest teilweise der Abzug von so genannten sonstigen Vorsorgeaufwendungen und Beiträgen zu "anderen Versicherungen" (siehe hierzu bei Bedarf auch den Artikel zum Bürgerentlastungsgesetz). Die "teilweise Abschaffung" des Sonderausgabenabzugs ab dem Jahr 2010 für sonstige Vorsorgeaufwendungen und andere Versicherungen schränkt die nachstehende Liste deutlich ein.

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    Versicherungsbeitrag als Sonderausgaben bzw. Werbungskosten

    Beiträge zu bestimmten Versicherungen können als Sonderausgaben vollständig oder nur bis zu einem Höchstbetrag steuermindernd geltend gemacht werden. Beispiel: Beiträge zu einer Unfallversicherung, die ausschließlich berufliche Unfälle absichert, sind als Werbungskosten abziehbar und die Versicherungsprämie können daher auf der Anlage N der Steuererklärung eingetragen werden. Sichert die Unfallversicherung private Risiken ab, können die Beiträge lediglich als Sonderausgaben abgezogen werden.

    Im Absatz zu "Versicherungsbeitrag als Sonderausgaben bzw. Werbungskosten" wurde bereits deutlich, worin der Unterschied beim Abzug der Aufwendungen in der Steuererklärung liegt. Andere Vorsorgeaufwendungen können wegen der besseren steuerlichen Absetzbarkeit der Krankenkassenbeiträge in der Steuererklärung häufig nicht mehr berücksichtigt werden. Die folgende Checkliste nennt alle wichtigen Versicherungen, an denen sich das Finanzamt unter den vorgenannten Einschränkungen ggf. beteiligt:

    • Arbeitnehmer-Beiträge zur Sozial-Versicherung
    • Arbeitslosen-Versicherung
    • Ausbildungs-Versicherung
    • Aussteuer-Versicherung
    • Berufsunfähigkeits-Versicherung
    • Erbschaftssteuer-Versicherung
    • Familien-Haftpflicht-Versicherung
    • Freiwillige Beiträge zur Sozialversicherung
    • Haftpflicht-Versicherung
    • Hundehalter-Haftpflicht-Versicherung
    • Jagd-Haftpflicht-Versicherung
    • Kapital-Lebens-Versicherung (Sonderregelung!)
    • Kfz-Haftpflicht-Versicherung
    • Knappschafts-Versicherung
    • Krankenhaus-Finanzierungs-Beitrag
    • Krankenhaus-Tagegeld-Versicherung
    • Kranken-Tagegeld-Versicherung
    • Kranken-Versicherung
    • Lebens-Versicherung (Sonderregelungen!)
    • Loss-of-Licence-Versicherung
    • Pensionskasse
    • Pflege-Versicherung
    • Pflichtbeiträge Selbständiger zur beruflichen Versorgungseinrichtung
    • Praxisgründungs-Versicherung
    • Privat-Haftpflicht-Versicherung
    • Reise-Kranken-Versicherung
    • Reise-Unfall-Versicherung
    • Renten-Versicherung (Sonderregeln!)
    • Risiko-Lebens-Versicherung
    • Sozial-Versicherung
    • Sterbekasse
    • Tier-Haftpflicht-Versicherung
    • Todesfall-Versicherung
    • Unfall-Versicherung
    • Versorgungskasse
    • Waisenkasse
    • Witwenkasse
    • Zusatzbeiträge

    Hinweis: Für Kapital-Lebens-Versicherungen gelten komplizierte Sonderregeln. Im Zweifelsfall alle Beiträge ansetzen und Reaktion des Finanzamtes abwarten.

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    Die Experten für Verbraucherfinanzen

    Die Finanztip-Redaktion besteht aus einem Team von Experten, die völlig unabhängig für Sie recherchieren, damit Sie die beste Entscheidung treffen können. Die Experten arbeiten in den Teams Bank & Geldanlage, Versicherung & Vorsorge, Recht & Steuern sowie Energie/Reise/ Mobilität & Medien. Bei der Wahl der Zeitschrift „Wirtschaftsjournalist“ zur Wirtschaftsredaktion des Jahres belegte die Redaktion 2015 den zweiten Platz.

    Einkommensteuer-Tipps: Was Steuerzahler alles absetzen können

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    Versicherungsbeiträge: Wenn Sie sich ausschließlich gegen berufliche Risiken absichern, können Sie Ihre Versicherungsbeiträge vollständig als Werbungskosten absetzen. Das trifft z. B. auf die Berufshaftpflichtversicherung zu. Viele Versicherungen decken aber sowohl berufliche als auch private Risiken ab. Ob Unfall-, Rechtsschutz- oder kombinierte Berufs- und Privathaftpflichtversicherung: Bei diesen Versicherungen teilen Sie die Beiträge in einen beruflichen und einen privaten Anteil auf. Dabei können Sie pauschal mindestens 50 Prozent als Werbungskosten absetzen. Um höhere berufliche Anteile geltend zu machen, müssen Sie sich von Ihrer Versicherungsgesellschaft bescheinigen lassen, welcher Beitragsanteil auf die berufliche Absicherung entfällt. Bei beruflicher Veranlassung einer Reise können Sie übrigens auch die Kosten einer Reisegepäckversicherung als Reisenebenkosten ansetzen.

    Telefon & Internet: Ihre Telefonrechnung und die Internet-Flatrate können Sie ebenfalls bei den Werbungskosten unterbringen, soweit sie beruflich veranlasst sind. Dabei haben Sie zwei Möglichkeiten: Anhand der Rechnungsbeträge können Sie den Anteil der beruflich veranlassten Kosten an den Gesamtkosten für einen repräsentativen Zeitraum von drei Monaten einzeln nachweisen. Das Finanzamt wird dann daraus einen monatlichen Durchschnittsbetrag als beruflichen Anteil für das ganze Jahr 2009 zugrunde legen.

    Wenn bei Ihnen erfahrungsgemäß beruflich veranlasste Telefon- und Internetkosten anfallen, können Sie auch ohne Nachweis einfach bis zu 20 Prozent des Rechnungsbetrags, höchstens allerdings 20 Euro, monatlich als Werbungskosten absetzen. Als Begründung für die berufliche Veranlassung der Kosten kann z. B. eine Bescheinigung Ihres Arbeitgebers dienen. Falls Ihnen Ihr Arbeitgeber Telefon- und Internetgebühren steuerfrei ersetzt hat, mindert das den als Werbungskosten abziehbaren Betrag.

    Fortbildung: Berufliche Fortbildungskosten, z. B. für Seminare, Kurse und Lehrgänge, können Sie in voller Höhe als Werbungskosten absetzen. Sie müssen nur nachweisen, wie teuer die Veranstaltung war und welchen Inhalt sie hatte. Vergessen Sie nicht, auch Fahrt- und etwaige Übernachtungskosten anzugeben!

    Bei (mehrtägigen) Kongressen/Seminaren an touristisch attraktiven Orten wittert das Finanzamt meist eine nicht unerhebliche private Mitveranlassung. In diesen Fällen sollten Sie nachweisen können, dass das Seminarprogramm möglichst einen ganzen Tag (zumindest aber sechs bis sieben Unterrichtsstunden) umfasste und der Teilnehmerkreis auf Ihre Berufsgruppe zugeschnitten war.

    Außerdem ist jetzt höchstrichterlich geklärt: Das so genannte Aufteilungs- und Abzugsverbot gibt es gar nicht (mehr). Deshalb muss das Finanzamt bei sowohl beruflich als auch privat veranlassten Reisekosten zumindest die anteiligen allgemeinen Kosten (insbesondere für die An- und Abreise und Übernachtung) steuerlich berücksichtigen.

    Früher haben die Finanzämter vor allem bei Sprachkursen im Ausland eine erhebliche private Mitveranlassung unterstellt und deshalb den Werbungskostenabzug insgesamt gestrichen. Die Steuergerichte haben aber längst klargestellt: Nur weil ein Sprachkurs oder eine Fortbildung im Ausland stattfindet, muss das nicht für eine überwiegend private Veranlassung des Kurses sprechen. Das gilt zumindest für die Mitgliedstaaten der EU und wird von den Finanzämtern darüber hinaus auch bei den EWR-Staaten (Island, Liechtenstein, Norwegen) und für die Schweiz angewandt.

    Lesen Sie Weiter auf Seite 6: Werbungskosten II

    Vorsorgeaufwendungen

    So setzen Sie Altersvorsorge und Versicherungen von der Steuer ab

    • Zuletzt aktualisiert: 6. März 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Machen Sie Ihre Vorsorgeaufwendungen in der Einkommensteuererklärung geltend, können Sie viel Geld sparen.
    • Zu steuermindernden Sonderausgaben gehören insbesondere die Ausgaben für die Altersvorsorge, aber auch Riester-Verträge, Kranken- und Pflegeversicherung, Betreuung und Unterhalt für Kinder sowie Aufwendungen für die Berufsausbildung.
    • Ausgaben für die private und gesetzliche Rentenversicherung und ihr gleichgestellte Aufwendungen können Sie 2016 bis zu einem Höchstbetrag von 22.767 Euro (das Doppelte für Ehepaare) von der Steuer absetzen. Für 2016 erkennt das Finanzamt aber nur 82 Prozent der Aufwendungen an.
    • Wenn Sie rentenversicherungspflichtig sind, wird Ihnen der Abzug um den Arbeitgeberteil gekürzt.
    • Die Basiskrankenversicherung ist grundsätzlich in voller Höhe absetzbar. Wenn dadurch der jährliche Höchstbetrag für Vorsorgeaufwendungen von 1.900 Euro für Arbeitnehmer und Beamte oder 2.800 Euro für Selbstständige nicht ausgeschöpft ist, können Sie die Ausgaben für weitere Versicherungen geltend machen.
    • Die Beiträge können Sie zusätzlich zu Ihren Aufwendungen für die Altersvorsorge anrechnen.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Aufwendungen für die Altersvorsorge oder die Krankenversicherung gehören zu den Sonderausgaben, die vom Gesetzgeber steuerlich begünstigt sind. Weil Sie mehrere verschiedene Steuerformularen ausfüllen müssen, ist allerdings Geduld gefragt. Sie sollten sich davon nicht abschrecken lassen: Die Mühe lohnt sich.

    Helfer für die Steuererklärung

    Die Vorsorgeaufwendungen unterteilen sich in drei Bereiche:

    • Basisversorgung (gesetzliche Renten, berufsständische Versorgungswerke, landwirtschaftliche Alterskassen und Rürup-Renten),
    • sonstige Vorsorgeaufwendungen (beispielsweise Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen-, Haftpflicht-, Unfall- und klassische private Lebensversicherung mit Abschluss vor 2005) und
    • Zusatzversorgung (Riester-Rente).

    So setzen Sie die Basisversorgung ab

    Die Basisversorgung setzt sich aus Beiträgen für den Aufbau einer Altersversorgung zusammen. Darunter fällt die gesetzliche Rentenversicherung, ihr gleichgestellte Aufwendungen wie berufliche Versorgungswerke und die Rürup-Rente (Basisrentenvertrag). Diese Aufwendungen können Sie als Sonderausgaben von der Steuer absetzen.

    Grundsätzlich gilt dafür im Jahr 2016 ein Höchstbetrag von 22.767 Euro im Jahr – Ehepaare und Lebenspartner, die zusammen veranlagt sind, können den doppelten Betrag geltend machen, also 45.534 Euro. 2017 steigt dieser Betrag auf 23.362 Euro beziehungsweise 46.724 Euro bei einer gemeinsamen Veranlagung an.

    Allerdings können Sie erst ab dem Jahr 2025 vom vollen Höchstbetrag profitieren. In den kommenden Jahren wird der Anteil der jährlich abziehbaren Basisvorsorgeaufwendungen langsam angehoben – pro Jahr um zwei Prozentpunkte. Im Umkehrschluss werden Renteneinkünfte vollständig besteuert – allerdings erst ab 2040. Fachleute sprechen vom Prinzip der nachgelagerten Besteuerung.

    In der Steuererklärung für 2016 berücksichtigt das Finanzamt höchstens 82 Prozent der Höchstbeträge, also 18.669 Euro für Alleinstehende und 37.338 Euro für Paare. 2017 können Sie 84 Prozent des Höchstbetrags absetzen, also 19.624 Euro für Alleinstehende und 39.248 Euro für Paare

    Davon abzuziehen ist der steuerfreie Arbeitgeberanteil: Arbeitnehmer, die verpflichtet sind, in die Rentenversicherung einzuzahlen, bekommen ihre Vorsorgeaufwendungen um diesen Betrag gekürzt. In der folgenden Rechnung zeigen wir an einem Beispiel, wie Sie sich das vorstellen müssen:

    Beispiel Altersvorsorge absetzen für 2016

    Der Arbeitnehmer kann also – wie im Beispiel errechnet – Altersvorsorgeaufwendungen in Höhe von 4.290 Euro als Sonderausgaben geltend machen.

    Umstritten ist die gesetzliche Berechnungsweise deshalb, weil rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer einen Großteil ihrer Vorsorgeaufwendungen nicht absetzen können. Der Abzug von Vorsorgeaufwendungen ist Streitgegenstand juristischer Musterverfahren. Oft erlassen Finanzämter Einkommensteuerbescheide, in denen sie geltend gemacht werden, daher nur vorläufig.

    Rückerstattung möglich

    Werden Ihre Vorsorgeaufwendungen, zum Beispiel für eine Haftpflichtversicherung, nur in begrenztem Maße vom Finanzamt anerkannt, wird der Sachverhalt gekennzeichnet und Ihre Einkommensteuererklärung gilt als vorläufig. Später haben Sie aber möglicherweise die Chance auf eine Rückerstattung, falls ein entsprechendes Musterverfahren zugunsten der Steuerzahler ausgeht.

    Kürzungen nicht nur für Rentenversicherungspflichtige

    Der Abzug bei den Vorsorgeaufwendungen gilt auch für Beamte, Richter, Berufssoldaten und Geistliche, die nicht in die Rentenversicherung einzahlen müssen. Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH oder Vorstandmitglieder einer Aktiengesellschaft müssen die Kürzungsregelungen ebenfalls akzeptieren. Der Anteil, der dem Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil zur gesetzlichen Rentenversicherung entspricht, wird auch von den Vorsorgeaufwendungen abgezogen, die sie geltend machen könnten.

    Ihre Aufwendungen tragen Sie in die Anlage Vorsorgeaufwand auf Seite 1 in die Zeilen 4 bis 10 ein.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Rürup-Beitrag anpassen

    2017 steigt der Höchstbeitrag für die Basisversorgung von 22.767 Euro auf 23.362 Euro.

    Tipp: Insbesondere Selbstständige, die diesen noch nicht ausschöpfen, können die maximale Steuerentlastung erzielen, wenn sie ihren Beitrag in einen laufenden Rürup-Vertrag dementsprechend erhöhen. Die Zahlungen müssen bis Jahresende 2017 erfolgen, damit sie für die Steuererklärung 2017 berücksichtigt werden können.

    Basiskrankenversicherung in voller Höhe absetzen

    Zu den Sonderausgaben, die Sie in voller Höhe von der Steuer absetzen können, gehören auch die Beiträge für Pflegeversicherung und Krankenkasse – aber nur die, die Sie auf sozialhilfegleichem Niveau absichern. Das ist die sogenannte Basiskrankenversicherung.

    Zahlen Sie mehr, gelten diese Beiträge als sonstige Vorsorgeaufwendungen. Dazu gehören zum Beispiel Aufwendungen für Wahlleistungen der Kassen. Sind Sie gesetzlich krankenversichert und haben somit Anspruch auf Krankengeld, wird Ihr abzugsfähiger Beitrag um vier Prozent vermindert.

    Ihre Aufwendungen für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung tragen Sie in die Anlage Vorsorgeaufwand auf den Seiten 1 und 2 in die Zeilen 11 bis 45 ein.

    Bonuszahlung der Krankenkasse

    Für gesetzlich Krankenversicherte, die an einem Gesundheitsprogramm ihrer Krankenkasse teilgenommen und dafür einen Bonus erhalten haben, gibt es eine gute Nachricht: Sie können in der Regel die ungekürzten Beiträge für die Krankenversicherung in der Steuererklärung angeben. Der Bonus kann als Zuschuss der Krankenkasse für gesundheitsbewusstes Verhalten gelten. Konsequenz: Der Zuschuss gilt nicht als Erstattung von gezahlten Krankenversicherungsbeiträgen. Deshalb muss der Sonderausgabenabzug – entgegen der Ansicht der Finanzverwaltung – nicht reduziert werden. Dies entschied der Bundesfinanzhof in einem Urteil vom 1. Juni 2016 (Az. X R 17/15, veröffentlicht am 14. September 2016).

    Im entschiedenen Fall nahm eine Krankenversicherte am Bonusprogramm ihrer gesetzlichen Krankenkasse teil. Die BKK zahlte im Jahr bis zu 150 Euro als Bonus an sie aus. Dies war eine Belohnung für gesundheitsbewusstes Verhalten. Denn die Versicherte verpflichtete sich, an einer Reihe von kostenfreien Vorsorgemaßnahmen teilzunehmen sowie weitere Gesundheitsmaßnahmen wie Brillen, Osteopathie, Massagen und Heilpraktikerbehandlungen selbst zu finanzieren.

    Weil die steuerliche Bewertung von Bonuszahlungen der Krankenkassen seit Jahren umstritten ist, erteilen die Finanzämter die Steuerbescheide in diesem Punkt seit einiger Zeit vorläufig. Wer also die vollen Sonderausgaben in seiner Steuererklärung angegeben hat, der kann eventuell auf eine nachträgliche Steuererstattung hoffen. Denn sollten sich die zusätzlichen Sonderausgaben im konkreten Berechnungsfall auswirken, muss das Finanzamt Steuern erstatten.

    Änderung des Steuerbescheids beantragen

    Nach Ansicht des Neuen Verbands der Lohnsteuerhilfevereine haben die meisten Finanzämter die Bonuszahlungen automatisch berücksichtigt, weil sie hierüber elektronische Meldungen von den Krankenkassen erhalten. In diesen Fällen sollten Sie eine Änderung aller betroffenen Steuerbescheide beantragen. Dies gilt zumindest für einen Bonus für Gesundheitsmaßnahmen, die über den Basisschutz hinausgehen; nicht jedoch für echte Beitragsrückerstattungen. Diese mindern tatsächlich den Abzug von Sonderausgaben.

    Sonstige Vorsorgeaufwendungen geltend machen

    Als Vorsorgeaufwendungen berücksichtigt werden im Grunde alle Beiträge zur Absicherung von Arbeitslosigkeit, Erwerbs- und Berufsunfähigkeit sowie Unfall-, Haftpflicht-, Renten- und Lebensversicherungen. Für Arbeitnehmer und Beamte gilt der Höchstbetrag von 1.900 Euro, Selbstständige können 2.800 Euro geltend machen. Auch die Beiträge für Rentenversicherungen, für die Sie vor 2005 erstmals eingezahlt haben, können Sie hier eintragen. Ihre Aufwendungen tragen Sie in die Anlage Vorsorgeaufwand auf der Seite 2 in die Zeilen 46 bis 52 ein.

    Das entlastet aber nur wenige Steuerzahler. Wenn Sie die Beiträge für Basiskranken- und gesetzliche Pflegeversicherung abgesetzt haben, bleibt von Ihrem Höchstbetrag meist nicht mehr viel übrig.

    Sonderausgaben für Versicherungen Ihres Kindes

    Beiträge zur inländischen privaten Kranken- und Pflegeversicherung tragen Sie auf der Seite 1 ab Zeile 23 ein. Haben Sie Anspruch auf Kindergeld oder Freibeträge für Kinder, können Sie auch die Kranken- und Pflegeversicherung Ihres Kindes als Sonderausgaben geltend machen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie selbst der Versicherungsnehmer sind oder Ihr Kind. Beiträge können aber nicht zweimal abgesetzt werden: Ihr Kind hat nicht die Möglichkeit, dass die Versicherungsbeiträge als Sonderausgaben in seiner Steuererklärung berücksichtigt werden, wenn Sie selbst die Beiträge geltend machen.

    Dies können Sie, indem Sie die übernommenen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge in der Anlage Kind, Seite 2, Zeilen 31-37 eintragen.

    Falls Sie keinen Anspruch auf Kindergeld haben und als Versicherungsnehmer die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge übernehmen – zum Beispiel für Ihre Kinder –, dann können Sie diese in der Anlage Vorsorgeaufwendungen, Seite 2 ab Zeile 40 eintragen. Sie benötigen auch die Steuer-Identifikationsnummer der „anderen Person“.

    Profitieren vom Riester-Vertrag

    Gehören Sie zum förderberechtigten Kreis der Sparer, die Zulagen für die Riester-Rente erhalten, können Sie im günstigsten Fall bis zu 2.100 Euro von der Steuer absetzen. Vor allem Beamte und Arbeitnehmer, die verpflichtet sind, in die gesetzliche Rentenkasse einzuzahlen, profitieren von diesem Abzug.

    Damit Sie die volle Förderung erhalten, müssen Sie 4 Prozent Ihres rentenversicherungspflichtigen Einkommens abzüglich der Zulagen sparen. Die Zulagen betragen im Einzelnen:

    • bis zu 154 Euro Grundzulage,
    • einmalig 200 Euro Zuschuss für junge Sparer, wenn ein neuer Vertrag abgeschlossen wird, bevor der Riester-Sparer 25 Jahre alt wird,
    • für Kinder, die vor 2008 geboren wurden, gibt es 185 Euro Kinderzulage, für später geborene 300 Euro. Das gilt aber nur für Kinder, für die ein Kindergeldanspruch besteht.

    Aufwendungen für die Riester-Rente tragen Sie in der Anlage AV ein. Das Finanzamt berechnet, ob der Sonderausgabenabzug oder die Zulagengewährung für Sie günstiger ist.

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    Artikel verfasst von

    Finanztip-Experte für Steuern

    Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

    freie Finanztip-Mitarbeiterin (bis 2015)

    Als freie Mitarbeiterin hat Sabine Himmelberg auf Finanztip zum Thema Steuern geschrieben. Sie blickt auf mehr als zwanzig Jahre Redaktionsarbeit im Steuerrecht zurück. Als spezialisierte Fachjournalistin deckt Sabine Himmelberg ein breites inhaltliches Spektrum für Publikationen namhafter Fachverlage ab. Nach ihrem Magisterabschluss an der Universität zu Köln trat sie in die Redaktion des Deubner Verlags ein, der Informationen für Rechtsanwälte und Steuerberater herausgibt und der WEKA-Gruppe angehört. Sie leitete dort drei Jahre lang die Redaktion Steuern.

    Источники: http://www.finanztip.de/versicherungen-als-sonderausgaben/, http://www.handelsblatt.com/finanzen/steuern-recht/steuern/einkommensteuer-tipps-was-steuerzahler-alles-absetzen-koennen-seite-5/3383802-5.html, http://www.finanztip.de/vorsorgeaufwendungen/

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