Einkommensteuer zusammenveranlagung

    0
    82

    Steuerberatungsgesellschaft

    G ONZE & S CHÜTTLER – D IE B ERATER AG

    W IRTSCHAFTSBERATUNG S TEUERBERATUNGSGESELLSCHAFT

    F RANKFURT – L EIPZIG – D ÖBELN – N IDDERAU

    Die nachfolgenden Links, Infos + Texte stellen keine Rechtsberatung dar. Bei Erstellung der Texte haben wir uns bemüht, eine auch für Nichtsteuerfachleute verständliche Ausdrucksweise zu wählen. Dies geht teilweise zu Lasten einer am Gesetzeswortlaut orientierten Präzision. Für die Inhalte kann trotz größtmöglicher Sorgfalt keinerlei Gewähr übernommen werden. Bitte sprechen Sie über Konkretes mit dem Berater Ihres Vertrauens oder gerne auch mit uns.

    Steuerveranlagung von Ehegatten und eingetragenen Lebenspartnern

    Für unbeschränkt steuerpflichtige Ehegatten (Inländer) sowie die per Gesetz gleichgestellten Lebenspartner nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz bestehen bei der Art der Einkommensteuerveranlagung Veranlagungswahlrechte, die bei geschickter Gestaltung im Einzelfall zu erheblichen steuerlichen Vorteilen führen können.

    Seit dem Veranlagungsjahr 2013 wird die Wahl auf die Einzelveranlagung (§ 26a EStG) und Zusammenveranlagung (§ 26b EStG) reduziert. Darüber hinaus bestehen noch Sonderveranlagungen bei Tod eines Ehegatten (Einzelveranlagung mit Verwitweten Splitting) und im Jahr der Trennung (Einzelveranlagung mit „Sondersplitting“ im Trennungsjahr). Bis einschließlich 2012 kann es im Einzelfall auch noch zu einer Besonderen Veranlagung mit Verwitweten-Splitting kommen.

    Veranlagungsart: Zusammenveranlagung (§ 26b EStG)

    Hinweis „Ehegatte vorübergehend im Ausland“: Die eheliche Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft wird nicht schon durch eine zeitweise oder durch äußere Umstände bedingte längere Trennung aufgehoben (Beispiele: berufliche Auslandstätigkeit, Einzug zum Kriegsdienst etc.).

    Hinweis: „Wer ist Ehegatte?“: Welche Personen Ehegatten im Sinne des Einkommensteuergesetzes sind, bestimmt sich nach dem Zivilrecht. Bei Ausländern ist dies nach den bürgerlich rechtlichen Bestimmungen des Heimatlandes zu beurteilen, es sei denn diese Gesetze verstoßen gegen die inländischen guten Sitten (Bsp. Mehrfachheirat/Bigamie).

    Wurden Ehegatten zusammen zur Einkommensteuer veranlagt und wählt ein Ehegatte vor Bestandskraft des ihm gegenüber ergangenen Bescheids die getrennte Veranlagung, sind die Ehegatten auch dann getrennt zur Einkommensteuer zu veranlagen, wenn der gegenüber dem anderen Ehegatten ergangene Zusammenveranlagungsbescheid bereits bestandskräftig geworden ist. Der Antrag auf getrennte Veranlagung stellt hinsichtlich des gegenüber dem anderen Ehegatten ergangenen Zusammenveranlagungsbescheids ein rückwirkendes Ereignis dar. Die dementsprechend erneut in Lauf gesetzte Festsetzungsfrist beginnt ihm gegenüber mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem der Antrag auf getrennte Veranlagung gestellt wird (Urteil vom 3. März 2005 III R 22/02).

    Hinweis: Ab dem 1. 1.2013 ist die Änderung der gewählten Veranlagungsart grundsätzlich nur noch bis zur formellen Bestandskraft des Steuerbescheides möglich (§ 26 Abs. 2 Satz 4 EStG).

    Ehegatte im Ausland/Haushalt im EU/EWR Ausland: Die Spezialvorschriften des § 1 Abs. 3 und des §1a EStG gewähren Ausnahmeregelungen für EU-Bürger, bei denen die Einkünfte des Haushaltes im Wesentlichen der deutschen Steuer unterliegen. Das Gleiche gilt für Ausländer, die unter die Ausnahmeregelung des § 1 Abs. 3 EStG fallen. Hier werden – je nach Fallkonstellation – der Splittingtarif oder der Steuervergünstigungen im Rahmen abzugsfähiger Unterhaltsleistungen gewährt. Der Antragsteller muss EU/EWR-Bürger sein und der gemeinsame Haushalt muss sich in einem EU/EWR Staat befinden. Auf die Nationalität des Ehegatten kommt es nicht an. Grundvoraussetzung ist, dass die Einkünfte der Ehegatten mindestens zu 90 % der deutschen Einkommensteuer unterliegen oder dass die nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegenden Einkünfte den Grundfreibetrag nicht übersteigen. Dieser Betrag wird entsprechend der Ländergruppenregelung u.U. gekürzt. Die Einkünfteermittlung erfolgt nach den Vorschriften des deutschen Steuerrechts.

    In Trennung lebende Ehegatten möchten, kurz vor der endgültigen Scheidung, häufig durch einen so genannten „Versöhnungsversuch“ mit einem zeitweiligen Zusammenleben dem Finanzamt nochmal eine steuerlich günstige Zusammenveranlagung „abringen“. Dies erkennt die Rechtsprechung nur an, soweit tatsächlich nochmals eine Wirtschafts- und Lebensgemeinschaft für die Dauer von mindestens einem Monat gebildet wurde (Vergl. Pflüger in Herrmann/ Heuer/Raupach, EStG, § 26, Rdnr. 31 / BFHUrteil vom 18.07.1996 III R 90/95, BFH/NV 1997, 139 und BFH-Beschluss vom 05.10.2001 III B 149/00, NV).

    Steuerliche Wirkung der Zusammenveranlagung

    Einkommen A = 0 € Steuer bei Einzelveranlagung: A: 0€

    Einkommen B = 110.000 € Steuer bei Einzelveranlagung B: 37.938€

    Einkommen A+B = 110.000 € Steuer bei Zusammenveranlagung: 29.676€

    Maximaler Steuervorteil ohne Solizuschlag und Kirchensteuer 8.262€

    Im Jahre 2016 beginnt die niedrigste Tarifzone nach dem Grundfreibetrag von 8.472€ mit einer Steuerbelastung von 14,0 %. Die höchste Tarifzone beginnt bei Alleinstehenden ab 53.666€ (zu versteuerndes Einkommen) bzw. bei Verheirateten ab 107.332€ mit einem Steuersatz von 42,0 %. Hierauf ist der Soli-Zuschlag mit 5,5 % und ggf. die Kirchensteuer mit 9 % bzw. 8 % zu berechnen. Die Gesamtsteuerbelastung liegt damit bei der Einkommensteuer in der Spitze bei 48,09 %.

    Die weitere Tariferhöhung von 42 % auf 45%, die sogenannte „Reichensteuer“ greift bei Alleinstehenden ab einem zu versteuernden Einkommen von 254.447€ und bei Verheirateten ab einem zu versteuernden Einkommen von 508.894€. Zusätzlich ist bei allen Steuerberechnungen der Solidaritätszuschlag von 5,5% auf die anfallende Einkommensteuer sowie eine etwaige Kirchensteuer zu berücksichtigen.

    Tipp: Steuervorauszahlungen bei gemeinsam veranlagten Ehegatten / Lebenspartnern

    Steuervorauszahlungen sollten niemals unbestimmt sein. Auf der Überweisung ist exakt anzugeben

    welche Steuer für wen gezahlt wird. Beispiel: „Einkommensteuervorauszahlung Thomas Müller 2016“.

    Ansonsten kann das Finanzamt die Vorauszahlung weitgehend frei zum Ausgleich fälliger Steuerschulden der Ehegatten verwenden und Überhänge jeweils hälftig zurückerstatten.

    Veranlagungsart: Einzelveranlagung von Ehegatten (§ 26a EStG)

    Ehegatten, die die Voraussetzungen für eine Zusammenveranlagung erfüllen, können dennoch eine Einzelveranlagung wählen. In einigen Fällen kann eine Einzelveranlagung zur Einkommensteuer zu einer insgesamt niedrigeren Steuerbelastung führen. Aus diesem Grunde sind bei bestimmten Fallkonstellationen vorsorglich beide Veranlagungsmöglichkeiten zur Ermittlung der Steuerbelastung durchzurechnen.

    Fallkonstellationen bei der eine Einzelveranlagung zu einer niedrigeren Steuer führen kann als bei der möglichen Zusammenveranlagung:

    1. Ein Ehegatte bezieht nur Arbeitslosenunterstützung und der andere Ehegatte bezieht Arbeitslohn.
    2. Ein Ehegatte erhält eine Arbeitnehmerabfindung oder sonstige außerordentliche Einkünfte die unter die sogenannte Fünftelregelung fallen.
    3. Ein Ehegatte bezieht hohe ausländische Einkünfte, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen und der andere Ehegatte bezieht Arbeitslohn oder sonstige steuerpflichtige Einkünfte.
    4. Ein Ehegatte ist selbständig und der andere Arbeitnehmer. Die Arbeitgeberleistungen zu den Vorsorgeaufwendungen des Arbeitnehmers kürzen den Vorwegabzug des anderen Ehegatten.
    5. Ein Ehegatte hat geringe Arbeitnehmereinkünfte und der noch nicht ausgeschöpfte Vorwegabzug wird durch die hohen Arbeitnehmereinkünfte des anderen Ehegatten verbraucht.
    6. Wegen Überschreitung der Einkunftsgrenzen wird der Härteausgleich (§ 46 Abs. 3 EStG / § 70 EstDV) für Nebeneinkünfte nicht gewährt. Bei einer getrennten Veranlagung unterschreitet jedoch der Ehegatte mit den Nebeneinkünfte die Einkunftsgrenze.
    7. Soweit bei einem Ehegatten oder bei beiden Ehegatten die Voraussetzungen des Witwensplittings vorliegen (§32a Abs. 6 Nr. 1 EStG).
    8. Soweit einem Ehegatten oder beiden Ehegatten ein Entlastungsbetrag für Alleinerziehende für einen Teil des Veranlagungszeitraums noch zusteht.

    Tod eines Ehegatten: Witwensplitting / Gnadensplitting (§32a Abs. 6 Nr. 1 EStG)

    Aktualisiert (08. März 2016)

    oder durchsuchen Sie alternativ

    auch unser Steuerlexikon

    Steuerberatungsgesellschaft Gonze & Schüttler AG | Copyright © 2010 | Impressum

    Zusammenveranlagung nach Trennung noch zulässig?

    Inhalt des Artikels:

    Ehepaare können sich nach § 26 des Einkommenssteuergesetzes (EStG) frei dafür entscheiden, ob sie bei der jährlichen Einkommenssteuererklärung gemeinsam oder getrennt veranlagt werden wollen. Die Zusammenveranlagung während der Ehe hat häufig dann wesentliche Vorteile, wenn die Einkommen der beiden Partner weit auseinanderliegen. Doch was geschieht eigentlich bei Trennung und sich anbahnender Scheidung? Ist die Zusammenveranlagung noch möglich? Darf sich ein Ehegatte einseitig für die Einzelveranlagung entscheiden?

    Zusammenveranlagung im Trennungsjahr häufig angeraten

    Gemeinsame Veranlagung nach der Trennung weiterhin möglich?

    Ist die steuerliche Zusammenveranlagung nach der Trennung noch möglich?

    Trennen sich Ehepartner, steht ihnen in der Regel noch immer frei, ob sie sich für die Zusammenveranlagung im Trennungsjahr entschließen oder nicht. Das Wahlrecht, das nach § 26 Absatz 1 EStG gewährt wird, bleibt also für diesen Zeitraum bestehen. Es gilt dabei vor allem abzuwägen, ob daraus Vor- oder Nachteile entstehen.

    Grundsätzlich hat der Splittingtarif für Ehegatten dann einen besonders hohen Vorteil, wenn die Einkünfte beider weit auseinanderliegen. Durch die gemeinsame Veranlagung werden beide Parteien dann so behandelt, als hätten sie gleich viel verdient. Daraus ergeben sich mitunter geringere Abgaben. Auch weitere Vergünstigungen wie etwa der Sparerfreibetrag können in diesem Fall genutzt werden und die Steuerbelastung senken.

    Aber: Es bedarf aus steuerrechtlicher Sicht der beiderseitigen Zustimmung. Doch was geschieht, wenn der Besserverdienende von den zahlreichen Freibeträgen und dem Realsplitting auch noch im Jahr der Trennung profitieren möchte, der getrennt lebende Gatte diesem Vorhaben jedoch widerspricht?

    Zusammenveranlagung nach Trennung verpflichtend?

    Zusammenveranlagung gewünscht, aber getrennt lebend? Das ist im Trennungsjahr noch möglich.

    Grundsätzlich müssen zwar beide Ehegatten der Zusammenveranlagung zustimmen. Aber: Gerade bei Vorliegen einer Trennung können persönliche Empfindungen diesem Vorhaben im Wege stehen, sodass einer der Gatten gar der Zusammenveranlagung widerspricht. Dieser Widerspruch ist dann jedoch nicht immer bindend. In aller Regel besteht sogar eine Verpflichtung der Ehegatten einander gegenüber, die Zusammenveranlagung für das Trennungsjahr zu ermöglichen.

    So kann auch nur einer der Ex-Partner einen entsprechenden Antrag auf Zusammenveranlagung beim Finanzamt stellen. Der andere muss diesem Vorhaben nicht automatisch zustimmen. Das Finanzamt kann die Zustimmung verlangen, wenn dem sich weigernden Partner durch die steuerliche Zusammenveranlagung keine wesentlichen Nachteile entstehen. Gleiches gilt etwa auch, wenn der sich weigernde Beteiligte keinerlei Einkünfte in dem betreffenden Jahr erwirtschaftete.

    Wie lange ist die Zusammenveranlagung nach der Trennung möglich?

    Hier ist zuvorderst vor allem eine wichtige Unterscheidung zu treffen zwischen der familienrechtlichen und der steuerrechtlichen Defintion des Begriffes “Trennungsjahr”:

    • Im Familienrecht hat das Trennungsjahr eine Dauer von 12 Monaten: A und B trennten sich im Januar 2015 – das Trennungsjahr läuft im Februar 2016 aus.
    • Im Steuerrecht hingegen bezeichnet der Begriff das Jahr, in dem die Trennung vollzogen wurde: A und B trennten sich im Januar – das Trennungsjahr endete mit dem 31.12.2015.

    Nach dem Ablauf dieses Jahres können die Ehegatten als “dauernd getrennt lebend” (§ 26 Absatz 1 Nr. 2 EStG) gelten. Zudem ist mit Ende des steuerlichen Trennungsjahres auch zugleich der Steuerklassenwechsel vorzunehmen.

    Das bedeutet aber vor allem auch: Die Zusammenveranlagung kann im Jahr der Scheidung nicht mehr stattfinden, da bis dahin in aller Regel bereits mindestens 12 Monate seit der Trennung vergangen sind und sich zumindest ein Jahreswechsel vollzogen hat.

    Gemeinsame Veranlagung im Trennungsjahr – Steuererstattung und Nachzahlungen

    Die Zusammenveranlgung bis zur Scheidung auszuweiten ist nicht möglich.

    Für die Nachzahlungen, die für die Zusammenveranlagung nach der Trennung geltend gemacht werden, können beide Parteien beantragen, dass sie nur anteilig entsprechend ihrer zugrunde gelegten Einkünfte haften.

    Ähnlich verhält es sich bei möglichen Steuerrückerstattungen: Bei entsprechendem Antrag an das Finanzamt teilt dieses die zu erstattenden Beträge nach anteiliger Beteiligung den getrennt lebenden Ehegatten zu. Erlangt das Finanzamt hingegen keine Kenntnis von der Trennung der Eheleute, so zahlt es die Steuerrückerstattung in aller Regel an beide Ehegatten gleichermaßen aus.

    Die Entscheidung für oder wider die Zusammenveranlagung ist dabei nur ein wesentlicher Punkt, der hinsichtlich der finanziellen Auseinandersetzungen bei Scheidung Betrachtung findet.

    (27 Bewertungen, Durchschnitt: 4,11 von 5)

    Kommentare

    Was ist wenn einlangjähriges getrenntleben vollzogen wird aber eine Scheidung wegen eines Knebel-ehe-Vertrags für die Frau nicht in frage kommt. Sie bekommt nur so lange Unterhalt so lange sie verheiratet sind. Sie studiert noch.

    Ist eine getrennte Veranlagung möglich oder kann der Ehemann eine zusammenveranlagubg erzwingen aufgrund ihrer nicht vorhandenen Einkünfte? Freue mich über eine kurze Info.

    eine Zusammenveranlagung ist nur im Jahr der Trennung möglich, ggf. kann die Ehefrau aber eine Einzelveranlagung beantragen. Informationen hierzu erhalten Sie beim Finanzamt. Im Kalenderjahr nach der Trennung sind die Steuerklassen zu wechseln (I oder II) und eine Zusammenveranlagung ist keine Option mehr.

    Hallo. Ich hab eine Frage mein noch Mann und ich sind seit Anfang Januar 2015 getrennt haben im Oktober 2015 beide in Steuerklasse vier gewechselt. Im Januar 2017 habe ich in Steuerklasse 2 gewechselt. Mein noch Mann hat uns 2015 gemeinsam veranlagt für das Jahr 2016 getrennt veranlagt. Nach dem Steuerbescheid bekomme ich einiges wieder mein Mann muss jedoch eine Menge nachzahlen obwohl er sich das anders ausgerechnet hat, nach seiner Rechnung hätten wir beide das gleiche fast wieder bekommen sollen. Jetzt möchte er den Bescheid anfechten und uns gemeinsam veranlagen. Meine Frage kann er das einfach so machen. Und was ist passiert mit meinem Steuerbescheid bin ich schon bekommen habe.?

    die Zusammeveranlagung ist regelmäßig noch in dem Kalenderjahr, in dem die Trennung erfolgte möglich- hiernach jedoch zumeist nicht mehr. Wenden Sie sich an Ihren Steuerberater, um zu prüfen, inwieweit sich Änderungen ergeben könnten.

    Warum akzeptiert das FA die Zusammenveranlagung für 2015 nicht?

    Heirat am 14.06.2014

    Trennung am 05.12.2014

    Auszug aus der gemeinsamen Wohnung am 04.02.2015

    Scheidungstermin vor dem Gericht am 15.12.2015

    Nach meiner Meinung ist es ausschlaggebend wann der Partner aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen ist .

    Gibt es dazu irgendwelche Urteile oder sonstige §

    ausschlaggebend ist in der Regel nicht die tatsächliche räumliche Trennung, sondern die Trennung der Partnerschaft (häuslichen Gemeinschaft) selbst. Im Kalenderjahr der Trennung ist die Zusammenveranlagung noch möglich, im darauffolgenden Jahr jedoch regelmäßig nicht mehr. Wenden Sie sich bei Zweifeln an Ihren Anwalt.

    Hallo! Ich habe eine Frage zu meiner Situation: Trennung Mitte 2017, wegen Trennung keine Steuererklärung für 2016 abgegeben. Jetzt macht das FA Druck, die Steuererklärung muss gemacht werden! Ich möchte die Steuererklärung für 2016 mit Zusammenveranlagung machen, darf meine Frau sich weigern und die gemeinsame Steuererklärung boykottieren. Kann ich dagegen klagen und wie gut sind meine Chancen? Danke im Voraus.

    im Kalenderjahr der Trennung kann die Zusammenveranlagung noch erfolgen. Weigert sich der Ehegatte, können sich hieraus ggf. auch Ersatzansprüche ergeben. Bitte wenden Sie sich an Ihren Steuerberater oder Anwalt, um den Sachverhalt genau prüfen zu lassen.

    meine Exfrau und ich haben uns Anfang 2016 getrennt, im März ist sie aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Im März 2017 wurde die Scheidung vollzogen.

    Wenn ich das richtig verstehe, können wir für das Jahr 2016 bei der Steuererklärung weiterhin Klasse 4/4 mit Faktor angeben, nur mit getrennten Wohnungen, und eine gemeinsame Veranlagung beanspruchen, richtig?

    im Kalenderjahr der Trennung selbst ist der Steuerklassenwechsel in der Regel noch nicht zwingend und auch die Zusammenveranlagung ist möglich. Wenden Sie sich bei weiteren Fragen an das zuständige Finanzamt oder Ihren Steuerberater.

    Hallo , auch von mir eine Frage .

    Nach gemeinsamer Veranlagung 2016 kommt auf mich mit niedrigen Einkommen nach Kirchenaustritt meines Ex mit hohem Einkommen eine Nachzahlung von Kirchgeld zu , die 1700 € beträgt .

    Muss ich diese alleine tragen obwohl wir in dem Kalenderjahr bereits getrennte Haushalte hatten ?

    bei Zusammenveranlagung sind ggf. Schulden und Gutschreibungen zwischen den Ehegatten aufzuteilen. Wenden Sie sich an Ihren Steuerberater oder Anwalt, um prüfen zu lassen, inwieweit das auch für die Kirchensteuer in Ihrem Fall gilt.

    Wie wird eine steuererstattung bei zusammenveranlagung geteilt, der Exmann hat 10 Monate gearbeitet, ich 2 Monate und der Rest bei beiden war Elternzeit In den jahr gearbeitet?

    in der Regel orientiert sich dies an der Gesamtsteuerlast und der Einzelsteuerlast, die bei Einzelveranblagung gegeben wäre: (Gesamtsteuerlast x Einzelsteuerlast) : (Einzelsteuerlast Ehegatte 1 + Einzelsteuerlast Ehegatte 2). Es handelt sich hierbei jedoch um eine Regelung im Innenverhältnis. Gegenüber dem Finanzamt treten beide Ehegatten als Gesamtschuldner/Gesamtbegünstigte auf und haften somit jeweils für die volle Höhe. Bitte wenden Sie sich für eine Klärung an Ihren Steuerberater oder Anwalt.

    Inhaltsverzeichnis:

    Kostenlose eBooks

    Die häufigsten Fragen rund um die Trennung beantwortet!

    Ab wann ist ein Ehevertrag sittenwidrig?

    Dienstleister-Verzeichnis

    Inhalt des Artikels:

    Kostenlose eBooks

    Die häufigsten Fragen rund um die Trennung beantwortet!

    Einzelveranlagung von Partnern

    Wann sich die Einzelveranlagung für Paare lohnt

    • Zuletzt aktualisiert: 6. September 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Verheiratete und eingetragene Lebenspartner, die nicht dauernd getrennt leben, zahlen in der Regel insgesamt weniger Steuern, wenn sie sich zusammen veranlagen lassen. Das heißt, sie füllen eine gemeinsame Steuererklärung aus.
    • Sie können sich alternativ für die Einzelveranlagung entscheiden. Hier gibt jeder Partner eine eigene Steuererklärung ab und erhält einen Bescheid.
    • Zerstrittene Paare neigen dazu, wieder einzelne Erklärungen zu machen – trotz der höheren Steuern.

    So gehen Sie vor

    • In diesem Ratgeber listen wir besondere Situationen auf, in denen ausnahmsweise die Einzelveranlagung die günstigere Alternative ist.
    • Mit einer Steuersoftware können Sie simulieren, welche Ergebnisse herauskommen. Würden Sie als Paar mit zwei Einzelveranlagungen insgesamt weniger Steuern zahlen, dann sollten Sie sich für die Einzelveranlagungen entscheiden.
    • Die Veranlagungsart für ein Steuerjahr können Sie meist nur bis zu dem Zeitpunkt ändern, an dem der Steuerbescheid in Kraft tritt.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Bei Verheirateten ist es normal, dass sie gemeinsam eine Steuererklärung abgeben. Davon geht das Finanzamt standardmäßig aus, beide Eheleute erhalten einen gemeinsamen Steuerbescheid. Auch wenn Ehegatten auf dem Hauptformular der Steuererklärung kein Kreuzchen bei „Zusammenveranlagung“ setzen, führt das Finanzamt diese Form der Veranlagung durch.

    Helfer für die Steuererklärung

    Zusammenveranlagung ist für Paare meist günstiger

    In den meisten Fällen ist die Zusammenveranlagung steuerlich günstiger. Insbesondere, wenn beide Ehegatten recht unterschiedlich viel verdienen. Denn bei der Zusammenveranlagung addiert das Finanzamt das Jahreseinkommen der Partner, anschließend halbiert es den Betrag und ermittelt auf dieser Grundlage die Einkommensteuer – was wegen der Progression der Steuersätze in der Regel zu einem in der Summe niedrigeren Steuersatz führt.

    Voraussetzung für die Zusammenveranlagung ist, dass beide Partner nicht dauernd getrennt leben. Das bedeutet nicht, dass die Eheleute oder eingetragenen Partner den gleichen im Melderegister eingetragenen Wohnsitz haben müssen. Beispielsweise kann einer der Partner aus beruflichen Gründen einen anderen Wohnsitz haben. Dies ist der Regelfall, wenn einer der Partner eine doppelte Haushaltsführung geltend macht.

    Eingetragene Lebenspartner sind gleichberechtigt

    Die Regeln für Ehegatten gelten auch für eingetragene Lebenspartner. Das Bundesverfassungsgericht hatte dies mit Beschluss vom 7. Mai 2013 (Az. 2 BvR 909/06) entschieden.

    Egal ob Lebens- oder Ehepartner – statt der standardmäßig vorgesehenen Zusammenveranlagung kann einer der Partner die Einzelveranlagung wählen. In den meisten Fällen passiert dies, wenn sich ein Paar zerstritten hat und die Ehe kurz vor dem Aus steht. Dabei wäre selbst im Trennungsjahr eine Zusammenveranlagung noch möglich.

    Insgesamt sind diese vier Veranlagungsvarianten bei Partnern möglich:

    • Einzelveranlagung mit Grundtarif,
    • Zusammenveranlagung mit Ehegattensplitting,
    • Sondersplitting im Trennungsjahr und
    • Verwitwetensplitting.

    Diese gesetzlichen Grundlagen gelten

    Die Einzelveranlagung ist gesetzlich geregelt in Paragraf 26a Einkommensteuergesetz.

    Dazu muss ein Partner auf der ersten Seite des Mantelbogens seiner Steuererklärung in Zeile 24 ein Kreuz bei „Einzelveranlagung“ setzen.

    Die Wahl gilt dann für das betreffende Jahr. Sie kann nur noch geändert werden, solange der Steuerbescheid noch nicht bestandskräftig wurde. Von dieser Regelung gibt es einige Ausnahmen: Die Veranlagungsart kann später noch geändert werden, falls ein beide Partner betreffender Steuerbescheid aufgehoben, geändert oder berichtigt wird. Dazu müssen die Eheleute dem Finanzamt die neue Veranlagungsart bis zum Eintritt der Bestandskraft des Änderungs- oder Berichtigungsbescheids mitteilen.

    Das Finanzamt akzeptiert diese Änderung allerdings nur dann, wenn die Partner dadurch auch wirklich sparen. Andernfalls macht es ohnehin keinen Sinn, außer einer der Partner wollte den anderen ärgern.

    Diese Folgen hat die Einzelveranlagung

    Die Einzelveranlagung unterscheidet sich in einigen Punkten von der Zusammenveranlagung von Ehegatten oder Lebenspartnern. Die wichtigsten sind:

    • Bei der Einzelveranlagung gibt jeder Ehepartner oder Lebenspartner eine eigene Einkommensteuererklärung ab und erhält einen individuellen Steuerbescheid.
    • Die Einkommensteuer berechnet sich für jeden der beiden nach dem Grundtarif.
    • Jedem Partner werden vom Finanzamt die für Ledige üblichen Freibeträge, Pauschbeträge und Höchstbeträge gewährt. Schöpft einer der beiden seine Freibeträge nicht aus, kann der andere den nicht ausgeschöpften Teil nicht beanspruchen.
    • Jeder der Ehegatten beziehungsweise Lebenspartner schuldet nur die Einkommensteuer, die sich aus seinem Steuerbescheid ergibt.
    • Jeder der Partner gibt in seiner Einkommensteuererklärung nur die Einkünfte an, die er bezogen hat. Er kann nur die Werbungskosten oder Betriebsausgaben geltend machen, die ihm selbst entstanden sind.
    • Gemeinsame Einkünfte, beispielsweise aus einer gemeinsam vermieteten Immobilie, werden jedem der beiden hälftig zugerechnet, sofern keine andere Aufteilung vereinbart wurde.
    • Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und Steuerermäßigungen für Handwerkerleistungen oder haushaltsnahe Dienstleistungen werden demjenigen Ehegatten oder Lebenspartner zugerechnet, der sie bezahlt hat (§ 26a Abs. 2 Einkommensteuergesetz).
    • Die beiden können alternativ beantragen, dass ihnen die Aufwendungen jeweils zur Hälfte zugerechnet werden. Hierzu reicht ein „übereinstimmender“ Antrag, ein „gemeinsamer“ Antrag ist nicht notwendig. Das heißt, es reicht der Antrag des Partners, der die Kosten getragen hat.
    • Die zumutbare Grenze für außergewöhnliche Belastungen wird nach der Höhe der jeweiligen Einkünfte errechnet. Das entspricht dem Prinzip der Individualbesteuerung.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Dann lohnt sich die Einzelveranlagung

    In einigen Fallkonstellationen kann die Einzelveranlagung ausnahmsweise steuerlich vorteilhafter sein als die Zusammenveranlagung. Hier die wichtigsten Beispiele:

    Lohnersatzleistungen – Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld oder Elterngeld sind zwar steuerfrei, erhöhen aber den Steuersatz für die zu versteuernden Einkünfte. Denn solche Einnahmen unterliegen dem Progressionsvorbehalt. Konsequenz: Werden beide Partner zusammen veranlagt, führen diese zu einer höheren Steuer.

    Tipp: Ist absehbar, dass beispielsweise die schwangere Ehefrau nicht mehr arbeiten und Elterngeld beziehen wird, ist es sinnvoll, dass sie die Steuerklasse 3 (III) beantragt und der Ehemann die Steuerklasse 5 (V) erhält. Denn maßgeblich für die Berechnung des Elterngelds (auch für das Arbeitslosengeld) ist das Nettogehalt der Frau, das dadurch höher ausfällt. Um davon zu profitieren, müssen werdende Eltern bereits spätestens sieben Monate vor Beginn des Mutterschutzes die Steuerklassen ändern lassen.

    Sonderausgaben – Einer der Partner versteuert Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit, während der andere Arbeitnehmer ist. Selbstständige erhalten in aller Regel keinen Zuschuss, anders als Arbeitnehmer, bei denen der Arbeitgeber rund die Hälfte der Sozialversicherungsbeiträge finanziert. Deshalb beträgt bei einem Selbstständigen der Höchstbetrag bei den sonstigen Vorsorgeaufwendungen 2.800 Euro statt nur 1.900 Euro. Bei Einzelveranlagung hat er einen erweiterten Sonderausgabenabzug. Beim angestellten Arbeitnehmer-Partner – und dann nur bei ihm – werden hingegen die vom Arbeitgeber getragenen Beiträge abgezogen.

    Außergewöhnliche Belastungen – Hatte einer der Partner sehr hohe Krankheitskosten und der andere nicht, ist es möglich, dass der erstere alleine die zumutbare Belastung bei den außergewöhnlichen Belastungen überschreitet und diese Kosten in der Steuererklärung absetzen kann.

    Abfindung – Die Abfindung kann nach der Fünftel-Regelung ermäßigt besteuert werden. Hat der eine Partner kaum weitere Einkünfte – im Gegensatz zum anderen gut verdienenden Partner –, dann kann ebenfalls die Einzelveranlagung insgesamt Steuern sparen.

    Verlust – Weist einer der beiden Partner für das Steuerjahr einen Verlust aus, so würde dieser mit den positiven Einkünften des anderen verrechnet werden. Sie können stattdessen aber die Einzelveranlagung beantragen und den Verlust in ein anderes Steuerjahr übertragen. Der andere Partner, der Einkünfte zu versteuern hat, kann dann in voller Höhe beispielsweise seine Kinderfreibeträge, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen geltend machen.

    Kirchgeld – Das Kirchgeld ist dann fällig, wenn einer der Partner konfessionslos ist und der besser verdienende Partner einer kirchensteuererhebenden Religionsgemeinschaft angehört. Bemessungsgrundlage hierfür ist das gemeinsam zu versteuernde Einkommen. Wählen beide die Einzelveranlagung, lässt sich dies verhindern.

    Auslandseinkünfte – Wenn einer der beiden Partner ausländische Einkünfte hatte, dann könnte ebenfalls eine Einzelveranlagung sinnvoll sein.

    Kalkulieren Sie mit einem Steuerprogramm

    Mit einer Steuersoftware können Sie simulieren, welches steuerliche Ergebnis bei den beiden Alternativen Einzel- und Zusammenveranlagung herauskommt. Falls Sie als Paar mit zwei Einzelveranlagungen zusammengerechnet weniger Steuern zahlen würden, dann sollten Sie sich für die Einzelveranlagungen entscheiden.

    Frage zum Thema? Tauschen Sie sich mit anderen Lesern in der Finanztip Community aus!

    Источники: http://www.steuer-gonze.de/web/index.php/steuertips/privatpersonen/verheiratete-geschiedene/226-zusammenveranlagung, http://www.scheidung.org/zusammenveranlagung/, http://www.finanztip.de/einzelveranlagung/

    HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

    Please enter your comment!
    Please enter your name here