Einkommensteuererklärung arbeitszimmer

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    Häusliches Arbeitszimmer

    Nur ausnahmsweise von der Steuer absetzbar

    • Zuletzt aktualisiert: 7. August 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nur die wenigsten Arbeitnehmer wie Lehrer und Außendienstmitarbeiter können die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer absetzen.
    • Wer in seiner Firma keinen zumutbaren Arbeitsplatz zur Verfügung hat, kann bis zu 1.250 Euro im Jahr an Werbungskosten geltend machen. Das gilt auch für Selbstständige, die die Kosten als Betriebsausgaben absetzen können.
    • Unbeschränkt abzugsfähig sind die Kosten, wenn Ihr häusliches Arbeitszimmer der Mittelpunkt Ihrer beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit ist. Am ehesten trifft dies noch für Selbstständige zu, die zu Hause arbeiten.
    • Erfüllen Sie die Voraussetzungen für den Steuerabzug, können Sie Ihr Arbeitszimmer in geringem Umfang auch privat nutzen. Zulässig sind maximal 10 Prozent.
    • Selbst wenn das Finanzamt kein Arbeitszimmer anerkennt, so können Sie beruflich benötigte Arbeitsmittel wie einen Computer als Werbungskosten absetzen.

    So gehen Sie vor

    • Zunächst müssen Sie feststellen, ob Ihr Arbeitszimmer den Mittelpunkt Ihrer beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit darstellt.
    • Falls ja, können Sie als Arbeitnehmer die gesamten Kosten als Werbungskosten absetzen, Selbstständige als Betriebsausgaben.
    • Trifft das nicht zu, ist ein auf 1.250 Euro pro Person begrenzter Abzug nur möglich, wenn Ihnen neben dem häuslichen Arbeitszimmer kein anderweitiger Arbeitsplatz zur Verfügung steht.
    • Um die Kosten zu ermitteln, die auf das Arbeitszimmer entfallen, müssen Sie den prozentualen Anteil des Raums in Bezug auf die Gesamtwohnfläche berechnen.
    • Dies ist zugleich der Verteilungsschlüssel für die laufenden Kosten der Wohnung, die auf das Arbeitszimmer umlegbar sind. Beispiele dafür sind die Miete, Heizung, Strom und Müllabfuhr.
    • Ausgaben für die Einrichtung Ihres Arbeitszimmers können Sie grundsätzlich unbegrenzt absetzen. Höherwertigere Gegenstände müssen Sie über die Nutzungsdauer abschreiben, geringwertige Wirtschaftsgüter können Sie sofort abschreiben.

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    Wer zu Hause arbeitet, kann die Kosten für das Arbeitszimmer in bestimmten Fällen von der Steuer absetzen – als Werbungskosten oder Betriebsausgaben. Eigentlich gilt für solche Aufwendungen ein Abzugsverbot. Der Gesetzgeber lässt aber zwei Ausnahmen zu:

    • Steht Ihnen für Ihre berufliche oder betriebliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung, können Sie Ihre Kosten bis zu 1.250 Euro pro Jahr geltend machen (beschränkter Abzug).
    • Ist das Arbeitszimmer Mittelpunkt Ihrer gesamten beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit, sind Ihre Kosten unbeschränkt abzugsfähig.

    Die erste Ausnahme („kein anderer Arbeitsplatz“) trifft beispielsweise auf Berufsgruppen wie Lehrer und Außendienstmitarbeiter ohne Schreibtisch in der Schule beziehungsweise im Büro des Arbeitgebers zu.

    Wer keinen anderen Arbeitsplatz hat und die Kosten eines häuslichen Arbeitszimmers als Werbungskosten oder Betriebsausgaben in seiner Steuererklärung angibt, kann dadurch sein zu versteuerndes Einkommen senken und so dafür sorgen, dass seine Steuerlast geringer ausfällt.

    Die zweite Ausnahme („Mittelpunkt der Tätigkeit“) gilt nur für reine Heimarbeiter. Haben Sie mit Ihrem Arbeitgeber vereinbart, dass Sie zum Beispiel an einem Tag in der Woche im Homeoffice arbeiten, so reicht dies nicht aus. Sie können in dem Fall die Kosten für Ihr Arbeitszimmer nicht absetzen. Erst wenn Sie zeitlich und inhaltlich überwiegend zu Hause arbeiten – beispielsweise an drei Tagen von fünf, wenn die Arbeit gleichmäßig verteilt ist –, können Sie die Kosten für das Arbeitszimmer absetzen.

    Diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein

    Häusliche Verbindung – Der Raum ist seiner Lage, Funktion und Ausstattung nach in Ihre häusliche Sphäre eingebunden, gehört also zu Ihrer privaten Wohnung oder zu Ihrem Wohnhaus. Auch Zubehörräume im Keller oder im Dachgeschoss können ein häusliches Arbeitszimmer sein, wenn sie aufgrund der unmittelbaren Nähe als gemeinsame Wohneinheit mit Ihren privaten Wohnräumen verbunden sind. Ausgenommen sind Räume, die ihrer Ausstattung und Funktion nach nicht einem Büro entsprechen, zum Beispiel Betriebs-, Lager- und Ausstellungsräume. Eine Arbeitsecke genügt nicht, es muss ein abgeschlossener Raum sein.

    Berufliche oder betriebliche Nutzung – In einem Arbeitszimmer erledigen Sie vorwiegend gedankliche, schriftliche, verwaltungstechnische oder -organisatorische Arbeiten. Das müssen nicht zwingend Büroarbeiten sein: Ein häusliches Arbeitszimmer dürfen Sie auch für geistige, künstlerische oder schriftstellerische Betätigung nutzen. Sie müssen dieses jedoch (fast) ausschließlich zu beruflichen oder betrieblichen Zwecken nutzen. Eine untergeordnete private Mitbenutzung von höchstens 10 Prozent ist erlaubt. Wird der Raum mehr als 10 Prozent privat genutzt, so ist überhaupt kein Abzug möglich – auch nicht teilweise. Hoffnungen, dass eine entsprechende Kostenaufteilung aufgrund der beruflichen Nutzung möglich sei, zerschlug der Große Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) im Januar 2016 (Beschluss vom 27. Juli 2015, Az. GrS 1/14).

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    Was Sie absetzen können und was nicht

    Anteilige Kosten ermitteln – Die Kosten Ihres häuslichen Arbeitszimmers setzen Sie anteilig als Werbungskosten oder Betriebsausgaben von der Steuer ab. Sofern keine direkte Zuordnung möglich ist, teilen Sie diese anteiligen Kosten auf nach dem Verhältnis der Fläche des Arbeitszimmers zur gesamten Wohnfläche einschließlich des Arbeitszimmers. Dazu gehören vor allem:

    • Miete,
    • bei Immobilienbesitzern stattdessen die Gebäudeabschreibung und
    • Schuldzinsen für Kredite, die zur Anschaffung, Herstellung oder Reparatur des Gebäudes oder der Eigentumswohnung verwendet worden sind,
    • Wasser-, Abwasser- und Energiekosten,
    • Reinigungskosten,
    • Grundsteuer,
    • Müllabfuhrgebühren,
    • Schornsteinfegergebühren,
    • Beiträge zum Mieterverein (bei Eigentümern: Haus- und Grundeigentümerverein),
    • Fehlbelegungsabgabe,
    • Wohngebäude- und Hausratversicherung,
    • Rechtsschutzversicherung für Immobilieneigentümer sowie
    • Renovierungskosten für den Flur und das Treppenhaus.

    Hierhin in der Steuererklärung

    Ihre Angaben zu Ihrem häuslichen Arbeitszimmer machen Sie bei den Werbungskosten auf Seite 2 der Anlage N in Zeile 43.

    Voll abzugsfähige Kosten – Während Sie die oben genannten laufenden und einmaligen Kosten nur anteilig absetzen können, dürfen Sie die Renovierungskosten für das Arbeitszimmer komplett geltend machen. Auch Ihre Aufwendungen für die Ausstattung des Zimmers, zum Beispiel Tapeten, Teppiche, Fenstervorhänge, Gardinen und Lampen, gehören dazu.

    Einrichtungsgegenstände als Arbeitsmittel angeben – Denken Sie daran, auch die Kosten für die Einrichtung Ihres Arbeitszimmers wie Regale, Schreibtisch oder Bürostuhl als Werbungskosten anzusetzen. Diese Kosten sind genauso wie die für die Ausstattung voll abzugsfähig.

    Arbeitsmittel können Sie sogar steuerlich geltend machen unabhängig davon, ob das Finanzamt Ihr Arbeitszimmer anerkennt. Wo sich die Gegenstände in Ihrer Wohnung befinden, spielt dabei keine Rolle. Voraussetzung ist nur, dass Sie diese Gegenstände so gut wie ausschließlich für berufliche oder betriebliche Zwecke verwenden. Solche Einrichtungsgegenstände können Sie als geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) sofort absetzen, wenn der Kaufpreis inklusive Mehrwertsteuer 487,90 Euro (410 Euro netto) nicht übersteigt (ab 2018: 800 Euro netto, 952 Euro brutto).

    Bei höheren Anschaffungskosten müssen Sie Ihre Kosten über die Dauer der Nutzung verteilen. Das nennt sich Abschreibung. Die amtliche Nutzungsdauer zum Beispiel für Büromöbel liegt bei 13 Jahren. Geregelt ist dies in der „AfA-Tabelle für die allgemein verwendbaren Anlagegüter“ (abgedruckt im Bundessteuerblatt 2000 I S. 1532). „AfA“ steht für Absetzung für Abnutzung. Haben Sie hingegen beispielsweise den Schreibtisch gebraucht gekauft, dann können Sie von der üblichen Nutzungsdauer von 13 Jahren die bisherige Nutzungsdauer abziehen. Auf die Restnutzungsdauer können Sie dann den Kaufpreis verteilen. Im Jahr der Anschaffung müssen Sie die sogenannte Jahres-AfA monatsweise kürzen.

    Beispiel: Haben Sie den Schreibtisch im Juli 2017 gekauft, so dürfen Sie ihn nur für sechs Monate, nämlich für den Zeitraum Juli bis Dezember 2017 abschreiben. Kostete er neu 1.300 Euro, so beträgt die Jahres-AfA 100 Euro. Für 2017 können Sie aber nur 50 Euro abschreiben.

    Abschreibungspotenzial kann verloren gehen

    Daher ist es in so einer Situation steuerlich geschickter, stattdessen ein geringwertiges Wirtschaftsgut – etwa einen preiswerten gebrauchten Schreibtisch – zu kaufen, das Sie sofort abschreiben können.

    Achtung: Die Kaufbelege sollten Sie während der gesamten Abschreibungsdauer und auch noch einige Jahre danach aufbewahren.

    Sonderfall Gartenerneuerung – Die Kosten einer Gartenerneuerung können Sie anteilig den Kosten Ihres häuslichen Arbeitszimmers zurechnen, wenn bei einer Reparatur des Gebäudes Schäden am Garten entstanden sind. Allerdings sind nur diejenigen Aufwendungen, die der Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands dienen, den Kosten des Arbeitszimmers zuzurechnen.

    Luxusgegenstände bleiben außen vor – In diese Kategorie fallen beispielsweise Kunstgegenstände, die vorrangig der Ausschmückung des Arbeitszimmers dienen. Die Kosten solcher Gegenstände zählen nicht zu den abziehbaren Aufwendungen.

    So können Sie zusätzlich Steuern sparen

    Höchstbetrag personenbezogen – Die Rechtsprechung beurteilt den Höchstbetrag von 1.250 Euro für ein häusliches Arbeitszimmer neuerdings personenbezogen (BFH, Urteile vom 15. Dezember 2016, Az. VI R 53/12 und Az. VI R 86/13). Das heißt beispielsweise: Nutzt ein Paar gemeinsam ein Arbeitszimmer, kann jeder seine selbst getragenen Kosten bis zum Höchstbetrag geltend machen. Der BFH hat mit diesen Urteilen seine bislang objektbezogene Betrachtung des Arbeitszimmers aufgegeben und widerspricht auch der Finanzverwaltung. Objektbezogen heißt: Bislang erlaubte das Finanzamt nur den Abzug für ein Arbeitszimmer bis höchstens 1.250 Euro, auch wenn es mehrere Personen gemeinsam nutzen.

    Der BFH ändert jedoch diese Betrachtungsweise und lässt den Abzug für jeden einzelnen Steuerpflichtigen zu, der das häusliche Arbeitszimmer benötigt, nutzt und hierfür Kosten trägt. Hierbei kommt es gar nicht auf eine konkrete Aufteilung der Nutzung zwischen zwei Partnern an. Dies ist dem BFH-Urteil mit dem Aktenzeichen VI R 86/13 zu entnehmen. Hier haben sich zwei Lebensgefährten ein Arbeitszimmer und die Kosten hierfür geteilt.

    Im Urteil mit dem Aktenzeichen VI R 53/12 waren die verheirateten Lehrer zu gleichen Teilen Eigentümer eines Einfamilienhauses. Hier stellte der BFH klar, dass sich in solchen Fällen beide Miteigentümer die Kosten für das gemeinsam genutzte Arbeitszimmer jeweils zur Hälfte teilen. Falls jeder für sich die Voraussetzungen für ein häusliches Arbeitszimmer erfüllt, kann auch jeder seine Kosten steuerlich geltend machen – bis maximal 1.250 Euro für jeden einzelnen, insgesamt in der Zusammenveranlagung bis zu 2.500 Euro. Wenn beide Partner gemeinsam die Mietkosten tragen, dann kann dies analog betrachtet werden wie der Fall der beiden Miteigentümer.

    Dieser personenbezogene Höchstbetrag führt jedoch dazu, dass Sie auch dann nur maximal 1.250 Euro im Jahr absetzen können, wenn Sie mehrere häusliche Arbeitszimmer nutzen – unabhängig davon, ob gleichzeitig oder nacheinander oder ob in einem oder in verschiedenen Haushalten. Dies stellte der BFH fest (Urteil vom 9. Mai 2017, Az. VIII R 15/15).

    In dem Fall hatte der Steuerpflichtige aufgrund einer doppelten Haushaltsführung zwei Wohnsitze. Er bereitete in beiden Wohnungen Seminare vor und nutzte daher zwei Arbeitszimmer parallel. Der Kläger erzielte als Dozent Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit. Der BFH kappte die als Betriebsausgaben absetzbaren Kosten für die Arbeitszimmer auf den gesetzlichen Höchstbetrag von 1.250 Euro.

    Diese Begrenzung gilt immer dann, wenn das häusliche Arbeitszimmer nicht den Mittelpunkt der beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit darstellt. Sie gilt außerdem, wenn jemand zwei Arbeitszimmer im selben Haushalt nutzt oder beispielsweise nach einem Umzug in zwei verschiedenen Wohnungen.

    Flur, Küche und Toilette – Selbst wenn Sie einen beruflichen Anteil Ihrer Toilettenbenutzung ermittelt haben, können Sie die Kosten, die beispielsweise für die Renovierung eines Gäste-WCs angefallen sind, bisher nicht abziehen. Mit diesem Versuch ist ein Betriebsprüfer des Finanzamts vor dem Finanzgericht Baden-Württemberg mit Urteil vom 21. Januar 2013 (Az. 9 K 2096/12) gescheitert. Die Führung eines Toiletten-Tagebuchs hat ihm also nichts gebracht.

    Der BFH hat in einem anderen Fall klar entschieden, dass Kosten für gemischt genutzte Nebenräume überhaupt nicht absetzbar sind, sobald die private Mitbenutzung die „Unerheblichkeitsschwelle“ überschreitet (BFH, Urteil vom 17. Februar 2016, Az. X R 26/13). Eine selbstständige Lebensberaterin, die von ihrem häuslichen Arbeitszimmer aus ihre Dienstleistung anbot, wollte anteilig Betriebsausgaben abziehen für die gewerbliche Mitbenutzung von Flur, Toilette und Küche – erfolglos. Ihr Argument, dass sie die kompletten Mietkosten – auch für die Nebenräume – eines externen Büros absetzen dürfte, überzeugte die Richter nicht. Denn in diesem Fall liege eine ausschließlich betriebliche Nutzung vor. Bei einer gemischten Nutzung entfällt folglich der Abzug als Betriebsausgabe oder Werbungskosten. Nur die Kosten für das Büro selbst führten im entschiedenen Fall zu Betriebsausgaben.

    Vermietung an den Arbeitgeber – Eine Option kann sein, dass Sie einen Raum in Ihrer Wohnung an Ihren Arbeitgeber vermieten. In diesem Sonderfall haben Sie kein häusliches Arbeitszimmer, sondern nutzen einen Büroraum Ihres Arbeitgebers. Sie schließen dazu einen unbefristeten Mietvertrag ab und erzielen – sofern das Finanzamt den Vertrag anerkennt – Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Im Gegenzug winkt Ihnen der volle Kostenabzug bei dieser Einkunftsart. Wichtig ist, dass das vorrangige Interesse Ihres Arbeitgebers überwiegt. Indizien dafür sind zum Beispiel, dass Sie in der Firma keinen geeigneten Arbeitsplatz haben, Ihr Arbeitgeber auch mit anderen Mitarbeitern solche Verträge abgeschlossen hat oder Sie gezwungen sind, den Raum auch außerhalb der üblichen Geschäftszeiten zu nutzen.

    Arbeitszimmer außer Haus

    Wenn Sie ein Arbeitszimmer außerhalb Ihrer eigenen Wohnung nutzen, gelten keinerlei Abzugsbeschränkungen. Steht dieser Raum nicht mit Ihrer eigenen Wohnung in Verbindung, gilt er als außerhäusliches Arbeitszimmer. Gerade in einem Zwei- oder Mehrfamilienhaus können Wohn- und Arbeitsbereich räumlich so auseinanderfallen, dass das Arbeitszimmer kein häusliches, sondern ein außerhäusliches ist. In diesem Fall können Sie Ihre Kosten unbeschränkt als Werbungskosten oder Betriebsausgaben abziehen. Beispiel: Der Wohnbereich und das Arbeitszimmer sind in einem Zweifamilienhaus baulich so voneinander getrennt, dass auch fremde Personen den dazwischen liegenden Bereich nutzen.

    Das sollten Sie beachten

    Mittelpunkt der Tätigkeit – Ausschlaggebend für die Beurteilung, ob das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt Ihrer gesamten beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit darstellt, ist der inhaltliche, qualitative Schwerpunkt sämtlicher Tätigkeiten, die Sie ausüben. Der zeitliche Umfang ist nur ein Indiz. Daher kann das häusliche Arbeitszimmer auch bei einer Außendiensttätigkeit der Tätigkeitsmittelpunkt sein.

    Möglicherweise üben Sie nur eine berufliche oder betriebliche Tätigkeit aus, die Sie in qualitativer Hinsicht gleichwertig sowohl im häuslichen Arbeitszimmer als auch am außerhäuslichen Arbeitsort erbringen. Dann liegt der Mittelpunkt Ihrer gesamten beruflichen und betrieblichen Betätigung im häuslichen Arbeitszimmer, sofern Sie mehr als die Hälfte der Arbeitszeit im häuslichen Arbeitszimmer tätig sind. Für Hochschullehrer mit Lehrverpflichtung und Richter am Amtsgericht ist übrigens bereits höchstrichterlich entschieden, dass der Mittelpunkt ihrer beruflichen Tätigkeit nicht im häuslichen Arbeitszimmer liegt.

    Kein anderer Arbeitsplatz – Dass Ihnen wirklich kein anderer Arbeitsplatz für Ihre berufliche oder betriebliche Tätigkeit zur Verfügung steht, müssen Sie belegen. Die Art Ihrer Tätigkeit kann dafür Anhaltspunkte bieten. Zusätzliches Indiz kann eine entsprechende Bescheinigung Ihres Arbeitgebers sein. Wenn Sie mehrere berufliche oder betriebliche Tätigkeiten nebeneinander ausüben, prüft das Finanzamt für jede Tätigkeit, ob Sie nicht einen anderen Arbeitsplatz nutzen könnten. Ein anderer Platz steht Ihnen für Ihre berufliche Tätigkeit aber nur dann zur Verfügung, sofern Sie jederzeit für die dienstlich erforderlichen Büroarbeiten auf einen für Sie nutzbaren, büromäßig ausgestatteten Arbeitsplatz zugreifen können.

    Telearbeitsplatz – Haben Sie sich daheim einen Telearbeitsplatz eingerichtet, an dem Sie zum Beispiel immer am Montag arbeiten, können Sie die Kosten dafür nicht absetzen. Es steht Ihnen nämlich im Büro ein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung (BFH, Urteil vom 26. Februar 2014, Az. R 40/12).

    Poolarbeitsplatz – Etwas anderes kann bei Poolarbeitsplätzen gelten. Wenn acht Prüfern eines Finanzamts nur drei Poolarbeitsplätze zur Verfügung stehen, dann können diese Kosten für ihr häusliches Arbeitszimmer absetzen. Das hat der BFH bestätigt (Urteil vom 26. Februar 2014, Az. VI R 37/13).

    Nutzung für verschiedene Zwecke – Falls Sie ein häusliches Arbeitszimmer für unterschiedliche Arbeiten nutzen – genauer gesagt für mehrere Einkunftsarten –, zum Beispiel als Arbeitnehmer und als selbstständiger Schriftsteller, dann müssen Sie Ihre Ausgaben für den Raum auf die verschiedenen Einkunftsarten aufteilen. Sie schreiben also auf, wie lange Sie den Raum für welche Arbeit nutzen. Ihren Aufwand können Sie dann entsprechend der zeitlichen Nutzungsanteile der jeweiligen Einkunftsart zuordnen.

    Beispiel: Für das Arbeitszimmer haben Sie im Jahr 4.000 Euro ausgegeben. Den Raum nutzen Sie jeweils zur Hälfte für nichtselbstständige Arbeiten und für selbstständige Tätigkeiten. Je Einkunftsart haben Sie also 2.000 Euro Kosten. Insgesamt dürfen Sie jedoch nur den Höchstbetrag von 1.250 Euro absetzen. Diesen Betrag können Sie zum Beispiel als Betriebsausgaben von den Einkünften als Schriftsteller abziehen. Alternativ könnten Sie 1.250 Euro als Werbungskosten absetzen.

    Der Höchstbetrag muss jedoch nicht in Teilhöchstbeträge auf die verschiedenen Einkunftsarten aufgeteilt werden, wie es fälschlicherweise das Sächsische Finanzgericht gemacht hat. Es schätzte in einem entschiedenen Fall, dass der Steuerzahler sein Arbeitszimmer jeweils zur Hälfte für selbstständige und nichtselbstständige Einkünfte nutzte. Dann teilte es den Höchstbetrag von 1.250 Euro dementsprechend auf und bildete Teilhöchstbeträge in Höhe von jeweils 625 Euro. Es wollte sodann nur 625 Euro Betriebsausgaben zulassen. Das Finanzamt hatte zuvor den Steuerabzug sogar komplett versagt. Der BFH hält beides für falsch (Urteil vom 25. April 2017, Az. VIII R 52/13). Der Steuerzahler kann demnach seine Aufwendungen bis zum gesetzlichen Höchstbetrag von 1.250 Euro in voller Höhe ausschöpfen.

    Unternehmer – Selbstständige, die betriebliche Räume angemietet haben, aber dort beispielsweise vertrauliche Verwaltungstätigkeiten nicht erledigen können, dürfen bis zu 1.250 Euro für ein häusliches Arbeitszimmer absetzen. Entschieden hat dies der BFH für einen Logopäden, der sogar zwei Praxisräume gepachtet hatte (BFH, Urteil vom 22. Februar 2017, Az. III R 9/16). Dort praktizierten während der üblichen Arbeitszeit überwiegend seine vier Angestellten. Für die Büro- und Abrechnungstätigkeiten stand ihm in dieser Zeit der Schreibtisch nicht zur Verfügung, weshalb er diese Arbeit von zu Hause erledigte. Dass er sie in den Praxisräumen – auch außerhalb der Öffnungszeiten – erledigt, sei ihm nicht zuzumuten, entschied der BFH.

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    Steuerfalle Immobilienverkauf

    Angenommen, Sie haben die Kosten Ihres Arbeitszimmers von der Steuer absetzen können und der Raum befindet sich in einer Immobilie, die Ihnen gehört. Sollten Sie sich innerhalb der zehnjährigen Spekulationsfrist zu einem Verkauf des Objekts entschließen, lauert eine Steuerfalle. Sie müssen gegebenenfalls einen Gewinn versteuern, der anteilig auf Ihr häusliches Arbeitszimmer entfällt, weil diese Nutzung nicht als wohnlich gilt. Maßgebend ist hierbei das Nutzflächenverhältnis. Sind Sie betroffen, sollten Sie frühzeitig mit einer Umwidmung beginnen und den Raum gezielt privat nutzen – beispielsweise zum Wäschetrocknen.

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    Artikel verfasst von

    Finanztip-Experte für Steuern

    Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

    freie Finanztip-Mitarbeiterin (bis 2015)

    Als freie Mitarbeiterin hat Sabine Himmelberg auf Finanztip zum Thema Steuern geschrieben. Sie blickt auf mehr als zwanzig Jahre Redaktionsarbeit im Steuerrecht zurück. Als spezialisierte Fachjournalistin deckt Sabine Himmelberg ein breites inhaltliches Spektrum für Publikationen namhafter Fachverlage ab. Nach ihrem Magisterabschluss an der Universität zu Köln trat sie in die Redaktion des Deubner Verlags ein, der Informationen für Rechtsanwälte und Steuerberater herausgibt und der WEKA-Gruppe angehört. Sie leitete dort drei Jahre lang die Redaktion Steuern.

    Arbeitszimmerkosten: eine erste Übersicht

    1. So funktioniert das Dokument

    Sie arbeiten beruflich von zuhause aus? Dann können Sie Ihre Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer möglicherweise als Werbungskosten abziehen. Entweder bis zu einem Betrag von 1.250,00 € pro Jahr, vielleicht sogar unbegrenzt – allerdings nur, wenn Ihr häusliches Arbeitszimmer bestimmte Anforderungen erfüllt.

    Um das herauszufinden, haben wir für Sie eine geniale Entscheidungshilfe erstellt. Mit unserem Entscheidungsbaum Arbeitszimmer können Sie innerhalb weniger Minuten feststellen, ob und in welcher Höhe sich das Finanzamt an den Kosten für Ihr häusliches Arbeitszimmer beteiligt.

    Wie nutze ich den Entscheidungsbaum?

    Sie starten im ersten Feld Geht es um ein Arbeitszimmer, also . . Sie können die Frage entweder mit Ja oder Nein beantworten, je nach dem, was auf Ihre Situation zutrifft. Wenn Sie Schwierigkeiten mit der Frage haben oder unsicher sind, steht Ihnen eine Informationshilfe zur Verfügung.

    Dazu klicken Sie in das entsprechende Kästchen, wie z.B. Geht es um ein Arbeitszimmer, also . . Es öffnet sich nun ein separates Fenster mit leicht verständlichen und hilfreichen Zusatzinformationen aus unserer Redaktion, die Ihnen bei der Beantwortung helfen. Je nach Antwort werden Sie zum nächsten Feld geführt, wo Sie wieder den für Sie zutreffenden Pfeilen bzw. Antworten folgen.

    Nutzen Sie die wertvollen Zusatzinformationen nach diesem einfachen Prinzip durch den gesamten Entscheidungsbaum hindurch! So finden Sie schnell und unkompliziert die abschließende Antwort, ob Sie die Arbeitszimmerkosten ganz, teilweise oder gar nicht steuerlich geltend machen können.

    Darüber hinaus finden Sie vertiefende Informationen zu diesem Thema in dem e-Book Arbeitszimmer , das Sie in unserem Onlineshop auf www.steuertipps.de herunterladen können.

    2. Schnell die richtigen Antworten finden

    Geht es um ein Arbeitszimmer, also einen Raum mit Schreibtisch und Büroeinrichtung?

    Ein Arbeitszimmer ist ein Arbeitsraum, in dem vorwiegend gedankliche, schriftliche oder verwaltungstechnische bzw. -organisatorische Arbeiten erledigt werden. Allerdings muss es sich dabei nicht zwangsläufig um Büroarbeiten handeln. Vielmehr ist auch bei einer geistigen, künstlerischen oder schriftstellerischen Betätigung von einem Arbeitszimmer auszugehen.

    Typischerweise ist ein Arbeitszimmer wie ein Büro eingerichtet mit Schreibtisch, Bürostuhl, Bücher- bzw. Aktenschränken, Regalen, Büchern, Aktenordnern, Computern u.Ä. Entscheidend sind also Funktion und Ausstattung des Raums.

    Ist das Zimmer in die häusliche Sphäre eingebunden?

    Häuslich ist ein Arbeitszimmer, wenn es in das private Wohnumfeld eingebunden ist. Um die Kosten für ein solches Arbeitszimmer abziehen zu können, muss gewährleistet sein, dass eine private Nutzung als Wohnraum so gut wie ausgeschlossen ist. Um das sicherzustellen, muss das häusliche Arbeitszimmer folgende Voraussetzungen erfüllen:

    Das Arbeitszimmer wird fast ausschließlich beruflich genutzt.

    Das Arbeitszimmer ist wie ein Arbeitsraum eingerichtet.

    Das Arbeitszimmer ist von den übrigen Wohnräumen abgetrennt.

    Die Wohnung ist für den Wohnbedarf ausreichend groß.

    Wird nur eine dieser Bedingungen nicht erfüllt, muss damit gerechnet werden, dass das Finanzamt den Werbungskostenabzug ablehnt.

    Häusliches Arbeitszimmer: Ist die private Nutzung so gut wie ausgeschlossen?

    Ein Arbeitszimmer wird so gut wie ausschließlich beruflich genutzt, wenn die private Mitbenutzung nicht mehr als 10 % der gesamten Nutzung ausmacht. Die berufliche Nutzung muss also mindestens 90 % der Gesamtnutzung betragen.

    Selten wird jedoch die berufliche und private Nutzungsdauer so exakt messbar sein oder tatsächlich gemessen werden. Beherzigen Sie deshalb einfach folgende Faustregel: Je geringer die berufliche Nutzung ist, desto mehr kann eine private Mitbenutzung steuerschädlich ins Gewicht fallen. Je größer aber die berufliche Nutzung ist, desto unbedeutender ist eine private Mitbenutzung.

    Wann Sie Ihr Arbeitszimmer beruflich nutzen:

    Sie erledigen in dem Arbeitszimmer berufliche Aufgaben.

    Sie nutzen das Arbeitszimmer für eine ehrenamtliche Gewerkschaftstätigkeit.

    Sie bilden sich im Arbeitszimmer beruflich fort.

    Sie beenden Ihre Berufstätigkeit.

    Separater Raum

    Das Arbeitszimmer muss ein separater Raum sein, der von den übrigen Wohnräumen abgetrennt ist. Das heißt im Klartext: Ein Zimmer mit vier Wänden und einer Tür ist ideal. Dann haben Sie mit dem Finanzamt keine Probleme.

    Ist das Arbeitszimmer ein Durchgangszimmer, durch das Sie das Schlafzimmer, das Bad oder einen anderen Raum mit untergeordneter Funktion erreichen, ist das auch noch in Ordnung. Ansonsten gilt: Ist das Arbeitszimmer nicht von den übrigen Wohnräumen abgetrennt, werden die Kosten nicht anerkannt.

    Einrichtung als Arbeitsraum – private Gegenstände unter 10 %

    In ein beruflich genutztes Arbeitszimmer gehören möglichst nur beruflich genutzte Gegenstände. Das sind zum Beispiel Schreibtisch, Schreibtischstuhl, Bücherschrank u.Ä.

    Halten Sie sich am besten an die 10 %-Grenze: Bewahren Sie nicht mehr als 10 % private Gegenstände in dem Raum auf. Dann sollte es mit dem Finanzamt keine Probleme geben. Das darf sich in Ihrem Arbeitszimmer befinden:

    Lampen, Gardinen, Teppiche, Bilder, Kunstgegenstände, Blumen, Vasen usw.

    Liege, Klappbett, Sessel, Schaukelstuhl u.Ä., wenn diese zum Beispiel zum Lesen von Fachliteratur, für Diktate oder Ruhepausen verwendet werden.

    Sitzecke mit Sesseln, wenn im Arbeitszimmer aus beruflichen Gründen Besucher empfangen werden.

    Radio oder eine kleine Stereoanlage.

    Das sollte sich nicht in Ihrem Arbeitszimmer befinden: Kinderbett, einziger Fernseher, umfangreiche private Schallplatten- und CD-Sammlungen, Fotoalben, private Bücher und Aktenordner in großem Umfang, Bügelbrett, Kühlschrank, einziger Kleiderschrank, häufig benutztes Gästebett, einziges Telefon usw.

    Bleibt genügend Wohnraum?

    Die Wohnung muss so groß sein, dass trotz des Arbeitszimmers noch genügend Wohnraum für Sie und Ihre Familie bleibt. Wie groß aber muss denn die verbleibende Wohnfläche sein? Das entscheidet sich immer anhand des Einzelfalls. Auch wenn Sie ein Urteil zu Ihren Ungunsten kennen, setzen Sie Ihr Arbeitszimmer auf jeden Fall in Ihrer Steuererklärung an. Bei Ihnen kann es ganz anders aussehen als in dem entschiedenen Fall.

    In diesen Fällen war die Wohnung ausreichend groß für ein Arbeitszimmer:

    ein Arbeitszimmer von 12 m 2 in einer Zweizimmerwohnung mit 42 m 2 bei einem Alleinstehenden.

    zwei Arbeitszimmer von 7,5 m 2 und 9 m 2 in einer 115 m 2 großen Wohnung bei einem Ehepaar.

    ein Arbeitszimmer von 14,4 m 2 in einer 88 m 2 großen Dreizimmerwohnung eines Ehepaars mit zwei kleinen Kindern.

    zwei Arbeitszimmer in einer Fünfzimmerwohnung einer vierköpfigen Familie.

    In diesen Fällen war die Wohnung zu klein für ein Arbeitszimmer:

    ein Arbeitszimmer von 25 m 2 in einer 70 m 2 großen Dreizimmerwohnung.

    ein Arbeitszimmer von 30 m 2 in einer 47,7 m 2 großen Zweizimmerwohnung bei einem Alleinstehenden.

    Liegt der qualitative Schwerpunkt Ihrer gesamten beruflichen Tätigkeit(en) im häuslichen Arbeitszimmer?

    Üben Sie Ihre gesamte berufliche und betriebliche Tätigkeit ausschließlich zu Hause aus, ist das Arbeitszimmer Mittelpunkt der gesamten beruflichen und betrieblichen Tätigkeit. Die Kosten sind also unbegrenzt in voller Höhe abzugsfähig. Das gilt für

    Heimarbeitnehmer, die nur eine Erwerbstätigkeit zu Hause ausüben.

    Freiberufler und Gewerbetreibende, die ihre Tätigkeit so gut wie ausschließlich zu Hause ausüben, wie zum Beispiel Steuerberater, Schriftsteller, Künstler, Redakteure.

    Sind Sie nicht nur zu Hause, sondern auch außerhalb tätig, prüft das Finanzamt ganz genau, wo sich der Mittelpunkt Ihrer beruflichen Tätigkeit befindet.

    Der Mittelpunkt der Tätigkeit bestimmt sich bei diesen Außendienstmitarbeitern nach dem inhaltlichen (qualitativen) Schwerpunkt der betrieblichen und beruflichen Tätigkeit. Der Mittelpunkt ist also dort, wo Sie Handlungen vornehmen und Leistungen erbringen, die für Ihren konkreten Beruf wesentlich und prägend sind.

    Wo der Mittelpunkt im Einzelfall liegt, kann nur mit einer umfassenden Wertung der Gesamttätigkeit festgestellt werden. Bei dieser Wertung ist die zeitliche (quantitative) Nutzung des Arbeitszimmers lediglich ein Indiz für den Mittelpunkt. Ob Sie Ihre Einnahmen überwiegend im Arbeitszimmer oder im Außendienst erwirtschaften, darf bei der Ermittlung des Mittelpunkts keine Rolle spielen.

    Kommen Sie sämtlichen beruflichen Tätigkeiten hauptsächlich an anderen Orten nach?

    Liegt der qualitative Schwerpunkt all Ihrer Tätigkeiten nicht im häuslichen Arbeitszimmer, sondern liegt er außerhäuslich, ist das Arbeitszimmer auch nicht der Mittelpunkt Ihrer gesamten Tätigkeit. Konsequenz: Ihre Arbeitszimmerkosten können Sie gar nicht absetzen. Das gilt auch, falls kein qualitativer Schwerpunkt ermittelt werden kann (z.B. wenn die Tätigkeiten im Arbeitszimmer und außerhalb des Arbeitszimmers qualitativ gleichwertig sind).

    Üben Sie u.a. eine Vollzeitbeschäftigung aus und liegt der qualitative Schwerpunkt dieser Tätigkeit im häuslichen Arbeitszimmer?

    Der BFH betrachtet von vornherein die gesamte betriebliche und berufliche Tätigkeit ( Gesamtbetrachtung ). Selbst wenn eine von mehreren Tätigkeiten ihren Schwerpunkt nicht im Arbeitszimmer hat, Sie aber für diese Tätigkeit das Arbeitszimmer benötigen, kann das Arbeitszimmer der Mittelpunkt der gesamten Tätigkeit sein. Es kommt also auf den qualitativen Schwerpunkt der Gesamttätigkeit an.

    Dem Mittelpunkt der Haupttätigkeit kommt dabei das größte Gewicht zu. Als Haupttätigkeit ist jede Vollzeitbeschäftigung aufgrund eines Arbeits- oder Dienstverhältnisses anzusehen. Liegt deren Schwerpunkt nicht im häuslichen Arbeitszimmer, kann regelmäßig auch der qualitative Schwerpunkt der Gesamttätigkeit nicht im Arbeitszimmer liegen. Ist umgekehrt das Arbeitszimmer der Schwerpunkt der Haupttätigkeit, gilt das auch dann für die Gesamttätigkeit, wenn die Nebentätigkeit ihren Schwerpunkt außerhalb des Arbeitszimmers hat.

    Die Finanzverwaltung geht von vornherein davon aus, dass das Arbeitszimmer nicht Mittelpunkt Ihrer gesamten Tätigkeit ist, wenn bei mehreren Tätigkeiten das Arbeitszimmer der Mittelpunkt von nur einer Tätigkeit ist, nicht aber von allen. Die Folge: Es kann Ihnen passieren, dass das Finanzamt auch bei kleinen Nebenjobs das Arbeitszimmer insgesamt nicht mehr als Mittelpunkt anerkennt.

    Nutzen Sie das häusliche Arbeitszimmer für bestimmte Tätigkeiten, weil Ihnen kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht?

    Den meisten Angestellten und Beamten steht für ihre berufliche Tätigkeit ein Arbeitsplatz beim Arbeitgeber zur Verfügung; das kann ein Schreibtisch in einem Großraumbüro sein, aber auch ein komplett eingerichtetes eigenes Büro. In diesen Fällen können Sie die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer normalerweise nicht steuerlich geltend machen.

    Ein anderer Arbeitsplatz ist grundsätzlich jeder Büroarbeitsplatz; d.h. jeder Arbeitsplatz, an dem Schreibarbeiten, das Studium von Fachliteratur, Telefonate und andere büromäßige Arbeiten erledigt werden können. Weitere Anforderungen, zum Beispiel an die Beschaffenheit des Arbeitsplatzes, werden nicht gestellt; auch die Arbeitsbedingungen spielen grundsätzlich keine Rolle. Ein anderer Arbeitsplatz liegt deshalb auch dann vor,

    wenn Sie einen Schreibtisch in einem Großraumbüro nutzen und kein eigenes, abgeschlossenes Büro haben.

    wenn Sie wegen Lärmbelästigung oder Publikumsverkehr nicht ungestört arbeiten können und deswegen auf das häusliche Arbeitszimmer ausweichen.

    wenn Ihnen kein konkreter Büroarbeitsplatz zur alleinigen Nutzung zugewiesen wurde, zum Beispiel wenn Sie in einem Großraumbüro irgendeinen freien Schreibtisch nutzen können.

    wenn er zu bestimmten Zeiten nicht genutzt werden kann. Auch wenn Sie also Ihren Arbeitsplatz außerhalb der üblichen Arbeitszeiten (z.B. Wochenende, Ferien) nicht nutzen können, haben Sie trotzdem einen anderen Arbeitsplatz .

    Steht Ihnen ein solcher anderer Arbeitsplatz zur Verfügung, können Sie die Kosten für das häusliche Arbeitszimmer in der Regel nicht absetzen. Doch es gibt Ausnahmen, z.B. bei Lehrern und Dozenten, die für ihre Unterrichtsvorbereitung keinen Schreibtisch in der Schule haben, bei Außendienstmitarbeitern und Handelsvertretern, die ihre Reiseberichte, Abrechnungen usw. im Arbeitszimmer erstellen sowie bei einem Bankangestellten, der in erheblichem Umfang Büroarbeiten zu Hause außerhalb der üblichen Bürozeiten erledigte.

    Erzielen Sie Ihre wesentlichen Einnahmen im häuslichen Arbeitszimmer und verbringen Sie dort hauptsächlich Ihre Arbeitszeit?

    Üben Sie keine Vollzeitbeschäftigung, sondern mehrere selbstständige oder nichtselbstständige Tätigkeiten aus, kommt es für die Bestimmung der Haupttätigkeit auf weitere Kriterien an. Das sind beispielsweise die Höhe der jeweiligen Einnahmen und der jeweilige Zeitaufwand. Dabei werden alle Einkunftsarten des Steuerpflichtigen berücksichtigt. Somit zählen auch die Verwaltung von vermietetem Grundbesitz sowie die Erzielung von Renteneinkünften mit und nicht nur aktive Tätigkeiten wie die als Arbeitnehmer.

    Bei der Vermietung von Immobilien liegt der Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit in aller Regel nicht im Arbeitszimmer. Konsequenz: Ein kompletter Abzug von Arbeitszimmerkosten kommt für diese Einkünfte meist nicht in Betracht. Grund: Die Verwaltungsarbeiten in Zusammenhang mit der Vermietung prägen die Tätigkeit nicht.

    Externes Arbeitszimmer

    Ob Ihr Arbeitszimmer häuslich oder außerhäuslich ist, entscheidet über die Höhe der abziehbaren Kosten. Grund: Bei einem außerhäuslichen (externen) Arbeitszimmer bzw. Büro wird nicht geprüft, ob es der Tätigkeitsmittelpunkt ist oder ob ein anderer Arbeitsplatz vorliegt. Die Raumkosten sind vielmehr bei beruflicher Nutzung immer absetzbar.

    Häuslich ist Ihr Arbeitszimmer, wenn es seiner Lage nach in Ihre häusliche Sphäre eingebunden ist. Das ist insbesondere der Fall, wenn das Arbeitszimmer eine bauliche Einheit mit Ihrem Wohnteil bildet, also innerhalb Ihrer Privatwohnung liegt.

    Häuslich ist ein Arbeitszimmer aber auch dann, wenn es sich außerhalb Ihrer Wohnung in einem zur Wohnung gehörenden Zubehörraum befindet, also zum Beispiel in einem Abstell-, Keller- oder Speicherraum.

    Dagegen ist Ihr Arbeitszimmer außerhäuslich , wenn es seiner Lage nach nicht in Ihre häusliche Sphäre eingebunden ist, insbesondere keine bauliche Einheit mit Ihrem Wohnteil bildet.

    Ohne Bedeutung für die Zuordnung ist, ob Sie die Wohnung, zu der das Arbeitszimmer gehört, gemietet oder zu Eigentum erworben haben.

    Wurde der Raum bei nahen Angehörigen angemietet?

    Achtung: Nicht jede Anmietung eines Arbeitszimmers wird vom Finanzamt anerkannt! Probleme gibt es, wenn das Arbeitszimmer im Haus der Eltern oder bei anderen nahen Angehörigen angemietet wird.

    Ist die Entfernung zur Privatwohnung angemessen?

    Das Finanzamt sieht es auch nicht gerne, wenn das Arbeitszimmer zu weit entfernt von der privaten Wohnung liegt. Es unterstellt in diesen Fällen, dass Sie das Arbeitszimmer nicht ausschließlich aus beruflichen Gründen angemietet haben.

    Achten Sie deshalb darauf, dass die Mietvereinbarung einem Fremdvergleich standhält und die Gesamtumstände glaubhaft sind. Davon ist insbesondere auszugehen, wenn sich der Raum in angemessener Entfernung zu Ihrer Wohnung befindet und Sie in Ihrem Wohnumfeld keinen Platz für einen Arbeitsraum haben.

    In diesen Fällen wurde die Anmietung des Arbeitszimmers nicht anerkannt:

    Das Arbeitszimmer befand sich im Wohnhaus der Eltern des Steuerpflichtigen, die Fahrzeit dorthin betrug einfach 1 bis 1,5 Stunden.

    Das Arbeitszimmer befand sich im Nachbarhaus, das der Mutter des Steuerpflichtigen gehörte.

    Das Arbeitszimmer eines Angestellten befand sich im Haus seiner Schwiegereltern, das rund 20 km von seinem Wohnort entfernt lag. Das Einfamilienhaus des Steuerpflichtigen war groß genug, um dort ein häusliches Arbeitszimmer zu unterhalten.

    Sonstiger beruflich genutzter Raum

    Ein Raum, der seiner Ausstattung und Funktion nach nicht einem Büro entspricht (Lager, Werkstatt und Ausstellungsräume), ist steuerlich kein häusliches Arbeitszimmer. Das gilt selbst dann, wenn er seiner Lage nach mit den Wohnräumen verbunden ist.

    Lager-, Ausstellungsraum, Werkstatt

    Ein Lagerraum unterscheidet sich in Funktion und Ausstattung von einem typischen Arbeitszimmer. Entscheidend ist, wie Sie das beruflich genutzte Zimmer zu Hause einrichten, ob die Nutzung als Warenlager oder als Büroarbeitsplatz die Funktion und Ausstattung prägt. Selbst wenn in dem Lagerraum ein Schreibtisch stehen sollte, wird dadurch nicht gleich ein häusliches Arbeitszimmer daraus. Gute Karten haben Sie, wenn Sie diese Bedingungen erfüllen:

    Der Raum erfüllt für Sie die Funktion eines Lagerraums.

    Ihr Betrieb bzw. Ihre berufliche Tätigkeit wird mehr durch die Lagerhaltung als durch Bürotätigkeiten geprägt.

    Sie sind zur Führung Ihres Betriebs bzw. zur Ausübung Ihrer Berufstätigkeit auf die in Anspruch genommenen Lagerflächen tatsächlich angewiesen.

    Der Schreibtisch nimmt nur einen ganz kleinen Raum ein. Sie nutzen den Raum nur selten und für kurze Zeit für Bürotätigkeiten.

    Die den Raum prägenden Möbelstücke sind die aufgestellten Regale, Stau- und Ablagevorrichtungen, nicht jedoch der Schreibtisch und die Büroeinrichtung. Entscheidend ist der Gesamteindruck der Raumausstattung

    Ein Zimmer, in dem Sie ausschließlich Artikel und Produkte Ihres Arbeitgebers oder eigene Produkte präsentieren, ist kein Arbeitszimmer , sondern ein Ausstellungsraum.

    Nutzen Sie einen Raum beruflich als Werkstatt, ist er kein Arbeitszimmer .

    Häusliche Betriebsstätte

    Ob ein beruflich genutzter Raum unter die Abzugsbeschränkung für häusliche Arbeitszimmer fällt oder eine Betriebsstätte ist, lässt sich nicht generell, sondern nur aufgrund einer Gesamtwürdigung der Umstände des Einzelfalls entscheiden.

    Für eine Betriebsstätte sprechen folgende Punkte:

    Der Raum liegt außerhalb der Wohnung. Wenn er innerhalb der Wohnung liegt, ist er ausreichend zu den Privaträumen abgegrenzt.

    Der Raum ist mit Geräten oder Maschinen für die berufliche Nutzung eingerichtet.

    Der Raum ist für den Betrieb erforderlich (wesentliche Betriebsgrundlage).

    In dem Raum findet öfter und regelmäßig Publikumsverkehr statt.

    Sie beschäftigen Arbeitnehmer, die den Raum nutzen.

    Eine Betriebsstätte ist zum Beispiel eine Arzt- oder Anwaltspraxis, in der Sie Patienten oder Mandanten empfangen. Das gilt auch, wenn die Praxis an das Wohnhaus angrenzt oder sich im selben Gebäude wie die Privatwohnung befindet.

    In vielen Fällen wird neben dem eigentlichen Arbeitszimmer noch ein zweiter Raum als Archiv genutzt. Dort werden Aktenordner und Bücher aufbewahrt, die im Arbeitszimmer selbst keinen Platz mehr finden.

    Ist das Archiv mit Regalen, Ablagetischen und ähnlichen Möbeln ausgestattet und werden dort auch Tätigkeiten wie zum Beispiel das Einordnen, Sichten und Heraussuchen von Unterlagen ausgeübt, erfüllt dieser Archivraum Funktionen, die typischerweise einem Arbeitszimmer zukommen. Das Archiv bildet deshalb zusammen mit dem Arbeitszimmer eine funktionale Einheit – und zwar auch dann, wenn sich in dem für Archivierungszwecke genutzten Raum kein Schreibtisch-Arbeitsplatz befindet.

    Kosten nur zusammen mit Arbeitszimmerkosten abziehbar

    Das Archiv muss immer zusammen mit dem Arbeitszimmer betrachtet werden. Die Kosten eines Archivs sind also nicht separat abziehbar, sondern nur zusammen mit den Arbeitszimmerkosten, falls diese ansetzbar sind. Die Archivkosten müssen dabei den Kosten des eigentlichen Arbeitszimmers hinzugerechnet werden. Das bedeutet im Umkehrschluss: Sind die Arbeitszimmerkosten nicht oder nur begrenzt abziehbar, betrifft das auch den Abzug der Archivkosten.

    Kosten bis 1.250,00 € absetzbar

    Steht einem Angestellten für einen bestimmten beruflichen Tätigkeitsbereich bei seinem Arbeitgeber kein Arbeitsplatz zur Verfügung, sodass er die Arbeit in seinem häuslichen Arbeitszimmer ausführen muss, kann er dessen Kosten bis zu einem Höchstbetrag von 1.250,00 € pro Jahr als Werbungskosten absetzen.

    Bei den 1.250,00 € handelt es sich nicht um eine Pauschale, sondern einen Höchstbetrag. Das bedeutet: Liegen die tatsächlichen Arbeitszimmerkosten darunter, sind auch nur diese Kosten abziehbar.

    Kosten in voller Höhe absetzbar

    Alle Kosten, die Sie dem Arbeitszimmer direkt oder anteilig zuordnen können, sind absetzbar. Direkt dem Arbeitszimmer zuordenbar sind zum Beispiel die Kosten für die Ausstattung, Renovierung oder die nachträgliche Errichtung des Arbeitszimmers. Diese Aufwendungen können Sie in voller Höhe absetzen.

    Anteilig werden dem Arbeitszimmer die Kosten für die Unterhaltung des Arbeitszimmers zugeordnet. Das sind zum Beispiel Wohnungsmiete, Abschreibungen, Strom, Heizung, Wasser, Müllabfuhr und vieles mehr. Diese Kosten entstehen eigentlich für die gesamte Wohnung. Da aber das Arbeitszimmer Teil der Wohnung ist, können die Kosten anteilig dem Arbeitszimmer zugeordnet werden und sind anteilig abzugsfähig.

    Viele Kosten entstehen für die gesamte Wohnung, zum Beispiel Miete, Strom, Heizung usw. Für das Arbeitszimmer können Sie nur die Kosten geltend machen, die anteilig auf das Arbeitszimmer entfallen.

    Den Arbeitszimmeranteil an der Gesamtwohnfläche berechnen Sie ganz einfach: Sie brauchen nur die Grundfläche Ihrer Wohnung und des Arbeitszimmers. Von den Gesamtkosten der Wohnung setzen Sie in Ihrer Steuererklärung den entsprechenden Prozentsatz als Werbungskosten an.

    So ermitteln Sie den Arbeitszimmeranteil

    Fläche des Arbeitszimmers

    Gesamtwohnfläche der Wohnung (inkl. Arbeitszimmer)

    Beispiel: Ihr Einfamilienhaus hat eine Grundfläche von insgesamt 135 m 2 inklusive Arbeitszimmer. Das Arbeitszimmer selbst hat eine Grundfläche von 15 m 2 . Der Anteil des Arbeitszimmers an der Gesamtwohnfläche beträgt:

    Von den Strom-, Heizungs- und anderen Kosten, die für die gesamte Wohnung entstehen, können Sie also 11,11 % als Werbungskosten beim Arbeitszimmer absetzen.

    Im Einzelnen sind folgende Kosten abziehbar:

    Ausstattung des Arbeitszimmers

    Renovierung des Arbeitszimmers

    Nachträgliche Errichtung des Arbeitszimmers

    Abschreibungen, Betriebskosten und Schuldzinsen (nur für Eigentümer)

    Miete und Nebenkosten

    Renovierungskosten der Mietwohnung

    Renovierungs- und Instandhaltungskosten (nur für Eigentümer)

    Inhaltsübersicht

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    Dein häusliches Arbeitszimmer von der Steuer absetzen – so funktioniert´s

    Die Kosten für das häusliche Arbeitszimmer können in der Einkommensteuerklärung angegeben werden, ein Steuervorteil lässt sich jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen daraus ziehen. Welche Regeln es zu beachten gilt, damit du Steuern sparst, zeigt dieser Fachartikel.

    Viele Selbständige, Freiberufler und natürlich Gründer, die noch ganz am Anfang ihres Startups stehen, arbeiten teilweise oder im vollen Umfang von zu Hause aus. Die Kosten für das häusliche Arbeitszimmer können in der Einkommensteuerklärung angegeben werden, ein Steuervorteil lässt sich jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen daraus ziehen. Welche Regeln es zu beachten gilt, damit du Steuern sparst, zeigt dieser Fachartikel.

    Grundsätzlich: Das häusliche Arbeitszimmer ist nicht absetzbar. Aber…

    Fragen hinsichtlich der steuerlichen Absetzbarkeit des häuslichen Arbeitszimmers beschäftigen seit Jahren die zuständigen Finanzbehörden und Gerichte. Bis einschließlich 1995 konnte jeder Arbeitnehmer in Deutschland die Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer steuerlich geltend machen. Die einzige Voraussetzung war, dass der entsprechende Raum vom übrigen Wohnbereich getrennt und die private Mitnutzung eindeutig nachgeordnet war.

    Seit 1996 dürfen die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer grundsätzlich nicht mehr geltend gemacht werden, dies gilt für alle Einkunftsarten einschließlich Sonderausgabenbereich. Aufwendungen für die Wohnung zählen zu den Lebenshaltungskosten, diese sind steuerlich nicht absetzbar.

    Es gibt jedoch zwei Ausnahmen, bei denen du dein Arbeitszimmer doch absetzen kann:

    • Ausnahme 1: Steuerpflichtige können einen Teil der Aufwendungen bis zu einer Höhe von 1.250 Euro für das häusliche Arbeitszimmer bei der Steuer angeben, wenn ihnen kein anderer Arbeitsplatz, d.h. ein Büro beim Arbeitgeber, zur Verfügung steht. ABER: Die Finanzbehörden erkennen ein häusliches Arbeitszimmer nur dann an, wenn eine gleichzeitige private Nutzung als Wohnraum (nahezu) ausgeschlossen oder von untergeordneter Bedeutung ist. Es gilt, dass der Anteil der privaten Nutzung unter 10 Prozent liegen muss. Teilen sich mehrere Personen in einer Wohnung den entsprechenden Raum als Arbeitszimmer, ist der Höchstbetrag (1.250 €) nach der anteilsmäßigen Nutzung aufzuteilen.
    • Ausnahme 2: Die tatsächlichen Kosten ohne Beschränkung können angesetzt werden, wenn das häusliche Arbeitszimmer tatsächlich den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung ausmacht. Laut Bundesfinanzministerium sei diese Bedingung erfüllt, wenn ein Arbeitnehmer mindestens an drei Tagen in der Woche von zu Hause aus arbeitet. (Wer es genau wissen will: BMF, Schreiben v. 2.3.2011, BStBl. 2011 I S. 195, Rz. 11)

      Diese Arbeitszimmerkosten kannst du geltend machen…

      Die Rechtslage sieht vor, dass nur die anteiligen Aufwendungen für das Arbeitszimmer angegeben werden können. Folgende Aufwendungen können bei der Steuer eingereicht werden:

      • Miete,
      • Nebenkosten, z.B. Grundsteuer, Müllabfuhrgebühren, Gebäudeversicherung sowie Kosten für den jeweiligen Wasser- und Energieverbrauch (Heizung, Strom),
      • Abschreibung für das Gebäude (Absetzung für Abnutzung, Sonderabschreibung),
      • Reparatur- und Renovierungskosten am sowie im Gebäude,
      • Finanzierungskosten der Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Gebäudes sowie der Reparatur- und Renovierungskosten,
      • Kosten für die Raumausstattung, beispielsweise Bodenbelag, Tapeten, Beleuchtung oder Gardinen.

      Wie du das für dein Arbeitszimmer berechnest, kannst du am besten an einem Rechenbeispiel einer 75 Quadratmeter großen Wohnung und einem 15qm großen Arbeitszimmer nachvollziehen. Das Rechenbeispiel stammt von smartsteuer.de.

      Achtung: Arbeitsmittel sind nach wie vor steuerlich absetzbar…

      Aufwendungen für Einrichtungsgegenstände wie Computer, Bürostuhl, Schreibtischlampe, Regal etc. können unabhängig von den erläuterten Regelungen für das häusliche Arbeitszimmer steuerlich geltend gemacht werden. Denn es handelt sich im steuerlichen Sinne nicht um Raumausstattung sondern um Arbeitsmittel. Voraussetzung ist, dass diese Mittel nahezu ausschließlich betrieblich oder beruflich genutzt werden.

      Hierbei ist auf der einen Seite zu unterscheiden zwischen Werbungskosten – Abzüge von den Einkünften der entsprechenden Einkunftsart, z.B. die Reparaturkosten einer vermieteten Wohnung von Einkünften aus der Vermietung oder Studien- und Ausbildungskosten.

      Auf der anderen Seite lassen sich Betriebsausgaben als Kosten von Einkünften aus einer selbständigen Tätigkeit bis zu einem gewissen Umfang ebenfalls von der Steuer absetzen.

      Aktueller Streitfall: Was mache ich mit zwei häuslichen Arbeitszimmern?

      Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz hat in seinem Urteil vom 25.02.2015 (Akz. 2 K 1595/13) entschieden, dass ein Steuerpflichtiger bei den Werbungskosten bzw. bei den Betriebsausgaben lediglich nur ein Arbeitszimmer steuerlich geltend machen kann, auch wenn er aus beruflichen Gründen zwei Wohnungen besitzt.

      Das Beispiel eines Selbständigen mit zwei Wohnungen und Arbeitszimmern

      Die Kläger sind verheiratet, sie haben zwei Wohnsitze – einen in Rheinland-Pfalz, den anderen in Thüringen. Der Kläger ist sowohl selbständig tätig – er gibt Seminare und Fortbildungskurse für Steuerberater – als auch in einem nichtselbständigen Verhältnis in Thüringen beschäftigt. Im betreffenden Fall machte der Kläger bei der Einkommensteuererklärung für das Jahr 2009 die Kosten für zwei Arbeitszimmer in Höhe von insgesamt 2.575 Euro als Betriebsausgaben geltend. Als Begründung gab der Kläger an, er benötige in beiden Wohnungen ein häusliches Arbeitszimmer zur Ausübung der selbständigen Tätigkeit.

      Gericht entschied: Nur eine Wohnung / ein Arbeitszimmer ist absetzbar

      Das Finanzamt erkannte jedoch nur ein Arbeitszimmer an, die Kosten der steuerlichen Absetzbarkeit wurden auf 1.250 Euro begrenzt. Einspruchs- und Klageverfahren der Kläger führten bislang nicht zum Erfolg. Bei der Verkündung des noch nicht rechtskräftigen Urteils übernahm das Finanzgericht Rheinland-Pfalz die Auffassung des Finanzamtes mit der folgenden Begründung:

      Im Einkommensteuergesetz sei geregelt, dass die Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer nur unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich absetzbar seien, zudem seien diese Aufwendungen in den meisten Fällen durch einen bestimmten Betrag in Höhe von maximal 1.250 Euro beschränkt. Im aufgeführten Fall sei ein voller Abzug der tatsächlichen Kosten nicht möglich, da der Kläger die Vortragstätigkeiten außerhalb des häuslichen Arbeitszimmers durchgeführt habe. Aus diesem Grund könne er die Aufwendungen nur bis zu dem angegeben Höchstbetrag von 1.250 Euro steuerlich geltend machen.

      Da dieser maximale Erstattungsbetrag personen- und objektbezogen ist, könne dieser auch nur einmal jährlich gewährt werden. Dies gelte auch für den Fall, dass verschiedene Personen in einem gewissen Zeitraum das Arbeitszimmer nacheinander oder zwei Arbeitsräume zeitgleich nutzen würden. Da jedoch eine Person zwei Arbeitszimmer unter keinen Umständen zeitgleich nutzen könne, können der Höchstbetrag nur einmal gewährt werden.

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      Küchenmeister wissen: Das Kochen muss man lieben und leben. Täglich. So versteht das Gründerküche Redaktion auch das Startup und Unternehmerdasein: als Lebensgefühl. Wir beobachten gespannt, was da so in den Unternehmerküchen zusammengebraut wird: welche Trends sich unter den Startups, Investoren, Business Angels und Gewerbetreibenden herausbilden. Wir suchen die besten Tipps zur Unternehmensführung, entdecken Erfolgsmodelle von klein bis groß, von lokal bis global und hinterfragen bewährte Rezepte.

      Источники: http://www.finanztip.de/haeusliches-arbeitszimmer/, http://www.steuertipps.de/beruf-job/werbungskosten-arbeitszimmer/haeusliches-arbeitszimmer-wie-viel-ist-steuerlich-absetzbar, http://www.gruenderkueche.de/fachartikel/haeusliches-arbeitszimmer-von-der-steuer-absetzen-erklaerung/

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