Einkommensteuererklärung pflicht oder freiwillig

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    Einkommensteuererklärung pflicht oder freiwillig

    Steuererklärung 2016: Wer muss ans Finanzamt zahlen?

    18.11.2016, 12:28 Uhr | sw (CF)

    Die Einkommenssteuererklärung ist nicht für jeden verpflichtend (Quelle: INSADCO/imago)

    Die Einkommensteuererklärung ist für viele Arbeitnehmer eine lästige Pflicht, die gern aufgeschoben wird. Nicht jeder muss jedoch überhaupt eine Steuererklärung beim Finanzamt abgeben. Wann Sie dazu verpflichtet sind und was für eine freiwillige Steuererklärung spricht, erfahren Sie hier.

    Steuererklärung ist für viele Menschen Pflicht

    Die Abgabe der Steuer betrifft viele, aber nicht alle Menschen in Deutschland. Das Einkommensteuergesetz unterscheidet zwischen Pflicht- und Antragsveranlagung. Geregelt ist alles im Paragraphen 46. Von der Steuerpflicht sind gewöhnliche Arbeitnehmer befreit, die neben dem Arbeitslohn keine weiteren Einkünfte besitzen, so das Portal „Steuerklassen.com“.

    Wenn Sie verpflichtet sind eine Steuererklärung zu machen, ist der Abgabetermin üblicherweise der 31. Mai des folgenden Jahres. Die Steuererklärung für das Jahr 2016 sollte also spätestens am 31. Mai 2017 bei Ihrem Finanzamt vorliegen.

    Haben Sie aus nachvollziehbaren Gründen die Erklärung nicht rechtzeitig abgeben können, gewährt das Finanzamt häufig einen Aufschub – den müssen Sie jedoch möglichst frühzeitig beantragen.

    Steuererklärung abgeben, wenn .

    Steuerpflichtig sind grundsätzlich alle Selbstständigen, Freiberufler, juristischen Personen und Vermieter sowie Verpachter. Es gibt aber noch gesonderte Regelungen für Arbeitnehmer und Rentner. Laut dem Portal „Steuertipps“ sind Sie per Gesetz verpflichtet, Steuern zu zahlen, wenn:

    • Lohnersatzleistungen wie Elterngeld oder Kindergeld zusätzlich zum Gehalt erhalten und die Grenze von 410 Euro überschritten
    • Gehalt von verschiedenen Arbeitgebern bekommen, dass pauschal nicht versteuert wird
    • steuerpflichtige Extraeinkünfte den Wert von 410 Euro übersteigen
    • beide oder einer der Ehepartner Gehalt bezieht und entweder in der Steuerklasse V oder VI eingetragen ist
    • beide oder einer der Ehepartner Gehalt erhält und enweder das Faktor III- oder Faktor IV-Verfahren beantragt hat
    • beide oder einer der Ehepartner Freibeträge erhalten hat
    • nach der Scheidung einer der beiden Ex-Partner erneut geheiratet hat
    • Einkünfte über dem Grundsteuerfreibetrag von 8.652 Euro liegen. Bei Ehepaaren sind es 17.304 Euro

    Auch immer mehr Rentner müssen Steuern bezahlen. Das ist zum einen notwendig, wenn der Grundfreibetrag 2016 über 8.652 Euro liegt. Zum anderen ist ein bestimmter Teil der Rente steuerpflichtig. 2016 liegt der steuerpflichtige Anteil bei 72%, sprich der Rentenfreibetrag rangiert bei 28%. Wer 2040 in Rente geht, dessen zu versteuernder Pflichtanteil sind 100%.

    Steuererklärung: Wer darf verzichten?

    Wer nicht in die oben genannten Kategorien fällt, braucht keine Steuererklärung abgeben. Dies trifft zumeist zu, wenn Sie nur sehr geringe Einkünfte haben, die unter dem Steuerfreibetrag von derzeit 8.652 Euro im Jahr liegen. Falls Sie sich dennoch unsicher sind, ob Sie zu einer Steuererklärung verpflichtet sind, sollten Sie sich bei Ihrem Finanzamt erkundigen oder einen Steuerberater aufsuchen.

    Freiwillige Steuererklärung lohnt sich

    Wer keine Steuererklärung dieses Jahr abgeben muss, kann dies aber freiwillig tun. Und der lästige Papierkram lohnt sich definitiv. Im Durchschnitt zahlt das Finanzamt laut dem Statistischen Bundesamt 873 Euro zurück, so „Die Welt“. Wenn Sie die Steuererklärung freiwillig abgeben, haben Sie dazu vier Jahre Zeit.

    Ein klassischer Fall für Rückzahlungen sind die Werbungskosten. Der steuerlich geltend machende Betrag für beruflich veranlasste Kosten liegt laut „Finanztip“ bei 1.000 Euro. Die Pauschale gilt für jeden einzelnen Arbeitnehmer. Zu den Werbungskosten gehören Faktoren wie Fort- und Weiterbildungen, Fahrtkosten, Berufskleidung, etc. Laut dem Portal „Steuertipps“ können Sie ebenfalls außergewöhnliche Belastungen oder Sonderausgaben angeben und auf eine Steuererstattung hoffen.

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    Abgabepflicht Steuererklärung

    Wer eine Steuererklärung einreichen muss

    • Zuletzt aktualisiert: 5. Mai 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Wenn Sie nicht gesetzlich zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet sind, können Sie sich freiwillig veranlagen lassen und haben dafür vier Jahre Zeit.
    • Die freiwillige Abgabe einer Steuererklärung lohnt sich meist, wenn Sie hohe Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen haben oder wenn Sie Handwerker und Dienstleister in Ihrem Haushalt arbeiten lassen.
    • Normalerweise müssen Sie Ihre Steuererklärung bis Ende Mai des folgenden Jahres abgeben. Eine Verlängerung ist auf Antrag beim Finanzamt möglich oder wenn ein Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein Sie unterstützt.
    • Arbeitnehmer und Rentner können ihre Steuererklärung auf den amtlichen Papiervordrucken abgeben.
    • Sie können sie auch elektronisch mit dem Elster-Formular, dem kostenlosen Programm der Finanzverwaltung, oder mittels einer Steuersoftware an das Finanzamt übermitteln.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Die Einkommensteuererklärung auszufüllen, ist für viele Arbeitnehmer eine lästige Aufgabe. Doch viele müssen es tun. Für andere kann es sich lohnen, die Erklärung freiwillig abzugeben. Das Einkommensteuergesetz (EStG) unterscheidet zwischen

    • der Pflichtveranlagung, bei der Sie zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung gesetzlich verpflichtet sind, und
    • der Antragsveranlagung, bei der Sie freiwillig eine Steuererklärung abgeben und damit zugleich einen Antrag auf die Einkommensteuerveranlagung stellen.

    Helfer für die Steuererklärung

    Im Fall der freiwilligen Abgabe haben Sie nur die sogenannte Festsetzungsfrist zu beachten. Das heißt, spätestens vier Jahre nach dem Ende des Steuerjahres müssen Sie Ihre Erklärung beim Finanzamt abgegeben haben. Beispiel: Für die Steuererklärung 2016 haben Sie bis zum 31. Dezember 2020 Zeit.

    Fällt das Jahresende auf einen Samstag, Sonntag oder Feiertag, endet die Festsetzungsfrist aber erst um 24 Uhr des nächsten Werktags. Das hat der Bundesfinanzhof am 20. Januar 2016 entschieden (Az. VI R 14/15).

    Abgabepflicht für Arbeitnehmer

    Wer hingegen zur Abgabe verpflichtet ist, muss seine Erklärung immer bis zum 31. Mai des Folgejahres abgeben (ab 2019: zum 31. Juli). Die Abgabepflicht für Arbeitnehmer ist in § 46 EStG geregelt. Demnach müssen Sie dem Finanzamt eine Einkommensteuererklärung vorlegen, wenn

    • Sie Einkünfte ohne Lohnsteuerabzug oder Lohnersatzleistungen (zum Beispiel Arbeitslosen-, Kurzarbeiter-, Kranken-, Mutterschafts-, Insolvenz- oder Elterngeld) von mehr als 410 Euro haben; dies gilt auch für Aufstockungsbeiträge zur Altersteilzeit;
    • Sie mehrere Arbeitslöhne nebeneinander beziehen (wenn also nach Lohnsteuerklasse VI abgerechnet wurde);
    • Sie und Ihr Ehegatte Arbeitslohn bezogen haben und die Steuerklassenkombination III/V oder IV/IV mit einem eingetragenen Faktor hatten und beide gearbeitet haben;
    • Sie Freibeträge beim Lohnsteuerabzug in Anspruch genommen haben;
    • Sie und Ihr Ehegatte nicht die Zusammenveranlagung wählen und nicht die standardmäßige hälftige Aufteilung für den Ausbildungsfreibetrag oder den Behindertenpauschbetrag wollen;
    • spezielle Fälle von Sonderzahlungen vorliegen (in diesem Fall ist die Lohnsteuerbescheinigung mit einem Kennbuchstaben markiert);
    • Sie Sonderzahlungen bekommen haben, im selben Jahr den Arbeitgeber gewechselt haben und der neue Arbeitgeber bei der Lohnsteuerberechnung die Werte der vorherigen Arbeitgeber nicht berücksichtigt hat;
    • Ihre Ehe geschieden wurde oder ein Partner verstorben ist und einer der Ehegatten im selben Jahr wieder heiratet;
    • auf der Lohnsteuerkarte ein Ehegatte berücksichtigt wurde, der im EU-Ausland lebt oder
    • Ihr Wohnsitz im Ausland ist und Sie unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland beantragt haben.

    Abgabepflicht für Rentner

    Immer öfter müssen auch Rentner eine Steuerklärung abgeben. Dadurch, dass der steuerfreie Betrag dauerhaft festgeschrieben ist, wirken sich Rentenerhöhungen in voller Höhe aus. Folglich können Rentner, die bislang keine Steuern auf ihre Renten zahlen mussten, in die Steuerpflicht hineinwachsen.

    Pensionäre mit rund 11.000 Euro Bezügen (für Ehepaare im Jahr 2016: 20.900 Euro) müssen ebenfalls eine Steuererklärung abgeben. Das gilt auch für Beamte, deren Vorsorgepauschale für das Gehalt höher war als ihre anzuerkennenden Versicherungsbeiträge. Wer Einkünfte aus einer selbstständigen, gewerblichen oder landwirtschaftlichen Tätigkeit bezieht, für den gilt nicht nur die Pflichtveranlagung zum 31. Mai, zudem muss derjenige die Steuererklärungen elektronisch über Elster abgeben.

    Abgabepflichtig sind Sie auch dann, wenn Sie selbst kein Arbeitsentgelt beziehen, aber

    • Ihre Einkünfte, etwa als Rentner, über dem Grundfreibetrag liegen. 2016 betrug er 8.652 Euro, 2017 sind es 8.820 Euro pro Person; 102 Euro Werbungskostenpauschale oder höhere nachweisbare Kosten erhöhen diesen Betrag;
    • Ihr Ehe- oder Lebenspartner Arbeitnehmer ist und eine der oben genannten Voraussetzungen erfüllt oder
    • Sie einen Verlustvortrag geltend gemacht haben.

    Außerdem müssen Sie gemäß Paragraf 149 Abs. 1 Satz 2 Abgabenordnung eine Einkommensteuererklärung abgeben, wenn das Finanzamt Sie dazu auffordert – selbst wenn keine der oben genannten Voraussetzungen auf Sie zutrifft.

    Fristverlängerung beantragen

    Falls Sie merken, dass Sie Ihre Steuererklärung nicht fristgerecht abgeben können, sollten Sie beim Finanzamt rechtzeitig um Aufschub bitten. Eine Fristverlängerung für wenige Wochen, möglicherweise sogar bis Ende September ist oft unproblematisch. Dafür reicht prinzipiell schon ein Anruf beim Sachbearbeiter. Besser ist es jedoch, wenn Sie die Fristverlängerung schriftlich beantragen. Das geht per Post, Einwurf in den Briefkasten der Behörde oder per Fax. Teilt das Finanzamt auf Schreiben oder Bescheiden seine E-Mail-Adresse mit, dann können Sie den Antrag auch mailen.

    Um den Aufschub zu erhalten, sollten Sie den Antrag begründen – beispielsweise folgendermaßen:

    „Sehr geehrte Damen und Herren,

    leider kann ich die Einkommensteuererklärung 2016 nicht fristgerecht abgeben. Aufgrund einer massiven Arbeitsüberlastung in meinem neuen Job bin ich bislang nicht dazu gekommen, alle notwendigen Unterlagen zusammenzustellen. Hinzu kam die Geburt unseres zweiten Kinds. Daher bitte ich Sie, uns für die Abgabe der Einkommensteuererklärung 2016 eine Frist bis zum 30. September 2017 zu gewähren. Ich werde die Erklärung schnellstmöglich erstellen und einreichen. Falls ich von Ihnen nichts Gegenteiliges höre, gehe ich von der Genehmigung meines Antrags auf Fristverlängerung aus.

    Ich bedanke mich im Voraus für Ihr Verständnis.

    Mit freundlichen Grüßen“

    Wer zu spät abgibt, zahlt Verspätungszuschlag

    Ohne eine Sanktionsmöglichkeit würden sicherlich viele Steuerzahler ihre Einkommensteuererklärung nicht fristgerecht abgeben. Wer jedoch schon mal in den § 152 AO geschaut hat, wird sich die verspätete Abgabe der Einkommensteuererklärung gut überlegen.

    Denn das Finanzamt kann gegen denjenigen, der seiner Verpflichtung zur Abgabe einer Steuererklärung nicht oder nicht fristgemäß nachkommt, einen Verspätungszuschlag festsetzen. Von der Festsetzung eines Verspätungszuschlags ist abzusehen, wenn die Versäumnis entschuldbar erscheint. Der Verspätungszuschlag darf 10 Prozent der festgesetzten Steuer oder des festgesetzten Messbetrags nicht übersteigen und höchstens 25.000 Euro betragen.

    Während über den Verspätungszuschlag heute der Finanzbeamte nach eigenem Ermessen entscheidet, wird ab 2019 ein automatischer Mindest-Verspätungszuschlag eingeführt. Bereits heute kann das Finanzamt dem Steuerpflichtigen darüber hinaus ein Zwangsgeld aufbrummen, um ihn zur Abgabe der Steuererklärung zu bewegen.

    Tatsächlich machen schon heute viele Finanzämter von der Festsetzung eines Verspätungszuschlags zügig Gebrauch – insbesondere bei den Voranmeldungen für Umsatz- und Lohnsteuer. Sicherer und häufig auch besser ist es, die Steuererklärung schnell abzugeben. Die günstigen Steuerprogramme und die von der Finanzverwaltung bereitgestellten elektronischen Hilfen zur Steuererklärung (Elster-Formular) erleichtern diese für viele Steuerzahler unangenehme Aufgabe.

    Dann lohnt sich die freiwillige Veranlagung

    Wenn Sie nicht verpflichtet sind, eine Einkommensteuererklärung abzugeben, kann es trotzdem sinnvoll sein, sie freiwillig abzugeben und damit die Veranlagung zur Einkommensteuer zu beantragen. Das gilt vor allem dann, wenn Sie aufgrund besonderer Umstände mit einer Einkommensteuer-Erstattung rechnen können, zum Beispiel bei

    Spät abgeben und hohe Zinsen kassieren

    Steuerzahler, die nicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet sind, können bis zu vier Jahre nach Ablauf des Steuerjahres eine Erklärung beim Finanzamt einreichen. Ab dem 15. Monat nach Ende des Steuerjahres beginnt ein sogenannter Zinslauf. Bei einer Steuererstattung erhalten Sie ab diesem Zeitpunkt für jeden vollen Monat 0,5 Prozent – macht 6 Prozent in einem Jahr.

    Diese Abgabefristen sollten Sie beachten

    Die gesetzliche Abgabefrist für die Einkommensteuererklärung endet mit dem 31. Mai des Folgejahres. Eine Verlängerung ist möglich, wenn Sie einen Antrag beim Finanzamt stellen und Ihren Wunsch begründen. Bis zum 30. September des Jahres geht das oft ohne Probleme. Ausnahmeregelungen gibt es in einigen Bundesländern für Steuerzahler, die ihre Steuererklärung elektronisch abgeben. Details hierzu können Sie im Ratgeber Abgabefrist nachlesen.

    Ohne Antrag gewährt die Behörde eine Fristverlängerung sogar bis zum 31. Dezember, sofern Sie Ihre Steuererklärung von einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein anfertigen lassen. Dann kann die Abgabe auf Antrag sogar bis Ende Februar des folgenden Jahres erfolgen.

    Ab dem Steuerjahr 2018 gelten andere Abgabefristen. Für die Steuerpflichtigen, die sich beraten lassen, gilt dann grundsätzlich der letzte Februartag des übernächsten Jahres als Abgabefrist. Diejenigen, die ihre Steuererklärung selbst machen, haben immerhin Zeit bis zum 31. Juli.

    Steuererklärung von Ehegatten

    Ehepaare und eingetragene Lebenspartnerschaften können seit Jahr 2013 zwischen vier Veranlagungsarten wählen:

    Die meisten Paare wählen die Zusammenveranlagung, weil das für sie günstiger ist. Dabei wird die Steuerlast wie folgt ermittelt: Zuerst wird das zu versteuernde Einkommen beider Partner zusammengerechnet und dann halbiert, also gesplittet. In einem zweiten Schritt wird die Einkommensteuer für das halbierte Einkommen nach der Grundtabelle ermittelt und dann verdoppelt, um die Gesamtsteuerschuld des Paares zu ermitteln.

    Mit dem Splitting lässt sich erreichen, dass bei großen Einkommensunterschieden zwischen den Partnern die Steuerprogression das Gesamteinkommen des Paares weniger erfasst als bei Einzelveranlagung. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn Kinder von einem der Partner betreut werden, während der andere arbeitet. Je ähnlicher die Einkommenshöhe der Partner ist, umso geringer ist der positive Effekt des Splittings.

    Ehegatten können zwischen Einzel- und Zusammenveranlagung wählen. Eine getrennte Veranlagung der Ehepartner war letztmals für das Steuerjahr 2012 möglich. Wer sich nicht mit dem Partner veranlagen lassen will, dem bietet sich die Einzelveranlagung als Alternative.

    Trotz in der Praxis oftmals synonymer Verwendung beider Begriffe – getrennte Veranlagung beziehungsweise Einzelveranlagung – ändert sich dennoch die Art der Zurechnung von Sonderausgaben (§ 9c EStG), außergewöhnlichen Belastungen (§§ 33 bis 33b EStG) und Steuerermäßigungen nach § 35a EStG. Sie werden grundsätzlich demjenigen Ehegatten zugerechnet, der die Aufwendung wirtschaftlich getragen hat (§ 26a Abs. 2 EStG ). Auf Antrag können die Aufwendungen jedoch weiterhin wie nach alter Fassung hälftig abgezogen werden (§ 26a Abs. 2 Satz 2).

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    So muss die Steuererklärung aussehen

    Sie müssen Ihre Steuererklärung nach dem amtlichen Vordruck erstellen und unterschreiben. Das regelt Paragraf 150 Abgabenordnung. Daraus geht auch hervor, dass Sie nicht zwingend die Originale verwenden müssen – eine ausgefüllte Kopie muss das Finanzamt nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs vom 22. Mai 2006 auch akzeptieren (Az. VI R 15/02).

    Steuererklärung übers Internet

    Elster bietet die Möglichkeit, die Einkommensteuererklärung elektronisch via Internet an das Finanzamt zu übermitteln. Dazu können Sie Elster-Formular verwenden, das kostenlose Steuerprogramm der deutschen Finanzverwaltung. In diesem Fall brauchen Sie also keine Papierformulare an das Finanzamt schicken. Belege müssen Sie allerdings weiterhin in Papierform vorlegen, falls das Finanzamt diese sehen möchte. Ab der Steuererklärung für 2017 müssen Sie Belege nicht mehr mit einreichen, sondern nur noch aufbewahren und dann vorlegen, wenn Sie das Finanzamt dazu auffordert.

    Laien empfehlen wir, die Steuererklärung mithilfe eines kostenpflichtigen Steuerprogramms zu erstellen. Diese beinhalten Tipps zum Steuersparen und erleichtern das Ausfüllen der erforderlichen Formulare. Im Ratgeber Steuersoftware erfahren Sie, welche Programme für die unterschiedlichen Zielgruppen und Situationen am geeignetsten sind.

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    Artikel verfasst von

    Finanztip-Experte für Steuern

    Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

    ehemalige Finanztip-Redakteurin (bis 2015)

    Andrea Wekenborg verfasste für Finanztip Artikel im Ressort Recht & Steuern. Ihre Begeisterung für Verbraucherthemen entdeckte sie in der Ombudsredaktion der Berliner Zeitung. Später schrieb sie fünf Jahre für einen Online-Finanzvergleich über Versicherungen, Konten und Steuern. Zudem war sie bereits beim Verbraucherzentrale Bundesverband tätig.

    Wann ist eine Steuererklärung Pflicht?

    Jeder zweite Arbeitnehmer in Deutschland ist dazu verpflichtet, eine SteuererklГ¤rung abzugeben. Hier erfahren Sie, ob auch fГјr Ihre persГ¶nliche steuerliche Situation die Abgabe einer SteuererklГ¤rung Pflicht ist – ob also eine sogenannte Pflichtveranlagung besteht. Aber auch wenn Sie keine SteuererklГ¤rung abgeben mГјssen, sollten Sie dies tun.

    In diesem Artikel erfahren Sie:

    Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen vor der Bearbeitung der Steuererklärung zu überlegen, welches für Sie der beste Weg zur Erklärung der Einkommensteuer ist:

    Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung: Die Pflichtveranlagung!

    Muss ich eine Steuererklärung machen? Grundsätzlich erwartet das Finanzamt immer dann eine Einkommensteuererklärung von Ihnen, wenn es befürchten muss, andernfalls zu wenige Steuern zu kassieren. In diesem Fall ist die Abgabe einer Steuererklärung Pflicht, man spricht auch von der sogenannten Pflichtveranlagung. Das gilt für Sie als Arbeitnehmer vor allem dann, wenn Sie eine der folgenden Voraussetzungen erfüllen:

    • Sie (oder/und Ihr Ehepartner) haben Arbeitslohn bezogen, und einer von Ihnen hat die Steuerklasse V oder VI.
    • Sie oder/und Ihr Ehepartner haben FreibetrГ¤ge in den elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (ELStAM, frГјher Lohnsteuerkarte) eintragen lassen.
    • Sie haben neben Ihrem Gehalt weitere EinkГјnfte aus Lohnersatzleistungen (bspw. Arbeitslosengeld, Kurzarbeitergeld, Elterngeld etc.), KapitalertrГ¤gen, Vermietung/Verpachtung etc.
    • Sie haben keinen Wohnsitz in Deutschland, lassen sich aber als fiktiv unbeschrГ¤nkt steuerpflichtig behandeln.
    • Sie von mehreren Arbeitgebern Lohn erhalten haben (der nicht pauschal versteuert wurde).
    • Sie haben eine Abfindung erhalten, und Ihr Arbeitgeber hat beim Abzug der Lohnsteuer die fГјr Sie gГјnstige FГјnftelregelung angewendet.
    • Sie haben einen Verlustvortrag aus den Vorjahren.
    • Sie haben einen beschrГ¤nkt steuerpflichtigen Ehepartner, der im EU-Ausland lebt, in Ihren ELStAM-Daten eintragen lassen.
    • Sie sind Arbeitnehmer, Ihre Ehe ist geschieden (bzw. der Ehepartner verstorben) und Sie haben im selben Jahr wieder geheiratet.

    Antragsveranlagung: Wenn keine Pflicht für eine Steuererklärung besteht, lohnt es sich besonders!

    Eine EinkommensteuererklГ¤rung zu machen, ist in Deutschland ungefГ¤hr so beliebt wie Schnupfen – und mindestens genauso lГ¤stig. Viele Arbeitnehmer verzichten daher auf den jГ¤hrlichen Stress mit dem Finanzamt, vorausgesetzt Sie sind nicht zur Abgabe einer SteuererklГ¤rung verpflichtet. Das schont zwar die Nerven, finanziell ist es aber in den meisten FГ¤llen die falsche Entscheidung. Denn in 9 von 10 FГ¤llen erhalten Arbeitnehmer mit einer Antragsveranlagung (Wenn also keine Pflicht zur Abgabe einer SteuererklГ¤rung besteht) Geld zurГјck. Das bedeutet: Die SteuererklГ¤rung lohnt sich besonders, wenn ich keine SteuererklГ¤rung machen muss!

    Auch wenn Ihre persönliche steuerliche Situation also nicht unter den oben augeführten Fällen auftaucht, sollten Sie trotzdem unter allen Umständen eine Steuererklärung einreichen. Das liegt v. a. daran, dass das Finanzamt bei sämtlichen steuermindernden Ausgaben (z. B. Werbungskosten, Sonderausgaben, Vorsorgeaufwendungen, Außergewöhnliche Belastungen, aber auch Mitgliedsbeiträge, Spenden etc.) nur die pauschalen Sätze bzw. Freibeträge abzieht. Wenn Ihre individuellen Ausgaben höher sind, können Sie diese nur in der Einkommensteuererklärung geltend machen, ansonsten fallen sie unter den Tisch. Bedeutet: Wenn ich individuelle Ausgaben geltend machen will, muss ich eine Steuererklärung machen.

    Wenn Ihnen das Ausfüllen der Formulare lästig ist, gibt es 3 Möglichkeiten, wie Sie sich eines Teils der Arbeit entledigen und trotzdem Aussicht auf eine Steuererstattung haben:

    1. Steuersoftware. Einfache, handelsübliche Programme wie Taxman sind kostengünstig und unterstützen Sie inhaltlich und organisatorisch beim Ausfüllen Ihrer Steuererklärung. Damit sind Sie auf der sicheren Seite und vergessen keine abzugsfähigen Kosten. Einen ausführlichen Test über die wichtigsten Steuersoftware-Produkte finden Sie in unserem Vergleichstest.
    2. Steuerberater. Wenn Sie (z.B. durch zahlreiche Nebeneinnahmen, Zweitwohnsitz etc.) eine komplexere Steuererklärung erwartet, ist der Gang zum Fachmann häufig ratsam. Der Steuerberater kennt die Zusammenhänge (z. B. Wahlmöglichkeiten, oder auch die Voraussetzungen, die für die Anerkennung eines Arbeitszimmers gelten etc.) und kann Sie bei der steuerlichen Gestaltung kompetent unterstützen.
    3. Lohnsteuerhilfevereine. Wenn Ihre Steuererklärung nicht zu komplex ist, können Sie sich auch an Lohnsteuerhilfevereine wenden. Diese bieten zwar nicht die individuelle Beratungstiefe eines Steuerberaters, sind aber in der Regel erheblich günstiger.

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