Elterngeld und steuern

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    Steuern: Elterngeld-Bezieher müssen eine Steuererklärung machen

    Steuern Elterngeld-Bezieher müssen eine Steuererklärung machen

    W er Elterngeld bezieht, muss für das betreffende Jahr eine Einkommensteuererklärung einreichen. Darauf weist der Deutsche Steuerberaterverband in Berlin hin. Zwar ist das Elterngeld selbst steuerfrei. Es erhöht aber die Summe der Gesamteinkünfte und damit den mit dem Einkommen steigenden Steuersatz. Grundsätzlich sind alle, die in einem Jahr mehr als 410 Euro so genannte Lohnersatzleistungen wie beispielsweise Elterngeld, Kurzarbeiter- oder Arbeitslosengeld beziehen, zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Entgegen der weit verbreiteten Annahme sind aber nicht alle Steuerzahler zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet. Wer lediglich Arbeitslohn aus einem Angestelltenverhältnis bezieht, allein veranlagt und keine weiteren Einkünfte hat, muss sich in der Regel nicht erklären, erläutern die Experten. Doch für viele Steuerzahler kann es sich durchaus rechnen, die Bögen vom Finanzamt auszufüllen. In den meisten Fällen erhalten die Steuerzahler vom Fiskus etliche hundert Euro zurück. So erstatteten die Finanzämter in Berlin und Brandenburg den Arbeitnehmern im vergangenen Jahr im Schnitt 765 Euro. bbr/dpa

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    Elterngeld Plus ab Juli 2015

    So holen Sie das meiste Elterngeld für sich heraus

    • Zuletzt aktualisiert: 3. Juli 2017
    • Von: Dr. Britta Beate Schön

    Das Wichtigste in Kürze

    • Mütter und Väter bekommen neben dem Kindergeld auch Elterngeld, falls sie ihr Kind in den ersten 14 Monaten selbst betreuen und deshalb nicht oder nur in Teilzeit arbeiten.
    • Das Elterngeld beläuft sich auf mindestens 300 und maximal 1.800 Euro im Monat.
    • Zwölf Monate lang wird Elterngeld gezahlt. Müttern werden zwei Monate Mutterschaftsgeld abgezogen. Wenn Väter sich zwei sogenannte Vätermonate nehmen, wird das Elterngeld insgesamt 14 Monate gezahlt.
    • Eltern, deren Kinder ab dem 1. Juli 2015 geboren werden, können zwischen Elterngeld und dem neuen Elterngeld Plus wählen oder beides kombinieren. Sie können dann bis zu 36 Monate lang staatliche Leistungen beziehen.

    So gehen Sie vor

    • Klären Sie frühzeitig, wer sich um die Betreuung des Kindes kümmern wird und wie Sie die Elternzeit aufteilen wollen.
    • Besorgen Sie sich rechtzeitig vor der Geburt den Antrag für Elterngeld des Bundeslandes, in dem Sie wohnen. Die Anträge finden Sie hier.
    • Nutzen Sie den Elterngeldrechner des Bundesfamilienministeriums zur Berchnung und Planung Ihres persönlichen Elterngeld.
    • Lassen Sie sich von einem Lohnsteuerhilfverein beraten, welche Variante für Sie am günstigsten ist: Elterngeld oder Elterngeld kombiniert mit Elterngeld Plus oder aber Elterngeld Plus.
    • Der Elternteil, der das Kind nach der Geburt überwiegend betreuen wird, sollte so früh wie möglich in die Steuerklasse III wechseln – Mütter mindestens sieben Monate vor Beginn des Mutterschutzes, Väter mindstens sieben Monate vor der Geburt. Dadurch erhöht sich das Nettoeinkommen, das für die Berechnung des Elterngeldes entscheidend ist.

    Unser Tipp: Bleiben Sie über Änderungen beim Elterngeld immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Wer gerade ein Kind bekommen hat, für den wird es sehr schwer, rasch wieder in den beruflichen Alltag zurückzukehren. Denn es ist fast unmöglich, für Kinder unter einem Jahr einen Betreuungsplatz zu bekommen. Deshalb gibt es neben dem Kindergeld noch das Elterngeld. Damit soll der Verdienstausfall ausgeglichen werden, den Mütter oder Väter erleiden, die nicht arbeiten können, weil sie sich um ihr Kind kümmern. Seit dem 1. Juli 2015 können sich Paare zusätzlich zum Elterngeld für oder gegen das Elterngeld Plus entscheiden. Statt maximal 14 Monate sind für Mütter und Väter bis zu 36 Monate Unterstützung vom Staat drin.

    Dann bekommen Sie Elterngeld

    Mütter und Väter haben gleichermaßen Anrecht auf Elterngeld, wenn sie ihr Kind nach der Geburt selber betreuen und mit ihm in einem Haushalt in Deutschland leben – egal, ob Sie angestellt sind oder als Freiberufler oder Selbstständige arbeiten. Auch Ehe- oder Lebenspartner, die mit dem Kind in einem Haushalt leben, können Elterngeld beantragen – selbst wenn es nicht ihr leibliches Kind ist, um das sie sich kümmern. Die rechtlichen Grundlagen finden Sie in Abschnitt 1 des Gesetzes zum Elterngeld und zur Elternzeit.

    Eltern bekommen allerdings kein Elterngeld, wenn sie ihr Kind während des bezahlten Urlaubs betreuen, ohne richtige Elternzeit zu nehmen. Der Arbeitnehmer kann nicht doppelt kassieren und noch zusätzlich vom Staat Elterngeld bekommen, auch nicht den Sockelbetrag von 300 Euro (BSG, Urteil vom 15. Dezember 2015, Az. B 10 EG 3/14 R).

    Spitzenverdiener – Eltern, die gemeinsam ein zu versteuerndes Einkommen von mehr als 500.000 Euro im Jahr vor der Geburt des Kindes hatten, erhalten kein Elterngeld (§ 1 Abs. 8 BEEG). Für Alleinerziehende entfällt der Anspruch ab mehr als 250.000 Euro. Berücksichtigt werden beim zu versteuernden Einkommen nicht nur Einkünfte als Arbeitnehmer oder Selbstständiger, sondern auch Einkommen etwa als Vermieter (§ 2 Abs. 5 EStG).

    ALG I-Empfänger – Sie erhalten zusätzlich zum Arbeitslosengeld den Sockelbetrag von 300 Euro. Auch Studenten, Auszubildende sowie Hausfrauen und Hausmänner erhalten diesen Mindestbetrag.

    ALG II-Empfänger – ALG II-Empfänger erhalten zwar Elterngeld, doch wird es seit dem 1. Januar 2011 vollständig als Einkommen angerechnet (§ 10 Abs. 5 BEEG). Monatlich haben sie damit genau so viel Geld zur Verfügung wie ohne Elterngeld, da sie dann weniger ALG II bekommen. Die Anrechnung ist gerichtlich überprüft und für verfassungsgemäß erklärt worden (LSG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 12. März 2013, Az. L 6 AS 623/11).

    Ausländische Eltern – Nicht nur Deutsche, sondern auch Ausländer haben Anrecht auf Elterngeld, wenn sie in Deutschland wohnen und berechtigt sind, hier zu arbeiten. Das gilt für alle, die aus EU-Ländern oder der Schweiz stammen. Andere Ausländer bekommen dann Elterngeld, wenn sie einen Aufenthaltstitel haben, mit dem sie dauerhaft in Deutschland arbeiten dürfen. Wer also nur ein Studentenvisum, eine befristete Arbeitserlaubnis hat oder Asyl genießt, bekommt kein Elterngeld.

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    So hoch ist das Elterngeld

    Das Elterngeld beträgt 65 bis 100 Prozent dessen, was der Elternteil vor der Geburt netto verdient hat. Dabei gibt es eine Untergrenze von mindestens 300 und eine Obergrenze von höchstens 1.800 Euro pro Monat. Wer vor der Geburt nicht berufstätig war und keine staatliche Unterstützung bekommen hat, bekommt den Mindestsatz von 300 Euro, den sogenannten Sockelbetrag (§ 2 Abs. 4 BEEG).

    Nutzen Sie den Elterngeldrechner

    Wie wird das Elterngeld berechnet?

    Provisionen – Regelmäßig gezahlte Provisionen galten bis zum 31. Dezember 2014 als Einkommen, selbst wenn der Arbeitgeber diese als sonstige Bezüge im Lohnabzugsverfahren behandelt hat (BSG, Urteil vom 26. März 2014, Az. B 10 EG 7/13 R). Das soll seit dem 1. Januar 2015 anders sein: Alle Lohn- und Gehaltsbestandteile, die nach den lohnsteuerlichen Vorgaben als sonstige Bezüge zu behandeln sind, behandelt auch die Elterngeldstelle als sonstige Bezüge. Sie werden zur Berechnung des Elterngelds nicht mehr herangezogen (§ 2c Abs. 1 Satz 2 BEEG). Dies soll insbesondere für Provisionen gelten. Die Rechtsprechung dazu ist allerdings uneinheitlich.

    Das Sozialgericht München hat Quartalsprovisionen nicht anerkannt. Dementsprechend könnten aber Prämien, die monatlich oder zweimonatlich gezahlt werden, bei der Berechnung des Elterngelds berücksichtigt werden (SG München, Urteil vom 10. Mai 2016, Az. S 37 EG 90/15).

    Anders sehen das zu Recht die Sozialrichter in Baden-Württemberg: Auch nach neuer Rechtslage sind Provisionszahlungen bei der Berechnung des Elterngelds zu berücksichtigen – auch falls der Arbeitgeber sie nur einmal im Quartal gezahlt hat (LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 13. Dezember 2016, Az. L 11 EG 1557/16). In unserer Finanztip-Community wird heftig darüber diskutiert.

    Einmalzahlungen – Jährlich einmal gezahltes Urlaubs- oder Weihnachtsgeld erhöhen das Elterngeld nicht. Diese Gelder bleiben bei der Berechnung als sonstige Bezüge außer Betracht. Dies hat der 10. Senat des Bundessozialgerichts hat am 29. Juni 2017 entschieden (Az. B 10 EG 5/16 R). Ebenso wenig erhöhen diese Leistungen das Elterngeld: Lohnersatzleistungen wie Streikgeld, Krankengeld oder Arbeitslosengeld I. Auch Kapitalerträge oder Mieteinnahmen bleiben außen vor.

    Sonderfall Selbstständige – Bei Selbstständigen ist die Berechnungsgrundlage das Jahreseinkommen aus dem Jahr vor der Geburt. In den letzten Monaten vor der Schwangerschaft noch mal besonders viel zu arbeiten, lohnt sich also nur dann, wenn das Kind Anfang des Jahres geboren wird.

    Abstufungen und Bemessungsgrenze – Wer weniger als 1.200 Euro pro Monat verdient, bekommt 67 Prozent des Nettolohns ausgezahlt. Wer mehr verdient, erhält stufenweise prozentual weniger, mindestens aber 65 Prozent. Ab einem Einkommen von 2.770 Euro ist die Bemessungsgrenze erreicht. Dann erhält der Elternteil den Höchstsatz von 1.800 Euro – das entspricht 65 Prozent. Alles, was darüber hinaus verdient wurde, bleibt unberücksichtigt. Für diejenigen mit einem besonders niedrigen Verdienst von unter 1.000 Euro erhöht sich das Elterngeld. Für je 20 Euro, die das Einkommen unter 1.000 Euro liegt, steigt das Elterngeld um einen Prozentpunkt an.

    Bei einem Verdienst von 1.000 Euro, beträgt das Elterngeld 67 Prozent. Haben Vater oder Mutter vor der Geburt des Kindes 980 Euro netto verdient, zahlt der Staat 68 Prozent davon als Elterngeld. Bei einem Nettoverdienst von 340 Euro liegt das Elterngeld bei 100 Prozent, das heißt, der Staat zahlt in diesen Fällen das frühere Nettoeinkommen als Elterngeld.

    Geschwisterbonus – Wer schon ältere Kinder hat, hat meist vor der Geburt des jüngsten Kindes weniger gearbeitet. Deshalb gibt es einen Geschwisterbonus, sofern neben dem neuen Kind mindestens ein Geschwisterkind unter drei Jahren oder zwei Geschwisterkinder unter sechs Jahren vorhanden sind. Dieser Bonus beträgt zehn Prozent des Elterngelds, mindestens aber 75 Euro (§ 2a Abs. 1 BEEG).

    Eltern von Zwillingen oder Drillingen erhalten monatlich pauschal 300 Euro zusätzliches Elterngeld für das zweite und jedes weitere Kind (§ 2a Abs. 4 BEEG). Das heißt Mehrlingszuschlag.

    Bei der Einkommensermittlung werden Monate, in denen für ein älteres Kind Elterngeld bezogen und deshalb nicht oder weniger verdient worden ist, nicht mitgezählt. Bekommen Sie also innerhalb eines Jahres ein zweites Kind, wird zur Berechnung des Elterngelds für das Jüngste das Einkommen zugrunde gelegt, das Sie vor der Geburt des ersten Kinds verdient haben.

    So optimieren Sie Ihr Elterngeld

    Je höher Ihr Nettogehalt vor der Geburt Ihres Kindes ist, desto höher ist Ihr Anspruch auf Elterngeld. Mit ein paar Tricks lässt sich dieses Einkommen vergrößern.

    Steuerklasse wechseln – Erwarten Sie ein Kind, sollte der Elternteil, der das Kind nach der Geburt überwiegend betreut, so früh wie möglich die Steuerklasse III wählen. Dadurch erhöht sich das Nettoeinkommen. Bei der Berechnung des Elterngelds wird die Steuerklasse zugrunde gelegt, die am längsten vor dem Bezug von Elterngeld genutzt wurde. Mütter müssen mindestens sieben Monate vor dem Mutterschutz, Väter mindestens sieben Monate vor Geburt des Kindes wechseln, um sich diesen Vorteil zu sichern. Sie zahlen dann zwar mehr Steuern, das höhere Elterngeld gleicht das aber mehr als aus. Außerdem kann man sich einen guten Teil über die Einkommenssteuererklärung zurückholen. Eine Änderung der Steuerklasse ist problemlos auch mitten im Jahr möglich – spätestens jedoch bis zum 30. November. Wenden Sie sich dazu einfach an Ihr zuständiges Finanzamt.

    Selbstständige – Selbstständige haben noch eine weitere Möglichkeit, um ihr Nettoeinkommen vor der Geburt zu steigern. Als Einkommen gilt hier der Gewinn, also das, was nach Abzug der Ausgaben vom Umsatz übrig bleibt. Wer weniger Ausgaben geltend macht, erzielt automatisch ein höheres Einkommen und erhält damit mehr Elterngeld.

    So lange erhalten Sie Elterngeld

    Das klassische Elterngeld wird grundsätzlich zwölf Monate lang gezahlt. Wenn beide Eltern für die Kinderbetreuung eine Auszeit von mindestens zwei Monaten nehmen, werden zwei zusätzliche Monate bezahlt – man spricht auch von Vätermonaten. Sie bekommen dann insgesamt 14 Monate Elterngeld.

    Mütter, die vor der Geburt gearbeitet haben, bekommen in der Praxis nur zehn Monate lang Elterngeld, denn ihr Mutterschaftsgeld wird voll angerechnet. Es nutzt auch nichts, wenn der Vater die ersten zwei Monate übernimmt und die Mutter vom 3. bis zum 14. Monat für die Betreuung zuständig ist – mit dem Mutterschaftsgeld werden zwei der maximal zwölf Monate bezahlter Erziehungszeit abgegolten.

    Partnermonate – Die Eltern können völlig frei untereinander aufteilen, wer sich wann um das Baby kümmert. Sie können entweder zwölf Monate am Stück Elterngeld beziehen oder alle paar Monate wechseln. Eltern, die sich gemeinsam um ihr Kind kümmern wollen, können auch gleichzeitig Elterngeld beziehen. Es bleibt aber trotzdem bei maximal 14 Monaten Basis-Elterngeld, das womöglich für beide gleichzeitig nur sieben Monate lang ausgezahlt wird. Umgekehrt können Sie das Elterngeld auch in halber Höhe über zwei Jahre beziehen. Kommen dann noch die Partnermonate dazu, sind Sie bei insgesamt 28 halben Monatsbeträgen – abzüglich der Mutterschutzzeit. Die zwei zusätzlichen Partnermonate können nur in Ausnahmefällen von demjenigen übernommen werden, der sich bereits zwölf Monate lang um das Kind gekümmert hat. Nämlich, wenn der Partner schwer krank oder behindert ist und sich nicht um das Kind kümmern kann.

    Alleinerziehende können allein bis zu 14 Monate lang Basis-Elterngeld beziehen. Bedingung ist, dass das Kind ausschließlich bei dem Elternteil in der Wohnung lebt, der auch das Sorgerecht hat.

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    Elterngeld Plus und Partnerschaftsbonus

    Wer ab Juli 2015 ein Kind bekommt, kann neben dem Elterngeld das neue Elterngeld Plus in Anspruch nehmen. Die Neuregelung beinhaltet auch einen Partnerschaftsbonus sowie eine flexiblere Regelung zur Elternzeit.

    Das Elterngeld Plus soll den früheren Wiedereinstieg in eine Teilzeitbeschäftigung für junge Eltern attraktiver machen. Elterngeld Plus kann bei Teilzeit bis 30 Wochenstunden doppelt solange bezogen werden wie das herkömmliche Elterngeld. Es ist allerdings auch nur maximal halb so hoch, wie das Elterngeld ohne Tätigkeit. Aus einem Elterngeld Monat werden zwei Elterngeld Plus Monate. Eltern und Alleinerziehende können dies gleichermaßen nutzen, statt bisher maximal 14 Monate Elterngeld können sie in Teilzeit 28 Monate Elterngeld Plus erhalten. Bezug von Mutterschaftsgeld wird allerdings auch hier angerechnet.

    Als Partnerschaftsbonus erhalten die Eltern auf Antrag jeweils vier zusätzliche Elterngeld Plus Monate, wenn beide in diesem Zeitraum zwischen 25 und 30 Stunden pro Woche arbeiten. Alleinerziehende können ebenfalls vier zusätzliche Monate Elterngeld Plus erhalten.

    Das herkömmliche Elterngeld wird es weiterhin geben. Eltern können kombinieren: So kann die Mutter beispielsweise für sechs Monate komplett pausieren und das volle Basis-Elterngeld erhalten, danach für zwölf Monate Teilzeitarbeit das Elterngeld Plus mit halbem Bezug erhalten. Der Vater kann zwei Monate Basis-Elterngeld oder vier Monate Elterngeld Plus erhalten. Natürlich kann auch der Vater die längere Phase pausieren und die Mutter entsprechend kürzer. Im Anschluss können beide jeweils vier Monate gleichzeitig das Elterngeld Plus beziehen. Mehr zum Elterngeld Plus lesen Sie in einer Broschüre des Familienministeriums zum Elterngeld Plus.

    Was für Sie am günstigsten ist, hängt von Ihrer beruflichen Situation ab. Lassen Sie sich beraten, wie Sie die Elternzeit am besten organisieren. Wenden Sie sich dazu an einen Lohnsteuerhilfeverein in Ihrer Nähe oder aber an die zuständige Elterngeldstelle an Ihrem Wohnort. Einen ersten Überblick können Sie sich mit dem Elterngeldrechner des Bundesfamilienministeriums verschaffen.

    So viel dürfen Sie zum Elterngeld hinzuverdienen

    Wer etwas dazu verdient, während er Elterngeld bezieht, muss das unbedingt melden. Andernfalls kann ein Bußgeld verhängt werden.

    Die Antwort ist erst mal einfach: nichts. Wer Geld hinzuverdient, dem wird das klassische Elterngeld entsprechend gekürzt. Denn es soll den Verdienstausfall wegen der Betreuung des Kindes ersetzen und nicht zusätzlich zum Einkommen gezahlt werden. Trotzdem können Elterngeldbezieher innerhalb bestimmter Grenzen arbeiten.

    Angestellte in Teilzeit – Eltern dürfen, während sie Elterngeld beziehen, in Teilzeit, also zwischen 15 und 30 Stunden pro Woche arbeiten. Finanziell lohnt sich das bisher allerdings kaum, denn die Abzüge sind hoch.

    Vor der Geburt verdient ein Vater 2.000 Euro netto im Monat. Sein voller Basis-Elterngeldanspruch liegt bei 65 Prozent dieses Verdienstes, also bei monatlich 1.300 Euro oder 15.600 Euro, wenn er zwölf Monate zu Hause bliebe.

    Arbeitet er nach sechs Monaten wieder in Teilzeit, bekommt er für die ersten sechs Monate insgesamt 7.800 Euro Elterngeld. Verdient er mit dem Teilzeitjob 1.000 Euro, bekommt er als Ersatz für die weniger verdienten 1.000 Euro 65 Prozent von diesen, also 650 Euro, als Elterngeld. Unter dem Strich hat er mit der Teilzeitarbeit also 1650 Euro in der Tasche. Auf das Jahr gerechnet bekommt er an Elterngeld 7.800 Euro für das erste Halbjahr und 3.900 Euro für das zweite Halbjahr (6 x 650 Euro), insgesamt also 11.700 Euro – wäre er zuhause geblieben, hätte er fast 4.000 Euro mehr staatliche Stützung erhalten.

    Beispielrechnung Elterngeld Plus:

    Wählt der Vater in unserem Beispiel für seine Teilzeittätigkeit nunmehr Elterngeld Plus, erhält er im ersten Halbjahr wie bisher monatlich 1.300 Euro, insgesamt damit 7.800 Euro Elterngeld. Mit dem Elterngeld Plus erhält er aber nunmehr für zwölf Monate die Hälfte des vollen Elterngeldanspruchs, also monatlich 650 Euro, insgesamt nochmal 7.800 Euro, aber auf zwölf Monate verteilt. Für 18 Monate erhält er insgesamt in der Höhe den vollen Elterngeldanspruch und verliert die staatliche Unterstützung durch die Teilzeittätigkeit nicht. Die Elterngeld-Plus-Variante ist günstiger für ihn.

    Selbstständige – Bei Selbstständigen kommt es beim Zuverdienst darauf an, was sie an Gewinn erwirtschaften. Wer etwa weiterhin sein Büro unterhält und dafür Miete bezahlt, kann diesen Betrag von seinem Umsatz abziehen. Bleibt nach Abzug aller Kosten ein Gewinn übrig, wird dieser mit dem Elterngeld verrechnet. Viele Selbstständige stehen vor dem Problem, dass Kunden ihre Rechnungen oft erst sehr spät bezahlen – womöglich dann, wenn das Kind schon einige Monate auf der Welt ist und sie Elterngeld beziehen. Auch solche verspäteten Zahlungen werden voll auf das Elterngeld angerechnet. Entscheidend ist nicht das Datum, das auf der Rechnung steht, sondern der Zeitpunkt, zu dem das Geld auf dem Konto eingeht. Sie können also nur den Kunden darum bitten, die Zahlung auf einen Zeitpunkt zu verschieben, in dem Sie kein Elterngeld erhalten. Umgekehrt dürfen Selbstständige arbeiten, während sie Elterngeld beziehen – so lange sie in dieser Zeit keine Überschüsse erwirtschaften.

    Elterngeld und Steuern

    Das Elterngeld ist steuerfrei, es wird selber nicht besteuert. Allerdings wird es eingerechnet, wenn es um die Höhe des individuellen Steuersatzes geht. Es unterliegt also dem sogenannten Progressionsvorbehalt. Dabei wird das Elterngeld dem zu versteuernden Einkommen hinzugerechnet und auf der so erhöhten Einkommensbasis wird der Steuersatz für die Einkommensteuer ermittelt. Dieser Steuersatz wird dann auf das zu versteuernde Einkommen (ohne Elterngeld) angewendet.

    Die Daten über das in einem Kalenderjahr gezahlte Elterngeld übermittelt die Elterngeldstelle bis zum 28. Februar des Folgejahres an die Finanzverwaltung. Sie erhalten über die erhaltenen Leistungen keine Bescheinigung in Papierform.

    Elterngeld und Kranken- und Rentenversicherung

    Wer Elterngeld bezieht, muss daraus keine Abgaben für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. Während der Elternzeit bleiben Sie dennoch vollständig krankenversichert. Wer dagegen freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse ist, muss grundsätzlich weiterhin Beiträge zahlen. Ausnahme: Liegen ohne die freiwillige Versicherung die Voraussetzung für eine Familienversicherung vor, sind Eltern beitragsfrei (§ 8 Abs. 6 Satz 1 Beitragsverfahrensgrundsätze Selbstzahler). Sind Eltern privat krankenversichert, müssen sie weiterhin Beiträge zahlen.

    Vom Elterngeld sind keine Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung zu zahlen. Bei der gesetzlichen Rente schlägt aber die Zeit, in der man Elterngeld bezieht, als Kindererziehungszeit zu Buche. Wer zum Zwecke der Kinderbetreuung beim Nachwuchs zu Hause bleibt, hat deshalb keine Lücke innerhalb der Rentenversicherung zu befürchten.

    Elternzeit gleich Elterngeld?

    Um einen Anspruch auf Elterngeld zu haben, muss keine Elternzeit genommen werden. Auch Hausfrauen, Studenten und Selbstständige können Elterngeld bekommen: Sie alle haben keinen Arbeitgeber, bei dem sie die Elternzeit anmelden müssten. Angestellte müssen ihren Anspruch auf Elternzeit geltend machen, um ihre Arbeitszeit zu reduzieren und das Elterngeld zu beanspruchen. Die Elternzeit muss spätestens sieben Wochen vor ihrem geplanten Beginn angemeldet werden.

    Das müssen Sie tun, um Elterngeld zu bekommen

    Das Elterngeld muss schriftlich bei der zuständigen Elterngeldstelle beantragt werden. Dazu braucht man zunächst das entsprechende Formular. Jedes Bundesland hat ein eigenes Formular! Sie finden das für Sie relevante Formular online auf der Webseite des Familienministeriums.

    Elterngeldstelle

    Die Stelle für Elterngeld ist meist beim Versorgungsamt, beim Amt für Soziales oder beim Jugendamt angesiedelt. Eine genaue Übersicht findet sich hier.

    Das Elterngeld wird maximal drei Monate rückwirkend gezahlt. Deshalb sollten Eltern den Antrag so bald wie möglich nach der Geburt abschicken. In dem Antrag muss angegeben werden, welcher Elternteil für welche Zeiträume Elterngeld beantragt. Diese Aufteilung kann im Nachhinein einmal problemlos geändert werden, in Härtefällen auch ein zweites Mal. Beide Elternteile müssen den Antrag unterschreiben, es sei denn ein Elternteil ist allein sorgeberechtigt.

    Um finanzielle Nachteile zu vermeiden, sollte Elternzeit entsprechend den Lebensmonaten des Kindes und nicht nach Kalendermonaten genommen werden.

    Beispiel: Das Kind ist am 17. Oktober 2016 auf die Welt gekommen. Wer das Elterngeld ab November 2016 beantragt, dem wird das Einkommen vom 17. Oktober bis Ende Oktober voll auf das Elterngeld angerechnet. Deshalb ist es besser, Elterngeld ab dem 17. Oktober 2016 zu beantragen.

    Ergeben sich nach der Antragstellung Änderungen, die für die Berechnung des Elterngelds wichtig sind, müssen Sie diese der Elterngeldstelle sofort mitteilen. Dazu gehört jedes Einkommen, das Sie verdienen, während Sie Elterngeld erhalten. Auch wenn sich das Einkommen von vor der Geburt noch einmal ändert, muss das gemeldet werden.

    Checkliste: Unterlagen zum Elterngeldantrag

    • Vollständig ausgefülltes Elterngeld-Formular
    • Geburtsbescheinigung des Kindes
    • Kopie des Personalausweises der Eltern
    • Einkommensnachweis: Gehaltsabrechnung für Angestellte, Steuerbescheid des Jahres vor der Geburt oder eine Einnahmen-Ausgaben-Überschussrechnung für Selbstständige
    • Bescheinigung der Krankenkasse über das Mutterschaftsgeld
    • Bescheinigung über den Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld
    • Arbeitgeberbescheinigung zur gewährten Elternzeit

    Landeserziehungsgeld

    Das Landeserziehungsgeld ist eine freiwillige Anschlussleistung der Länder an das Elterngeld. Das gibt es nur in Bayern, Sachsen und Thüringen, wobei die Voraussetzungen unterschiedlich sind. Das Bundesland zahlt frühestens ab dem 13. Lebensmonat des Kindes, jedoch nicht vor Ablauf des letzten Auszahlungsmonats des Elterngeldes. Maßgeblich ist die letzte Zahlung, unabhängig davon, welcher Elternteil diese erhält oder erhalten hat. Dies gilt auch bei der Zahlung von ElterngeldPlus. Landeserziehungsgeld wird längstens bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes gezahlt.

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    Artikel verfasst von

    Finanztip-Expertin für Recht

    Britta Beate Schön ist bei Finanztip für sämtliche Rechtsthemen zuständig. Die promovierte Juristin und Rechtsanwältin war als Leiterin der Rechtsabteilung bei Finanzdienstleistern wie der Telis Finanz AG und der Interhyp tätig. Vorher lehrte und forschte sie in Japan als DAAD-Junior-Professorin für deutsches und Europarecht. Ihr Studium absolvierte sie in Münster, Genf, Regensburg und Leipzig. Die Autorin erreichen Sie unter [email protected] .

    Steuern und Elterngeld

    Wie ihr vielleicht schon öfter gehört habt, ist das Elterngeld grundsätzlich steuerfrei. Klar, es berechnet sich ja auch aus eurem Nettogehalt. Ganz ohne Einfluss auf eure Steuer ist das Elterngeld allerdings trotzdem nicht, denn es wird in die Ermittlung eures Steuersatzes einbezogen (so genannter Progressionsvorbehalt). Im Folgenden wollen wir euch einmal erklären, welchen Einfluss auf eure Steuern das Elterngeld wirklich hat und inwieweit ihr dort etwas optimieren könnt.

    Welchen Einfluss hat das Elterngeld auf die Steuern?

    Eigentlich ist es ganz einfach: Obwohl das Elterngeld als solches zwar steuerfrei ist, wird es bei der Berechnung eures Steuersatzes berücksichtigt. Das heißt konkret, dass für die Berechnung eures Steuersatzes euer gesamtes Einkommen plus Elterngeld relevant ist. Die Steuer selbst wird dann allerdings nur von eurem Erwerbseinkommen abgezogen.

    Beispiel: Du hast deinen kleinen Sohn am 1. August bekommen. Der Einfachheit halber bist du alleinstehend und deshalb in Steuerklasse 1. Für die Berechnung des Elterngeldes wird dein durchschnittliches monatlichen Einkommen der letzten 12 Monate vor der Geburt zu Rate gezogen. Hieraus ergibt sich für dich ein Elterngeldanspruch von 1.800 EUR, also der Maximalsatz. Du beziehst also in diesem Jahr von August bis Dezember, also für fünf Monate Elterngeld, was insgesamt einen Betrag von 9.000 EUR bedeutet (1.800 EUR * 5 Monate). Bis kurz vor der Geburt hast du ganz normal gearbeitet und bisher im Jahr insgesamt 30.000 EUR verdient.

    Laut der Steuerformel nach §32 Einkommensteuergesetz (EStG) liegt dein Steuersatz bei einem Einkommen von 30.000 EUR normalerweise bei 19,55%, das heißt deine Steuern bzw. deine Steuerlast (Einkommen und Solidaritätszuschlag) würde 5.865 EUR betragen. Da du aber auch Elterngeld in Höhe von 9.000 EUR im gleichen Jahr erhalten hast, wird für die Berechnung deines Steuersatzes ein Einkommen von 39.000 EUR herangezogen. Hierfür ergibt sich bereits ein Steuersatz von 23,21%. Auf dein tatsächlichen Einkommen von 30.000 EUR angewendet (denn euer Elterngeld müsst ihr ja nicht nochmal extra versteuern) ergibt das bereits 6.963 EUR. Das heißt nur durch den Einfluss der Steuerprogression müsst ihr mehr als 1.000 EUR mehr an Steuern zahlen.

    Der Progressionsvorbehalt gilt übrigens für euer gesamtes Elterngeld, einschließlich des Sockelbetrages von 300 EUR. Dies hat der Bundesfinanzhof in einem Urteil entschieden.

    Wie könnt ihr euer Elterngeld erhöhen?

    Eine Möglichkeit euer Elterngeld zu erhöhen ist der Wechsel in eine günstigere Steuerklasse. Da das Elterngeld auf Basis eures Nettoeinkommens der letzten 12 Monate vor der Geburt eures Kindes berechnet wird, fällt es umso höher aus, je weniger Steuern ihr zahlen müsst. Beachtet dass diese Möglichkeit nur für die Angestellten unter euch möglich ist. Für alle Selbständigen nutzt die Elterngeldstelle immer die ungünstigere Steuerklasse IV für die Elterngeldberechnung.

    Den niedrigsten Steuersatz habt ihr, wenn ihr in der Steuerklasse III seid. Der Wechsel in die Steuerklasse III ist allerdings nur möglich, wenn ihr verheiratet seid. Euer Partner müsste dann gleichzeitig in die Steuerklasse V wechseln und würde entsprechend hoch besteuert.

    Damit eure neue Steuerklasse von der Elterngeldstelle zur Berechnung des Elterngeldes genutzt werden kann, solltet ihr mindestens sieben Monate vor der Geburt eures Kindes in die günstigere Steuerklasse III wechseln. Die Elterngeldstelle wählt nämlich für die Berechnung des Elterngeldes die Steuerklasse, in der ihr in den 12 Monaten vor der Geburt am längsten wart. Falls ihr sechs Monate in der einen und 6 Monate in der anderen Steuerklasse wart, dann wird die Steuerklasse gewählt, die näher an der Geburt eures Kindes lag. Ihr solltet auf jeden Fall auch berücksichtigen, dass es einen Monat dauert, bis die Änderung der Steuerklasse wirksam wird. Am besten ihr wechselt die Steuerklasse bereits kurz nachdem ihr von eurer Schwangerschaft erfahren habt.

    Welche Steuerklassen(-kombinationen) gibt es und worin unterscheiden sie sich?

    Als Ehepartner habt ihr die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Steuerklassekombinationen zu wählen:

    • Ihr seid beide in Steuerklasse IV
    • Einer von euch ist in Steuerklasse III, der andere in Steuerklasse V
    • Ihr seid beide in Steuerklasse IV und nutzt das so genannte Faktorverfahren

    Wenn ihr verheiratet seid, dann werdet ihr standardmäßig von Finanzamt beide in die Steuerklasse IV eingeordnet. Sofern ihr ungefähr gleich viel verdient, ist dies auch erstmal die beste Wahl. Falls jedoch einer von euch viel mehr verdient, das heißt 60% oder mehr zum Haushaltseinkommen beisteuert, dann ist die Kombination aus Steuerklasse III und V besser.

    Was bedeutet nun der Wechsel der Steuerklasse für eure Finanzen?

    Wie bereits angedeutet, hat ein Wechsel der Steuerklasse mehrere Auswirkungen. Neben des positiven Effektes auf euer Elterngeld solltet ihr aber auch die anderen Einflüsse im Auge behalten.

    Hier die wesentlichen Änderungen durch euren Wechsel in Steuerklasse III. Und wie gesagt, das Ganze funktioniert nur, wenn ihr verheiratet seid.

    • Euer Nettoeinkommen steigt durch die sehr geringe Besteuerung in der Steuerklasse III recht stark an
    • Gleichzeitig sinkt das Nettoeinkommen eures Partners durch den Wechsel in die höher besteuerte Steuerklasse V stark ab
    • Die Bemessungsgrundlage für euer Elterngeld und damit euer Elterngeld selbst erhöhen sich

    Was bedeutet das Ganze nun? Neben dem höheren Elterngeld gibt es vier wesentliche Aspekte, die in diesem Zusammenhang für euch wichtig sind bzw. sein könnten:

    • Falls einer von euch sehr viel mehr verdient als der andere und ihr deshalb schon vorher die Steuerklassenkombinationen III und V gewählt hattet, dann hat ein Wechsel (also von Steuerklasse V in III für euch und von Steuerklasse III in V für euren Partner) signifikante Auswirkungen auf euer monatliches Nettoeinkommen. Es könnte sein, dass ihr für die mindestens sieben Monate vor der Geburt und eine Zeit nach der Geburt mit viel weniger auskommen müsst als bisher. Falls ihr also regelmäßig am Ende des Monats knapp bei Kasse seid, dann solltet ihr euch überlegen, wie und ob ihr dieses Modell wählen könnt
    • Mit der Steuererklärung am Ende des Jahres wird der negative Steuereffekt wieder ausgeglichen, d.h. ihr bekommt einen Großteil der zu viel gezahlten Steuer zurück. Eure monatlichen Einkommensteuerabzüge sind ja im Endeffekt nichts anderes als Vorauszahlungen, die am Ende des Jahres mit eurer tatsächlichen Steuerschuld verrechnet werden. Das heißt, für die Höhe der tatsächlich festgesetzten Steuer spielen die Steuerklassen gar keine Rolle, sondern nur euer Einkommen. In diesem Fall Ihr zahlt ihr auf den Großteil eures gemeinsamen Einkommens in Steuerklasse V eine viel höhere Vorauszahlung, als eure tatsächliche Steuerlast, d.h. die zu zahlenden Steuern nach Rückerstattung durch das Finanzamt, am Ende des Jahres betragen wird
    • Euer höheres Elterngeld erhöht natürlich den Progressionsvorbehalt im Vergleich zur Variante ohne den Wechsel der Steuerklasse, d.h. eure durchschnittliche Steuerlast steigt an
    • Die Steuerklasse hat ebenfalls Einfluss auf andere Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld oder Krankengeld, die durch den Wechsel in die schlechtere Steuerklasse entsprechend niedriger ausfallen

    Wann und wie könnt ihr die Steuerklasse wechseln

    Ihr könnt die Steuerklasse problemlos auch mitten im Jahr wechseln, spätestens jedoch bis zum 30. November. Ein Wechsel der Steuerklasse ist in der Regel nur einmal im Jahr möglich. In manchen Fällen könnt ihr aber auch mehrmals im Jahr die Steuerklasse wechseln:

    • Einer von euch bezieht keinen Arbeitslohn mehr
    • Einer von euch nimmt nach Arbeitslosigkeit wieder ein Arbeitsverhältnis auf
    • Ihr habt euch auf Dauer getrennt
    • Euer Partner ist verstorben

    Falls ihr die Steuerklasse nun aufgrund der oben beschriebenen Vorteile für die Höhe eures Elterngeldes wechseln möchtet, dann könnt ihr hierfür den amtlichen Vordruck „Antrag auf Steuerklassenwechsel bei Ehegatten“ nutzen, den ihr beide unterschreiben und an das Finanzamt schicken müsst.

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    Источники: http://www.welt.de/welt_print/finanzen/article5803485/Elterngeld-Bezieher-muessen-eine-Steuererklaerung-machen.html, http://www.finanztip.de/elterngeld/, http://deinelterngeld.de/elterngeld-und-steuern/

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