Fahrtkosten steuer absetzen

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    Wie Sie Fahrtkosten von der Steuer absetzen

    Die Fahrtkosten sind die wichtigsten Reisekosten, da sie in der Regel die höchste Ersparnis bringen. Hier lesen Sie, wie Sie als Arbeitnehmer oder Selbstständige das meiste Geld herausholen. Achtung: Fahrtkosten sind etwas anderes als die Pendlerpauschale (Entfernungspauschale) für Fahrten zur Arbeit. Mit Fahrtkosten sparen Sie deutlich mehr Steuern als mit der Pendlerpauschale. Prüfen Sie deshalb genau, ob Ihre Fahrten als Reisekosten gelten oder ob Sie sich mit der Pendlerpauschale begnügen müssen.

    Wann Fahrtkosten zu den Reisekosten gehören und wann nicht

    Fahrtkosten sind dann Reisekosten, wenn ein Arbeitnehmer oder Selbstständiger für berufliche Reisen.

    • . entweder sein eigenes oder geliehens privates Fahrzeug nutzt oder
    • mit einem öffentlichen Verkehrsmittel reist.

    In diesen Fällen handelt es sich nicht um Reisekosten im Sinn des Steuerrechts:

    • Wenn der Arbeitnehmer mit einem Firmenwagen fährt.
    • Wenn der Arbeitnehmer von zu Hause zu seiner ersten Tätigkeitsstätte (früher: regelmäßige Arbeitsstätte) oder zurück fährt. Dies wären Fahrten zur Arbeit, die über die Pendlerpauschale abgegolten werden. Der finanzielle Unterschied: Bei der Pendlerpauschale gibt es nur Geld für die einfache Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsplatz, egal wie oft Sie pro Tag hin und zurück fahren. Bei den Reisekosten hingegen machen Sie jeden einzelnen Kilometer geltend.

    Wie hoch Ihre Fahrtkosten sind

    Wenn Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen, lassen Sie sich den Fahrpreis samt Zuschläge erstatten. Heben Sie Ihre Tickets als Beleg auf.

    Wenn Sie mit Ihrem eigenen Fahrzeug reisen, haben Sie zwei Möglichkeiten:

    a) Sie ermitteln mit einem Fahrtenbuch, wie viele Kilometer Sie im Jahr dienstlich und wie viele privat gefahren sind. Im selben Verhältnis machen Sie den dienstlich gefahrenen Anteil an den jährlichen Gesamtkosten des Fahrzeugs geltend. Wenn Sie zu 65 Prozent dienstlich unterwegs waren, setzten Sie also 65 Prozent dessen an, was Sie im gesamten Jahr für Benzin, Autoversicherung, Verschleiß (steuerliche Abschreibung) etc. ausgegeben haben.

    b) Sie nutzen die Pauschalmethode. Dazu schreiben Sie nur auf, wie viele Kilometer Sie dienstlich wohin gereist sind. Egal, wie viel Ihr Fahrzeug im Jahr kostet – Sie setzen immer diese pauschalen Kilometersätze des Bundesfinanzministeriums an:

    • 30 Cent pro Kilometer, wenn Sie mit einem Kfz gefahren sind. Zusätzlich 2 Cent pro Kilometer und pro Person, die Sie aus beruflichen Gründen mitgenommen haben.
    • 13 Cent pro Kilometer bei Fahrten mit einem Motorrad oder Motorroller plus 1 Cent pro Kilometer, wenn Sie eine Person mitgenommen haben.
    • 8 Cent pro Kilometer mit einem Moped oder Mofa.
    • 5 Cent pro Kilometer, wenn Sie mit einem Fahrrad gefahren sind.

    Die pauschale Abrechnung ist deutlich einfacher, praktischer und deshalb beliebter als der Nachweis per Fahrtenbuch.

    Wie Sie Ihre Fahrtkosten erstattet bekommen

    Sie haben oben per Fahrtenbuch oder Kilometerpauschale ermittelt, wie hoch Ihre Fahrtkosten waren.

    Als Arbeitnehmer lassen Sie sich den Betrag von Ihrem Unternehmen erstatten – steuerfrei und ohne Abgaben zur Sozialversicherung. Normalerweise brauchen Sie nur eine Kilometerabrechnung einzureichen, die Lohnbuchhaltung erledigt alles weitere.

    Wenn ihr Chef Ihnen nicht alles ersetzt (was er aber meistens muss), dann geben Sie die Differenz zwischen Ausgaben und Erstattung in Ihrer Steuererklärung an, und zwar als Werbungskosten. So holen Sie sich wenigstens einen Teil des Gelds zurück.

    Als Selbstständiger geben Sie Ihre Fahrtkosten als Betriebsausgaben an.

    Hinweis: GmbH-Geschäftsführer gelten steuerlich als Arbeitnehmer, nicht als Unternehmer.

    Steuer-Tipp: Für eine höchstmögliche Ersparnis müssen Sie die Pauschale für Werbungskosten überschreiten, die Ihnen pro Jahr zusteht.

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    Entfernungspauschale

    30 Cent pro Kilometer für den Weg zur Arbeit

    • Zuletzt aktualisiert: 1. November 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das Finanzamt erkennt für die Fahrt zur ersten Tätigkeitsstätte pro Arbeitstag jeden Kilometer der einfachen Wegstrecke als Fahrtkosten an, und zwar pauschal mit 30 Cent.
    • Sie können in Ihrer Steuererklärung für Fahrten zur Arbeit grundsätzlich bis zu 4.500 Euro im Jahr ansetzen.
    • Die Entfernungspauschale ist verkehrsmittelunabhängig, das heißt sie gilt gleichermaßen für Fußgänger, Radler, Motorrad-, Bus- und Bahnfahrer sowie für Autofahrer und ihre Beifahrer. Ausgenommen sind Flüge.
    • Sonderregeln gelten für behinderte Menschen sowie für diejenigen, die Park & Ride nutzen, und für Fahrgemeinschaften.

    So gehen Sie vor

    • Wenn Sie an mehreren Orten arbeiten, muss Ihr Arbeitgeber einen davon als Ihre „erste Tätigkeitsstätte“ festlegen. Fahrten zu anderen Arbeitsorten können Sie als Dienstreise abrechnen – das heißt, Sie können Hin- und Rückfahrt statt nur die Entfernung ansetzen.
    • Nutzen Sie ausschließlich die Entfernungspauschale, müssen Sie grundsätzlich keine Belege sammeln.
    • Wohnen Sie weit weg vom Arbeitsplatz und fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln, kann sich das Belege-Sammeln doch lohnen. Denn es gibt Ausnahmen vom 4.500 Euro-Höchstbetrag im Jahr.
    • Diese Ausnahmen gelten, wenn Sie einen privaten Pkw oder einen Firmen- oder Dienstwagen nutzen, bei Familienfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung und wenn die tatsächlichen Kosten für öffentliche Verkehrsmittel höher sind.
    • Als Arbeitnehmer tragen Sie Ihre Angaben auf der zweiten Seite der Anlage N Ihrer Steuererklärung ein.

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    Das tägliche Pendeln zur Arbeit kostet nicht nur Zeit und Nerven – es geht bei großen Entfernungen zwischen Wohnung und Arbeitsplatz auch so richtig ins Geld. Für die meisten Arbeitnehmer sind Fahrtkosten die größte Abzugsposition bei der Steuer. Diese dürfen Sie als Werbungskosten in der Einkommensteuererklärung absetzen, allerdings grundsätzlich nur pauschal.

    Für Ihre Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte können Sie eine Entfernungsspauschale in Höhe von 0,30 Euro für jeden vollen Kilometer der Entfernung von der Steuer absetzen. Die Pauschale gehört zu den Werbungskosten und ist unabhängig davon, wie Sie zur Arbeit und wieder nach Hause gelangen. Gesetzlich geregelt ist die Entfernungspauschale in Paragraf 9 Absätze 1 bis 4. Details mit Beispielen hat die Finanzverwaltung zusammengestellt (Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 23. Dezember 2014, Gz. IV C 6 – S 2145/10/10005).

    Diese Grundsätze gelten

    Einfache Entfernungsstrecke: Natürlich fahren Sie täglich zweimal die Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsplatz, nämlich hin und zurück. Manche fahren über die Mittagspause oder als Schichtarbeiter mehrmals nach Hause. Den Fiskus interessiert dies aber alles nicht. Pauschal dürfen Sie für jeden Arbeitstag nur einmal die einfache Wegstrecke abrechnen.

    Kürzeste Straßenverbindung: Für die Bestimmung der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ist grundsätzlich die kürzeste Straßenverbindung maßgebend, wobei das Finanzamt nur volle Entfernungskilometer berücksichtigt. Eine andere als die kürzeste Straßenverbindung können Sie aber angeben, wenn diese offensichtlich verkehrsgünstiger ist und Sie sie regelmäßig gefahren sind. Verkehrsgünstiger ist eine Strecke, sofern Sie Ihre regelmäßige Arbeitsstätte trotz gelegentlicher Verkehrsstörungen normalerweise schneller und pünktlicher erreichen.

    Welches Verkehrsmittel Sie tatsächlich genutzt haben, spielt keine Rolle. Das heißt, die kürzeste Straßenverbindung zählt, auch wenn eine (Teil-)Strecke länger sein sollte, die Sie beispielsweise mit der Bahn zurückgelegt haben.

    Höchstbetrag 4.500 Euro: Grundsätzlich ist die Entfernungspauschale auf einen Höchstbetrag von 4.500 Euro gedeckelt. Dies gilt jedoch nicht, wenn Sie mit Ihrem eigenen oder einem zur Nutzung überlassenen Pkw, also einem Dienstwagen, zur Arbeit gefahren sind. Höhere Kosten müssen Sie jedoch nachweisen können. Weitere Ausnahmen sind Familienheimfahrten bei einer doppelten Haushaltsführung sowie tatsächlich höhere Kosten bei Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln.

    Mehrere Wohnungen: Wer nicht nur von einer Wohnung aus zur Arbeit fährt, kann Fahrten von der weiter entfernt liegenden Wohnung nur dann für die Entfernungspauschale zugrunde legen, wenn diese den Lebensmittelpunkt bildet und nicht nur gelegentlich aufgesucht wird. Ein Reizthema war hierbei immer wieder beispielsweise das ehemalige Kinderzimmer bei den Eltern. Deshalb gilt seit 2014 als eine Bedingung, damit eine Wohnung als Ort des Lebensmittelpunkts gelten kann, dass Sie sich mit mindestens 10 Prozent der Lebenshaltungskosten für Miete, Lebensmittel und Ähnlichem beteiligen.

    Doppelte Haushaltsführung: Auch die Kosten für Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung können über die Entfernungspauschale berücksichtigt werden. Die Begrenzung auf den Höchstbetrag von 4.500 Euro gilt bei Familienheimfahrten übrigens nicht. Sollte Ihr Arbeitgeber Ihnen steuerfreie Leistungen für Ihre Familienheimfahrten gezahlt haben, werden diese Zahlungen auf die für diese Fahrten anzusetzende Entfernungspauschale angerechnet.

    Was Sie absetzen können – und was nicht

    Verkehrsmittel spielt keine Rolle: Das Finanzamt berücksichtigt die Kilometerpauschale von 30 Cent grundsätzlich unabhängig vom Verkehrsmittel. In welcher Höhe Ihnen tatsächlich Aufwendungen entstanden sind, ist unerheblich.

    Hierhin in der Steuererklärung

    Ihre Angaben zu den Wegen zwischen Wohnung und Arbeitsstätte machen Sie bei den Werbungskosten auf Seite 2 der Anlage N in den Zeilen 31 bis 39.

    Öffentliche Verkehrsmittel: Die Entfernungspauschale können Sie also auch ansetzen, wenn Sie öffentliche Verkehrsmittel benutzen – dazu gehören auch Taxis. Falls Ihre Kosten für die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel den im Kalenderjahr insgesamt als Entfernungspauschale anzusetzenden Betrag übersteigen, können Sie die tatsächlichen Kosten stattdessen ansetzen. Seit 2012 überprüfen die Finanzämter nicht mehr tageweise, ob die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel die Pauschale übersteigen. Es wird nur noch jahresbezogen ermittelt, ob die Entfernungspauschale oder die Summe der Fahrtkosten höher ist. (FG Münster, Urteil vom 1. April 2014, Az. 11 K 2574/12 E). Als pauschale Kosten sind maximal 4.500 Euro absetzbar.

    Mischfall Park & Ride: Viele Arbeitnehmer nutzen für den Weg zur Arbeit verschiedene Verkehrsmittel, beispielsweise außer ihrem eigenen Auto auch Bus und Bahn. Auch in solchen Mischfällen ermitteln Sie erst einmal die Entfernung, die für die kürzeste Straßenverbindung maßgebend ist. Danach geben Sie nur noch an, wie viele Kilometer Sie mit welchem Verkehrsmittel zurückgelegt haben. Sie können dabei auch einen höheren Betrag als 4.500 Euro ansetzen.

    Folgendes Berechnungsbeispiel zeigt die beiden Optionen Pauschale und tatsächliche Kosten: Ein Arbeitnehmer fährt an 220 Arbeitstagen im Jahr zunächst 12 Kilometer mit dem Auto zum Bahnhof und fährt von dort weitere 100 Kilometer mit dem Zug zur Arbeit. Für die Bahncard 100, 2. Klasse, hat er 4.190 Euro selbst bezahlt. Im ersten Schritt ermittelt er seine Kosten für die beiden Teilstrecken nach der Pendlerpauschale:

    Autofahrt: 220 * 12 km * 0,30 Euro = 792 Euro

    Zugfahrt: 220 * 100 km * 0,30 Euro = 6.600 Euro, aber maximal bis zum Höchstbetrag 4.500 Euro

    Dann rechnet er beides zusammen:

    Entfernungspauschale: 792 Euro + 4.500 Euro = 5.292 Euro

    Nachdem dieser Betrag höher ist als die tatsächlichen Kosten für die Bahnfahrten (4.190 Euro), berücksichtigt das Finanzamt die Entfernungspauschale von 5.292 Euro.

    Fahrgemeinschaften: Jeder Teilnehmer einer Fahrgemeinschaft kann die Entfernungspauschale entsprechend der für ihn maßgeblichen Entfernungsstrecke ansetzen. Wer einen Umweg fahren muss, um Mitfahrer abzuholen, darf diese Strecke allerdings nicht in die Entfernungsermittlung einbeziehen. Der Höchstbetrag für die Entfernungspauschale von 4.500 Euro gilt auch bei einer wechselseitigen Fahrgemeinschaft, und zwar für die Mitfahrer der Fahrgemeinschaft an den Arbeitstagen, an denen sie ihr eigenes Fahrzeug nicht einsetzen.

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    Diese Tipps helfen Ihnen, Steuern zu sparen

    Entfernungen bestimmen: Nutzen Sie kostenfreie Internetkartendienste wie Google Maps, um die kürzeste Entfernung zwischen Ihrem Wohn- und Ihrem Arbeitsort zu bestimmen. Die Finanzbeamten werden das voraussichtlich ebenfalls tun, sollten sie Ihre Angaben überprüfen.

    Antrag auf Lohnsteuerermäßigung: Um schon im Laufe des Jahres weniger Lohnsteuer zahlen zu müssen, können Sie beim Finanzamt einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung stellen. Dann werden Ihre Werbungskosten – beispielsweise für Ihre Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte – als Freibetrag schon jeden Monat beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt. Das ist möglich, wenn Ihre Werbungskosten über 1.000 Euro liegen und zusammen mit anderen Beträgen, beispielsweise Sonderausgaben, der Grenzbetrag von 600 Euro überschritten wird.

    Botengänge

    Sind Sie während der Arbeitszeit für Ihren Arbeitgeber mit Ihrem eigenen Auto beispielsweise zur Post gefahren, um anschließend in die Mittagspause zu gehen, können Sie für diese Fahrten pauschal 0,30 Euro pro Kilometer ansetzen. Voraussetzung ist, dass Sie nicht privat einen Umweg gefahren sind und Ihr Arbeitgeber Ihnen Ihre Kosten nicht erstattet hat. Grundsätzlich dürfen Sie für Dienstfahrten, die Ihnen nicht erstattet werden, 30 Cent pro gefahrenem Kilometer ansetzen.

    Erste Tätigkeitsstätte: Arbeitnehmer können nur eine regelmäßige Arbeitsstätte haben: die erste Tätigkeitsstätte. Wenn jemand an mehreren Orten arbeitet, muss der Arbeitgeber festlegen, welcher davon die erste Tätigkeitsstätte ist. Das Finanzamt geht von einer regelmäßigen Arbeitsstätte aus, wenn der Arbeitnehmer einer betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers vertraglich dauerhaft zugeordnet ist oder im Betrieb des Arbeitgebers täglich, einen vollen Tag pro Woche oder mindestens 20 Prozent seiner Arbeitszeit tätig ist.

    Fahrt zum Job als Dienstreise: Berufliche Fahrten, die Sie zu einer anderen Arbeitsstelle unternehmen, gelten dann als Dienstreisen und können mit 30 Cent für jeden Kilometer der Hin- und Rückfahrt als Reisekosten abgerechnet werden. Bei den Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte zählt nur die einfache Strecke, bei der Sie für jeden Kilometer 30 Cent als Entfernungspauschale ansetzen können.

    Unfallkosten: Falls Sie auf der Fahrt zur Arbeit oder auf dem Rückweg nach Hause einen Unfall hatten, können Sie die Folgekosten als außergewöhnliche Aufwendungen neben der Entfernungspauschale von der Steuer absetzen. Das gilt für alle Aufwendungen, die Ihr Arbeitgeber, Ihr Unfallgegner oder Ihre eigene Versicherung Ihnen nicht ersetzt hat. Sofern Sie Ihre Kfz-Kaskoversicherung in Anspruch genommen haben, ergeben sich die abziehbaren Werbungskosten meist aus den Reparaturkosten nach Abzug der Zahlungen Ihres Versicherers. Das entspricht häufig der Selbstbeteiligung.

    Pauschale für Unfallkosten?

    Aktuell ist die Finanzverwaltung bei Unfallkosten kulant. Passiert dieser auf dem Weg zur Arbeit, dürfen Sie die Reparaturkosten als außergewöhnliche Werbungskosten geltend machen.

    Behinderte Menschen: Behinderte können für die Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte statt der Entfernungspauschale ihre tatsächlichen Kosten ansetzen. Nutzen sie ihr eigenes Fahrzeug oder einen Dienst-/Firmenwagen, können sie ihre Fahrtkosten ohne Einzelnachweis pauschal mit 0,30 Euro je gefahrenem Kilometer geltend machen, also doppelt so viel wie nicht-behinderte Arbeitnehmer. Unfallkosten, die auf einer Fahrt zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte entstanden sind, können sie neben dem pauschalen Kilometersatz angeben. Nutzen sie unterschiedliche Verkehrsmittel, können sie ihr Wahlrecht (Entfernungspauschale oder tatsächliche Kosten) für sämtliche Teilstrecken allerdings nur einheitlich ausüben.

    Mehr als ein Arbeitgeber: Haben Sie mehrere Jobs bei verschiedenen Arbeitgebern, können Sie die Entfernungspauschale für jeden Weg zur Arbeit ansetzen, wenn Sie am Tag zwischenzeitlich in Ihre Wohnung zurückgekehrt sind. Fahren Sie von einer Arbeitsstätte gleich weiter zu Ihrem anderen Arbeitgeber, ohne zu Hause vorbeizuschauen, müssen Sie für die Entfernungsermittlung den Weg zur ersten Arbeitsstätte als Umwegstrecke zur nächsten Arbeitsstätte angeben. In diesem Fall gilt die Einschränkung, dass die für die Ermittlung der Entfernungspauschale anzusetzende Entfernung höchstens die Hälfte der Gesamtstrecke betragen darf.

    Kein eigener Aufwand bei Familienheimfahrten: Der Bundesfinanzhof hat in einem Urteil vom 18. April 2013 (Az. VI R 29/12) bestätigt, dass die Entfernungspauschale für eine wöchentliche Familienheimfahrt im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung aufwandsunabhängig in Anspruch genommen werden kann. Steuerfreie Reisekostenvergütungen und Freifahrten des Arbeitgebers reduzieren jedoch den absetzbaren Betrag.

    Fahrten als Unternehmer

    Unternehmer können die Entfernungspauschale analog für ihre Wege zwischen Wohnung und Betrieb ansetzen.

    Flugstrecken und Sammelbeförderung: Die Entfernungspauschale gilt nicht für Flugstrecken und Strecken mit steuerfreier Sammelbeförderung. Für Flugstrecken setzen Sie Ihre tatsächlichen Kosten an. Falls Ihr Arbeitgeber eine steuerfreie Sammelbeförderung anbietet, dürfen Sie die so zurückgelegten Teilstrecken nicht in die Ermittlung der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte einbeziehen. Dagegen können Sie Ihre Kosten als Werbungskosten ansetzen, wenn Sie zu einer Sammelbeförderung Ihres Arbeitgebers etwas dazugezahlt haben.

    Arbeitgeberleistungen: Steuerfreie Sachbezüge und pauschal besteuerten Arbeitgeberersatz für Ihre Wege zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte können Sie nicht als Werbungskosten ansetzen.

    Firmenwagen für Familienheimfahrten: Dürfen Sie für Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung unentgeltlich einen Dienst- oder Firmenwagen ihres Arbeitgebers nutzen, ist ein Werbungskostenabzug ausgeschlossen (BFH, Urteil vom 28. Februar 2013, Az. VI R 33/11).

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    Artikel verfasst von

    Finanztip-Experte für Steuern

    Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

    freie Finanztip-Mitarbeiterin (bis 2015)

    Als freie Mitarbeiterin hat Sabine Himmelberg auf Finanztip zum Thema Steuern geschrieben. Sie blickt auf mehr als zwanzig Jahre Redaktionsarbeit im Steuerrecht zurück. Als spezialisierte Fachjournalistin deckt Sabine Himmelberg ein breites inhaltliches Spektrum für Publikationen namhafter Fachverlage ab. Nach ihrem Magisterabschluss an der Universität zu Köln trat sie in die Redaktion des Deubner Verlags ein, der Informationen für Rechtsanwälte und Steuerberater herausgibt und der WEKA-Gruppe angehört. Sie leitete dort drei Jahre lang die Redaktion Steuern.

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  • Источники: http://www.steuer-schutzbrief.de/reisekosten/fahrtkosten.html, http://www.finanztip.de/entfernungspauschale/, http://www.steuerberaten.de/tag/absetzen/fahrtkosten/

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