Fahrtkosten weiterbildung steuer

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    Steuererklärung für Studenten

    Fahrtkosten zur Universität oder Bildungseinrichtung

    • Zuletzt aktualisiert: 23. September 2016
    • Von: Sabine Himmelberg

    Das Wichtigste in Kürze

    • Wer in seine Bildung investiert und beispielsweise studiert, kann einen Teil seiner Ausgaben von der Steuer absetzen.
    • Zu den abziehbaren Ausgaben bei einem Studium gehören unter anderem die Fahrtkosten, sofern in Vollzeit studiert wird.
    • Seit 2014 können Studenten ihre Fahrtkosten nur noch über die Entfernungspauschale mit 30 Cent pro Kilometer der einfachen Strecke abrechnen.

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    Ein Studium benötigt nicht nur Zeit und Fleiß, oft müssen Studenten auch viel Geld in ihre Bildung investieren. Einen Teil dieser Ausgaben können sie sich über die Einkommensteuererklärung vom Finanzamt zurückholen. Neben Studiengebühren und anderen typischen Ausbildungskosten, etwa den Ausgaben für Arbeitsmittel wie Büromaterial und Computer, können Studenten auch ihre Fahrtkosten von der Steuer absetzen. Das lohnt sich vor allem für diejenigen, die nicht direkt neben der Uni wohnen, sondern aus Kostengründen weiterhin bei ihren Eltern leben und von dort aus zur Hochschule oder zu einer anderen Bildungseinrichtung pendeln. Voraussetzung für die Absetzbarkeit der Fahrtkosten: Sie haben während Ihres Erststudiums oder Ihrer Erstausbildung ein zu versteuerndes Einkommen.

    Helfer für die Steuererklärung

    Vorweggenommene Werbungskosten

    Falls nicht, könnte sich dennoch eine Steuererklärung lohnen. Denn Sie können versuchen, die Fahrtkosten als vorweggenommene Werbungskosten in einem Steuerbescheid feststellen zu lassen. Diese würden dann später, wenn Sie im Job richtig gut verdienen, als Verlustvortrag Ihr zu versteuerndes Einkommen senken. Berufen können Sie sich hierbei auf ein Urteil des Bundesfinanzhofs vom 13. Januar 2015, Az. IX R 22/14.

    Lehnt das Finanzamt ab, können Sie innerhalb eines Monats Einspruch einlegen.

    Ausgaben für den Weg zur Uni

    Bis einschließlich 2013 konnten Studenten ihre Fahrtkosten wie Dienstreisen absetzen. Das heißt, 30 Cent pro Kilometer wurden als Ausgaben für den Hin- und den Rückweg berücksichtigt. Seit der Steuererklärung 2014, müssen Sie sich damit abfinden, dass die Fahrtkosten jetzt nur noch über die verkehrsmittelunabhängige Entfernungspauschale abgerechnet werden können. Der feine, aber gravierende Unterschied: Bei der Entfernungspauschale gibt es die 30 Cent pro Kilometer nur für die einfache Strecke und nicht wie bei Dienstreisen für Hin- und Rückweg.

    Der Steuervorteil ging ursprünglich auf zwei Urteile des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 9. Februar 2012 zurück (Az. VI R 42/11, VI R 44/10). Das Gericht hatte entschieden, dass in Vollzeit besuchte Bildungseinrichtungen keine regelmäßigen Arbeitsstätten sind. Deswegen sei die Fahrt dorthin wie eine Dienstreise zu behandeln. Der Fiskus musste die Fahrtkosten daher nicht mit der einfachen Entfernungspauschale berücksichtigen, sondern als Werbungskosten in tatsächlicher Höhe für Hin- und Rückfahrt.

    Ein Vollzeitstudium oder eine vollzeitige Bildungsmaßnahme liegt insbesondere vor, wenn Sie

    – im Rahmen des Studiums oder über die Bildungsmaßnahme für einen Beruf ausgebildet werden und

    – nicht zeitgleich berufstätig sind oder

    – während des gesamten Studiums oder der Bildungsmaßnahme nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten oder in einem Minijob tätig sind.

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    Artikel verfasst von

    freie Finanztip-Mitarbeiterin (bis 2015)

    Als freie Mitarbeiterin hat Sabine Himmelberg auf Finanztip zum Thema Steuern geschrieben. Sie blickt auf mehr als zwanzig Jahre Redaktionsarbeit im Steuerrecht zurück. Als spezialisierte Fachjournalistin deckt Sabine Himmelberg ein breites inhaltliches Spektrum für Publikationen namhafter Fachverlage ab. Nach ihrem Magisterabschluss an der Universität zu Köln trat sie in die Redaktion des Deubner Verlags ein, der Informationen für Rechtsanwälte und Steuerberater herausgibt und der WEKA-Gruppe angehört. Sie leitete dort drei Jahre lang die Redaktion Steuern.

    Fortbildungskosten in der Steuererklärung

    Wer an Seminaren und Lehrgängen aus beruflichen Gründen teilnimmt, kann in vielen Fällen das Finanzamt an den Kosten beteiligen. Aus meiner Arbeit als Dozent weiß ich, daß die Teilnehmer oft nur wenig Informationen dazu haben und deshalb allzu oft auf Steuervorteile verzichten. Deshalb hier die wichtigsten Hinweise.

    1. Privat oder beruflich?

    1. Privat oder beruflich?

    2. Werbungskosten oder Sonderausgaben?

    Siehe dazu auch das Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 4. November 2005 – IV C 4 – S 2227 – 5/05.

    Keinen steuerlichen Vorteil hat ein Arbeitnehmer, wenn auch mit den Fortbildungskosten der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 920 Euro im Jahr nicht überschritten wird. Das hängt vor allem davon ab, wie hoch die sonstigen Werbungskosten (z.B. Entfernungspauschale) im Jahr sind. Für Selbständige gibt es keinen entsprechenden Pauschbetrag, hier mindern die Betriebsausgaben direkt den Gewinn.

    3. Welche Ausgaben können abgesetzt werden?

    3.1. Lehrgangsgebühren

    Die an den Veranstalter gezahlten Kosten für Anmeldung, Teilnahme, Skripte und Prüfungen; ebenso Püfungsgebühren an andere Stellen wie z.B. die IHK oder Handwerkskammer.

    3.2. Fahrtkosten

    • PKW: 0,30 Euro je gefahrener Kilometer
    • Motorrad/Motorroller: 0,13 Euro je gefahrener Kilometer
    • Moped/Mofa: 0,08 Euro je gefahrener Kilometer
    • Fahrrad: 0,05 Euro je gefahrener Kilometer
    • bei Mitnahme von weiteren Personen (Fahrgemeinschaft) im PKW zusätzlich 0,02 Euro je Mitfahrer und km, auf dem Motorrad 0,01 Euro

    Falls die Mitfahrer einen Kostenbeitrag an den Inhaber des PKW zahlen, ist das entsprechend zu verrechnen (Ausgabe bei den Mitfahrern, geringere Fahrtkosten beim Fahrer) und sollte am besten durch Quittungen dokumentiert werden. Zusätzlich zur km-Pauschale können z.B. Parkplatzgebühren angegeben werden.

    3.3. Verpflegungsmehraufwand

    Ohne tatsächlichen Nachweis akzeptiert das Finanzamt Mehrkosten für Verpflegung auf Dienstreisen und somit auch bei Fortbildungen. Die Pauschalen richten sich nach der tatsächlichen Abwesenheit am Kalendertag, also einschließlich Wegezeiten:

    3.4. Übernachtungen

    Übernachtungskosten – sofern nicht schon in der Lehrgangsgebühr enthalten – müssen einzeln mit Beleg nachgewiesen werden. Sind in der Hotelrechnung auch Mahlzeiten enthalten, werden diese nicht anerkannt, da es dafür bereits die oben genannte Pauschale gibt. Wenn die Hotelrechnung ein Frühstück einschließt, ohne daß dafür ein besonderer Betrag genannt ist, werden 4,50 Euro abgezogen.

    3.5. Fachliteratur und Lernmittel

    Die Kosten für beruflich benötigte Fachliteratur (Bücher, Zeitschriften, evtl. Datenträger) können auch unabhängig von der Teilnahme an einer Bildungsmaßnahme als Werbungskosten abgesetzt werden. Gerade bei Weiterbildungen fallen solche Kosten aber erfahrungsgemäß an, entweder aus eigener Initiative oder auf Empfehlung der Dozenten. Quittungen für Bücher dürfen nicht nur den Hinweis „Fachliteratur“ enthalten, sondern die genaue Bezeichnung des Buches.

    Privater PC in den Werbungskosten:

    4. Praktische Hinweise:

    4.1. Steuerhinterziehung?

    4.2. Angaben in der Steuererklärung

    • Zur Art der Bildungsmaßnahme die Ausschreibung des Veranstalters, der Teilnahmevertrag, der Stundenplan und/oder das Abschlusszeugnis bzw. die Teilnahmebescheinigung
    • Zu den Lehrgangskosten die Rechnungen oder Quittungen
    • Zu den Fahrtkosten bei der Kilometer-Pauschale eine übersichtliche Darstellung der einzelnen Fahrten, zeitlich geordnet mit Angabe der Strecken (z.B. Nürnberg-München und zurück) und der gefahrenen Kilometer.

    selbst entworfen hat oder dies gerne tun möchte, veröffentliche ich es gerne an dieser Stelle.

    Bedingung wäre aber die kostenlose Nutzung für jedermann.

    Bitte schreiben Sie mir, zur Gestaltung gebe ich dann gerne auch Tipps.

    Selbständige verbuchen die genannten Kosten ebenso wie alle anderen Betriebsausgaben und beachten dabei ggf. den Vorsteuerabzug (Bildungsmaßnahmen sind allerdings oft von der Umsatzsteuer befreit). Sonderausgaben geben Selbständige ebenso wie Arbeitnehmer im Hauptvordruck an, bei den Betriebsausgaben erscheinen sie nicht.

    4.3. Freibetrag in der Lohnsteuerkarte

    4.4. Verlustabzug in einem anderen Kalenderjahr

    • Auszubildende, deren Lehrlingsgehalt unter dem Grundfreibetrag liegt
    • Studenten im Zweitstudium, die nicht oder nur in geringem Umfang erwerbstätig sind
    • Arbeitslose, die während der Arbeitslosigkeit auf eigene Kosten an einer Fortbildung oder Umschulung teilnehmen (das ist seit einigen Jahren trotz gleichzeitigen Bezuges von Arbeitslosengeld möglich)
    • Arbeitnehmer, die für die Dauer eines Lehrganges vom Arbeitgeber unbezahlt freigestellt werden

    In diesen Fällen können die Werbungskosten oder Betriebsausgaben auch auf ein anderes Kalenderjahr übertragen werden, in dem sie sich auswirken. Möglich ist der Verlustrücktrag in das unmittelbar vorhergehende Jahr oder der Verlustvortrag in ein oder mehrere Folgejahre. Das kann zu nachträglichen Steuererstattungen für das Vorjahr oder zu Steuerminderungen in den folgenden Jahren führen. Wer diese Möglichkeiten in Anspruch nehmen möchte, sollte sich zur Beratung an einen Steuerberater oder an einen Lohnsteuerhilfe-Verein (beides kostenpflichtig) oder direkt an sein Finanzamt wenden.

    5. Steuerersparnis

    Ein Beispiel:

    Karin Leyh ist ledig, arbeitet als Krankenschwester in Nürnberg und nimmt berufsbegleitend an einer Weiterbildung zur Stationsleitung teil. Dazu fährt sie an insgesamt 65 Tagen 30 km nach Erlangen und zurück mit ihrem eigenen PKW. Sie ist jeweils von 7.30 bis 17.00 Uhr unterwegs. Der Arbeitgeber beteiligt sich nicht an den Kosten.

    Frau Leyh könnte z.B. folgende Werbungskosten errechnen:

    Alle Angaben auf dieser Seite erfolgen ohne Gewähr und ersetzen nicht die individuelle Beratung durch einen Steuerberater, Steuerbevollmächtigten oder Rechtsanwalt.

    Ein Hinweis für Bildungsträger:

    Für Bildungsträger und Kollegen weise ich auch noch auf meine folgende Publikation hin:

    Steuern sparen: Bei Fort­bildung zählt jeder Kilo­meter

    Bilden sich Arbeitnehmer beruflich fort, dann können sie 30 Cent für jeden gefahrenen Kilo­meter – also für den Weg hin zur Bildungs­stätte und wieder zurück – als Werbungs­kosten beim Finanz­amt abrechnen, wenn sie dafür selbst aufkommen müssen. Der Bundes­finanzhof hat zuletzt in mehreren Urteilen bestätigt, dass diese Fahrt­kosten zu einer Fort­bildung außer­halb des Betriebs anders zu bewerten sind als die Ausgaben für die regel­mäßige Fahrt zur Arbeits­stelle.

    Bildungs­einrichtung ist keine Arbeits­stätte

    Für den täglichen Arbeitsweg erkennen die Finanz­ämter über die sogenannte Entfernungs­pauschale nur die Hälfte an – 30 Cent pro Kilo­meter der einfachen Wegstrecke. Geht es um Fahrten zu einer Fort­bildung, ist das anders. Die obersten Finanz­richter weisen darauf hin, dass eine vom Arbeitnehmer besuchte Bildungs­einrichtung keine regel­mäßige Arbeits­stätte ist – auch dann nicht, wenn sie wie etwa eine Hoch­schule während eines Aufbaustudiums über einen längeren Zeitraum besucht wird. Deshalb seien die tatsäch­lichen Ausgaben für die Fahrt als Werbungs­kosten zu berück­sichtigen. Über­nimmt der Arbeit­geber die Fort­bildungs­kosten, kann er ebenfalls die Ausgaben für jeden zurück­gelegten Kilo­meter ersetzen, ohne dass der Angestellte dafür Lohn­steuer zahlen muss (Bundes­finanzhof, Az VI 44/10, VI R 42/11, III R 64/11).

    Steuer­vorteil ab 1 000 Euro Werbungs­kosten

    Neben den Fahrt­kosten können zum Beispiel auch die Ausgaben für Kurs­gebühren, Pauschalen für die Verpflegung vor Ort und Über­nachtungs­kosten steuerfrei vom Arbeit­geber erstattet oder vom Angestellten als Werbungs­kosten beim Finanz­amt abge­rechnet werden. Einen Steuer­vorteil bringen die Ausgaben aber erst, wenn der Arbeitnehmer insgesamt auf Werbungs­kosten von über 1 000 Euro im Jahr kommt. Denn bis zu dieser Grenze erkennt das Finanz­amt Ausgaben für den Job auf jeden Fall an, auch wenn tatsäch­lich weniger Werbungs­kosten angefallen sind. Erst jeder zusätzliche Euro hilft, Steuern zu sparen. Selbst­ständige, die eine Fort­bildung besuchen, profitieren dagegen sofort: Sie können ihre Bildungs­kosten vom ersten Euro an als Betriebs­ausgaben absetzen.

    Noch mehr Informationen

    Wie Sie mit Ausgaben für die Weiterbildung Steuern sparen, lesen Sie im Special Weiterbildung finanzieren. Noch viel mehr geld­werte Informationen für Steuerzahler gibt es im neuen Finanztest Special Steuern 2013.

    Dieser Artikel ist hilfreich. 28 Nutzer finden das hilfreich.

    Источники: http://www.finanztip.de/fahrtkosten-studium/, http://www.erwin-denzler.de/fortbild/, http://www.test.de/Steuern-sparen-Bei-Fortbildung-zaehlt-jeder-Kilometer-4504610-0/

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