Fahrtkosten zur uni steuererklärung

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    Studenten können Fahrtkosten ganz absetzen

    Gute Nachrichten für Studenten im Zweitstudium: Sie können Fahrtkosten zur Uni komplett von der Steuer absetzen, das entschied jetzt der Bundesfinanzhof. Auch jene können davon profitieren, die noch gar nichts verdienen.

    Steuererklärung: Studenten können Belege sammeln und Verluste geltend machen

    Studenten im Zweitstudium können ihre Fahrten zur Universität jetzt in voller Höhe von der Steuer absetzen. Bislang waren sie als Werbungskosten nur beschränkt absetzbar. Diese Rechtsprechung hat der Bundesfinanzhof revidiert, teilte er am Mittwoch mit.

    Der Grund: Bislang sah der Bundesfinanzhof die Universität als regelmäßige Arbeitsstätte an, wie bei Arbeitnehmern. Die Richter urteilten jetzt aber, dass die berufliche Ausbildung nur vorübergehend angelegt ist. Das gelte auch dann, wenn die berufliche Aus- oder Fortbildung die volle Arbeitszeit in Anspruch nehme und sich über einen längeren Zeitraum erstrecke.

    Die Kosten für ein Erststudium können allerdings nicht steuerlich geltend gemacht werden, sondern nur für Fortbildungen oder ein Zweitstudium. Ausnahme: Wer schon eine Ausbildung abgeschlossen hat und danach ein Studium aufnimmt, kann die Kosten auch absetzen – obwohl es sein Erststudium ist.

    Gegen die bisherige Rechtsprechung hatte eine Studentin geklagt, die ein Zweitstudium aufgenommen hatte. Die Fahrtkosten, die während des Studiums entstehen, kann sie als vorweggenommene Werbungskosten jetzt in voller Höhe absetzen (Aktenzeichen VI R 44/10). Das gleiche gilt für einen Zeitsoldaten, der ebenfalls geklagt hatte (Aktenzeichen VI R 42/11). Seine Fahrtkosten waren im Rahmen einer vollzeitigen Berufsförderungsmaßnahme angefallen.

    Auch Studenten, die noch kein Einkommen haben, können profitieren: Sie müssen dafür beim Finanzamt einen Antrag auf Verlustfeststellung einreichen. Für jedes Jahr sammeln sie dann die Kosten, die durch Fahrten entstehen, als Verluste an. Die werden eingelöst, wenn sie nach dem Studium eigenes Geld verdienen, dann müssen sie weniger Steuern zahlen. Wichtig ist dabei, dass Studenten nicht nur die Belege sammeln, sondern jedes Jahr eine eigene Steuererklärung abgeben.

    Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, dass Studenten die Fahrtkosten zur Uni komplett von der Steuer absetzen können. Das gilt allerdings nur für Studenten im Zweitstudium – nicht im Erststudium. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten, ihn zu entschuldigen.

    Steuererklärung für Studenten

    Fahrtkosten zur Universität oder Bildungseinrichtung

    • Zuletzt aktualisiert: 23. September 2016
    • Von: Sabine Himmelberg

    Das Wichtigste in Kürze

    • Wer in seine Bildung investiert und beispielsweise studiert, kann einen Teil seiner Ausgaben von der Steuer absetzen.
    • Zu den abziehbaren Ausgaben bei einem Studium gehören unter anderem die Fahrtkosten, sofern in Vollzeit studiert wird.
    • Seit 2014 können Studenten ihre Fahrtkosten nur noch über die Entfernungspauschale mit 30 Cent pro Kilometer der einfachen Strecke abrechnen.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Ein Studium benötigt nicht nur Zeit und Fleiß, oft müssen Studenten auch viel Geld in ihre Bildung investieren. Einen Teil dieser Ausgaben können sie sich über die Einkommensteuererklärung vom Finanzamt zurückholen. Neben Studiengebühren und anderen typischen Ausbildungskosten, etwa den Ausgaben für Arbeitsmittel wie Büromaterial und Computer, können Studenten auch ihre Fahrtkosten von der Steuer absetzen. Das lohnt sich vor allem für diejenigen, die nicht direkt neben der Uni wohnen, sondern aus Kostengründen weiterhin bei ihren Eltern leben und von dort aus zur Hochschule oder zu einer anderen Bildungseinrichtung pendeln. Voraussetzung für die Absetzbarkeit der Fahrtkosten: Sie haben während Ihres Erststudiums oder Ihrer Erstausbildung ein zu versteuerndes Einkommen.

    Helfer für die Steuererklärung

    Vorweggenommene Werbungskosten

    Falls nicht, könnte sich dennoch eine Steuererklärung lohnen. Denn Sie können versuchen, die Fahrtkosten als vorweggenommene Werbungskosten in einem Steuerbescheid feststellen zu lassen. Diese würden dann später, wenn Sie im Job richtig gut verdienen, als Verlustvortrag Ihr zu versteuerndes Einkommen senken. Berufen können Sie sich hierbei auf ein Urteil des Bundesfinanzhofs vom 13. Januar 2015, Az. IX R 22/14.

    Lehnt das Finanzamt ab, können Sie innerhalb eines Monats Einspruch einlegen.

    Ausgaben für den Weg zur Uni

    Bis einschließlich 2013 konnten Studenten ihre Fahrtkosten wie Dienstreisen absetzen. Das heißt, 30 Cent pro Kilometer wurden als Ausgaben für den Hin- und den Rückweg berücksichtigt. Seit der Steuererklärung 2014, müssen Sie sich damit abfinden, dass die Fahrtkosten jetzt nur noch über die verkehrsmittelunabhängige Entfernungspauschale abgerechnet werden können. Der feine, aber gravierende Unterschied: Bei der Entfernungspauschale gibt es die 30 Cent pro Kilometer nur für die einfache Strecke und nicht wie bei Dienstreisen für Hin- und Rückweg.

    Der Steuervorteil ging ursprünglich auf zwei Urteile des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 9. Februar 2012 zurück (Az. VI R 42/11, VI R 44/10). Das Gericht hatte entschieden, dass in Vollzeit besuchte Bildungseinrichtungen keine regelmäßigen Arbeitsstätten sind. Deswegen sei die Fahrt dorthin wie eine Dienstreise zu behandeln. Der Fiskus musste die Fahrtkosten daher nicht mit der einfachen Entfernungspauschale berücksichtigen, sondern als Werbungskosten in tatsächlicher Höhe für Hin- und Rückfahrt.

    Ein Vollzeitstudium oder eine vollzeitige Bildungsmaßnahme liegt insbesondere vor, wenn Sie

    – im Rahmen des Studiums oder über die Bildungsmaßnahme für einen Beruf ausgebildet werden und

    – nicht zeitgleich berufstätig sind oder

    – während des gesamten Studiums oder der Bildungsmaßnahme nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten oder in einem Minijob tätig sind.

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    Artikel verfasst von

    freie Finanztip-Mitarbeiterin (bis 2015)

    Als freie Mitarbeiterin hat Sabine Himmelberg auf Finanztip zum Thema Steuern geschrieben. Sie blickt auf mehr als zwanzig Jahre Redaktionsarbeit im Steuerrecht zurück. Als spezialisierte Fachjournalistin deckt Sabine Himmelberg ein breites inhaltliches Spektrum für Publikationen namhafter Fachverlage ab. Nach ihrem Magisterabschluss an der Universität zu Köln trat sie in die Redaktion des Deubner Verlags ein, der Informationen für Rechtsanwälte und Steuerberater herausgibt und der WEKA-Gruppe angehört. Sie leitete dort drei Jahre lang die Redaktion Steuern.

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    6. September 2017, 11:06 Uhr

    Steuern So sparen Studierende bei der Steuererklärung

    Studieren ist ganz schön teuer. Häufig müssen Studenten eine Wohnung mieten und einrichten, jede Menge Fachliteratur anschaffen und obendrein für den Besuch an Mamas Kaffeetafel auch noch Fahrtgeld zahlen. Wie sich Studierende durch die Steuererklärung Geld zurückholen können.

    Larissa Holzki, Jahrgang 1990, wurde in Hannover von der Nabelschnur getrennt und noch im Brutkasten von der Lokalpresse entdeckt (Babyboom: „Hebammen im Dauerstress“). Schreibt heute lieber selbst, auch über andere Berufsgruppen. Hat an der Kölner Journalistenschule gelernt und in Köln und Hamburg Sozialwissenschaften, Volkswirtschaft und Kriminologie studiert. Bei SZ.de zuständig für das Ressort Job und Karriere.

    Ob und wie viel ein Student Steuern sparen kann, hängt vom Verdienst ab und davon, ob er sich in einem Erst- oder einem Zweitstudium befindet. Als Zweitstudium wertet das Finanzamt auch einen Masterstudiengang, weil er erst nach Abschluss des Bachelors begonnen werden kann. Grundsätzlich gilt: Studenten im Zweitstudium stehen steuerrechtlich sehr viel besser da.

    Erststudium: Sonderkosten bis 6000 Euro absetzen

    Etwas von der Steuer absetzen heißt, dass Kosten – zum Beispiel für Arbeitsmaterial und Seminare – von Einkünften abgezogen werden und nur der verminderte Betrag zu besteuern ist. Als Student im Erststudium können Sie bis zu 6000 Euro als Sonderkosten absetzen. Das hilft Ihnen aber nur, wenn Sie im gleichen Jahr zu versteuernde Einkünfte haben. Das heißt: Wenn Sie in einem Jahr 6000 Euro für Ihr Studium ausgegeben, aber nichts verdient haben, müssen Sie die Kosten ganz allein tragen. Die Rechnung ist einfach: Kein Einkommen, keine Steuern, keine Vergünstigungen. Wenn Sie aber doch Steuern zahlen müssen, dann lohnt es sich, sowohl Quittungen für Arbeitsmittel wie Fachbücher, Laptop, Taschenrechner und Schreibtisch als auch Belege für allerlei Gebühren zu sammeln – zum Beispiel für das Studium, Prüfungen, Seminare und Aufnahmetests.

    Deutlich besser sieht es für Studenten im Zweitstudium aus. Denn ihre Ausgaben werden vom Finanzamt als Werbungskosten angesehen. Sie können unbegrenzt hoch sein und außerdem in Folgejahre übertragen werden – vorausgesetzt, es besteht ein sachlicher Zusammenhang zwischen dem Studium und der beruflichen Tätigkeit. Dann lohnt sich das Sammeln und Sortieren von Quittungen auf jeden Fall.

    Tipp: Viele angehende Mediziner machen vor dem Studium eine Ausbildung zum Rettungssanitäter. Solche Kurzausbildungen werden als Erstausbildung anerkannt. Das Medizinstudium gilt dann als Zweitstudium und die Kosten können als Werbungskosten angerechnet werden. Ähnliche Schlupflöcher gibt es auch für alle, die einen LKW-Führerschein, eine Ausbildung zum Taxifahrer oder zum Flugbegleiter gemacht haben. Das Erststudium muss – anders als das Zweitstudium – nicht in den späteren Beruf führen.

    Jede Quittung zwei Mal umdrehen

    Bei der Vorbereitung der Steuererklärung ist Köpfchen gefragt. Viele Posten, die Sie von der Steuer absetzen können, fallen Ihnen vielleicht nicht sofort ein.

    • Büromaterial: Die Kosten für Kugelschreiber, Büroklammern und Briefumschläge gehören genauso in die Steuererklärung wie die Rechnungen vom Copy-Shop.
    • Einrichtung: Schreibtisch, Drehstuhl, Bücherregal und Leselampe braucht ein Student zum Lernen. Deshalb kann er die Büroeinrichtung später von seinen Steuern absetzen.
    • Bildungskredit: Ohne Kredit hätten Sie Ihr Studium nicht finanzieren können? Ein Bildungskredit gehört in den Verlustvortrag.
    • Nachhilfe: Wer nicht gleich jedes Wort des Professors versteht, braucht sich nicht zu schämen. Nur beim Sammeln von Quittungen sollte er besser aufpassen – zum Beispiel für Nachhilfe, Repetitorien und Bibliotheksgebühren.
    • Studienreisen: Wenn Tagungen, Seminare und Exkursionen Teil der Ausbildung sind, können nicht nur die Fahrtkosten, sondern auch ein Mehraufwand für die Verpflegung unterwegs abgesetzt werden.
    • Anwalts- und Prozesskosten: Sie mussten sich in das Studium einklagen? Auch Anwalts- und Prozesskosten sind von der Steuer absetzbar.

    Diese Liste ist nicht vollständig. Wann immer Ihnen Kosten entstehen, die Ihnen als notwendig erscheinen, um Ihren Weg in den Beruf zu ebnen, heben Sie die Rechnung auf und tragen Sie die Kosten einfach in die Steuererklärung ein. Wenn das Finanzamt diese Ausgaben nicht anrechnet, haben Sie auch nichts verloren. Bei einigen größeren Posten müssen Sie jedoch auf besondere Bedingungen achten.

    Egal ob Studentenwohnheim, WG oder Appartement: Studenten können Ihre Miete als Sonderausgaben oder Werbungskosten absetzen – allerdings nur unter einer Bedingung: Bei dem Studienort darf es sich nicht um den Lebensmittelpunkt handeln. Der Hauptwohnsitz des Studenten muss sich an einem anderen Ort, zum Beispiel im Elternhaus befinden und er muss dort einen eigenen Bereich mit Kochnische und Bad vorweisen können. Dass das der Fall ist, belegen Sie dem Finanzamt zum Beispiel mit einem gemeldeten Erstwohnsitz, Bahnfahrkarten oder mit der Mitgliedschaft in einem Verein in Ihrem Heimatdorf.

    Arbeitszimmer

    Wer viel zu Hause büffeln muss, kann Werbungskosten für seinen Arbeitsplatz ansetzen. Dabei muss es sich allerdings um ein reines Arbeitszimmer handeln, dass zwar zur eigenen Wohnung gehört, aber maximal zu zehn Prozent privat genutzt wird. Absetzen können Sie die anteiligen Ausgaben für Ihre Wohnung, die auf das Zimmer entfallen. Die Obergrenze liegt bei 1250 Euro im Jahr.

    Fahrtkosten

    Studenten können für den Weg zur Uni mit der Pendlerpauschale Kilometergeld absetzen. Das Finanzamt erkennt je Uni-Tag jeden vollen Kilometer der einfachen Strecke an. Pro Kilometer können 30 Cent von der Steuer abgesetzt werden. Dabei ist es unerheblich, ob Sie mit dem Auto, dem Bus oder gar mit dem Fahrrad zur Uni gelangen.

    Was muss in den Verlustvortrag?

    Sind die Belege gesammelt, ist der Verlustvortrag kein Hexenwerk mehr. Verlustvortrag – so nennt sich der Antrag auf Mitnahme der Kosten in Folgejahre, in denen sie mit zu versteuernden Einkünften verrechnet werden können. Dazu nehmen Sie sich die Unterlagen zur Steuererklärung vor, auch wenn Sie gar kein zu versteuerndes Einkommen hatten. Die Vordrucke gibt es zum Beispiel beim Formular-Management-System des Bundesministeriums der Finanzen (hier). Auf dem Mantelbogen geben Sie Ihre persönlichen Daten ein und kreuzen unbedingt die Zeile „Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags an“. Dann müssen Sie Ihre Ausgaben nur noch auflisten. Das Finanzamt stellt dann einen gesonderten Bescheid aus. In der Einkommensteuererklärung im Jahr darauf ist dann auf Seite 4 des Hauptvordrucks anzukreuzen, dass ein verbleibender Verlustvortrag festgestellt wurde. Die Beamten ziehen die Ausgaben aus dem Vorjahr dann von den Einkünften ab. Ist das Einkommen immer noch nicht so üppig, wird wiederum ein neuer oder verbleibender Verlust festgestellt. Das geht so lange, bis das zu versteuernde Einkommen die Kosten übersteigt.

    Tipp: Wer bei der Lektüre dieses Textes festgestellt hat, dass er sich in den letzten Jahren viele künftige Steuerersparnisse hat entgehen lassen, der kann seinen Verlustvortrag für die letzen vier Jahre rückwirkend erklären.

    Источники: http://m.spiegel.de/lebenundlernen/uni/studenten-koennen-fahrtkosten-zur-uni-komplett-von-der-steuer-absetzen-a-824308.html, http://www.finanztip.de/fahrtkosten-studium/, http://www.sueddeutsche.de/geld/steuern-so-sparen-studierende-bei-der-steuererklaerung-1.2167361

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