Feuerwehr steuererklärung

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    Ehrenamtspauschale

    720 Euro steuerfrei für Ehrenamtliche

    • Zuletzt aktualisiert: 16. September 2016
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Seit 2013 dürfen Sie durch die Ehrenamtspauschale 720 Euro im Jahr steuerfrei annehmen als Entschädigung für freiwillig geleistete Mitarbeit.
    • Wenn Sie nicht mehr als ein Drittel der Zeit, die Sie für Ihren Hauptberuf aufwenden, im Ehrenamt tätig sind, können Sie es als nebenberufliche Tätigkeit geltend machen. Das gilt auch für nicht-steuerrechtliche Hauptberufe wie Hausfrau oder Student.
    • Begünstigt werden Tätigkeiten im ideellen Bereich, etwa in einem Altenheim, nicht aber im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb, zum Beispiel als aktiver Sportler.
    • Anspruch auf den Ehrenamtsfreibetrag haben Sie nur, wenn Sie bei einer öffentlich-rechtlichen oder gemeinnützigen Körperschaft arbeiten, die im mildtätigen, ideellen oder kirchlichen Bereich angesiedelt ist.
    • Wenn Sie bereits Aufwandsentschädigungen erhalten haben und vom Übungsleiterfreibetrag profitieren, können Sie nicht noch zusätzlich die Vorteile der Ehrenamtspauschale nutzen.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    40 Prozent der Bundesbürger ab zehn Jahren engagieren sich ehrenamtlich. Das hat das Statistische Bundesamt in den Jahren 2012/2013 ermittelt. Die Menschen sind bei der Feuerwehr, in Sportvereinen, in Kirchen sowie in kulturellen oder sozialen Einrichtungen aktiv – und aktuell insbesondere in der Flüchtlingshilfe. Sie machen das nicht, um Geld zu verdienen, sondern aus Freude und der Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit. Ohne die freiwilligen Helfer würde vieles nicht laufen. Darum hat die Politik Anreize geschaffen. Einer davon ist der Ehrenamtsfreibetrag, auch Ehrenamtspauschale genannt: Seit 2013 dürfen Ehrenamtliche für ihre freiwillige Mitarbeit 720 Euro im Jahr als Aufwandspauschale annehmen, ohne dass Sozialabgaben oder Steuern fällig werden.

    Für bestimmte ehrenamtliche Tätigkeiten gilt sogar die Übungsleiterpauschale von 2.400 Euro. Diese fördert Tätigkeiten insbesondere im pädagogischen Bereich, also als Ausbilder, Trainer, Chorleiter oder Vortragsreferent. Andere Tätigkeiten können steuer- und sozialversicherungsfrei mit der Ehrenamtspauschale vergütet werden.

    Eine Kombination beider Pauschalen für dieselbe Tätigkeit ist jedoch nicht möglich.

    Ehrenamtspauschale ist ein Jahresbetrag

    Der Freibetrag von 720 Euro ist ein Jahresbetrag. Er ist daher nicht zeitanteilig aufzuteilen, wenn Sie die begünstigte Tätigkeit nur wenige Monate ausüben. Der Freibetrag wird allerdings auch dann nur einmal gewährt, wenn Sie mehrere begünstigte Tätigkeiten ausüben.

    Diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein

    Die Regelungen zur Ehrenamtspauschale finden Sie in Paragraf 3 Nummer 26a des Einkommensteuergesetzes (EStG).

    Nebenberufliche Tätigkeit – Ihr Ehrenamt gilt als nebenberufliche Tätigkeit, wenn Sie dafür im Kalenderjahr nicht mehr als ein Drittel der Zeit aufwenden, die Sie für Ihren Hauptberuf verwenden. Dieser Hauptberuf muss keine bezahlte Arbeit im steuerrechtlichen Sinne sein. Das heißt, Sie können eine nebenberufliche Tätigkeit ausüben auch als Hausfrau/Hausmann, Rentner, Student oder Arbeitsloser.

    Helfer für die Steuererklärung

    Begünstigte Tätigkeiten – Im Gegensatz zum Übungsleiterfreibetrag gibt es beim Ehrenamtsfreibetrag keine Vorgabe, welche Tätigkeit begünstigt ist. Einzige Voraussetzung ist, dass Sie Ihr Ehrenamt im ideellen Bereich, also in der Vereinsarbeit, oder in einem Zweckbetrieb ausüben. Das sind zum Beispiel Alten- und Pflegeheime, Mahlzeitendienste, Religionsgemeinschaften, Jugendherbergen oder Werkstätten für behinderte Menschen. Die genaue Definition für Zweckbetriebe finden Sie in den Paragrafen 65 bis 68 der Abgabenordnung (AO).

    Tätigkeiten im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb sind nicht begünstigt. Ebenso ausgenommen vom Ehrenamtsfreibetrag sind aktive Sportler.

    Beispiele für begünstigte Tätigkeiten:

    • Vorsitzender, Geschäftsführer, Schatzmeister, Referent für Öffentlichkeitsarbeit, Jugendleiter,
    • Bürokraft in der Geschäftsstelle,
    • Hausmeister, Platzwart, Gerätewart, Reinigungskraft – sofern die Räume, Plätze oder Geräte dem ideellen Bereich oder dem Zweckbetrieb zugeordnet sind.

    Beispiele für nicht begünstigte Tätigkeiten:

    • Verkauf von Speisen oder Getränken bei einer Vereinsveranstaltung oder in der Vereinsgaststätte,
    • Verkauf von Sportartikeln im vereinseigenen Laden,
    • Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von geselligen Veranstaltungen, für die ein Eintrittsgeld erhoben wird,
    • Gewinnung von Partnern für Banden- oder Trikotwerbung sowie Anzeigen in der Vereinszeitung.

    Öffentlich-rechtliche oder gemeinnützige Körperschaft – Anspruch auf den Ehrenamtsfreibetrag haben Sie nur, wenn Sie im Dienst einer öffentlich-rechtlichen oder einer gemeinnützigen Körperschaft beschäftigt sind. Als öffentlich-rechtliche Körperschaft gelten unter anderem Universitäten, Fachhochschulen, Schulen und Volkshochschulen; eine gemeinnützige Körperschaft ist beispielsweise ein Sportverein, der Sportbund oder ein Sportverband.

    Förderung gemeinnütziger, mildtätiger oder kirchlicher Zwecke – Um vom Freibetrag profitieren zu können, muss Ihr Ehrenamt zudem im gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Bereich angesiedelt sein.

    Organisationen mit einem gemeinnützigen Zweck sind darauf ausgerichtet, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern. Beispiele sind:

    • Förderung der Jugend- und Altenhilfe,
    • Förderung des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege,
    • Förderung des Tierschutzes sowie die
    • Förderung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern.

    Einen mildtätigen Zweck verfolgen Sie mit Ihrem Ehrenamt, wenn Sie Menschen unterstützen, die wegen ihres geistigen, seelischen oder körperlichen Zustands oder ihrer wirtschaftlichen Lage Hilfe benötigen.

    Als förderungswürdige kirchliche Aufgaben können gelten Predigtdienst, Religionsunterricht oder die Verwaltung des Kirchenvermögens.

    Eine detaillierte Liste der Aufgaben, die als gemeinnützig, mildtätig oder als kirchliche Zwecke anerkannt sind, finden Sie in den Paragrafen 52 bis 54 der Abgabenordnung (AO).

    Kein weiterer Freibetrag für dieselbe Tätigkeit – Wenn Sie für Ihre ehrenamtliche Tätigkeit bereits Aufwandsentschädigungen aus öffentlichen Kassen erhalten und den Übungsleiterfreibetrag nutzen, können Sie nicht zusätzlich vom Ehrenamtsfreibetrag profitieren. Bekommen Sie beispielsweise für Ihr Ehrenamt als Jugendtrainer von Ihrem Sportverein die Übungsleiterpauschale von 2.400 Euro und dazu weitere 720 Euro als Ehrenamtspauschale, müssen Sie die 720 Euro versteuern. Eine Kombination der beiden Freibeträge ist in diesem Fall nicht möglich.

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    Anlage N oder S in der Steuererklärung

    Die Ehrenamtspauschale ist im Gesetz keiner bestimmten Einkunftsart zugeordnet. Daher gehört sie in Ihrer Steuererklärung dorthin, wo Sie auch Ihre Einnahmen aus dem Hauptberuf eintragen.

    Selbstständige Arbeit: Wenn Sie selbstständig tätig sind, tragen Sie Ihre steuerfreien Aufwandsentschädigungen oder Einnahmen in den Zeilen 9 und 36 der Anlage S ein.

    Arbeitnehmertätigkeit: Als Arbeitnehmer tragen Sie Ihre steuerfreien Aufwandsentschädigungen oder Einnahmen bis zu 720 Euro in der Anlage N in Zeile 26 ein. Wenn die Zahlungen, die Sie steuerfrei erhalten haben, den Ehrenamtsfreibetrag übersteigen, tragen Sie den übersteigenden Betrag als Arbeitslohn in Zeile 20 der Anlage N ein.

    Möglich wäre auch, die Einnahmen als sonstige Einkünfte gemäß Paragraf 22 EStG zu versteuern. Diese wären dann in der Anlage SO einzutragen.

    Weitere Tipps zum Steuersparen

    Kombination von Ehrenamtsfreibetrag und Übungsleiterpauschale – Üben Sie unterschiedliche Ehrenämter aus, die gesondert vergütet werden, können Sie zusätzlich zur Übungsleiterpauschale auch von der Ehrenamtspauschale profitieren. Das ist dann zum Beispiel der Fall, wenn Sie als Trainer für einen Sportverein tätig sind und außerdem dessen Kasse verwalten.

    Kombination von Ehrenamtspauschale und Minijob – Anspruch auf die Ehrenamtspauschale haben Sie auch, wenn Sie geringfügig beschäftigt sind. Den Freibetrag können Sie sich entweder blockweise zum Beschäftigungsbeginn oder am Anfang des Jahres auszahlen lassen. Oder Sie teilen ihn auf und stocken Ihr Minijobgehalt um 60 Euro monatlich auf.

    Aufwendungsersatz – Unabhängig davon, ob Sie für Ihr Ehrenamt Geld bekommen oder nicht, haben Sie per Gesetz immer Anspruch darauf, Aufwendungen für das Ehrenamt ersetzt zu bekommen. Dabei geht es beispielsweise um Reisekosten, Gebühren für Telefongespräche oder Materialkosten.

    Aufwands- und Rückspende – Wenn Sie als ehrenamtlicher Mitarbeiter kein Geld von Ihrer Organisation annehmen möchten, können Sie eine Verzichtserklärung aussprechen. Damit Sie diese Aufwandsspende als Sonderausgabe absetzen können, müssen Sie jedoch einige Bedingungen erfüllen. Wichtig ist, dass Ihnen eine Bezahlung ernsthaft angeboten wurde und Sie nicht von vorneherein darauf verzichten sollten. In einer schriftlichen Vereinbarung muss stehen, dass Sie Anspruch auf Ersatz Ihrer Aufwendungen haben, auf den Sie jedoch freiwillig verzichten. Nachträglich ausgestellte Bescheinigungen erkennen die Finanzämter in der Regel nicht an.

    Bislang galt: Wird die Ehrenamtspauschale, die Übungsleiterpauschale oder ein anderer Aufwendungsersatz regelmäßig – meist monatlich – gezahlt, muss auch im Fall einer Rückspende der Verzicht regelmäßig erklärt werden, und zwar bisher alle drei Monate. Nun hat das Bundesfinanzministerium in einem Schreiben vom 24. August 2016 festgelegt, dass hierfür eine jährliche Verzichtserklärung genügt (Az. IV C 4 – S 2223/07/0010 :007).

    Von einer Rückspende spricht man, wenn das Geld zunächst ausbezahlt wurde und Sie es danach an die Organisation spenden. Der Verein, für den Sie tätig sind, stellt dafür eine Spendenbescheinigung aus. Diesen Betrag geben Sie in Ihrer Einkommensteuererklärung an – und zwar auf Seite 2 des Mantelbogens ab Zeile 45.

    Werbungskosten absetzen

    Im eingeschränkten Umfang dürfen Sie die Aufwendungen für Ihr Ehrenamt als Werbungskosten absetzen. Heben Sie alle Quittungen auf und führen Sie gegebenenfalls ein Fahrtenbuch, um Ihre Fahrtkosten und weitere Aufwendungen belegen zu können.

    Rückspende – Wenn Sie als ehrenamtlicher Mitarbeiter kein Geld von Ihrer Organisation annehmen möchten, können Sie die ausgezahlte Aufwandspauschale direkt als Rückspende zurückgeben. Der Verein, für den Sie tätig sind, stellt Ihnen dafür eine Spendenbescheinigung aus. Diesen Betrag geben Sie in Ihrer Einkommensteuererklärung an – und zwar auf Seite 2 des Mantelbogens ab Zeile 45. Dies senkt Ihre Steuerlast. Aber zuvor benötigen Sie eine schriftliche Vereinbarung. Darin muss stehen, dass Sie tatsächlich Anspruch auf Ersatz Ihrer Aufwendungen haben, auf den Sie jedoch verzichten. Nachträglich ausgestellte Bescheinigungen erkennen die Finanzämter in der Regel nicht an.

    Aufwendungsersatz – Unabhängig davon, ob Sie für Ihr Ehrenamt Geld bekommen oder nicht, haben Sie per Gesetz (§ 27 BGB) immer Anspruch darauf, Aufwendungen für das Ehrenamt ersetzt zu bekommen. Dabei geht es beispielsweise um Reisekosten, Gebühren für Telefongespräche oder Materialkosten.

    Werbungskosten – Falls Ihre Aufwendungen nicht erstattet wurden, die Ihnen im Rahmen des Ehrenamts entstanden sind, ist in eingeschränktem Umfang der Abzug von Werbungskosten oder Betriebsausgaben möglich. Grundsätzlich dürfen Ausgaben, soweit sie mit steuerfreien Einnahmen in unmittelbaren wirtschaftlichen Zusammenhang stehen, nicht als Werbungskosten abgezogen werden (§ 3c EStG).

    Es gibt im Einkommensteuergesetz jedoch eine Ausnahmeregelung (§ 3 Nr. 26a.3 EStG): Überschreiten die Einnahmen den steuerfreien Betrag, dürfen die mit dem Ehrenamt in unmittelbarem wirtschaftlichen Zusammenhang stehenden Ausgaben nur insoweit als Werbungskosten abgezogen werden, als sie den Betrag der steuerfreien Einnahmen übersteigen.

    Ob mit „steuerfreier Betrag“ die tatsächlich steuerfrei ausgezahlte Vergütung oder der Freibetrag von 720 Euro gemeint ist, ist umstritten und noch nicht höchstrichterlich geklärt. Finanzämter fordern, dass für einen Werbungskostenabzug sowohl die Einnahmen aus der Tätigkeit als auch die jeweiligen Ausgaben über 720 Euro liegen müssen. Einige Finanzgerichte sehen das anders und stellen darauf ab, dass der die steuerfreien Einnahmen überschießende Ausgabenbetrag abzugsfähig ist. Manche der Gerichte vertreten zudem die Ansicht, dass es auf das Überschreiten des Freibetrags nicht ankomme.

    Faktisch möglich ist jedenfalls, dass Ausgaben dazu führen können, dass Sie aus Ihrer Ehrenamtstätigkeit einen Verlust erwirtschaften und dieser mit den positiven Einkünften – beispielsweise dem Lohn als Angestellter – verrechnet wird. Konsequenz: Falls Sie als Arbeitnehmer bereits die Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro ausschöpfen, mindern die Werbungskosten aus Ihrem Ehrenamt insgesamt die Einkommensteuer des betreffenden Jahres.

    Im Ratgeber Übungsleiterpauschale finden Sie einige Berechnungsbeispiele, die aus Urteilen von Finanzgerichten stammen. Zudem nennen wir dort die Aktenzeichen der Urteile zur Übungsleiterpauschale.

    Werbungskostenpauschale – Eine Hausfrau, die als einzige Einnahme 1.720 Euro für ihre nebenberufliche Tätigkeit als angestellte Pflegerin in einem gemeinnützigen Tierheim erhält, muss darauf keine Steuern zahlen. Denn zusätzlich zum Ehrenamtsfreibetrag von 720 Euro kann sie noch 1.000 Euro Arbeitnehmer-Pauschbetrag geltend machen. Falls das Tierheim Lohnsteuer einbehalten hat, kann sie sich diese mit der Steuererklärung zurückholen.

    Freigrenze bei sonstigen Einkünften – Die Einnahmen aus der nebenberuflichen Tätigkeit könnten als „sonstige Einkünfte“ qualifiziert werden.

    Beispiel: Ein nebenberuflich tätiger Amateur-Schiedsrichter bekommt im Jahr 900 Euro. Zunächst ist die Ehrenamtspauschale von 720 Euro davon abzuziehen. Die verbleibenden 180 Euro liegen unter der Freigrenze von 256 Euro, die Paragraf 22 Nummer 3 Satz 2 Einkommensteuergesetz vorsieht. Bis 256 Euro im Jahr darf jeder Steuerpflichtiger steuerfrei einnehmen. Ergebnis: Der Schiedsrichter muss auf die 900 Euro keine Steuern zahlen.

    Mehr dazu im Ratgeber Steuererklärung

    Experte für Steuern

    Das Wichtigste zur Einkommensteuer:

    • Welche Formulare Sie bis wann ausfüllen müssen.
    • Wer eine Steuererklärung abgeben muss – und wer sollte.
    • Welche Ausgaben die Steuern mindern.

    Weitere hilfreiche Ratgeber:

    Ausführungen zu steuerfreien Einnahmen aus ehrenamtlicher Tätigkeit aus Sicht der Finanzverwaltung finden Sie in einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 21. November 2014.

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    Artikel verfasst von

    Finanztip-Experte für Steuern

    Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

    freie Finanztip-Mitarbeiterin (bis 2015)

    Als freie Mitarbeiterin hat Sabine Himmelberg auf Finanztip zum Thema Steuern geschrieben. Sie blickt auf mehr als zwanzig Jahre Redaktionsarbeit im Steuerrecht zurück. Als spezialisierte Fachjournalistin deckt Sabine Himmelberg ein breites inhaltliches Spektrum für Publikationen namhafter Fachverlage ab. Nach ihrem Magisterabschluss an der Universität zu Köln trat sie in die Redaktion des Deubner Verlags ein, der Informationen für Rechtsanwälte und Steuerberater herausgibt und der WEKA-Gruppe angehört. Sie leitete dort drei Jahre lang die Redaktion Steuern.

    Ehrenamt und Steuer: Diese Freibeträge gibt es

    Übungsleiterfreibetrag, Ehrenamtsfreibetrag und Betreuerfreibetrag: Wer sich ehrenamtlich engagiert, kann bei der Steuererklärung profitieren.

    Rund 31 Millionen Menschen üben in ihrer Freizeit eine ehrenamtliche Tätigkeit aus, das sind 43,6 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren. Quelle dieser Information ist eine repräsentative Befragung, die das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im April 2016 in Berlin vorgestellt hat.

    Bei Ehrenamtlichen steht nicht der Verdienst im Vordergrund, sondern die Freude darüber, anderen helfen zu können. Davon profitiert vor allem der soziale Sektor, der ohne den Einsatz der vielen freiwilligen Helfer oftmals an seine Grenzen stoßen würde. Um das soziale Engagement der Deutschen weiter zu fördern, hat die Politik Anreize geschaffen. Zum Beispiel Steuervorteile für ehrenamtlich Tätige. Wir geben Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Steuervergünstigungen im Ehrenamt.

    1. Гњbungsleiterfreibetrag: 2.400 Euro / Jahr

    Übungsleitern steht der Übungsleiterfreibetrag in Höhe von 2.400 Euro pro Jahr zu. Das bedeutet, dass die Vergütung bis zur Höhe des Übungsleiterfreibetrags steuer- und sozialversicherungsfrei bleibt.

    Um in den Genuss der Übungsleiterpauschale zu kommen, müssen Sie beispielsweise Trainer in einem Sportverein, Chorleiter in einem Gesangsverein, Leiter einer Volkshochschule oder Ausbilder bei der Freiwilligen Feuerwehr sein. Sprich: Ihre Tätigkeit muss pädagogisch ausgerichtet sein. Weitere Bedingungen:

    1. Die Tätigkeit muss nebenberuflich ausgeübt werden. Konkret bedeutet das: Zeitlich darf das Ehrenamt nicht mehr als ein Drittel einer Vollzeittätigkeit ausmachen.
    2. Die Übungsleiterpauschale können Sie nur in Anspruch nehmen, wenn Sie ehrenamtlich für eine gemeinnützige Organisation oder eine juristische Person des öffentlichen Rechts – das können Schulen, Gemeinden oder Kirchen sein – arbeiten.
    3. Ihr Ehrenamt muss unmittelbar oder mittelbar gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken dienen.

    Dementsprechend können Sie die Übungsleiterpauschale nicht nutzen, wenn Sie zum Beispiel Schriftführer oder Gerätewart im Sportverein sind, in Ihrer Freizeit als Schiedsrichter arbeiten, ehrenamtlich für Gerichte und Notare dolmetschen oder Tiere ausbilden. Immerhin: Gegebenenfalls kommen Sie so aber in den Genuss der Ehrenamtspauschale, im Steuerrecht auch Ehrenamtsfreibetrag genannt.

    2. Ehrenamtsfreibetrag: 720 Euro / Jahr

    Seit 2007 können Ehrenamtliche, die sich in einem gemeinnützigen Verein oder bei juristischen Personen des öffentlichen Rechts engagieren, den Ehrenamtsfreibetrag in Höhe von 720 Euro pro Jahr sichern. Auch in diesem Fall bedeutet das, dass eine Aufwandsentschädigung bis zur Höhe der Ehrenamtspauschale steuer- und sozialversicherungsfrei bleibt.

    Im Gegensatz zum Гњbungsleiterfreibetrag darf auch ein Schatzmeister oder Kassenwart, Platzwart oder Zeugwart, Schiedsrichter oder Tierpfleger den Ehrenamtsfreibetrag nutzen. DarГјber hinaus ist die Nutzung analog zum Гњbungsleiterfreibetrag an drei Bedingungen geknГјpft:

    1. Es handelt sich um eine nebenberufliche Tätigkeit, darf also zeitlich nur maximal ein Drittel einer Vollzeittätigkeit ausmachen.
    2. Man leistet die freiwillige Arbeit fГјr eine gemeinnГјtzige Organisation oder eine juristische Person des Г¶ffentlichen Rechts.
    3. Das Ehrenamt dient un- und mittelbar gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken.

    Die jeweiligen Pauschalen für das Ehrenamt – also den Übungsleiterfreibetrag und den Ehrenamtsfreibetrag – gibt es jährlich nur einmal, auch wenn Sie mehrere Ehrenämter parallel oder nacheinander ausüben.

    3. Betreuerfreibetrag: 2.400 Euro / Jahr

    Ist ein Mensch zum Beispiel aufgrund einer Behinderung oder Krankheit nicht mehr in der Lage, rechtliche Angelegenheiten selbst zu regeln, setzt das Amtsgericht einen rechtlichen Betreuer ein. In der Regel übernehmen Familienangehörige diese Aufgabe unentgeltlich.

    Betreuern steht der Betreuerfreibetrag in Höhe von 2.400 Euro pro Jahr zu. Zu den Begünstigten zählen ehrenamtliche rechtliche Betreuer, ehrenamtliche Vormünder und ehrenamtliche Pfleger.

    Die Entwicklung der FreibetrГ¤ge im Ehrenamt:В

    Liegt der Verdienst über den Freibeträgen, werden Steuern fällig

    Verdienen ein Übungsleiter oder ein Betreuer mehr als 2.400 Euro und ein Ehrenamtlicher mehr als 720 Euro pro Jahr, muss der Teil der Einnahmen, der den Freibetrag übersteigt, als Einkünfte aus sonstiger selbstständiger Arbeit in der Steuererklärung eingetragen werden – und es werden Steuern fällig.

    Steuern sparen durch Verzicht auf Aufwendungsersatz

    So weit, so gut. Wer sich ehrenamtlich engagiert, hat oft auch Ausgaben. Zum Beispiel Reisekosten oder Kosten für Telefon und Porto. Sie können auf eine Aufwandsentschädigung des Vereins verzichten und stattdessen eine Spendenbescheinigung bekommen. Steuerrechtlich gesehen ist das dann eine Aufwandsspende. Wie das mit der Aufwandsspende genau funktioniert, erklären wir in unserem Steuer ABC zum Thema Spenden.

    Ehrenamtliche Arbeit spenden: die VergГјtungsspende

    Sie kГ¶nnen dem Verein oder der Gemeinde auch Ihre Arbeitszeit „spenden“ und im Gegenzug dafГјr eine ZuwendungsbestГ¤tigung erhalten. Dieses Prinzip nennt sich VergГјtungsspende – auch RГјckspende genannt –, ist allerdings an einige Bedingungen geknГјpft:В

    • Ihre geleistete Arbeit ist nur dann absetzbar, wenn Sie einen rechtswirksamen VergГјtungsanspruch haben. Das bedeutet auch, dass zum Beispiel der Verein finanziell in der Lage sein muss, Ihre VergГјtung auch wirklich bezahlen zu kГ¶nnen.
    • In einem zweiten Schritt mГјssen Sie auf Ihren VergГјtungsanspruch verzichten. Wichtig: Der Verzicht muss innerhalb von drei Monaten nach der TГ¤tigkeit erklГ¤rt werden und darf nicht im Vorfeld schon vertraglich vereinbart worden sein.

    Sie erhalten dann eine Zuwendungsbestätigung über die Höhe Ihrer Vergütung und können diesen Betrag als Sonderausgabe in Ihrer Steuererklärung eintragen.

    Sie haben noch Fragen in Sachen Ehrenamt und Steuer? Unsere Beraterinnen und Berater sind gerne für Sie da. Finden Sie hier eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe: Beratersuche.

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    Ausgaben sind mitunter steuerlich absetzbar

    1. Seite 1 — Was beim Ehrenamt zu beachten ist
    2. Seite 2 — Ausgaben sind mitunter steuerlich absetzbar

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    Gibt es ein Recht auf Sonderurlaub für ehrenamtliches Engagement?

    Nein, freiwillige Arbeit ist immer ein Privatvergnügen. Etwas anderes ist das Amt als Betriebsrat. Diesem darf selbstverständlich während der Arbeitszeit nachgegangen werden. Allerdings haben sich die Betriebsräte für diese Zeit beim Arbeitgeber abzumelden .

    Sind Ehrenamtliche auch versichert?

    Die meisten Vereine, Wohlfahrtsverbände und Organisationen versichern ihre freiwilligen Helfer gegen Unfall- und Haftpflichtschäden. Darüber hinaus besteht für Freiwillige, die für bestimmte öffentlich-rechtliche Institutionen oder im Interesse der Allgemeinheit tätig werden, eine gesetzliche Pflichtversicherung. Welcher Versicherungsschutz vorhanden ist, sollte dringend vor dem ehrenamtlichen Einsatz geklärt werden. Einige Engagierte sind allerdings nicht versichert. Das gilt insbesondere für Menschen, die sich in den Vorstand eines Vereins wählen lassen. Sie können bei groben Fehlern sogar mit ihrem Vermögen für Schäden zur Verantwortung gezogen werden. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn Spendenquittungen falsch ausgestellt wurden oder der Verein versäumt hat, Sozialversicherungsbeiträge für angestellte Mitarbeiter abzuführen. Darum ist eine private Haftpflichtversicherung wichtig.

    Müssen Einnahmen aus ehrenamtlicher Tätigkeit bei der Steuer angegeben werden?

    Ja, auch Einkünfte aus Ehrenämtern unterliegen der Einkommenssteuerpflicht – selbst dann, wenn es sich nur um eine Aufwandsentschädigung handelt. Entscheidend ist jedoch die Frage der sogenannten Einkunftserzielungsabsicht. Sie liegt nicht vor, wenn die Entschädigung die Selbstkosten decken soll, wenn es also Fahrtgeld und Verpflegungskosten gab. Alle anderen Einnahmen aus ehrenamtlichem Engagement müssen in der Steuererklärung angegeben werden. Allerdings sind sie bis zur Höhe von 2.100 Euro pro Jahr steuerfrei nach § 3 Nr. 26 EStG. Einen steuerlichen Vorteil genießt, wer einem Ehrenamt nachgeht, das eng mit dem Hauptberuf zusammenhängt: Wer Ausgaben für sein Engagement in einer Berufsgenossenschaft, dem Personalrat oder einer Gewerkschaft hat, kann diese auf seine Einkünfte aus dem Hauptjob anrechnen.

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    Freiwilligenarbeit : Zwischen Broterwerb und Ehrenamt

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    Kommentare

    „Besonders Arbeitnehmer, die bei der freiwilligen Feuerwehr oder als Schöffen am Gericht ehrenamtlich tätig sind, geraten häufig mit ihren Arbeitgebern in Konflikt, weil ihr Engagement in die Arbeitszeit fällt. Hier ist die Regel aber klar: Der Arbeitgeber hat das Recht, das Ehrenamt in dieser Zeit zu untersagen – selbst dann, wenn durch das Engagement wichtige Bereiche für das öffentliche Leben sichergestellt werden“

    Das ist leider nicht richtig. Wie stellen Sie sich vor, wie eine Freiwillige Feuerwehr funktioniert, wenn tagsüber keiner von seiner Arbeitsstelle weggehen kann?

    Glücklicherweise ist das Gesetz hierzu aber eindeutig, auch wenn viele Arbeitgeber das vielleicht nicht einsehen wollen.

    Siehe dazu bspw. § 11 Absatz 1 des Niedersächsisches Brandschutzgesetz (NBrandSchG), dort heißt es:

    „[. ] Nehmen sie während der Arbeitszeit an Einsätzen oder an Aus- oder Fortbildungsveranstaltungen der Feuerwehr teil, so sind sie während der Dauer der Teilnahme, bei Einsätzen auch für den zur Wiederherstellung ihrer Arbeits- oder Dienstfähigkeit notwendigen Zeitraum danach, von der Arbeits- oder Dienstleistung freigestellt.[. ]“

    Bitte verzichten Sie auf Werbung. Danke, die Redaktion/mo.

    "Darum ist eine private Haftpflichtversicherung wichtig."

    Das ist zwar korrekt, aber missverständlich. Die „normale“ Privathaftpflichtversicherung, die jeder besitzen sollte, schließt ehrenamtliche Tätigkeiten oft nicht mit ein. Deshalb sollte unbedingt geprüft werden, ob der Versicherungsschutz, ggf. gegen einen Mehrbeitrag, erweitert werden muss.

    Offensichtlich keine Ahnung

    Der Autor hat offensichtlich keine Ahnung vom föderalen Gefahrenabwehrrecht in Deutschland.

    Gerade in der Feuerwehr gibt es in Form der 16 Feuerwehrgesetze/ Brandschutzgesetze eine eindeutige spezialgesetzliche Regelung. Und diese ist quasi in allen Ländern einheitlich:

    – Der Arbeitnehmer ist zur Teilnahme an Einsatz- und Ausbildungsdiensten (sowie ggf. für eine Erholungsphase z.B. nach einem nächtlichen Einsatz) freizustellen.

    – Dem Arbeitnehmer darf daraus kein beruflicher Nachteil erwachsen.

    – Der Ersatzanspruch des Arbeitgebers beschränkt sich auf den ggf. weiter gezahlten Arbeitslohn (bzw. der Arbeitnehmer hat einen Anspruch gegen die Gemeinde als Dienstherren auf Ausgleich des nicht weiter bezahlten Arbeitslohnes.

    Das alles ist nicht von der Zustimmung des Arbeitgebers abhängig.

    Und nebenbei. Der Feuerwehrmann ist zur Teilnahme am Einsatz und Übungsdienst verpflichtet. Er kann es sich also (rein rechtlich gesehen) nicht aussuchen, ob er nun gerade Lust und Zeit hat oder nicht. Die Nichtteilnahme ist streng genommen eine Dienstpflichtverletzung.

    Deshalb ist der Dienst in einer Freiwilligen Feuerwehr auch nicht mit der Tätigkeit in einem Sportverein vergleichbar.

    Hallo Chris_7 und Die_Tanne,

    der Autor ist eine Autorin. Der Satz mit dem Bezug zur freiwilligen Feuerwehr war missverständlich ausgedrückt. Wir haben jetzt noch einmal eindeutig darauf hingewiesen, dass Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr für Einsätze, die in die Arbeitszeit fallen, freigestellt werden müssen. Für andere Ehrenämter gelten hier indes andere Regeln.

    Источники: http://www.finanztip.de/ehrenamtspauschale/, http://www.vlh.de/kaufen-investieren/spenden-beitraege/ehrenamt-und-steuer-diese-freibetraege-gibt-es.html, http://www.zeit.de/karriere/beruf/2011-12/faq-ehrenamt-arbeitsrecht/seite-2

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