Freibeträge finanzamt

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    Steuerfreibetrag

    Welche Frei- und Pauschbeträge Sie entlasten

    • Zuletzt aktualisiert: 6. Dezember 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Es gibt feste Frei- und Pauschbeträge, die Ihr zu versteuerndes Einkommen reduzieren. Denn Sie müssen nur den Betrag oberhalb des Freibetrags versteuern.
    • Wichtige Pauschbeträge für alle Arbeitnehmer sind die Werbungskostenpauschale sowie die Entfernungspauschale.
    • Wenn Sie Kinder haben, können Sie von weiteren Freibeträgen profitieren. Alleinerziehende erhalten einen zusätzlichen Freibetrag: den Entlastungsbetrag.
    • Übungsleiter- und Ehrenamtspauschalen fördern ein freiwilliges Engagement.
    • Pflege-, Behinderten- und Hinterbliebenen-Pauschbeträge unterstützen Steuerzahler in schwierigen Lebenslagen.

    So gehen Sie vor

    • Einige Freibeträge zieht der Fiskus automatisch ab, andere müssen Sie in Ihrer Steuererklärung beantragen.
    • Für eine Pauschale benötigen Sie keine Kostennachweise.
    • Haben Sie höhere Kosten, dann können Sie diese statt der Pauschale geltend machen. Sie müssen die Aufwendungen jedoch belegen können.
    • Einen individuellen Steuerfreibetrag können Sie sich mit einem Lohnsteuer-Ermäßigungsantrag eintragen lassen. Dann wird bereits bei der Gehaltsauszahlung weniger Lohnsteuer einbehalten.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Ob haushaltsnahe Dienstleistungen oder Fachliteratur: Wer sich private oder berufliche Ausgaben über die Steuererklärung zurückholen will, muss diese oft auch belegen können. Doch um die Bürokratie ein wenig einzudämmen, gibt es im deutschen Steuerrecht viele Frei- und Pauschbeträge, die Sie als Steuerzahler ohne Quittung oder Rechnung nutzen können.

    Helfer für die Steuererklärung

    Freibetrag, Pauschbetrag und Freigrenze

    Die Finanzämter haben millionenfach Steuerfälle zu bewältigen. Freibeträge und Pauschbeträge vereinfachen die Bearbeitung und entlasten die Masse der Steuerzahler, insbesondere wenn sie keine hohen abzugsfähigen Kosten haben. Denn wenn Ihnen der Abzug in der Höhe des Frei- oder Pauschbetrags genügt, müssen Sie Ihre Aufwendungen nicht belegen. Frei- und Pauschbeträge funktionieren gleich. Davon zu unterscheiden sind jedoch Freigrenzen.

    Freibetrag – Er markiert die Höhe, bis zu der ein bestimmtes Einkommen steuerfrei bleibt. Alles, was darüber liegt, müssen Sie versteuern. Ein Beispiel hierfür ist der Sparerfreibetrag in Höhe von 801 Euro für jeden Steuerpflichtigen. Sie müssen nur Steuern auf Kapitaleinkünfte zahlen, die diesen Betrag übersteigen.

    Pauschbetrag – Den Pauschbetrag erkennt das Finanzamt ohne Nachweis an, um einen bestimmten Teil des Einkommens steuerfrei zu stellen. Haben Sie Ausgaben, die über dem Pausch- oder Freibetrag liegen, können Sie diese meist zusätzlich geltend machen. Sind Ihre Ausgaben niedriger, wird auf jeden Fall der Pauschbetrag von Ihrem zu versteuernden Einkommen abgezogen. Bekanntestes Beispiel: der Arbeitnehmerpauschbetrag in Höhe von 1.000 Euro.

    Freigrenze – Überschreiten Sie hingegen eine Freigrenze, so müssen Sie den gesamten Betrag versteuern. Das gilt beispielsweise für private Veräußerungsgeschäfte wie den Verkauf von Edelmetall und Kunst innerhalb eines Jahres. Ein Gewinn bis 600 Euro (= Freigrenze) im Jahr bleibt steuerfrei. Ein Cent mehr führt dazu, dass Sie den kompletten Gewinn versteuern müssen.

    Arbeit und Einkommen

    Dieser Freibetrag wird nach dem Sozialhilferecht ermittelt und soll das Existenzminimum für jeden Steuerzahler sichern. Der Grundfreibetrag ist bereits in die Steuertabellen eingearbeitet und wird automatisch berücksichtigt, so macht es auch der Arbeitgeber bereits bei der Berechnung der Lohnsteuer. Sie müssen also nichts tun, um ihn zu erhalten.

    Der Klassiker unter den Pauschbeträgen ist der Arbeitnehmerpauschbetrag, auch als Werbungskostenpauschale bekannt. Der Fiskus zieht von Ihrem zu versteuernden Einkommen automatisch 1.000 Euro als Werbungskosten ab. So werden beruflich veranlasste Kosten ohne Nachweis anerkannt. Erst wenn Sie Werbungskosten über der 1.000-Euro-Grenze haben, lohnt es sich, diese in der Steuererklärung einzutragen (Anlage N). Diese Ausgaben werden dann zusätzlich anerkannt.

    Belege sammeln lohnt sich

    Auch wenn Sie zu Jahresbeginn vermuten, dass Sie nicht über die Werbungskostenpauschale kommen, lohnt es sich, alle Quittungen für beruflich veranlasste Kosten zu sammeln. Denn erst am Ende des Jahres wissen Sie, wie hoch Ihre Werbungskosten tatsächlich sind.

    Viele Arbeitnehmer knacken bereits mit den Fahrtkosten ihren Werbungskostenpauschbetrag und können alles, was darüber liegt, zusätzlich absetzen. Fahren Sie beispielsweise an 228 Tagen im Jahr 15 Kilometer zur Arbeit, kommen 1.026 Euro an Fahrtkosten zusammen. Haben Sie noch eine Weiterbildung besucht oder Fachliteratur gekauft, können Sie diese Kosten dann ebenfalls geltend machen. Um die Entfernungspauschale zu erhalten, müssen Sie Ihre Fahrten zur Arbeit in der Steuererklärung eintragen (Anlage N).

    Tipp: Falls Ihre Kosten mit dem eigenen Auto 30 Cent pro Kilometer übersteigen, können Sie auch höhere Fahrtkosten angeben, sofern Sie diese belegen können.

    Frei- und Pauschbetrag für Renten und Versorgungsbezüge

    Die gesetzliche Rente ist teilweise steuerfrei. Für jeden Rentner wird ein individueller Freibetrag berechnet. Bezieht er beispielsweise 2017 erstmals eine Rente, sind davon 26 Prozent steuerfrei. Dieser Betrag in Euro wird als Rentenfreibetrag für die Folgejahre festgeschrieben. Darüber liegende Beträge und künftige Rentenerhöhungen sind voll steuerpflichtig.

    Rentnern steht eine Werbungskostenpauschale von 102 Euro zu. Haben sie höhere Werbungskosten, können sie stattdessen diese in der Steuererklärung ansetzen.

    Wer Versorgungsbezüge erhält, also eine Pension, Witwengeld oder eine Betriebsrente, dem steht dafür ebenfalls ein Werbungskostenpauschbetrag von 102 Euro zu. Dieser wird automatisch vom steuerpflichtigen Einkommen abgezogen. Die beiden Pauschbeträge von 1.000 Euro und 102 Euro können Sie nebeneinander erhalten, wenn Sie gleichzeitig Arbeitslohn und Versorgungsbezüge beziehen.

    Lohnsteuerpflichtige Firmen- und Beamtenpensionen, beispielsweise Zahlungen aus Unterstützungskassen und Pensionszusagen, sind teilweise steuerfrei gestellt. Dafür gibt es einen Versorgungsfreibetrag sowie einen Zuschlag darauf. Den Rest müssen Sie versteuern. Tragen Sie dazu Ihre Bezüge in die Anlage N der Steuererklärung ein.

    Die Freibeträge richten sich nach dem Jahr des Zahlungsbeginns laut Tabelle im Einkommensteuergesetz und gelten für die gesamte Laufzeit. Sowohl der Versorgungsfreibetrag als auch der Zuschlag schmelzen bis 2040 ab. Wer 2017 erstmals eine Pension erhält, dem steht ein Versorgungsfreibetrag von 20,8 Prozent bis höchstens 1.560 Euro zu, sowie ein Zuschlag von 468 Euro. Für das Jahr 2018 liegt der Versorgungsfreibetrag bei 19,2 Prozent bis maximal 1.440 Euro, hinzu kommt der Zuschlag von 432 Euro.

    Sind Sie beruflich viel unterwegs oder auf Dienstreisen, können Sie auch für die Verpflegung eine Pauschale geltend machen. Es gibt feste Pauschalen, je nachdem, wie lange Sie auf Reisen sind: Bei mehr als 8 Stunden Abwesenheit erhalten Sie 12 Euro, ab 24 Stunden 24 Euro. Für den An- und den Abreisetag können Sie immer 12 Euro geltend machen – unabhängig von der Dauer der Abwesenheit. Tragen Sie die Dauer Ihrer Abwesenheit in der Steuererklärung ein (Anlage N). Höhere Kosten können Sie nicht geltend machen, auch nicht, wenn Sie unterwegs Restaurant-Rechnungen gesammelt haben.

    Viele Ausgaben, etwa für das Renovieren der alten Wohnung oder den Kabelanschluss in der neuen Wohnung, müssen Sie nicht einzeln belegen. Ehepaare, die ab März 2017 aus beruflichen Gründen umgezogen sind, können in der Steuererklärung pauschal 1.528 Euro geltend machen. Für Ledige gilt eine Pauschale von 764 Euro. Tragen Sie einfach „Pauschale für Umzugskosten“ in Ihrer Steuererklärung ein (Anlage N). Die Umzugskostenpauschalen passt das Bundesfinanzministerium regelmäßig an.

    Zusätzlich zur Pauschale können Sie viele weitere Ausgaben für Ihren Umzug absetzen, die Sie aber belegen müssen. Dazu gehören beispielsweise die Fahrten zu Wohnungsbesichtigungen, der Transport des Hausrats oder eine doppelte Miete.

    Freibeträge für Kinder

    Kinderfreibetrag und BEA-Freibetrag

    Der Staat unterstützt auch Familien und Alleinerziehende mit Freibeträgen. So gibt es einen sächlichen Kinderfreibetrag, der das Existenzminimum des Kinds absichern soll. Für 2017 beträgt dieses 2.358 Euro pro Kind und Elternteil, für Zusammenveranlagte sind das 4.716 Euro. Ab 2018 steigt der Kinderfreibetrag um 36 Euro pro Kind und Elternteil, sodass ein Ehepaar dann 4.788 Euro erhält. Hinzu kommt der Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf (BEA-Freibetrag) von 2.640 Euro. Ehepaaren stehen 2017 somit insgesamt 7.356 Euro und 2018 dann 7.428 Euro zu.

    Die Freibeträge berücksichtigt der Fiskus allerdings nur, wenn die Ersparnis daraus höher ist als das Kindergeld, das Sie während des Jahres erhalten haben. Was für Sie vorteilhafter ist, ermittelt das Finanzamt in der sogenannten Günstigerprüfung. Dazu müssen Sie nur die Anlage Kind ausfüllen. Das monatliche Kindergeld für das erste und zweite Kind beträgt 2017 jeweils 192 Euro, 2018 steigt das Kindergeld um zwei Euro auf 194 Euro.

    Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

    Wenn Sie alleinstehend sind und ein Kind erziehen, für das Sie Anspruch auf Kindergeld beziehungsweise einen Kinderfreibetrag haben, können Sie einen Entlastungsbetrag von 1.908 Euro steuerlich geltend machen. Für jedes weitere im Haushalt gemeldete Kind gibt es seit 2015 einen zusätzlichen Entlastungsbetrag von 240 Euro je Kind. Den Entlastungsbetrag zieht das Finanzamt von der Summe Ihrer Einkünfte ab. Diesen beantragen Sie über Ihre Steuererklärung (Anlage Kind, Seite 2, Zeile 44 bis 49). Sind Sie der Steuerklasse II zugeordnet, wird der Entlastungsbetrag schon im laufenden Jahr beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt.

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    Nebentätigkeiten und Ehrenämter

    Wenn Sie sich als Ausbilder, Künstler oder Pfleger nebenberuflich etwas dazuverdienen, können Sie in vielen Fällen vom Übungsleiterfreibetrag profitieren: Von Ihrem Einkommen wird eine Pauschale von 2.400 Euro abgezogen. Nur den darüber liegenden Betrag müssen Sie versteuern. Wichtig ist, dass Sie nebenberuflich für eine öffentlich-rechtliche oder gemeinnützige Organisation tätig sind. Gefördert werden Beschäftigungen mit einer pädagogischen Ausrichtung. Auch Hausmänner, Rentner oder Arbeitslose können diesen Freibetrag nutzen.

    Sind Sie im Hauptberuf Arbeitnehmer, tragen Sie den Übungsleiterfreibetrag in der Anlage N Ihrer Steuererklärung ein (Seite 1, Zeile 26 als „steuerfrei erhaltene Aufwandsentschädigungen/Einnahmen“). Selbstständige geben den Freibetrag als „steuerfreie selbstständige Tätigkeiten im Nebenberuf“ in der Anlage S, Zeile 36 und 37 an.

    Helfen Sie nebenberuflich und ehrenamtlich im ideellen Bereich, zum Beispiel in einem Altenheim, einer Jugendherberge oder in einer Behindertenwerkstatt, können Sie den Ehrenamtsfreibetrag nutzen. Ehrenamtliche dürfen für ihre freiwillige Mitarbeit steuerfrei 720 Euro im Jahr als Aufwandspauschale annehmen. Auch diesen Betrag gibt es nur, wenn Sie ihn in der Steuererklärung eintragen. Dies machen Sie entweder in der Anlage N oder in der Anlage S.

    So erhalten Sie beide Freibeträge

    Sie können beide Pauschalen nutzen, aber nicht für dieselbe Tätigkeit. Üben Sie verschiedene Ehrenämter aus, die separat bezahlt werden, können Sie sowohl vom Übungsleiter- als auch vom Ehrenamtsfreibetrag profitieren. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Sie als Trainer für einen Sportverein arbeiten und zusätzlich die Vereinskasse verwalten.

    Kapitalerträge und Sonderausgaben

    Dafür müssen Sie bei Ihrer Bank einen Freistellungsauftrag einreichen. Ohne Freistellungauftrag oder wenn die Kapitalerträge über den Sparerpauschbetrag hinausgehen, zieht das Kreditinstitut grundsätzlich 25 Prozent Abgeltungssteuer (zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer) ab und leitet sie ans Finanzamt weiter. Diese unfreiwillige Zahlung können Sie sich nur über die Steuererklärung wieder zurückholen.

    Für verschiedene Ausgaben des privaten Lebens gilt der Sonderausgaben-Pauschbetrag. 36 Euro beziehungsweise 72 Euro bei Verheirateten und eingetragenen Lebenspartnern zieht Ihnen das Finanzamt automatisch von Ihrem zu versteuernden Einkommen ab. Erst Sonderausgaben, die darüber liegen, müssen Sie in der Steuererklärung eintragen und nachweisen, beispielsweise Kinderbetreuungskosten. Weil der Pauschbetrag relativ niedrig ist, können Sie oft weitere Posten wie Spenden oder Vorsorgeaufwendungen absetzen. Was Sie in die verschiedenen Formulare eintragen können, lesen Sie in unserem Ratgeber Sonderausgaben.

    Pauschbeträge für Pflegende, Behinderte und Hinterbliebene

    Wer einen Angehörigen im häuslichen Bereich ohne Bezahlung pflegt, kann dafür pauschal 924 Euro geltend machen. Das gilt auch bei der Pflege eines nahestehenden Menschen, der hilflos oder schwerstpflegebedürftig ist (Pflegegrad 4 und 5). Den Pauschbetrag müssen Sie im Mantelbogen, Zeile 65 und 66, beantragen.

    Der Pauschbetrag ist personenbezogen: Teilen Sie sich beispielsweise die Pflege der Mutter mit Ihrer Schwester, müssen Sie auch den Pflegepauschbetrag aufteilen. Auch wenn Sie den Pflegebedürftigen nicht das ganze Jahr über gepflegt haben, haben Sie Anspruch auf den vollen Pauschbetrag.

    Liegen Ihre Ausgaben für die Pflege des Angehörigen über dem Pauschbetrag, können Sie die tatsächlichen Kosten als außergewöhnliche Belastung geltend machen. Der Fiskus erkennt sie allerdings erst an, wenn sie über einer zumutbaren Eigenbelastung liegen.

    Anstatt den Behindertenpauschbetrag zu nutzen, können Sie höhere Aufwendungen, die Ihnen wegen der Behinderung entstehen, einzeln nachweisen und in voller Höhe als außergewöhnliche Belastungen allgemeiner Art geltend machen. Auch an dieser Stelle kürzt das Finanzamt die Ausgaben um die zumutbare Eigenbelastung. Weiterhin können Sie die Kosten für die Betreuung eines behinderten oder pflegebedürftigen Familienmitglieds in Ihrem Haushalt auch als haushaltsnahe Dienstleistung von der Steuer absetzen (Mantelbogen).

    Behindertenpauschbetrag übertragen lassen

    Sie können beantragen, dass der Behinderten-Pauschbetrag für ein Kind oder Enkelkind auf Sie übertragen wird, wenn Sie für den Nachwuchs Anspruch auf Kindergeld haben. Das ist vor allem sinnvoll, wenn das Kind kein eigenes Einkommen hat. Diesen Antrag stellen Sie, indem Sie in der Anlage Kind die Zeilen 64 bis 66 ausfüllen.

    In bestimmten Fällen können Witwen, Witwer, Waisen und Halbwaisen den Hinterbliebenen-Pauschbetrag von 370 Euro erhalten. Er wird als Jahresbetrag auch von Ihrem zu versteuernden Einkommen abgezogen, wenn die Voraussetzungen nicht während des gesamten Jahres vorlagen.

    Bedingung ist, dass Sie Hinterbliebenenbezüge nach dem Bundesversorgungsgesetz oder vergleichbarer Versorgungsgesetze erhalten. Den Hinterbliebenen-Pauschbetrag müssen Sie im Mantelbogen unter den außergewöhnlichen Belastungen in Zeile 61 bis 64 beantragen.

    Freibeträge eintragen lassen

    Um schon im laufenden Jahr weniger Lohnsteuer zu zahlen, können Sie beim Finanzamt einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung stellen. Ihre Werbungskosten – beispielsweise für die Fahrten zur Arbeit – können als eingetragener Freibetrag jeden Monat den Lohnsteuerabzug reduzieren. Dies ist allerdings erst möglich, wenn die Werbungskosten über 1.000 Euro liegen und zusammen mit anderen Beträgen, beispielsweise den Sonderausgaben, einen Mindestbetrag von 600 Euro überschreiten.

    Andere Freibeträge, wie den Behinderten- und den Hinterbliebenen-Pauschbetrag, können Sie ohne Mindestbetrag eintragen lassen und profitieren sofort von einem geringeren Steuerabzug. Wer Freibeträge eintragen lässt, muss in den meisten Fällen eine Steuererklärung abgeben.

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    Finanztip-Experte für Steuern

    Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

    ehemalige Finanztip-Redakteurin (bis 2015)

    Andrea Wekenborg verfasste für Finanztip Artikel im Ressort Recht & Steuern. Ihre Begeisterung für Verbraucherthemen entdeckte sie in der Ombudsredaktion der Berliner Zeitung. Später schrieb sie fünf Jahre für einen Online-Finanzvergleich über Versicherungen, Konten und Steuern. Zudem war sie bereits beim Verbraucherzentrale Bundesverband tätig.

    Kinderbetreuungskosten

    So machen Sie Betreuungskosten für Kinder geltend

    • Zuletzt aktualisiert: 24. Oktober 2017
    • Von: Sabine Himmelberg

    Das sollten Sie wissen

    • Kinderbetreuungskosten können Sie als Sonderausgaben geltend machen – allerdings nur zu zwei Dritteln und bis zu einem Höchstbetrag von 4.000 Euro im Jahr.
    • Ihr Kind darf das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, außer es kann sich aufgrund einer Behinderung nicht selbst versorgen. Dann wird bei der Altersgrenze eine Ausnahme gemacht, die allerdings Einschränkungen hat.
    • Nicht alle Aufwendungen dürfen Sie in Ihrer Steuererklärung angeben: Sport- und Nachhilfekosten fallen zum Beispiel weg. Welche Kosten Sie absetzen können, lesen Sie hier.
    • Bewahren Sie Rechnungen und Überweisungsbelege immer auf. Denn Sie müssen Ihre Aufwendungen möglicherweise dem Finanzamt nachweisen.

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    Zwei Drittel der Kosten, die für die Betreuung Ihrer Kinder anfallen, können Sie als Sonderausgaben geltend machen und von der Steuer absetzen. Pro Kind können Sie höchstens 4.000 Euro abziehen. Die Voraussetzungen dafür:

    • Das Kind muss in Ihrem Haushalt leben. Sind Sie getrennt oder geschieden, ist entscheidend, wo das Kind gemeldet ist.
    • Für das Kind muss Ihnen Kindergeld oder ein Freibetrag für Kinder zustehen.
    • Das Kind darf sein 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

    Wenn sich Ihr Kind nicht selbst unterhalten kann

    Die Altersgrenze entfällt, falls Ihr Kind körperlich, geistig oder seelisch behindert ist und nicht für sich selbst sorgen kann. Das gilt nur für eine Behinderung, die vor Vollendung des 25. Lebensjahrs eingetreten ist, mit einer Ausnahme: die Altersgrenze gilt auch nicht für Kinder, deren Behinderung vor dem 1. Januar 2007 im Alter zwischen 25 Jahren und vor Vollendung des 27. Lebensjahrs eingetreten ist.

    Betreuungskosten für Ihr Kind, die im laufenden Jahr anfallen, können Sie als Freibetrag im Lohnsteuerabzugsverfahren geltend machen. Dadurch erhöht sich Ihr Nettogehalt.

    Was Sie absetzen können

    Diese Aufwendungen für die Kinderbetreuung können Sie in Ihrer Steuererklärung angeben:

    • die Unterbringung von Kindern in Kindergärten, Kindertagesstätten, Kinderhorten, Kinderheimen und Kinderkrippen sowie bei Tagesmüttern, Wochenmüttern und in Ganztagspflegestellen
    • die Beschäftigung von Kinderpflegerinnen, Erzieherinnen und Kinderschwestern
    • die Beschäftigung von Hilfen im Haushalt, soweit sie Kinder betreuen
    • die Beaufsichtigung von Kindern bei der Erledigung der häuslichen Schulaufgaben

    Nicht berücksichtigt werden Aufwendungen für:

    • die Vermittlung besonderer Fähigkeiten, zum Beispiel Musikunterricht
    • sportliche und andere Freizeitbetätigungen
    • Nachhilfeunterricht
    • Verpflegung des Kindes

    Nachweise für die Betreuungskosten aufbewahren

    Rechnungen und die Zahlungsnachweise

    müssen Sie zwar nur auf Verlangen des Finanzamts vorlegen. Für diesen Fall sollten Sie die Belege aber aufbewahren.

    Damit Sie die Kinderbetreuungskosten von der Steuer absetzen können, müssen Sie Rechnungen erhalten haben. Außerdem muss die Rechnungssumme an den Dienstleister auf dessen Konto überwiesen worden sein – Barzahlungen und Barschecks erkennt das Finanzamt nicht an. Auch das Taschengeld für ein Au-Pair sollten Sie deshalb auf ein Konto überweisen, wenn Sie es steuerlich absetzen wollen (FG Köln, Urteil vom 10.01.2014, Az. 15 K 2882/13).

    Sind Sie selbst der Arbeitgeber der Betreuungsperson Ihrer Kinder, zum Beispiel im Rahmen eines Minijobs oder eines sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses, müssen Sie lediglich den Arbeitsvertrag vorlegen.

    Wenn das Kind einen Kindergarten oder Hort besucht, reicht ein Bescheid der Einrichtung, in dem die Kosten für die Betreuung festgehalten sind, und ein Überweisungsbeleg.

    Wenn Ihre (Schwieger-)Mutter oder andere nahe Angehörige auf Ihr Kind aufpassen und die Betreuung entgeltlich erfolgt, dann können Sie auch diese Kosten von der Steuer absetzen. Dafür müssen allerdings klare und eindeutige Vereinbarungen getroffen worden sein, die Sie tatsächlich umsetzen. Wohnt Ihre Betreuungsperson mit Ihnen und Ihrem Kind in einem Haushalt zusammen, sind die Kinderbetreuungskosten nicht absetzbar.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Hierhin in der Steuererklärung

    Ihre Kinderbetreuungskosten tragen Sie in Ihrer Einkommensteuererklärung in der Anlage Kind auf Seite 3 in die Zeilen 67 bis 73 ein.

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    freie Finanztip-Mitarbeiterin (bis 2015)

    Als freie Mitarbeiterin hat Sabine Himmelberg auf Finanztip zum Thema Steuern geschrieben. Sie blickt auf mehr als zwanzig Jahre Redaktionsarbeit im Steuerrecht zurück. Als spezialisierte Fachjournalistin deckt Sabine Himmelberg ein breites inhaltliches Spektrum für Publikationen namhafter Fachverlage ab. Nach ihrem Magisterabschluss an der Universität zu Köln trat sie in die Redaktion des Deubner Verlags ein, der Informationen für Rechtsanwälte und Steuerberater herausgibt und der WEKA-Gruppe angehört. Sie leitete dort drei Jahre lang die Redaktion Steuern.

    Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung

    So bekommen Sie ein höheres Nettogehalt am Monatsende

    • Zuletzt aktualisiert: 23. Oktober 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Mit Freibeträgen bei der Lohnsteuer sichern Sie sich ein höheres Nettoeinkommen schon ab dem nächsten Monat – durch einen Lohnsteuer-Ermäßigungsantrag.
    • Steuerpflichtige können individuelle Freibeträge beantragen, die zwei Jahre gültig sind.
    • Ein höheres Nettogehalt kann Ihnen bei Sozialleistungen wie dem Elterngeld finanzielle Vorteile bringen. Sie müssen dafür bestimmte Fristen beachten.
    • Haben Sie einen Freibetrag eintragen lassen, dann müssen Sie im Folgejahr fast immer eine Steuererklärung abgeben.

    So gehen Sie vor

    • Den „Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung“ stellen Sie bis spätestens Ende November beim Finanzamt auf einem amtlichen Vordruck.
    • Bei einem neuen Antrag müssen Sie für die meisten Aufwendungen einen Betrag von mindestens 600 Euro nachweisen. Handwerkerkosten und haushaltsnahe Dienstleistungen zählen hingegen ab dem ersten Euro.
    • Für Freibeträge, die ab 2018 gelten sollen, gibt es seit Oktober 2017 neue Formulare. Im Hauptvordruck ist der vereinfachte Antrag integriert. Dieser genügt, wenn sich nur der steuerfreie Jahresbetrag ändert oder die Zahl der Kindefreibeträge. Sie müssen dem Hauptvordruck noch die entsprechende Anlage beifügen, zum Beispiel die Anlage Werbungskosten.
    • Haben Sie einen Freibetrag, der nach einer Zeit nicht mehr gerechtfertigt ist, müssen Sie das dem Finanzamt mitteilen.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Mit einem Freibetrag sinkt Ihr zu versteuerndes Einkommen und Ihr Arbeitgeber muss weniger Lohnsteuer einbehalten. Dadurch erhöht sich Ihr monatliches Nettoeinkommen. Um die Vorteile des Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahrens zu nutzen, beantragen Sie beim Finanzamt einen Freibetrag. Ausgaben, die Ihre Steuerlast mindern, werden sofort berücksichtigt und nicht erst, nachdem Sie im Folgejahr Ihre Steuererklärung abgegeben haben.

    Den Antrag können Sie noch bis Ende November des laufenden Jahres stellen – Sie profitieren dann ab dem kommenden Monat von den geringeren Abzügen. Besonders interessant ist es für diejenigen, die Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld erhalten – meist mit dem Novembergehalt. Diejenigen Arbeitnehmer sollten bis spätestens Ende Oktober den Freibetrag beantragen, damit sie bereits mit der Novemberauszahlung davon profitieren können. Der Kauf von Weihnachtsgeschenken lässt sich so entspannter angehen. Gesetzlich geregelt ist das Verfahren in Paragraf 39a Einkommensteuergesetz.

    Dafür gibt es Freibeträge

    Sie können sich einen Freibetrag für die Werbungskosten aus Ihrer Arbeitnehmertätigkeit, für Sonderausgaben oder für außergewöhnliche Belastungen eintragen lassen.

    Mehr Elterngeld

    Falls bei Ihnen im Lohnsteuerabzugsverfahren ein Freibetrag berücksichtigt wird, kann sich das aufgrund Ihres höheren Nettogehalts auch positiv auf andere staatliche Leistungen wie das Elterngeld auswirken. Für das höhere Elterngeld müssen Sie jedoch den Steuerklassenwechsel spätestens sieben Monate vor dem Monat, in dem der Mutterschutz beginnt, beantragen. Auch für andere sozialen Leistungen wie Mutterschutz, Arbeitslosengeld I, Kurzarbeitergeld und Krankengeld sind die jeweiligen Fristen einzuhalten.

    Beispiele für Werbungskosten:

    • Aufwendungen für Wege zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte (Entfernungspauschale),
    • Reisekosten (soweit Ihr Arbeitgeber sie Ihnen nicht steuerfrei ersetzt),
    • Aufwendungen für Arbeitsmittel wie Fachliteratur, Werkzeug oder typische Berufskleidung,
    • Beiträge zu Berufsverbänden und
    • berufliche Fortbildungskosten.

    Beispiele für Sonderausgaben:

    • Unterhaltsleistungen an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehe- oder Lebenspartner,
    • Kinderbetreuungskosten,
    • Schulgeld,
    • Kosten von bis zu 6.000 Euro jährlich für Ihre eigene Berufsausbildung (Erststudium, erstmalige Berufsausbildung) und
    • gezahlte Kirchensteuer (Ausnahme: Kirchensteuer auf Abgeltungssteuer).

    Beispiele für außergewöhnliche Belastungen:

    Generell gelten individuelle Freibeträge maximal zwei Steuerjahre. Ausnahmen hiervon sind ein Behinderten- oder Hinterbliebenenpauschbetrag. Sobald der Pauschbetrag als elektronisches Lohnsteuerabzugsmerkmal (ELStAM) gespeichert ist, muss er nicht neu beantragt werden. Diese beiden Freibeträge führen nicht automatisch dazu, dass Sie eine Steuererklärung erstellen müssen.

    Daneben ist die Eintragung eines Freibetrags auch möglich für:

    • negative Einkünfte aus Kapitalvermögen, die nicht unter das Verlustausgleichsverbot fallen,
    • eine negative Summe der Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, selbstständiger Arbeit, Vermietung und Verpachtung sowie der sonstigen Einkünfte,
    • die Steuerermäßigung wegen Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse und für die Inanspruchnahme haushaltsnaher Dienstleistungen und Handwerkerleistungen.

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    Freibetrag für Dienstleistungen im Haushalt

    Die Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen in Privathaushalten können in Höhe des vierfachen Betrags der sich daraus ergebenden Ermäßigung als Freibetrag berücksichtigt werden. Das gilt, soweit sie nicht von dritter Seite (wie einer Versicherung) erstattet werden. Bei Handwerkerleistungen beträgt die maximale Steuerermäßigung 20 Prozent der tatsächlichen Ausgaben, begrenzt auf 1.200 Euro; als Freibetrag wird dann 4.800 Euro festgesetzt. Bei den haushaltsnahen Dienstleistungen ist die Steuerermäßigung auf 510 Euro begrenzt und der Freibetrag somit auf 2.040 Euro (= 4 x 510 Euro).

    Diese Fristen gelten

    Ihren Antrag für 2017 können Sie noch bis zum 30. November 2017 stellen. Dieser gilt grundsätzlich bis zum Jahresende. Das kann sich insbesondere dann für Sie lohnen, wenn Sie zum Jahresende Sonderzahlungen wie das Weihnachtsgeld erwarten.

    Der Freibetrag wird ab dem 1. des Folgemonats zu einem Ihrer Merkmale auf der elektronischen Variante der Steuerkarte, genannt Elstam (kurz für Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale). Generell beginnt das Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahren im Oktober des Vorjahres, für den der Freibetrag gelten soll. Seit Oktober 2017 können Sie einen Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung für 2018 stellen, der bis Ende 2019 gültig sein kann.

    Sie können einen Freibetrag für zwei Jahre statt nur für ein Jahr beantragen. Dies spart etwas Arbeit. Der Freibetrag ist ein Jahresbetrag und wird auf die der Antragstellung folgenden Monate verteilt.

    Beispiel: Freibetrag 1.200 Euro, beantragt am

    • 30. Oktober 2017 für 2017 = für November und Dezember 2017 jeweils 600 Euro,
    • 30. November 2017 für 2017 = für Dezember 2017 die gesamten 1.200 Euro,
    • 30. November 2017 für 2017 und 2018 = im Dezember 2017 1.200 Euro und für Januar 2018 bis Dezember 2018 jeweils 100 Euro,
    • 15. Juni 2018 für 2018 und 2019 = Juli bis Dezember 2018 jeweils 200 Euro und Januar bis Dezember 2019 jeweils 100 Euro.

    Ihr zuständiges Finanzamt

    Den Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung müssen Sie auf einem Papierformular bei dem Finanzamt stellen, in dessen Bezirk Sie zum Zeitpunkt der Antragstellung wohnen. Haben Sie mehrere Wohnungen, ist das Finanzamt jenes Wohnsitzes zuständig, an dem Sie sich vorwiegend aufhalten. Bei Ehegatten oder Lebenspartnern mit mehreren Wohnsitzen ist das Finanzamt zuständig, an dem sich die Familie vorwiegend aufhält.

    Eine Besonderheit gilt für den Fall, dass Sie den Antrag im Januar 2018 stellen: Dann wird der Freibetrag rückwirkend zum 1. Januar 2018 gebildet.

    Falls sich bei Ihnen im Dezember 2017 etwas ändert und Sie deshalb erst nach dem 30. November 2017 Ihren Antrag stellen, werden diese Änderungen nicht mehr im Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahren des laufenden Jahres berücksichtigt. Eine Steuerermäßigung können Sie dann nur noch im Rahmen Ihrer Steuererklärung für 2017 geltend machen.

    Sie können sich Ihre Elstam auf Antrag vom Finanzamt für Ihre Unterlagen ausdrucken lassen. Ihrem Arbeitgeber brauchen Sie den Ausdruck aber nicht vorzulegen, weil er die Freibeträge und alle weiteren Änderungen Ihrer Besteuerungsmerkmale in einem elektronischen Abrufverfahren erfährt.

    Wenn Sie Ihren Freibetrag beispielsweise erst Ende November für das laufende Jahr beantragen, können Sie auf Nummer sicher gehen und der Lohnbuchhaltung Ihres Arbeitgebers mitteilen, dass diese in der Lohnabrechnung für Dezember den Freibetrag anwenden soll.

    Wie Sie die Antragsgrenze überwinden

    Versicherungen zählen nicht

    Vorsorgeaufwendungen wie die Beiträge zu Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung wirken sich beim Freibetrag nicht aus. Sie werden beim laufenden Lohnsteuerabzug über die Vorsorgepauschale berücksichtigt.

    Damit Ihnen das Finanzamt einen Freibetrag einträgt, müssen Ihre Aufwendungen 600 Euro übersteigen. Um diese Grenze zu ermitteln, zieht die Behörde bei den Werbungskosten den Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 Euro (beziehungsweise 102 Euro bei Versorgungsbezügen) ab.

    Bestimmte Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen allgemeiner Art sowie Unterhaltszahlungen an Ehegatten und andere Angehörige sind Aufwendungen, die für die Berechnung der Antragsgrenze herangezogen werden. Bei den Sonderausgaben berücksichtigt das Finanzamt mindestens den Pauschbetrag von 36 Euro bei Singles und 72 Euro bei zusammenveranlagten Ehepaaren sowie Lebenspartnerschaften. Bevor Sie den Antrag stellen, sollten Sie überschlägig berechnen, ob Sie über die 600-Euro-Grenze kommen.

    Diese Grenze gilt nicht für haushaltsnahe Dienstleistungen, Handwerkerkosten, Haushaltshilfen, Verlustvorträge, einen Verlust (beispielsweise aus Vermietung), den Behindertenpauschbetrag und den Hinterbliebenenpauschbetrag. Hier zählt jeder Euro für einen Freibetrag.

    Fiktives Beispiel – Variante 1:

    Freibetrag wird im Oktober beantragt

    Quelle: Eigene Berechnung

    Freibetrag wird erst im November beantragt

    Quelle: Eigene Berechnung

    Ergebnis: Herr Müller hat immerhin ein um 615,30 Euro höheres Nettogehalt, weil er den Freibetrag nutzt. Da er diesen aber nicht schon Ende Oktober beantragt hat (siehe Variante 1), gibt er dem Finanzamt de facto einen unverzinsten Kredit in Höhe von 316,78 Euro. Dieses Geld kann er sich erst mit der nächsten Einkommensteuererklärung zurückholen.

    Für 2017 ergeben sich wegen des veränderten Steuertarifverlaufs und eines höheren Zusatzbeitrags in der Krankenversicherung geringfügig andere Zahlen.

    Diese Unterlagen brauchen Sie

    Je nachdem, ob Sie erstmals einen Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung stellen oder ob Sie Ihren bestehenden Antrag ändern wollen, müssen Sie unterschiedliche Formulare ausfüllen.

    • Wenn Sie erstmals einen Freibetrag für das Kalenderjahr 2017 beantragen oder sich Ihr für das vergangene Kalenderjahr gültiger Freibetrag erhöht, verwenden Sie den amtlichen Vordruck „Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung“. Den Antrag für die Kalenderjahre 2017/2018 können Sie noch bis Ende November 2017 stellen.
    • Diesen ausführlichen Antrag müssen Sie auch ausfüllen, wenn Sie als Ehepaar die Steuerklassenkombination IV/IV mit Faktor wünschen. Den Faktor erhalten Sie aber jeweils nur für ein Jahr. Sie müssen ihn jedes Jahr neu beantragen. Ab 2018 geht dies nicht mehr über den Lohnsteuer-Ermäßigungsantrag. Stattdessen müssen Sie einen Antrag auf Steuerklassenwechsel stellen.
    • Wenn Sie als Ehepaar die Steuerklassen ändern möchten, können Sie das grundsätzlich einmal im Jahr beantragen. Dafür müssen Sie den „Antrag auf Steuerklassenwechsel bei Ehegatten/Lebenspartnern“ ausfüllen und gemeinsam unterschreiben. Ab 2018 kann jedoch ein Partner mit der Steuerklasse III oder V auch alleine einen Wechsel in die Klasse IV beantragen. Das gilt dann für beide Partner.
    • Wollen Sie 2017 höchstens den Freibetrag beantragen, der für das Kalenderjahr 2016 ermittelt wurde? Oder möchten Sie nur die Zahl der Kinderfreibeträge oder die Steuerklasse I in II ändern lassen? Dann brauchen Sie nur den zweiseitigen amtlichen Vordruck „Vereinfachter Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung 2017“, den Sie im „Formular-Management des Bundesfinanzministeriums“ finden. Ab 2018 ist der vereinfachte Antrag im Hauptvordruck integriert.
    • Für Anträge ab 2018 gibt es neu gestaltete Formulare, die jetzt ähnlich gestaltet sind wie die für die Steuererklärung. Sie müssen den Hauptvordruck und nur die Anlagen ausfüllen, die Sie für den Antrag benötigen. Es gibt die Anlage Kinder, Anlage Werbungskosten und die Anlage Sonderausgaben/außergewöhnliche Belastungen.
    • Den Antrag müssen Sie auf der ersten Seite des Hauptvordrucks unterschreiben.

    Steuerklassenkombination IV mit Faktor

    Ehepaare und eingetragene Lebenspartnerschaften können anstelle der Steuerklassenkombination III/V beantragen, dass sie die Eintragung der Steuerklassenkombination IV/IV in Verbindung mit einem Faktor bekommen. Beim Faktorverfahren werden Freibeträge in die Berechnung des Faktors einbezogen. Das Faktorverfahren können Sie mit einem „Antrag auf Steuerklassenwechsel bei Ehegatten/Lebenspartnern“ beantragen.

    Die Formulare können Sie direkt am Bildschirm ausfüllen oder sich als leere PDF-Datei herunterladen. Beachten Sie bitte, dass Sie das Formular unterschreiben müssen. Daher können Sie es nicht einfach per E-Mail schicken. Das Finanzamt akzeptiert folgende drei Möglichkeiten, damit das ausgefüllte ausgedruckte und unterschriebene Formular korrekt ankommt: Entweder Sie versenden es per Post oder Sie gehen beim Finanzamt vorbei und erledigen die Sache persönlich. Alternativ können Sie einen Bevollmächtigten schicken, der sich ausweisen muss und dem Sie vorher schriftlich eine formlose Vollmacht erteilt haben. Bei Ehepaaren und Verpartnerten muss bei einer persönlichen Antragstellung nur einer von beiden Partnern anwesend sein, wenn beide den Antrag unterschrieben haben.

    Wer den Antrag zum ersten Mal stellt, muss seine Angaben glaubhaft machen und – soweit vorhanden – entsprechende Nachweise (zum Beispiel den Ausbildungsnachweis eines Kindes) vorlegen. Beim vereinfachten Antrag verlangt das Finanzamt nicht erneut Nachweise über Ihre Aufwendungen, wenn Sie versichern, dass sich nichts Wesentliches geändert hat.

    Sonderfall Grenzgänger

    Der sechsseitige Antrag ist auch für Arbeitnehmer vorgesehen, die nicht in Deutschland wohnen, wenn

    • deren Einkünfte mindestens zu 90 Prozent der deutschen Einkommensteuer unterliegen oder
    • die nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegenden Einkünfte nicht mehr als den Grundfreibetrag (2015: 8.472 Euro; 2016: 8.652 Euro; 2017: 8.820 Euro; 2018: 9.000 Euro) betragen. Dieser Betrag wird gegebenenfalls nach den Verhältnissen Ihres Wohnsitzstaates gemindert.

    Gehören Sie zur Gruppe dieser sogenannten Grenzpendler, müssen Sie Ihrem Antrag auch die „Anlage Grenzpendler EU/EWR“ oder die „Anlage Grenzpendler außerhalb EU/EWR“ beifügen.

    Steuererklärung ist Pflicht

    Wenn das Finanzamt Ihnen aufgrund Ihres Antrags einen Steuerfreibetrag gewährt, müssen Sie für das abgelaufene Jahr unaufgefordert eine Einkommensteuererklärung abgeben. Von dieser Verpflichtung gibt es drei Ausnahmen:

    Nur die Zahl Ihrer Kinderfreibeträge hat sich geändert.

    Ihr im Kalenderjahr insgesamt erzielter Arbeitslohn übersteigt 2016 nicht 11.000 Euro (bei zusammenveranlagten Ehepaaren/Lebenspartnern 20.900 Euro).

    Alleinerziehende

    Wer Anspruch auf den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende (Steuerklasse II) hat, muss dem Finanzamt umgehend mitteilen, wenn die Voraussetzungen dafür wegfallen. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Sie einen Partner haben, der bei Ihnen einzieht. Der Entlastungsbetrag wurde rückwirkend für das Jahr 2015 auf 1.908 Euro erhöht. Alleinerziehenden Arbeitnehmern mit mindestens zwei Kindern steht ab dem zweiten Kind ein Zuschlag zum Entlastungsbetrag von 240 Euro je Kind zu. Auch diesen können Sie mit einem Lohnsteuer-Ermäßigungsantrag beantragen, falls dies noch nicht berücksichtigt ist. Alternativ holen Sie sich den kompletten Entlastungsbetrag, indem Sie in Ihrer Steuererklärung die entsprechenden Felder in der Anlage Kind ausfüllen.

    Freibeträge für Menschen mit Behinderungen und Hinterbliebene

    Beeinträchtigte Menschen können wegen der mit ihrer Behinderung zusammenhängenden erhöhten Aufwendungen einen nach dem Grad der Behinderung gestaffelten Pauschbetrag als Freibetrag im Lohnsteuerabzugsverfahren geltend machen (§ 33b Absatz 3 EStG). Alternativ können sie die Pauschbeträge im Rahmen der Veranlagung zur Einkommensteuer ansetzen. Auch die Pauschbeträge für behinderte Menschen und Hinterbliebene fließen in die Elstam ein.

    Den Freibetrag für behinderte Menschen müssen Sie deshalb nur dann neu beantragen, wenn der Gültigkeitszeitraum abgelaufen ist oder sich der Grad der Behinderung geändert hat. Falls ein solcher Pauschbetrag Ihrem Kind zusteht und auf Sie übertragen werden soll, setzt auch das einen neuen Antrag voraus.

    Pauschbeträge für Behinderte

    Quelle: § 33b Absatz 3 Einkommensteuergesetz, Stand: Oktober 2015

    Beträgt Ihr Grad der Behinderung weniger als 50, aber mindestens 25, steht Ihnen der jeweilige Pauschbetrag unter diesen weiteren Voraussetzungen zu:

    • Sie haben wegen einer Behinderung einen gesetzlichen Anspruch auf Rente (zum Beispiel Unfallrente, nicht aber aus der gesetzlichen Rentenversicherung) oder andere laufende Bezüge.
    • Oder Ihre Behinderung hat zu einer dauernden Einbuße der körperlichen Beweglichkeit geführt oder beruht auf einer typischen Berufskrankheit.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Diese Papiere reichen Sie ein

    Als Nachweise akzeptiert das Finanzamt:

    • bei einem Grad der Behinderung von 50 oder mehr: Schwerbehindertenausweis oder Bescheid des Versorgungsamts.
    • bei einem Grad der Behinderung von zwischen 25 und 50: Bescheinigung des Versorgungsamts oder Rentenbescheid.

    Besonderheiten für blinde und hilflose Menschen

    Blinde (BI) und dauernd hilflose behinderte Menschen (H) erhalten – unabhängig vom Grad ihrer Behinderung – einen Pauschbetrag von 3.700 Euro jährlich. Als Nachweise erkennt die Finanzverwaltung entweder einen Schwerbehindertenausweis mit den Merkzeichen Bl oder H an. Beim Merkmal H reicht ab 2017 auch ein Bescheid über die Einstufung in die Pflegegrade 4 und 5.

    Außergewöhnliche Belastungen

    Der Pauschbetrag für behinderte Menschen soll nur die laufenden und typischen Aufwendungen für die Hilfe bei den gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens, für die Pflege sowie für einen erhöhten Wäschebedarf abgelten. Das sind Aufwendungen, die behinderten Menschen erfahrungsgemäß durch ihre Krankheit beziehungsweise Behinderung entstehen und deren alleinige behinderungsbedingte Veranlassung nur schwer nachzuweisen ist. Alle übrigen behinderungsbedingten Aufwendungen (etwa Operationskosten sowie Heilbehandlungen, Kuren, Arznei- und Arztkosten, Fahrtkosten) kann der Steuerpflichtige daneben als außergewöhnliche Belastungen berücksichtigen lassen – auch wenn er einen Pauschbetrag als Freibetrag im Lohnsteuerabzugsverfahren geltend macht (R 33b Einkommensteuer-Richtlinien).

    Der Pauschbetrag für Hinterbliebene beträgt 370 Euro jährlich. Davon profitieren Menschen, denen laufende Hinterbliebenenbezüge bewilligt worden sind, zum Beispiel nach dem Bundesversorgungsgesetz oder aus der gesetzlichen Unfallversicherung.

    Helfer für die Steuererklärung

    Weitere Tipps

    Der „Kleine Ratgeber für Lohnsteuerzahler 2017", den die obersten Finanzbehörden der Länder auf ihren Internetseiten zur Verfügung stellen, enthält weitere Hinweise. Darin finden sich unter anderem diese Tipps:

    Freibetrag auf mehrere Dienstverhältnisse aufteilen

    Ob und in welcher Höhe Ihr Arbeitgeber einen beantragten und vom Finanzamt ermittelten Freibetrag bei Steuerklasse VI abrufen soll, können Sie selbst entscheiden. Allein für eine solche Verteilung auf die einzelnen Dienstverhältnisse ist kein Antrag beim Finanzamt erforderlich. Sie müssen Ihrem Arbeitgeber lediglich zusätzlich zu Steueridentifikationsnummer und Geburtsdatum den abzurufenden Freibetrag mitteilen.

    Soll ein aus anderen Gründen (etwa wegen erhöhter Werbungskosten) gebildeter Freibetrag auf mehrere Dienstverhältnisse aufgeteilt werden, ist ein formloser Antrag beim Finanzamt erforderlich. Das Finanzamt ordnet die Freibetragsanteile den einzelnen Dienstverhältnissen zu. Sie müssen dem Arbeitgeber in diesem Fall weder Angaben zur Anwendung des Freibetrags machen noch dessen Höhe mitteilen.

    Kinder berücksichtigen lassen

    Im Rahmen des Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahrens können Sie Kinder, die zu Beginn des Kalenderjahres 2018 das 18. Lebensjahr vollendet haben und die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen, berücksichtigen lassen. Einen Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung sollten Sie stellen, wenn für das Kalenderjahr 2018 Kinderfreibeträge berücksichtigt werden sollen für

    • vor dem 2. Januar 1999 geborene Kinder,
    • nicht in Ihrer Wohnung gemeldete minderjährige Kinder oder
    • Pflegekinder

    und diese Kinder nicht bereits im Ermäßigungsverfahren für das Kalenderjahr 2017 berücksichtigt worden sind.

    Mitteilungspflicht bei Änderungen

    Wenn die genehmigte Lohnsteuer-Ermäßigung nicht mehr der Realität entspricht, dann sind Sie verpflichtet, dies dem Finanzamt mitzuteilen. Das gilt beispielsweise, falls Sie nach einem Jobwechsel eine geringere Entfernungspauschale haben, Sie die doppelte Haushaltsführung aufgeben oder Sie keinen Unterhalt mehr zahlen müssen. Auch wenn der Sonderfreibetrag für auswärts wohnende Kinder in der Ausbildung oder der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende Ihnen nicht mehr zusteht, müssen Sie das dem Finanzamt unverzüglich mitteilen.

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    Artikel verfasst von

    Finanztip-Experte für Steuern

    Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

    freie Finanztip-Mitarbeiterin (bis 2015)

    Als freie Mitarbeiterin hat Sabine Himmelberg auf Finanztip zum Thema Steuern geschrieben. Sie blickt auf mehr als zwanzig Jahre Redaktionsarbeit im Steuerrecht zurück. Als spezialisierte Fachjournalistin deckt Sabine Himmelberg ein breites inhaltliches Spektrum für Publikationen namhafter Fachverlage ab. Nach ihrem Magisterabschluss an der Universität zu Köln trat sie in die Redaktion des Deubner Verlags ein, der Informationen für Rechtsanwälte und Steuerberater herausgibt und der WEKA-Gruppe angehört. Sie leitete dort drei Jahre lang die Redaktion Steuern.

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