Günstigerprüfung abgeltungssteuer

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    Was ist die GГјnstigerprГјfung?

    Eine Günstigerprüfung wird vom Finanzamt durchgeführt, um bei mehreren Wahlmöglichkeiten die jeweils beste Variante für einen Steuerpflichtigen festzustellen. Dabei ist zu unterscheiden zwischen automatischen Günstigerprüfungen, die von Amts wegen durchgeführt werden, und von beantragten Günstigerprüfungen, die erst auf Wunsch des Steuerpflichtigen ermittelt werden. In beiden Fällen wird die festgestellte beste Variante bei der Berechnung der Steuer zugrundegelegt.

    In diesen Fällen führt das Finanzamt automatisch eine Günstigerprüfung durch

    Automatisch GГјnstigerprГјfungen werden u. a. durchgefГјhrt

    • beim Familienleistungsausgleich: Hier ГјberprГјft das Finanzamt mit einer Vergleichsrechnung, ob der Steuerpflichtige besser fГ¤hrt mit der Zahlung von Kindergeld oder mit der Steuerermäßigung aufgrund von KinderfreibetrГ¤gen.
    • bei der Entfernungspauschale: Hier wird ГјberprГјft, ob die Entfernungspauschale von 30 Cent pro Kilometer oder die tatsГ¤chlichen Kosten eine hГ¶here Steuerermäßigung bewirken.
    • bei der Riester-Rente: Hier wird kontrolliert, ob die "Riester-Zulage" oder der Steuervorteil durch einen mГ¶glichen Sonderausgabenabzug fГјr den Steuerpflichtigen von Vorteil ist. – Bei der RГјrup-Rente: Das Finanzamt ГјberprГјft in diesem Fall bis zum Jahr 2019, ob der Steuervorteil nach dem bis 2005 geltenden Recht oder nach dem neuen Recht ab 2005 gГјnstiger ist.

    In diesem Fall können Sie eine Günstigerprüfung beantragen

    Für Sie als Steuerpflichtiger interessanter ist der Fall, bei dem Sie eine Günstigerprüfung beantragen, um eventuell in den Genuss von Steuererleichterung zu kommen. Seit dem Jahr 2009 betrifft dies mit der Einführung der Abgeltungssteuer zum Beispiel die Besteuerung Ihrer Kapitalerträge. Hier können Sie mit Hilfe einer Günstigerprüfung klären lassen, ob die Angabe von Kapitalerträgen in das zu versteuernde Einkommen zu einem für Sie günstigeren Ergebnis als der Abzug durch die Abgeltungsteuer führt.

    Für den Fall, dass Ihr persönlicher Steuersatz unter 25 Prozent liegt, winkt eine Rückerstattung. Fällt Ihr persönlicher Steuersatz jedoch höher als 25 Prozent aus, bleibt es bei der einbehaltenen Abgeltungsteuer.

    Beachten Sie jedoch, dass die Günstigerprüfung in diesem Fall auch einen Haken hat. Denn selbst wenn die Prüfung ergibt, dass alles beim Alten bleibt, fordert das Finanzamt oft Solidaritätszuschlag nach.

    Das Finanzamt addiert nämlich die Abgeltungsteuer zu Ihrer Einkommensteuerschuld dazu und ermittelt aus dieser Summe den Solidaritätszuschlag. Gegen dieses Vorgehen des Finanzamts können Sie sich mit einem Einspruch und dem Zurückziehen Ihres Antrags auf Günstigerprüfung zur Wehr setzen.

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    GГјnstigerprГјfung: Finanzamt sucht gГјnstigste Variante

    Was bringt dem Steuerzahler mehr Geld? Das findet das Finanzamt bei einer GГјnstigerprГјfung heraus.

    Zu den Aufgaben des Finanzamtes gehört die Günstigerprüfung. Das heißt: Der Finanzbeamte prüft, was für den Steuerzahler günstiger ist – also steuerlich größere Vorteile bringt. Der Fiskus führt vor allem in diesen vier Fällen eine Günstigerprüfung durch:

    • Kindergeld oder Kinderfreibetrag
    • Riester-Rente: Sonderausgabenabzug oder staatliche Zulage
    • Pendeln: Entfernungspauschale oder tatsГ¤chliche Kosten bei Г¶ffentlichen Verkehrsmitteln
    • KapitalertrГ¤ge: Abgeltungssteuer oder Besteuerung mit dem individuellen Steuersatz

    Kindergeld oder Kinderfreibetrag

    Familien bekommen entweder Kindergeld oder den Kinderfreibetrag. Das Kindergeld wird monatlich überwiesen, der Kinderfreibetrag ist eine jährliche Rechengröße in Höhe von 7.356 Euro für ein Elternpaar. Da Eltern nur eine Form der Steuererleichterung erhalten, führt das Finanzamt eine Günstigerprüfung durch. In unserem Artikel Wie funktioniert das mit dem Kinderfreibetrag? zeigen wir Ihnen anhand unserer Beispielrechnung, wie das im Detail funktioniert.

    Riester-Rente: Sonderausgabenabzug oder staatliche Zulagen

    Als Riester-Sparer können Sie während der Ansparphase Ihre selbst gezahlten Beiträge sowie die staatliche Zulage jedes Jahr als Sonderausgabe in Ihrer Steuererklärung geltend machen – und zwar bis maximal 2.100 Euro. Allerdings ergibt erst die Günstigerprüfung, ob der Fiskus Ihre Beiträge tatsächlich als Sonderausgabe anerkennt:

    • Der Sonderausgabenabzug findet nicht statt, wenn die Steuerersparnis niedriger ist als die Zulage.

    Erfahren Sie hier mehr zum Thema Riester-Rente: Was ist die Riester-Rente?

    Pendeln: Entfernungspauschale oder tatsächliche Kosten

    Fahren Sie als Berufspendler den täglichen Weg zur Arbeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, muss der Finanzbeamte prüfen, ob die Entfernungspauschale oder die tatsächlichen Kosten für Sie günstiger sind. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in unserem Überblick Fahrtkosten: Das müssen Sie wissen.

    Kapitalerträge: Abgeltungssteuer oder persönlicher Steuersatz

    Liegt Ihr persönlicher Steuersatz unter 25 Prozent – also unter dem Prozentsatz der Abgeltungssteuer – können Sie beim Fiskus eine Günstigerprüfung beantragen. Zu viel bezahlte Steuern erhalten Sie dann vom Finanzamt zurück. Dafür müssen Sie in der Anlage KAP auf Seite 1 die Günstigerprüfung beantragen. Unser Artikel Wie funktioniert die Abgeltungssteuer? erklärt Ihnen, wann sich die Günstigerprüfung lohnt.

    Beim Kindergeld bzw. dem Kinderfreibetrag, beim Sonderausgabenabzug der Riester-Rente, und der Entfernungspauschale fГјhrt das Finanzamt die GГјnstigerprГјfung automatisch durch. Nur bei den KapitalertrГ¤gen mГјssen Sie die GГјnstigerprГјfung bei derВ Abgabe derВ SteuererklГ¤rung beantragen. Setzen Sie einfach den entsprechenden Haken auf Seite 1 der Anlage KAP.В

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    Die Günstigerprüfung in der Anlage KAP

    In Zeile 4 der Anlage KAP der Steuererklärung räumt das Finanzamt seit 2009 und damit seit Einführung der Abgeltungsteuer die Möglichkeit ein, eine sogenannte Günstigerprüfung durchführen zu lassen.

    Dadurch soll eine Ungerechtigkeit, die durch die Veränderung der Rechtslage von 2008 zu 2009 zu Lasten des Steuerpflichtigen entstanden ist, beseitigt werden.

    Die Günstigerprüfung wird vom Finanzamt für die Kapitaleinkünfte ausschließlich nach Eintrag – also durch Setzen des Kreuzes in Zeile 4 – durchgeführt.

    Was genau ist eine Günstigerprüfung?

    Das Steuerrecht kennt eine Günstigerprüfung aus unterschiedlichen Gründen. Im Rahmen der Riester-Rente nimmt das Finanzamt diese beispielsweise automatisch vor, um zu entscheiden, ob es für den Steuerpflichtigen günstiger, d.h. finanziell vorteilhafter, ist, wenn der Staat statt direkter Zuschüsse Steuerermäßigungen gewährt.

    Wird die Günstigerprüfung für Kapitaleinkünfte durchgeführt, prüft das Finanzamt, ob es finanziell vorteilhafter ist, wenn der Steuerpflichtige seiner Steuerpflicht nicht über die Abgeltungssteuer nachkommt, sondern die Einkünfte in seine regulären Einkünfte einbezieht.

    Wann lohnt sich die Günstigerprüfung?

    Die Günstigerprüfung lohnt sich immer dann, wenn die Summe der Steuern aus Abgeltungssteuer auf die Kapitaleinkünfte sowie Lohn- bzw. Einkommensteuer auf die sonstigen Einkünfte höher ist als die Lohn- und Einkommensteuer auf alle Einkünfte – also inklusive der Kapitaleinkünfte. Als Richtwert kann man einen Grenzsteuersatz von 25 Prozent ansehen.

    Zahlt man diesen oder mehr, so ist die Günstigerprüfung von Vorteil und sollte deshalb durch das Finanzamt durchgeführt werden. Für Alleinstehende wird dieser Wert bereits ab einem zu versteuerndem Einkommen in der Höhe von 15.700 Euro erreicht.

    Ganz oder gar nicht

    Hat man Kapitalerträge aus unterschiedlichen Quellen erwirtschaftet, so ist es häufig der Fall, dass es sich in der Steuererklärung am vorteilhaftesten auswirken würde, wenn man einige in den normalen Steuertarif einbeziehen dürfte, andere jedoch weiterhin durch die Abgeltungsteuer beglichen werden.

    Dieser Variante hat der Gesetzgeber allerdings einen Riegel vorgeschoben: Die Prüfung wird entweder für alle Einkünfte aus Kapitalvermögen durchgeführt oder überhaupt nicht.

    Ehepaare müssen die Anlage KAP doppelt abgeben

    Ehepaare müssen die Anlage KAP der Steuererklärung stets doppelt abgeben. Dies gilt auch dann, wenn sie nur eine Steuererklärung machen müssen, weil sie gemeinsam veranlagt werden.

    In diesem Fall werden die Einkünfte zwar gemeinsam berechnet, aber das Amt muss trotzdem anhand der doppelten Anlagen die genauen Quellen der diesbezüglichen Kapitalerträge nachprüfen können.

    Hat ein Partner keine Kapitalerträge erzielt, so hat er eine leere Anlage abzugeben, die ihn lediglich als die Person ausweist, welche die Erklärung abgegeben hat.

    Источники: http://www.steuern.de/guenstigerpruefung.html, http://www.vlh.de/wissen-service/steuer-nachrichten/guenstigerpruefung-finanzamt-sucht-guenstigste-variante.html, http://www.steuerklassen.com/steuererklaerung/anlage-kap/die-guenstigerpruefung-in-der-anlage-kap/

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