Günstigerprüfung beispiel

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    Günstigerprüfung

    Was ist eine Günstigerprüfung?

    Wer als Anleger Kapitalerträge erzielt, zum Beispiel in Form von Zinsen für ein Tagesgeldkonto oder auf andere Art und Weise, muss dafür Steuern zahlen. Seit dem 1. Januar 2009 gilt für solche Fälle die sogenannte Abgeltungssteuer. In dem entsprechenden Gesetz ist geregelt, dass alle Erträge aus Kapitalvermögen, die den Freibetrag (801 Euro für Alleinstehende bzw. 1602 Euro für Verheiratete) überschreiten, mit einem Steuersatz von 25 Prozent belegt werden. Zudem fallen noch der Solidaritätszuschlag sowie gegebenenfalls die Kirchensteuer an, so dass man als Anleger im Endeffekt bis zu 28,6 Prozent Steuern auf Kapitalerträge zahlen muss.

    Vor der Einführung der Abgeltungssteuer galt eine andere Regelung. Bis zum Jahr 2008 wurden Kapitalerträge, die die entsprechenden Freibeträge überschritten, entweder ganz oder zum Teil mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. Bei Zinsen, Dividenden und ähnlichen Erträgen musste dabei die gesamte Summe versteuert werden, bei Kursgewinnen aus dem Verkauf von Wertpapieren nur die Hälfte.

    Einkommen muss im Einzelfall betrachtet werden

    Damit es durch die neu eingeführte Abgeltungssteuer nicht dazu kam, dass manche Anleger im Vergleich zu vorher schlechter gestellt wurden, wurde zeitgleich die sogenannte Günstigerprüfung eingeführt. Diese ist im § 32 d Abs. 6 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes geregelt. Eine solche Günstigerprüfung kann immer dann beim Finanzamt beantragt werden, wenn der persönliche Steuersatz bei der Einkommensteuer geringer ist als die Höhe der Abgeltungssteuer. Eine solche Günstigerprüfung ist im Steuerrecht auch noch für einige andere Fälle vorgesehen. Einige Beispiele dafür sind etwa das Kindergeld oder der Sonderabgabenauszug im Rahmen der Riester-Rente.

    Höhe und Steuerklasse sind wichtig

    Mit Blick auf die Abgeltungssteuer ist zum einen die Höhe des eigenen Einkommens wichtig, zum anderen natürlich die Steuerklasse. Wer zum Beispiel als Single ohne Kinder in Steuerklasse I eingestuft ist, erreicht bereits bei einem zu versteuernden Einkommen von um die 15.000 Euro einen Steuersatz von 25 Prozent. Wer hingegen verheiratet und Alleinverdiener ist, kann selbst ohne Kinder bis zu 30.000 Euro verdienen, bevor dieser Satz erreicht wird. Wenn Kinder steuerlich zu berücksichtigen sind, erhöhen sich die Freibeträge noch weiter, so dass das eigene Einkommen noch höher liegen darf, bevor der Steuersatz von 25 Prozent erreicht wird.

    Günstigerprüfung beim Finanzamt beantragen

    Wer als Steuerzahler eine Günstigerprüfung durch das Finanzamt durchführen lassen möchte, muss sämtliche Erträge aus Kapitalanlagen in der Anlege KAP der Einkommensteuererklärung angeben. Bei gemeinsam veranlagten Eheleuten muss die Anlage KAP auf jeden Fall von beiden Partnern ausgefüllt werden. Beantragt wird die Günstigerprüfung, indem man den entsprechenden Vermerk in Ziffer 1 in Zeile 4 der Anlage KAP setzt.

    Sollte im Rahmen der Günstigerprüfung festgestellt werden, dass der Abgeltungssteuersatz höher liegt als die Besteuerung mit dem persönlichen Einkommensteuersatz, werden die schon zuvor von der Bank an das Finanzamt überwiesenen Beträge im Rahmen Abgeltungssteuer angerechnet. Sie werden mit einer eventuellen Einkommensteuerschuld verrechnet oder an den Steuerpflichtigen zurückerstattet.

    Alles in allem lohnt sich eine Günstigerprüfung vor allem für Anleger, die relativ über hohe Einkünfte aus Kapitalanlagen verfügen, aber gleichzeitig nur ein vergleichsweise geringes Einkommen aus selbständiger oder nichtselbständiger Arbeit haben. Oft ist dies bei Rentnern oder Pensionären der Fall, deren Einkommen nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Erwerbsleben deutlich geringer als zuvor ist. Auch für den Fall, dass man zum Beispiel durch mehrere Kinder oder andere Faktoren hohe Freibeträge bei der Einkommensteuer hat, lohnt sich eine Günstigerprüfung in aller Regel.

    Kinderfreibetrag oder Kindergeld – Günstigerprüfung

    Beim Kinderfreibetrag handelt es sich steuerrechtlich um einen Betrag, der bei der Versteuerung des Einkommens der Eltern nicht berücksichtigt wird, also nicht besteuert wird. Er stellt in diesem Sinne keine Art der Kinderförderung dar, sondern ist lediglich Ausfluss des Prinzips der Steuergerechtigkeit. Wie das Kindergeld, dient er zum größten Teil nicht als eine Art Sozialleistung, sondern als Ausgleichs- oder Entschädigungsleistung (Ausgleichszahlung) des Staates für die Versteuerung des Einkommens der Steuerpflichtigen und damit des Existenzminimums der Kinder. Sowohl der Kinderfreibetrag als auch das Kindergeld können als Steuerungsmaßnahmen der Familienförderung angesehen werden.

    Unterschied Kindergeld und Kinderfreibetrag

    Im Wesentlichen unterscheiden sich Kindergeld und Kinderfreibetrag dahingehend, dass das Kindergeld monatlich an die Eltern ausgezahlt wird, wohingegen der Kinderfreibetrag als, wie der Name schon sagt, als Freibetrag bei der steuerlichen Veranlagung gewährt wird.

    Günstigerprüfung ob Kindergeld oder Kinderfreibetrag

    Das Finanzamt nimmt bei der Prüfung, ob das Kindergeld oder der Kinderfreibetrag gewährt wird, die sogenannte Günstigerprüfung automatisch vor, ohne dass seitens der Eltern ein Antrag gestellt werden muss.

    Im Rahmen der Einkommensteuererklärung der Eltern werden der Kinderfreibetrag und das Kindergeld derart gegenüber gestellt, dass für die steuerpflichtigen Eltern das finanziell günstigere Modell berücksichtigt wird.

    Das bedeutet, dass für die Steuerpflichtigen der Kinderfreibetrag nur wirksam wird, wenn das Finanzamt im Rahmen der Günstigerprüfung feststellt, dass der Bezug von Kindergeld für die Eltern finanziell nachteiliger wäre.

    Rechtsgrundlagen zum Kinderfreibetrag

    Die rechtliche Grundlage für den Familienleistungsausgleich findet sich in § 31 EStG, der den Verweis auf den Kinderfreibetrag in § 32 Abs. 6 EStG beinhaltet.

    Grundsätzlich kommt einem steuerpflichtigen Elternteil bei der Veranlagung der Einkommensteuer gemäß § 32 Abs. 6 EStG pro zu berücksichtigendem Kind ein Kinderfreibetrag in Höhe von 2.184 Euro jährlich zugute. Dieser dient der Sicherstellung des sächlichen Existenzminimums des Kindes.

    Neben diesem sächlichen Existenzminimum steht dem Steuerpflichtigen zusätzlich ein Freibetrag für Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf des Kindes zu. Dieser beträgt 1.320 Euro. Die Steuerlast verringert sich durch diese Freibeträge, da das zu versteuernde Einkommen durch diese reduziert wird.

    Kinderfreibetrag bei Ehegatten

    Für Ehegatten, die gemeinsam steuerlich veranlagt werden, verdoppelt sich der Betrag, der sich aus dem sächlichen Existenzminimum in Höhe von 2.184 Euro und aus dem Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- sowie Ausbildungsbedarf in Höhe von 1.320 Euro ergibt, auf insgesamt 7.008 Euro jährlich für beide Ehegatten.

    Positive Auswirkung des Kinderfreibetrages

    Zum Zuge kommt der Kinderfreibetrag bei steuerpflichtigen Eltern, deren Besteuerung nach der Splitting-Tabelle vorgenommen wird, erst ab einem zu versteuernden Einkommen in Höhe von ca. 63.500€, bei der Besteuerung nach der Grundtabelle erst ab einem Betrag in Höhe von 33.500€. Hält sich das Einkommen unter diesen Beträgen, ist es für Steuerpflichtige finanziell günstiger, das Kindergeld zu beziehen. Das bedeutet praktisch, dass sich der Kinderfreibetrag bei zwei steuerpflichtigen verheirateten Elternteilen lohnt, deren Besteuerung zusammen veranlagt wird und die insgesamt ein Einkommen von über 63.500€ haben. Bei Ehegatten und Alleinstehenden, die getrennt nach der Grundtabelle besteuert werden, lohnt sich der Kinderfreibetrag erst ab einem Einkommen in Höhe von 33.500€.

    Beispielberechnung

    Zu versteuerndes Einkommen eines Verheirateten: 64.000,00€

    Einkommenssteuer: 12.206 Euro

    Solidaritätszuschlag: 671,33 Euro

    Summe der Abgaben: 12.877,33 Euro

    Versteuerung mit Kinderfreibetrag in Höhe von 7.008 Euro: 56.992 Euro

    Einkommenssteuer: 10.312 Euro

    Solidaritätszuschlag: 567,16 Euro

    Summe der Abgaben: 10.879,16 Euro

    Steuerersparnis aus Kinderfreibetrag: 1.998,17 Euro

    Anrechnung Kindergeld: 2.208 Euro

    Der Betrag des Kindergeldes ist hier um 209,83 Euro höher als der sich aus dem Kinderfreibetrag ergebende Steuervorteil. Hier würde das Finanzamt dem Günstigerprinzip Rechnung tragend das Kindergeld ungefragt gewähren, da es für die Steuerpflichtigen finanziell günstiger ist.

    Dauer des Kinderfreibetrages

    Die Laufzeit des Kinderfreibetrags läuft ebenso lange, wie der Anspruch auf Kindergeld bestehen würde. Änderungen nimmt das Finanzamt nur vor, wenn sich aufgrund der Änderung des zu versteuernden Einkommens ergeben würde, dass der Bezug von Kindergeld für die Steuerpflichtigen günstiger ist.

    Getrennt lebende oder geschiedene Ehegatten

    Zwar steht getrennt lebenden oder dauernd geschiedenen Ehegatten der Kinderfreibetrag je zur Hälfte zu. Diesbezüglich ist es möglich, dass ein geschieden oder getrennt lebender Elternteil beim Finanzamt beantragt, dass der auf den anderen Elternteil entfallende Kinderfreibetrag auf ihn selbst übertragen wird. Dies geht aber nur, wenn gegenüber dem Kind seine Verpflichtung zum Unterhalt zumindest zu 75% erfüllt, der andere Elternteil seinen Unterhaltsverpflichtungen jedoch nicht nachkommt. Sowohl Kinderfreibetrag als auch der Freibetrag für Betreuungs- Erziehungs- und Ausbildungsbedarf wird dann übertragen.

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    Was ist die GГјnstigerprГјfung?

    Eine Günstigerprüfung wird vom Finanzamt durchgeführt, um bei mehreren Wahlmöglichkeiten die jeweils beste Variante für einen Steuerpflichtigen festzustellen. Dabei ist zu unterscheiden zwischen automatischen Günstigerprüfungen, die von Amts wegen durchgeführt werden, und von beantragten Günstigerprüfungen, die erst auf Wunsch des Steuerpflichtigen ermittelt werden. In beiden Fällen wird die festgestellte beste Variante bei der Berechnung der Steuer zugrundegelegt.

    In diesen Fällen führt das Finanzamt automatisch eine Günstigerprüfung durch

    Automatisch GГјnstigerprГјfungen werden u. a. durchgefГјhrt

    • beim Familienleistungsausgleich: Hier ГјberprГјft das Finanzamt mit einer Vergleichsrechnung, ob der Steuerpflichtige besser fГ¤hrt mit der Zahlung von Kindergeld oder mit der Steuerermäßigung aufgrund von KinderfreibetrГ¤gen.
    • bei der Entfernungspauschale: Hier wird ГјberprГјft, ob die Entfernungspauschale von 30 Cent pro Kilometer oder die tatsГ¤chlichen Kosten eine hГ¶here Steuerermäßigung bewirken.
    • bei der Riester-Rente: Hier wird kontrolliert, ob die "Riester-Zulage" oder der Steuervorteil durch einen mГ¶glichen Sonderausgabenabzug fГјr den Steuerpflichtigen von Vorteil ist. – Bei der RГјrup-Rente: Das Finanzamt ГјberprГјft in diesem Fall bis zum Jahr 2019, ob der Steuervorteil nach dem bis 2005 geltenden Recht oder nach dem neuen Recht ab 2005 gГјnstiger ist.

    In diesem Fall können Sie eine Günstigerprüfung beantragen

    Für Sie als Steuerpflichtiger interessanter ist der Fall, bei dem Sie eine Günstigerprüfung beantragen, um eventuell in den Genuss von Steuererleichterung zu kommen. Seit dem Jahr 2009 betrifft dies mit der Einführung der Abgeltungssteuer zum Beispiel die Besteuerung Ihrer Kapitalerträge. Hier können Sie mit Hilfe einer Günstigerprüfung klären lassen, ob die Angabe von Kapitalerträgen in das zu versteuernde Einkommen zu einem für Sie günstigeren Ergebnis als der Abzug durch die Abgeltungsteuer führt.

    Für den Fall, dass Ihr persönlicher Steuersatz unter 25 Prozent liegt, winkt eine Rückerstattung. Fällt Ihr persönlicher Steuersatz jedoch höher als 25 Prozent aus, bleibt es bei der einbehaltenen Abgeltungsteuer.

    Beachten Sie jedoch, dass die Günstigerprüfung in diesem Fall auch einen Haken hat. Denn selbst wenn die Prüfung ergibt, dass alles beim Alten bleibt, fordert das Finanzamt oft Solidaritätszuschlag nach.

    Das Finanzamt addiert nämlich die Abgeltungsteuer zu Ihrer Einkommensteuerschuld dazu und ermittelt aus dieser Summe den Solidaritätszuschlag. Gegen dieses Vorgehen des Finanzamts können Sie sich mit einem Einspruch und dem Zurückziehen Ihres Antrags auf Günstigerprüfung zur Wehr setzen.

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    Источники: http://www.tagesgeldrechner.de/informationen/guenstigerpruefung/, http://www.kindergeld.info/kinderfreibetrag.html, http://www.steuern.de/guenstigerpruefung.html

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