Günstigste steuerklasse für verheiratete

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    Steuerklassen

    Mehr Netto im Monat mit der richtigen Steuerklasse

    • Zuletzt aktualisiert: 17. November 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bei Verheirateten oder eingetragenen Lebenspartnern kann sich eine geschickte Kombination der Lohnsteuerklassen positiv auswirken auf Arbeitslosen-, Kranken-, Mutterschafts- oder Elterngeld.
    • Ab 2018 werden Paare, die heiraten, automatisch in die Steuerklasse IV eingruppiert.
    • Ehegatten können verschiedene Kombinationen von Lohnsteuerklassen wählen. Durch eine günstige Zusammenstellung gibt es mehr Netto vom Gehalt.
    • Die Lohnsteuer ist immer eine Vorauszahlung. Die tatsächliche Steuerschuld wird erst errechnet, wenn Sie eine Steuererklärung abgeben. In den allermeisten Fällen lohnt es sich, eine Steuererklärung abzugeben. Im Durchschnitt erhalten Steuerzahler 900 Euro als Erstattung zurück.

    So gehen Sie vor

    • Zur Abgabe einer Steuererklärung sind Sie verpflichtet, wenn Sie die Kombination III/V oder IV/IV mit Faktorverfahren wählen.
    • Für das Faktorverfahren füllen den „Antrag auf Steuerklassenwechsel bei Ehegatten/Lebenspartnern“ aus.
    • Wer mit seiner Kombination unzufrieden ist, kann diese beim Finanzamt mit einem Antrag auf Steuerklasssenwechsel ändern. Bereits im Folgemonat muss der Arbeitgeber bei der Gehaltsabrechnung die neue Steuerklasse berücksichtigen.
    • Ab 2018 kann ein Ehegatte mit der Steuerklasse III oder V ohne Zustimmung seines Partners einen Wechsel der Steuerklasse beantragen. Beide haben dann die Klasse IV.
    • Im Jahr der Trennung können sich Paare noch gemeinsam veranlagen lassen und profitieren vom Splittingtarif für Verheiratete (Sondersplitting).

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Jeder hat bestimmt schon einmal gehört, dass Paare „aus Steuergründen“ heiraten. Aber was genau bedeutet das? In diesem Ratgeber erklären wir, wie Ehepaare oder eingetragene Lebenspartner mit der Wahl der richtigen Lohnsteuerklassen Geld sparen können.

    Was ist die elektronische Lohnsteuerkarte?

    Während es früher die klassische Lohnsteuerkarte aus Pappe gab, sind die steuerrelevanten Informationen eines Arbeitnehmers nun auf der elektronischen Lohnsteuerkarte gespeichert. Dazu gehören die Steuerklasse, Ihre Freibeträge und eine eventuelle Kirchensteuerpflicht. Man nennt das auch die „elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale“, kurz Elstam.

    Drei Klassenkombinationen für Ehepaare

    Vor allem Verheiratete und eingetragene Lebenspartner sollten sich mit den Lohnsteuerklassen auseinandersetzen, denn im Gegensatz zu Singles können sie wählen, zu welcher sie gehören wollen. Durch eine geschickte Kombination bekommen sie mehr Netto. Außerdem können optimale Lohnsteuerklassen das Arbeitslosen-, Kranken- und Mutterschaftsgeld erhöhen. Allerdings sind hier bestimmte Fristen einzuhalten. Mit dem Lohn- und Einkommensteuerrechner des Bundesfinanzministeriums lässt sich leicht herausfinden, welche Steuerklassenkombination am günstigsten ist.

    Berufstätige erhalten nach der Hochzeit zunächst automatisch die Steuerklassen IV und IV. Ab 2018 wird diese Zuordnung auf alle ausgeweitet, die heiraten. Das heißt, selbst wenn nur einer der Ehegatten arbeitet, bekommen beide zunächst die Steuerklasse IV. Wenn das für Sie ungünstig ist, sollten Sie wechseln. Dafür müssen Sie beim Finanzamt einen Antrag auf Steuerklassenwechsel stellen. Möglich ist das grundsätzlich einmal im Jahr bei Ihrem zuständigen Finanzamt – und zwar spätestens bis zum 30. November.

    Berufstätige Ehegatten und Lebenspartner, die beide unbeschränkt steuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben, können für den Lohnsteuerabzug wählen,

    • ob sie beide in die Steuerklasse IV eingeordnet werden wollen,
    • ob der besser Verdienende nach Steuerklasse III und der andere nach Klasse V besteuert werden soll oder
    • ob sie die Steuerklassen-Kombination IV/IV mit Faktor wählen.

    Bedenken Sie: Wenn Sie die Variante III/V oder IV mit Faktor wählen, sind Sie zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet. In den allermeisten Fällen lohnt es sich ohnehin, eine Steuererklärung abzugeben.

    Neu ab 2018 ist außerdem, dass ein Ehegatte mit der Steuerklasse V oder III allein einen Steuerklassenwechsel beantragen kann. Dazu ein Beispiel: Der schlechter verdienende Partner arbeitet Teilzeit und hat in der Steuerklasse V so hohe Steuerabzüge, dass er nur über geringe eigene Einkünfte verfügt. Um bereits im nächsten Monat einen höheren monatlichen Nettolohn zu erhalten, genügt es, beim Finanzamt einen Antrag auf Steuerklassenwechsel zu stellen. Die Unterschrift des anderen Partners ist nicht erforderlich. Beide Ehegatten werden dann in der Steuerklasse IV eingruppiert.

    Für Ehe- und Lebenspartner hat die Finanzverwaltung in einem Merkblatt Informationen zur Steuerklassenwahl 2018 veröffentlicht. Das für einen Steuerklassenwechsel beim Finanzamt einzureichende Formular finden Sie online im Formular-Management der Finanzverwaltung. Es heißt "Antrag auf Steuerklassenwechel bei Ehegatten/Lebenspartnern".

    Eingetragene Lebenspartner seit November 2015 automatisch in Steuerklasse IV/IV

    Eingetragene gleichgeschlechtliche Lebenspartner sind Ehepaaren steuerlich gleichgestellt. Bislang erhielten sie nicht automatisch die Kombination IV/IV. Sie mussten eine Änderung ihrer Lohnsteuerklassen gesondert beim Finanzamt beantragen. Seit November 2015 übermitteln die Ämter auch bei eingetragenen Lebenspartnern die Daten, die die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale generieren. Folglich wird auch für diejenigen, die ab November 2015 ihre Partnerschaft neu eingetragen haben, die Kombination IV/IV gebildet. Wünschen Sie eine andere Kombination, so müssen Sie dies beim Finanzamt beantragen.

    Wer seinem Arbeitgeber nicht offenbaren möchte, dass er in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt, kann die ungünstigere Steuerklasse I wählen. Das Landesamt für Rheinland-Pfalz weist darauf hin, dass die Datenübermittlung an den Arbeitgeber so erfolgt, dass keine Rückschlüsse auf den Familienstand möglich sind.

    Wann lohnt sich das Faktorverfahren?

    Ehe- oder Lebenspartner mit unterschiedlich hohen Gehältern wählen häufig die Steuerklassen-Kombination III/V. Das hat jedoch den Nachteil, dass derjenige mit Klasse V verhältnismäßig hohe Abzüge hat, weil zum Beispiel beide Grundfreibeträge nur dem in Steuerklasse III besteuerten Partner zugutekommen. Stehen Sie vor diesem Problem, sollten Sie besser die Lohnsteuerklassen IV/IV mit Faktor nehmen. Dadurch werden bei jedem Partner die ihm zustehenden Freibeträge schon beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt.

    Vorteil des Faktorverfahrens ist eine gerechtere Verteilung der Lohnsteuerlast auf beide Partner – anders als bei der Kombination III/V. Besonders für den geringer Verdienenden – oft ist das die Ehefrau – bringt der Faktor mehr Netto.

    Gleichzeitig ist bei diesem Verfahren die Differenz zwischen Lohnsteuerabzug im Laufe des Jahres und Steuerschuld am Jahresende besonders gering. So muss man keine hohe Steuernachzahlung befürchten, eine Rückzahlung vom Finanzamt fällt aber auch allenfalls gering aus.

    Die abgezogene Lohnsteuer wird zusätzlich durch einen Faktor gemindert – wie im Splittingverfahren. Dieser Faktor wird individuell berechnet und muss immer kleiner als 1 sein.

    Um das Faktorverfahren in Anspruch zu nehmen, muss das Paar gemeinsam einen formlosen Antrag beim Finanzamt stellen und dabei die voraussichtlichen Arbeitslöhne des Kalenderjahrs angeben. Alternativ kann es den "Antrag auf Steuerklassenwechsel bei Ehegatten/Lebenspartnern" ausfüllen und abgegeben. Das Faktorverfahren muss jährlich neu beantragt werden; wer es nutzt, ist zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Mehr hierzu lesen Sie in unserem Ratgeber Faktorverfahren.

    Mehr Elterngeld durch Wechsel der Lohnsteuerklasse

    Die Höhe des Elterngeldes ergibt sich aus dem durchschnittlich erzielten Gehalt der letzten zwölf Monate vor der Geburt des Kindes. Erwarten Sie ein Kind, sollte der Elternteil, der das Kind nach der Geburt überwiegend betreut, frühzeitig die Steuerklasse III wählen. Dadurch erhöht sich das Nettoeinkommen. Werdende, verheiratete Mütter oder Väter können so mehr Elterngeld bekommen. Der Antrag auf den Steuerklassenwechsel muss allerdings bis sieben Monate vor Beginn des Mutterschutzes beantragt werden. Mehr dazu lesen Sie in unserm Ratgeber Elterngeld.

    Auch andere Sozialleistungen wie der Zuschuss zum Mutterschaftsgeld, das Arbeitslosen-, Kurzarbeiter-, Insolvenz-, Kranken-, Unterhalts- oder Überbrückungsgeld orientieren sich am Nettolohn. Wer beispielsweise in der ungünstigen Steuerklasse V ist und bald mit seiner Arbeitslosigkeit rechnen muss, der sollte frühzeitig den Wechsel in die Steuerklasse III beantragen. Es gelten für die Sozialleistungen jeweils unterschiedliche Fristen, damit eine Änderung der Klasse berücksichtigt werden kann.

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    Insolvenz eines Ehegatten

    Ist Ihr Ehepartner insolvent oder wird sein Gehalt gepfändet, können Sie mit dem Wechsel der Lohnsteuerklasse sparen. Wählen Sie die Kombination so, dass der andere die größere Steuerlast trägt. Das ist gesetzlich ausdrücklich erlaubt (FG Münster, Urteil vom 4. Oktober 2012, Az. 6 K 301/10 E).

    Wer gehört in welche Steuerklasse?

    Steuerklasse I: Sie gilt für ledige und geschiedene Arbeitnehmer, bei eingetragenen Lebenspartnerschaften sowie auch für verheiratete Angestellte, die von ihrem Ehepartner dauernd getrennt leben. Verwitwete Arbeitnehmer gehören ebenfalls in diese Kategorie – allerdings erst ab dem zweiten Jahr nach dem Tod des Ehepartners. In die Steuerklasse I fallen auch Arbeitnehmer, die beschränkt einkommensteuerpflichtig sind, weil sie zum Beispiel in Deutschland Einkommen erzielen, aber dauerhaft im Ausland leben.

    Steuerklasse II: Dazu gehören alle in Steuerklasse I genannten Personen, sofern sie alleinerziehend sind. Voraussetzung ist, dass in Ihrem Haushalt mindestens ein Kind lebt, für das Sie einen Kinderfreibetrag oder Kindergeld bekommen. Ist das Kind bei mehreren Personen gemeldet, steht der Entlastungsbetrag demjenigen zu, der das Kindergeld erhält. Lebt der Arbeitnehmer in einer eheähnlichen Lebensgemeinschaft oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, gilt diese Regelung nicht. Wäre dies der Fall, müsste dies auf dem Formular „Versicherung zum Entlastungsbetrag für Alleinerziehende“ angegeben werden.

    Steuerklasse IV mit Faktor: Seit 2010 gibt es die Möglichkeit, die Steuerklassenkombination IV/IV mit Faktor zu wählen. Das Faktorverfahren soll dafür sorgen, dass die Lohnsteuerlasten innerhalb einer Ehe oder eingetragenen Lebenspartnerschaft gerechter verteilt sind. Diese Kombination kann jährlich neu beantragt werden. In diesem Fall ist jedoch auf jeden Fall eine Steuererklärung abzugeben.

    Steuerklasse V: Ehegatten und Lebenspartner fallen an Stelle der Steuerklasse IV in diese Rubrik, wenn der andere Ehegatte in die Steuerklasse III eingeordnet wird.

    Steuerklasse VI: Wer als Arbeitnehmer einen zweiten oder dritten Job antritt, landet automatisch in der Steuerklasse VI. Hier sind die Abzüge am höchsten, weil keinerlei Freibeträge berücksichtigt werden. Sie können aber selbst festlegen, für welche Ihrer Tätigkeiten die Steuerklasse VI angewendet werden soll.

    Minijobber, also Arbeitnehmer mit maximal 450 Euro monatlichen Lohn, benötigen keine Steuerkarte.

    Der Vorteil des Ehegattensplittings

    Wer verheiratet ist oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt, kann vom sogenannten Ehegattensplitting bei der Zusammenveranlagung profitieren. In den meisten Fällen ist die zu zahlende Einkommensteuer niedriger als bei der Einzelveranlagung. Die Vorteile wirken sich allerdings erst nachträglich aus.

    Grund: Die Lohnsteuer ist eine Vorauszahlung und wird zunächst getrennt von beiden Gehältern abgezogen. Das Finanzamt führt die Arbeitslöhne erst nach Ablauf des Jahres zusammen. Deshalb besteht bei der Steuerklassen-Kombination III/V die Pflicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung. Erst danach ergibt sich die zutreffende Jahressteuer und es kann zu Steuernachzahlungen oder -erstattungen kommen. Je größer die Differenz beim Einkommen der Ehepartner oder eingetragenen Partner, desto höher ist der finanzielle Vorteil, der sich aus einer gemeinsamen Veranlagung im Vergleich zur Einzelveranlagung ergibt.

    Das Finanzamt kann Einkommensteuervorauszahlungen festsetzen, wenn damit zu rechnen ist, dass die Jahressteuerschuld mindestens 400 Euro höher ist als die einzubehaltende Lohnsteuer. Für die Wahl der günstigsten Steuerklasse prüfen Sie mit dem Lohn- und Einkommensrechner des Bundesfinanzministeriums, bei welcher Kombination sich in Ihrem Fall insgesamt der geringste Steuerabzug ergibt.

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    Trennung und Scheidung

    Sobald ein Paar dauernd getrennt lebt, müssten beide grundsätzlich in die Steuerklasse I. Im Jahr der Trennung können beide Partner jedoch ihre Steuerklasse noch bis zum Jahresende behalten – egal, ob die Trennung am 1. Januar oder am 31. Dezember erfolgte. Ab dem 1. Januar des Folgejahres haben „dauernd getrennt“ lebende Ehepartner definitiv die Steuerklasse I. Lebt ein Kind im Haushalt eines der beiden Getrennten, dann gilt die Steuerklasse II, sofern das Kind auch dort gemeldet ist.

    Im Trennungsjahr kann noch gemeinsam veranlagt werden, wenn einer der Eheleute das verlangt, und seinem Ex-Partner den daraus entstehenden Steuernachteil ersetzt – allerdings erst ab dem Zeitpunkt der Trennung.

    Beispiel: Ein Ehepaar trennt sich am 30. Dezember 2016. Bisher hatte der Mann Steuerklasse III, seine Frau die V. Sie beantragt beim Finanzamt für das Jahr 2016 die getrennte Veranlagung. Auf Verlangen ihres Noch-Gatten muss sie aber einer gemeinsamen Veranlagung zustimmen. Im Gegenzug muss er ihr ihren Steuernachteil erstatten – und zwar ab dem Zeitpunkt, als sie diesen erlitten hat. Würde die Ehefrau also zum Beispiel bei getrennter Veranlagung eine Steuererstattung bekommen, und fällt diese bei gemeinsamer Veranlagung weg, dann muss der Ehemann ihr diesen Betrag auszahlen. In der Regel profitiert aber der Mann trotzdem von der getrennten Veranlagung.

    Oft sind jedoch beide so zerstritten, dass jeder eine getrennte Veranlagung macht. Das kann jedoch bei größeren Einkommensunterschieden zwischen den Ex-Partnern ein unnötiges Geschenk an den Fiskus sein.

    Versöhnungsversuch

    Sobald ein Ehepaar dem Finanzamt mitteilt, dass es versucht habe, wieder miteinander zu leben, gilt es nicht (mehr) als dauernd getrennt lebend. Konsequenz: Sie können gemeinsam veranlagt werden. Auch mehrere Versöhnungsversuche können vorkommen; sie müssen dem Finanzbeamten aber plausibel vermittelt werden.

    Wird die Ehe schließlich geschieden, sind die Eheleute auch steuerlich getrennt. Problematisch kann es werden, wenn Steuerrückerstattungen zu erwarten sind. Diese werden auf beide Köpfe verteilt, abhängig davon, wie viele Steuern jeder unterjährig abgeführt hat. Selbstverständlich muss das Finanzamt die – eventuell neuen – Kontoverbindungen erfahren, auf die es die Beträge überweisen soll.

    Antrag beim Finanzamt stellen

    Wenn eine Steuerrückerstattung zu erwarten ist, berechnen Sie diese am besten mit Hilfe eines Steuerberaters oder Lohnsteuerhilfevereins. Stellen Sie dann beim Finanzamt frühzeitig einen Antrag, Ihren Anteil aufgrund der bereits gezahlten Einkommen- oder Lohnsteuer auf Ihr Konto zu überweisen. Sie können sich mit Ihrem Ex-Partner auch auf eine andere Verteilung der Rückerstattung einigen. Teilen Sie dann dieses Ergebnis dem Finanzamt schriftlich mit – mit beiden Unterschriften.

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    Artikel verfasst von

    Finanztip-Experte für Steuern

    Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

    ehemalige Finanztip-Redakteurin (bis 2015)

    Andrea Wekenborg verfasste für Finanztip Artikel im Ressort Recht & Steuern. Ihre Begeisterung für Verbraucherthemen entdeckte sie in der Ombudsredaktion der Berliner Zeitung. Später schrieb sie fünf Jahre für einen Online-Finanzvergleich über Versicherungen, Konten und Steuern. Zudem war sie bereits beim Verbraucherzentrale Bundesverband tätig.

    Welche Lohnsteuerklasse für Verheiratete?

    Steuerklasse für Verheiratete: Die wichtigsten Fakten

    • Verheiratete sind nach der Hochzeit automatisch in der Steuerklasse 4.
    • Ehepaare können zusätzlich zwischen den Steuerklassenkombinationen 3/5 und 4/4 mit Faktor wählen.
    • Ein Steuerklassenwechsel muss schriftlich beim Finanzamt beantragt werden.
    • Verheiratete können die Steuerklassen einmal jährlich wechseln.

    Verheiratete: Welche Lohnsteuerklassen können gewählt werden?

    Nach der Hochzeit kommen beide Ehepartner automatisch in Steuerklasse 4. Dort muss das Ehepaar jedoch nicht bleiben. Sie haben die Möglichkeit, zwei weitere Kombinationen zu wählen.

    Steuerklassen 3 und 5

    Steuerklassen 4 und 4 jeweils mit Faktor

    Bringt einem Paar eine Steuerklassenkombination mehr Vorteile als die Steuerklassen, in denen sie sich gerade befinden, können die Eheleute die Klassen wechseln. Dies ist einmal jährlich möglich und muss beantragt werden.

    Steuerklassen für Ehepaare in der Übersicht

    Unterschiede bei Steuerklassen für Verheiratete?

    Bei der Wahl der entsprechenden Steuerklasse kommt es darauf an, wie viel die beiden Ehegatten verdienen. Wenn einer der Partner ein deutlich höheres Einkommen hat als der andere, dann wäre es sinnvoll, sich für die Kombination aus Steuerklasse 3 und Steuerklasse 5 zu entscheiden.

    Der jeweils besser verdienende Partner (die Summe sollte bei etwa 60 Prozent des Haushaltseinkommens liegen) müsste dann die Lohnsteuerklasse 3 für sich beanspruchen.

    Derjenige mit dem niedrigeren Einkommen entscheidet sich für die Lohnsteuerklasse 5.

    Verdienen beide Ehegatten etwa gleich viel, ist die Variante 4/4 sehr sinnvoll. Dann sind beide Partner gleichermaßen von der Höhe der steuerlichen Abzüge betroffen und zudem nicht verpflichtet, eine gemeinsame Steuererklärung vorzulegen.

    Die dritte Variante, die Steuerklasse 4/4 mit Faktor, verpflichtet wieder zur gemeinsamen Steuererklärung.

    Bei dieser Version zahlen beide Partner, auch wenn sie unterschiedlich verdienen, den Lohnsteuerbetrag, der dem jeweiligen Anteil am gemeinsamen Bruttoeinkommen entspricht.

    Lohnsteuerklasse vor Hochzeit entscheiden

    Es ist also durchaus sinnvoll, sich bereits vor der Eheschließung genauestens darüber zu informieren, welche Lohnsteuerklasse für Verheiratete im eigenen Fall infrage kommt.

    Ein Steuerklassenrechnerkann dabei ein nützliches Hilfsmittel sein. Mit nur wenigen Angaben kann der Rechner schnell und umkompliziert Auskunft darüber geben, welche Steuerklassenkombination für ein verheiratetes Paar am vorteilhaftesten ist.

    Wie können Verheiratete die Steuerklasse wechseln?

    Ändern sich die persönlichen Umstände eines Ehepaares, zum Beispiel durch Nachwuchs, bevorstehende Arbeitslosigkeit eines Partners oder eine Gehaltserhöhung, kann ein Steuerklassenwechsel sinnvoll sein. Doch wie können Verheiratete die Steuerklasse wechseln?

    Zunächst einmal ist zu beachten, dass ein Steuerklassenwechsel einmal jährlich vollzogen werden kann. Dazu muss ein Antrag beim zuständigen Finanzamt gestellt werden, der diesem bis zum 30. November vorliegen muss.

    • Beide Ehepartner müssen mit dem Steuerklassenwechsel einverstanden sein. Das entsprechende Formular muss von beiden unterschrieben werden.

    Schnell die Steuerklasse wechseln mit einem PDF-Formular zum Steuerklassenwechsel:

    Sinnvoller Steuerklassenwechsel – ein Beispiel

    Melanie erhält eine Gehaltserhöhung

    Melanie und ihr Mann Jan haben für sich die Steuerklassenkombination 3 und 5 gewählt. Da Melanie bisher in Teilzeit arbeitete, verdiente sie 1500 Euro brutto im Jahr. Jan ist in Vollzeit beschäftigt und hat ein Einkommen von 3600 Euro brutto monatlich. Die Einkünfte lagen damit weit auseinander, sodass die Steuerklassen 3 und 5 die vorteilhaftesten für das Paar waren.

    Nun möchte Melanie mehr arbeiten und baut ihre Stelle zu einer Vollzeitstelle aus. Ihr Gehalt erhöht sich dabei mit 3300 Euro auf mehr als das doppelte.

    In diesem Fall ist die Steuerklassenkombination 3/5 nicht mehr sinnvoll. Ein Wechsel der Klassen hin zu der Kombination 4/4 ist ratsam, da beide Gehälter nun dicht beieinanderliegen.

    Rentner und Arbeitnehmer: Welche Steuerklasse für Verheiratete?

    Ähnlich wie die meisten Arbeitnehmer müssen sich auch die verheirateten Rentner auf eine Steuerklassenkombination festlegen.

    Die Variante 3/5 ist insbesondere dann geeignet, wenn einer der beiden Ehepartner noch arbeitet und sehr gut verdient. Der berufstätige Partner sollte dann die Steuerklasse 3 nutzen, während der andere Ehepartner in die Steuerklasse 5 eingeordnet wird.

    Befinden sich jedoch beide Eheleute im Ruhestand und haben ein ähnlich hohes Einkommen, bietet sich die Steuerklassenkombination 4/4 an.

    Ratgeber zum Thema Steuerklassen, Steuerklassenwahl und Steuerklassenwechsel

    Arbeitnehmer leben vom Einkommen. Der Staat erhebt Einkommensteuer. Die Höhe der Einkommensteuer bemisst sich nach den Steuertabellen. Die Steuertabellen orientieren sich an den persönlichen Verhältnissen des Arbeitnehmers und ordnen Arbeitnehmer in unterschiedliche Lohnsteuerklassen ein.

    Die Steuerklassen wurden früher auf der Lohnsteuerkarte eingetragen – heute sind diese und andere Merkmale in Ihrer elektronischen Steuerakte beim Finanzamt und Ihrem Arbeitgeber hinterlegt. Unter anderem sind die Steuerklassen Maßgabe für den Arbeitgeber, aus dem Bruttolohn die Lohnsteuer herauszurechnen und an das Finanzamt abzuführen. Diese Angaben (Steuerklasse, Lohnsteuer etc.) finden Sie auch auf Ihrer Gehaltsabrechnung wieder.

    Bedeutung der Steuerklassenwahl

    In Deutschland gibt es sechs Steuerklassen. Vereinfacht erklärt finden sich in der Steuerklasse I alleinstehende Arbeitnehmer, in Steuerklasse II Alleinstehende mit Kind, in Steuerklasse III verheiratete Arbeitnehmer, deren Ehegatte keinen Arbeitslohn bezieht und in Steuerklasse IV verheiratete Arbeitnehmer, die beide Arbeitslohn beziehen.

    Ehepartner die eigentlich in IV einzutragen wären, haben die Wahl, sich bei unterschiedlich hohen Einkommen jeweils in III und V eintragen zu lassen. In Steuerklasse V wird also derjenige eingetragen, dessen Ehepartner die Eintragung in III gewählt hat. In Steuerklasse VI werden Arbeitnehmer eingetragen, die von mehreren Arbeitgebern Arbeitslohn beziehen.

    Hier erfahren Sie mehr über die verschiedenen Steuerklassen:

    Steuerklassenwechsel und Steuerklassenwahl bis 30.11

    Ein Steuerklassenwechsel kann grundsätzlich nur einmal innerhalb eines Veranlagungszeitraumes erfolgen. Einen weiteren Wechsel lässt das Finanzamt nur nach dem Tod des Ehegatten oder nach Beginn der Arbeitslosigkeit zu. Der letzte Termin, eine andere Steuerklasse zu wählen, ist für jedes Jahr der 30. November.

    Die Steuerlast durch die Steuerklassen optimieren

    Die optimale Gestaltung der Steuerklasse orientiert sich an den persönlichen Verhältnissen des Arbeitnehmers. Da die Einordnung in die Steuerklassen I, II, VI anhand der familiären Verhältnisse vorgegeben ist, spielt die Steuerklassenwahl vornehmlich im Bereich der Steuerklassen III/V und IV/IV eine Rolle. Die Kombination hat Auswirkungen auf die Lohnersatzleistungen, wie Arbeitslosengeld, Unterhaltsgeld, Mutterschaftsgeld, Elterngeld, ElterngeldPlus und die Höhe des Lohnanspruchs bei der Altersteilzeit.

    Beispielsweise richtet sich die Höhe des Arbeitslosengeldes nach der Steuerklasse am 1. Januar.

    Ein Arbeitnehmer, der verheiratet ist, ist in Steuerklasse III am besten aufgehoben, um die Sozialleistungen optimal auszunutzen. Der nach Steuerklasse V gewechselte Ehepartner zahlt zwar mehr Steuern, die sich aber mit der Abgabe der Steuererklärung von Finanzamt wieder erstatten lassen.

    Wenn beide Ehepartner Arbeitslohn beziehen

    Wenn beide Ehegatten Arbeitslohn und Lohnersatzleistungen getrennt, aber in ähnlicher Höhe beziehen, empfiehlt sich die Einordnung in Steuerklasse IV, andernfalls lässt sich der besser Verdienende in Steuerklasse III und der weniger Verdienende in Steuerklasse V einordnen. In Steuerklasse III sind nämlich die höchsten und in Steuerklasse V die geringsten Freibeträge eingearbeitet. Als Faustregel gilt, dass der weniger verdienende Ehegatte (sofern verheiratete) nicht mehr als 40 % zum Gesamteinkommen beitragen darf. Andernfalls wird zu viel abgezogen.

    Bei der Wahl der Steuerklassenkombination IV/IV zahlt der besser verdienende Ehegatte höhere Steuern als eigentlich notwendig wäre. Diesem Problem setzt der Fiskus das Faktorverfahren entgegen. Statt der Steuerklassenkombination III/IV können Ehegatten sich vom Finanzamt ihren persönlichen Faktor auf der Lohnsteuerkarte eintragen lassen, der sich aus dem Verhältnis der voraussichtlichen gemeinsamen Einkommensteuer zur gemeinsamen Lohnsteuer ergibt. Dann kann der Arbeitgeber mithilfe des Faktors (deshalb Faktorverfahren) den Steueranteil berechnen.

    Im Regelfall dürfte sich die Wahl der Steuerklassenkombination III/IV als günstiger und unbürokratischer erweisen. Letztlich ist jeder Steuerabzug nur vorläufig. In Ihrer Steuererklärung kann eine steuerliche Überbelastung wieder ausgeglichen werden, so dass es nicht darauf ankommt, nach welchen Steuerklassen die Steuer vorab berechnet wurde. Dann werden beide Einkünfte zusammengeworfen und nach der Splittingtabelle besteuert, die ohnehin der Steuerklasse III entspricht.

    Mit einem Rechner die Wahl der Steuerklasse optimieren

    Wer seine optimale Steuerklassenkombinationen beurteilen möchte, kann sich die günstigste Kombination auch im Internet mit einem Rechner, einem sogenannten Steuerklassenrechner errechnen lassen.

    Bedeutung der Lohnsteuertabellen

    Die Einkommensteuer, die der Arbeitnehmer zu zahlen hat, bestimmen sich nach der allgemeinen und besonderen Lohnsteuertabelle. Für sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer ist die allgemeine Tabelle relevant, da in ihr die Vorsorgepauschale berücksichtigt ist, mit der im laufenden Jahr die Versicherungsbeiträge abgegolten werden. Diese Komponente fehlt bei der besonderen Lohnsteuertabelle, die deshalb vor allem bei nicht sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern zur Anwendung kommt.

    Je nach Steuerklasse geben die Tabellen eine Mindestgrenze an, ab der Steuern zu zahlen sind (steuerfreies Existenzminimum). Grundsätzlich wird ein Grundfreibetrag gewährt, der sich in Steuerklasse III (Ehepartner) verdoppelt. In den Steuerklassen V und VI entfällt er. Benutzen Sie auch hier den Steuerklassenrechner zur optimalen Kombination für die Ehegatten.

    Freibeträge bei den Steuerklassen

    Weitere Freibeträge sind der Arbeitnehmerpauschbetrag, der Sonderausgabenpauschbetrag, der Entlastungsbetrag für alleinerziehende Steuerzahler mit Kindern in Steuerklasse II. Die Freibeträge für Kinder sind nicht eingearbeitet. Allerdings werden die Freibeträge für Kinder und ein Betreuungsfreibetrag bei der Berechnung der Kirchensteuer und des Solidaritätszuschlages durch das Finanzamt bei der Steuererklärung berücksichtigt.

    Mehrere Arbeitsverhältnisse und die Einkommenssteuer

    Wer mehr als ein Arbeitsverhältnis bei der Einkommensteuer angibt und im ersten Arbeitsverhältnis nicht steuerpflichtig im Sinne der Einkommensteuer ist, zahlt mit dem zweiten und weiteren Arbeitsverhältnis dauernd zu viel Steuern, da er unabdingbar in Steuerklasse VI eingeordnet wird. In diesem Fall muss der Arbeitnehmer einen Antrag auf Lohnsteuerjahresausgleich stellen, damit ihm die über das Jahr zu viel gezahlten Steuern berechnet und erstattet werden. Tipp: Nutzen Sie unseren Steuerklassenrechner zur Optimierung Ihrer Steuerklassenwahl und bereiten Sie unter Umständen einen Steuerklassenwechsel vor.

    Источники: http://www.finanztip.de/lohnsteuer-steuerklasse/, http://www.steuerklassen.com/lohnsteuerklassen/verheiratete/, http://www.steuerklassen.net/

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