Haftpflichtversicherung steuerlich absetzbar

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    Steuererklärung: Versicherungen richtig absetzen

    Zuletzt aktualisiert am 17.03.2017

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    • Steuererklärung Versicherungen

    Wer Versicherungen bei der Steuererklärung nicht absetzt, verschenkt unter Umständen bares Geld. Allerdings sind nicht alle Versicherungen steuerlich absetzbar. Sachversicherungen wie die Hausratversicherung werden von den Finanzämtern nur in Sonderfällen anerkannt, andere Sachversicherungen wie die Kaskoversicherung für das Auto gar nicht. Versicherungen, die der Vorsorge dienen, sollten Sie auf jeden Fall bei Ihrer Steuererklärung angeben. Dies gilt auch für Beiträge zu gesetzlichen Versicherungen wie der Arbeitslosen-, Renten- und Pflegeversicherung. Auch die private Altersvorsorge gehört unbedingt in die Steuerklärung. Erkennt das Finanzamt Ausgaben nicht an, haben Sie die Möglichkeit, innerhalb von vier Wochen schriftlich Einspruch einzulegen.

    Inhaltsverzeichnis

    Grundsätzlich können die Beiträge zu beruflich bedingten Versicherungen und zu bestimmten privaten Versicherungen bei der Einkommenssteuererklärung abgesetzt werden. Beruflich bedingte Policen werden in der Regel als Werbungskosten angegeben, die Beiträge für private Versicherungen werden abhängig von der Art der Versicherung als Sonderabgaben oder als Vorsorgeaufwendungen abgesetzt. Bei Vorsorgeaufwendungen wird zwischen Altersvorsorgeaufwendungen und den sogenannten sonstigen Vorsorgeaufwendungen unterschieden:

    • Altersvorsorgeaufwendungen: Beiträge zu gesetzlichen und zur privaten Rentenversicherung
    • Sonstige Vorsorgeaufwendungen: Beiträge zur

    Höhere Förderung für die Basis-Rente

    Ab 2017 können Inhaber einer Basis-Rente erneut einen größeren Teil ihrer Beiträge als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend machen. Der steuerliche Höchstbetrag zur Rürup-Rente steigt von 22.767 auf 23.362 Euro. Gleichzeitig wächst der Anteil, den das Finanzamt von den eingezahlten Beiträgen berücksichtigt, von 82 auf 84 Prozent. Somit sind 2017 maximal 19.624 Euro als Sonderausgaben abzugsfähig. Für Ehegatten verdoppeln sich die Beträge.

    Bürgerentlastungsgesetz: Kosten für Krankenversicherung und Vorsorge absetzen

    2010 führte die Bundesregierung das „Gesetz zur verbesserten steuerlichen Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen“ ein, kurz auch Bürgerentlastungsgesetz (BEG) genannt. Das Gesetz soll Arbeitnehmer durch die verbesserte steuerliche Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen entlasten. Entscheidend für die steuerliche Ansetzung ist die Höchstgrenze für Vorsorgeaufwendungen, die seit 2010 bei

    • 1.900 Euro für Arbeitnehmer, Rentner und Beamte und bei
    • 2.800 Euro für Selbstständige

    liegt. Im Rahmen dieser Grenze sollen Aufwendungen für Krankenkassen- und Pflegeversicherungsbeiträge angesetzt werden. Dies gilt nicht nur für Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen, sondern auch für privat Krankenversicherte. Das Bürgerentlastungsgesetz soll dazu dienen, ein Leistungsniveau abzusichern, das der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung entspricht, der sogenannten Basiskrankenversicherung. Vollständig absetzen können Privatversicherte daher meist nur den Basistarif. Zahlreiche Zusatzleistungen der privaten Krankenversicherung, beispielsweise Einbettzimmer-Unterbringung oder Chefarztbehandlung, können nicht steuerlich geltend gemacht werden.

    Sonderausgaben für die Versicherung Ihres Kindes

    Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung für die Absicherung Ihres Kindes können Sie als Sonderausgaben abziehen, sofern der Anspruch auf Kindergeld oder Freibeträge für Kinder besteht. Der Betrag für die Absicherung des Kindes kann in Anlage Kind auf Seite 2 in den Zeilen 31 bis 37 eingetragen werden.

    Absetzbare Versicherungen

    Nicht absetzbare Versicherungen

    Gesetzlich Krankenversicherte können auch den ab 2015 gegebenenfalls anfallenden Zusatzbeitrag bei Steuererklärung geltend machen. Nicht berücksichtigt werden allerdings Wahltarife der gesetzlichen Krankenversicherung und Zusatzversicherungen bei privaten Versicherungsanbietern. Wenn die Höchstgrenze durch die Basisabsicherung nicht erreicht wird, können Mehrleistungen bis zum Höchstbetrag von 1.900 Euro beziehungsweise 2.800 Euro für Selbstständige geltend gemacht werden.

    Mit Einführung des Bürgerentlastungsgesetzes im Jahr 2010 können „sonstige Vorsorgeaufwendungen“ und „Beiträge zu anderen Versicherungen“ teilweise nicht mehr als Sonderausgaben geltend gemacht werden, da sie unter das BEG fallen. Arbeitnehmer, die beispielsweise eine Berufsunfähigkeitsversicherung besitzen, können diese nur noch steuerlich absetzen, wenn Sie die BEG-Höchstgrenze von 1.900 Euro noch nicht durch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge voll ausgeschöpft haben. Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist steuerlich absetzbar, allerdings seit der Einführung des BEG nicht mehr als Sonderausgabe.

    Nicht / nur teilweise absetzbare Versicherungen

    Welche Versicherungen sind steuerlich absetzbar? Prinzipiell lässt sich diese Frage ganz einfach beantworten: In der Steuererklärung können Sie nur Versicherungen angeben, die als Vorsorge fungieren. Sie müssen explizit der Sicherung von Gesundheit und Vermögen dienen. Allerdings gestaltet sich die Einordnung in manchen Fällen etwas schwierig. Als Faustregel gilt, dass Sachversicherungen nicht steuerlich geltend gemacht werden können. Allerdings gibt es Ausnahmen und Sonderregelungen.

    So kann beispielsweise eine Rechtschutzversicherung teilweise in der Steuererklärung als Werbungskosten angesetzt werden, wenn sie den Baustein Arbeitsrechtsschutz enthält. Absetzbar ist nur der Anteil der Versicherungsprämie, der auf diesen Baustein entfällt. Ihre Versicherung kann Ihnen eine entsprechende Aufschlüsselung der Prämie für die einzelnen Bestandteile der Versicherung für Ihre Steuererklärung zusenden.

    Auch darüber, wie die Kfz-Versicherung in der Steuererklärung anzusetzen ist, herrscht häufig Unklarheit. Es stimmt, dass Sie auch Ihre Kfz-Versicherung absetzen können, allerdings nur in Teilen. Die Kfz-Haftpflicht zählt wie alle Haftpflichtversicherungen zu den Vorsorgeaufwendungen und kann daher in der Steuererklärung geltend gemacht werden, obwohl Sie eine Sachversicherung ist. Die Kaskoversicherung hingegen gilt nicht als Vorsorgeleistung, sondern als zusätzlicher Schutz für den Versicherungsnehmer und kann deshalb nicht abgesetzt werden.

    Versicherte denken häufig, die Hausratversicherung sei steuerlich absetzbar, da sie weit verbreitet als eine Art Vorsorge betrachtet wird. Dem ist leider nicht so – als reine Sachversicherung wird die Hausratversicherung bei der Steuer generell nicht berücksichtigt. Es existieren allerdings einige Ausnahmen. Wenn sie aus beruflichen Gründen erforderlich ist, können Sie die Hausratversicherung absetzen. Wird die Versicherung beispielsweise für Büroräume abgeschlossen, fällt sie unter die Betriebsausgaben. Auch wenn Sie einen Raum in Ihrer Wohnung als Arbeitszimmer beruflich nutzen, können Sie die Hausratversicherung in der Steuererklärung als Werbungskosten geltend machen – allerdings nur anteilig. Bei einer 100-Quadratmeter-Wohnung mit einem 15 Quadratmeter großen Arbeitszimmer sind 5 Prozent der Versicherungsprämie für die Hausratversicherung absetzbar.

    Steuerliche Absetzbarkeit von Arbeitszimmern

    Damit ein Teil Ihrer Wohnung als Arbeitszimmer von den Finanzämtern anerkannt wird, müssen einige Bedingungen erfüllt sein. Grundsätzlich kann ein häusliches Arbeitszimmer nur abgesetzt werden, wenn Ihnen für Ihre berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht oder wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit ist. Letzteres gilt nur für reine Heimarbeiter. Außendienstmitarbeiter ohne Schreibtisch im Unternehmen oder Lehrer, denen in der Schule im Normalfall kein eigener Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt wird, können ein Arbeitszimmer also steuerlich absetzen. Arbeitnehmer, die gelegentlich im Home Office arbeiten, aber auch einen Arbeitsplatz im Büro des Arbeitgebers haben, können keine Kosten für ein Arbeitszimmer absetzen.

    Damit ein Raum von den Finanzbehörden als Arbeitszimmer anerkannt wird, müssen zudem folgende Bedingungen erfüllt sein:

    • Separater Raum, der von dem Rest der Wohnung durch eine Tür abgetrennt ist
    • Ausreichend große Wohnfläche muss gegeben sein. Hierfür existieren keine verbindlichen Werte, Finanzämter treffen Einzelfallentscheidungen.
    • Raum wird ausschließlich beruflich genutzt (untergeordnete private Nutzung von unter zehn Prozent) ist erlaubt.

    Zweifelt das Finanzamt an der Rechtmäßigkeit eines Arbeitszimmers, kann es einen Grundriss der Wohnung o. ä. als Nachweis verlangen. Um die Hausratversicherung anteilig bei der Steuer geltend zu machen, muss auch der Versicherungsvertrag als Nachweis eingereicht werden. Zusätzlich ist eine Aufstellung erforderlich, der das Finanzamt entnehmen kann, wie hoch der Anteil für das Arbeitszimmer ist.

    Versicherungen in der Steuererklärung angeben

    Im ersten Teil der Steuererklärung müssen Sie persönliche Daten angeben. Hier wird u. a. nach Ihrer Steuer-ID gefragt. Diese auch TIN – kurz für Taxification Identification Number – genannte Nummer finden Sie auf Ihrem letzten Steuerbescheid oder auch auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung. Die Lohnsteuerbescheinigung sollten Sie ohnehin bereithalten, da hier die gesetzlichen Aufwendungen für Krankenversicherung, Renten- und Pflegeversicherung vermerkt sind, die Sie im Rahmen des BEG absetzen können. Auch die Angaben zu Ihren Bruttoeinnahmen können Sie hier ablesen. Für Versicherungen, die steuerlich absetzbar sind, benötigen Sie entsprechende Belege und Bescheinigungen.

    Gut zu wissen: Checkliste für Unterlagen zu Versicherungen

    Um Versicherungen in der Steuererklärung anzugeben, benötigen Sie einige Unterlagen – am besten suchen Sie deshalb bereits schon vorher zusammen:

    • Beitragsnachweise zu privaten Rentenversicherungen
    • Bescheinigung über Altersvorsorgebeiträge („Bescheinigung nach § 92 EStG“, wird von Riester-Anbietern i.d.R. automatisch zugestellt)
    • sofern nicht aus der Lohnsteuerbescheinigung ersichtlich: Bescheinigung der Krankenkasse über gezahlte Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge. Ggf. Bescheinigung über Beitragserstattungen
    • Beitragsnachweise zur Haftpflichtversicherung (Kfz-Haftpflicht, Privat-Haftpflicht)
    • Beitragsnachweise zur Berufsunfähigkeitsversicherung
    • Beitragsnachweise zu Unfallversicherungen
    • Beitragsnachweis und Aufschlüsselung der Prämie zur Rechtsschutzversicherung (wenn Berufsrechtsschutz enthalten)

    Um Versicherungen und Vorsorgeaufwendungen von der Steuer abzusetzen, benötigen Sie die Anlage AV und die Anlage Vorsorgeaufwand. Sollten Sie Ihre Hausratversicherungsbeiträge anteilig für ein häusliches Arbeitszimmer absetzen können, geschieht das unter den Werbungskosten in der Anlage N. Wenn Sie Versicherungen bei der Steuererklärung geltend machen möchten, kreuzen Sie im Mantelbogen in der Zeile 40 an, dass Sie entsprechende Anlagen beifügen.

    Tipp: Höhe der Sonderausgaben prüfen

    Prüfen Sie am besten zunächst anhand Ihrer Lohnsteuerbescheinigung, ob Sie mit Ihren Jahresbeiträgen für die Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung bereits den Höchstbetrag für Sonderausgaben in Höhe von 1.900 Euro bzw. 2.800 für Selbstständige überschritten haben. Ist das der Fall, sollten Sie überprüfen, ob Ihre weiteren Versicherungen beruflich bedingt sind und Sie die Prämien womöglich als Werbungskosten angeben können. Für Kapitallebensversicherungen gelten komplizierte Sonderregeln. Im Zweifelsfall alle Beiträge ansetzen und die Reaktion des Finanzamtes abwarten.

    Wenn Sie einen Riester-Vertrag haben, müssen Sie die Anlage AV komplett ausfüllen. In Zeile 8 tragen Sie die Summe der Beiträge ein. Den Betrag können Sie der Bescheinigung nach § 92 EStG von Ihrem Riester-Anbieter entnehmen.

    Anlage Vorsorgeaufwendungen

    Der Großteil der steuerlich absetzbaren Versicherungen wird in der Anlage Vorsorgeaufwand erfasst.

    • Beiträge zur sogenannten Rürup-Rente tragen Sie in Zeile 7 ein.

    • geleistete Beiträge zur gesetzlichen Arbeitslosenversicherung in Zeile 46
    • Prämien für die Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung in Zeile 49
    • Beiträge zu Haftpflichtversicherungen (Kfz, Privat, Tiere) summiert in Zeile 50
    • Beiträge zu privaten Unfallversicherungen summiert in Zeile 50. Achtung: Wenn Ihre Unfallversicherung auch berufliche Risiken absichert, veranlagen Sie hier nur 50 Prozent der Beiträge. Die andere Hälfte der Beiträge veranlagen Sie als Werbungskosten in der Anlage N.
    • Beiträge zu Risikolebensversicherungen summiert in Zeile 50
    • Beiträge zu Kapitallebensversicherungen in Zeile 51 (falls Bedingungen für Absetzbarkeit erfüllt, u.a. erste Beitragszahlung vor 2005 und 12 Jahre Mindestlaufzeit)

    Die Anlage N ist für Arbeitnehmer elementar bei der Steuererklärung. Hier werden Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit und die Werbungskosten erfasst. Die Werbungskosten werden von den Einkünften abgezogen und reduzieren so die Steuerlast. Für die Werbungskosten gibt es einen Arbeitnehmerpauschalbetrag in Höhe von 1.000 Euro. Wenn Ihre Werbungskosten unter dieser Grenze liegen, können Sie auf die Eintragung der einzelnen Posten verzichten.

    • gesetzliche Krankenversicherungsbeiträge in Zeile 12
    • gesetzliche Pflegeversicherungsbeiträge in Zeile 15
    • Beiträge zu privaten Kranken- und Pflegeversicherungen ab Zeile 31
    • geleistete Beiträge zur gesetzlichen Arbeitslosenversicherung in Zeile 46
    • Prämien für die Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung in Zeile 49
    • Beiträge zu Haftpflichtversicherungen (Kfz, Privat, Tiere) summiert in Zeile 50
    • Beiträge zu privaten Unfallversicherungen summiert in Zeile 50. Achtung: Wenn Ihre Unfallversicherung auch berufliche Risiken absichert, veranlagen Sie hier nur 50 Prozent der Beiträge. Die andere Hälfte der Beiträge veranlagen Sie als Werbungskosten in der Anlage N.
    • Beiträge zu Risikolebensversicherungen summiert in Zeile 50
    • Beiträge zu Kapitallebensversicherungen in Zeile 51 (falls Bedingungen für Absetzbarkeit erfüllt, u.a. erste Beitragszahlung vor 2005 und 12 Jahre Mindestlaufzeit)

    Beruflich bedingte Versicherungen wie die Berufsrechtsschutz und Berufshaftpflicht zählen zu den Werbungskosten. Unfallversicherungen, die auch berufliche Risiken abdecken, werden zur Hälfte zu den Werbungskosten gezählt, die andere Hälfte wird im privaten Bereich als Vorsorgeaufwand veranlagt. Beiträge zu diesen Versicherungen tragen Sie unter „Weitere Werbungskosten“ auf Seite 2 der Anlage ab Zeile 46 ein.

    Verfügen Sie über ein anrechenbares Arbeitszimmer, können Sie die Beiträge für die Hausratversicherung anteilig für den Raum unter „Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer“ in Zeile 43 veranlagen.

    Fristen für die Steuererklärung

    In der Regel muss die Steuererklärung bis zum 31. Mai des Folgejahres beim Finanzamt eingehen. Wenn Sie Ihre Steuerklärung von einem Steuerberater anfertigen lassen, gewähren Finanzämter eine Fristverlängerung bis zum 31. Dezember. Hier erhalten Sie Informationen zu den Kosten eines Steuerberaters. Fristen, innerhalb derer das Finanzamt eingegangene Steuererklärungen bearbeitet haben muss, gibt es hingegen nicht. Meist erhalten Sie ihren Steuerbescheid innerhalb von zwei bis drei Monaten, allerdings sind die Finanzämter nur verpflichtet, Ihre Steuererklärung „in angemessener Zeit“ zu bearbeiteten. Wenn Sie hingegen Einspruch gegen Ihren Steuerbescheid einlegen möchte, müssen Sie dies innerhalb von vier Wochen nach der Zustellung erledigen. Im Streitfall ist das Datum des Poststempels ausschlaggebend.

    Einspruch gegen den Steuerbescheid einlegen

    Versicherungsbeiträge finden Sie in Ihrem Steuerbescheid im Abschnitt „Beschränkt abziehbare Sonderausgaben“. Da die Versicherungsbeiträge summiert aufgeführt werden, vergleichen Sie die Summe mit der in Ihrer Steuererklärung. Auch Werbungskosten, zu denen beispielsweise die anteilige Hausratversicherung für ein Arbeitszimmer gehört, werden nicht aufgeschlüsselt gelistet. Daher hilft auch hier nur ein Vergleich mit der Summe in der Steuererklärung. Wenn das Finanzamt einzelne Posten aus Ihrer Steuererklärung nicht oder nur teilweise anerkannt hat, muss es im Abschnitt „Erläuterungen“ am Ende des Steuerbescheids darauf hinweisen.

    Stellen Sie fest, dass bestimmte Sonderausgaben oder Werbungskosten vom Finanzamt nicht berücksichtigt

    Wenn Sie Einspruch einlegen möchten, sollte dieser schriftlich per Brief oder Fax erfolgen. Das Anschreiben sollte unbedingt das Wort „Einspruch“ oder „Widerspruch“ enthalten, damit deutlich wird, dass Sie mit dem Bescheid nicht einverstanden sind. Begründen Sie Ihren Einspruch und stellen Sie dem Finanzamt Belege zur Verfügung, die Ihre Sichtweise untermauern. Auch ein Verweis auf entsprechende Urteile kann hilfreich sein.

    Steuerpflicht für Entschädigung vom Versicherer?

    Im Schadensfall leisten Versicherungen üblicherweise, indem sie die Entschädigung für den entstandenen Schaden auf das Girokonto des Versicherten oder des Geschädigten überweisen. Viele Verbraucher vergessen vor Freude über den Geldeingang völlig zu hinterfragen, ob für den erhaltenen Betrag eigentlich Steuern anfallen. Ob der Empfänger die Leistungen von Versicherungen versteuern muss, hängt laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) stark vom Einzelfall ab.

    Schaden im privaten Bereich: Steuerfreie Entschädigung

    Grundsätzlich gilt bei der Zahlung einer solchen Entschädigung die Regel: Sie müssen diese nicht versteuern, wenn sie einen Schaden im privaten Bereich betrifft. Diese Regelung ist unabhängig von der Höhe des Schadens. Erhalten Sie beispielsweise nach einem Autounfall als Entschädigung eine Zahlung von der Kfz-Versicherung der Gegenpartei, müssen Sie die Summe nicht versteuern. Auch nach einem Wasserrohrbruch müssen Sie das Geld nicht in der Steuererklärung angeben, das Sie von Ihrer Hausratversicherung für Schäden an der Einrichtung erhalten.

    In diesen Fällen müssen Sie die Zahlung in der Steuererklärung angeben

    Eine andere Regelung gilt, wenn etwas Schaden nimmt, das Sie bereits steuerlich geltend gemacht haben – zum Beispiel ein Handy, das Sie rein beruflich nutzen. Erhalten Sie hier eine Entschädigung, weil Sie das Gerät aufgrund eines Defekts nicht mehr verwenden können, müssen Sie diese Zahlung in der Steuererklärung angeben. Dies gilt für Angestellte ebenso wie für Freiberufler.

    Ähnlich ist die Lage bei Vermietern, die eine Mietverlustversicherung abgeschlossen haben. Sie erhalten unter gewissen Umständen eine Entschädigung für entgangene Mieteinnahmen, wenn eine Wohnung über einen längeren Zeitraum aufgrund eines Schadens nicht vermietbar ist. Diese Summe müssen Sie üblicherweise versteuern, da sie als Einnahme gilt.

    Bei beruflicher und privater Nutzung: Entschädigungszahlung anteilig versteuern

    Nutzen Sie einen beschädigten Gegenstand sowohl beruflich als auch privat, gilt eine andere Regelung: Da Sie den Gegenstand in diesem Fall nur anteilig als Werbungskosten geltend machen, versteuern Sie entsprechend auch die Entschädigungszahlung nur anteilig. Erhalten Sie also wegen eines Wasserrohrbruchs eine Entschädigung für Schäden in Ihrem Arbeitszimmer, das Sie in voller Höhe steuerlich geltend gemacht haben, müssen Sie das Geld komplett versteuern.

    Bei einem Computer, den Sie teilweise privat nutzen und dementsprechend nur anteilig steuerlich geltend gemacht haben, wird die Entschädigungszahlung dagegen auch nur anteilig versteuert. Dies gilt auch, wenn ein teilweise beruflich genutzter Gegenstand von einer anderen Person beschädigt wird und Sie von deren Haftpflichtversicherung eine Entschädigung erhalten haben.

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    Diese Versicherungen können Sie absetzen

    Die Beiträge für viele Versicherungen können im Regelfall als Sonderausgaben beziehungsweise als Vorsorgeaufwendungen von der Steuer abgesetzt werden.

    Versicherungen sind teuer und können je nach Umfang und Anzahl der Versicherungspolicen jedes Jahr mehrere hundert Euro kosten. Daher fragen sich viele Steuerzahler, welche Versicherungen sie absetzen können und wie.

    Als Faustregel gilt: Kosten Ihrer Lebensführung, die unvermeidbar Ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mindern, definiert der Gesetzgeber als Sonderausgaben. Aus diesem Grund werden Sie steuerlich begünstigt. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Steuer ABC Was sind Sonderausgaben?

    Nicht von der Steuer absetzen kann man hingegen reine Sachversicherungen, da sie vermeidbar sind, also weder der Vorsorge dienen noch fГјr die AusГјbung desВ Berufes erforderlich sind.

    Welche Versicherungsbeträge kann ich absetzen?

    a) Altersvorsorgeaufwendungen (Basisversorgung)

    • Gesetzliche Rentenversicherung
    • Versorgungswerk / Alterskassen
    • Private Rentenversicherung: RГјrup-VertrГ¤ge

    ⇒ In der Steuererklärung 2015 bis maximal 22.172 Euro für Ledige. Bei Verheirateten das Doppelte. 2016 erhöht sich der Betrag auf 22.767 Euro für Ledige.

    In der Steuererklärung 2015 berücksichtigt das Finanzamt jedoch nur höchstens 80 Prozent dieser Maximalgrenze. Erst 2025 können Sie vom Höchstbetrag profitieren. Wenn Sie rentenversicherungspflichtig sind, wird Ihnen der Abzug zudem um den Arbeitgeberteil gekürzt.

    b) Riester-Verträge (Zusatzversorgung)

    Sie können die jährlichen Riester-Beiträge bis zur Höchstgrenze von 2.100 Euro als Sonderausgaben in Ihrer Steuererklärung eintragen. Dazu gehören nicht nur die Beiträge, die Sie selbst einzahlen, sondern auch die staatliche Zulage. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Steuer ABC Was ist die Riester-Rente?

    c) Sonstige Vorsorgeaufwendungen

    Eine Auswahl der Häufigsten:

    • Arbeitslosenversicherung
    • Krankenversicherung
    • Pflegeversicherung
    • Zahnzusatzversicherung
    • Haftpflichtversicherung
    • Kfz-Haftpflichtversicherung
    • Erwerbs-/BerufsunfГ¤higkeitsversicherung
    • Unfallversicherung (fГјr den Bereich Freizeit)
    • Kranken- und Pflegezusatzversicherung
    • Krankentagegeld- / Krankenhaustagegeld-Versicherung В
    • Reise-Kranken-/Unfall-Versicherung
    • Risikolebensversicherung
    • Kapitallebensversicherung (wenn Sie vor dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurde)
    • Sterbegeldversicherung (unter bestimmten Voraussetzungen, z.B. Leistung nur im Todesfall)

    ⇒ Bis maximal 1.900 Euro für Arbeitnehmer und Beamte / 2.800 Euro für Selbstständige. Bei Verheirateten das Doppelte.

    Da die Absetzungsgrenze mit 1.900 Euro bzw. 2.800 Euro sehr gering ist, werden die Steuerzahler nur wenig entlastet: Mit Basiskranken- und gesetzlicher Pflegeversicherung ist der Höchstbetrag oft schon erreicht. Dafür berücksichtigt das Finanzamt diese aber stets in tatsächlicher Höhe, auch wenn sie den Höchstbetrag übersteigen.

    Durch das Gesetz zur verbesserten steuerlichen BerГјcksichtigung von VorsorgeaufwendungenВ wurde der pauschale Ansatz von Vorsorgeaufwendungen im Veranlagungsverfahren mittels Vorsorgepauschale abgeschafft. Eine Vorsorgepauschale wird ab 2010 nur nochВ im Lohnsteuerabzugsverfahren berГјcksichtigt.В

    • Unfallversicherung (fГјr den Bereich Arbeit)
    • Berufshaftpflichtversicherung
    • Arbeitsrechtsschutzversicherung bzw. Berufsrechtsschutzversicherung

    ⇒ Diese Versicherungen können Sie unbegrenzt als Werbungskosten angeben.

    Welche Nachweise muss ich mitliefern?

    Alle Versicherungen, die auf Ihrem Lohnsteuerbescheid eingetragen sind, müssen Sie nicht nachweisen. Für alle anderen Versicherungen gilt: Sie dürfen nur absetzen, was Sie tatsächlich bezahlt haben. Eine Rechnung ist dem Finanzamt meistens nicht genug. Legen Sie daher einen Überweisungsbeleg oder einen Kontoauszug zur Rechnung dazu, wenn Sie Ihre Belege an das Finanzamt senden.

    Wo trage ich die Versicherungen ein?

    Die meisten Versicherungen tragen Sie in die Anlage Vorsorgeaufwand Ihrer EinkommensteuererklГ¤rung ein. Beruflich bedingte Policen hingegen werden bei der SteuererklГ¤rung unter den Werbungskosten angefГјhrt – Anlage N der SteuererklГ¤rung. FГјr Riester-VertrГ¤ge gibt es zusГ¤tzlich die Anlage AV.

    Klingt kompliziert? Für die Beraterinnen und Berater der VLH gehört es zum Tagesgeschäft, die Versicherungen den richtigen Anlagen zuzuordnen. Gerne unterstützen wir auch Sie darin, sich die Steuervorteile zu sichern, die Ihnen zustehen. Hier können Sie sich Ihren Berater suchen: Beratersuche.

    Diese Versicherungen können Sie NICHT absetzen:

    • Privat- / Mietrechtsschutz- / Verkehrsrechtsschutzversicherung
    • Hausratversicherung
    • Kfz-Kaskoversicherung
    • Private Rentenversicherung: Kapitalanlage-Produkte
    • Kapitallebensversicherung (wenn Sie nach dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurde, denn dann gilt Sie als Geldanlage)

    Auch für die betriebliche Altersvorsorge (bAV) sind keine Angaben in den Steuerformularen nötig. Grund: Die Beiträge werden bereits direkt von Ihrem Bruttogehalt abgezogen. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel bAV: So funktioniert die private Altersvorsorge.

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    Lohnsteuer kompakt FAQs

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    Private Haftpflichtversicherungen

    Geben Sie die Bezeichnung der Versicherung an, z.B. den Namen der Versicherungsgesellschaft und/oder die Versicherungsnummer Ihrer privaten Haftpflichtversicherung .

    Welche Arten von Unfall- und Haftpflichtversicherungen kann ich geltend machen?

    • Privathaftpflichtversicherung
    • Kfz-Haftpflichtversicherung
    • Hundehaftpflichtversicherung
    • Grundstückhaftpflichtversicherung
    • Grundbesitzerhaftpflichtversicherung

    Zu den Unfallversicherungen zählen neben der eigentlichen Unfallversicherung auch die Insassenversicherung, die Kinderunfallversicherung und die Reiseunfallversicherung. Es spielt keine Rolle, wer durch die Unfallversicherung abgesichert ist. Wichtig ist, dass Sie der Versicherungsnehmer sind und die Beiträge zahlen. Außerdem fordert das Finanzamt Belege für die Zahlungen. Beiträge zur Unfallversicherung können geltend gemacht werden, wenn diese Versicherungen nur private Risiken abdecken. Versicherungen, die neben privaten auch berufliche Risiken abdecken sollen, können zur Hälfte als Sonderausgaben und zur Hälfte als Werbungskosten oder Betriebsausgaben angegeben werden.

    Risiko-Lebensversicherungen können ebenso angegeben werden wie Beiträge für Witwen-/Waisenrentenversicherungen und oder Sterbekassen. Die Beiträge werden als Sonderausgaben in der Steuererklärung berücksichtigt. Allerdings werden diese Beiträge nur anerkannt, wenn der abzugsfähige Höchstbetrag von 1.900 Euro für Arbeitnehmer und Rentner und 2.800 Euro für Selbständige noch nicht mit Beiträgen zur Basis-Kranken- und Pflegepflichtversicherung ausgeschöpft ist.

    Geben Sie diese Versicherungsbeiträge auf jeden Fall in Ihrer Steuererklärung an. Lohnsteuer kompakt prüft für Sie automatisch, ob Sie den Höchstbetrag bereits erreicht haben oder zusätzliche Beiträge noch geltend gemacht werden können.

    Nicht zu den Sonderausgaben zählen Rechtsschutz- und Hausratversicherungen.

    Kann ich meine Haftpflichtversicherung über die Steuererklärung absetzen?

    Der Gesetzgeber erkennt die Haftpflichtversicherung als Vorsorgeaufwendung in der Steuererklärung an. Damit unterstützt er seine Bürger dabei, sich gegen Risiken im Leben abzusichern. Neben den Haftpflichtversicherungen können Sie in der Steuererklärung auch andere Versicherungen als Vorsorgemaßnahmen angeben.

    Die Beiträge zur Privat-Haftpflichtversicherung können als sonstige Vorsorgeaufwendungen steuerlich abgesetzt werden. Die Beiträge, die Sie bei Lohnsteuer kompakt eingeben, werden in die „Anlage Vorsorgeaufwand“ in die Zeile 50 übertragen.

    Hier können auch alle weiteren Beiträge für sonstige Vorsorgeaufwendungen eingetragen werden, wie zum Beispiel Beiträge zu Ihrer Kfz-Haftpflichtversicherung. Neben der Privat-Haftpflichtversicherung können Sie folgende weitere Haftpflichtversicherungen in der Einkommensteuererklärung als Vorsorgeaufwendungen geltend machen:

    • Tierhalterhaftpflicht für Hunde und Pferde
    • Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht
    • Bauherrenhaftpflicht
    • Jagdhaftpflicht
    • Bootshaftpflicht
    • Gewässerschaden-Haftpflicht

    Es kann sich für Steuerpflichtige lohnen zu prüfen, ob ihre Haftpflichtversicherung absetzbar ist. Es kann aber keine Garantie darüber gegeben werden, dass jeder Bürger mit einer Haftpflichtversicherung steuerliche Vorteile genießen kann. Viele erreichen schon durch die Angabe der Beiträge zur Krankenversicherung die Höchstgrenze beim Vorsorgeaufwand.

    Auch wenn der Fall eintritt, dass es sich nicht lohnt oder durch das Überschreiten von Höchstgrenzen nicht möglich ist, die Haftpflicht steuerlich geltend zu machen, sollte auf diesen Versicherungsschutz nicht verzichtet werden. Zu groß ist das Risiko, durch eine Unachtsamkeit im Alltag einen so großen Schaden anzurichten, für den ohne Haftpflichtversicherung ein Leben lang gezahlt werden müsste.

    Warum jeder eine Privathaftpflichtversicherung haben sollte!

    „Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstandenen Schadens verpflichtet.“ (§ 823 BGB)

    Damit ein kleines Missgeschick nicht zur finanziellen Katastrophe wird, sollte jeder Haushalt eine Haftpflichtversicherung besitzen. Denn fügt jemand einem anderen Schaden zu, so haftet er mit seinem gesamten privaten Vermögen – und zwar so lange, bis der finanzielle Schaden vollständig beglichen ist. Im schlimmsten Fall kann so etwas Millionen kosten und den Verursacher finanziell ruinieren.

    Eine private Haftpflichtversicherung soll in erster Linie vor existenzbedrohenden Forderungen schützen, die auf den Verursacher eines Schadens zukommen können – zum Beispiel durch die Verletzung eines Menschen oder durch Feuer- und Wasserschäden. Für vorsätzliche Beschädigungen kommt die Haftpflichtversicherung nicht auf, grobe Fahrlässigkeit ist aber mitversichert.

    Die private Haftpflichtversicherung wehrt auch unberechtigte Ansprüche Dritter für den Versicherten ab. Die Assekuranz prüft dazu, ob und in welcher Höhe für Sie eine Verpflichtung zum Schadenersatz besteht. Kommt es zum Rechtsstreit, übernimmt der Versicherer nicht nur die Prozess- und Regulierungskosten, sondern vertritt den Beklagten auch vor Gericht.

    Was aber, wenn Sie selbst von jemandem geschädigt werden, der nicht haftpflichtversichert ist? Immerhin hat etwa ein Drittel der deutschen Haushalte keine Haftpflichtpolice. Gegen einen geringen Aufpreis können Sie die so genannte Ausfalldeckung mitversichern. Dann springt Ihre Versicherung ein, wenn die gegnerische Seite nicht haftpflichtversichert und außerdem zahlungsunfähig ist. Vorher müssen Sie als Geschädigter jedoch alle rechtlichen Möglichkeiten gegen den Verursacher ausgeschöpft haben.

    Welchen Schutz bietet eine Haftpflichtversicherung?

    Die private Haftpflichtversicherung übernimmt nur Leistungen für Schäden, die im Alltag üblicherweise auftreten können. Daneben existieren aber noch eine Reihe anderer Haftpflichtversicherung: Kfz-Haftpflicht, die Tierhalterhaftpflicht, die Berufshaftpflicht, die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht, die Gewässerschadenhaftpflicht, die Bauherrenhaftpflicht, die Sportboothaftpflicht, die Jagdhaftpflicht sowie weitere spezielle Haftpflichtversicherungen.

    Grundsätzlich gilt der Haftpflichtschutz bei allen Versicherern für Schäden, die vom Versicherten oder den mitversicherten Personen fahrlässig im Privatbereich verursacht werden. Geschützt sind Sie dabei auch als Aufsichtspflichtiger, als Dienstherr von Haushaltsangestellten, als Bauherr kleinerer Bauvorhaben und als Wohnungsmieter oder -eigentümer.

    Im Straßenverkehr sind nur solche Schäden gedeckt, die Sie als Radfahrer oder Fußgänger verursachen. Als Kraftfahrer brauchen Sie zusätzlich eine Kfz-Haftpflichtpolice. Kleine Ausnahme: Fahrzeuge bis sechs km/h und Arbeitsmaschinen bis 20 km/h Höchstgeschwindigkeit sind in der Privat-Haftpflicht enthalten.

    Zu den versicherten Risiken zählen sogar die meisten Sportarten und der erlaubte private Gebrauch von Schusswaffen, jedoch mit Ausnahme der Jagd. Ebenfalls eingeschlossen sind Schäden, die durch die Haltung von zahmen Haustieren, Kleintieren oder Bienen entstehen.

    Wer dagegen „große“ oder „gefährliche“ Tiere (z.B. Hunde und Pferde) sein Eigen nennt, sollte eine spezielle Tierhalterhaftpflicht-Versicherung abschließen. Zum Reiten eines fremden Pferdes reicht die Privat-Haftpflichtpolice, Ansprüche des Pferdehalters sind dann aber ausgeschlossen.

    Der Haftpflichtschutz gilt generell auch im Ausland für mindestens ein Jahr, innerhalb der EU sogar länger. Die Versicherung haftet im Ausland im selben Umfang wie in Deutschland.

    Sonderfall: Haftung für Schäden von Kindern unter sieben Jahren

    Kinder unter sieben Jahren sind schuldunfähig, im Straßenverkehr sogar bis zum Ende des zehnten Lebensjahres. Bei Schäden zahlt die Versicherung nur, wenn die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt haben – und das ist Ermessenssache.

    Steht fest, dass die Kinder ordnungsgemäß beaufsichtigt wurden, können Eltern rechtlich nicht belangt werden. Moralisch fühlen sie sich aber sicherlich zum Schadensersatz verpflichtet, wenn zum Beispiel der Sohn beim Skaten das Auto des Nachbarn beschädigt hat. Für Eltern ist es deshalb empfehlenswert, per Zusatz die generelle Abdeckung von Schäden schuldunfähiger Kinder abzusichern.

    Was ist versichert?

    Für Angehörige desselben Haushalts reicht in der Regel ein Vertrag aus. In der Familienversicherung sind grundsätzlich alle unverheirateten Kinder mitversichert, wenn sie noch in einer Ausbildung beziehungsweise im Wehr- oder Zivildienst sind.

    Eine Mitversicherung ist auch dann noch möglich, wenn auf die Ausbildung Arbeitslosigkeit folgt. Für Paare ohne Trauschein – oft auch für gleichgeschlechtliche – gilt derselbe Schutz.

    Wenn ein Paar zusammenzieht, können sich beide über einen Vertrag versichern. Dabei wird der am längsten bestehende Vertrag fortgeführt, die „jüngere“ Police kann fristlos gekündigt werden. Allerdings gibt es bei gemeinsamen Verträgen untereinander keine Haftung. Wenn also der neue Mitbewohner die teure Stereoanlage ruiniert, kommt die Versicherung dafür nicht auf. Eine solche Doppel-Versicherung gilt es zu vermeiden.

    Für Singles, junge Leute bis 25 und Senioren ab 60 Jahren gibt es Sondertarife. Hier können aber keine weiteren Personen mitversichert werden, da die Deckungssummen manchmal geringer sind oder mehr Leistungsausschlüsse beinhalten.

    Was ist NICHT versichert?

    Generell nicht versichert sind Ansprüche aus Schäden, die vorsätzlich verursacht werden. Dasselbe gilt für Gefahren eines Betriebes, Berufes, Dienstes, Amtes (auch Ehrenamtes), einer verantwortlichen Betätigung in Vereinigungen aller Art sowie einer ungewöhnlichen oder gefährlichen Beschäftigung. Auch auf Bauherren, Haus- oder Grundstücksbesitzer erstreckt sich die private Haftpflicht nicht.

    Ebenfalls ausgeschlossen aus dem Haftpflichtschutz sind Sportarten wie Rad-, Pferde- oder Wagenrennen, Box- oder Ringkämpfe. Die Haftpflicht leistet ebenso wenig bei Schäden, die durch die Benutzung von Kraftfahrzeugen, eigenen Segelbooten, eigenen oder fremden Motorbooten und Luftfahrzeugen entstehen.

    Schäden an Gegenständen, die der Versicherte geliehen, gemietet, gepachtet oder gestohlen hat, sind gleichfalls nicht versichert. Dasselbe gilt für Strafen und Bußgelder, Jagdunfälle und Glasschäden. Auch für Abnutzung und Verschleiß kommt die Versicherung nicht auf.

    Ansprüche von Mitversicherten sowie Angehörigen aus dem gleichen Haushalt sind genauso ausgeschlossen wie die Übernahme von Gefälligkeitsschäden. Von einem Gefälligkeitsschaden spricht man beispielsweise, wenn Sie einem Freund beim Umzug helfen und seine Ming-Vase fallen lassen.

    Für einige der nicht versicherten Risiken gibt es Spezialversicherungen:

    • Bauherrenhaftpflichtversicherung
    • Bauleistungshaftpflichtversicherung
    • Berufshaftpflichtversicherung
    • Betriebshaftpflichtversicherung
    • Gewässerschäden- Haftpflichtversicherung
    • Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung
    • Jagd-Haftpflichtversicherung
    • Kfz-Haftpflichtversicherung
    • Luftfahrt-Haftpflichtversicherung
    • Tierhalter-Haftpflichtversicherung
    • Vereins-Haftpflichtversicherung
    • Wassersport-Haftpflichtversicherung

    Sie können auch zusätzliche Risiken versichern!

    Zusätzlich zum Grundschutz können bestimmte Risiken in den Vertrag einbezogen werden. Diese so genannte Deckungserweiterung ist mit Extra-Kosten verbunden.

    Bei einigen Anbietern sind die Extras aber schon im Grundschutz enthalten – fragen Sie gegebenenfalls nach. Zusätzlich versicherbare Risiken:

    • Verlust fremder Schlüssel oder Schlüssel für Zentralschließanlagen (außer: Büroschlüssel)
    • Hüten eines fremden Hundes
    • Allmählichkeitsschäden (durch Rauch oder Feuchtigkeit im Laufe der Zeit)
    • beschädigte Heizöltanks (bis 5000 Liter)
    • Mietsachschäden (z. B. kaputtes Waschbecken)
    • Verschmutzung von Grundwasser und Gewässern (z. B. durch Autowaschen, Umkippen eines Farbtopfes etc.)
    • Anmieten einer Ferienwohnung im Ausland
    • Benutzung eines Windsurfbretts
    • Schuldunfähige Kinder unter sieben Jahren bzw. unter zehn Jahren im Straßenverkehr
    • Betreuung fremder Kinder (Tagesmutter)

    Bei der Auswahl des Versicherers sollte neben der Prämie auch der Zusatzschutz für besondere Risiken verglichen werden.

    Wie hoch sollte die Deckungssumme der privaten Haftpflichtversicherung sein?

    Durch die vereinbarte Deckungssumme wird die Haftung des Versicherers begrenzt. Es sollte daher eine möglichst hohe Deckungssumme vereinbart werden. Dies gilt umso, da sich die Beiträge bei höheren Deckungssummen kaum von denen niedriger Deckungssummen unterscheiden.

    Die Deckungssumme sollte mindestens 3 Millionen besser aber 5 Millionen Euro Personen- und Sachschäden betragen. Die Versicherungen bieten heute in der Regel Tarife mit Deckungssummen von 5 bzw. 10 Millionen Euro angeboten. Es gibt aber auch Tarife, die gar keine Begrenzung aufweisen.

    Die Deckungssumme sollte den Betrag von 3 Millionen Euro auf keinen Fall unterschreiten.

    Welche Möglichkeiten der Deckungserweiterung gibt es?

    Die wichtigsten Bestandteile werden von allen Versicherungen gleichermaßen abgedeckt. Zusätzliche Risiken werden jedoch unterschiedlich behandelt. Bei einigen Versicherungen sind diese ohne Aufpreis abgedeckt, bei anderen jedoch nicht.

    Mögliche Zusatzleistungen sind zum Beispiel:

    • Verlust fremder Schlüssel
    • Allmählichkeitsschäden
    • Hüten fremder Hunde
    • Forderungsausfalldeckung

    Wird Ihnen von einer Person ein Schaden zugefügt, die selbst nicht privat haftpflichtversichert ist und aufgrund ihrer finanziellen Situation den Schaden nicht zahlen kann, springt die die Forderungsausfalldeckung dafür ein.

    Der Versicherer zahlt in der Regel aber erst ab einer bestimmten Schadenshöhe und wenn alle rechtlichen Mittel erschöpft sind, um vom Verursacher des Schadens eine Entschädigung zu bekommen.

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    Источники: http://www.financescout24.de/wissen/ratgeber/steuererklaerung-versicherungen-absetzen, http://www.vlh.de/wissen-service/steuer-abc/diese-versicherungen-koennen-sie-absetzen.html, http://www.lohnsteuer-kompakt.de/texte/2017/158/private_haftpflichtversicherungen

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