Haushaltnahe dienstleistungen

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    Haushaltsnahe Dienstleistungen

    So senken haushaltsnahe Dienstleistungen Ihre Steuerlast

    • Zuletzt aktualisiert: 5. September 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Sie können Teile der Kosten für Arbeiten, die normalerweise Mitglieder Ihres Haushalts ausführen würden, von der Steuer absetzen, wenn Sie damit eine Firma oder einen Selbstständigen beauftragen.
    • Die haushaltsnahen Arbeiten müssen in Ihrer Wohnung, Ihrem Haus oder auf dem dazu gehörenden Grundstück ausgeführt werden, damit das Finanzamt den Steuervorteil anerkennt. Das ist unter Umständen sogar dann möglich, wenn Ihre Immobilie in einem anderen europäischen Staat liegt.
    • Mieter und Mitglieder einer Wohneigentümergemeinschaft können Teile ihrer Nebenkostenabrechnung absetzen. Vermieter können diesen Steuervorteil hingegen nicht nutzen.

    So gehen Sie vor

    • Lassen Sie sich eine ordentliche Rechnung ausstellen und bewahren Sie diese gut auf. Bezahlen Sie die Rechnung nicht in bar, sondern überweisen Sie den Betrag.
    • Sie können maximal Arbeits- und Fahrtkosten von 20.000 Euro zu einem Fünftel in der Einkommensteuererklärung geltend machen. Daraus ergibt sich ein direkter Abzug von bis zu 4.000 Euro im Jahr von Ihrer Steuerschuld.
    • Sie können den Steuervorteil mit anderen Vorteilen kombinieren, weil die Abgrenzung der einzelnen Tätigkeiten durch die Finanzbehörden nicht immer eindeutig ist – so zum Beispiel mit Handwerkerleistungen.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Wenn Sie keine Zeit oder keine Lust haben, Ihre Fenster oder die Wohnung zu putzen, den Rasen zu mähen oder die Hecken zu schneiden, haben Sie möglicherweise jemanden beauftragt, der das für Sie erledigt. Macht er oder sie das legal gegen Rechnung, können Sie sich einen Teil der Kosten vom Finanzamt zurückholen. Wenn Sie gewisse Punkte beachten, können Sie so insgesamt bis zu 4.000 Euro direkt von Ihrer Steuerschuld abziehen. Die Kosten, die Ihnen durch haushaltsnahe Dienstleistungen entstehen, senken also nicht Ihr zu versteuerndes Einkommen und damit nicht Ihren persönlichen Grenzsteuersatz, sondern direkt Ihre Steuerschuld.

    Helfer für die Steuererklärung

    Diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein

    Haushaltsnahe Tätigkeit Die wichtigste Voraussetzung ist erfüllt, wenn Sie als Privatperson bei einem Dienstleister Tätigkeiten in Auftrag gegeben haben, die ansonsten Mitglieder Ihres Haushalts übernehmen würden. Also durch Ihren Ehe- oder Lebenspartner oder Kinder, die zu Hause wohnen. Es muss sich auch tatsächlich um eine reine Dienstleistung handeln, die noch dazu in Ihrem Haushalt ausgeführt wird. Deshalb wird die Zubereitung von Speisen in Ihrer Küche steuerlich gefördert – nicht aber der Catering-Service, der das Essen für Ihre Party anliefert. Die Arbeiten müssen grundsätzlich in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus oder auf dem dazugehörenden Grundstück erledigt werden.

    Auch Laubblasen oder Winterdienst auf öffentlichen Gehwegen vor dem eigenen Grundstück ist als haushaltsnahe Dienstleistung absetzbar. Dies stellt ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF) vom 9. November 2016 (Az. IV C 8 – S 2296-b/07/10003 :008) klar.

    Darin hat das BMF ebenfalls neu aufgenommen, dass die Kosten für ein Notrufsystem sowie für die Haustierbetreuung in der Wohnung absetzbar sind.

    Umstritten sind jedoch die Aufwendungen für einen Hundegassiservice. Schließlich geht hier der Dienstleister mit Hunden spazieren und verlässt dabei im Normalfall das Grundstück. Eine voll berufstätige Steuerpflichtige konnte das Finanzgericht Hessen trotzdem davon überzeugen, dass ihre Kosten für den kompletten Service in der Wohnung und mit „Gassigehen“ als haushaltsnahe Dienstleistungen anzusehen sind.

    In dem Fall versorgte der Dienstleister die Hunde täglich. Er hatte einen Wohnungsschlüssel und führte die Tiere für ein bis zwei Stunden aus. Danach brachte er sie zurück in die Wohnung, säuberte und fütterte sie. Die Finanzrichter entschieden, dass das Ausführen der Hunde über die Grundstücksgrenzen hinweg eine Leistung mit einem unmittelbaren räumlichen Bezug zum Haushalt sei (FG Hessen, Urteil vom 1. Februar 2017, Az. 12 K 902/16; Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesfinanzhof eingelegt: Az. VI B 25/17).

    Tipp: Hundebesitzer in vergleichbaren Situationen sollten daher ihre Kosten für das Gassigehen in der Steuererklärung angeben. Lehnt das Finanzamt ab, sollten sie Einspruch einlegen, sich hierbei auf das obengenannte Urteil beziehen und beantragen, dass das Verfahren nach Paragraf 363 Absatz 2 Abgabenordnung ruhen soll.

    Bis 510 Euro für Minijobber

    Für Beschäftige auf 450-Euro-Basis, die zu Hause für Sie tätig sind, können Sie bis zu 510 Euro im Jahr Steuern zurückholen. Die Vergünstigung dürfen Sie zusätzlich zu dem Abzug für haushaltsnahe Dienstleistungen und zu den Arbeitskosten von Handwerkern geltend machen. So kommen Sie im besten Fall auf eine Steuerersparnis von insgesamt bis zu 5.710 Euro.

    Abgrenzung zu Handwerkerkosten – Wenn Sie mit dem Anstrich der Fassade oder dem Legen neuer Fliesen im Bad einen Handwerker beauftragen, dürfen Sie dessen Arbeitskosten anteilig als Handwerkerleistungen zusätzlich in Höhe von bis zu 1.200 Euro von Ihrer jährlichen Steuerschuld abziehen. Das BMF-Schreiben hilft bei Abgrenzungsschwierigkeiten zwischen diesen beiden Kategorien Handwerkerkosten (maximal 1.200 Euro als Steuererstattung) und haushaltsnahe Dienstleistungen (maximal 4.000 Euro Steuererstattung).

    Rechnung per Überweisung zahlen Sie können einen selbstständigen Dienstleister oder eine Firma mit den haushaltsnahen Arbeiten beauftragen. Wichtig ist, dass die Tätigkeit legal ausgeübt wird. Schwarzarbeit zählt selbstverständlich nicht. Sie benötigen eine Rechnung. Zudem dürfen Sie den Betrag nicht bar bezahlen. Nur wenn Sie die Summe überwiesen haben, wird das Finanzamt Ihren Steuerabzug anerkennen. Sie können bis zu 20.000 Euro im Jahr an Arbeits-, Fahrt- oder Maschinenkosten für haushaltsnahe Dienstleistungen geltend machen, von denen 20 Prozent Ihre Steuerschuld mindern. Das ergibt einen Abzug von bis zu 4.000 Euro.

    Selbst Kosten für die Entsorgung von Abfällen können Sie in Ihrer Steuererklärung ansetzen, aber nur, wenn die Arbeit Teil einer haushaltsnahen Dienstleistung ist (§ 35a EStG).

    Rechnungsangaben – Die schriftliche Rechnung sollte folgende Daten enthalten:

    • Erbringer der Dienstleistung (mit Name, Anschrift und Steuernummer),
    • Empfänger der Leistung,
    • Art der Leistung,
    • Inhalt der Leistung,
    • Zeitpunkt der Leistungserstellung und
    • Entgelt, das gegebenenfalls aufzuschlüsseln ist zwischen abziehbaren Lohn- und Fahrtkosten auf der einen Seite und den Materialkosten auf der anderen Seite.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Was Sie absetzen können und was nicht

    Steuerlich geltend machen können Sie vor allem den Arbeitslohn, den Sie für die haushaltsnahe Dienstleistung zahlen. Aber auch die Fahrtkosten Ihres Dienstleisters sowie die Kosten für die Nutzung von Maschinen wie Staubsaugern oder Gartengeräten können Sie zu einem Fünftel in Ihrer Steuererklärung ansetzen. Auch Verbrauchsmaterialien zählen dazu, also etwa Spül- oder Reinigungsmittel oder das Streugut des Winterdienstes, der für Sie arbeitet. Fallen zusätzliche Kosten an, wenn etwa ein Dienstleister Ihre Hecke schneidet oder den Rasen mäht und den Schnitt entsorgen muss, können Sie auch diese zu 20 Prozent von Ihrer Steuerschuld abziehen.

    Prüfen Sie, welche Kosten Sie eventuell als außergewöhnliche Belastung geltend machen können.

    Hierhin in der Steuererklärung

    Tragen Sie Ihre Ausgaben für haushaltsnahe Dienstleistungen inklusive Mehrwertsteuer im Mantelbogen der Steuererklärung für 2016 auf Seite 3 in der Zeile 72 ein. Der Betrag, den Sie geltend machen, mindert direkt Ihre Steuerschuld. Er senkt weder Ihr zu versteuerndes Einkommen noch Ihren persönlichen Grenzsteuersatz.

    Nicht absetzen können Sie hingegen die allgemeinen Müllgebühren. Auch Nachhilfe- oder Musikunterricht für die Kinder zählt nicht dazu, selbst wenn er bei Ihnen zu Hause erteilt wird. Ausgeschlossen sind auch die Kosten für die Grabpflege. Das gilt auch für den Verwalter Ihrer Wohneigentümergemeinschaft. Haben Sie eine häusliche Pflegedienstleistung in Auftrag gegeben, können Sie Materialien wie ein spezielles Krankenbett ebenfalls nicht als haushaltsnahe Dienstleistung ansetzen.

    Liste haushaltsnaher Dienstleistungen

    Zu den steuerlich absetzbaren haushaltsnahen Dienstleistungen zählen unter anderem:

    • Reinigung der Wohnung, des Teppichs oder der Fenster,
    • Fußwegreinigung und Winterdienst, auch auf öffentlichen Gehwegen,
    • Hausmeisterleistungen,
    • Gartenarbeiten innerhalb des Grundstücks wie Rasen mähen, Baumpflege oder Hecken schneiden,
    • Pflegedienstleistungen – auch dann, wenn das Personal keine spezifische Ausbildung hat,
    • Aufwendungen für ein Notrufsystem in einer Seniorenresidenz,
    • Kinderbetreuung zu Hause sowie
    • Versorgung und Betreuung von Haustieren in der eigenen Wohnung.

    In diesem Schreiben erläutert das Ministerium auf den ersten 24 Seiten die Voraussetzungen und Details, wann solche privat veranlassten Aufwendungen steuerlich abzugsfähig sein können. Angehängt ist die Anlage 1, in der alphabetisch von Abfallmanagement bis zur Zubereitung von Mahlzeiten im Haushalt unterschiedlichste Tätigkeiten aufgelistet und den unterschiedlichen Kategorien (haushaltsnahe Dienstleistung oder Handwerkerleistung) zugeordnet werden. Auf einem Blick können Sie erkennen, welche davon die Finanzämter als begünstigte Leistung einordnen. Dieses Verwaltungsschreiben ist für alle Finanzämter verbindlich.

    Mit diesen Tipps sparen Sie Steuern

    Auf die Rechnung achten Achten Sie unbedingt darauf, dass Arbeits- und andere Kosten in der Rechnung Ihres Dienstleisters aufgeschlüsselt sind. Sollte aus ihr nicht klar hervorgehen, was Sie wofür zahlen, verlangen Sie eine neue Rechnung.

    Weitere Vergünstigungen nutzen – Haushaltsnahe Dienstleistungen überschneiden sich teils mit den Arbeiten von Handwerkern, die Sie mit Arbeiten in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus beauftragen, was Sie ebenfalls steuerlich geltend machen können. Das oben erwähnte BMF-Schreiben enthält in Anlage 1 eine Liste, an die sich die Finanzämter bei der Zuordnung halten müssen. Prüfen Sie, welche Spielräume sich für Sie ergeben. Denn Sie haben Anspruch auf beide Vergünstigungen. Einen Posten mehrfach anzusetzen, ist allerdings nicht möglich.

    Einzelveranlagung – Steuerermäßigungen für Handwerkerleistungen oder haushaltsnahe Dienstleistungen werden demjenigen Ehegatten oder Lebenspartner zugerechnet, der sie bezahlt hat (§ 26a Abs. 2 Einkommensteuergesetz). Die Beiden können alternativ beantragen, dass ihnen die Aufwendungen jeweils zur Hälfte zugerechnet werden. Hierzu reicht ein „übereinstimmender“ Antrag, ein „gemeinsamer“ Antrag ist nicht notwendig. Das heißt, es reicht der Antrag des Partners, der die Kosten getragen hat.

    Hilfe bei Gartenarbeiten – Den Finanzämtern hat das Ministerium keine klare Abgrenzung für den Fall vorgegeben, dass Sie sich bei Gartenarbeiten helfen lassen. Im entscheidenden Schreiben heißt es lediglich, während die „Gartengestaltung“ unter die Begünstigung von Handwerkerleistungen falle, gelte für „Gartenpflegearbeiten“ wie Rasenmähen oder Heckenschneiden die Begünstigung für haushaltsnahe Dienstleistung. Die unklare Trennung gewährt Ihnen einen gewissen Spielraum bei der Gestaltung. Prüfen Sie also, was Sie wo ansetzen können, damit Sie Ihren maximalen Steuervorteil nutzen können.

    Hilfe durch Au-pair – Haben Sie ein Au-pair in Ihren Haushalt aufgenommen, können Sie auch diese Aufwendungen bei den haushaltsnahen Dienstleistungen ansetzen. Das dürfte Ihnen aber wahrscheinlich nur mit den möglicherweise vereinbarten Taschengeldzahlungen gelingen, denn wie für alle anderen haushaltsnahen Dienstleistungen gilt auch hier, dass Sie die Zahlung der absetzbaren Beträge auf ein Konto nachweisen müssen. Das dürfte sich bei den Kosten für Unterkunft und Verpflegung für Ihren Gast schwierig gestalten. Für Unterkunft und Verpflegung könnte eine Erstattung mit den amtlichen Sachbezugswerten vereinbart werden. Steuerlich ideal wäre, wenn das Au-pair möglichst komplett für die Kinderbetreuung da ist und das vertraglich auch so vereinbart wurde. Denn dann können Sie die Ausgaben als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend machen. Dabei dürfte sich das Finanzamt mit einer Kopie des Au-pair-Vertrags als Beleg begnügen.

    Wohnungseigentümergemeinschaften – Auch wenn Sie Teil einer Wohnungseigentümergemeinschaft sind und bestimmte Dienstleistungen wie den Winterdienst gemeinsam an eine Servicefirma vergeben, können Sie die Kosten dafür teilweise in der Steuererklärung geltend machen. Voraussetzung ist allerdings, dass die insgesamt anfallenden Aufwendungen sauber auf die einzelnen Eigentümer aufgeteilt sind. Achten Sie deshalb darauf, dass sie in Ihrer Jahresrechnung detailliert aufgeführt und Ihrer Wohneinheit klar zugeordnet sind. Sie können sich auch eine Bescheinigung Ihres Verwalters dafür ausstellen lassen, die Sie beim Finanzamt einreichen. Die Tätigkeit des Verwalters zählt indes nicht zu den haushaltsnahen Dienstleistungen, sodass Sie Ihre Ausgaben für ihn nicht ansetzen können.

    Kein Steuerabzug für Vermieter – Vermieten Sie eine Wohnung oder ein Haus und haben für die Gartenpflege eine Firma beauftragt, können Sie die Kosten dafür nicht als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen – anders als Arbeiten in Ihrem privaten Garten. Was Sie an den Dienstleister zahlen, ist dennoch steuerlich relevant. Es handelt sich um Werbungskosten für die Erzielung von Mieten und Pachten. In Ihrer Einkommensteuererklärung gehören diese Aufwendungen auf die zweite Seite der Anlage V. Tragen Sie die Gesamtsumme in Zeile 22 und in Zeile 50 ein.

    Vorteile zwei Jahre nutzen

    Sollten Sie Ihren Dienstleister über den Jahreswechsel hinaus beauftragen, prüfen Sie, wie weit Sie Ihre Möglichkeiten zum Steuerabzug bereits wahrgenommen haben. Würden Sie die Höchstsumme überschreiten, versuchen Sie, einen Teil der Zahlung ins neue Jahr zu verschieben. Denn für das Finanzamt zählt das Datum der Überweisung, nicht das der Arbeiten. Verhandeln Sie notfalls über eine Abschlags- oder Anzahlung.

    Abzugsmöglichkeiten für Pflegebedürftige – Dafür, dass eine haushaltsnahe Dienstleistung als in Ihrem Haushalt erbracht gilt, müssen Sie in der entsprechenden Wohnung oder im Haus nicht immer selbst wohnen: Die Steuervergünstigung gilt auch dann, wenn Sie wegen Krankheit oder Pflegebedürftigkeit vorübergehend außer Haus leben müssen. Auch darüber hinaus bestehen für Pflegebedürftige einige Ausnahmen von den grundsätzlichen Regelungen für haushaltsnahe Dienstleistungen. Sie können beispielsweise den Besuch der Friseurin oder des Fußpflegers als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen, obwohl diese Dienste normalerweise nicht von einem Angehörigen Ihres eigenen Haushalts geleistet werden.

    Der Bundesfinanzhof hat auch die Aufwendungen für ein Notrufsystem als haushaltsnahe Dienstleistungen anerkannt, das innerhalb einer Wohnung im Rahmen des betreuten Wohnens 24 Stunden am Tag Hilfeleistung sicherstellt (Urteil vom 3. September 2015, Az. VI R 18/14). Im konkreten Fall vereinbarte der Steuerpflichtige in einem Seniorenbetreuungsvertrag, dass ihm bei einem Notruf jederzeit Soforthilfe durch Fachpersonal zur Verfügung steht. Er zahlte dafür eine Betreuungspauschale. Diese ist nach dem Richterspruch steuerlich absetzbar. Ohne Bedeutung ist, dass sich die Notrufzentrale außerhalb des Haushalts des zu Pflegenden befindet.

    Außergewöhnliche Belastungen – Wenn Sie zwangsläufig höhere Aufwendungen haben als der durchschnittliche Steuerzahler mit vergleichbar hohen Einkünften und in einer vergleichbaren Lebenslage, können Sie diese Kosten als außergewöhnliche Belastungen geltend machen. Dabei kann es sich zum Beispiel um eine Pflegekraft handeln. Die Ausgaben dafür gelten für die Finanzämter allerdings erst ab einer gewissen Höhe als außergewöhnlich. Sie reduzieren Ihr zu versteuerndes Einkommen und senken damit tendenziell Ihren persönlichen Grenzsteuersatz. Für den darunter liegenden, gewissermaßen gewöhnlichen Betrag haben Sie vielleicht die Möglichkeit, ihn zusätzlich als haushaltsnahe Dienstleistung anteilig von Ihrer Steuerschuld abzuziehen. Sind die Pflegekosten für Sie vergleichsweise gering und damit kaum außergewöhnlich, raten wir Ihnen, sie in Ihrer Steuererklärung vollständig dort anzusetzen, damit Sie die Vergünstigung für haushaltsnahe Dienstleistungen möglichst komplett nutzen können. Ab wann eine Belastung als außergewöhnlich gilt, richtet sich übrigens nach Ihrem Einkommen.

    Dienstleistungen von Partnern und Kindern – Leistungen, die Ehepartner füreinander oder unterhaltsberechtigte Kinder für Ihre Eltern erbringen, können grundsätzlich nicht in einem Vertrag geregelt werden, den das Finanzamt anerkennt. Der rechtliche Hintergrund sind die Verpflichtungen, die in den Paragrafen 1360, 1356 sowie 1619 des Bürgerlichen Gesetzbuches festgelegt sind. Die Passagen erstrecken sich auch auf eingetragene Lebenspartnerschaft und nicht eingetragene Lebensgemeinschaften. Wenn Sie Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter monatlich 20 Euro für die Hilfe beim Rasenmähen zahlen, können Sie die Summe möglicherweise trotzdem absetzen – aber nur, wenn Ihre Angehörigen nicht in Ihrem Haushalt leben. Zudem muss der Vertrag zivilrechtlich korrekt zustande gekommen und so ausgestaltet sein, wie Sie ihn auch mit Fremden schließen würden – und schließlich muss die vereinbarte Leistung auch tatsächlich erbracht werden.

    Auch für Arbeiten im EU-Ausland nutzbar – Selbst wenn Sie einen Hausmeisterdienst mit der Pflege Ihrer Finca auf Mallorca beauftragt haben – die Kosten dafür erstattet Ihnen zum Teil der deutsche Fiskus. Das gilt für alle Ferien- oder Zweitwohnungen, sofern sie innerhalb der 28 EU-Staaten sowie Liechtenstein, Norwegen oder Island als Mitglieder im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) liegen. Allerdings gilt auch hier: Sie müssen die Immobilie selbst nutzen. Haben Sie sie vermietet, setzen Sie die Kosten als Werbungskosten für die Erzielung von Mieten und Pachten an. Und: Achten Sie unbedingt auf eine für Ihre Zwecke korrekte Rechnung.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Steuerabzug für Mieter

    Auch als Mieter können Sie die Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen gelten machen, die sich in Ihrer Nebenkostenabrechnung wiederfinden. Beispiele sind Ausgaben für Gartenarbeiten, den Hausmeister, den Putzdienst oder den Winterdienst. Auch die kompletten Schornsteinfegerkosten können als Handwerkerkosten berücksichtigt werden. Achten Sie darauf, dass die Posten in Ihrer Nebenkostenabrechnung detailliert aufgeschlüsselt und Ihrer Mietwohnung klar zugeordnet sind. Notfalls lassen Sie sich von Ihrem Vermieter eine entsprechende Bescheinigung geben.

    Im BMF-Schreiben finden Sie eine Musterbescheinigung, die Hausverwalter und Vermieter ihren Mietern als Anlage zur Jahresabrechnung aushändigen können. Dafür darf die Hausverwaltung eine Gebühr nehmen.

    Die Summe, die Sie von ihrer Steuerschuld abziehen können, dürfte umso kleiner ausfallen, je mehr Parteien zusammen mit Ihnen im Mietshaus wohnen.

    Nachdem für das Steuerjahr immer das Abfluss- und Zuflussprinzip gilt, geben Sie die Kosten und Abrechnungen, die in einem Jahr bezahlt wurden, in der entsprechenden Jahres-Steuerklärung an.

    Beispiel: Sie bekommen erst im Oktober 2017 Ihre Nebenkostenabrechnung für das Jahr 2016. Bereits Ende Mai 2017 mussten Sie aber die Steuererklärung 2016 abgeben. Sie können in diesem Fall Ihre Zahlungen, die Sie 2016 geleistet haben, ansetzen und eine mögliche Nachzahlung für das Jahr 2015, die Sie 2016 nach der Nebenkostenabrechnung für 2015 bezahlt haben. In der Steuererklärung 2017 können Sie dann haushaltsnahe Dienstleistungen aus der Betriebskostenabrechnung 2016 und etwaige Nachzahlungen für das Jahr 2016 geltend machen, wenn diese erst 2017 bezahlt wurden.

    Mehr dazu im Ratgeber Steuererklärung

    Experte für Steuern

    Das Wichtigste zur Einkommensteuer:

    • Welche Formulare Sie bis wann ausfüllen müssen.
    • Wer eine Steuererklärung abgeben muss – und wer sollte.
    • Welche Ausgaben die Steuern mindern.

    Weitere hilfreiche Ratgeber:

    Das müssen Sie beachten

    Keine Barzahlung

    Die Steuervergünstigung für haushaltsnahe Dienstleistungen gewährt der Staat vor allem, um der Schwarzarbeit Einhalt zu gebieten. Deswegen dürfen Sie die Rechnungen Ihres Dienstleisters oder seiner Firma keinesfalls in bar begleichen. Denn das Finanzamt erkennt Ihren Steuerabzug nur dann an, wenn Sie eine Überweisung nachweisen können. Heben Sie deshalb nicht nur die Rechnung mindestens zwei Jahre auf, sondern auch eine Kopie Ihres Kontoauszugs, der die Zahlung belegt.

    Arbeiten nur im eigenen Haushalt – Achten Sie darauf, dass die Rechnung sehr detailliert ausfällt. Am besten ist sogar aufgeführt, wo genau die haushaltsnahe Dienstleistung ausgeführt wurde. Sonst könnte Ihnen das Finanzamt entgegenhalten, dass die Arbeiten nicht für Ihren Haushalt erledigt wurden.

    Kinderbetreuung – Auch wenn die Betreuung und die Aufsicht über die Kinder zu klassischen Arbeiten zählen, die ein Familienmitglied übernimmt: Die Kosten dafür sind nur zum Teil als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzbar. Meistens dürfte das außerdem die steuerlich schlechtere Variante für Sie sein. Vielmehr können Sie die Aufwendungen als Sonderausgaben zu zwei Dritteln ansetzen – bis zu einer Höhe von 4.000 Euro je Kind. Diese Summe können Sie nicht von der Steuerschuld abziehen, sondern von Ihrem zu versteuernden Einkommen. So mindern Sie zumindest tendenziell Ihren persönlichen Grenzsteuersatz.

    Einmaliger Abzug – Was Sie schon anderweitig steuerlich geltend gemacht haben, können Sie nicht noch einmal als haushaltsnahe Dienstleistung ansetzen. Haben Sie Aufwendungen beispielsweise als Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht, fallen sie aus dem Steuerabzug heraus. Dennoch ergeben sich Spielräume bei einigen Tätigkeiten, für die Sie wahlweise auch die Vergünstigungen für Handwerkerarbeiten nutzen können. Prüfen Sie genau, was Sie wo geltend machen, um Ihren Steuerabzug vollständig zu nutzen. Und möglicherweise kombinieren Sie diese Vergünstigungen, indem Sie in der Steuererklärung zudem außergewöhnliche Belastungen ansetzen.

    Vor- und Rückträge sind nicht möglich – Nicht möglich ist der Übertrag entstandener Kosten in das folgende Jahr oder das Vorjahr. Das heißt, wenn Sie in einem Jahr keine Steuern zahlen, weil Ihre Einkünfte zu gering sind, können Sie auch den Steuervorteil nicht nutzen – die Vergünstigung entfällt komplett.

    Eingetragene Lebenspartnerschaften

    Steuerpflichtige, die zusammen einen Haushalt bewohnen, können den gesamten Steuerabzug für haushaltsnahe Dienstleistungen insgesamt nur einmal in Anspruch nehmen. Deshalb müssen Sie den Namen Ihres Partners sowie sein Geburtsdatum im Mantelbogen der Einkommensteuererklärung für 2016 in Zeile 75 angeben. Achten Sie darauf, dass beide Partner die Aufträge an Dienstleister vergeben und auch die Rechnungen begleichen. So können Sie die Steuervergünstigung vollständig ausschöpfen.

    Haushaltsnahe Dienstleistungen

    So senken haushaltsnahe Dienstleistungen Ihre Steuerlast

    • Zuletzt aktualisiert: 5. September 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Sie können Teile der Kosten für Arbeiten, die normalerweise Mitglieder Ihres Haushalts ausführen würden, von der Steuer absetzen, wenn Sie damit eine Firma oder einen Selbstständigen beauftragen.
    • Die haushaltsnahen Arbeiten müssen in Ihrer Wohnung, Ihrem Haus oder auf dem dazu gehörenden Grundstück ausgeführt werden, damit das Finanzamt den Steuervorteil anerkennt. Das ist unter Umständen sogar dann möglich, wenn Ihre Immobilie in einem anderen europäischen Staat liegt.
    • Mieter und Mitglieder einer Wohneigentümergemeinschaft können Teile ihrer Nebenkostenabrechnung absetzen. Vermieter können diesen Steuervorteil hingegen nicht nutzen.

    So gehen Sie vor

    • Lassen Sie sich eine ordentliche Rechnung ausstellen und bewahren Sie diese gut auf. Bezahlen Sie die Rechnung nicht in bar, sondern überweisen Sie den Betrag.
    • Sie können maximal Arbeits- und Fahrtkosten von 20.000 Euro zu einem Fünftel in der Einkommensteuererklärung geltend machen. Daraus ergibt sich ein direkter Abzug von bis zu 4.000 Euro im Jahr von Ihrer Steuerschuld.
    • Sie können den Steuervorteil mit anderen Vorteilen kombinieren, weil die Abgrenzung der einzelnen Tätigkeiten durch die Finanzbehörden nicht immer eindeutig ist – so zum Beispiel mit Handwerkerleistungen.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Wenn Sie keine Zeit oder keine Lust haben, Ihre Fenster oder die Wohnung zu putzen, den Rasen zu mähen oder die Hecken zu schneiden, haben Sie möglicherweise jemanden beauftragt, der das für Sie erledigt. Macht er oder sie das legal gegen Rechnung, können Sie sich einen Teil der Kosten vom Finanzamt zurückholen. Wenn Sie gewisse Punkte beachten, können Sie so insgesamt bis zu 4.000 Euro direkt von Ihrer Steuerschuld abziehen. Die Kosten, die Ihnen durch haushaltsnahe Dienstleistungen entstehen, senken also nicht Ihr zu versteuerndes Einkommen und damit nicht Ihren persönlichen Grenzsteuersatz, sondern direkt Ihre Steuerschuld.

    Helfer für die Steuererklärung

    Diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein

    Haushaltsnahe Tätigkeit Die wichtigste Voraussetzung ist erfüllt, wenn Sie als Privatperson bei einem Dienstleister Tätigkeiten in Auftrag gegeben haben, die ansonsten Mitglieder Ihres Haushalts übernehmen würden. Also durch Ihren Ehe- oder Lebenspartner oder Kinder, die zu Hause wohnen. Es muss sich auch tatsächlich um eine reine Dienstleistung handeln, die noch dazu in Ihrem Haushalt ausgeführt wird. Deshalb wird die Zubereitung von Speisen in Ihrer Küche steuerlich gefördert – nicht aber der Catering-Service, der das Essen für Ihre Party anliefert. Die Arbeiten müssen grundsätzlich in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus oder auf dem dazugehörenden Grundstück erledigt werden.

    Auch Laubblasen oder Winterdienst auf öffentlichen Gehwegen vor dem eigenen Grundstück ist als haushaltsnahe Dienstleistung absetzbar. Dies stellt ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF) vom 9. November 2016 (Az. IV C 8 – S 2296-b/07/10003 :008) klar.

    Darin hat das BMF ebenfalls neu aufgenommen, dass die Kosten für ein Notrufsystem sowie für die Haustierbetreuung in der Wohnung absetzbar sind.

    Umstritten sind jedoch die Aufwendungen für einen Hundegassiservice. Schließlich geht hier der Dienstleister mit Hunden spazieren und verlässt dabei im Normalfall das Grundstück. Eine voll berufstätige Steuerpflichtige konnte das Finanzgericht Hessen trotzdem davon überzeugen, dass ihre Kosten für den kompletten Service in der Wohnung und mit „Gassigehen“ als haushaltsnahe Dienstleistungen anzusehen sind.

    In dem Fall versorgte der Dienstleister die Hunde täglich. Er hatte einen Wohnungsschlüssel und führte die Tiere für ein bis zwei Stunden aus. Danach brachte er sie zurück in die Wohnung, säuberte und fütterte sie. Die Finanzrichter entschieden, dass das Ausführen der Hunde über die Grundstücksgrenzen hinweg eine Leistung mit einem unmittelbaren räumlichen Bezug zum Haushalt sei (FG Hessen, Urteil vom 1. Februar 2017, Az. 12 K 902/16; Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesfinanzhof eingelegt: Az. VI B 25/17).

    Tipp: Hundebesitzer in vergleichbaren Situationen sollten daher ihre Kosten für das Gassigehen in der Steuererklärung angeben. Lehnt das Finanzamt ab, sollten sie Einspruch einlegen, sich hierbei auf das obengenannte Urteil beziehen und beantragen, dass das Verfahren nach Paragraf 363 Absatz 2 Abgabenordnung ruhen soll.

    Bis 510 Euro für Minijobber

    Für Beschäftige auf 450-Euro-Basis, die zu Hause für Sie tätig sind, können Sie bis zu 510 Euro im Jahr Steuern zurückholen. Die Vergünstigung dürfen Sie zusätzlich zu dem Abzug für haushaltsnahe Dienstleistungen und zu den Arbeitskosten von Handwerkern geltend machen. So kommen Sie im besten Fall auf eine Steuerersparnis von insgesamt bis zu 5.710 Euro.

    Abgrenzung zu Handwerkerkosten – Wenn Sie mit dem Anstrich der Fassade oder dem Legen neuer Fliesen im Bad einen Handwerker beauftragen, dürfen Sie dessen Arbeitskosten anteilig als Handwerkerleistungen zusätzlich in Höhe von bis zu 1.200 Euro von Ihrer jährlichen Steuerschuld abziehen. Das BMF-Schreiben hilft bei Abgrenzungsschwierigkeiten zwischen diesen beiden Kategorien Handwerkerkosten (maximal 1.200 Euro als Steuererstattung) und haushaltsnahe Dienstleistungen (maximal 4.000 Euro Steuererstattung).

    Rechnung per Überweisung zahlen Sie können einen selbstständigen Dienstleister oder eine Firma mit den haushaltsnahen Arbeiten beauftragen. Wichtig ist, dass die Tätigkeit legal ausgeübt wird. Schwarzarbeit zählt selbstverständlich nicht. Sie benötigen eine Rechnung. Zudem dürfen Sie den Betrag nicht bar bezahlen. Nur wenn Sie die Summe überwiesen haben, wird das Finanzamt Ihren Steuerabzug anerkennen. Sie können bis zu 20.000 Euro im Jahr an Arbeits-, Fahrt- oder Maschinenkosten für haushaltsnahe Dienstleistungen geltend machen, von denen 20 Prozent Ihre Steuerschuld mindern. Das ergibt einen Abzug von bis zu 4.000 Euro.

    Selbst Kosten für die Entsorgung von Abfällen können Sie in Ihrer Steuererklärung ansetzen, aber nur, wenn die Arbeit Teil einer haushaltsnahen Dienstleistung ist (§ 35a EStG).

    Rechnungsangaben – Die schriftliche Rechnung sollte folgende Daten enthalten:

    • Erbringer der Dienstleistung (mit Name, Anschrift und Steuernummer),
    • Empfänger der Leistung,
    • Art der Leistung,
    • Inhalt der Leistung,
    • Zeitpunkt der Leistungserstellung und
    • Entgelt, das gegebenenfalls aufzuschlüsseln ist zwischen abziehbaren Lohn- und Fahrtkosten auf der einen Seite und den Materialkosten auf der anderen Seite.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Was Sie absetzen können und was nicht

    Steuerlich geltend machen können Sie vor allem den Arbeitslohn, den Sie für die haushaltsnahe Dienstleistung zahlen. Aber auch die Fahrtkosten Ihres Dienstleisters sowie die Kosten für die Nutzung von Maschinen wie Staubsaugern oder Gartengeräten können Sie zu einem Fünftel in Ihrer Steuererklärung ansetzen. Auch Verbrauchsmaterialien zählen dazu, also etwa Spül- oder Reinigungsmittel oder das Streugut des Winterdienstes, der für Sie arbeitet. Fallen zusätzliche Kosten an, wenn etwa ein Dienstleister Ihre Hecke schneidet oder den Rasen mäht und den Schnitt entsorgen muss, können Sie auch diese zu 20 Prozent von Ihrer Steuerschuld abziehen.

    Prüfen Sie, welche Kosten Sie eventuell als außergewöhnliche Belastung geltend machen können.

    Hierhin in der Steuererklärung

    Tragen Sie Ihre Ausgaben für haushaltsnahe Dienstleistungen inklusive Mehrwertsteuer im Mantelbogen der Steuererklärung für 2016 auf Seite 3 in der Zeile 72 ein. Der Betrag, den Sie geltend machen, mindert direkt Ihre Steuerschuld. Er senkt weder Ihr zu versteuerndes Einkommen noch Ihren persönlichen Grenzsteuersatz.

    Nicht absetzen können Sie hingegen die allgemeinen Müllgebühren. Auch Nachhilfe- oder Musikunterricht für die Kinder zählt nicht dazu, selbst wenn er bei Ihnen zu Hause erteilt wird. Ausgeschlossen sind auch die Kosten für die Grabpflege. Das gilt auch für den Verwalter Ihrer Wohneigentümergemeinschaft. Haben Sie eine häusliche Pflegedienstleistung in Auftrag gegeben, können Sie Materialien wie ein spezielles Krankenbett ebenfalls nicht als haushaltsnahe Dienstleistung ansetzen.

    Liste haushaltsnaher Dienstleistungen

    Zu den steuerlich absetzbaren haushaltsnahen Dienstleistungen zählen unter anderem:

    • Reinigung der Wohnung, des Teppichs oder der Fenster,
    • Fußwegreinigung und Winterdienst, auch auf öffentlichen Gehwegen,
    • Hausmeisterleistungen,
    • Gartenarbeiten innerhalb des Grundstücks wie Rasen mähen, Baumpflege oder Hecken schneiden,
    • Pflegedienstleistungen – auch dann, wenn das Personal keine spezifische Ausbildung hat,
    • Aufwendungen für ein Notrufsystem in einer Seniorenresidenz,
    • Kinderbetreuung zu Hause sowie
    • Versorgung und Betreuung von Haustieren in der eigenen Wohnung.

    In diesem Schreiben erläutert das Ministerium auf den ersten 24 Seiten die Voraussetzungen und Details, wann solche privat veranlassten Aufwendungen steuerlich abzugsfähig sein können. Angehängt ist die Anlage 1, in der alphabetisch von Abfallmanagement bis zur Zubereitung von Mahlzeiten im Haushalt unterschiedlichste Tätigkeiten aufgelistet und den unterschiedlichen Kategorien (haushaltsnahe Dienstleistung oder Handwerkerleistung) zugeordnet werden. Auf einem Blick können Sie erkennen, welche davon die Finanzämter als begünstigte Leistung einordnen. Dieses Verwaltungsschreiben ist für alle Finanzämter verbindlich.

    Mit diesen Tipps sparen Sie Steuern

    Auf die Rechnung achten Achten Sie unbedingt darauf, dass Arbeits- und andere Kosten in der Rechnung Ihres Dienstleisters aufgeschlüsselt sind. Sollte aus ihr nicht klar hervorgehen, was Sie wofür zahlen, verlangen Sie eine neue Rechnung.

    Weitere Vergünstigungen nutzen – Haushaltsnahe Dienstleistungen überschneiden sich teils mit den Arbeiten von Handwerkern, die Sie mit Arbeiten in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus beauftragen, was Sie ebenfalls steuerlich geltend machen können. Das oben erwähnte BMF-Schreiben enthält in Anlage 1 eine Liste, an die sich die Finanzämter bei der Zuordnung halten müssen. Prüfen Sie, welche Spielräume sich für Sie ergeben. Denn Sie haben Anspruch auf beide Vergünstigungen. Einen Posten mehrfach anzusetzen, ist allerdings nicht möglich.

    Einzelveranlagung – Steuerermäßigungen für Handwerkerleistungen oder haushaltsnahe Dienstleistungen werden demjenigen Ehegatten oder Lebenspartner zugerechnet, der sie bezahlt hat (§ 26a Abs. 2 Einkommensteuergesetz). Die Beiden können alternativ beantragen, dass ihnen die Aufwendungen jeweils zur Hälfte zugerechnet werden. Hierzu reicht ein „übereinstimmender“ Antrag, ein „gemeinsamer“ Antrag ist nicht notwendig. Das heißt, es reicht der Antrag des Partners, der die Kosten getragen hat.

    Hilfe bei Gartenarbeiten – Den Finanzämtern hat das Ministerium keine klare Abgrenzung für den Fall vorgegeben, dass Sie sich bei Gartenarbeiten helfen lassen. Im entscheidenden Schreiben heißt es lediglich, während die „Gartengestaltung“ unter die Begünstigung von Handwerkerleistungen falle, gelte für „Gartenpflegearbeiten“ wie Rasenmähen oder Heckenschneiden die Begünstigung für haushaltsnahe Dienstleistung. Die unklare Trennung gewährt Ihnen einen gewissen Spielraum bei der Gestaltung. Prüfen Sie also, was Sie wo ansetzen können, damit Sie Ihren maximalen Steuervorteil nutzen können.

    Hilfe durch Au-pair – Haben Sie ein Au-pair in Ihren Haushalt aufgenommen, können Sie auch diese Aufwendungen bei den haushaltsnahen Dienstleistungen ansetzen. Das dürfte Ihnen aber wahrscheinlich nur mit den möglicherweise vereinbarten Taschengeldzahlungen gelingen, denn wie für alle anderen haushaltsnahen Dienstleistungen gilt auch hier, dass Sie die Zahlung der absetzbaren Beträge auf ein Konto nachweisen müssen. Das dürfte sich bei den Kosten für Unterkunft und Verpflegung für Ihren Gast schwierig gestalten. Für Unterkunft und Verpflegung könnte eine Erstattung mit den amtlichen Sachbezugswerten vereinbart werden. Steuerlich ideal wäre, wenn das Au-pair möglichst komplett für die Kinderbetreuung da ist und das vertraglich auch so vereinbart wurde. Denn dann können Sie die Ausgaben als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend machen. Dabei dürfte sich das Finanzamt mit einer Kopie des Au-pair-Vertrags als Beleg begnügen.

    Wohnungseigentümergemeinschaften – Auch wenn Sie Teil einer Wohnungseigentümergemeinschaft sind und bestimmte Dienstleistungen wie den Winterdienst gemeinsam an eine Servicefirma vergeben, können Sie die Kosten dafür teilweise in der Steuererklärung geltend machen. Voraussetzung ist allerdings, dass die insgesamt anfallenden Aufwendungen sauber auf die einzelnen Eigentümer aufgeteilt sind. Achten Sie deshalb darauf, dass sie in Ihrer Jahresrechnung detailliert aufgeführt und Ihrer Wohneinheit klar zugeordnet sind. Sie können sich auch eine Bescheinigung Ihres Verwalters dafür ausstellen lassen, die Sie beim Finanzamt einreichen. Die Tätigkeit des Verwalters zählt indes nicht zu den haushaltsnahen Dienstleistungen, sodass Sie Ihre Ausgaben für ihn nicht ansetzen können.

    Kein Steuerabzug für Vermieter – Vermieten Sie eine Wohnung oder ein Haus und haben für die Gartenpflege eine Firma beauftragt, können Sie die Kosten dafür nicht als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen – anders als Arbeiten in Ihrem privaten Garten. Was Sie an den Dienstleister zahlen, ist dennoch steuerlich relevant. Es handelt sich um Werbungskosten für die Erzielung von Mieten und Pachten. In Ihrer Einkommensteuererklärung gehören diese Aufwendungen auf die zweite Seite der Anlage V. Tragen Sie die Gesamtsumme in Zeile 22 und in Zeile 50 ein.

    Vorteile zwei Jahre nutzen

    Sollten Sie Ihren Dienstleister über den Jahreswechsel hinaus beauftragen, prüfen Sie, wie weit Sie Ihre Möglichkeiten zum Steuerabzug bereits wahrgenommen haben. Würden Sie die Höchstsumme überschreiten, versuchen Sie, einen Teil der Zahlung ins neue Jahr zu verschieben. Denn für das Finanzamt zählt das Datum der Überweisung, nicht das der Arbeiten. Verhandeln Sie notfalls über eine Abschlags- oder Anzahlung.

    Abzugsmöglichkeiten für Pflegebedürftige – Dafür, dass eine haushaltsnahe Dienstleistung als in Ihrem Haushalt erbracht gilt, müssen Sie in der entsprechenden Wohnung oder im Haus nicht immer selbst wohnen: Die Steuervergünstigung gilt auch dann, wenn Sie wegen Krankheit oder Pflegebedürftigkeit vorübergehend außer Haus leben müssen. Auch darüber hinaus bestehen für Pflegebedürftige einige Ausnahmen von den grundsätzlichen Regelungen für haushaltsnahe Dienstleistungen. Sie können beispielsweise den Besuch der Friseurin oder des Fußpflegers als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen, obwohl diese Dienste normalerweise nicht von einem Angehörigen Ihres eigenen Haushalts geleistet werden.

    Der Bundesfinanzhof hat auch die Aufwendungen für ein Notrufsystem als haushaltsnahe Dienstleistungen anerkannt, das innerhalb einer Wohnung im Rahmen des betreuten Wohnens 24 Stunden am Tag Hilfeleistung sicherstellt (Urteil vom 3. September 2015, Az. VI R 18/14). Im konkreten Fall vereinbarte der Steuerpflichtige in einem Seniorenbetreuungsvertrag, dass ihm bei einem Notruf jederzeit Soforthilfe durch Fachpersonal zur Verfügung steht. Er zahlte dafür eine Betreuungspauschale. Diese ist nach dem Richterspruch steuerlich absetzbar. Ohne Bedeutung ist, dass sich die Notrufzentrale außerhalb des Haushalts des zu Pflegenden befindet.

    Außergewöhnliche Belastungen – Wenn Sie zwangsläufig höhere Aufwendungen haben als der durchschnittliche Steuerzahler mit vergleichbar hohen Einkünften und in einer vergleichbaren Lebenslage, können Sie diese Kosten als außergewöhnliche Belastungen geltend machen. Dabei kann es sich zum Beispiel um eine Pflegekraft handeln. Die Ausgaben dafür gelten für die Finanzämter allerdings erst ab einer gewissen Höhe als außergewöhnlich. Sie reduzieren Ihr zu versteuerndes Einkommen und senken damit tendenziell Ihren persönlichen Grenzsteuersatz. Für den darunter liegenden, gewissermaßen gewöhnlichen Betrag haben Sie vielleicht die Möglichkeit, ihn zusätzlich als haushaltsnahe Dienstleistung anteilig von Ihrer Steuerschuld abzuziehen. Sind die Pflegekosten für Sie vergleichsweise gering und damit kaum außergewöhnlich, raten wir Ihnen, sie in Ihrer Steuererklärung vollständig dort anzusetzen, damit Sie die Vergünstigung für haushaltsnahe Dienstleistungen möglichst komplett nutzen können. Ab wann eine Belastung als außergewöhnlich gilt, richtet sich übrigens nach Ihrem Einkommen.

    Dienstleistungen von Partnern und Kindern – Leistungen, die Ehepartner füreinander oder unterhaltsberechtigte Kinder für Ihre Eltern erbringen, können grundsätzlich nicht in einem Vertrag geregelt werden, den das Finanzamt anerkennt. Der rechtliche Hintergrund sind die Verpflichtungen, die in den Paragrafen 1360, 1356 sowie 1619 des Bürgerlichen Gesetzbuches festgelegt sind. Die Passagen erstrecken sich auch auf eingetragene Lebenspartnerschaft und nicht eingetragene Lebensgemeinschaften. Wenn Sie Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter monatlich 20 Euro für die Hilfe beim Rasenmähen zahlen, können Sie die Summe möglicherweise trotzdem absetzen – aber nur, wenn Ihre Angehörigen nicht in Ihrem Haushalt leben. Zudem muss der Vertrag zivilrechtlich korrekt zustande gekommen und so ausgestaltet sein, wie Sie ihn auch mit Fremden schließen würden – und schließlich muss die vereinbarte Leistung auch tatsächlich erbracht werden.

    Auch für Arbeiten im EU-Ausland nutzbar – Selbst wenn Sie einen Hausmeisterdienst mit der Pflege Ihrer Finca auf Mallorca beauftragt haben – die Kosten dafür erstattet Ihnen zum Teil der deutsche Fiskus. Das gilt für alle Ferien- oder Zweitwohnungen, sofern sie innerhalb der 28 EU-Staaten sowie Liechtenstein, Norwegen oder Island als Mitglieder im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) liegen. Allerdings gilt auch hier: Sie müssen die Immobilie selbst nutzen. Haben Sie sie vermietet, setzen Sie die Kosten als Werbungskosten für die Erzielung von Mieten und Pachten an. Und: Achten Sie unbedingt auf eine für Ihre Zwecke korrekte Rechnung.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Steuerabzug für Mieter

    Auch als Mieter können Sie die Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen gelten machen, die sich in Ihrer Nebenkostenabrechnung wiederfinden. Beispiele sind Ausgaben für Gartenarbeiten, den Hausmeister, den Putzdienst oder den Winterdienst. Auch die kompletten Schornsteinfegerkosten können als Handwerkerkosten berücksichtigt werden. Achten Sie darauf, dass die Posten in Ihrer Nebenkostenabrechnung detailliert aufgeschlüsselt und Ihrer Mietwohnung klar zugeordnet sind. Notfalls lassen Sie sich von Ihrem Vermieter eine entsprechende Bescheinigung geben.

    Im BMF-Schreiben finden Sie eine Musterbescheinigung, die Hausverwalter und Vermieter ihren Mietern als Anlage zur Jahresabrechnung aushändigen können. Dafür darf die Hausverwaltung eine Gebühr nehmen.

    Die Summe, die Sie von ihrer Steuerschuld abziehen können, dürfte umso kleiner ausfallen, je mehr Parteien zusammen mit Ihnen im Mietshaus wohnen.

    Nachdem für das Steuerjahr immer das Abfluss- und Zuflussprinzip gilt, geben Sie die Kosten und Abrechnungen, die in einem Jahr bezahlt wurden, in der entsprechenden Jahres-Steuerklärung an.

    Beispiel: Sie bekommen erst im Oktober 2017 Ihre Nebenkostenabrechnung für das Jahr 2016. Bereits Ende Mai 2017 mussten Sie aber die Steuererklärung 2016 abgeben. Sie können in diesem Fall Ihre Zahlungen, die Sie 2016 geleistet haben, ansetzen und eine mögliche Nachzahlung für das Jahr 2015, die Sie 2016 nach der Nebenkostenabrechnung für 2015 bezahlt haben. In der Steuererklärung 2017 können Sie dann haushaltsnahe Dienstleistungen aus der Betriebskostenabrechnung 2016 und etwaige Nachzahlungen für das Jahr 2016 geltend machen, wenn diese erst 2017 bezahlt wurden.

    Mehr dazu im Ratgeber Steuererklärung

    Experte für Steuern

    Das Wichtigste zur Einkommensteuer:

    • Welche Formulare Sie bis wann ausfüllen müssen.
    • Wer eine Steuererklärung abgeben muss – und wer sollte.
    • Welche Ausgaben die Steuern mindern.

    Weitere hilfreiche Ratgeber:

    Das müssen Sie beachten

    Keine Barzahlung

    Die Steuervergünstigung für haushaltsnahe Dienstleistungen gewährt der Staat vor allem, um der Schwarzarbeit Einhalt zu gebieten. Deswegen dürfen Sie die Rechnungen Ihres Dienstleisters oder seiner Firma keinesfalls in bar begleichen. Denn das Finanzamt erkennt Ihren Steuerabzug nur dann an, wenn Sie eine Überweisung nachweisen können. Heben Sie deshalb nicht nur die Rechnung mindestens zwei Jahre auf, sondern auch eine Kopie Ihres Kontoauszugs, der die Zahlung belegt.

    Arbeiten nur im eigenen Haushalt – Achten Sie darauf, dass die Rechnung sehr detailliert ausfällt. Am besten ist sogar aufgeführt, wo genau die haushaltsnahe Dienstleistung ausgeführt wurde. Sonst könnte Ihnen das Finanzamt entgegenhalten, dass die Arbeiten nicht für Ihren Haushalt erledigt wurden.

    Kinderbetreuung – Auch wenn die Betreuung und die Aufsicht über die Kinder zu klassischen Arbeiten zählen, die ein Familienmitglied übernimmt: Die Kosten dafür sind nur zum Teil als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzbar. Meistens dürfte das außerdem die steuerlich schlechtere Variante für Sie sein. Vielmehr können Sie die Aufwendungen als Sonderausgaben zu zwei Dritteln ansetzen – bis zu einer Höhe von 4.000 Euro je Kind. Diese Summe können Sie nicht von der Steuerschuld abziehen, sondern von Ihrem zu versteuernden Einkommen. So mindern Sie zumindest tendenziell Ihren persönlichen Grenzsteuersatz.

    Einmaliger Abzug – Was Sie schon anderweitig steuerlich geltend gemacht haben, können Sie nicht noch einmal als haushaltsnahe Dienstleistung ansetzen. Haben Sie Aufwendungen beispielsweise als Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht, fallen sie aus dem Steuerabzug heraus. Dennoch ergeben sich Spielräume bei einigen Tätigkeiten, für die Sie wahlweise auch die Vergünstigungen für Handwerkerarbeiten nutzen können. Prüfen Sie genau, was Sie wo geltend machen, um Ihren Steuerabzug vollständig zu nutzen. Und möglicherweise kombinieren Sie diese Vergünstigungen, indem Sie in der Steuererklärung zudem außergewöhnliche Belastungen ansetzen.

    Vor- und Rückträge sind nicht möglich – Nicht möglich ist der Übertrag entstandener Kosten in das folgende Jahr oder das Vorjahr. Das heißt, wenn Sie in einem Jahr keine Steuern zahlen, weil Ihre Einkünfte zu gering sind, können Sie auch den Steuervorteil nicht nutzen – die Vergünstigung entfällt komplett.

    Eingetragene Lebenspartnerschaften

    Steuerpflichtige, die zusammen einen Haushalt bewohnen, können den gesamten Steuerabzug für haushaltsnahe Dienstleistungen insgesamt nur einmal in Anspruch nehmen. Deshalb müssen Sie den Namen Ihres Partners sowie sein Geburtsdatum im Mantelbogen der Einkommensteuererklärung für 2016 in Zeile 75 angeben. Achten Sie darauf, dass beide Partner die Aufträge an Dienstleister vergeben und auch die Rechnungen begleichen. So können Sie die Steuervergünstigung vollständig ausschöpfen.

    Lohnsteuer kompakt FAQs

    Die ganze Welt des Steuerwissen

    Haushaltsnahe Dienstleistungen

    Profitieren Sie von den Steuervorteilen für Handwerkerleistungen oder für bestimmte Hilfen und Dienstleistungen im Haushalt! Das lohnt sich für fast jeden Steuerpflichtigen, der einen eigenen Haushalt unterhält.

    Beteiligen Sie den Staat an jeder Rechnung, die für Arbeiten in Ihrer Wohnung oder in Ihrem Haus anfallen. Nicht nur Eigentümer können die Vorteile nutzen, auch alle Mieter können einen Teil der anfallenden Nebenkosten als Haushaltsnahe Dienstleistungen geltend machen und direkt Steuern sparen!

    Vorsicht: Nicht immer kann man haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen

    Kosten, die Sie bereits als Werbungskosten, Betriebsausgaben, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung angeben, können Sie nicht auch noch als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen.

    Die Art, wie Sie die Kosten absetzen, können Sie jedoch nicht selbst bestimmen. Wenn die Kosten beispielsweise als Werbungskosten oder Sonderausgaben zählen, müssen sie auch als solche angegeben werden, das gilt genauso für die außergewöhnlichen Belastungen. Das betrifft beispielsweise für die Kosten der Kinderbetreuung, die nicht als haushaltsnahe Dienstleistungen abgesetzt werden können, auch wenn der Höchstbetrag für die Kinderbetreuungskosten vielleicht schon überschritten ist.

    Auch personenbezogene Dienstleistungen, für einen Friseur oder eine kosmetische Behandlung beispielsweise, gelten nicht als haushaltsnahe Dienstleistungen, selbst wenn sie in Ihrem Haushalt stattfinden.

    Dienstleistungen, die im Leistungskatalog der Pflegeversicherung aufgelistet sind, können Sie hingegen angeben.

    Nicht begünstigt sind jedoch Arbeiten, die nicht in Ihrem privaten Haushalt erledigt werden, beispielsweise, wenn Sie Ihre Wäsche zum Waschen in eine Reinigung geben.

    Handwerkerleistungen, für die Sie nach einem Versicherungsschaden Leistungen durch Ihre Versicherung (Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung beispielsweise) erhalten, können Sie nicht in der Steuererklärung geltend machen. Auch Versicherungsleistungen, die Sie erst später erhalten werden, müssen einbezogen werden.

    Keinen Steuerabzug gibt es ebenfalls für haushaltsnahe Dienstleistungen, die nicht in Ihrem Privathaushalt stattfinden. Hierzu zählt beispielsweise die Reinigung eines außerhäuslichen Arbeitszimmers, einer Zweitwohnung oder Ihrer Firma. Solche Ausgaben zählen zu den Betriebsausgaben oder Werbungskosten. Kosten für eine Reinigungshilfe allerdings, die sowohl in einem häuslichen Arbeitszimmer als auch in Ihrer Privatwohnung tätig ist, können zeitanteilig aufgeteilt werden. Der berufliche Teil gehört zu den Betriebskosten oder Werbungskosten, der private Teil zu den haushaltsnahen Dienstleistungen.

    Werden haushaltsnahe Dienstleistungen sowohl auf dem Privatgrundstück als auch auf öffentlichem Gelände ausgeführt, ist diese Tätigkeit nach einem neuen BFH-Urteil insgesamt steuerbegünstigt. Dies gilt beispielsweise für das Schneeräumen auf öffentlichen Gehwegen und Straßen. Die Kosten für den Winterdienst vor dem eigenen Grundstück sind also mit 20 Prozent von der Steuerschuld abziehbar (BFH-Urteil vom 20.3.2014, VI R 55/12).

    Kann ich auch als Mieter die Steuervergünstigung in Anspruch nehmen?

    Ja, denn Sie müssen nicht Eigentümer der Wohnung sein, um die Aufwendungen geltend machen zu können.

    Steuerpflichtige, die Steuerermäßigungen für haushaltsnahe Dienstleistungen oder Handwerkerleistungen in Anspruch nehmen wollen, müssen nicht Auftraggeber der durchgeführten Maßnahme sein. Somit können auch Mieter Kosten für Leistungen geltend machen, die der Vermieter in Auftrag gegeben hat und die im Wege der Betriebskosten von ihnen bezahlt werden.

    Wurden vom Vermieter also haushaltsnahe Dienst- und Handwerkerleistungen in Auftrag gegeben, können Mieter die für Betriebskosten zu zahlenden Beträge steuerermäßigend geltend machen, auch hier im Rahmen der genannten Höchstbeträge.

    Mit der Betriebskostenabrechnung der Wohnung lassen sich also richtig Steuern sparen, denn viele Positionen können als haushaltsnahe Dienstleistungen oder Handwerkerleistungen die Steuerlast mindern. Bei den Betriebskosten betrifft es vor allem die Positionen

    Um seinen Anspruch beim Finanzamt geltend machen zu können, benötigt der Mieter eine Bescheinigung vom Vermieter, die die erforderlichen Angaben enthält. Die „normale“ Betriebskostenabrechnung enthält die nötigen Angaben in der Regel nicht. Der Mieter hat auf jeden Fall einen Anspruch auf Übermittlung einer entsprechenden Bescheinigung.

    Hinweis: Wenn Sie zur Miete wohnen, können Sie zudem die Steuervergünstigungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse oder für Handwerkerleistungen in Anspruch nehmen, wenn diese von Ihnen beauftragt und in Ihrer Wohnung durchgeführt wurden.

    Welche Nachweise sind erforderlich?

    Um die Steuerermäßigung zu erhalten, müssen Sie unbedingt eine Bedingung beachten:

    Sie müssen sich vom Dienstleister eine Rechnung als Ausgabenachweis geben lassen, und diese Rechnung dürfen Sie nur mittels Banküberweisung auf dessen Konto begleichen. Achten Sie darauf, dass in der Rechnung Arbeits- und Materialkosten getrennt ausgewiesen werden. Denn nur die Arbeitskosten sowie Maschinen- und Fahrtkosten mitsamt der darauf entfallenden Mehrwertsteuer sind steuerlich begünstigt. Allerdings muss die Mehrwertsteuer nicht getrennt ausgewiesen werden, Sie dürfen diese den Arbeitskosten hinzurechnen.

    Seit 2008 ist es nicht mehr erforderlich, dass Sie den Kontoauszug der Steuererklärung beifügen. Im Zweifelsfall kann der Finanzbeamte aber dessen Vorlage verlangen. Beträge, die per Dauerauftrag, Einzugsermächtigung oder per Online-Banking bezahlt wurden, werden in Verbindung mit dem Kontoauszug anerkannt. Barzahlungen werden nicht anerkannt.

    Seit 2008 besteht weiterhin die Bedingung der Banküberweisung. Weil aber nun der Kontoauszug nicht mehr unbedingt vorgelegt werden muss, kann es durchaus möglich sein, dass auch eine bar bezahlte Rechnung vom Finanzbeamten „abgehakt“ wird.

    Zu den haushaltsnahen Dienstleistungen gehört auch die häusliche Pflege und Betreuung von pflegebedürftigen Personen durch mobile Pflegedienste oder selbständige Pflegekräfte. Seit 2009 ist nicht mehr erforderlich, dass die Pflegebedürftigkeit und eine Pflegestufe (bis 2016) bzw. einen Pflegegrad (ab 2017) nachgewiesen werden.

    Wenn Ihnen noch keine aktuelle Betriebskostenabrechnung oder eine gesonderte Bescheinigung nach § 35 a EStG für 2017 Ihrer Hausverwaltung vorliegt, ist dies kein Problem. Denn es ist zulässig, die gesamten Aufwendungen erst für das Steuerjahr geltend zu machen, in dem die Abrechnung dem Mieter zugeht. Sie nehmen also die neueste Ihnen vorliegende Betriebskostenabrechnung – vermutlich die von 2016 – und machen diese Kosten im Steuerjahr 2017 geltend. So können alle Mieter und Wohnungseigentümer verfahren, denen die aktuelle Bescheinigung nach § 35 a EStG für 2017 noch nicht vorliegt!

    Alle Privatpersonen, die Handwerker oder Dienstleister beauftragt haben, machen die Ausgaben aber in dem Steuerjahr geltend, in dem sie auch die entsprechende Rechnung selbst bezahlt haben.

    Welche Aufwendungen sind begünstigt?

    Zu den begünstigten Aufwendungen gehört der Bruttoarbeitslohn bzw. das Arbeitsentgelt (bei „Minijobs“) und die vom Arbeitgeber getragenen Sozialversicherungsbeiträge, die Lohnsteuer einschließlich des Solidaritätszuschlages und der Kirchensteuer, die Unfallversicherungsbeiträge, die Umlagen nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz (U 1 und U 2).

    Voraussetzungen für alle Steuerermäßigungen

    Die Leistung muss im Haushalt des Steuerpflichtigen erfolgt sein. Diese Voraussetzung liegt z.B. nicht vor bei

    • der Pflege und Betreuung von kranken, alten und pflegebedürftigen Personen in einer Tagespflegeeinrichtung,
    • der Reparatur von Haushaltgegenständen im Betrieb des Reparaturunternehmens,
    • der Müllabfuhr (die Verwertung bzw. Entsorgung des Mülls erfolgt außerhalb des Haushalts,

    Der Haushalt muss sich in der Europäischen Union oder im Europäischen Wirtschaftsraum befinden. Betreffen die Aufwendungen des Steuerpflichtigen mehrere Haushalte (z. B. Hauptwohnsitz und Ferienwohnung), so ist jeweils insgesamt nur einmal der Höchstbetrag abzugsfähig.

    Nicht begünstigt sind Aufwendungen, die bereits nach anderen Vorschriften des Einkommensteuergesetzes als Betriebsausgaben, Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen steuermindernd berücksichtigt werden.

    Besonderheit bei Wohnungseigentümern: Die Steuerermäßigung erhalten Wohnungseigentümer, die eine Eigentumswohnung selber nutzen, auch dann, wenn die Gemeinschaft oder der Verwalter Arbeitgeber oder Auftraggeber ist. Und zwar anteilig entsprechend ihrem Miteigentumsanteil.

    Was sind haushaltsnahe Dienstleistungen?

    Die haushaltsnahe Dienstleistung ist ein Begriff aus dem Einkommensteuerrecht. Die Aufwendungen für eine solche Dienstleistung können zu einer Steuerermäßigung führen. Die gesetzliche Grundlage findet sich in § 35a EStG.

    Man unterscheidet zwischen haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnissen, haushaltsnahen Dienstleistungen und Handwerkerleistungen.

    Je nach Einordnung der Dienstleistung gelten verschiedene Höchstbeträge für die Berücksichtigung.

    Ein haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis liegt vor, wenn in einem Privathaushalt von einer nicht zum Haushalt gehörenden Person eine Tätigkeit ausgeübt wird, die üblicherweise durch Haushaltsmitglieder erledigt würde, zum Beispiel Einkaufen, Kochen, Backen, Nähen, Waschen, Putzen, Versorgung von Kindern und Alten, Gartenarbeit.

    Eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Privathaushalt liegt immer dann vor, wenn

    • das Arbeitsentgelt aus der Beschäftigung monatlich über 450,00 Euro liegt oder
    • mehrere Minijobs unter Zusammenrechnung die Grenze von 450,00 Euro monatlich überschreiten.

    Nicht begünstigt sind Tätigkeiten als Chauffeur, Sekretär oder Gesellschafter.

    Die haushaltsnahen Dienstleistungen müssen von einem selbständigen Dienstleister oder einer Dienstleistungsagentur ausgeführt worden sein. Zu den begünstigten Leistungen gehört z. B.

    • die Reinigung der Wohnung, das Putzen der Fenster, die Reinigung des Treppenhauses und der übrigen Gemeinschaftsräume,
    • die Gartenpflege (z. B. Rasenmähen, Heckenschneiden),
    • die Dienstleistung bei Umzügen von Privatpersonen (abzüglich Erstattungen Dritter).

    Im Rahmen der Handwerkerleistungen sind alle Aufwendungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen für die zu eigenen Wohnzwecken genutzte Wohnung (Eigentumswohnung, Haus, Mietwohnung) begünstigt. Dazu gehören z. B.

    • Arbeiten an Innen- und Außenwänden,
    • Arbeiten am Dach, an der Fassade, an Garagen, o.Ä.,
    • Reparaturen oder Austauscharbeiten an Fenstern und Türen,
    • Streichen, Reparaturen und Austauscharbeiten an Türen, Fenstern (innen und außen), Wandschränken, Einbauküchen, Heizkörpern und -rohren,
    • Reparaturen und Austauscharbeiten an Bodenbelägen (z. B. Teppichboden, Parkett, Fliesen),
    • Reparaturen, Wartungs- oder Austauscharbeiten an Heizungsanlagen, Elektro-, Gas- und Wasserinstallationen,
    • Modernisierungsarbeiten im Badezimmer,
    • Reparaturen und Wartungsarbeiten an Gegenständen im Haushalt des Steuerpflichtigen (z.B. Waschmaschine, Geschirrspüler, Herd, Fernseher, Personalcomputer),
    • Maßnahmen der Gartengestaltung (z. B. Pflasterarbeiten, Gartenneuanlage),
    • Pflasterarbeiten auf dem Wohngrundstück,
    • Kontrollarbeiten (z. B. Schornsteinfeger, Blitzschutz, Feuerlöscher und -melder).

    Wie viel Steuern kann ich durch haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerrechnungen sparen?

    Je nach der Art des Beschäftigungsverhältnisses und der Art der Arbeit werden die haushaltsnahen Dienstleistungen in der Steuererklärung unterschiedlich gefördert. Die Ausgaben können – je nach ihrer Art – in folgender Höhe steuermindernd berücksichtigt werden:

    20 Prozent, maximal 510 Euro

    20 Prozent, maximal 4.000 Euro

    • für Haushaltshilfe in sozialversicherungspflichtigem Arbeitsverhältnis,
    • für Pflege- und Betreuungsleistungen (auch in Pflegeheimen)
    • für haushaltsnahe Dienstleistungen in selbständiger Tätigkeit.

    20 Prozent, maximal 1.200 Euro

    • für Handwerkerleistungen, jedoch nur Arbeitslohn und Fahrtkosten zuzüglich Mehrwertsteuer, nicht Materialkosten.

    Ihre Ausgaben für Haushaltshilfen, haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen werden mit 20 Prozent direkt von der Steuerschuld abgezogen.

    Wenn Sie keine oder nur eine sehr geringe Einkommensteuer zahlen müssen, haben Sie leider keine Möglichkeit der Steuerermäßigung durch haushaltsnahe Dienstleistungen oder Handwerkerleistungen.

    Die Höchstbeträge für die einzelnen Leistungen werden nicht zeitanteilig gekürzt, wenn die Leistung nicht das ganze Jahr über erbracht wird. Wenn Sie beispielsweise eine Putzhilfe nur für ein paar Monate im Jahr beschäftigt haben, wird gleichwohl der gezahlte Lohn zu 20 %, maximal der Höchstbetrag, von der Steuerschuld abgezogen.

    Auf der anderen Seite können Sie die Ausgaben für haushaltsnahe Dienstleistungen nicht mehrmals geltend machen. Ausnahme: Sie beteiligen sich mit anderen Personen gemeinsam an der Bezahlung für die Pflege einer Person. Sie können jedoch nicht für zwei Putzhilfen den doppelten Höchstbetrag geltend machen, auch nicht, wenn Sie mehrere Haushalte in verschiedenen Wohnungen haben.

    Das Finanzamt zählt mehrere Haushalte in verschiedenen Wohnungen als einen Haushalt. Wählen Sie und Ihre Ehepartner die Einzelveranlagung, gilt für jeden Partner der halbe Höchstbetrag für die jeweilige haushaltsnahe Leistung. Sie können allerdings auch eine andere anteilige Aufteilung beantragen. Auch wer unverheiratet zusammenlebt, kann nur den halben Höchstbetrag für sich beanspruchen. Insgesamt gibt es den Höchstbetrag für den Steuerabzug also nur einmal pro Haushalt.

    Herr Schmitt lässt 2017 sein Haus renovieren (Kosten: 6.000 Euro inkl. MwSt.), beschäftigt eine Putzfrau als geringfügig Beschäftigte (4.800 Euro) und hat einen Gärtner (1.200 Euro inkl. MwSt.) sowie einen Pflegedienst für seine Mutter, die bei ihm im Haushalt lebt (4.000 Euro inkl. MwSt.). Durch diese Ausgaben spart Herr Schmitt Einkommensteuer in folgender Höhe:

    • Abzug für Renovierung (20 Prozent von 6.000 Euro, max. 1.200 Euro): 1.200 Euro
    • Abzug für Putzfrau (20 Prozent von 4.800 Euro, max. 510 Euro): + 510 Euro
    • Abzug für Gärtner und Pflegedienst (20 Prozent von 5.200 Euro, max. 4.000 Euro): + 1.040 Euro

    Gesamter Steuerabzug 2.750 Euro

    Dieser Betrag wird von der Einkommensteuer abgezogen. Herr Schmitt erhält ggf. eine Rückzahlung vom Finanzamt, wenn seine vorausgezahlte Lohn- oder Einkommensteuer höher ist.

    Kann ich auch die Hilfe für eine pflegebedürftige Person absetzen?

    Ja. Für die Betreuung einer pflegebedürftigen Person in Ihrem Haushalt oder im Haushalt des Pflegebedürftigen durch einen ambulanten Pflegedienst können Sie 20 Prozent der Kosten, maximal 4.000 Euro geltend machen. Steuerlich absetzen können Sie die Pflegekosten, wenn es sich bei der zu pflegenden Person um Sie selbst, ein Haushaltsmitglied oder um eine Person handelt, die nicht zu Ihrem Haushalt gehört (beispielsweise Vater oder Mutter).

    Ob die bedürftige Person Ihnen gegenüber unterhaltsberechtigt ist, spielt dabei keine Rolle. Anders als bis 2008 sind jetzt eine Feststellung und ein Nachweis der Pflegebedürftigkeit sowie eine Unterscheidung nach Pflegestufen nicht mehr erforderlich. Liegt allerdings eine Pflegestufe vor, müssen Sie die Leistungen der Pflegekasse von den Kosten abziehen, die Sie in der Steuererklärung geltend machen.

    Begünstigt sind Dienstleistungen zur Grundpflege, d.h. zur unmittelbaren Pflege am Menschen (Körperpflege, Ernährung und Mobilität) oder zur Betreuung. Die Steuervergünstigung wird nur gewährt, wenn die Pflege und Betreuung im Haushalt der pflegenden oder der gepflegten Person durchgeführt wird. Dies kann auch ein Haushalt in einem Wohnstift oder Altenheim sein. Die Steuervergünstigung ist haushaltsbezogen. Werden also zwei pflegebedürftige Personen in einem Haushalt betreut, gibt’s die Steuervergünstigung nur einmal. Zu den Pflege- und Betreuungsleistungen gehören ausnahmsweise auch personenbezogene Dienstleistungen, sofern diese im Leistungskatalog der Pflegeversicherung aufgeführt sind, z. B. Friseur, Kosmetik, Maniküre, Fußpflege.

    Je nach Höhe Ihrer Kosten kann es sinnvoll sein, auf den Pflegepauschbetrag von 924 Euro zu verzichten. Das lohnt sich immer, wenn 20 Prozent Ihrer Ausgaben für die Pflege diesen Pauschbetrag übersteigen. So können Sie gegebenenfalls bis zu 4.000 Euro der Pflegekosten direkt von der Steuerschuld absetzen.

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    Haushaltsnahe Dienstleistungen

    Setzen Sie hier ein Häkchen, wenn Sie entweder Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen oder für haushaltsnahe Beschäftigungen in Ihrem Haushalt hatten.

    Bei haushaltsnahen Dienstleistungen wird die haushaltsnahe Tätigkeit durch ein Dienstleistungsunternehmen ausgeführt. Die Arbeiten müssen von einem selbständigen Dienstleister oder einer Dienstleistungsagentur ausgeführt worden sein.

    Bei haushaltsnahen Beschäftigungen (sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen) wird die Tätigkeit durch eine Person ausgeführt, die sozialversicherungspflichtig bei Ihnen beschäftigt ist. D.h. Sie haben für die angestellte Hilfe in Ihrem Haushalt die Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung entrichtet.

    • die Reinigung der Wohnung, das Putzen der Fenster, die Reinigung des Treppenhauses und der übrigen Gemeinschaftsräume,
    • die Gartenpflege (z. B. Rasenmähen, Heckenschneiden),
    • die Dienstleistung bei Umzügen von Privatpersonen (abzüglich Erstattungen Dritter).

    Eine beispielhafte Aufzählung begünstigter und nicht begünstigter haushaltsnaher Dienstleistungen und Handwerkerleistungen finden Sie auch im BMF-Schreiben vom 09.11.2016.

    Die Einkommensteuer ermäßigt sich um 20 Prozent der Aufwendungen (maximal 4.000 Euro).

    Geringfügige Beschäftigungen im Privathaushalt (Mini-Jobs)

    Setzen Sie hier ein Häkchen, wenn Sie in Ihrem Privathaushalt eine Haushaltshilfe im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung (Mini-Job) angestellt haben. Ob Ihre Haushaltshilfe die Tätigkeit in Ihrer Mietwohnung, Ihrer Eigentumswohnung oder Ihrem Haus ausübt, spielt dabei keine Rolle.

    Als Nachweis dient die von der Minijob-Zentrale (der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft – See – Bahn) am Jahresende erteilte Bescheinigung.

    Eine beispielhafte Aufzählung begünstigter und nicht begünstigter haushaltsnaher Dienstleistungen und Handwerkerleistungen finden Sie auch im BMF-Schreiben vom 09.11.2016.

    Die Einkommensteuer ermäßigt sich um 20 Prozent der Aufwendungen (maximal 510 Euro).

    Handwerkerleistungen

    Setzen Sie hier ein Häkchen, wenn Ausgaben für Handwerkerleistungen in Zusammenhang mit Ihrer Miet- oder Eigentumswohnung oder Ihrem Wohnhaus angefallen sind.

    Begünstigt sind alle Aufwendungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen für die selbst genutzte Wohnung. Steuerlich abziehbar sind aber nur reine Arbeitskosten sowie ggf. in Rechnung gestellte Maschinen- und Fahrtkosten zuzüglich der darauf entfallenden Mehrwertsteuer. Nicht begünstigt sind hingegen Kosten für Material und sonstige gelieferten Waren.

    Eine beispielhafte Aufzählung begünstigter und nicht begünstigter haushaltsnaher Dienstleistungen und Handwerkerleistungen finden Sie auch im BMF-Schreiben vom 09.11.2016.

    Die Einkommensteuer ermäßigt sich um 20 Prozent der Aufwendungen (maximal 1.200 Euro).

    Nicht begünstigt sind Handwerkerleistungen im Rahmen einer Neubaumaßnahme. Der Begriff der „Neubaumaßnahme“ wurde zum 1.1.2014 neu definiert:

    • Bis 2013 gelten als Neubaumaßnahmen „alle Maßnahmen, die im Zusammenhang mit einer Nutz- oder Wohnflächenschaffung bzw. -erweiterung anfallen“. Dies betrifft Arbeiten für einen Neubau, Anbau, Ausbau oder eine Aufstockung, weil damit stets eine Erweiterung oder Schaffung von Nutz- oder Wohnfläche verbunden ist.
    • Seit 2014 gehören zu einer Neubaumaßnahme „alle Arbeiten im Zusammenhang mit der Errichtung eines Haushalts bis zu dessen Fertigstellung“. Fertig gestellt ist ein Gebäude, wenn die wesentlichen Bauarbeiten abgeschlossen sind und der Bau so weit errichtet ist, dass der Bezug der Wohnungen zumutbar ist oder das Gebäude für den Betrieb in all seinen wesentlichen Bereichen nutzbar ist.

    Источники: http://www.finanztip.de/haushaltsnahe-dienstleistungen/, http://www.finanztip.de/haushaltsnahe-dienstleistungen/, http://www.lohnsteuer-kompakt.de/texte/2017/84/haushaltsnahe_dienstleistungen

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