Haushaltsnahe dienstleistungen steuererklärung wo eintragen

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    Haushaltsnahe Dienstleistungen in der Steuererklärung

    Mieter können Kosten für Handwerker von der Steuer absetzen

    Der Gesetzgeber fördert haushaltsnahe Dienstleistungen in der Steuererklärung. Zu den steuerlich relevanten Diensten zählen Handwerkerleistungen und Arbeiten rund um den Haushalt. Auch Pflegeleistungen sind steuerlich zu berücksichtigen.

    Was sind haushaltsnahe Dienstleistungen?

    Mit haushaltsnahen Dienstleistungen werden Tätigkeiten bezeichnet, die im Haushalt anfallen und durch einen externen Dienstleister durchgeführt werden. Darunter fallen z.B.:

    • Kosten für Wohnungsreinigung,
    • Handwerkerleistungen,
    • Kosten für Gartenarbeiten,
    • Pflegedienstleistungen für die Pflege Angehöriger.

    Die Inanspruchnahme von haushaltsnahen Dienstleistungen führt zu einer Steuerreduzierung. Die Kosten werden bis zu bestimmten Höchstgrenzen in der Steuererklärung berücksichtigt. Seit 2009 gelten höhere Grenzwerte sowie Vereinfachungen, um die haushaltsnahen Dienstleistungen steuerlich zu fördern. Der Haushalt muss sich innerhalb der EU bzw. des EWR befinden. Die Kosten können in einem Haushalt mit mehreren Steuerpflichtigen nur einmal angesetzt werden.

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    Höhe der haushaltsnahen Dienstleistungen in der Steuererklärung

    Seit 2009 können Steuerpflichtige maximal 20 Prozent der Aufwendungen von bis zu 20.000 EUR pro Jahr für haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen. Somit stehen jedes Jahr 4.000 EUR als Abzug von der Steuerschuld zur Verfügung. Die steuerliche Ermäßigung umfasst haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse und haushaltsnahe Dienstleistungen, zu denen auch Pflege- und Betreuungsleistungen zählen.

    Haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse in Form einer geringfügigen Beschäftigung (Minijob) können mit 20 Prozent der Aufwendungen in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Maximal lässt der Gesetzgeber den Abzug von 510 EUR pro Jahr zu.

    Zur Förderung des Handwerks wurden Abzugsbeträge für Handwerkerleistungen erhöht. Wer an seiner Immobilie – egal ob als Eigentümer oder Mieter – eine Erhaltungs-, Modernisierungs- oder Renovierungsmaßnahme durchführen lässt, darf vom Arbeitslohn 20 Prozent von der Steuerschuld abziehen. Maximal können 1.200 EUR pro Jahr zum Abzug gebracht werden. Zu beachten ist, dass Arbeitslöhne und Fahrtkosten, nicht jedoch Materialkosten zu den abzugsfähigen Handwerkerleistungen zählen.

    Haushaltsnahe Dienstleistungen führen zu einer Steuerersparnis

    Die Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen werden direkt von der Steuerschuld abgezogen. Damit entsteht ein Steuervorteil, der sich vollständig auf die zu zahlenden Steuern auswirkt. Denn die Aufwendungen reduzieren nicht den Grenzsteuersatz, wie dies z.B. bei Werbungskosten oder Sonderausgaben der Fall ist. Die mit der Steuererklärung ermittelte Steuerschuld wird direkt um den Betrag für die Dienstleistungen reduziert.

    Bei gemeinsamer Veranlagung wird die Steuerersparnis von der Steuerschuld abgezogen. Haben die Ehepartner die getrennte Veranlagung vereinbart, so erfolgt die Aufteilung der Ersparnis grundsätzlich zur Hälfte, es sei denn, es wurde eine andere Aufteilung vereinbart. Bei einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft erhält der Auftraggeber der Dienstleistung den Steuerabzug allein.

    Steuerpflichtige, die in einem Jahr keine Einkommensteuer zahlen müssen, können die Aufwendungen nicht in andere Jahre übertragen. Der Vor- als auch Rücktrag ist ausgeschlossen. Die Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen verpuffen somit wirkungslos.

    Haushaltsnahe Dienstleistungen

    So senken haushaltsnahe Dienstleistungen Ihre Steuerlast

    • Zuletzt aktualisiert: 5. September 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Sie können Teile der Kosten für Arbeiten, die normalerweise Mitglieder Ihres Haushalts ausführen würden, von der Steuer absetzen, wenn Sie damit eine Firma oder einen Selbstständigen beauftragen.
    • Die haushaltsnahen Arbeiten müssen in Ihrer Wohnung, Ihrem Haus oder auf dem dazu gehörenden Grundstück ausgeführt werden, damit das Finanzamt den Steuervorteil anerkennt. Das ist unter Umständen sogar dann möglich, wenn Ihre Immobilie in einem anderen europäischen Staat liegt.
    • Mieter und Mitglieder einer Wohneigentümergemeinschaft können Teile ihrer Nebenkostenabrechnung absetzen. Vermieter können diesen Steuervorteil hingegen nicht nutzen.

    So gehen Sie vor

    • Lassen Sie sich eine ordentliche Rechnung ausstellen und bewahren Sie diese gut auf. Bezahlen Sie die Rechnung nicht in bar, sondern überweisen Sie den Betrag.
    • Sie können maximal Arbeits- und Fahrtkosten von 20.000 Euro zu einem Fünftel in der Einkommensteuererklärung geltend machen. Daraus ergibt sich ein direkter Abzug von bis zu 4.000 Euro im Jahr von Ihrer Steuerschuld.
    • Sie können den Steuervorteil mit anderen Vorteilen kombinieren, weil die Abgrenzung der einzelnen Tätigkeiten durch die Finanzbehörden nicht immer eindeutig ist – so zum Beispiel mit Handwerkerleistungen.

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    Wenn Sie keine Zeit oder keine Lust haben, Ihre Fenster oder die Wohnung zu putzen, den Rasen zu mähen oder die Hecken zu schneiden, haben Sie möglicherweise jemanden beauftragt, der das für Sie erledigt. Macht er oder sie das legal gegen Rechnung, können Sie sich einen Teil der Kosten vom Finanzamt zurückholen. Wenn Sie gewisse Punkte beachten, können Sie so insgesamt bis zu 4.000 Euro direkt von Ihrer Steuerschuld abziehen. Die Kosten, die Ihnen durch haushaltsnahe Dienstleistungen entstehen, senken also nicht Ihr zu versteuerndes Einkommen und damit nicht Ihren persönlichen Grenzsteuersatz, sondern direkt Ihre Steuerschuld.

    Helfer für die Steuererklärung

    Diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein

    Haushaltsnahe Tätigkeit Die wichtigste Voraussetzung ist erfüllt, wenn Sie als Privatperson bei einem Dienstleister Tätigkeiten in Auftrag gegeben haben, die ansonsten Mitglieder Ihres Haushalts übernehmen würden. Also durch Ihren Ehe- oder Lebenspartner oder Kinder, die zu Hause wohnen. Es muss sich auch tatsächlich um eine reine Dienstleistung handeln, die noch dazu in Ihrem Haushalt ausgeführt wird. Deshalb wird die Zubereitung von Speisen in Ihrer Küche steuerlich gefördert – nicht aber der Catering-Service, der das Essen für Ihre Party anliefert. Die Arbeiten müssen grundsätzlich in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus oder auf dem dazugehörenden Grundstück erledigt werden.

    Auch Laubblasen oder Winterdienst auf öffentlichen Gehwegen vor dem eigenen Grundstück ist als haushaltsnahe Dienstleistung absetzbar. Dies stellt ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF) vom 9. November 2016 (Az. IV C 8 – S 2296-b/07/10003 :008) klar.

    Darin hat das BMF ebenfalls neu aufgenommen, dass die Kosten für ein Notrufsystem sowie für die Haustierbetreuung in der Wohnung absetzbar sind.

    Umstritten sind jedoch die Aufwendungen für einen Hundegassiservice. Schließlich geht hier der Dienstleister mit Hunden spazieren und verlässt dabei im Normalfall das Grundstück. Eine voll berufstätige Steuerpflichtige konnte das Finanzgericht Hessen trotzdem davon überzeugen, dass ihre Kosten für den kompletten Service in der Wohnung und mit „Gassigehen“ als haushaltsnahe Dienstleistungen anzusehen sind.

    In dem Fall versorgte der Dienstleister die Hunde täglich. Er hatte einen Wohnungsschlüssel und führte die Tiere für ein bis zwei Stunden aus. Danach brachte er sie zurück in die Wohnung, säuberte und fütterte sie. Die Finanzrichter entschieden, dass das Ausführen der Hunde über die Grundstücksgrenzen hinweg eine Leistung mit einem unmittelbaren räumlichen Bezug zum Haushalt sei (FG Hessen, Urteil vom 1. Februar 2017, Az. 12 K 902/16; Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesfinanzhof eingelegt: Az. VI B 25/17).

    Tipp: Hundebesitzer in vergleichbaren Situationen sollten daher ihre Kosten für das Gassigehen in der Steuererklärung angeben. Lehnt das Finanzamt ab, sollten sie Einspruch einlegen, sich hierbei auf das obengenannte Urteil beziehen und beantragen, dass das Verfahren nach Paragraf 363 Absatz 2 Abgabenordnung ruhen soll.

    Bis 510 Euro für Minijobber

    Für Beschäftige auf 450-Euro-Basis, die zu Hause für Sie tätig sind, können Sie bis zu 510 Euro im Jahr Steuern zurückholen. Die Vergünstigung dürfen Sie zusätzlich zu dem Abzug für haushaltsnahe Dienstleistungen und zu den Arbeitskosten von Handwerkern geltend machen. So kommen Sie im besten Fall auf eine Steuerersparnis von insgesamt bis zu 5.710 Euro.

    Abgrenzung zu Handwerkerkosten – Wenn Sie mit dem Anstrich der Fassade oder dem Legen neuer Fliesen im Bad einen Handwerker beauftragen, dürfen Sie dessen Arbeitskosten anteilig als Handwerkerleistungen zusätzlich in Höhe von bis zu 1.200 Euro von Ihrer jährlichen Steuerschuld abziehen. Das BMF-Schreiben hilft bei Abgrenzungsschwierigkeiten zwischen diesen beiden Kategorien Handwerkerkosten (maximal 1.200 Euro als Steuererstattung) und haushaltsnahe Dienstleistungen (maximal 4.000 Euro Steuererstattung).

    Rechnung per Überweisung zahlen Sie können einen selbstständigen Dienstleister oder eine Firma mit den haushaltsnahen Arbeiten beauftragen. Wichtig ist, dass die Tätigkeit legal ausgeübt wird. Schwarzarbeit zählt selbstverständlich nicht. Sie benötigen eine Rechnung. Zudem dürfen Sie den Betrag nicht bar bezahlen. Nur wenn Sie die Summe überwiesen haben, wird das Finanzamt Ihren Steuerabzug anerkennen. Sie können bis zu 20.000 Euro im Jahr an Arbeits-, Fahrt- oder Maschinenkosten für haushaltsnahe Dienstleistungen geltend machen, von denen 20 Prozent Ihre Steuerschuld mindern. Das ergibt einen Abzug von bis zu 4.000 Euro.

    Selbst Kosten für die Entsorgung von Abfällen können Sie in Ihrer Steuererklärung ansetzen, aber nur, wenn die Arbeit Teil einer haushaltsnahen Dienstleistung ist (§ 35a EStG).

    Rechnungsangaben – Die schriftliche Rechnung sollte folgende Daten enthalten:

    • Erbringer der Dienstleistung (mit Name, Anschrift und Steuernummer),
    • Empfänger der Leistung,
    • Art der Leistung,
    • Inhalt der Leistung,
    • Zeitpunkt der Leistungserstellung und
    • Entgelt, das gegebenenfalls aufzuschlüsseln ist zwischen abziehbaren Lohn- und Fahrtkosten auf der einen Seite und den Materialkosten auf der anderen Seite.

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    Was Sie absetzen können und was nicht

    Steuerlich geltend machen können Sie vor allem den Arbeitslohn, den Sie für die haushaltsnahe Dienstleistung zahlen. Aber auch die Fahrtkosten Ihres Dienstleisters sowie die Kosten für die Nutzung von Maschinen wie Staubsaugern oder Gartengeräten können Sie zu einem Fünftel in Ihrer Steuererklärung ansetzen. Auch Verbrauchsmaterialien zählen dazu, also etwa Spül- oder Reinigungsmittel oder das Streugut des Winterdienstes, der für Sie arbeitet. Fallen zusätzliche Kosten an, wenn etwa ein Dienstleister Ihre Hecke schneidet oder den Rasen mäht und den Schnitt entsorgen muss, können Sie auch diese zu 20 Prozent von Ihrer Steuerschuld abziehen.

    Prüfen Sie, welche Kosten Sie eventuell als außergewöhnliche Belastung geltend machen können.

    Hierhin in der Steuererklärung

    Tragen Sie Ihre Ausgaben für haushaltsnahe Dienstleistungen inklusive Mehrwertsteuer im Mantelbogen der Steuererklärung für 2016 auf Seite 3 in der Zeile 72 ein. Der Betrag, den Sie geltend machen, mindert direkt Ihre Steuerschuld. Er senkt weder Ihr zu versteuerndes Einkommen noch Ihren persönlichen Grenzsteuersatz.

    Nicht absetzen können Sie hingegen die allgemeinen Müllgebühren. Auch Nachhilfe- oder Musikunterricht für die Kinder zählt nicht dazu, selbst wenn er bei Ihnen zu Hause erteilt wird. Ausgeschlossen sind auch die Kosten für die Grabpflege. Das gilt auch für den Verwalter Ihrer Wohneigentümergemeinschaft. Haben Sie eine häusliche Pflegedienstleistung in Auftrag gegeben, können Sie Materialien wie ein spezielles Krankenbett ebenfalls nicht als haushaltsnahe Dienstleistung ansetzen.

    Liste haushaltsnaher Dienstleistungen

    Zu den steuerlich absetzbaren haushaltsnahen Dienstleistungen zählen unter anderem:

    • Reinigung der Wohnung, des Teppichs oder der Fenster,
    • Fußwegreinigung und Winterdienst, auch auf öffentlichen Gehwegen,
    • Hausmeisterleistungen,
    • Gartenarbeiten innerhalb des Grundstücks wie Rasen mähen, Baumpflege oder Hecken schneiden,
    • Pflegedienstleistungen – auch dann, wenn das Personal keine spezifische Ausbildung hat,
    • Aufwendungen für ein Notrufsystem in einer Seniorenresidenz,
    • Kinderbetreuung zu Hause sowie
    • Versorgung und Betreuung von Haustieren in der eigenen Wohnung.

    In diesem Schreiben erläutert das Ministerium auf den ersten 24 Seiten die Voraussetzungen und Details, wann solche privat veranlassten Aufwendungen steuerlich abzugsfähig sein können. Angehängt ist die Anlage 1, in der alphabetisch von Abfallmanagement bis zur Zubereitung von Mahlzeiten im Haushalt unterschiedlichste Tätigkeiten aufgelistet und den unterschiedlichen Kategorien (haushaltsnahe Dienstleistung oder Handwerkerleistung) zugeordnet werden. Auf einem Blick können Sie erkennen, welche davon die Finanzämter als begünstigte Leistung einordnen. Dieses Verwaltungsschreiben ist für alle Finanzämter verbindlich.

    Mit diesen Tipps sparen Sie Steuern

    Auf die Rechnung achten Achten Sie unbedingt darauf, dass Arbeits- und andere Kosten in der Rechnung Ihres Dienstleisters aufgeschlüsselt sind. Sollte aus ihr nicht klar hervorgehen, was Sie wofür zahlen, verlangen Sie eine neue Rechnung.

    Weitere Vergünstigungen nutzen – Haushaltsnahe Dienstleistungen überschneiden sich teils mit den Arbeiten von Handwerkern, die Sie mit Arbeiten in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus beauftragen, was Sie ebenfalls steuerlich geltend machen können. Das oben erwähnte BMF-Schreiben enthält in Anlage 1 eine Liste, an die sich die Finanzämter bei der Zuordnung halten müssen. Prüfen Sie, welche Spielräume sich für Sie ergeben. Denn Sie haben Anspruch auf beide Vergünstigungen. Einen Posten mehrfach anzusetzen, ist allerdings nicht möglich.

    Einzelveranlagung – Steuerermäßigungen für Handwerkerleistungen oder haushaltsnahe Dienstleistungen werden demjenigen Ehegatten oder Lebenspartner zugerechnet, der sie bezahlt hat (§ 26a Abs. 2 Einkommensteuergesetz). Die Beiden können alternativ beantragen, dass ihnen die Aufwendungen jeweils zur Hälfte zugerechnet werden. Hierzu reicht ein „übereinstimmender“ Antrag, ein „gemeinsamer“ Antrag ist nicht notwendig. Das heißt, es reicht der Antrag des Partners, der die Kosten getragen hat.

    Hilfe bei Gartenarbeiten – Den Finanzämtern hat das Ministerium keine klare Abgrenzung für den Fall vorgegeben, dass Sie sich bei Gartenarbeiten helfen lassen. Im entscheidenden Schreiben heißt es lediglich, während die „Gartengestaltung“ unter die Begünstigung von Handwerkerleistungen falle, gelte für „Gartenpflegearbeiten“ wie Rasenmähen oder Heckenschneiden die Begünstigung für haushaltsnahe Dienstleistung. Die unklare Trennung gewährt Ihnen einen gewissen Spielraum bei der Gestaltung. Prüfen Sie also, was Sie wo ansetzen können, damit Sie Ihren maximalen Steuervorteil nutzen können.

    Hilfe durch Au-pair – Haben Sie ein Au-pair in Ihren Haushalt aufgenommen, können Sie auch diese Aufwendungen bei den haushaltsnahen Dienstleistungen ansetzen. Das dürfte Ihnen aber wahrscheinlich nur mit den möglicherweise vereinbarten Taschengeldzahlungen gelingen, denn wie für alle anderen haushaltsnahen Dienstleistungen gilt auch hier, dass Sie die Zahlung der absetzbaren Beträge auf ein Konto nachweisen müssen. Das dürfte sich bei den Kosten für Unterkunft und Verpflegung für Ihren Gast schwierig gestalten. Für Unterkunft und Verpflegung könnte eine Erstattung mit den amtlichen Sachbezugswerten vereinbart werden. Steuerlich ideal wäre, wenn das Au-pair möglichst komplett für die Kinderbetreuung da ist und das vertraglich auch so vereinbart wurde. Denn dann können Sie die Ausgaben als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend machen. Dabei dürfte sich das Finanzamt mit einer Kopie des Au-pair-Vertrags als Beleg begnügen.

    Wohnungseigentümergemeinschaften – Auch wenn Sie Teil einer Wohnungseigentümergemeinschaft sind und bestimmte Dienstleistungen wie den Winterdienst gemeinsam an eine Servicefirma vergeben, können Sie die Kosten dafür teilweise in der Steuererklärung geltend machen. Voraussetzung ist allerdings, dass die insgesamt anfallenden Aufwendungen sauber auf die einzelnen Eigentümer aufgeteilt sind. Achten Sie deshalb darauf, dass sie in Ihrer Jahresrechnung detailliert aufgeführt und Ihrer Wohneinheit klar zugeordnet sind. Sie können sich auch eine Bescheinigung Ihres Verwalters dafür ausstellen lassen, die Sie beim Finanzamt einreichen. Die Tätigkeit des Verwalters zählt indes nicht zu den haushaltsnahen Dienstleistungen, sodass Sie Ihre Ausgaben für ihn nicht ansetzen können.

    Kein Steuerabzug für Vermieter – Vermieten Sie eine Wohnung oder ein Haus und haben für die Gartenpflege eine Firma beauftragt, können Sie die Kosten dafür nicht als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen – anders als Arbeiten in Ihrem privaten Garten. Was Sie an den Dienstleister zahlen, ist dennoch steuerlich relevant. Es handelt sich um Werbungskosten für die Erzielung von Mieten und Pachten. In Ihrer Einkommensteuererklärung gehören diese Aufwendungen auf die zweite Seite der Anlage V. Tragen Sie die Gesamtsumme in Zeile 22 und in Zeile 50 ein.

    Vorteile zwei Jahre nutzen

    Sollten Sie Ihren Dienstleister über den Jahreswechsel hinaus beauftragen, prüfen Sie, wie weit Sie Ihre Möglichkeiten zum Steuerabzug bereits wahrgenommen haben. Würden Sie die Höchstsumme überschreiten, versuchen Sie, einen Teil der Zahlung ins neue Jahr zu verschieben. Denn für das Finanzamt zählt das Datum der Überweisung, nicht das der Arbeiten. Verhandeln Sie notfalls über eine Abschlags- oder Anzahlung.

    Abzugsmöglichkeiten für Pflegebedürftige – Dafür, dass eine haushaltsnahe Dienstleistung als in Ihrem Haushalt erbracht gilt, müssen Sie in der entsprechenden Wohnung oder im Haus nicht immer selbst wohnen: Die Steuervergünstigung gilt auch dann, wenn Sie wegen Krankheit oder Pflegebedürftigkeit vorübergehend außer Haus leben müssen. Auch darüber hinaus bestehen für Pflegebedürftige einige Ausnahmen von den grundsätzlichen Regelungen für haushaltsnahe Dienstleistungen. Sie können beispielsweise den Besuch der Friseurin oder des Fußpflegers als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen, obwohl diese Dienste normalerweise nicht von einem Angehörigen Ihres eigenen Haushalts geleistet werden.

    Der Bundesfinanzhof hat auch die Aufwendungen für ein Notrufsystem als haushaltsnahe Dienstleistungen anerkannt, das innerhalb einer Wohnung im Rahmen des betreuten Wohnens 24 Stunden am Tag Hilfeleistung sicherstellt (Urteil vom 3. September 2015, Az. VI R 18/14). Im konkreten Fall vereinbarte der Steuerpflichtige in einem Seniorenbetreuungsvertrag, dass ihm bei einem Notruf jederzeit Soforthilfe durch Fachpersonal zur Verfügung steht. Er zahlte dafür eine Betreuungspauschale. Diese ist nach dem Richterspruch steuerlich absetzbar. Ohne Bedeutung ist, dass sich die Notrufzentrale außerhalb des Haushalts des zu Pflegenden befindet.

    Außergewöhnliche Belastungen – Wenn Sie zwangsläufig höhere Aufwendungen haben als der durchschnittliche Steuerzahler mit vergleichbar hohen Einkünften und in einer vergleichbaren Lebenslage, können Sie diese Kosten als außergewöhnliche Belastungen geltend machen. Dabei kann es sich zum Beispiel um eine Pflegekraft handeln. Die Ausgaben dafür gelten für die Finanzämter allerdings erst ab einer gewissen Höhe als außergewöhnlich. Sie reduzieren Ihr zu versteuerndes Einkommen und senken damit tendenziell Ihren persönlichen Grenzsteuersatz. Für den darunter liegenden, gewissermaßen gewöhnlichen Betrag haben Sie vielleicht die Möglichkeit, ihn zusätzlich als haushaltsnahe Dienstleistung anteilig von Ihrer Steuerschuld abzuziehen. Sind die Pflegekosten für Sie vergleichsweise gering und damit kaum außergewöhnlich, raten wir Ihnen, sie in Ihrer Steuererklärung vollständig dort anzusetzen, damit Sie die Vergünstigung für haushaltsnahe Dienstleistungen möglichst komplett nutzen können. Ab wann eine Belastung als außergewöhnlich gilt, richtet sich übrigens nach Ihrem Einkommen.

    Dienstleistungen von Partnern und Kindern – Leistungen, die Ehepartner füreinander oder unterhaltsberechtigte Kinder für Ihre Eltern erbringen, können grundsätzlich nicht in einem Vertrag geregelt werden, den das Finanzamt anerkennt. Der rechtliche Hintergrund sind die Verpflichtungen, die in den Paragrafen 1360, 1356 sowie 1619 des Bürgerlichen Gesetzbuches festgelegt sind. Die Passagen erstrecken sich auch auf eingetragene Lebenspartnerschaft und nicht eingetragene Lebensgemeinschaften. Wenn Sie Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter monatlich 20 Euro für die Hilfe beim Rasenmähen zahlen, können Sie die Summe möglicherweise trotzdem absetzen – aber nur, wenn Ihre Angehörigen nicht in Ihrem Haushalt leben. Zudem muss der Vertrag zivilrechtlich korrekt zustande gekommen und so ausgestaltet sein, wie Sie ihn auch mit Fremden schließen würden – und schließlich muss die vereinbarte Leistung auch tatsächlich erbracht werden.

    Auch für Arbeiten im EU-Ausland nutzbar – Selbst wenn Sie einen Hausmeisterdienst mit der Pflege Ihrer Finca auf Mallorca beauftragt haben – die Kosten dafür erstattet Ihnen zum Teil der deutsche Fiskus. Das gilt für alle Ferien- oder Zweitwohnungen, sofern sie innerhalb der 28 EU-Staaten sowie Liechtenstein, Norwegen oder Island als Mitglieder im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) liegen. Allerdings gilt auch hier: Sie müssen die Immobilie selbst nutzen. Haben Sie sie vermietet, setzen Sie die Kosten als Werbungskosten für die Erzielung von Mieten und Pachten an. Und: Achten Sie unbedingt auf eine für Ihre Zwecke korrekte Rechnung.

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    Steuerabzug für Mieter

    Auch als Mieter können Sie die Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen gelten machen, die sich in Ihrer Nebenkostenabrechnung wiederfinden. Beispiele sind Ausgaben für Gartenarbeiten, den Hausmeister, den Putzdienst oder den Winterdienst. Auch die kompletten Schornsteinfegerkosten können als Handwerkerkosten berücksichtigt werden. Achten Sie darauf, dass die Posten in Ihrer Nebenkostenabrechnung detailliert aufgeschlüsselt und Ihrer Mietwohnung klar zugeordnet sind. Notfalls lassen Sie sich von Ihrem Vermieter eine entsprechende Bescheinigung geben.

    Im BMF-Schreiben finden Sie eine Musterbescheinigung, die Hausverwalter und Vermieter ihren Mietern als Anlage zur Jahresabrechnung aushändigen können. Dafür darf die Hausverwaltung eine Gebühr nehmen.

    Die Summe, die Sie von ihrer Steuerschuld abziehen können, dürfte umso kleiner ausfallen, je mehr Parteien zusammen mit Ihnen im Mietshaus wohnen.

    Nachdem für das Steuerjahr immer das Abfluss- und Zuflussprinzip gilt, geben Sie die Kosten und Abrechnungen, die in einem Jahr bezahlt wurden, in der entsprechenden Jahres-Steuerklärung an.

    Beispiel: Sie bekommen erst im Oktober 2017 Ihre Nebenkostenabrechnung für das Jahr 2016. Bereits Ende Mai 2017 mussten Sie aber die Steuererklärung 2016 abgeben. Sie können in diesem Fall Ihre Zahlungen, die Sie 2016 geleistet haben, ansetzen und eine mögliche Nachzahlung für das Jahr 2015, die Sie 2016 nach der Nebenkostenabrechnung für 2015 bezahlt haben. In der Steuererklärung 2017 können Sie dann haushaltsnahe Dienstleistungen aus der Betriebskostenabrechnung 2016 und etwaige Nachzahlungen für das Jahr 2016 geltend machen, wenn diese erst 2017 bezahlt wurden.

    Mehr dazu im Ratgeber Steuererklärung

    Experte für Steuern

    Das Wichtigste zur Einkommensteuer:

    • Welche Formulare Sie bis wann ausfüllen müssen.
    • Wer eine Steuererklärung abgeben muss – und wer sollte.
    • Welche Ausgaben die Steuern mindern.

    Weitere hilfreiche Ratgeber:

    Das müssen Sie beachten

    Keine Barzahlung

    Die Steuervergünstigung für haushaltsnahe Dienstleistungen gewährt der Staat vor allem, um der Schwarzarbeit Einhalt zu gebieten. Deswegen dürfen Sie die Rechnungen Ihres Dienstleisters oder seiner Firma keinesfalls in bar begleichen. Denn das Finanzamt erkennt Ihren Steuerabzug nur dann an, wenn Sie eine Überweisung nachweisen können. Heben Sie deshalb nicht nur die Rechnung mindestens zwei Jahre auf, sondern auch eine Kopie Ihres Kontoauszugs, der die Zahlung belegt.

    Arbeiten nur im eigenen Haushalt – Achten Sie darauf, dass die Rechnung sehr detailliert ausfällt. Am besten ist sogar aufgeführt, wo genau die haushaltsnahe Dienstleistung ausgeführt wurde. Sonst könnte Ihnen das Finanzamt entgegenhalten, dass die Arbeiten nicht für Ihren Haushalt erledigt wurden.

    Kinderbetreuung – Auch wenn die Betreuung und die Aufsicht über die Kinder zu klassischen Arbeiten zählen, die ein Familienmitglied übernimmt: Die Kosten dafür sind nur zum Teil als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzbar. Meistens dürfte das außerdem die steuerlich schlechtere Variante für Sie sein. Vielmehr können Sie die Aufwendungen als Sonderausgaben zu zwei Dritteln ansetzen – bis zu einer Höhe von 4.000 Euro je Kind. Diese Summe können Sie nicht von der Steuerschuld abziehen, sondern von Ihrem zu versteuernden Einkommen. So mindern Sie zumindest tendenziell Ihren persönlichen Grenzsteuersatz.

    Einmaliger Abzug – Was Sie schon anderweitig steuerlich geltend gemacht haben, können Sie nicht noch einmal als haushaltsnahe Dienstleistung ansetzen. Haben Sie Aufwendungen beispielsweise als Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht, fallen sie aus dem Steuerabzug heraus. Dennoch ergeben sich Spielräume bei einigen Tätigkeiten, für die Sie wahlweise auch die Vergünstigungen für Handwerkerarbeiten nutzen können. Prüfen Sie genau, was Sie wo geltend machen, um Ihren Steuerabzug vollständig zu nutzen. Und möglicherweise kombinieren Sie diese Vergünstigungen, indem Sie in der Steuererklärung zudem außergewöhnliche Belastungen ansetzen.

    Vor- und Rückträge sind nicht möglich – Nicht möglich ist der Übertrag entstandener Kosten in das folgende Jahr oder das Vorjahr. Das heißt, wenn Sie in einem Jahr keine Steuern zahlen, weil Ihre Einkünfte zu gering sind, können Sie auch den Steuervorteil nicht nutzen – die Vergünstigung entfällt komplett.

    Eingetragene Lebenspartnerschaften

    Steuerpflichtige, die zusammen einen Haushalt bewohnen, können den gesamten Steuerabzug für haushaltsnahe Dienstleistungen insgesamt nur einmal in Anspruch nehmen. Deshalb müssen Sie den Namen Ihres Partners sowie sein Geburtsdatum im Mantelbogen der Einkommensteuererklärung für 2016 in Zeile 75 angeben. Achten Sie darauf, dass beide Partner die Aufträge an Dienstleister vergeben und auch die Rechnungen begleichen. So können Sie die Steuervergünstigung vollständig ausschöpfen.

    Steuererklärung – was kann ich absetzen und wo muss ich es eintragen?

    Altersvorsorge

    Arbeitnehmer die für ihr Alter vorsorgen, können die Aufwendungen hierfür absetzen. Das gilt beispielsweise für die Beiträge zu Versorgungswerken und zur gesetzlichen Rentenversicherung. Auch die betriebliche Altersvorsorge sowie private Sparverträge wie z.B. Riester- und Rüruprente sind abzugsfähig.

    Gesetzliche Rentenversicherung

    Erstattungsfähig ist der Arbeitnehmeranteil der Beiträge zur gesetzlichen Rente. Die Aufwendungen lassen sich allerdings nicht komplett, sondern lediglich zu einem Anteil von 82 Prozent geltend machen. Für die Steuererklärung 2017 gelten maximale Beiträge in Höhe von 22.762 Euro für Alleinstehende und 45.524 Euro für verheiratete Personen.

    Betriebliche Altersvorsorge

    Vor allem Arbeitnehmer aus dem Niedriglohnbereich sollen durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz Ansprüche aus einer eventuellen betrieblichen Altersvorsorge erhalten. Die geförderte Maximalsumme beträgt 2.976 Euro. Unter bestimmten Voraussetzungen können weitere 1.800 Euro jährlich steuerfrei sein.

    Private Altersvorsorge

    Beiträge zur Riester-Rente sind im Rahmen des Sonderausgabenabzugs steuerlich absetzbar. Bis zu 2.100 Euro pro Jahr sind erlaubt. Beiträge zur Rürup-Rente lassen sich in der Einkommensteuererklärung 2017 besser absetzen als in den Vorjahren. Der zulässige Höchstbetrag wurde auf 22.766 Euro angehoben. Als Sonderausgaben lassen sich maximal 18.668 Euro abziehen, da die Anrechenbarkeit auf 82 Prozent begrenzt ist. Zahlt der Sparer z.B. 5.000 an Beiträgen ein, erkennt der Fiskus hiervon nur 4.100 an.

    Arbeitszimmer

    Als Steuerzahler dürfen Sie die Kosten für ein Arbeitszimmer zu Hause nur dann beim Finanzamt geltend machen, wenn Sie den Raum überwiegend beruflich nutzen. Räumlichkeiten, die lediglich zeitweilig für die Arbeit verwendet werden, erkennt das Finanzamt hingegen nicht mehr an. Dies wurde unlängst in einer Grundsatzentscheidung vom Bundesfinanzhof bestätigt. Arbeitnehmer, die den größten Teil der Arbeit nicht von zu Hause erledigen, aber ansonsten keinen Platz zur Verfügung haben, können einen Betrag in Höhe von bis zu 1.250 Euro absetzen. Das gilt etwa für Mitarbeiter im Außendienst oder für Lehrer. Allerdings sollten sie sich eine entsprechende Bestätigung von ihrem Arbeitgeber holen. Der Grund: Hiermit lässt sich gegenüber dem Finanzamt leichter argumentieren, dass der Raum auch tatsächlich für die berufliche Tätigkeit genutzt wurde.

    Beerdigung

    Sämtliche Ausgaben einer Beerdigung können in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden. Das gilt für das eigentliche Begräbnis ebenso wie für die Grabstätte, den Grabstein oder den Blumenschmuck. Es können nur Kosten angegeben werden, die den Wert des Erbes übersteigen.

    Ausgaben für Bewerbungen lassen sich in voller Höhe absetzen. Das gilt auch dann, wenn die Bewerbung keinen Erfolg hatte. Abzugsfähig sind z.B. die Fahrtkosten für Vorstellungsgespräche. Das gilt ebenso wie die Ausgaben für Bewerbungsmappen, Bücher oder Fachzeitschriften. Sollten Sie nicht mehr alle Ausgaben nachweisen können, können Sie pro versendete Bewerbung einen pauschalen Betrag beim Finanzamt einreichen. Für eine Bewerbung in elektronischer Form gilt ein Betrag in Höhe von 2,50 Euro. Für jede postalische Bewerbung gibt es 8,50 Euro zurück.

    Ehrenamtliche Tätigkeiten lohnen sich auch aus steuerlichen Gründen. Mit dem Übungsleiter-Freibetrag dürfen Sie seit dem Jahr 2013 2.400 Euro im Jahr steuerfrei hinzuverdienen. Beispielsweise als Pfleger oder Trainer. Engagieren Sie sich bei sozialen Institutionen oder Vereinen als Kassenwart oder Vorsitzender, können Sie bis zu 720 Euro an steuerfreier Aufwandsentschädigung erhalten.

    Gerichtskosten

    Beruflich bedingte Kosten für Gerichtsverhandlungen oder einen Anwalt lassen sich in Höhe der Belege steuerlich absetzen. Private Rechtsstreitigkeiten sind hingegen nur in bestimmten Fällen absetzbar. Hierzu zählen z.B. Prozesse mit dem Arbeitgeber oder aufgrund eines Unfalls auf dem Weg zur Arbeit.

    Gewerkschaft

    Mitglieder in einem Berufsverband oder einer Gewerkschaft können Sie die entstandenen Beiträge steuerlich in voller Höhe geltend machen. Fügen Sie bei der erstmaligen Angabe einer solchen Mitgliedschaft Ihrer Steuererklärung am besten einen Nachweis bei.

    Haushalt und Handwerker

    Zahlreiche so genannte haushaltsnahe Dienstleistungen können Sie von der Steuer absetzen. Die Arbeiten müssen von einer Firma durchgeführt werden, die eine offizielle Rechnung ausstellt. Anrechnungsfähig sind z.B. die Kosten für Kinderbetreuung, den ambulanten Pflegedienst, die Heimunterbringung von Pflegebedürftigen oder Haushaltshilfen. Bis zu 20% der Kosten erstattet das Finanzamt. Hierbei gilt jedoch ein Maximalbetrag von 4.000 Euro jährlich. Diese Möglichkeit besteht übrigens auch bei Kosten für Ferien- oder Zweitwohnungen. Jedoch gilt der Maximalbetrag für alle Wohnsitze zusammen. Für Haushaltshilfen in einem Minijob sind nur Aufwendungen in Höhe von 510 Euro absetzbar. Die Kosten für Schornsteinfeger, Gärtner oder Renovierungsarbeiten zählen zu den Handwerkerkosten. Hierfür gibt es eine maximale Steuererstattung von 1.200 Euro pro Jahr.

    Kosten die durch Krankheit oder Unfall entstehen, dürfen steuerlich geltend gemacht werden. Hierunter fallen alle Ausgaben, die von der Krankenkasse nur teilweise oder gar nicht übernommen werden. Der Fiskus ermittelt anhand der Höhe Ihres Jahreseinkommens die so genannte zumutbare Belastungsgrenze. Das ist der Betrag, welcher Ihnen aufgrund Ihres Einkommens als Eigenkosten zugemutet werden kann. Die Grenze liegt zwischen 1% und 7% Ihres zu versteuernden Einkommens. Sie ist auch abhängig davon, wie viele Kinder sie haben. Ab dem Punkt wo der Betrag überschritten wird, sind die Ausgaben steuerlich abzugsfägig. Darunter liegende Kosten erkennt das Finanzamt nicht an. Siehe auch Übersicht unter finanztip.de

    Typische Krankheitskosten und Zuzahlungen

    • Zahnersatz
    • Brillen
    • Physiotherapien
    • Medikamente und Zuzahlungen
    • Logopäden
    • Heilpraktiker
    • Aufenthalte im Krankenhaus
    • Operationen zur Augenkorrektur
    • Kuren

    Pendlerpauschale

    Für die Fahrt zur Arbeit – egal mit welchem Verkehrsmittel – kann pro vollem Kilometer eine Entfernungspauschale in Höhe von 30 Cent geltend gemacht werden. Wichtig hierbei: Es zählt nur der Hinweg, also nur eine Strecke. Das Finanzamt erkennt allerdings nur die kürzeste Verbindung an. Eine längere Strecke ist nur dann abzugsfägig, wenn sie nachweislich verkehrsgünstiger ist. Siehe auch unser Rechner zur Pendlerpauschale.

    Telefon und Internet

    Sie nutzen Ihren Internet- und Telefonanschluss auch beruflich? Dann können Sie einen Teil der Kosten hierfür absetzen. Möchten Sie keine Einzelnachweise ans Finanzamt einreichen, können 20 Prozent des Rechnungsbetrages steuerlich geltend gemacht werden. Hierbei gilt jedoch ein Maximalbetrag von 20 Euro pro Monat.

    Scheidung und Trennungsjahr

    Seit 2013 lassen sich die Kosten für eine Scheidung nicht mehr absetzen. Im Trennungsjahr können die ehemaligen Partner noch ein letztes Mal eine gemeinsame Versteuerung veranlassen. In diesem Fall profitieren Sie letztmalig vom Splittingtarif, was sich insbesondere bei deutlichen Einkommensunterschieden lohnen kann. Wichtig: das Paar muss im Jahr der Veranlagung mindestens 1 Tag zusammen gewohnt haben. Andernfalls gilt die Trennung bereits zu einem früheren Zeitpunkt als vollzogen.

    Die Unterstützung bedürftiger Personen lassen sich als außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend machen. Für die Steuererklärung 2017 gilt hierbei ein Maximalbetrag von 8.652 Euro. Dauerhaft getrennt lebende oder geschiedene Ehepaare können geleistete Unterhaltszahlungen in Form von Sonderausgaben vom Finanzamt zurück holen. Hierfür gilt ein jährlicher Höchstbetrag von 13.805 Euro. Auch die Beiträge zur Pflege- und Krankenversicherung zählen dazu.

    Bei einem privaten Umzug lassen sich die Arbeitsstunden einer Spedition als haushaltsnahe Dienstleistungen beim Fiskus absetzen. Bei einem beruflich bedingten Wohnungswechsel sind die entstandenen Auslagen als Werbungskosten abzugsfähig. Wird der Umzug bis Ende Januar 2017 durchgeführt, gilt ein Pauschbetrag in Höhe von 746 Euro für Singles und 1.493 Euro für verheiratete Personen. Die Pauschale steigt mit jeder weiteren Person die im Haushalt lebt um 329 Euro.

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    2 Comments

    inwieweit lassen sich normale Versicherungen wie Rechtsschutz, Haftpflicht oder KFZ von der Steuer absetzen?

    Danke schon mal im Voraus

    eine Rechtsschutzversicherung können Sie nur steuerlich absetzen, wenn Sie sie gewerblich nutzen. Eine Privatrechtschutz ist hingegen nicht absetzbar. Eine private Haftpflichtversicherung können Sie von der Steuer absetzen, auch wenn sie privat genutzt wird. Dasselbe gilt für die KFZ-Haftpflicht. Nicht abzugsfähig ist dagegen die Kaskoversicherung Ihrer Kfz-Police. Ebenfalls angeben können Sie eine private Unfallversicherung sowie weitere Policen mit denen Sie Ihre „Person“ absichern.

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    Источники: http://www.cecu.de/steuererklaerung-haushaltsnahe-dienstleistungen.html, http://www.finanztip.de/haushaltsnahe-dienstleistungen/, http://www.brutto-netto-rechner24.de/steuererklaerung-was-kann-ich-absetzen-und-wo-muss-ich-es-eintragen.html

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