Höhe soli

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    Solidaritätszuschlag

    Wer die Zusatzabgabe zahlen muss

    • Von: Arne Düsterhöft

    Das Wichtigste in Kürze

    • Den Solidaritätszuschlag zahlt grundsätzlich jeder zusätzlich zur fälligen Einkommensteuer. Alleinstehende mit maximal 972 Euro Steuern im Jahr sind von dieser Ergänzungsabgabe befreit – zusammenveranlagte Partner ab 1.944 Euro.
    • Wer als Single eine Jahressteuerlast zwischen 973 und 1.340 Euro trägt, muss nur einen reduzierten Satz zahlen – Ehepaare ab 2.680 Euro.
    • Der Soli, wie er landläufig abgekürzt wird, beträgt oberhalb dieser Grenze 5,5 Prozent der Einkommensteuer.
    • Die Abgabe wurde 1991 mit 7,5 Prozent eingeführt, vor allem für kurzfristige Zusatzausgaben. Von 1992 bis 1994 wurde sie nicht erhoben, 1995 aber als unbefristete Ergänzungsabgabe wieder eingeführt, um die Kosten der Wiedervereinigung Deutschlands zu finanzieren.
    • Die Einnahmen aus dem Solidaritätszuschlag – rund 13 Milliarden Euro im Jahr 2016 – sind nicht zweckgebunden und stehen ausschließlich dem Bund für seine Finanzierungszwecke zu.

    So gehen Sie vor

    • Die Arbeitgeber führen den Soli bei der Gehaltsabrechnung zusammen mit der Lohnsteuer ab, Banken für ihre Anleger zusammen mit der Abgeltungssteuer auf Zinsen und Dividenden. Kapitalgesellschaften und andere juristische Personen, etwa Vereine, zahlen ihn auf die Körperschaftsteuer.
    • Dem Einkommensteuerbescheid können Sie entnehmen, wie viel Soli Sie zahlen müssen. Falls Sie ihn selbst berechnen wollen, können Sie den Steuerrechner des Finanzministeriums nutzen.
    • Alle Steuerbescheide tragen derzeit einen Vorläufigkeitsvermerk, weil das Bundesverfassungsgericht entscheiden muss, ob diese Abgabe gegen das Gleichbehandlungsgebot verstößt. Steuerzahler profitieren automatisch von einem positiven Ausgang des Verfahrens.
    • Bei der Ermittlung des Solis spielt ein eingetragener Kinderfreibetrag eine Rolle. Er reduziert die Bemessungsgrundlage. Deshalb können alle Eltern auf den positiven Ausgang eines anderen anhängigen Verfahren vor dem Verfassungsgericht hoffen – und damit auf eine Steuerrückerstattung, eventuell mit zusätzlichen Zinsen vom Finanzamt.

    Damit zusammenwächst, was zusammengehört, folgte nach der deutschen Wiedervereinigung das langwierige Projekt Aufbau Ost. Durch den Solidaritätszuschlag (kurz: „Soli“) unterstützt jeder Steuerzahler diesen Prozess mit – übrigens auch Ausländer, die in Deutschland Einkommensteuer zahlen.

    Die Ergänzungsabgabe ist unbefristet

    Tatsächlich wurde der Soli 1991 zunächst nur für ein Jahr eingeführt, um einmalige Zusatzausgaben des Staates zu finanzieren. Dazu gehörten eine Beteiligung an den Kosten des zweiten Golfkrieges und die Förderung von Staaten in Mittel- und Osteuropa. Die Höhe lag damals bei 7,5 Prozent der Einkommensteuer.

    In den folgenden drei Jahren wurde die Ergänzungsabgabe ausgesetzt. Doch seit 1995 erhebt sie der Fiskus als unbefristeten Aufschlag auf die zu zahlende Einkommensteuer. Begründet hat er die Wiedereinführung mit den dauerhaften Lasten für die Wiedervereinigung Deutschlands.

    2016 erzielte der Bund damit rund 13 Milliarden Euro, die ihm allein zustehen und die er verwenden darf, wie er will. Steuern dienen allgemein der Staatsfinanzierung und sind nie zweckgebunden.

    Solidaritätszuschlag zahlt jeder zusätzlich zur Einkommensteuer

    Den Soli-Zuschlag zahlt grundsätzlich jeder Steuerzahler in Deutschland auf Lohn- und Kapitalertragsteuer in Höhe von 5,5 Prozent. Bemessungsgrundlage ist also die zu zahlende Steuer, der Soli kommt noch oben drauf. Juristische Personen, dazu zählen Kapitalgesellschaften und Vereine, zahlen ihn auf ihre Körperschaftsteuer.

    Beispielrechnung

    Ein lediger, kinderloser Angestellter verdient 2.000 Euro brutto im Monat. Er ist konfessionslos, gesetzlich krankenversichert und zahlt einen Zusatzbeitragssatz von 1,1 Prozent. Sein Arbeitgeber führt am Monatsende für ihn 190,66 Euro ans Finanzamt ab. Die Ergänzungsabgabe funktioniert so, dass der Arbeitnehmer 5,5 Prozent des Lohnsteuerbetrags noch zusätzlich als Solidaritätszuschlag bezahlen muss. Diesen Betrag führt der Arbeitgeber ebenfalls für den Mitarbeiter ab. Im konkreten Beispiel für 2017 sind dies: 5,5 Prozent x 190,66 Euro = 10,48 Euro monatlich. Gerechnet haben wir mit dem Steuerrechner des Bundesfinanzministeriums.

    Geringverdiener sind vom Soli befreit

    Geringverdiener sind über den Grundfreibetrag von der Einkommensteuer befreit. Doch auch Geringverdiener mit einer Einkommensteuer bis 972 Euro müssen noch keinen Soli-Zuschlag zahlen. Ab einem Steuerbetrag von 973 Euro steigt der Solidaritätszuschlag schrittweise an. Erst wenn sie 1.340 Euro Einkommensteuer im Jahr zahlen, wird der volle Soli in Höhe von 5,5 Prozent fällig. Für zusammenveranlagte Ehepaare gilt der jeweils doppelte Wert von 1.844 Euro und 2.680 Euro. Diese Steuerentlastung für Geringverdiener wurde 1995 eingeführt und ist seitdem nicht erhöht worden.

    Eine Variation des Zahlenbeispiels von oben zeigt die Wirkung bei Geringverdienern:

    Beispielrechnung für den Freibetrag bei geringem Einkommen

    Der Angestellte geht in Teilzeit und verdient daraufhin noch 1.490 Euro brutto im Monat. In Steuerklasse 1 zahlt er daher 79 Euro Lohnsteuer im Monat, bei einer zwölfmonatigen Beschäftigung insgesamt 948 Euro. Er liegt damit unterhalb des Freibetrags von 972 Euro im Jahr und muss keinen Soli-Zuschlag zahlen. Bei rund 1.635 Euro Einkommen pro Monat würde er dagegen das Steueraufkommen von 112,08 Euro monatlich erreichen und müsste die vollen 5,5 Prozent Zuschlag in Höhe von 6,16 Euro oben drauf rechnen. Seine Jahressteuerlast betrüge 1.344,96 Euro Lohnsteuer plus 73,92 Euro Soli, insgesamt 1.418,88 Euro.

    Falls Sie den Solidaritätszuschlag für Ihren individuellen Fall berechnen wollen, können Sie dazu den kostenlosen Steuerrechner des Bundesfinanzministeriums nutzen.

    Der Kinderfreibetrag reduziert den Zuschlag

    Auf Ihrem Steuerbescheid ist die Höhe des Solidaritätszuschlags als eigene Rubrik ausgewiesen. Ähnlich wie die Kirchensteuer wird er per Einkommensteuerbescheid direkt vom Finanzamt ermittelt und bei Vorliegen eines Lastschriftmandats auch vom Amt einbehalten. Anders als die Kirchensteuer können Sie den Solidaritätszuschlag jedoch nicht von der Steuer absetzen.

    Falls Sie einen Kinderfreibetrag geltend machen können, wird dieser auf den Soli angerechnet. Das heißt: Die Bemessungsgrundlage sinkt.

    Aus diesem Grund können alle Eltern auf den positiven Ausgang eines anhängigen Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hoffen. Das Finanzgericht Niedersachsen ist der Auffassung, dass der Kinderfreibetrag mindestens seit 2014 zu niedrig ist und zudem auch falsch berechnet wird (Beschluss vom 2. Dezember 2016, Az. 7 K 83/16).

    Ob dies so ist, müssen nun die Verfassungsrichter entscheiden. Alle Steuerzahler mit einem Kinderfreibetrag würden von einem positiven Ausgang automatisch profitieren. Sie könnten dann mit einer Steuererstattung rechnen, sehr häufig rückwirkend sogar mit zusätzlichen Zinszahlungen von 6 Prozent jährlich.

    Soli-Zahlungen nur unter Vorbehalt

    Bei einem genauen Blick auf den Einkommensteuerbescheid finden Sie in den Erläuterungen einen Vorläufigkeitsvermerk bezüglich des Solidaritätszuschlags. Dieser drückt aus, dass Ihr Finanzamt den Soli unter dem Vorbehalt einzieht, dass er vom Bundesverfassungsgericht als rechtmäßig bestätigt wird. Bereits für das Veranlagungsjahr 2002 gab es die erste Verfassungsbeschwerde, die jedoch nicht erfolgreich war. Es folgten weitere Klagen.

    Der aktuelle Vorläufigkeitsvermerk beruht auf einer erfolgreichen Klage vor dem Finanzgericht Niedersachsen. Das Gericht hält den Soli aus doppelter Hinsicht für verfassungswidrig: Zum einen sei er als Finanzierungsquelle in Notlagen zeitlich begrenzt, zum anderen verstoße er gegen den im Artikel 3 des Grundgesetzes festgelegten Gleichbehandlungsgrundsatz.

    Denn es gibt vergleichbare Sachverhalte, bei denen eine unterschiedliche Zahllast herauskommt. Dies hängt mit Anrechnungsvorschriften bei ausländischen Einkünften zusammen. So muss ein Arbeitnehmer, der nur in Deutschland lebt und arbeitet, einen höheren Solidaritätszuschlag zahlen, als wenn er bei sonst gleichen Verhältnissen als Grenzgänger tätig wäre, also im Ausland arbeiten würde. Das Bundesverfassungsgericht soll nun in dem Verfahren darüber entscheiden (Az. 2 BvL 6/14). Steuerzahler müssen auch in diesem Fall nicht aktiv werden und können aufgrund des Vorläufigkeitsvermerks getrost abwarten, was herauskommt.

    Der Solidaritätszuschlag ist nicht nur für die neuen Bundesländer

    In der politischen Diskussion wird der Soli häufig gemeinsam mit dem Solidarpakt genannt, als finanzielle Unterstützung für die neuen Bundesländer. Als Steuer ist er jedoch grundsätzlich nicht zweckgebunden und dient anders als der Solidarpakt der allgemeinen Staatsfinanzierung.

    Mit dem Solidarpakt einigten sich Bund und Länder, die neuen Bundesländer im Rahmen des Länderfinanzausgleichs besonders zu unterstützen, um das wirtschaftliche Niveau von Ost- und Westdeutschland anzunähern.

    Im Gegensatz zum Solidarpakt, der 2019 von Bundestag und Bundesrat neu verhandelt werden muss, ist der Solidaritätszuschlag zeitlich unbefristet. Allerdings entwickelt sich zunehmend eine politische Debatte darüber, ob die Ergänzungsabgabe noch zeitgemäß ist. Möglicherweise wird der Soli aufgrund der aktuell sehr hohen Steuereinnahmen in den nächsten Jahren zumindest reduziert.

    Solidaritätszuschlag

    Wer die Zusatzabgabe zahlen muss

    • Von: Arne Düsterhöft

    Das Wichtigste in Kürze

    • Den Solidaritätszuschlag zahlt grundsätzlich jeder zusätzlich zur fälligen Einkommensteuer. Alleinstehende mit maximal 972 Euro Steuern im Jahr sind von dieser Ergänzungsabgabe befreit – zusammenveranlagte Partner ab 1.944 Euro.
    • Wer als Single eine Jahressteuerlast zwischen 973 und 1.340 Euro trägt, muss nur einen reduzierten Satz zahlen – Ehepaare ab 2.680 Euro.
    • Der Soli, wie er landläufig abgekürzt wird, beträgt oberhalb dieser Grenze 5,5 Prozent der Einkommensteuer.
    • Die Abgabe wurde 1991 mit 7,5 Prozent eingeführt, vor allem für kurzfristige Zusatzausgaben. Von 1992 bis 1994 wurde sie nicht erhoben, 1995 aber als unbefristete Ergänzungsabgabe wieder eingeführt, um die Kosten der Wiedervereinigung Deutschlands zu finanzieren.
    • Die Einnahmen aus dem Solidaritätszuschlag – rund 13 Milliarden Euro im Jahr 2016 – sind nicht zweckgebunden und stehen ausschließlich dem Bund für seine Finanzierungszwecke zu.

    So gehen Sie vor

    • Die Arbeitgeber führen den Soli bei der Gehaltsabrechnung zusammen mit der Lohnsteuer ab, Banken für ihre Anleger zusammen mit der Abgeltungssteuer auf Zinsen und Dividenden. Kapitalgesellschaften und andere juristische Personen, etwa Vereine, zahlen ihn auf die Körperschaftsteuer.
    • Dem Einkommensteuerbescheid können Sie entnehmen, wie viel Soli Sie zahlen müssen. Falls Sie ihn selbst berechnen wollen, können Sie den Steuerrechner des Finanzministeriums nutzen.
    • Alle Steuerbescheide tragen derzeit einen Vorläufigkeitsvermerk, weil das Bundesverfassungsgericht entscheiden muss, ob diese Abgabe gegen das Gleichbehandlungsgebot verstößt. Steuerzahler profitieren automatisch von einem positiven Ausgang des Verfahrens.
    • Bei der Ermittlung des Solis spielt ein eingetragener Kinderfreibetrag eine Rolle. Er reduziert die Bemessungsgrundlage. Deshalb können alle Eltern auf den positiven Ausgang eines anderen anhängigen Verfahren vor dem Verfassungsgericht hoffen – und damit auf eine Steuerrückerstattung, eventuell mit zusätzlichen Zinsen vom Finanzamt.

    Damit zusammenwächst, was zusammengehört, folgte nach der deutschen Wiedervereinigung das langwierige Projekt Aufbau Ost. Durch den Solidaritätszuschlag (kurz: „Soli“) unterstützt jeder Steuerzahler diesen Prozess mit – übrigens auch Ausländer, die in Deutschland Einkommensteuer zahlen.

    Die Ergänzungsabgabe ist unbefristet

    Tatsächlich wurde der Soli 1991 zunächst nur für ein Jahr eingeführt, um einmalige Zusatzausgaben des Staates zu finanzieren. Dazu gehörten eine Beteiligung an den Kosten des zweiten Golfkrieges und die Förderung von Staaten in Mittel- und Osteuropa. Die Höhe lag damals bei 7,5 Prozent der Einkommensteuer.

    In den folgenden drei Jahren wurde die Ergänzungsabgabe ausgesetzt. Doch seit 1995 erhebt sie der Fiskus als unbefristeten Aufschlag auf die zu zahlende Einkommensteuer. Begründet hat er die Wiedereinführung mit den dauerhaften Lasten für die Wiedervereinigung Deutschlands.

    2016 erzielte der Bund damit rund 13 Milliarden Euro, die ihm allein zustehen und die er verwenden darf, wie er will. Steuern dienen allgemein der Staatsfinanzierung und sind nie zweckgebunden.

    Solidaritätszuschlag zahlt jeder zusätzlich zur Einkommensteuer

    Den Soli-Zuschlag zahlt grundsätzlich jeder Steuerzahler in Deutschland auf Lohn- und Kapitalertragsteuer in Höhe von 5,5 Prozent. Bemessungsgrundlage ist also die zu zahlende Steuer, der Soli kommt noch oben drauf. Juristische Personen, dazu zählen Kapitalgesellschaften und Vereine, zahlen ihn auf ihre Körperschaftsteuer.

    Beispielrechnung

    Ein lediger, kinderloser Angestellter verdient 2.000 Euro brutto im Monat. Er ist konfessionslos, gesetzlich krankenversichert und zahlt einen Zusatzbeitragssatz von 1,1 Prozent. Sein Arbeitgeber führt am Monatsende für ihn 190,66 Euro ans Finanzamt ab. Die Ergänzungsabgabe funktioniert so, dass der Arbeitnehmer 5,5 Prozent des Lohnsteuerbetrags noch zusätzlich als Solidaritätszuschlag bezahlen muss. Diesen Betrag führt der Arbeitgeber ebenfalls für den Mitarbeiter ab. Im konkreten Beispiel für 2017 sind dies: 5,5 Prozent x 190,66 Euro = 10,48 Euro monatlich. Gerechnet haben wir mit dem Steuerrechner des Bundesfinanzministeriums.

    Geringverdiener sind vom Soli befreit

    Geringverdiener sind über den Grundfreibetrag von der Einkommensteuer befreit. Doch auch Geringverdiener mit einer Einkommensteuer bis 972 Euro müssen noch keinen Soli-Zuschlag zahlen. Ab einem Steuerbetrag von 973 Euro steigt der Solidaritätszuschlag schrittweise an. Erst wenn sie 1.340 Euro Einkommensteuer im Jahr zahlen, wird der volle Soli in Höhe von 5,5 Prozent fällig. Für zusammenveranlagte Ehepaare gilt der jeweils doppelte Wert von 1.844 Euro und 2.680 Euro. Diese Steuerentlastung für Geringverdiener wurde 1995 eingeführt und ist seitdem nicht erhöht worden.

    Eine Variation des Zahlenbeispiels von oben zeigt die Wirkung bei Geringverdienern:

    Beispielrechnung für den Freibetrag bei geringem Einkommen

    Der Angestellte geht in Teilzeit und verdient daraufhin noch 1.490 Euro brutto im Monat. In Steuerklasse 1 zahlt er daher 79 Euro Lohnsteuer im Monat, bei einer zwölfmonatigen Beschäftigung insgesamt 948 Euro. Er liegt damit unterhalb des Freibetrags von 972 Euro im Jahr und muss keinen Soli-Zuschlag zahlen. Bei rund 1.635 Euro Einkommen pro Monat würde er dagegen das Steueraufkommen von 112,08 Euro monatlich erreichen und müsste die vollen 5,5 Prozent Zuschlag in Höhe von 6,16 Euro oben drauf rechnen. Seine Jahressteuerlast betrüge 1.344,96 Euro Lohnsteuer plus 73,92 Euro Soli, insgesamt 1.418,88 Euro.

    Falls Sie den Solidaritätszuschlag für Ihren individuellen Fall berechnen wollen, können Sie dazu den kostenlosen Steuerrechner des Bundesfinanzministeriums nutzen.

    Der Kinderfreibetrag reduziert den Zuschlag

    Auf Ihrem Steuerbescheid ist die Höhe des Solidaritätszuschlags als eigene Rubrik ausgewiesen. Ähnlich wie die Kirchensteuer wird er per Einkommensteuerbescheid direkt vom Finanzamt ermittelt und bei Vorliegen eines Lastschriftmandats auch vom Amt einbehalten. Anders als die Kirchensteuer können Sie den Solidaritätszuschlag jedoch nicht von der Steuer absetzen.

    Falls Sie einen Kinderfreibetrag geltend machen können, wird dieser auf den Soli angerechnet. Das heißt: Die Bemessungsgrundlage sinkt.

    Aus diesem Grund können alle Eltern auf den positiven Ausgang eines anhängigen Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hoffen. Das Finanzgericht Niedersachsen ist der Auffassung, dass der Kinderfreibetrag mindestens seit 2014 zu niedrig ist und zudem auch falsch berechnet wird (Beschluss vom 2. Dezember 2016, Az. 7 K 83/16).

    Ob dies so ist, müssen nun die Verfassungsrichter entscheiden. Alle Steuerzahler mit einem Kinderfreibetrag würden von einem positiven Ausgang automatisch profitieren. Sie könnten dann mit einer Steuererstattung rechnen, sehr häufig rückwirkend sogar mit zusätzlichen Zinszahlungen von 6 Prozent jährlich.

    Soli-Zahlungen nur unter Vorbehalt

    Bei einem genauen Blick auf den Einkommensteuerbescheid finden Sie in den Erläuterungen einen Vorläufigkeitsvermerk bezüglich des Solidaritätszuschlags. Dieser drückt aus, dass Ihr Finanzamt den Soli unter dem Vorbehalt einzieht, dass er vom Bundesverfassungsgericht als rechtmäßig bestätigt wird. Bereits für das Veranlagungsjahr 2002 gab es die erste Verfassungsbeschwerde, die jedoch nicht erfolgreich war. Es folgten weitere Klagen.

    Der aktuelle Vorläufigkeitsvermerk beruht auf einer erfolgreichen Klage vor dem Finanzgericht Niedersachsen. Das Gericht hält den Soli aus doppelter Hinsicht für verfassungswidrig: Zum einen sei er als Finanzierungsquelle in Notlagen zeitlich begrenzt, zum anderen verstoße er gegen den im Artikel 3 des Grundgesetzes festgelegten Gleichbehandlungsgrundsatz.

    Denn es gibt vergleichbare Sachverhalte, bei denen eine unterschiedliche Zahllast herauskommt. Dies hängt mit Anrechnungsvorschriften bei ausländischen Einkünften zusammen. So muss ein Arbeitnehmer, der nur in Deutschland lebt und arbeitet, einen höheren Solidaritätszuschlag zahlen, als wenn er bei sonst gleichen Verhältnissen als Grenzgänger tätig wäre, also im Ausland arbeiten würde. Das Bundesverfassungsgericht soll nun in dem Verfahren darüber entscheiden (Az. 2 BvL 6/14). Steuerzahler müssen auch in diesem Fall nicht aktiv werden und können aufgrund des Vorläufigkeitsvermerks getrost abwarten, was herauskommt.

    Der Solidaritätszuschlag ist nicht nur für die neuen Bundesländer

    In der politischen Diskussion wird der Soli häufig gemeinsam mit dem Solidarpakt genannt, als finanzielle Unterstützung für die neuen Bundesländer. Als Steuer ist er jedoch grundsätzlich nicht zweckgebunden und dient anders als der Solidarpakt der allgemeinen Staatsfinanzierung.

    Mit dem Solidarpakt einigten sich Bund und Länder, die neuen Bundesländer im Rahmen des Länderfinanzausgleichs besonders zu unterstützen, um das wirtschaftliche Niveau von Ost- und Westdeutschland anzunähern.

    Im Gegensatz zum Solidarpakt, der 2019 von Bundestag und Bundesrat neu verhandelt werden muss, ist der Solidaritätszuschlag zeitlich unbefristet. Allerdings entwickelt sich zunehmend eine politische Debatte darüber, ob die Ergänzungsabgabe noch zeitgemäß ist. Möglicherweise wird der Soli aufgrund der aktuell sehr hohen Steuereinnahmen in den nächsten Jahren zumindest reduziert.

    Solidaritätszuschlag: Wie lässt er sich berechnen?

    Der Solidaritätszuschlag wird Monat für Monat jedem Arbeitnehmer automatisch vom Gehalt abgezogen. Zusätzlich zur Einkommenssteuer, der Kapitalertragssteuer und der Körperschaftssteuer ist der Solidaritätszuschlag damit eine weitere Abgabe, die ein Arbeitnehmer in Deutschland zu leisten hat .

    Der Solidaritätszuschlag variiert je nach Einkommen und kann ab einer gewissen Einkommensgrenze schnell ansteigen (Der Solidaritätszuschlag beim Lohnsteuerabzugsverfahren)

    Der Solidaritätszuschlag: Geschichtliche Basis

    Die erstmalige Einführung des Solidaritätszuschlags (umgangssprachlich auch „Soli“ genannt) erfolgte im Jahr 1991. Nach dem Ende des Kalten Krieges und der politischen Zusammenführung der West- und Ostbundesländer wurde eine Abgabe beschlossen, die die entstandenen Kosten der Deutschen Einheit tragen sollte. Zudem sollten andere mittel-, süd- und südosteuropäischen Länder damit unterstützt werden.

    Grundsätzlich muss jeder Arbeitnehmer in der Bundesrepublik diesen Zuschlag zahlen. Die Höhe des Solidaritätszuschlags ist jedoch mit den Jahren von 7,5% auf den heutigen Stand von 5,5% der Lohnsteuer/Einkommenssteuer oder Körperschaftssteuer gesunken. In der Ära Merkel erhielt der Solidaritätszuschlag zudem noch eine starke Image-Funktion im öffentlichen Bild der Kanzlerin.

    Solidaritätszuschlag berechnen

    Auf welcher Grundlage kann man den Solidaritätszuschlag nun berechnen? Eine entscheidende Rolle dabei spielt die Lohnsteuer. Der Solidaritätszuschlag wird auf der Lohnabrechnung in der Regel unter der errechneten Lohnsteuer aufgeführt sein. Diese beiden Posten sind nämlich eng miteinander verbunden, da sich der Solidaritätszuschlag stets an der Lohnsteuer orientiert.

    Die Lohnsteuer ist abhängig von dem Gehalt, das der Arbeitnehmer verdient. Muss er beispielsweise 1.000 € Lohnsteuer abführen, fallen zusätzlich 5,5% dieses Betrages als Solidaritätszuschlag an. Das ergibt 1.000 € Lohnsteuer plus 55 € Solidaritätszuschlag. Der Solidaritätszuschlag wird – genau wie die Lohnsteuer – vom Arbeitgeber einbehalten. Dieser übermittelt dann die Steuern an das Finanzamt.

    Steuerklassen und Freigrenzen

    Grundsätzlich muss der Solidaritätszuschlag erst ab einem bestimmten festgelegten Lohnsteuerbetrag gezahlt werden. Nach einem gewissen Übergangsbereich kann es jedoch schnell zum vollen Abzug des Solidaritätszuschlags kommen.

    Liegt die Lohnsteuer zum Beispiel in den Steuerklassen I, II, IV und VI unter 81 €, entfällt der Solidaritätszuschlag. In der Steuerklasse III liegt die Grenze bei 162 €, bevor eine Abgabe fällig wird.

    Freigrenzen bei einkommenssteuerpflichtigen Steuerzahlern liegen bei 972 € bei Alleinstehenden und 1.944 € bei zusammen veranlagten Ehepaaren. Oberhalb der Einkommensgrenzen des Solidaritätszuschlags steigt der Steuersatz rasant an. Der Höchstsatz von 5,5% wird dann schnell erreicht.

    Bei der Berechnung des Solidaritätszuschlags werden – anders als bei der Lohnsteuer – auch Kinderfreibeträge berücksichtigt. Auch Eltern, die Kindergeld erhalten, profitieren von dieser Regelung. Dies kann dazu führen, dass Eltern mit zwei Kindern trotz Steuerklasse III keinen Solidaritätszuschlag zahlen müssen. Für 2017 liegt der volle Kinderfreibetrag bei 4.716€ im Jahr, was einem monatlichen Freibetrag von 393€ entspricht.

    Auch geringfügig Beschäftigte sind verpflichtet, den Solidaritätszuschlag zu zahlen. Jedoch wird in diesen Fällen bei der Berechnung der Lohnsteuer inklusive Solidaritätszuschlag und Kirchensteuern lediglich eine Pauschalsteuer von 2% erhoben.

    Der Solidaritätszuschlag für Selbstständige berechnet sich nach den gleichen Kriterien und wird somit einmal jährlich nach der Abgabe der Steuererklärung festgesetzt.

    Kritik: Solidaritätszuschlag abschaffen – ist das möglich?

    Der ursprünglich für den „Aufbau Ost“ eingeführte Solidaritätszuschlag ist allerdings auch ein Streitpunkt auf politischer und wirtschaftlicher Ebene. Es besteht die Sorge, dass sich die einstmalige Sonderabgabe als Dauerbelastung etabliert. Das aber steht in keinem Zusammenhang mehr mit der ursprünglichen Intention.

    Kritiker argumentieren, dass es strukturschwache Regionen, die eine entsprechende Unterstützung benötigen, auch in Westdeutschland zur Genüge gebe. Da der Solidaritätszuschlag zudem längst nicht mehr nur für die Strukturentwicklung in Ostdeutschland ausgegeben wird, wird die Forderung „Solidaritätszuschlag abschaffen!“ immer lauter.

    Auch die Industrie- und Handelskammern, kurz IHK, wollen den Solidaritätszuschlag abschaffen. Nach ihrer Meinung würde sich eine allgemeine Steuersenkungspolitik weit vorteilhafter auf die gesamte wirtschaftliche Entwicklung in Ost- wie in Westdeutschland auswirken.

    Stellvertretend für die Meinung ist der Standpunkt der IHK Frankfurt am Main. Was an finanzieller Hilfe für den Osten Deutschlands zustande kommt, ist ohnehin nicht mehr dem Solidaritätszuschlag geschuldet, sondern dem Länderfinanzausgleich oder dem Umweg über die EU bezüglich der Entwicklung europäischer Regionen.

    Es bleibt abzuwarten, wie sich der Solidaritätszuschlag und die Diskussion zu diesem Thema in Zukunft entwickeln werden.

    Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.

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    Источники: http://www.finanztip.de/solidaritaetszuschlag/, http://www.finanztip.de/solidaritaetszuschlag/, http://www.gevestor.de/details/wie-laesst-sich-der-solidaritaetszuschlag-berechnen-605683.html

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