Ist abfindung steuerfrei

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    Ratgeber Abfindung versteuern

    Weniger Steuern zahlen

    • Zuletzt aktualisiert: 1. Februar 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Arbeitnehmer, die für den Jobverlust eine Abfindung erhalten, müssen diese grundsätzlich voll versteuern.
    • Falls die Abfindung vollständig in einem Kalenderjahr ausgezahlt wurde, können Sie oft eine Steuerermäßigung beantragen: die Fünftel-Regelung.
    • Es kann sich lohnen, die Abfindungszahlung auf zwei Kalenderjahre aufzuteilen. Doch hierfür setzt die Finanzverwaltung eine 10-Prozent-Grenze.
    • Abfindungszahlungen sind grundsätzlich sozialversicherungsfrei. Eine Ausnahme gibt es für freiwillig Krankenversicherte.
    • Sie können Steuern sparen, indem Sie die Abfindung freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung, in eine Direktversicherung oder in eine Rürup-Rente einbezahlen.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Wer seinen Arbeitsplatz verliert, kann oft eine Abfindung herausholen. Manche Arbeitgeber bieten einen Aufhebungsvertrag an und zahlen freiwillig eine Abfindung. Auch wenn sich Ex-Mitarbeiter und Arbeitgeber im Rahmen eines Kündigungsschutzprozesses vor einem Arbeitsgericht vergleichen, erhält der gekündigte Mitarbeiter meist eine Entlassungsentschädigung. Das heißt, beide Seiten einigen sich darauf, dass das Dienstverhältnis endet, der Mitarbeiter jedoch eine Entschädigung erhält. Manchmal muss auch erst ein Arbeitsgericht ein Urteil fällen.

    Wer eine Abfindung erhält, muss diese jedoch grundsätzlich versteuern. Im Folgenden geht es um die Besteuerung der Abfindung, alles, was Sie dagegen über das Heraushandeln einer Entschädigung wissen müssen, lesen Sie in unserem Ratgeber Abfindungen.

    Helfer für die Steuererklärung

    Eine Abfindung ist zwar steuerpflichtig, Sozialversicherungsbeiträge dagegen fallen in vielen Fällen nicht an (§ 14 SGB IV Sozialgesetzbuch). Das gilt für alle Zweige: für die Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Eine Ausnahme besteht jedoch für freiwillig Krankenversicherte. Sie müssen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung nachzahlen, sobald sie eine Abfindung erhalten.

    Abfindungen gelten als außerordentliche Einkünfte

    Durch die Auszahlung einer Abfindung erhält der entlassene ehemalige Mitarbeiter zusammengeballte Einkünfte in einem Veranlagungsjahr. Der Gesetzgeber hat für solche sogenannten außerordentlichen Einkünfte (§ 34 Einkommensteuergesetz) aber eine Steuerermäßigung geschaffen (§ 24 Nummer 1a EStG).

    Bis 2003 waren Abfindungen sogar steuerfrei, danach gab es eine Übergangsregelung und Freibeträge. Entschädigungen, die nach dem 1. Januar 2006 vereinbart und ausgezahlt wurden, sind in vollem Umfang zu versteuern. Die sogenannte Fünftel-Regelung ist aktuell die maßgebliche mögliche Steuererleichterung in diesem Bereich. Oft fällt die Linderung relativ bescheiden aus.

    Fünftel-Regelung mindert Steuerlast

    Die Einkommensteuersätze sind progressiv. Das heißt, mit steigenden Einkünften erhöht sich auch der Steuersatz. Insbesondere, wenn ein Arbeitnehmer am Ende einer langjährigen Tätigkeit eine Abfindung ausgezahlt bekommt, ist der Steuersatz durch das zusätzliche Gehalt besonders hoch. Um diesen Effekt zu mildern, gibt es die Fünftel-Regelung. Die Abfindung verteilt sich in der Steuerberechnung gleichmäßig auf fünf Jahre.

    So wird die Steuer berechnet

    Beispiel: Ein lediger Mann wird entlassen und erhält eine Abfindung über 20.000 Euro. Im Jahr 2016 hat er nach Abzug seiner gesamten Aufwendungen (Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen) ansonsten 50.000 Euro als Lohn zu versteuern. Bei der Fünftel-Regelung wird ein Fünftel der Abfindung dazugezählt. Die darauf entfallende Einkommensteuer wird mit derjenigen verglichen, die auf das zu versteuernde Einkommen ohne Abfindung anfällt. Der fünffache Unterschiedsbetrag aus beiden Beträgen gilt als Einkommensteuer für die Abfindung.

    So wirkt sich die Fünftel-Regelung aus

    ¹ Dieser Betrag entspräche der zu zahlenden Einkommensteuer bei einer Vollversteuerung von 50.000 Euro + 20.000 Euro Abfindung (= 70.000 Euro Jahresgehalt nach Werbungskosten).

    Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 9. März 2016)

    Den größten Steuerspar-Effekt haben diejenigen, die ein sehr hohes zu versteuerndes Einkommen haben und bei denen die Differenz zwischen der Abfindung und dem Gehalt groß ist.

    Arbeitgeber zieht Lohnsteuer ab

    Der Arbeitgeber muss diese Form der Lohnsteuerberechnung nur dann anwenden, wenn sie zu einer niedrigeren Lohnsteuer führt als die Besteuerung als nicht begünstigter Bezug. Er muss von der Abfindung die nach dieser Günstigerprüfung ermittelte Lohnsteuer sowie den Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer einbehalten. Diese Abgaben muss er in den Gehaltsunterlagen gesondert bescheinigen.

    Weiternutzung eines Dienstwagens

    Die Steuerermäßigung gibt es auch, wenn der gekündigte Mitarbeiter weiterhin ein Firmenauto oder eine Werkswohnung nutzt. Weitere wesentliche Leistungen des Arbeitgebers neben der Abfindungszahlung müsste der Arbeitnehmer aber voll versteuern.

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    Keine Fünftelregelung bei vertraglich vereinbarter Abfindung

    Die Entlassungsentschädigung darf nicht von vornherein arbeitsvertraglich vereinbart worden sein (Urteil des Finanzgerichts München vom 16. September 1999, Az. 16 K 4486/97).

    Wichtig ist außerdem, dass die Abfindungszahlung in unmittelbarem Zusammenhang mit einer Entlassung beziehungsweise der endgültigen Auflösung eines Dienstverhältnisses steht – beispielsweise, weil der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter gekündigt hat oder weil ein entsprechendes Gerichtsurteil ergangen ist. Sie darf kein Entgelt für bereits verdiente Ansprüche wie noch nicht ausgezahltes Gehalt, Bonus-Zahlungen oder Tantiemen sein.

    Bei einer Änderungskündigung, einem Betriebsübergang, einer anderen Tätigkeit innerhalb eines Konzerns oder einer Versetzung gilt ein Dienstverhältnis nicht als aufgelöst. Damit eine Entlassungsentschädigung im Sinne des Paragrafen 24 Nummer 1a des Einkommensteuergesetzes vorliegt, muss diese für entgangene oder entgehende Einnahmen gewährt werden. Üblicherweise erhält ein Arbeitnehmer die Abfindung, weil er künftig keinen Lohn mehr erhalten wird.

    Vorsicht bei Zahlung in Raten

    Der ermäßigte Steuersatz auf die Abfindung ist grundsätzlich nur möglich, wenn sie in einem Betrag ausbezahlt wurde. Dabei wäre es in vielen Fällen steuerlich günstiger, wenn sie in zwei Raten bezahlt werden könnte. Schließlich hat der Gekündigte im Folgejahr – oft ohne neuen Arbeitsplatz – geringere Einkünfte zu versteuern, und der Grundfreibetrag (und gegebenenfalls weitere Freibeträge wie Kinderfreibeträge) führen zu einer niedrigeren Bemessungsgrundlage.

    Dass die Abfindung aufgespalten werden kann, haben die höchsten Steuerrichter abgesegnet (BFH, Urteil vom 11. November 2009, Az. IX R 1/09). Bei Verhandlungen mit dem Arbeitgeber über die Abfindungshöhe ist mithin die darauf entfallende Einkommensteuer zu berücksichtigen.

    Wenn die Abfindung aufgespalten wird, kann die Fünftel-Regelung nicht mehr für alle Raten angewandt werden, es sei denn, es wird nicht mehr als fünf Prozent der Hauptsumme auf ein anderes Kalenderjahr verschoben (Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 4. März 2016, Az. IV C 4 – S 2290/07/10007 :031). Diese 10-Prozent-Grenze akzeptieren Finanzämter in allen offenen Fällen. Damit setzt die Finanzverwaltung ein steuerzahlerfreundliches Urteil um (Bundesfinanzhof, Urteil vom 13. Oktober 2015, Az. IX R 46/14). Bislang durfte die Teilrate maximal 5 Prozent betragen, um den Steuervorteil nicht zu gefährden.

    Anlage der Abfindung fürs Alter spart Steuern

    Um Abfindungen möglichst günstig zu versteuern, gibt es noch eine Möglichkeit: die sofortige Einzahlung in eine

    • Direktversicherung,
    • in eine „Rürup-Rentenversicherung“ (Basisrente) gegen Einmalzahlung oder
    • in die gesetzliche Rentenversicherung.

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    Sonderfall beschränkt Steuerpflichtige

    Als beschränkt Steuerpflichte gelten diejenigen, die in Deutschland weder Wohnsitz noch gewöhnlichen Aufenthalt haben. Deren in Deutschland erzielte Einkünfte sind nur beschränkt steuerpflichtig. In Paragraf 49 EStG sind die inländischen Einkünfte aufgeführt, die in Deutschland zu versteuern sind.

    Nicht dazu gehören Abfindungen eines in die Schweiz verzogenen und zuvor in Deutschland tätigen Arbeitnehmers. Dies entschied der BFH in seinem Urteil vom 10. Juni 2015 (Az. I R 79/13; veröffentlicht am 30. September 2015). In dem Fall war entscheidend, dass in Artikel 15 Absatz 1 Doppelbesteuerungsabkommen mit der Schweiz kein deutsches Besteuerungsrecht für eine Abfindungszahlung vorgesehen ist.

    Besteuerung der Abfindung

    In der Regel bekommt niemand gerne eine Kündigung von seinem Arbeitgeber. Allerdings wird diese Kündigung oft durch eine entsprechende Abfindung schmackhaft gemacht. Doch wie viel Steuern muss man von einer Abfindung bezahlen. Nutzen Sie unseren kostenlosen Abfindungs-Rechner, um in diesem Punkt schnell Klarheit zu bekommen.

    Die 10 wichtigsten Fragen zum Thema Abfindung

    Was versteht man unter Abfindung?

    Eine Abfindung ist eine Zahlung, die ein Arbeitnehmer bei der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses vom Arbeitgeber erhält, um ihn für den Verlust von Arbeitsplatz und Verdienstmöglichkeiten zu entschädigen. Diese einmalige Zahlung wird normalerweise entweder in Form eines außergerichtlichen Aufhebungsvertrages vereinbart oder aber während eines gerichtlichen Vergleichs nach Erhebung einer Kündigungsschutzklage festgesetzt. Mit „Aufhebungsvertrag“ wird die Beendigung eines Beschäftigungsverhältnisses in gegenseitigem Einvernehmen bezeichnet. Die in diesem Vertrag enthaltene Vereinbarung einer Abfindungszahlung dient dem Ziel, einen Kündigungsschutzprozess zu umgehen.

    Wann hat ein Arbeitnehmer Anspruch auf eine Abfindung?

    Entgegen der weitverbreiteten Meinung, es gebe ein spezielles deutsches Abfindungsgesetz oder, bei Kündigung, einen gesetzlich geregelten Anspruch auf Abfindung existiert keine derartige Regelung im deutschen Arbeitsrecht. Als Ausnahme können laut § 1a des Kündigungsschutzgesetzes Arbeitnehmer, die keine Klage vor dem Arbeitsgericht gegen eine betriebsbedingte Kündigung erheben, Anspruch auf die Zahlung einer Abfindung geltend machen, aber erst nachdem die dreiwöchige Klagefrist verstrichen ist. Die Höhe dieser Abfindung entspricht einem halben Monatsverdienst pro Beschäftigungsjahr. Dieser Anspruch setzt voraus, dass der Arbeitgeber in der Kündigungserklärung versichert, dass die Kündigung durch dringende betriebliche Erfordernisse bedingt ist. Weitere Ausnahmen stellen manche Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen oder Einzelarbeitsverträge dar.

    Wie kann man die Chance auf eine angemessene Abfindung erhöhen?

    Arbeitgeber sind generell zu größeren Abfindungszahlungen bereit, je höher die Chancen des Arbeitnehmers sind, in einem Kündigungsschutzprozess zu gewinnen.

    Welche Abfindungssummen sind realistisch?

    Wenn ein Arbeitnehmer bei betriebsbedingter Kündigung darauf verzichtet, eine Kündigungsschutzklage zu erheben, kann der Arbeitnehmer ein Abfindungsangebot machen. Hierbei beläuft sich der Anspruch auf Abfindung in der Regel auf die Höhe eines halben Monatsgehaltes per Beschäftigungsjahr. Bei gerichtlichen oder außergerichtlichen Verhandlungen wird ein halbes bis volles Bruttomonatsgehalt pro Beschäftigungsjahr als angemessen erachtet. Allerdings kann die Höhe einer Abfindung auch stark variieren, abhängig von Verhandlungssituation und -geschick beider Parteien. Ausschlaggebend für die Summe ist häufig auch die Leistungsfähigkeit des Arbeitgebers. Nicht selten zahlen größere Unternehmen ein volles Monatsgehalt oder sogar mehr pro Beschäftigungsjahr als Abfindung, während bei Kündigung in der Baubranche nicht selten Abfindungszahlungen von nur 25% eines Monatsgehaltes pro Beschäftigungsjahr üblich sind.

    Von welchen Faktoren hängt die Höhe eines Abfindungsbetrages ab?

    Ausschlaggebend für die endgültige Summe der Abfindungszahlung sind mehrere Faktoren. Ein Arbeitnehmer, der jahrzehntelang bei einem Unternehmen beschäftigt war, erhält normalerweise eine höhere Abfindung als jemand, dem nach kurzer Beschäftigungszeit gekündigt wird. Zu Buche schlägt auch das Alter des Gekündigten sowie dessen Erfolgsaussichten, eine neue Stelle auf dem Arbeitsmarkt zu finden.

    Was ist der Maßstab für die Berechnung einer Abfindung?

    Zwar werden Bruttomonatsgehälter der Berechnung von Abfindungszahlungen zugrunde gelegt, doch herrschen häufig Meinungsverschiedenheiten darüber, was genau ein Monatsgehalt bedeutet. Zu diesem zählen nämlich neben dem Fixgehalt auch variable Vergütungsbestandteile sowie regelmäßig gewährte Extras wie z. B. Prämien oder Provisionen. Auch Sondervergütungen wie ein 13. Monatsgehalt oder Umsatzbeteiligungen werden prozentual zum Gehalt hinzuaddiert. Außerdem kann ein Gekündigter auch Vergünstigungen wie einen Dienstwagen mitberechnen. Hier muss ausgehandelt werden, inwieweit z. B. Boni, Tantiemen oder Provisionen bei der Bemessung der Abfindung mit einfließen sollen.

    Weitere Online-Rechner

    Wie wirkt sich die Zahlung einer Abfindung auf den Anspruch auf Arbeitslosengeld aus?

    Normalerweise wird der Anspruch auf Arbeitslosengeld durch die Zahlung einer Abfindung nicht beeinträchtigt. Selbst wenn einem Gekündigten eine beachtliche Abfindungssumme gezahlt wird, wird diese nicht auf das Arbeitslosengeld angerechnet. Hat sich der Arbeitnehmer jedoch vor Ablauf der Kündigungsfrist vom Arbeitnehmer eine Abfindung auszahlen lassen und damit in eine vorzeitige Aufgabe des Beschäftigungsverhältnisses eingewilligt, ruht der Anspruch auf Arbeitslosengeld bis nach Ablauf der regulären Kündigungsfrist. Dieser Zeitraum wird auch als Sperrzeit bezeichnet.

    Wie wird der Steuersatz für Abfindungen berechnet?

    Hier gilt die so genannte Fünftelregelung. Die Fünftelregelung mildert den ansonsten hohen steuerlichen Effekt der Abfindungszahlung. Es wird die Differenz der Steuer für das Einkommen ohne Abfindung und der Steuer für das Einkommen inklusive einem Fünftel der Abfindung gebildet. Diese Differenz bildet dann den Steuerbetrag für ein Fünftel der Abfindung und muss demnach verfünffacht werden, um die Steuerschuld für die gesamte Abfindung zu erhalten. Damit wird eine zu hohe Steuerprogression durch die einmalige Zahlung der Abfindung verhindert. Für die Abfindung werden keine Sozialabgaben fällig. Berechnen Sie die steuerlichen Auswirkungen gleich hier mit unserem Abfindungsrechner oder schauen Sie sich ein Beispiel für die Berechnung an.

    Muss ein Arbeitnehmer ein Abfindungsangebot akzeptieren?

    Ein gekündigter Arbeitnehmer muss nicht gezwungenermaßen ein Angebot auf Abfindung annehmen, sondern hat auch die Möglichkeit, eine Kündigungsschutzklage zu erheben, um den Erhalt des Arbeitsplatzes zu erstreiten. Allerdings muss diese Klage innerhalb von drei Wochen nach Erhalt der Kündigung erfolgen, sonst gilt die Kündigung als wirksam.

    Was ist eine Kündigungsschutzklage?

    Nicht selten gelingt es Arbeitnehmern, über eine Kündigungsschutzklage die Zahlung einer Abfindung durch den Arbeitgeber durchzusetzen, obwohl kein Rechtsanspruch auf Abfindung besteht. Der Grund dafür liegt darin, dass der Arbeitgeber sein Prozessrisiko reduzieren möchte, falls sich z. B. die Kündigung als unwirksam erweist und er somit gezwungen sein sollte, weiteres Arbeitsentgelt zu zahlen.

    Zu welcher Steuer muss man die Abfindung versteuern?

    Wer eine Abfindung erhält oder weiß, dass diese ansteht, macht sich in den Verhandlungen mit dem Arbeitgeber über deren konkrete Höhe häufig zu wenig Gedanken darüber, dass auf diese auch eine Steuer erhoben wird.

    Viele Menschen denken, diese Einmalzahlung wäre steuerfrei. Nach dem Versteuern folgt deshalb zu oft der Schock: Es bleibt viel weniger von der Abfindung als gedacht.

    Wie muss man die Abfindung versteuern?

    Die Steuer auf eine entsprechende Entschädigungszahlung wird über die sogenannte Fünftelregelung errechnet. Grundsätzlich lautet die zugehörige Formel:

    20 Prozent der Abfindung + das reguläre Gehalt im Veranlagungszeitraum? Die Steuer auf diese Summe berechnen? Von dieser wird die Einkommensteuer auf die regulären Bezüge im Veranlagungszeitraum abgezogen.

    Das Ergebnis wird mit Fünf multipliziert. Diese Summe wird von der Abfindung als Steuer abgezogen.

    Grundsätzliche Bedingung dafür, dass die Fünftelregelung ohne Probleme vom Finanzamt akzeptiert wird, ist, dass eine Zusammenballung von Einkünften vorliegt.

    Im Klartext bedeutet dies: Dem Steuerpflichtigen müssen noch andere Einnahmen zufließen. Ist die Abfindungszahlung eine Entschädigung für eine Kündigung, so ist dies überhaupt kein Problem: In diesem Fall darf man sie immer nach der Fünftelregelung versteuern.

    Wann ist eine Abfindung steuerfrei?

    Grundsätzlich ist die Abfindungszahlung seit 2006 eine normale Einnahme. Für die Personen, welche die Abfindungen erhalten, ist dies ein Problem:

    Sonderregelungen, wann Abfindungen steuerfrei sind, gibt es deswegen mittlerweile nämlich nicht mehr.

    Nicht versteuert werden müssen solche Zahlungen nur dann, wenn die Gesamteinkünfte des Jahres inklusive der Abfindungszahlung den Grundfreibetrag (8.820 Euro für 2017) nicht übersteigen.

    • Man erhält schon für Ende Januar die Kündigung. Das Bruttogehalt für diesen Monat lag bei 2130 Euro. Hinzu kommen 5999 Euro Abfindungszahlung.

    Die Grenze wurde nicht gerissen: Folglich ist die Zahlung von der Steuer befreit. Das Beispiel verdeutlicht auch gut, dass es sich in vielen Fällen lohnen kann, eine niedrigere Zahlung zu akzeptieren, um am Ende durch die Steuer einen finanziellen Gewinn zu verbuchen.

    Источники: http://www.finanztip.de/abfindung-steuerermaessigung/, http://www.smart-rechner.de/abfindung/, http://www.steuerklassen.com/abfindung/versteuern/

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