Kann man einen umzug von der steuer absetzen

    0
    104

    So ziehen Sie Ihren Umzug für 2016/17 von der Steuer ab

    Ein Wohnungswechsel kann mit hohen Kosten verbunden sein. Maklergebühren, Transport- und Fahrtkosten, Renovierungsarbeiten, Übernachtungskosten und womöglich doppelte Mietzahlungen belasten Ihren Geldbeutel. Wechseln Sie Ihren Wohnort aus beruflichen Gründen oder zu Ausbildungszwecken, können Sie aber zum Glück viele Aufwendungen bei der Steuer ansetzen oder abziehen. Auch privat veranlasste Umzüge können in Teilen steuerlich geltend gemacht werden.

    Wann liegt ein beruflich veranlasster Umzug vor?

    Kann nachgewiesen werden, dass ein Umzug vorrangig aus beruflichen oder ausbildungsbedingten Gründen notwendig ist, können die entstehenden Kosten in der nächsten Steuererklärung als Werbungskosten geltend gemacht werden. Das Finanzamt erkennt einen beruflich veranlassten Umzug an, wenn einer der folgenden Punkte zutrifft:

    • Der Umzug erfolgt aufgrund der Aufnahme eines Studiums oder einer Ausbildung.
    • Es wird zum ersten Mal eine Arbeit aufgenommen (bspw. nach der Ausbildung).
    • Es wird eine neue Arbeit in einer anderen Stadt aufgenommen.
    • Eine vom Arbeitgeber gestellte Dienstwohnung wird aufgegeben.
    • Durch den Umzug verkürzt sich der Weg zum Arbeitsplatz (die Fahrtzeit für Hin- und Rückfahrt muss sich hierbei um mindestens eine Stunde verringern).
    • Eine beruflich bedingte Zweitwohnung wird aufgelöst und eine Familienwohnung am Arbeitsort bezogen.
    • Es wird eine Zweitwohnung zu beruflichen Zwecken eingerichtet.

    Können Umzüge aus privaten Gründen steuerlich geltend gemacht werden?

    Wenn Sie aus rein privaten Gründen umziehen, z.B. weil der Vermieter gekündigt hat oder Sie mit Ihrem Lebenspartner zusammenziehen, können Sie die Kosten wenigstens zum Teil steuerlich geltend machen. Pro Jahr sind im Rahmen der sogenannten haushaltsnahen Dienstleistungen 20 Prozent der Arbeitskosten des Umzugs anrechenbar – maximal jedoch 4.000 Euro.

    Ist ein Umzug aus gesundheitlichen Gründen notwendig, etwa aufgrund einer Behinderung, eines Unfalls oder aus Altersgründen, können Sie die Umzugskosten als außergewöhnliche Belastung in der Steuererklärung angeben. In diesem Fall kann das Finanzamt ein ärztliches Attest als Nachweis verlangen.

    Welche Umzugskosten können von der Steuer abgesetzt werden?

    Bei Vorlage von entsprechenden Belegen (Rechnungen, Kontoauszüge etc.) können Sie folgende typische Kosten im Rahmen eines Wohnungswechsels steuerlich geltend machen.

    Wohnungssuche: Für Fahrten zur Besichtigung einer möglichen neuen Wohnung kann eine Pauschale von 30 Cent pro Kilometer beansprucht werden. Alternativ können gegen Nachweis (Bahnticket etc.) auch die tatsächlichen Fahrtkosten angesetzt werden. Ob die Wohnungssuche letztlich erfolgreich war, spielt keine Rolle.

    Übernachtungskosten: Im Rahmen der Wohnungssuche können die Übernachtungskosten für maximal vier Tage (zwei Reise- und zwei Aufenthaltstage) angesetzt werden.

    Maklergebühren: Werden für die Vermittlung einer neuen Wohnung Maklergebühren oder sonstige Provisionszahlungen fällig, sind diese steuerlich anrechenbar.

    Transport- und Fahrtkosten: Wird ein Umzugsunternehmen beauftragt, können anfallende Kosten angerechnet werden. Wenn Sie den Umzug selbst durchführen, können sie die Kilometerpauschale von 30 Cent nutzen und ggf. die Kosten für einen Mietwagen ansetzen.

    Doppelte Mietzahlungen: Maximal drei Monatsmieten für die neue sowie sechs Monatsmieten für die alte Wohnung können Sie bei der Steuer ansetzen, sofern die neue Wohnung erst später bezugsfertig ist bzw. der Mietvertrag für die alte Wohnung nicht früher gekündigt werden kann.

    Renovierungskosten: Kosten für das Streichen oder Tapezieren der alten sowie der neuen Wohnung können ebenso angesetzt werden.

    Welche Kosten können bei einer doppelten Haushaltsführung abgesetzt werden?

    Wird aus beruflichen Gründen am Arbeitsort ein zweiter Haushalt gegründet, können neben den oben genannten Kosten noch viele weitere Aufwendungen im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung abgesetzt werden. Hierzu zählen:

    • Miete und Nebenkosten am Zweitwohnsitz
    • ggf. Zweitwohnungsteuer
    • Rundfunkbeitrag
    • Fahrten zwischen Erst- und Zweitwohnsitz (30 Cent pro Kilometer)
    • Grundausstattung für die Zweitwohnung (Bett, Schreibtisch, Sofa, Waschmaschine, Herd, Beleuchtung etc.)
    • Verpflegungsmehraufwand (für die ersten drei Monate nach Einzug in die Zweitwohnung gibt es pro Tag eine Pauschale von 24 Euro)

    Eine doppelte Haushaltsführung erkennt das Finanzamt nur an, wenn folgende vier Bedingungen erfüllt sind:

    • Die Zweitwohnung wird aus beruflichen Gründen bezogen.
    • Von der Zweitwohnung ist die Arbeitsstätte schneller zu erreichen als vom Erstwohnsitz.
    • Der Erstwohnsitz ist zugleich Lebensmittelpunkt (Familie und Freundeskreis).
    • Es liegt eine finanzielle Beteiligung am Erstwohnsitz vor.

    Wann und wofür gilt die Umzugskostenpauschale?

    Sie können abweichend von den tatsächlich entstandenen Umzugskosten grundsätzlich auch die Umzugskostenpauschale in Höhe von 764 Euro für Singles (ab 01.02.2017), bei Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnerschaften 1.528 Euro (ab 01.02.2017) in Anspruch nehmen. Für jede weitere im Haushalt befindliche Person (Kinder, zu pflegende Verwandte, etc.) kann eine Pauschale in Höhe von 337 EUR (ab 01.02.2017) in Anspruch genommen werden. Die Umzugskostenpauschale deckt alle weiteren mit einem Wohnungswechsel verbundenen Ausgaben ab.

    Für die Geltendmachung der Umzugskosten in Ihrer privaten Steuererklärung fragen Sie bitte Ihren persönlichen Steuerberater. Über die Anerkennung von Umzugskosten als steuermindernde Werbungskosten, haushaltsnahen Dienstleistungen oder außergewöhnliche Belastung entscheidet das für Sie zuständige Finanzamt.

    Sie sind oder waren bis vor kurzem Student, und benötigen effektive Hilfe beim Erstellen einer Steuererklärung? Dann empfehlen wir Studenten Steuererklärung. Bis zu 7 Jahre rückwirkend, können Sie hier auf einfache, leicht verständlicher Art Ihre Steuererklärung erstellen. Eine Installation ist nicht erforderlich.

  • Jetzt kostenloses Angebot erhalten

    Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ihr persönlicher Umzugsberater wird sich mit Ihnen in Verbindung setzen und Sie durch das Angebot führen.

    Umzugskosten

    So setzen Sie Ihre Kosten für den beruflichen Umzug ab

    • Zuletzt aktualisiert: 14. Dezember 2016
    • Von: Udo Reuß

    Das sollten Sie wissen

    • Wechseln Sie aus beruflichen Gründen den Wohnort, können Sie die Ausgaben für den Umzug als Werbungskosten geltend machen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie durch einen neuen Arbeitsweg insgesamt mindestens eine Stunde Fahrzeit einsparen.
    • Kosten für einen Umzug aus privaten Gründen können Sie als haushaltsnahe Dienstleistungen geltend machen. Pro Jahr sind es 20 Prozent der Arbeitskosten, maximal jedoch 4.000 Euro.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Ob neuer Job, Familiennachwuchs oder der Wunsch nach Veränderung: Es gibt viele Gründe für einen Wohnortwechsel – und meistens geht der Umzug ins Geld. Gut, dass das Finanzamt Teile der Kosten übernimmt. Sie können die Ausgaben als Werbungskosten in der Einkommensteuererklärung ansetzen. Gesetzliche Grundlage hierfür ist das Bundesumzugskostengesetz.

    Diese Voraussetzungen muss der Umzug erfüllen

    Wenn Sie aus beruflichen Gründen den Wohnort wechseln, können Sie die anfallenden Kosten in der Steuererklärung als Werbungskosten geltend machen. Das gilt in folgenden Fällen:

    Verkürzter Arbeitsweg – Nach dem Umzug benötigen Sie für die Wege zur Arbeit und zurück jeweils mindestens eine halbe Stunde weniger. Es kommt nicht auf die Länge des Weges an, sondern auf die Zeitersparnis.

    Kürzerer Arbeitsweg

    Für den Nachweis einer Zeitersparnis beim Pendeln zum Job ist es nicht nötig, den Wohnort zu wechseln – auch innerhalb einer Stadt oder Gemeinde gilt der verkürzte Arbeitsweg. Dies betrifft vor allem Umzüge innerhalb von Großstädten wie beispielsweise Hamburg oder Berlin. Als Fahrzeit geben Sie einen durchschnittlichen Wert an, den zum Beispiel ein Routenplaner im Internet ermittelt.

    Ehepartner, die beide berufstätig sind, betrachten jeweils einzeln ihre Arbeitswege. Gibt es einen gemeinsamen Arbeitsweg, ist es nicht möglich, die jeweils eingesparte Zeit zusammenzurechnen, um so auf einen Wert von insgesamt einer Stunde zu kommen.

    Wechsel des Arbeitsplatzes – Beruflich veranlasst ist Ihr Umzug auch dann, wenn Sie Ihre erste Stelle in einer anderen Stadt antreten oder für Ihren Job den Wohnort wechseln, weil beispielsweise die Firma umzieht.

    Verbesserung der Arbeitsbedingungen – In Einzelfällen erkennt das Finanzamt verbesserte Arbeitsbedingungen alsberufsbedingten Grund für einen Umzug an. So gab der Bundesfinanzhof beispielsweise einem Krankenhausarzt recht, der aus freien Stücken in die Nähe des Krankenhauses zog, um stationär aufgenommene Patienten leichter betreuen zu können (Az. IV R 42/86).

    Rückkehr aus dem Ausland – Wenn Sie im Ausland gelebt haben und für eine neue Stelle zurück nach Deutschland ziehen, können Sie die anfallenden Umzugskosten ebenfalls steuerlich geltend machen (FG Niedersachsen, Az. 4 K 6/12).

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Diese Kosten können Sie absetzen

    Die meisten Posten Ihrer Umzugsrechnung müssen Sie belegen. Weitere Kosten werden von einer Pauschale erfasst, die Sie von Ihrem zu versteuernden Einkommen abziehen dürfen. Grundsätzlich können Sie geltend machen:

    Kein Abzug für Möbel

    Die Einrichtung Ihres neuen Heims gilt als Privatsache. Sie können daher nicht bei den Umzugskosten steuerlich abgesetzt werden. Sind Renovierungsmaßnahmen erforderlich, können Sie unter Umständen 20 Prozent der Lohnaufwendungen und der Fahrtkosten als Handwerkerkosten in Form einer Steuererstattung zurückholen.

    • 30 Cent pro Kilometer für Fahrten zu Wohnungsbesichtigungen,
    • Maklergebühren für Mietimmobilien, aber nicht für Eigentum – diese Kosten zählen wie beispielsweise die Grunderwerbsteuer zu den Anschaffungskosten und müssen über die gewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben werden,
    • doppelte Mietzahlungen für bis zu sechs Monate, falls Sie Ihre alte Wohnung nicht sofort kündigen können oder wollen,
    • maximal drei Monatsmieten für die neue Wohnung, die noch nicht genutzt werden kann,
    • Kosten für den Transport des Hausrats,
    • Kosten für einen Kochherd bis zu 230 Euro sowie für Öfen bis zu 164 Euro und
    • Reparaturen von Transportschäden.

    Belege von privaten Helfern

    Umzugskostenpauschale

    Für sonstige Umzugskosten können Sie zusätzlich einen Pauschalbetrag ansetzen, ohne Einzelnachweise erbringen zu müssen. Die Umzugskostenpauschalen erhöht das Bundesfinanzministerium in der Regel jährlich (zuletzt per BMF-Schreiben vom 18. Oktober 2016, Az. IV C 5 – S 2353/16/10005). Zu den sonstigen Umzugskosten zählen:

    • Renovierung der alten Wohnung,
    • Trinkgelder und Verpflegung für Umzugshelfer,
    • Ändern von Vorhängen,
    • fachgerechtes Anbringen von Lampen,
    • Einbau von Küche und anderen elektrischen Geräten,
    • Umschreiben des Personalausweises,
    • Schönheitsreparaturen in der alten Wohnung,
    • Ummelden des Pkw und die
    • Änderung des Telefonanschlusses.

    Verpflegungspauschale

    Im Rahmen der doppelten Haushaltsführung können Sie für Ihren Umzug auch die Pauschale für Verpflegungsmehraufwendungen ansetzen. Das sind 24 Euro pro Tag, die Sie für maximal drei Monate abrechnen können.

    Falls Sie höhere Aufwendungen als die Pauschale für sonstige Umzugsauslagen hatten, können Sie auf die Pauschale verzichten und stattdessen Ihre höheren Kosten mit entsprechenden Quittungen belegen. Einen Einzelnachweis verlangt das Finanzamt üblicherweise bei

    • einem Umzug, durch den eine doppelte Haushaltsführung anfängt, endet oder gewechselt wird oder
    • wenn ein Arbeitnehmer seine doppelte Haushaltsführung beendet, indem er ins Ausland zieht, wo er zuvor schon einmal gelebt hat.

    Für den Umzug können Sie allerdings nur die Kosten angeben, die Sie tatsächlich tragen. Bezahlt Ihr Arbeitgeber zum Beispiel das Umzugsunternehmen, können Sie diese Ausgaben nicht absetzen.

    Tipp: Wechseln Sie wegen eines neuen Jobs Ihren Wohnort, sollten Sie bei den Vertragsverhandlungen bei Ihrem Arbeitgeber nachfragen, ob er die Umzugskosten übernimmt; denn er kann die gesamten steuerlich absetzbaren Kosten lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei erstatten. Für die Firma sind das Betriebsausgaben. Wenn Sie keine Aufwendungen zu tragen haben, entstehen für Sie natürlich keine Werbungskosten.

    Umzugskostenpauschalen

    Quelle: BMF-Schreiben vom 18. Oktober 2016

    Kosten für Nachhilfeunterricht

    Oftmals müssen Kinder, die in eine andere Stadt oder ein anderes Bundesland umziehen, Unterrichtsstoff nachholen. An den Kosten für die Nachhilfe beteiligt sich das Finanzamt, wenn die Behörde den Umzug als berufsbedingt anerkennt.

    Als Nachweis gelten beispielsweise der Arbeitsvertrag oder eine Bestätigung Ihres Arbeitgebers. Wenn Sie die Rechnungen für den Unterricht einreichen, können Sie die Kosten bis zu den folgenden Höchstbeträgen geltend machen:

    Höchstbeträge für Nachhilfekosten

    Quelle: BMF-Schreiben vom 18. Oktober 2016

    Erstattungsfähig ist die Hälfte des in der Tabelle genannten Höchstbetrags der umzugsbedingten zusätzlichen Unterrichtskosten für ein Kind. Falls die Unterrichtskosten diesen erstattungsfähigen Betrag übersteigen, sind bis zu 75 Prozent des Höchstbetrags steuerlich absetzbar.

    Umzug aus privaten Gründen

    Selbst wenn Sie aus rein privaten Gründen umziehen, können Sie die Kosten dafür zum Teil steuerlich geltend machen. Im Rahmen der haushaltsnahen Dienstleistungen können Sie pro Jahr 20 Prozent der Ausgaben, maximal jedoch 4.000 Euro absetzen.

    Haushaltsnahe Dienstleistungen

    Die Arbeitskosten für haushaltsnahe Dienstleistungen tragen Sie in der Steuererklärung für 2015 im Mantelbogen in die Zeile 71 ein. Listen Sie die einzelnen Posten auf einem Extrablatt auf und fügen Sie Rechnungen und Kontoauszüge für die Überweisungen als Belege bei.

    Umzugskosten als außergewöhnliche Belastung

    Ziehen Sie aus gesundheitlichen Gründen um, zum Beispiel nach einem Unfall oder wegen einer Behinderung, erkennt das Finanzamt die Kosten als außergewöhnliche Belastungen an, soweit sie einen zumutbaren Eigenanteil übersteigen. In diesem Fall brauchen Sie als Nachweis für das Finanzamt unbedingt ein ärztliches Attest.

    Außergewöhnliche Belastungen

    Ausgaben für außergewöhnliche Belastungen tragen Sie in der Steuererklärung für 2015 im Mantelbogen in die Zeile 67 und 68 ein. Die einzelnen Posten listen Sie auf einem Extrablatt auf und heften es an.

    Sollen wir Sie

    Einmal pro Woche die wichtigsten Verbraucher-Tipps – kostenlos und werbefrei direkt in Ihr Postfach.

    Vielen Dank für Ihre Anmeldung

    Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse

    1. Schauen Sie gleich in Ihrem Postfach nach.
    2. Öffnen Sie die Mail von Finanztip Newsletter.
    3. Klicken Sie auf den Bestätigungslink.

    Schauen Sie bitte auch im Spam-Ordner nach.

    Das könnte Sie auch interessieren

    Noch mehr sparen mit Finanztip

    Finanztip Newsletter

    • Jede Woche die besten Tipps
    • Absolut kostenlos
    • 100% werbefrei

    Kostenlos anmelden

    Artikel verfasst von

    Finanztip-Experte für Steuern

    Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

    ehemalige Finanztip-Redakteurin (bis 2015)

    Andrea Wekenborg verfasste für Finanztip Artikel im Ressort Recht & Steuern. Ihre Begeisterung für Verbraucherthemen entdeckte sie in der Ombudsredaktion der Berliner Zeitung. Später schrieb sie fünf Jahre für einen Online-Finanzvergleich über Versicherungen, Konten und Steuern. Zudem war sie bereits beim Verbraucherzentrale Bundesverband tätig.

    Alena Hecker arbeitet als freie Redakteurin für Finanztip. Sie hat Internationale Fachjournalistik mit dem Schwerpunkt Wirtschaft studiert und einen Master in European Studies gemacht. Beim anschließenden Volontariat Praxis4 an der Electronic Media School in Potsdam beschäftigte sie sich vor allem mit Themen rund um den Verbraucherschutz. Neben ihrer Tätigkeit für Finanztip arbeitet Alena Hecker unter anderem für den rbb und die Stiftung Warentest.

    Privat oder beruflich? Umzugskosten von der Steuer absetzen

    Ausgaben für die Wohnungssuche, den Transport, die Renovierung – bei einem Umzug kommt schnell einiges an Kosten zusammen. Doch wer sich informiert, kann viele seiner Aufwendungen in der Steuererklärung geltend machen – und damit richtig sparen.

    Umzüge kosten Zeit, Nerven und meistens eine Menge Geld. Da ist es schon eine Erleichterung, wenn man einen Teil der Ausgaben steuerlich absetzen kann. Welche Aufwendungen das Finanzamt im Einzelnen anerkennt, hängt davon ab, ob man aus privaten oder beruflichen Gründen umzieht.

    Kisten packen: Ein Umzug ist dann beruflich veranlasst, wenn sich die Fahrzeit zwischen Wohnung und Arbeitsstätte am Tag um mindestens eine Stunde reduziert.

    Findet der Umzug aus privaten Gründen statt, kann man die Ausgaben für einen Transportdienst als haushaltsnahe Dienstleistungen geltend machen, informiert der Bund der Steuerzahler. Abzugsfähig sind 20 Prozent der Arbeitskosten pro Jahr – maximal aber 4000 Euro. Nicht angeben können Steuerzahler allerdings Materialkosten.

    "Wie bei allen haushaltsnahen Dienstleistungen müssen die Steuerpflichtigen darauf achten, dass die Leistungen nicht bar bezahlt werden", erklärt Erich Nöll vom Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine in Berlin. "Ohne Rechnung und nachgewiesene Zahlung, werden die Aufwendungen definitiv nicht berücksichtigt."

    Das gilt auch, wenn man privat umzieht und Handwerker engagiert. Dann kann man ebenfalls bis zu 20 Prozent der Ausgaben absetzen – als Handwerkerleistungen höchstens jedoch 1200 Euro.

    Wer hingegen aus beruflichen Gründen umzieht, kann die Umzugskosten als Werbungskosten absetzen. "Jeder Euro, der über der Werbungskostenpauschale von 1000 Euro liegt, kann die Steuerlast senken", erklärt Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine.

    Lässt sich Fahrzeit einsparen?

    Der Vorteil des Werbungskostenabzugs: Der Fiskus berücksichtigt dann noch weitere Ausgaben – etwa für die Wohnungssuche geschaltete Inserate, Maklergebühren bei Mietwohnungen, aber auch Fahrtkosten zu den Besichtigungen. "Für den Fahrtweg können Steuerzahler jeweils 30 Cent pro Kilometer angeben", sagt Rauhöft.

    Damit das Finanzamt die berufliche Veranlassung anerkennt, müssen bestimmte Voraussetzungen vorliegen. Einen Grund nennt Nöll: "Wenn eine erhebliche Verkürzung der Entfernung zwischen der Wohnung und der Arbeitsstätte eintritt." Dafür muss man täglich insgesamt eine Stunde Fahrzeit einsparen – für den Hin- und Rückweg.

    Weitere Situationen, die einen Werbungskostenabzug rechtfertigen: Eine berufliche Versetzung, wenn der Arbeitgeber einen Mitarbeiter aus betrieblichen Gründen zum Umzug auffordert – beispielsweise damit dieser jederzeit einsatzfähig ist. Auch wenn ein Arbeitnehmer seinen Wohnort an den Beschäftigungsort verlegt und damit eine doppelte Haushaltsführung beendet, zählt dies als beruflicher Grund.

    "Oftmals liegen aber nicht nur berufliche Gründe, sondern auch private vor", gibt Nöll zu Bedenken. Erfüllt der Umzug nur einen der genannten beruflichen Gründe, steht dieser im Vordergrund. Nöll nennt ein Beispiel: Auch wenn man in eine größere Wohnung will, weil man Nachwuchs erwartet, kann man Werbungskosten geltend machen, wenn in zeitlicher Nähe zum Umzug ein Arbeitsplatzwechsel ansteht.

    Keine Kosten der privaten Lebensführung

    Steht fest, dass der Umzug beruflich veranlasst ist, kann man auch Ausgaben für eine doppelte Miete als Werbungskosten abziehen. Das ist ebenso für alle Aufwendungen möglich, die mit dem Transport des Umzugsguts verbunden sind – also auch Versicherungen, Trinkgelder und Verpflegung – sowie für Reparaturen von Transportschäden. Renovierungs- oder Einrichtungskosten für die neue Wohnung zählen hingegen nicht dazu. "Denn Kosten der privaten Lebensführung kann man nicht als Werbungskosten steuerlich geltend machen", erklärt Rauhöft.

    Wer seinen Lebensmittelpunkt verlegt – also beispielsweise mit der Familie aus beruflichen Gründen von Leipzig nach München, kann aber zusätzlich von der Umzugskostenpauschale profitieren. Vorsicht: "Sie gilt nicht, wenn man umzieht, aber weiterhin zwei Haushalte führt", sagt Rauhöft. Seit März 2015 liegt der Pauschbetrag für Verheiratete bei 1460 Euro, für Ledige bei 730 Euro und für jede weitere im Haushalt lebende Person – wie Kinder – bei 322 Euro.

    Berücksichtigt werden bei der Pauschale sonstige Umzugskosten. Der Vorteil laut Nöll: Verbraucher müssen nicht die kleinen Posten einzeln aufzählen – wie Trinkgelder für die Möbelpacker, fachgerechter An- und Abbau der Küche oder anderer elektrischer Geräte, Renovierungskosten für die alte Wohnung oder die Neuanmeldung des Telefon- und Internetanschlusses.

    Liegen die Aufwendungen für die sonstigen Umzugskosten über der Umzugskostenpauschale, sollte man die einzelnen Ausgabe-Posten in seiner Steuererklärung aber auflisten, rät Nöll. Wichtig: Dafür sollte man Quittungen oder Rechnungen als Nachweis haben. Dann sei der höhere Betrag als Werbungskosten abzugsfähig.

    Ersetz der Arbeitgeber die Kosten eines beruflich veranlassten Umzuges, ist dies bis zur Höhe des Werbungskostenabzugs steuerfrei. Rauhöft gibt aber zu Bedenken, dass steuerfreie Zahlungen des Arbeitgebers den Werbungskostenabzug mindern.

    Источники: http://www.movinga.de/hub/beratung/umzug-von-steuer-absetzen/, http://www.finanztip.de/umzugskosten/, http://mobil.n-tv.de/ratgeber/Umzugskosten-von-der-Steuer-absetzen-article17772746.html

  • HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

    Please enter your comment!
    Please enter your name here