Keine steuererklärung

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    Steuererklärung nicht abgegeben – droht jetzt eine Strafe?

    Frist verpasst : Steuererklärung nicht rechtzeitig abgegeben – droht eine Strafe?

    Mist, die Steuererklärung. Den Papierkram schieben viele gern vor sich her. Bis die Erinnerung vom Finanzamt kommt. Eigentlich muss die Steuererklärung Ende Mai abgegeben sein, sonst droht ein Verspätungszuschlag.

    Für die meisten Bundesländer endete mit dem 31. Mai die Frist zur Abgabe der Steuererklärung. In Nordrhein-Westfalen gibt es sogar eine verlängerte Abgabefrist für die Einkommenssteuererklärung: Wer sich bis Ende Mai beim Online-Portal Elster angemeldet hat, hat noch bis Ende Juli Zeit. Die Fristen gelten allerdings nur für diejenigen Steuerzahler, die dazu verpflichtet sind, die Erklärung abzugeben.

    Wer sie freiwillig abgibt, hat dafür bis zu vier Jahre Zeit. Das bedeutet: Sie können bis zum 31. Dezember 2017 noch eine freiwillige Einkommensteuererklärung für das Jahr 2013 nachreichen.

    Was passiert, wenn man die Steuererklärung verspätet oder gar nicht abgibt?

    Bis zu 10 Prozent der Steuersumme (höchstens aber 25.000 Euro), die ein einzelner Steuerpflichtiger nachzahlen muss oder erstattet bekommt, kann das Finanzamt als Verspätungszuschlag verlangen. Entschieden wird im Einzelfall, nämlich durch den jeweils zuständigen Finanzbeamten.

    Der Sachbearbeiter prüft nach eigenem Ermessen, ob ein Steuerpflichtiger den Verspätungszuschlag zahlen muss oder nicht. Die Information, wie hoch der jeweilige Zuschlag ausfällt, erhalten Betroffene gemeinsam mit ihrem Steuerbescheid per Post.

    Nachreichen – geht das?

    „Bürgerinnen und Bürger, die die Anmeldefrist verpasst haben, sollten die Abgabe der Steuererklärung schnellstmöglich nachholen“, rät Lars Fiethen vom Finanzministerium NRW. Er empfiehlt, das Finanzamt auf das verspätete Einreichen der Steuererklärung und die Gründe dafür hinzuweisen. „Nur so können nachvollziehbare Gründe für die verspätete Abgabe in die Entscheidung einfließen“.

    Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein beauftragen

    Wer seine Steuererklärung durch einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein erstellen lässt, muss sie erst bis Ende Dezember in diesem Jahr abgeben.

    Vorsicht, Steuerschätzung

    Wird erst gar keine Steuererklärung abgegeben, droht eine Steuer-Schätzung. Und eine solche Schätzung entbindet den Steuerpflichtigen nicht von der Abgabe einer Steuererklärung.

    Krankheit schützt vor Zuschlag nicht

    Unfall, Krankheit, Reha – wer aus gesundheitlichen Gründen seine Steuererklärung zu spät abgibt, muss das ausreichend und überzeugend begründen. Die bloße Tatsache, kurz vor der Abgabefrist krank gewesen zu sein, schützt in der Regel nicht vor einem Verspätungszuschlag. Das hat das Finanzgericht Köln in einem Urteil klargestellt (FG Köln vom 30.5.2012, Az.: 7 K 3652/11). Bei langen und schweren Krankheiten oder unvorhersehbaren Ereignissen kann im begründeten Einzelfall durchaus aber eine Fristverlängerung beantragt werden.

    Letztendlich ist es immer am besten, sich mit seinem zuständigen Finanzamt in Verbindung zu setzen, so kann die Situation am besten gelöst werden.

    Nicht jeder muss eine Steuererklärung abgeben

    . aber jeder darf! Oft erhalten genau diejenigen Steuerzahler, die nicht zur Abgabe verpflichtet sind, eine Steuererstattung. Will das Finanzamt wider Erwarten doch Geld sehen, kann die Steuererklärung zurückgenommen werden.

    Die Abgabe der Steuererklärung ist freiwillig, wenn man nicht per Gesetz zur Abgabe verpflichtet ist. Eine Verpflichtung zur Abgabe der Steuererklärung besteht u. a. in diesen Fällen:

    Die steuerpflichtigen Nebeneinkünfte liegen über 410 €.

    Es wurde ein Freibetrag eingetragen.

    Es wurde Arbeitslosengeld, Krankengeld oder Kurzarbeitergeld etc. über 410 € bezogen.

    Es bestanden parallel mit mehreren Arbeitgebern Arbeitsverhältnisse.

    Es liegen Kapitalerträge vor, bei denen keine Abgeltungsteuer erhoben werden konnte.

    Nicht verheiratete oder geschiedene Eltern wollen bestimmte Freibeträge für ein Kind übertragen.

    Ein Ehepartner hatte das ganze Jahr oder zeitweise die Steuerklasse 5 oder 6.

    Vier Jahre Zeit für die Abgabe

    Wer freiwillig eine Steuererklärung abgibt, bekommt dafür mehr Zeit als ein Pflicht-Einreicher : Vier Jahre dürfen sich die Steuerpflichtigen hier Zeit lassen. Die Steuererklärung für das Jahr 2016 muss dem Finanzamt also spätestens am 31.12.2020 vorliegen, bis zum 31.12 2017 darf noch die Steuererklärung für das Veranlagungsjahr 2013 abgegeben werden.

    Die Steuererklärung muss am 31.12. um 24 Uhr beim Finanzamt sein. Es reicht nicht, wenn sie erst am 31.12. losgeschickt wird – denn die Post wird dann erst nach dem 31.12. zugestellt. Es besteht jedoch die Möglichkeit, die Unterlagen auch noch bis 24 Uhr in den Hausbriefkasten des Finanzamts einzuwerfen: Dort wird jeder eingeworfene Umschlag mit einem Zeitstempel versehen.

    Rücknahme der Steuererklärung möglich

    Fordert das Finanzamt wider Erwarten eine Steuernachzahlung, kann innerhalb eines Monats Einspruch eingelegt und die Steuererklärung wieder zurückgenommen werden. Die Steuererklärung gilt dann als nicht abgegeben und das Finanzamt kann keine Steuernachzahlung verlangen. Zur Sicherheit sollte mit dem Einspruch die Aussetzung der Vollziehung beantragt werden.

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    22. Mai 2016, 18:45 Uhr

    Steuererklärung Wer muss, wer nicht?

    Viele könnten sich die Abrechnung mit dem Finanzamt schenken. Allerdings verzichten sie dann nicht selten auf Hunderte von Euros.

    Der letzte Abgabetermin am 31. Mai rückt unweigerlich näher. Doch schon beim Gedanken an die Steuererklärung für 2015 kommt bei vielen Bürgern Unlust auf. Bis zu 25 Prozent der 40 Millionen Arbeitnehmer lassen Schätzungen zufolge die Abrechnung mit dem Finanzamt regelmäßig sausen. Keine Lust, keine Zeit, zu kompliziert – die Palette an Ausreden bietet viele Varianten. Tatsächlich muss gar nicht jeder Zeit für den Fiskus opfern, sagt Erich Nöll, Geschäftsführer des Bundesverbands der Lohnsteuerhilfevereine (BDL). Aber es kann sich auszahlen. Wer von vornherein verzichtet, weil er glaubt, dass sowieso nichts dabei herausspringt, bringt sich oft um Hunderte Euro Rückerstattung. Andere können sich nicht um die Steuererklärung drücken. Sonst drohen Strafen. Wer muss, wer nicht? Ein Überblick:

    Wer muss ran?

    Für Selbständige und Freiberufler ist die Steuererklärung ein Muss. Auch bei vielen Angestellten ist es mit der automatisch vom Chef abgeführten Lohnsteuer nicht getan. Etwa jeder zweite Beschäftigte muss nach den Erfahrungen des Neuen Verbands der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) mit dem Finanzamt abrechnen. Das bedeutet aber nicht, dass auch Steuern zu zahlen sind. Viele Kosten lassen sich gegenrechnen. Je komplizierter die Steuererklärung, desto höher sind die Steuerspar-Chancen, sagt Christina Georgiadis, Sprecherin der Vereinigten Lohnsteuerhilfe (VLH).

    Wann muss die Erklärung sein?

    Keine Ruhe vor dem Finanzamt hat zum Beispiel, wer 2015 Nebeneinkünfte zum Gehalt oder zur Pension hatte, die höher als 410 Euro im Jahr waren. Dazu zählen etwa Renten- und Mieteinnahmen oder Geld aus einer selbständigen Nebentätigkeit. Ran an die Steuererklärung müssen auch berufstätige Eheleute, wenn sie etwa die Lohnsteuerklassen III und V gewählt haben. Oder wenn eine Abfindung vom Chef floss, für die das Unternehmen Lohnsteuer abgeführt hat. Unvermeidlich ist die Abrechnung überdies für alle, die im vergangenen Jahr bei mehreren Arbeitgebern gleichzeitig gearbeitet haben und deren Lohn nicht pauschal versteuert wurde. Oder für getrennt lebende wie geschiedene Ehepartner, die vom Ex Unterhalt bekamen, den dieser als Sonderausgaben absetzt.

    In welchen Fällen noch?

    Die Pflicht gilt auch für alle, die sich einen Freibetrag auf der Steuerkarte eintragen ließen, um monatlich weniger Lohnsteuer zahlen zu müssen. Oder die Lohnersatzleistungen wie Elterngeld, Kranken-, Arbeitslosen- oder Kurzarbeitergeld über 410 Euro bekamen. Der Fiskus hält dann gern die Hand auf: Sobald sich Nachzahlungen abzeichnen, muss ein Arbeitnehmer zwingend eine Einkommensteuererklärung machen. Auch wer im vergangen Jahr geschieden wurde und bis Silvester wieder geheiratet hat, steckt in der Pflicht.

    Was ist mit Rentnern?

    Für sie gibt es seit 2005 besondere Regeln. Ruheständler sollten all ihre Einkünfte aus dem vergangenen Jahr wie gesetzliche und private Rente, Miet- und Kapitaleinnahmen oder etwa Geld aus einem Nebenjob zusammenrechnen. War die Summe 2015 höher als der Grundfreibetrag, herrscht Steuerpflicht. Für Eheleute und gesetzliche Lebenspartner gilt der doppelte Wert von 16 944 Euro. In der Pflicht sind meist auch Ehepaare, von denen einer noch arbeitet. Auch Senioren können mit Freibeträgen und Pauschalen die Steuern drücken.

    Wer braucht nicht?

    Singles mit Lohnsteuerklasse I, ohne Kinder, die nur Einnahmen aus ihrer Arbeit haben, müssten sich die Mühe einer Steuererklärung gar nicht machen, sagt Uwe Rauhöft, Geschäftsführer des NVL. Gleiches gilt auch für Eheleute mit etwa gleich hohem Einkommen, also mit Steuerklasse IV, ohne jegliche Zusatzeinnahme. Der Fiskus wird sie in aller Regel auch nicht extra dazu auffordern. Und zwar im ureigenen Interesse. Dadurch müssen nicht noch mehr Steuererklärungen bearbeitet werden – und es fallen weniger Rückerstattungen an. Clevere Bürger lassen sich die Geld-zurück-Chance allerdings nicht entgehen.

    Wer ist noch außen vor?

    Alle Bürger, die nur geringe Einkünfte haben, brauchen ebenfalls keine Steuererklärung abgeben. Ein Single durfte vergangenes Jahr 8472 Euro und jede Ehe- respektive eingetragene Lebensgemeinschaft das Doppelte einnehmen, ohne dass darauf Steuern fällig werden. Die Summen entsprechen dem sogenannten Grundfreibetrag für 2015, der Bürgern steuerfrei zur Finanzierung des Existenzminimums wie Essen, Miete oder Kleidung zur Verfügung steht. Auch Hartz IV-Empfänger können sich den Papierkram sparen.

    Und eine freiwillige Erklärung?

    Wer angestellt, aber nicht verpflichtet ist, eine Steuererklärung abzugeben, sollte dies trotzdem tun, darin sind sich die Steuerexperten einig. Denn beim reinen Lohnsteuerabzug werden nur wenige Pauschalen berücksichtigt. Rentabel kann die freiwillige Abgabe, also die sogenannte Antragsveranlagung, immer dann sein, wenn jemand im vergangenen Jahr viele Ausgaben hatte, etwa für den Job, die Gesundheit oder den ambulanten Pflegedienst. Und wenn Steuerzahler einen weiten Weg zur Arbeit hatten oder eine beruflich bedingte Zweitwohnung mieten mussten. Mit einer Erstattung kann zudem rechnen, wer 2015 geheiratet hat, ein Kind bekam, ein schwankendes Gehalt hatte oder länger krank oder arbeitslos war. Im Schnitt zahlt das Finanzamt etwa 900 Euro zurück. Eine freiwillige Steuererklärung darf vier Jahre rückwirkend abgegeben werden. Die für 2015 muss also erst Ende 2019 beim Finanzamt sein.

    Источники: http://mobil.berliner-kurier.de/news/politik—wirtschaft/geld/frist-verpasst-steuererklaerung-nicht-rechtzeitig-abgegeben—droht-eine-strafe–23626204, http://www.steuertipps.de/steuererklaerung-finanzamt/themen/nicht-jeder-muss-eine-steuererklaerung-abgeben, http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/steuererklaerung-wer-muss-wer-nicht-1.3002197

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