Kinderbetreuungskosten absetzen beispiel

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    Kinderbetreuungskosten absetzen: Welche Ausgaben akzeptiert das Finanzamt in der Steuererklärung?

    Kinderbetreuungskosten in der Steuererklärung können Sie vorrangig als Sonderausgaben oder im Rahmen einer Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen geltend machen. Was Sie unter steuerlichen Gesichtspunkten zum Thema Kinderbetreuungskosten wissen sollten, lesen Sie hier.

    Kinderbetreuungskosten absetzen: Was kann ich geltend machen?

    Kinderbetreuungskosten werden meist als Sonderausgaben abgezogen. Hier werden nur die tatsächlich angefallenen Kosten für Dienstleistungen zur Kinderbetreuung anerkannt. Sie müssen eine Rechnung sowie einen Zahlungsbeleg (Überweisung, nicht bar, Aufforderung durch das Finanzamt) vorweisen können, das Kind muss zu Ihrem Haushalt gehören und das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben (Ausnahme: behinderte Kinder).

    Typische Kinderbetreuungskosten die Sie in der Steuererklärung angeben und absetzen können sind:

    • GebГјhren fГјr Kinderkrippen, KindertagesstГ¤tten und KindergГ¤rten
    • Tagesmutter, Babysitter, Hausaufgabenbetreuung, Kernzeitbetreuung, InternatsgebГјhren
    • Sachleistungen fГјr betreuende Personen (Fahrtkosten, Eintrittsgelder, Unterbringung und Verpflegung etc.)

    Beschäftigen Sie eine Person im Rahmen eines Au-pair-Verhältnisses in Ihrem Haushalt, kann aus Vereinfachungsgründen davon ausgegangen werden, dass die Aufwendungen je zur Hälfte auf Hausarbeiten und die Kinderbetreuung entfallen. Das bedeutet: Sie können die Hälfte der Kosten für die Kinderbetreuung absetzen.

    Ausgaben für die Vermittlung besonderer Fähigkeiten oder Fertigkeiten (z. B. Musikschule, Computerkurs, Nachhilfe, Schulgeld) sowie für sportliche und andere Freizeitbetätigungen können dagegen nicht abgezogen werden. Das vom Bund gezahlte Betreuungsgeld wird nicht auf die Betreuungskosten angerechnet, führt also nicht zu einer Kürzung der abzugsfähigen Aufwendungen bei den Kinderbetreuungskosten.

    Praxis-Tipp: Werden für eine Kernzeit- oder Nachmittagsbetreuung in der Schule Elternbeiträge erhoben und umfassen diese nicht nur eine Hausaufgaben- oder allgemeine Betreuung, sollten Sie sich den Rechnungsbetrag durch die Schule aufschlüsseln lassen. Nur so können Sie zumindest einen Teil der Kinderbetreuungskosten absetzen.

    In welcher Höhe kann ich Kinderbetreuungskosten absetzen und in der Steuererklärung als Sonderausgaben geltend machen?

    Als Sonderausgaben können Sie zwei Drittel der Kinderbetreuungskosten absetzen und steuerlich geltend machen, maximal aber 4.000 EUR pro Kind und Jahr. Leben die Eltern zusammen mit dem Kind, werden aber nicht zusammen zur Einkommensteuer veranlagt, kann jeder Elternteil seine Aufwendungen bis zum hälftigen Höchstbetrag (2.000 EUR) abziehen. Eine andere Aufteilung des Höchstbetrags ist nur auf gemeinsamen Antrag der Eltern möglich.

    Ein Drittel der Kinderbetreuungskosten ist generell nicht abziehbar, weil das Finanzamt bei allen Kinderbetreuungskosten eine private Mitveranlassung unterstellt. Für dieses privat veranlasste Drittel und für Kinderbetreuungskosten, die den Höchstbetrag bei den Sonderausgaben (4.000 EUR) übersteigen, kann auch keine Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen in Anspruch genommen werden.

    Bei nicht zusammenlebenden Eltern erfolgt der Abzug bei dem Elternteil, bei dem das Kind lebt, wenn dieser Elternteil zahlt. Zahlt der Elternteil, zu dessen Haushalt das Kind nicht gehört, sind die Kosten grundsätzlich bei keinem Elternteil abzugsfähig. Lebt das Kind in den getrennten Haushalten bei beiden Elternteilen, erfolgt die Aufteilung des Höchstbetrags wie bei zusammenlebenden, nicht zusammen veranlagten Eltern.

    Tipp: Weitere Informationen zu steuerlichen Vergünstigungen rund um das Thema Kinder finden Sie auch in unseren Gestaltungshinweisen Anlage Kind. Beim Ausfüllen Ihrer Steuererklärung unterstützen wir Sie mit den Informationen in unserer Ausfüllhilfe Anlage Kind.

    Praxis-Tipp: Wenn Sie Angehörige zur Kinderbetreuung anstellen, schließen Sie am besten einen schriftlichen Vertrag, in dem Sie sämtliche Punkte (Betreuungszeit und Ort, Umfang der Leistung, Lohnhöhe) wie unter Fremden vereinbaren. Erfolgt die Betreuung im Rahmen eines Dienstverhältnisses (Minijob oder reguläres sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis), müssen Sie die Pflichten als Arbeitgeber erfüllen.

    Falls ein Sonderausgabenabzug in der Steuererklärung nicht möglich ist und die Kinderbetreuung in Ihrem Haushalt stattfand, können Sie evtl. eine Steuerermäßigung über die Anrechnung der Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen erhalten.

    Praxisbeispiele fГјr Kinderbetreuungskosten absetzen

    Beispiel 1: Die alleinerziehende, berufstätige Mutter eines 10-jährigen Kindes beschäftigt eine Haushaltshilfe. Der monatliche Arbeitslohn beträgt 400 EUR. Die Tätigkeit der Haushaltshilfe besteht zu 70 % aus Hausarbeit und zu 30 % aus der Beaufsichtigung des Kindes während der Abwesenheit der Mutter. Als Sonderausgabe kann die Mutter also nur einen Teil der Gesamtkosten, nämlich die Kinderbetreuungskosten absetzen; und zwar akzeptiert das Finanzamt nur die Aufwendungen für die Beaufsichtigung des Kindes: 12 Monate à 400 EUR = 4.800 EUR, davon 30 % = 1.440 EUR, davon 2/3 = 960 EUR (max. 4.000 EUR).

    Beispiel 2: Die nicht verheirateten, berufstätigen Eltern leben zusammen mit ihrem gemeinsamen Sohn in einer Wohnung. Die Betreuungskosten für das Kind in Höhe von monatlich 500 EUR werden in Höhe von 400 EUR vom Vater und in Höhe von 100 EUR von der Mutter bezahlt.

    Kinderbetreuungskosten

    So machen Sie Betreuungskosten für Kinder geltend

    • Zuletzt aktualisiert: 24. Oktober 2017
    • Von: Sabine Himmelberg

    Das sollten Sie wissen

    • Kinderbetreuungskosten können Sie als Sonderausgaben geltend machen – allerdings nur zu zwei Dritteln und bis zu einem Höchstbetrag von 4.000 Euro im Jahr.
    • Ihr Kind darf das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, außer es kann sich aufgrund einer Behinderung nicht selbst versorgen. Dann wird bei der Altersgrenze eine Ausnahme gemacht, die allerdings Einschränkungen hat.
    • Nicht alle Aufwendungen dürfen Sie in Ihrer Steuererklärung angeben: Sport- und Nachhilfekosten fallen zum Beispiel weg. Welche Kosten Sie absetzen können, lesen Sie hier.
    • Bewahren Sie Rechnungen und Überweisungsbelege immer auf. Denn Sie müssen Ihre Aufwendungen möglicherweise dem Finanzamt nachweisen.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Zwei Drittel der Kosten, die für die Betreuung Ihrer Kinder anfallen, können Sie als Sonderausgaben geltend machen und von der Steuer absetzen. Pro Kind können Sie höchstens 4.000 Euro abziehen. Die Voraussetzungen dafür:

    • Das Kind muss in Ihrem Haushalt leben. Sind Sie getrennt oder geschieden, ist entscheidend, wo das Kind gemeldet ist.
    • Für das Kind muss Ihnen Kindergeld oder ein Freibetrag für Kinder zustehen.
    • Das Kind darf sein 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

    Wenn sich Ihr Kind nicht selbst unterhalten kann

    Die Altersgrenze entfällt, falls Ihr Kind körperlich, geistig oder seelisch behindert ist und nicht für sich selbst sorgen kann. Das gilt nur für eine Behinderung, die vor Vollendung des 25. Lebensjahrs eingetreten ist, mit einer Ausnahme: die Altersgrenze gilt auch nicht für Kinder, deren Behinderung vor dem 1. Januar 2007 im Alter zwischen 25 Jahren und vor Vollendung des 27. Lebensjahrs eingetreten ist.

    Betreuungskosten für Ihr Kind, die im laufenden Jahr anfallen, können Sie als Freibetrag im Lohnsteuerabzugsverfahren geltend machen. Dadurch erhöht sich Ihr Nettogehalt.

    Was Sie absetzen können

    Diese Aufwendungen für die Kinderbetreuung können Sie in Ihrer Steuererklärung angeben:

    • die Unterbringung von Kindern in Kindergärten, Kindertagesstätten, Kinderhorten, Kinderheimen und Kinderkrippen sowie bei Tagesmüttern, Wochenmüttern und in Ganztagspflegestellen
    • die Beschäftigung von Kinderpflegerinnen, Erzieherinnen und Kinderschwestern
    • die Beschäftigung von Hilfen im Haushalt, soweit sie Kinder betreuen
    • die Beaufsichtigung von Kindern bei der Erledigung der häuslichen Schulaufgaben

    Nicht berücksichtigt werden Aufwendungen für:

    • die Vermittlung besonderer Fähigkeiten, zum Beispiel Musikunterricht
    • sportliche und andere Freizeitbetätigungen
    • Nachhilfeunterricht
    • Verpflegung des Kindes

    Nachweise für die Betreuungskosten aufbewahren

    Rechnungen und die Zahlungsnachweise

    müssen Sie zwar nur auf Verlangen des Finanzamts vorlegen. Für diesen Fall sollten Sie die Belege aber aufbewahren.

    Damit Sie die Kinderbetreuungskosten von der Steuer absetzen können, müssen Sie Rechnungen erhalten haben. Außerdem muss die Rechnungssumme an den Dienstleister auf dessen Konto überwiesen worden sein – Barzahlungen und Barschecks erkennt das Finanzamt nicht an. Auch das Taschengeld für ein Au-Pair sollten Sie deshalb auf ein Konto überweisen, wenn Sie es steuerlich absetzen wollen (FG Köln, Urteil vom 10.01.2014, Az. 15 K 2882/13).

    Sind Sie selbst der Arbeitgeber der Betreuungsperson Ihrer Kinder, zum Beispiel im Rahmen eines Minijobs oder eines sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses, müssen Sie lediglich den Arbeitsvertrag vorlegen.

    Wenn das Kind einen Kindergarten oder Hort besucht, reicht ein Bescheid der Einrichtung, in dem die Kosten für die Betreuung festgehalten sind, und ein Überweisungsbeleg.

    Wenn Ihre (Schwieger-)Mutter oder andere nahe Angehörige auf Ihr Kind aufpassen und die Betreuung entgeltlich erfolgt, dann können Sie auch diese Kosten von der Steuer absetzen. Dafür müssen allerdings klare und eindeutige Vereinbarungen getroffen worden sein, die Sie tatsächlich umsetzen. Wohnt Ihre Betreuungsperson mit Ihnen und Ihrem Kind in einem Haushalt zusammen, sind die Kinderbetreuungskosten nicht absetzbar.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Hierhin in der Steuererklärung

    Ihre Kinderbetreuungskosten tragen Sie in Ihrer Einkommensteuererklärung in der Anlage Kind auf Seite 3 in die Zeilen 67 bis 73 ein.

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    Artikel verfasst von

    freie Finanztip-Mitarbeiterin (bis 2015)

    Als freie Mitarbeiterin hat Sabine Himmelberg auf Finanztip zum Thema Steuern geschrieben. Sie blickt auf mehr als zwanzig Jahre Redaktionsarbeit im Steuerrecht zurück. Als spezialisierte Fachjournalistin deckt Sabine Himmelberg ein breites inhaltliches Spektrum für Publikationen namhafter Fachverlage ab. Nach ihrem Magisterabschluss an der Universität zu Köln trat sie in die Redaktion des Deubner Verlags ein, der Informationen für Rechtsanwälte und Steuerberater herausgibt und der WEKA-Gruppe angehört. Sie leitete dort drei Jahre lang die Redaktion Steuern.

    Lohnsteuer kompakt FAQs

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    Wie viel Kinderbetreuungskosten kann ich absetzen?

    Pro Kind und Jahr können Sie bis zu 6.000 Euro Betreuungskosten geltend machen. Davon zieht das Finanzamt zwei Drittel, also maximal 4.000 Euro, von der Steuer ab. Ob das Kind konstant während des gesamten Jahres betreut wurde oder nur für einige Tage, spielt keine Rolle.

    Sind Sie als Ehepaar zusammenveranlagt, ist es unerheblich, wer von Ihnen die Betreuung bezahlt hat. Bei Einzelveranlagung kann derjenige Partner die Kosten absetzen, der sie getragen hat. Sofern das auf beide zutrifft, darf jeder seinen Anteil bis zu 2.000 Euro absetzen. Sie können aber auch eine andere Aufteilung vereinbaren.

    Dies kann auch durchaus Sinn machen, wie das folgende Beispiel zeigt:

    Für die Betreuung des Kindes fallen pro Jahr 5.500 Euro an. Die Mutter trägt Kosten in Höhe von 4.000 Euro, Vater zahlt pro Jahr 1.500 Euro.

    Greifen beide Partner nicht in die Aufteilung ein, ergibt sich folgendes Bild:

    Mutter: 2/3 von 4.000 Euro = 2.667 Euro

    Vater: 2/3 von 1.500 Euro = 1.000 Euro

    Insgesamt: 3.667 Euro (2/3 von 5.500 Euro)

    Da jeder Elternteil höchstens 2.000 Euro absetzen kann, ergibt sich eine Gesamtsumme von 3.000 Euro, die beide Elternteile gemeinsam absetzen können.

    Wenn sich Vater und Mutter beispielsweise darauf einigen, dass die Mutter einen Höchstbetrag von 3.000 Euro und der Vater von 2.500 Euro ansetzen darf, können sie 667 Euro mehr Kinderbetreuungskosten geltend machen

    Komplizierter wird es, wenn Sie nicht verheiratet sind. Leben Sie nicht zusammen, dann darf derjenige die Betreuungskosten absetzen, bei dem das Kind lebt. Alleinerziehende dürfen wie Verheiratete bis zu 6.000 Euro geltend machen. Leben Sie hingegen ohne Trauschein mit Ihrem Partner zusammen, können Sie die Betreuungskosten aufteilen. Das lohnt sich insbesondere dann, wenn einer von Ihnen nur wenig verdient und deshalb nicht vom Steuervorteil profitiert.

    Vorsicht: Bei unverheirateten Eltern erkennt das Finanzamt nur die Kosten desjenigen an, der den Vertrag mit der Betreuungseinrichtung geschlossen hat. Wenn Sie beide Betreuungskosten geltend machen wollen, sollten Sie also auch beide den Vertrag unterschreiben.

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      Источники: http://www.steuern.de/kinderbetreuungskosten.html, http://www.finanztip.de/kinderbetreuungskosten/, http://www.lohnsteuer-kompakt.de/fag/2017/283/wie_viel_kinderbetreuungskosten_kann_ich_absetzen

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