Kindergeld bis zu welchem einkommen

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    Kindergeld Einkommen – Einkommensanrechnung

    (05.01.2016) Das Steuervereinfachungsgesetz 2011 hat erhebliche Vorteile für Eltern gebracht, was das Kindergeld Einkommen anbelangt. Seit 2012 muss bei volljährigen Kindern nicht mehr die Höhe des Einkommens nachgewiesen werden. Die Neuregelung sieht vor, dass bei Kindern, die bereits über eine Ausbildung verfügen, nachgewiesen werden muss, dass diese nicht mehr als 20 Wochenstunden arbeiten.

    Anrechnung von Einkommen des volljährigen Kindes

    Neben der Voraussetzung der Ausbildung oder Arbeitslosigkeit des Kindes ist das Einkommen des volljährigen Kindes bei Bezug von Kindergeld ein ganz wichtiger Faktor.

    Für das Kindergeld bei volljährigen Kindern gibt es eine Freigrenze von 8.004 Euro (7.680 Euro bis 2009). Freigrenze bedeutet: Wird die Grenze von 8.004 Euro überschritten, erlischt der Anspruch für den gesamten Bewilligungszeitraum und ist an die Familienkasse zurückzuzahlen. Dieser Betrag gilt, wenn das volljährige Kind für das gesamte Jahr Kindergeld erhalten hat.

    Hat das volljährige Kind beispielsweise nur von Januar bis Juli die Voraussetzungen für Kindergeld erfüllt, so beträgt die Freigrenze 7/12 von 8.004 Euro = 4.669 Euro. Für das Einkommen zählt das Zuflussprinzip, also der Zeitpunkt, in welchem der Betrag/ Einkommen dem volljährigen Kind zur Verfügung stand. Die Zeiten, in denen das Kind Vollzeitbeschäftigt war, werden nicht angerechnet. Es zählt nur das Einkommen aus dem Zeitraum, für welchen auch ein Kindergeldanspruch besteht (BFH: AZ III R 67/04 vom 15.09.2005).

    Diese Freigrenze ist als Bruttobetrag anzusehen, jedoch werden noch Werbungskosten, Betriebsausgaben, Sozialversicherung, etc. abgezogen.

    Beispielrechnung

    Befindet sich das volljährige Kind in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis, kann es bis zu ca. 11.150 Euro verdienen, ohne die Freigrenze von 8.004 Euro zu gefährden.

    11.150,00 € – 2.230€ (Sozialversicherung ca. 20%) – 1.000€ Werbungskostenpauschale nach § 9a EStG = 8.000 € (< 8.004 €)

    Sind die Werbungskosten höher, so kann das Kind dementsprechend auch ein höheres Einkommen haben.

    Hat das Kind Einkünfte aus Gewerbebetrieb oder selbständiger Tätigkeit oder aus Vermietung und Verpachtung, so zählt der Gewinn bzw. der Überschuss. Damit ist gemeint: Betriebseinnahmen – Betriebsausgaben = Überschuss bzw. Umsatz – Kosten/ Aufwand = Gewinn.

    Welches Einkommen wird angerechnet?

    Als Einkommen für das Kindergeld gelten:

    Einkünfte als Einkommen

    Zu den Einkünften zählen insbesondere

    • Ausbildungsvergütung, sowie die neben der Ausbildung oder in der Übergangszeit oder in den Ferien erzielten Einnahmen aus einer Beschäftigung oder einem Nebenjob. Hierzu zählen auch die Vermögenswirksamen Leistungen (VWL) sowie evtl. steuerpflichtiger Lohnzuschläge und Einmalzahlungen. Bei Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit ist der Werbungskostenpauschbetrag von 1.000 € abzuziehen, sofern keine höheren Werbungskosten nachgewiesen werden.
    • Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit sowie aus Gewerbebetrieb
    • Einkünfte aus Kapitalvermögen nach Abzug des Sparer-Pauschbetrages von 801 € (tatsächliche Werbungskosten können nicht geltend gemacht werden).
    • Einkünfte aus Vermietung- und Verpachtung
    • Taschengeld bzw. Sachbezüge, welches das Kind aufgrund der Ableistung eines freiwilligen sozialen bzw. ökologischen Jahres oder des Europäischen Freiwilligendienstes erhält.
    • Hinterbliebenenbezüge (beamten- oder soldatenrechtliche) nach Abzug des Versorgungsfreibetrages
    • Übergangsbeihilfen (Übergangsgebührnisse) für ehemalige Zeitsoldaten (nach §§ 11,11a SVG)
    • Erwerbsminderungs- sowie Hinterbliebenenrenten der gesetzlichen Rentenversicherung
    • Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung (nur Ertragsanteil)
    • Unterhalt des geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten

    Werbungskosten

    Bei der Ermittlung des Einkommens aus nichtselbständiger Tätigkeit (hierzu zählt auch die Ausbildungsvergütung!) kann das Kind den Werbungskostenpauschbetrag in Höhe von 1.000€ abziehen, sofern keine höheren Werbungskosten nachgewiesen werden. Die Kosten für ein Erststudium oder eine Erstausbildung können nicht als Werbungskosten geltend gemacht werden. Diese können stattdessen als Sonderausgabe angesetzt werden (bis 4.000 €).

    Anerkannt als Werbungskosten werden:

    • Bewerbungskosten (sofern von der Agentur für Arbeit nicht erstattet)
    • Fahrten Wohnung / Arbeitsstätte (einfache Entfernung, 0,30€ ab dem ersten Kilometer)
    • Beiträge zu Gewerkschaften und Berufsverbänden
    • Reisekosten (sofern von Arbeitgeber nicht erstattet)
    • Unfallkosten (sofern auf dem Arbeitsweg und nicht von der Versicherung erstattet)
    • Häusliches Arbeitszimmer (sofern es den Mittelpunkt der Tätigkeit darstellt)
    • Doppelte Haushaltsführung
    • notwendige Arbeitsmittel (Berufskleidung, Werkzeuge, Fachbücher und -zeitschriften)
    • Fortbildungs- und Lehrgangskosten
    • sonstige Kosten im Rahmen der Tätigkeit, die vom Arbeitgeber nicht erstattet werden
    • Kontoführungsgebühren

    Bezüge als Einkommen

    Bezüge unterscheiden sich insofern von den Einkünften, als dass sie nach dem Einkommensteuergesetz als nicht steuerbar oder steuerfrei gelten oder eine pauschale Besteuerung erfolgt. Aus diesem Grund ist diese Unterscheidung zu machen, denn wenn etwas nicht als steuerbar oder steuerpflichtig nach dem Einkommensteuergesetz gilt, bedeutet dies noch nicht, dass es auch nicht als Einkommen beim Kindergeld angerechnet wird. Berücksichtigt werden aber nur die Bezüge, die das Kind erhält, um seinen Lebensunterhalt oder die Berufsausbildung zu finanzieren. Zweckgebundene Bezüge, die das Kind erhält, um außergewöhnliche und über das „Übliche“ hinausgehende Kosten zu decken, werden nicht als Einkommen beim Kindergeld angerechnet. Hierzu würden beispielsweise Bezüge zählen, die das Kind zur Deckung des Mehrbedarfs bei Behinderung etc. erhält.

    Bei den Bezügen kann eine Kostenpauschale von 180 € im Jahr abgezogen werden, sofern keine höheren Kosten geltend gemacht werden können.

    Als Bezüge werden beim Kindergeld als Einkommen angerechnet:

    • Ausbildungsbehilfen
      • BAföG (nur der Zuschuss, nicht der Darlehensanteil)
      • Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)sowie vergleichbare Leistungen
      • Ausbildungsgeld sowie vergleichbare Leistungen
      • Unterhaltsgeld sowie vergleichbare Leistungen
      • Eingliederungshilfe (ohne Lehrgangskosten)
      • Studienbeihilfen
      • Stipendium
      • Erziehungsbeihilfe nach § 27 BVG
      • Förderungsleistungen nach § 5 SVG
    • Lohnersatzleistungen wie
      • Arbeitslosengeld
      • Krankengeld
      • Mutterschaftsgeld (nur für die Zeit bis zur Entbindung)
      • Verletztengeld (aus der gesetzlichen Unfallversicherung)
    • Rente aus der gesetzlichen Unfallversicherung
    • Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung (der den Ertragsanteil übersteigende Betrag)
    • Versorgungsbezüge (der Teil, der den Versorgungsfreibetrag übersteigt)
    • Taschengeld und Sachbezüge bei Au-Pair im Ausland
    • Wehr- und Zivildienst
      • Wehrsold
      • Verdienstausfallentschädigung nach § 13 USG
      • Weihnachtsgeld
      • Sachbezug für freie Unterkunft und Verpflegung
      • Entlassungsgeld
    • Arbeitnehmer-Sparzulage
    • steuerfreie Sontags-, Feiertags- und Nachtarbeitszuschläge
    • Geld-Gewinne (z.B. Lotto, Kasino etc.)
    • Geld-Geschenke (sofern sie nicht von den Eltern stammen)
    • Wohngeld nach dem Wohngeldgesetz
    • Arbeitslosengeld II bzw. Hartz IV Leistungen
    • steuerfreie Veräußerungsgewinne (Betriebs- bzw. Anteilsveräußerung)

    Kindergeld

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    Einkommensgrenze fällt Kein Ärger mehr ums Kindergeld

    Kindergeld ist eine lohnende Sache: Mindestens 2208 Euro zahlt der Staat im Jahr, und das auch an erwachsene Kinder, die noch in der Ausbildung sind. Die Empfänger müssen allerdings höllisch aufpassen, dass sie nicht zu viel Geld verdienen. Schon ab dem ersten Euro über der Grenze ist das gesamte Kindergeld futsch. Ab nächstem Jahr wird das anders.

    Eltern erwachsener Kinder kennen das: Jahr für Jahr fordert die Familienkasse einen Nachweis über das Einkommen des Nachwuchses. Das sind in der Regel Lohnsteuerkarten, Steuerbescheide, Verdienstbescheinigungen oder Bewilligungsbescheide diverser Ämter. Das ist ziemlich aufwendig für alle Beteiligten. Und deshalb ist damit ab kommendem Jahr Schluss. Das ist eine der positiven Auswirkungen des Steuervereinfachungsgesetzes, das der Bundestag vor kurzem beschlossen hat.

    Studenten im Erststudium können künftig unbesorgt dazuverdienen.

    Für Familien bedeutet das weniger Bürokratie, für Kinder möglicherweise auch mehr Geld – zumindest bessere Möglichkeiten, welches zu verdienen. Mit der Einkommensprüfung fällt nämlich auch der bisherige Grenzbetrag für Einkünfte und Bezüge weg. Bislang dürfen erwachsene Kinder nicht mehr als 8004 Euro zusätzlich einnehmen, sonst gibt es kein Kindergeld mehr. Darauf lassen sich noch Werbungskosten und gegebenenfalls gezahlte Sozialversicherungsbeiträge anrechnen. Wird das so ermittelte Höchst-Einkommen jedoch überschritten, steht nicht nur das Kindergeld auf dem Spiel. Auch der Kinderzuschlag bei Riester-Verträgen geht flöten. Und wer noch Eigenheimzulage bekommt, muss auf die Kinderzulage verzichten.

    Berüchtigter "Fallbeileffekt"

    Bei der Grenze kennen die Finanzbehörden keine Gnade: Schon ein Euro über dem zulässigen Höchsteinkommen kippt die gesamte Förderung. Dieser sogenannte "Fallbeileffekt" hat deutsche Gerichte des Öfteren beschäftigt. Erst letztes Jahr erklärte das Bundesverfassungsgericht die Praxis für rechtens. Damals hatte ein Vater geklagt, dessen Sohn das Kindergeld gestrichen wurde – wegen 4,34 Euro (Az.: 2 BvR 2122/09).

    In Zukunft können sich Eltern und Kinder die Rechnerei sparen. Kinder unter 25 Jahren gelten dann automatisch als kindergeldberechtigt, wenn sie sich in der ersten Berufsausbildung oder im Erststudium befinden, also noch nicht abgeschlossen haben. Und selbst für das zweite Studium oder eine weitere Berufsausbildung kann es noch Kindergeld geben, solange der Nachwuchs nicht mehr als 20 Stunden pro Woche nebenbei jobbt. Davon dürften nicht nur Studenten profitieren, die während der Semesterferien oder während des Studiums arbeiten gehen, sondern auch viele Azubis. Im dritten Lehrjahr sprengt die Ausbildungsvergütung schnell die Kindergeldgrenze.

    Der Wegfall der Einkommensgrenze betrifft übrigens nicht nur selbst verdientes Geld. Künftig darf der Nachwuchs auch mit Geldanlagen oder Mieteinnahmen unbegrenzt dazuverdienen, sofern die übrigen Voraussetzungen erfüllt sind. Das könnte begüterten Familien und deren Steuerberatern ganz neue Möglichkeiten eröffnen. Steuersparende Vermögensübertragungen scheitern künftig jedenfalls nicht mehr am Kindergeld, das sich auch Wohlhabende nur ungern durch die Lappen gehen lassen: Derzeit gibt fürs erste und zweite Kind bei immerhin 2208 Euro pro Jahr, ab dem vierten Kind sind es sogar 2580 Euro.

    Kindergeld Einkommensgrenze: So hoch ist die Einkommensgrenze

    Wo liegt die Einkommensgrenze?

    30.09.2014, 09:49 Uhr | rev, t-online.de

    Bezug von Kindergeld 2015: Wie hoch darf das Einkommen der volljährigen Kinder sein? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

    Bei volljährigen Kindern war neben der Voraussetzung der Ausbildung oder Arbeitslosigkeit das Einkommen des Kindes immer ein wesentlicher Faktor. Das änderte sich jedoch ab Anfang 2012.

    Einkommensgrenze entfällt beim Kindergeld 2015

    Aufgrund des Steuervereinfachungsgesetzes 2011 müssen volljährige Kinder und ihre Eltern für das Kindergeld keine Erklärungen und Belege zum Einkommen der Kinder mehr einreichen. Früher mussten Eltern und Kinder bei der Familienkasse noch nachweisen, dass sie die Einkommensgrenze für das Kind von 8004 Euro pro Jahr einhalten. Künftig muss erst nach Abschluss einer ersten Berufsausbildung nachgewiesen werden, dass das Kind neben der Ausbildung nicht mehr als 20 Stunden in der Woche erwerbstätig ist.

    Frühere Kindergeld-Regelung bei überschrittener Einkommensgrenze

    Bis am 1. Januar 2012 die Einkünfte- und Bezügegrenze entfiel, konnten die Einkünfte und Bezüge eines volljährigen Kindes den Verlust des Kindergeldes zur Folge haben. Zu den Einkünften des Kindes zählten damals alle steuerpflichtigen Überschüsse, Gewinne oder Verluste. Dabei konnten Beiträge für vermögenswirksame Leistungen nicht vom Einkommen abgezogen werden.

    Wenn die Einkünfte des Kindes höher waren als die Einkommensgrenze, entfiel der Kindergeldanspruch. Das bedeutete auch, dass für das laufende Jahr schon erhaltene Kindergeld komplett zurückgezahlt werden musste.

    Источники: http://www.kindergeld.info/einkommen.html, http://mobil.n-tv.de/ratgeber/Kein-Arger-mehr-ums-Kindergeld-article3697291.html, http://www.t-online.de/leben/familie/id_71212162/kindergeld-einkommensgrenze-so-hoch-ist-die-einkommensgrenze.html

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