Kindergeld steuererklärung

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    Kinderfreibetrag 2015 / 2016 / 2017 / 2018

    Freibetrag für Kinder bei der Einkommensteuer nach § 32 Abs. 6 EStG

    Ist der Steuervorteil höher als das gezahlte Kindergeld, senkt der Kinderfreibetrag die Steuerlast bei der Einkommensteuer.

    Foto © Kzenon – bigstockphoto.com

    Kindergeld und Kinderfreibetrag sind eng miteinander gekoppelt und von staatlicher Seite aus eine Unterstützung für Familien, um den Grundbedarf der Kinder zu decken. Dabei gilt, entweder Kindergeld ODER Kinderfreibetrag, beides zusammen ist nicht möglich.

    Ob nun das Kindergeld oder der Kinderfreibetrag für Steuerpflichtige vorteilhafter ist, ermittelt das Finanzamt automatisch bei der jährlichen Berechnung der Einkommensteuer (Veranlagung) im Rahmen einer Günstigerprüfung. Eltern müssen den Kinderfreibetrag also nicht gesondert beantragen. Letztmalig wurden der Kinderfreibetrag und das Kindergeld in 2016 angehoben.

    Kindergeld

    Das Kindergeld ist ein Betrag, der Eltern monatlich überwiesen wird und der nicht der Einkommensteuer unterliegt, also nicht versteuert werden muss. Der Anspruch auf Kindergeld entsteht im Geburtsmonat des Kindes und die Höhe richtet sich dabei nach der Anzahl der Kinder:

    Das Kindergeld wurde in 2015 um 4 Euro je Kind angehoben. Im Jahr 2016 stieg es um weitere 2 Euro und erhöhte sich jeweils zum 01.01.2017 sowie zum 01.01.2018 erneut um 2 Euro je Kind.

    Kinderfreibetrag

    Im Gegensatz zum Kindergeld wird der Kinderfreibetrag nicht ausgezahlt sondern ist ein Freibetrag, der vom zu versteuerndem Einkommen abgezogen wird und sich bei der Berechnung der Einkommensteuer steuermindernd auswirkt. Die monatlichen Kindergeldzahlungen können dabei als Vorausleistungen auf den Kinderfreibetrag zum Jahresende betrachtet werden.

    Analog zum Grundfreibetrag, der Einkommen von Erwachsenen steuerfrei stellt und das Existenzminimum sicherstellen soll, wird für Kinder der Kinderfreibetrag (§ 32 Abs. 6 EStG) gewährt, der den Grundbedarf des Kindes decken soll.

    Anspruch auf Kinderfreibetrag

    Der Anspruch auf den Kinderfreibetrag entsteht im Geburtsmonat des Kindes und hat so lange Bestand, wie auch der Kindergeldanspruch besteht. Allgemein gilt:

    • bis zum 18. Lebensjahr
    • bis zum 25. Lebensjahr, wenn sich das Kind noch in Ausbildung oder Studium befindet
    • auch über das 25. Lebensjahr hinaus, wenn das Kind behindert ist und außerstande, sich selbst zu unterhalten

    Höhe des Kinderfreibetrages

    Nachdem berichtet wurde, dass der Bund ein Jahr früher als geplant ohne neue Schulden auskommt, besteht Raum für eine Erhöhung. Auf Grundlage des 10. Existenzminimum-Berichts vom 30. Januar 2015 hatte das Bundeskabinett den Gesetzesentwurf zur Anhebung des Kinderfreibetrages, Kindergeldes sowie des Kinderzuschlags beschlossen. Für die Jahr bis 2018 ergeben sich folgende Werte für den Kinderfreibetrag, nachdem es zum 01.01.2017 eine Erhöhung um 168 Euro sowie eine weitere um 72 Euro zum 01.01.2018 gibt:

    Aktuell beträgt dieser in der Summe 7.356 Euro (7.248 Euro bis 2016) jährlich je Kind für beide Elternteile und setzt sich zusammen aus

    • 2.640 Euro für den Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf (bleibt zunächst unverändert)
    • 4.608 Euro für das sächliche Existenzminimum des Kindes (steigt 2017 und 2018)

    Bei getrennten Elternteilen wird der halbe Kinderfreibetrag angesetzt: ab 01.01.2017 sind das 3.678 Euro (3.624 Euro bis 2016).

    Diese Beträge werden vom zu versteuerndem Einkommen abgezogen, so dass sich eine neue, reduzierte Bemessungsgrundlage für die Berechnung der Einkommensteuer ergibt.

    Anteilige Berechnung im Geburtsjahr des Kindes

    Wird ein Kind nicht im Januar sondern etwa im Mai geboren, so wird im Geburtsjahr der Kinderfreibetrag anteilig gewährt. Am Beispiel Mai besteht der Kindergeldanspruch für acht Monate des Jahres, so dass auch der Kinderfreibetrag nur für acht Monate berechnet wird: 7.248 / 12 x 8 = 4.832 Euro.

    Kinderfreibetrag übertragen

    In einigen Fällen kann der halbe Kinderfreibetrag von 3.678 Euro (3.624 Euro bis 2016) auf den anderen Elternteil übertragen werden, so dass bei einem Steuerpflichtigen die vollen 7.356 Euro (7.248 Euro bis 2016) angerechnet werden. Das ist dann der Fall, wenn die Eltern getrennt leben oder geschieden sind und ein Elternteil seine Unterhaltspflichten nicht erfüllt oder aufgrund mangelnder Leistungsfähigkeit keine Unterhaltspflicht (§ 1603 BGB) gegeben ist.

    Kinderfreibetrag oder Kindergeld – Günstigerprüfung

    Ob die Kindergeldzahlungen oder der Kinderfreibetrag für Steuerpflichtige vorteilhafter ist, prüft das Finanzamt automatisch im Rahmen einer Günstigerprüfung. Im erster Schritt wird dazu die Einkommensteuer auf das zuvor ermittelte zu versteuernde Einkommen berechnet. Anschließend wird das zu versteuernde Einkommen um den Kinderfreibetrag vermindert und die Einkommensteuer aufgrund der neuen Bemessungsgrundlage erneut ermittelt. Erst wenn bei beiden Berechnungen die Differenz der Einkommensteuer die Höhe des Kindergeldes übersteigt, ergibt sich ein Steuervorteil. Die Grenzen sind:

    • 2.280 Euro bei Verheirateten (190 Euro Kindergeld x 12 Monate; 2.280 Euro ab 2016 (2.256 Euro bis 2015)
    • 1.140 Euro bei getrennt lebenden Elternteilen (das Kindergeld wird nur zur Hälfte berücksichtigt)

    Berechnungsbeispiele nach dem Einkommensteuertarif 2016

    Die nachfolgenden Beispiele werden mit den Werten für Kindergeld und Kindefreibetrag noch nach der Rechtslage 2016 gerechnet, da die Veranlagung zur Einkommensteuer für das Jahr 2017 erst im Jahr 2018 durchgeführt wird. Zum Jahreswechsel 2017/ 2018 werden die Werte entsprechend angepasst.

    Berechnungsbeispiel 1: verheiratete Eltern mit einem Kind (nach Splittingtabelle)

    Berechnungsbeispiel 2: lediger Elternteil mit einem Kind (nach Grundtabelle)

    Quellen und weiterführende Links

    (Letzte Aktualisierung: 02.11.2017)

    Kinderfreibetrag 2015 / 2016 / 2017 / 2018 :

    3,65 von 5 Punkten, basierend auf 75 abgegebenen Stimmen.

    Wie funktioniert das mit dem Kinderfreibetrag?

    Der Staat unterstГјtzt Eltern mit dem sogenannten Kinderfreibetrag: 7.356 Euro dГјrfen Eltern pro Kind im Jahr verdienen und einnehmen, ohne dafГјr Steuern zu zahlen.

    Jeder, der auf irgendeine Art und Weise Geld einnimmt – zum Beispiel dadurch, dass er arbeiten geht oder eine Wohnung vermietet – muss dafür Steuern zahlen. Ganz bestimmte Personengruppen müssen für spezielle Kosten keine Steuern zahlen, sie erhalten sogenannte Freibeträge.

    Das gilt auch für Frauen und Männer mit leiblichen und adoptierten Kindern sowie – je nach Betreuungsumfang – mit Pflegekindern: Sie können 7.356 Euro im Jahr einnehmen, ohne dafür Steuern zu zahlen. Das ist der so genannte Kinderfreibetrag. Damit will der Staat erreichen, dass Eltern genug Geld übrig bleibt, um für ihre Kinder Dinge wie Essen, eine Wohnung, Betreuung oder eine Ausbildung zahlen zu können.

    Genau den gleichen Zweck hat auch das Kindergeld: FГјr jedes erste und zweite Kind bekommen die Eltern 192 Euro, fГјr das dritte 198 Euro und fГјr jedes weitere 223 Euro, und zwar jeden Monat steuerfrei. Sowohl Kindergeld als auch Kinderfreibetrag sind also steuerbegГјnstigt. Der groГџe Unterschied ist aber: Das Kindergeld zahlt der Staat jeden Monat an die Eltern aus, den Kinderfreibetrag nicht. Stattdessen zieht das Finanzamt die 7.356 Euro Kinderfreibetrag rГјckwirkend von Ihrem zu versteuernden Jahreseinkommen ab.

    Sie möchten einen schnellen Überblick zum Thema Kinderfreibetrag? Schauen Sie sich unser Video an:

    Was gilt fГјr mich, Kindergeld oder Kinderfreibetrag?

    Eltern dürfen nur eine Form der Steuererleichterung bekommen: Kindergeld oder Kinderfreibetrag. Wenn Sie Ihre Steuererklärung ans Finanzamt abgegeben haben, prüfen deshalb die Finanzbeamten, was für Sie günstiger ist und womit Sie der Staat finanziell mehr unterstützt ("Günstigerprüfung").

    Wie rechnet das Finanzamt?

    Das ist etwas kompliziert. Wir erklären es an einem Beispiel: Nehmen wir einmal an, zwei Vollzeit arbeitende Ehepartner mit kleinem Sohn haben ein Jahreseinkommen von 50.000 Euro, das sie versteuern müssen. Das Finanzamt berechnet jetzt, wie viel Steuern Sie bezahlen müssten, und zwar erst ohne und dann mit dem Kinderfreibetrag.

    Ohne den Kinderfreibetrag müssten Sie 7.914 Euro Steuern (ohne Solidaritätszuschlag) zahlen. Mit dem Kinderfreibetrag, also minus 7.356 Euro, schrumpft Ihr zu versteuerndes Einkommen auf 42.644 Euro. Dann müssten Sie nur noch 5.836 Euro Steuern zahlen.

    Steuer ABC

    Und jetzt kommt der eigentliche Knackpunkt: Die Differenz zwischen den Steuern, die Sie mit und ohne Kinderfreibetrag bezahlen müssten, beträgt 2.078 Euro. So viel Steuern würden Sie also mit dem Kinderfreibetrag sparen.

    In den letzten zwölf Monaten haben Sie aber insgesamt 2.304 Euro Kindergeld für Ihren Sohn bekommen – das ist mehr, als Sie durch den Kinderfreibetrag sparen. Der Freibetrag ist also finanziell nicht günstiger für Sie. Deshalb rechnet der Finanzbeamte für Sie nicht mit dem Kinderfreibetrag.

    Für Alleinerziehende lohnt sich der Kinderfreibetrag ab 30.000 Euro zu versteuerndes Einkommen im Jahr, für Eheleute ab 60.000 Euro. Und zwar, nachdem Sie alle Kosten, die Sie von der Steuer absetzen können, abgezogen haben.

    Unsere Infografik zeigt Ihnen anschaulich, wie so eine Rechnung aussehen kann:

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    Kann ich mir den Kindergeld-Antrag sparen, wenn sich fГјr mich der Kinderfreibetrag sowieso mehr lohnt?

    Das Kindergeld wird Ihnen nach der Geburt Ihres Kindes nicht automatisch aufs Konto überwiesen. Stattdessen müssen Sie den Staat informieren, dass Sie Nachwuchs bekommen haben. Zuständig dafür sind die Familienkassen. Sie müssen lediglich das nötige Formular ausfüllen und den Geburtsschein Ihres Kindes vorlegen. Bis zu vier Jahre können Sie Kindergeld rückwirkend beantragen.

    Auch wenn Sie sicher sind, dass bei Ihnen der Kinderfreibetrag angewendet wird, sollten Sie auf jeden Fall Kindergeld beantragen. Denn erstens bekommen Sie das Kindergeld jeden Monat auf Ihr Konto Гјberwiesen und nicht erst am Ende des Jahres rГјckwirkend angerechnet. Zweitens geht das Finanzamt bei allen Eltern davon aus, dass sie Kindergeld beantragt und erhalten haben und rechnet diesen Betrag bei der SteuererklГ¤rung mit ein – ganz gleich ob Sie es tatsГ¤chlich beantragt haben oder nicht. Denn dafГјr sind Sie nГ¤mlich selbst verantwortlich. В

    Wem steht der Kinderfreibetrag zu?

    Der Kinderfreibetrag steht beiden Elternteilen je zur Hälfte zu, nämlich bis das Kind 18 ist, oder aber bis es 25 Jahre alt ist, wenn es so lange noch eine Ausbildung macht oder studiert. Auf Antrag kann der Kinderfreibetrag auch auf einen Stiefeltern- oder Großelternteil übertragen werden, wenn das Kind bei einem von ihnen lebt.

    Mit einem Schreiben vom 17.01.2014 hat das Bundesfinanzministerium klar gestellt, dass die Gleichstellung von Lebenspartnern mit Ehegatten auch bei der Übertragung und Gewährung von Kinderfreibeträgen greift.

    Das bedeutet: Adoptieren eingetragene Lebenspartner gemeinsam ein Kind oder adoptiert ein Lebenspartner das Kind des anderen Lebenspartners, stehen beiden Adoptiveltern Kinderfreibeträge zu. Das Gleiche gilt auch für Stiefeltern, wenn ein Stiefelternteil das Kind in seinen Haushalt aufgenommen hat.

    Wie errechnet sich der Kinderfreibetrag bei mehreren Kindern?

    Eltern erhalten für jedes Kind einen vollen Kinderfreibetrag. Diesen teilen sie sich nach dem sogenannten Halbteilungsprinzip. Bei verheirateten Paaren, die beide die Steuerklasse IV (4) haben, wird der gleiche Kinderfreibetrag angerechnet. Hier wird bei einem Kind der Zähler 1,0 und bei zwei Kindern entsprechend der Zähler 2,0 für jedes Elternteil angerechnet. Bei Eheleuten mit den Steuerklassen III (3) und V (5) hingegen wird der gesamte Kinderfreibetrag komplett bei dem Partner mit der Steuerklasse III (3) berücksichtigt. Für unverheiratete Paare mit der Steuerklasse I (1) oder II (2) gilt pro Kind der Zähler 0,5.

    Wie verteilt sich der Kinderfreibetrag bei Trennung oder Scheidung?

    Im Falle einer Trennung oder Scheidung gilt: Bei beiden Eltern wird der Kinderfreibetrag jeweils zur Hälfte berücksichtigt. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Kinder beim Vater oder bei der Mutter leben. Kommt ein Elternteil seiner Unterhaltspflicht nicht zu mindestens 75 Prozent nach, dann werden dem betreuenden Elternteil die vollen 7.356 Euro angerechnet.

    Wie funktioniert eine Гњbertragung des Kinderfreibetrags?

    Wie schon erwähnt, steht eigentlich beiden Elternteilen der Kinderfreibetrag zu. Unter bestimmten Voraussetzungen kann der Kinderfreibetrag aber auch auf einen Elternteil übertragen werden.

    • mГјssen beide Elternteile eine getrennte EinkommensteuererklГ¤rung abgeben.
    • muss der antragstellende Elternteil seine Unterhaltsverpflichtung erfГјllen – das ist in der Regel der Fall, wenn das Kind bei diesem Elternteil lebt.
    • muss der andere Elternteil seiner Unterhaltsverpflichtung weniger als 75 Prozent nachkommen oder nicht unterhaltspflichtig sein.

    Konsequenz des Ganzen: Wird der Kinderfreibetrag auf ein Elternteil Гјbertragen, bekommt dieser Elternteil auch den Ausbildungsfreibetrag.

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    Kindergeld und Freibeträge

    Steuervorteile für Eltern

    • Zuletzt aktualisiert: 12. Dezember 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Eltern können eine Reihe steuerlicher Vergünstigungen erhalten. So steht ihnen entweder Kindergeld oder der Kinderfreibetrag zu. Zusätzlich zum Kindergeld bekommen Geringverdiener auf Antrag den sogenannten Kinderzuschlag.
    • Darüber hinaus können der Ausbildungsfreibetrag und der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende die Steuern senken. Auch Kinderbetreuungskosten wirken sich steuermindernd aus.
    • Wer einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, kann von der Kinderzulage profitieren.

    So gehen Sie vor

    • Kindergeld und Kinderzuschlag beantragen Sie bei der Familienkasse.
    • In der Steuererklärung füllen Sie für jedes Kind die Anlage Kind aus.
    • Mit der Anlage Kind beantragen Sie den Abzug von Kinderbetreuungskosten, Schulgeld und auch den Ausbildungsfreibetrag für ein auswärts wohnendes, volljähriges Kind in Berufsausbildung.
    • Nach Trennung und Scheidung gilt: Während das Kindergeld nur einem Elternteil zusteht, können sich die Eltern die steuerlichen kinderbezogenen Freibeträge aufteilen.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Kinder schenken viel Freude, kosten aber auch viel Geld. Einen Teil davon können Eltern sich über die Steuererklärung zurückholen, weil der Staat Familien mit Kindern und Alleinerziehende unterstützt. Eines der wichtigsten Förderinstrumente ist das Kindergeld. Darüber hinaus können Eltern aber auch zahlreiche Steuervorteile für sich nutzen. Das Einzige, was sie dafür tun müssen, ist, eine Steuererklärung abzugeben. Wer die Anlage Kind sorgfältig ausfüllt, hat die größte Hürde schon genommen.

    Kindergeld oder Kinderfreibeträge

    Sie können für Ihr Kind nur entweder Kindergeld oder den Kinderfreibetrag erhalten. Für die meisten ist das Kindergeld die günstigere Option. Wenn Sie eine Steuererklärung samt Anlage Kind für jedes Kind ausfüllen, dann wendet das Finanzamt die für Sie günstigste Variante an. Kindergeld steht Ihnen ab der Geburt Ihres Kindes zu. Es beträgt monatlich:

    Der Gesetzgeber hat im Juli 2015 rückwirkend zum 1. Januar 2015 Grundfreibetrag, Kinderfreibetrag und Kindergeld erhöht. Für die Jahre 2016, 2017 und 2018 wurde das Kindergeld für das erste und zweite Kind jeweils um 2 Euro pro Monat erhöht. 2016 gab es ab dem dritten Kind 196 Euro, für jedes weitere Kind 221 Euro. Für alle Kinder gibt es ab 2017 monatlich jeweils 2 Euro mehr Kindergeld. Auch 2018 steigt es erneut um 2 Euro für jedes Kind.

    Einen höheren Kinderzuschlag zum Kindergeld zahlt der Fiskus seit Juli 2016. Der Höchstbetrag lag bei 160 Euro monatlich für jedes Kind; zuvor waren es 140 Euro. Zum Jahresanfang 2017 steigt der Kinderzuschlag auf 170 Euro. Geringverdiener können diese Sozialleistung bei der Familienkasse beantragen.

    Eltern erhalten nicht nur für ihren leiblichen Nachwuchs Kindergeld und Kinderfreibeträge, sondern auch für Pflegekinder und adoptierte oder angenommene Kinder. Voraussetzung ist, dass das Kind seinen familiären Mittelpunkt bei den Pflegeeltern hat (§ 32 EStG und § 63 EStG).

    Einen Überblick über die wichtigsten gesetzlichen Regelungen zum Kindergeld finden Sie in einem Merkblatt der Bundesagentur für Arbeit. Es enthält Informationen zur Antragstellung, den Anspruchsvoraussetzungen sowie zur Höhe und Dauer der Zahlung.

    Kindergeld gibt es nur auf Antrag

    Das Kindergeld beantragen Sie bei der Familienkasse. Falls Sie sich nicht sicher sind, welche Kasse für Sie zuständig ist, kann Ihnen bei der Suche ein Ortsverzeichnis der Bundesagentur für Arbeit helfen.

    Der gesamte Kinderfreibetrag besteht aus zwei Komponenten: dem Freibetrag für das Existenzminimum des Kindes (sächlicher Kinderfreibetrag) und dem Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf (BEA). Der Freibetrag fürs Existenzminimum muss regelmäßig angepasst werden, weil sich die Preise, zum Beispiel für Lebensmittel, ändern können. Der BEA-Freibetrag blieb in den letzten Jahren konstant. Insgesamt betrug 2016 der Kinderfreibetrag 7.248 Euro, im Jahr 2017 sind es 7.356 Euro und ab 2018 steigt er auf 7.428 Euro.

    Dabei liegt der sächliche Kinderfreibetrag 2017 pro Kind und Elternteil bei 2.358 Euro (2018: 2.394 Euro). Die Kinderfreibeträge pro Kind und Elternteil setzen sich in den Jahren 2017 und 2018 so zusammen:

    Diese Freibeträge verdoppeln sich, wenn die Eltern verheiratet sind und zusammenveranlagt werden.

    Kinder- und BEA-Freibetrag stehen grundsätzlich jedem der beiden Elternteile zu. Anspruch auf den vollen Kinderfreibetrag haben Sie auch dann, wenn der andere Elternteil des Kindes verstorben oder nicht unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist. Das gilt ebenfalls, sofern der andere Elternteil „untergetaucht“ ist oder sich der Vater nicht amtlich feststellen lässt.

    Exkurs: Zu niedriger Kinderfreibetrag?

    Der Kinderfreibetrag stellt das Existenzminimum eines Kindes steuerlich frei. Daher muss er regelmäßig angepasst werden. Nach dem Existenzminimumbericht der Bundesregierung hätten die kinderbezogenen Freibeträge bereits 2014 erhöht werden müssen. Der Bund der Steuerzahler identifiziert für 2014 eine Lücke von 72 Euro. Daher unterstützt er eine Musterklage vor dem Finanzgericht München (Az.: 8 K 2426/15). Die Steuerbescheide für 2014 bleiben in diesem Punkt automatisch offen. Sie erhalten einen Vorläufigkeitsvermerk und können folglich bei einem erfolgreichen Ausgang des Musterprozesses noch geändert werden.

    Eine erste Entscheidung gibt es bereits in einem anderen Verfahren: Das Finanzgericht (FG) Niedersachsen ist davon überzeugt, dass der Fiskus die Kinderfreibeträge nicht nur im Jahr 2014, sondern bereits zuvor zu niedrig bemessen hat. Es bemängelte sowohl die Höhe als auch die Berechnungsweise (Beschluss vom 2. Dezember 2016, Az. 7 K 83/16). Das Gericht hat daher im Anschluss an seine mündliche Verhandlung dieses Klageverfahren ausgesetzt und dem Bundesverfassungsgericht die Frage vorgelegt, ob die gesetzliche Regelung zur Höhe der Kinderfreibeträge verfassungswidrig ist. Vermutlich entscheidet dieses aber frühestens 2019 darüber.

    Geklagt hatte die verwitwete Steuerberaterin Reina Becker mit zwei Kindern in Ausbildung – eines davon volljährig. Das FG monierte nicht nur den aufgrund des Existenzminiumumberichts zu niedrig festgelegten Kinderfreibetrag, sondern auch die vom steuerlichen Gesetzgeber verwendete Berechnungsweise. Diese führe dazu, dass die Klägerin Einkommensteuer auf das Existenzminimum ihrer zwei Töchter zahlen müsse. Für volljährige Kinder in Ausbildung stelle der Fiskus einen niedrigeren Betrag steuerfrei als für volljährige Kinder, die keine Ausbildung machen. Für Kinder ab 18 Jahren gibt es derzeit keine eigene Berechnung für den Mindestbedarf.

    Von einem positiven Ausgang dieses Verfahrens würden alle Eltern profitieren – und dies sogar, ohne etwas unternehmen zu müssen. Denn obwohl nur die wenigsten mit dem Kinderfreibetrag besser abschneiden als mit dem Kindergeld, ist das Verfahren für alle Eltern mit Anspruch auf Kindergeld von Bedeutung. Der Kinderfreibetrag spielt nämliche eine Rolle bei der Berechnung der Kirchensteuer und des Solidaritätszuschlags.

    Für die Festsetzung der Einkommensteuer bereits ab dem Jahr 2001 sind die Finanzämter angewiesen, die Steuerbescheide in Bezug auf die Kinderfreibeträge (§ 32 Abs. 6 Sätze 1 und 2 EStG ) mit einem Vorläufigkeitsvermerk zu versehen. Das heißt, die Bescheide sind in diesem Punkt von Amts wegen offengehalten worden. Kommt es zu einem steuerzahlerfreundlichen Urteil des Bundesverfassungsgerichts, dürfen sich Eltern auf eine Steuerrückerstattung – samt Zinsen von derzeit sechs Prozent jährlich – freuen.

    Anlage Kind vollständig ausfüllen

    Für jedes Kind füllen Sie eine eigene Anlage aus. Mit diesem Steuerformular müssen Sie sich auch dann auseinandersetzen, wenn Ihre Lohnsteuerbescheinigung Angaben zu Ihren Kindern enthält. Denn dieser Eintrag spielt für den monatlichen Lohnsteuerabzug und für die Höhe der Einkommensteuer keine Rolle. Im Laufe des Jahres wirken sich die eingetragenen Kinderfreibeträge aber auf die Höhe der Kirchensteuer und des Solidaritätszuschlags aus, die Ihr Arbeitgeber einbehält.

    Kein Kindergeld für mehr als sechs Pflegekinder

    Wenn Sie bis zu sechs Pflegekinder in Ihren Haushalt aufgenommen haben, geht die Familienkasse noch davon aus, dass Sie damit kein Geld verdienen wollen. Ansonsten wird vermutet, dass die Kleinen sogenannte Kostkinder sind und Sie sie zu Erwerbszwecken in Ihrem Haushalt aufgenommen haben. Weil Kostkinder nicht als Pflegekinder gelten, gibt es für sie auch kein Kindergeld.

    Vergleichsrechnung bei Kindergeld und Kinderfreibeträgen

    Kindergeld und Kinderfreibeträge beeinflussen einander. Grundsätzlich gilt: Sie können nicht Kindergeld erhalten und zusätzlich die vollen Kinderfreibeträge von der Steuer absetzen. Das Finanzamt verrechnet nämlich das schon ausgezahlte Kindergeld mit dem Steuervorteil, der sich durch die Kinderfreibeträge ergibt. Ihnen bleibt daher nur die Differenz zwischen Kindergeld und Steuerfreibeträgen. Das Finanzamt prüft nach der Einkommensteuererklärung, was günstiger ist: Kindergeld oder Kinderfreibetrag. Kinder- und BEA-Freibetrag stehen grundsätzlich jedem der beiden Elternteile zu.

    Die Kinderfreibeträge führen übrigens nur bei etwa 5 Prozent aller Steuerzahler zu einem zusätzlichen Steuervorteil. Anders ausgedrückt: Falls sich verheiratete Eltern zusammen zur Einkommensteuer veranlagen lassen, profitieren sie erst ab einem zu versteuernden Einkommen von zirka 64.000 Euro. Diese Grenze kann sich verschieben, wenn das Kindergeld erhöht wird.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Altersgrenzen bei Kindern

    Das Kindergeld fließt ohne Weiteres, solange Ihr Nachwuchs das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Von Kindergeld und Kinderfreibeträgen können Sie aber auch bei volljährigen Nachkommen bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres profitieren. Das ist möglich, wenn Ihr Kind für einen Beruf ausgebildet worden ist (einschließlich Schulausbildung). Auch falls Ihr Sohn oder Ihre Tochter keinen Ausbildungsplatz hatte und deshalb die Berufsausbildung nicht beginnen oder fortsetzen konnte, zahlt die Finanzkasse weiter. Darüber hinaus erhalten Sie Kindergeld für ein volljähriges Kind, sofern es einen der folgenden Dienste geleistet hat:

    • freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr,
    • europäischen/entwicklungspolitischen Freiwilligendienst,
    • Freiwilligendienst aller Generationen,
    • Internationalen Jugendfreiwilligendienst,
    • Bundesfreiwilligendienst oder
    • anderen Dienst im Ausland.

    Helfer für die Steuererklärung

    Ihr Kindergeldanspruch bleibt auch dann erhalten, wenn sich Ihr Nachwuchs in einer Übergangszeit zwischen einem Ausbildungsabschnitt und einem der oben genannten Dienste befunden hat. Dabei sind höchstens vier Monate zulässig.

    Eine Besonderheit gilt für arbeitslose Kinder, die das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben: Sie müssen bei einer Agentur für Arbeit als arbeitssuchend gemeldet sein, und zwar in Deutschland, der Schweiz, in der Europäischen Union oder in einem Land, das zum Europäischen Wirtschaftsraum gehört.

    Studenten und Azubis dürfen mehr dazuverdienen

    Seit 2012 spielt der Grenzbetrag von zuletzt 8.004 Euro für eigene Einkünfte und Bezüge keine Rolle mehr. Das heißt: Volljährige Azubis oder Studenten können jetzt mehr dazuverdienen, ohne dass Sie Ihren Anspruch auf Kindergeld und Kinderfreibeträge verlieren würden. Eine Einkommensprüfung gibt es für sie nicht mehr.

    Eltern können das Kindergeld außerdem auch dann beanspruchen, wenn ihr Kind mit einem gut verdienenden Partner verheiratet ist. Das Kind muss nur eine der oben genannten Voraussetzungen erfüllen. Also beispielsweise für einen Beruf ausgebildet worden sein, solange es unter 25 war, oder arbeitssuchend gemeldet gewesen sein, als es unter 21 war.

    Auch nachdem Ihr volljähriges Kind unter 25 seine erste Berufsausbildung oder sein Erststudium abgeschlossen hat, können Sie weiterhin Kindergeld beziehen und von den Freibeträgen profitieren. Das geht unter anderem, solange das Kind einer weiteren Ausbildung nachgeht, etwa ein Bachelor- oder ein Masterstudium absolviert. Oder nach seiner Erstausbildung beispielsweise einen Freiwilligendienst leistet. In diesen Fällen kommt allerdings eine wichtige Einschränkung hinzu:

    Ihr Kind darf keiner Erwerbstätigkeit nachgehen. Darunter versteht das Finanzamt alles, was über 20 Stunden vertraglich vereinbarte, regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit hinausgeht. Ein Ausbildungsdienstverhältnis oder ein 450-Euro-Job schaden nicht. Das Kind darf allerdings nicht mehrere Jobs haben, bei denen es über 450 Euro verdient hat. Bei solchen geringfügig entlohnten Beschäftigungen spielen die wöchentliche Arbeitszeit und die Anzahl der monatlichen Arbeitseinsätze keine Rolle. Von einer geringfügigen oder kurzfristigen Beschäftigung geht das Finanzamt auch aus, sofern das Kind zwar mehr als 450 Euro im Monat verdient hat, innerhalb des gesamten Jahres aber höchstens drei Monate oder 70 Arbeitstage gearbeitet hat.

    Ihr Sohn oder Ihre Tochter darf auch eine geringfügige Beschäftigung neben einer anderen Erwerbstätigkeit ausgeübt haben, solange dadurch insgesamt nicht die 20-Stunden-Grenze überschritten wurde. Erlaubt ist auch eine vorübergehende (höchstens zwei Monate lange) Ausweitung der Beschäftigung auf mehr als 20 Stunden, wenn den Rest des Jahres durchschnittlich die wöchentliche Arbeitszeit eingehalten wird.

    Freiberufliche Tätigkeiten zählen auch

    Das Finanzamt versteht unter „Erwerbstätigkeit“ nicht nur das Arbeitnehmerdasein. Auch eine land- und forstwirtschaftliche, eine gewerbliche und eine selbstständige Tätigkeit gehören dazu. Wenn Ihr Kind schon laut Arbeitsvertrag 20 Stunden die Woche arbeitet, sollte es also nicht zusätzlich noch ein freiberufliches Nebengewerbe anmelden.

    Für behinderte Kinder gelten Sonderregeln

    Sollte Ihr Kind nicht selbst für sich sorgen können, weil es körperlich, geistig oder seelisch behindert ist, wird es auch nach Vollendung des 25. Lebensjahres unbegrenzt berücksichtigt. Voraussetzung ist allerdings, dass die Behinderung schon vor dem 25. Geburtstag eingetreten ist.

    Ein Kind ist außerstande, sich selbst finanziell zu unterhalten, wenn es mit seinen eigenen Mitteln nicht seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Gemeint ist damit

    • der allgemeine Lebensbedarf (Grundfreibetrag in Höhe von 8.472 Euro im Jahr 2015; 8.652 Euro ab 2016, 8.820 Euro ab 2017 und 9.000 Euro ab 2018)
    • und zusätzlich der individuelle behinderungsbedingte Mehrbedarf (unter anderem Kosten für eine Heimunterbringung, Pflegebedarf in Höhe des gezahlten Pflegegelds, gegebenenfalls Behinderten-Pauschbetrag).

    Dazu verlangt das Finanzamt eine Gegenüberstellung des notwendigen Lebensbedarfs mit den eigenen finanziellen Mitteln des Kindes, die sich zusammensetzen aus dem verfügbaren Nettoeinkommen und den Leistungen Dritter. Bei der Ermittlung des verfügbaren Nettoeinkommens sind alle steuerpflichtigen Einkünfte zu berücksichtigen, alle steuerfreien Einnahmen und etwaige Steuererstattungen. Abzuziehen sind tatsächlich gezahlte Steuern und Vorsorgeaufwendungen, das heißt, die Beiträge zu einer Basiskranken- und Pflege-Pflichtversicherung sowie gesetzliche Sozialabgaben bei Arbeitnehmern.

    Kranken- und Pflegeversicherung für Kinder steuerlich geltend machen

    Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung für Ihr Kind können Sie als Sonderausgaben von der Steuer abziehen, sofern Sie für dieses Kind Anspruch auf Kindergeld oder Freibeträge für Kinder haben. Das gilt unabhängig davon, ob Sie selbst Versicherungsnehmer sind oder das Kind.

    Wenn Ihr Kind älter als 25 Jahre ist

    Sie müssen steuerlich nicht unbedingt leer ausgehen, wenn Ihr Nachwuchs die maßgebende Altersgrenze überschritten hat. Ihre Kosten für den Unterhalt und eine Berufsausbildung Ihrer Kinder können Sie 2016 bis zu 8.652 Euro (2017: 8.820 Euro, 2018: 9.000 Euro) pro Jahr als außergewöhnliche Belastungen geltend machen. Dieser Betrag erhöht sich noch um die Kosten, die Sie gezahlt haben für die Basisabsicherung Ihres unterhaltsberechtigten Kindes in der Krankenversicherung und der gesetzlichen Pflegeversicherung.

    Die Kinderfreibeträge stehen Ihnen auch dann zu, wenn Ihr Nachwuchs nicht in Deutschland lebt. Das Finanzamt berücksichtigt hierbei allerdings die wirtschaftlichen Verhältnisse des Staates, in dem Ihr Kind wohnt. Je nach Land kürzt es die Freibeträge um ein Viertel, die Hälfte oder drei Viertel. Ausschlaggebend dafür ist die sogenannte Ländergruppeneinteilung des Bundesfinanzministeriums vom 18. November 2013. Ab dem Veranlagungszeitraum 2017 gilt jedoch eine aktualisierte Ländergruppeneinteilung.

    Kinderfreibeträge sichern mit inländischem Haushalt

    Wenn Ihr Kind sich nur wegen seiner Berufsausbildung im Ausland aufhält, aber weiterhin zu Ihrem Haushalt gehört oder in Deutschland einen eigenen Haushalt hat, tragen Sie die deutsche Anschrift in der Anlage Kind ein. So sichern Sie sich die vollen Kinderfreibeträge.

    Möglicherweise erbringt der ausländische Staat dem Kindergeld vergleichbare Zahlungen. Dann erhalten Sie entweder in Deutschland kein Kindergeld oder das im Ausland gezahlte wird auf das deutsche Kindergeld angerechnet. Eine Tabelle dazu finden Sie beim Bundeszentralamt für Steuern.

    Sprachreisen ins Ausland werden anerkannt

    Sprachaufenthalte im Ausland erkennt der Fiskus als Berufsausbildung an. Unproblematisch ist es, wenn die Sprachferien verbunden sind mit dem Besuch einer allgemeinbildenden Schule, einem College oder einer Universität. In allen anderen Fällen muss der Aufenthalt von einem theoretisch-systematischen Fremdsprachenunterricht mit wöchentlich zehn Stunden begleitet werden. Das gilt vor allem bei Auslandsaufenthalten im Rahmen von Au-pair-Verhältnissen.

    Ausbildungsfreibetrag nicht vergessen

    Solange sich Ihr volljähriges Kind noch in der Berufsausbildung befindet und auswärtig untergebracht ist, können Sie ein weiteres Steuersparangebot nutzen: den Freibetrag zur Abgeltung eines Sonderbedarfs bei Berufsausbildung. Dieser Ausbildungsfreibetrag schlägt jährlich mit 924 Euro zu Buche. Voraussetzung ist, dass Sie Anspruch auf Kindergeld beziehungsweise Kinderfreibeträge haben.

    Das Finanzamt kürzt den Ausbildungsfreibetrag, wenn die genannten Voraussetzungen nicht das ganze Jahr erfüllt waren. Hat Ihr Kind seine Berufsausbildung zum Beispiel im Dezember abgebrochen, verringert sich der Freibetrag um ein Zwölftel.

    Falls Sie geschieden sind oder dauernd getrennt leben, kann jeder Elternteil den Freibetrag zur Hälfte in Anspruch nehmen. Sie können ihn aber auch in einem anderen Verhältnis aufteilen. Dazu geben Sie einfach auf der Anlage Kind einen Anteil in Prozent an und fügen Ihrer Steuererklärung einen formlosen Antrag beider Elternteile bei, aus dem Ihre Aufteilung hervorgeht.

    Zur Ausbildung gehört übrigens auch die Schulausbildung.

    Entlastungsbetrag für Alleinerziehende ausschöpfen

    Singles, die ein Kind erziehen, für das sie Anspruch auf Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag haben, können einen weiteren Entlastungsbetrag von nunmehr 1.908 Euro (+ 240 Euro für jedes weitere Kind) steuerlich geltend machen. Dieser Betrag ist rückwirkend zum Jahresanfang 2015 um 600 Euro erhöht worden. Dazu muss der Sohn oder die Tochter zum Haushalt der Eltern gehören. Davon geht das Finanzamt in der Regel aus, wenn das Kind bei Ihnen gemeldet ist. Falls das Kind auch noch bei anderen Personen gemeldet ist, können Alleinerziehende den Entlastungsbetrag trotzdem geltend machen, wenn sie auch das Kindergeld erhalten. Im Lohnsteuerabzugsverfahren entspricht der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende der Steuerklasse II.

    Ab Dezember 2015 wurde der erhöhte Entlastungsbetrag denjenigen mit Steuerklasse II automatisch zugerechnet. Diese profitieren obendrein auch noch vom erhöhten Grundfreibetrag, den alle Steuerzahler bekommen. Auch in den Jahren 2016 bis 2018 wird der Grundfreibetrag erhöht.

    Kinderbetreuungskosten absetzen

    Sie können zwei Drittel Ihrer Kosten für Kinderbetreuung (bis maximal 6.000 Euro), also höchstens 4.000 Euro je Kind und Jahr, als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Dafür müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

    • Das Kind gehört zu Ihrem Haushalt. Bei nicht zusammenlebenden Eltern ist die Meldeadresse des Nachwuchses entscheidend.
    • Für das Kind steht Ihnen Kindergeld oder ein Freibetrag zu.
    • Das Kind hat sein 14. Lebensjahr noch nicht vollendet.

    Diese Altersgrenze gilt nicht, wenn das Kind sich wegen einer vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetretenen körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung nicht selbst unterhalten kann.

    Folgende Kosten können Sie in Ihrer Steuererklärung angeben: Beispielsweise Aufwendungen für

    • die Unterbringung von Kindern in Kindertagesstätten, -horten und -krippen sowie bei Tagesmüttern und in Ganztagspflegestellen;
    • die Beschäftigung von Kinderpflegerinnen, Erzieherinnen und Kinderschwestern;
    • die Beschäftigung von Haushaltshilfen, soweit sie Kinder betreuen;
    • die Beaufsichtigung von Kindern bei der Erledigung der häuslichen Schulaufgaben.

    Nicht berücksichtigt werden allerdings Kosten für (Nachhilfe-)Unterricht, für sportliche und andere Freizeitbetätigungen sowie für die Verpflegung des Kindes.

    Der Abzug von Kinderbetreuungskosten setzt voraus, dass Sie dafür eine Rechnung erhalten haben und den Betrag an die entsprechende Person überwiesen haben. Barzahlungen und Barschecks erkennt der Fiskus nicht an. Die Rechnung und die Zahlungsnachweise müssen Sie zwar nur auf Verlangen des Finanzamts vorlegen, trotzdem sollten Sie sie gut aufbewahren. Falls Sie im Rahmen eines sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses oder eines Minijobs als Arbeitgeber der Betreuungsperson fungieren, reicht als Nachweis der schriftliche Arbeitsvertrag. Beschäftigen Sie in Ihrem Privathaushalt einen Minijobber, dann können Sie für die Haushaltshilfe als Steuerermäßigung 20 Prozent von maximal 2.550 Euro erhalten, also bis zu 510 Euro. Geregelt ist dies im Paragraf 35a Absatz 1 Einkommensteuergesetz.

    Wurde das Kind in einem Kindergarten oder Hort betreut, genügen der Bescheid des öffentlichen oder privaten Trägers über die zu zahlenden Gebühren und der Überweisungsbeleg.

    Betreuung durch Angehörige absetzen

    Häufig übernehmen nahe Angehörige die Kinderbetreuung. Sofern Sie dafür Geld bezahlen und klare und eindeutige Vereinbarungen getroffen haben, die Sie auch tatsächlich umsetzen, können Sie diese Art der Kinderbetreuungskosten von der Steuer absetzen. Die Betreuungsperson darf allerdings nicht mit Ihnen und Ihrem Kind in einem Haushalt leben.

    Kinderzulage bei der Riester-Förderung nutzen

    Viele Steuerzahler haben für ihre private Altersvorsorge Riester-Verträge abschlossen. Diese werden steuerlich besonders gefördert: Es gibt jährlich bis zu 300 Euro Zulage pro Kind. Riester-Sparer können die Kinderzulage selbst dann beanspruchen, wenn sie für ihren Sohn oder ihre Tochter nur einen Monat lang im Jahr Kindergeld bezogen hatten.

    Folgen nach Trennung und Scheidung

    Trennen sich Eltern, muss auch die Steuererklärung neu durchdacht werden. Kindergeld kann nur einer der beiden Ex-Partner erhalten. Bleibt das Kind zum Beispiel bei der Mutter, dann steht ihr auch das Kindergeld zu.

    Zahlt beispielsweise der Mann Unterhalt für das Kind, wird das Kindergeld aber angerechnet. Der Vater schuldet dem Kind Barunterhalt. Davon kann er jedoch die Hälfte des Kindergelds abziehen. Folglich reduziert sich der monatlich zu zahlende Kindesunterhalt. Steuerlich absetzen kann der Vater jedoch den Kindesunterhalt nicht.

    Anders behandelt werden die steuerlichen Freibeträge: der Kinderfreibetrag und der sogenannte BEA-Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung. Grundsätzlich stehen diese Freibeträge beiden Elternteilen gleichmäßig zu. Deshalb gibt es steuerrechtlich halbe Kinder: Wenn nämlich der Freibetrag für ein Kind zwischen Vater und Mutter aufgeteilt werden muss.

    Wann nach der Trennung der volle Kinderfreibetrag zusteht

    • Der andere Elternteil ist bereits vor Beginn des Kalenderjahres verstorben.
    • Der andere Elternteil lebt dauerhaft im Ausland und ist deshalb nicht unbeschränkt einkommensteuerpflichtig.
    • Der Aufenthalt des anderen Elternteils ist nicht zu ermitteln.
    • Der Vater des Kindes ist amtlich nicht feststellbar.
    • Der betreuende Elternteil hat allein das Kind adoptiert oder als Pflegekind aufgenommen.
    • Die Mutter gibt den Behörden den Namen des Vaters nicht preis.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Übertragung des Kinder- und des BEA-Freibetrags

    In bestimmten Fällen ist die Übertragung des halben Kinderfreibetrags auf den anderen Elternteil aufgrund eines Antrags in der Einkommensteuererklärung möglich:

    • Der Unterhaltsverpflichtete zahlt weniger als 75 Prozent des eigentlich zu zahlenden Kindesunterhalts.
    • Mangels Leistungsfähigkeit ist dieser gar nicht unterhaltspflichtig.

    Wenn in unserem Beispielfall die Mutter das Kind betreut, kann sie in solchen Mangelfällen die kompletten Kinder- und BEA-Freibeträge beantragen. Das gilt auch für die weiteren kinderbezogenen Freibeträge wie Kinderzulage, Ausbildungsfreibetrag, Behinderten-Pauschbetrag und Hinterbliebenen-Pauschbetrag.

    Für Kinder unter 18 Jahren kann der BEA-Freibetrag anders als der Kinderfreibetrag von einem zum anderen Elternteil übertragen werden. Oft ist es so, dass die Mutter, die das Kind allein betreut, diesen einseitigen Antrag stellt und dann den BEA-Freibetrag alleine bekommt. Hierfür verlangt das Finanzamt keinerlei Nachweise, denn der andere Elternteil muss nicht zustimmen.

    Wichtig: Das Kind darf beim unterhaltsverpflichteten Elternteil (hier der Vater) nicht gemeldet sein. Ein einziger Tag wäre schon schädlich.

    Schulgeld für Privatschulen als Sonderausgabe

    Geht Ihr Kind auf eine Privatschule, für die Sie Schulgeld bezahlt haben? 30 Prozent des Schulgelds dürfen Sie als Sonderausgaben absetzen. Als Höchstbetrag gilt 5.000 Euro für jedes Kind. Die entsprechenden Angaben machen Sie auf der dritten Seite der Anlage Kind. Wann das Schulgeld abzugsfähig ist, haben wir in einem Ratgeber zusammengefasst.

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    Artikel verfasst von

    Finanztip-Experte für Steuern

    Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

    freie Finanztip-Mitarbeiterin (bis 2015)

    Als freie Mitarbeiterin hat Sabine Himmelberg auf Finanztip zum Thema Steuern geschrieben. Sie blickt auf mehr als zwanzig Jahre Redaktionsarbeit im Steuerrecht zurück. Als spezialisierte Fachjournalistin deckt Sabine Himmelberg ein breites inhaltliches Spektrum für Publikationen namhafter Fachverlage ab. Nach ihrem Magisterabschluss an der Universität zu Köln trat sie in die Redaktion des Deubner Verlags ein, der Informationen für Rechtsanwälte und Steuerberater herausgibt und der WEKA-Gruppe angehört. Sie leitete dort drei Jahre lang die Redaktion Steuern.

    Источники: http://www.kindergeld.org/kinderfreibetrag.html, http://www.vlh.de/wissen-service/steuer-abc/wie-funktioniert-das-mit-dem-kinderfreibetrag.html, http://www.finanztip.de/steuervorteile-fuer-eltern/

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