Kindergeld steuerfrei

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    Kinderfreibetrag 2015 / 2016 / 2017 / 2018

    Freibetrag für Kinder bei der Einkommensteuer nach § 32 Abs. 6 EStG

    Ist der Steuervorteil höher als das gezahlte Kindergeld, senkt der Kinderfreibetrag die Steuerlast bei der Einkommensteuer.

    Foto © Kzenon – bigstockphoto.com

    Kindergeld und Kinderfreibetrag sind eng miteinander gekoppelt und von staatlicher Seite aus eine Unterstützung für Familien, um den Grundbedarf der Kinder zu decken. Dabei gilt, entweder Kindergeld ODER Kinderfreibetrag, beides zusammen ist nicht möglich.

    Ob nun das Kindergeld oder der Kinderfreibetrag für Steuerpflichtige vorteilhafter ist, ermittelt das Finanzamt automatisch bei der jährlichen Berechnung der Einkommensteuer (Veranlagung) im Rahmen einer Günstigerprüfung. Eltern müssen den Kinderfreibetrag also nicht gesondert beantragen. Letztmalig wurden der Kinderfreibetrag und das Kindergeld in 2016 angehoben.

    Kindergeld

    Das Kindergeld ist ein Betrag, der Eltern monatlich überwiesen wird und der nicht der Einkommensteuer unterliegt, also nicht versteuert werden muss. Der Anspruch auf Kindergeld entsteht im Geburtsmonat des Kindes und die Höhe richtet sich dabei nach der Anzahl der Kinder:

    Das Kindergeld wurde in 2015 um 4 Euro je Kind angehoben. Im Jahr 2016 stieg es um weitere 2 Euro und erhöhte sich jeweils zum 01.01.2017 sowie zum 01.01.2018 erneut um 2 Euro je Kind.

    Kinderfreibetrag

    Im Gegensatz zum Kindergeld wird der Kinderfreibetrag nicht ausgezahlt sondern ist ein Freibetrag, der vom zu versteuerndem Einkommen abgezogen wird und sich bei der Berechnung der Einkommensteuer steuermindernd auswirkt. Die monatlichen Kindergeldzahlungen können dabei als Vorausleistungen auf den Kinderfreibetrag zum Jahresende betrachtet werden.

    Analog zum Grundfreibetrag, der Einkommen von Erwachsenen steuerfrei stellt und das Existenzminimum sicherstellen soll, wird für Kinder der Kinderfreibetrag (§ 32 Abs. 6 EStG) gewährt, der den Grundbedarf des Kindes decken soll.

    Anspruch auf Kinderfreibetrag

    Der Anspruch auf den Kinderfreibetrag entsteht im Geburtsmonat des Kindes und hat so lange Bestand, wie auch der Kindergeldanspruch besteht. Allgemein gilt:

    • bis zum 18. Lebensjahr
    • bis zum 25. Lebensjahr, wenn sich das Kind noch in Ausbildung oder Studium befindet
    • auch über das 25. Lebensjahr hinaus, wenn das Kind behindert ist und außerstande, sich selbst zu unterhalten

    Höhe des Kinderfreibetrages

    Nachdem berichtet wurde, dass der Bund ein Jahr früher als geplant ohne neue Schulden auskommt, besteht Raum für eine Erhöhung. Auf Grundlage des 10. Existenzminimum-Berichts vom 30. Januar 2015 hatte das Bundeskabinett den Gesetzesentwurf zur Anhebung des Kinderfreibetrages, Kindergeldes sowie des Kinderzuschlags beschlossen. Für die Jahr bis 2018 ergeben sich folgende Werte für den Kinderfreibetrag, nachdem es zum 01.01.2017 eine Erhöhung um 168 Euro sowie eine weitere um 72 Euro zum 01.01.2018 gibt:

    Aktuell beträgt dieser in der Summe 7.356 Euro (7.248 Euro bis 2016) jährlich je Kind für beide Elternteile und setzt sich zusammen aus

    • 2.640 Euro für den Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf (bleibt zunächst unverändert)
    • 4.608 Euro für das sächliche Existenzminimum des Kindes (steigt 2017 und 2018)

    Bei getrennten Elternteilen wird der halbe Kinderfreibetrag angesetzt: ab 01.01.2017 sind das 3.678 Euro (3.624 Euro bis 2016).

    Diese Beträge werden vom zu versteuerndem Einkommen abgezogen, so dass sich eine neue, reduzierte Bemessungsgrundlage für die Berechnung der Einkommensteuer ergibt.

    Anteilige Berechnung im Geburtsjahr des Kindes

    Wird ein Kind nicht im Januar sondern etwa im Mai geboren, so wird im Geburtsjahr der Kinderfreibetrag anteilig gewährt. Am Beispiel Mai besteht der Kindergeldanspruch für acht Monate des Jahres, so dass auch der Kinderfreibetrag nur für acht Monate berechnet wird: 7.248 / 12 x 8 = 4.832 Euro.

    Kinderfreibetrag übertragen

    In einigen Fällen kann der halbe Kinderfreibetrag von 3.678 Euro (3.624 Euro bis 2016) auf den anderen Elternteil übertragen werden, so dass bei einem Steuerpflichtigen die vollen 7.356 Euro (7.248 Euro bis 2016) angerechnet werden. Das ist dann der Fall, wenn die Eltern getrennt leben oder geschieden sind und ein Elternteil seine Unterhaltspflichten nicht erfüllt oder aufgrund mangelnder Leistungsfähigkeit keine Unterhaltspflicht (§ 1603 BGB) gegeben ist.

    Kinderfreibetrag oder Kindergeld – Günstigerprüfung

    Ob die Kindergeldzahlungen oder der Kinderfreibetrag für Steuerpflichtige vorteilhafter ist, prüft das Finanzamt automatisch im Rahmen einer Günstigerprüfung. Im erster Schritt wird dazu die Einkommensteuer auf das zuvor ermittelte zu versteuernde Einkommen berechnet. Anschließend wird das zu versteuernde Einkommen um den Kinderfreibetrag vermindert und die Einkommensteuer aufgrund der neuen Bemessungsgrundlage erneut ermittelt. Erst wenn bei beiden Berechnungen die Differenz der Einkommensteuer die Höhe des Kindergeldes übersteigt, ergibt sich ein Steuervorteil. Die Grenzen sind:

    • 2.280 Euro bei Verheirateten (190 Euro Kindergeld x 12 Monate; 2.280 Euro ab 2016 (2.256 Euro bis 2015)
    • 1.140 Euro bei getrennt lebenden Elternteilen (das Kindergeld wird nur zur Hälfte berücksichtigt)

    Berechnungsbeispiele nach dem Einkommensteuertarif 2016

    Die nachfolgenden Beispiele werden mit den Werten für Kindergeld und Kindefreibetrag noch nach der Rechtslage 2016 gerechnet, da die Veranlagung zur Einkommensteuer für das Jahr 2017 erst im Jahr 2018 durchgeführt wird. Zum Jahreswechsel 2017/ 2018 werden die Werte entsprechend angepasst.

    Berechnungsbeispiel 1: verheiratete Eltern mit einem Kind (nach Splittingtabelle)

    Berechnungsbeispiel 2: lediger Elternteil mit einem Kind (nach Grundtabelle)

    Quellen und weiterführende Links

    (Letzte Aktualisierung: 02.11.2017)

    Kinderfreibetrag 2015 / 2016 / 2017 / 2018 :

    3,65 von 5 Punkten, basierend auf 75 abgegebenen Stimmen.

    Einkommensteuergesetz: Diese steuerpflichtigen und steuerfreien EinkГјnfte gibt es

    Grundsätzlich unterliegen alle Menschen, die in Deutschland Geld verdienen, dem Einkommensteuergesetz und müssen Einkommensteuer zahlen. Allerdings gibt es zahlreiche Freigrenzen, Abzugsmöglichkeiten und sogar Einkünfte, die nicht der Einkommensteuer unterliegen. Hier erfahren Sie mehr über steuerpflichtige und steuerfreie Einkünfte in Deutschland. In diesem Beitrag erfahren Sie:

    welche EinkГјnfte steuerpflichtig sind

    wann sich eine Einkommensteuererklärung lohnt

    welche steuerfreien Einnahmen es gibt

    Einkommensteuergesetz: Diese 7 Einkunftsarten sind steuerpflichtig

    Das Einkommensteuergesetz kennt 7 sogenannte Einkunftsarten, die bei der Berechnung der Einkommensteuer berücksichtigt werden. Für Laien immer wieder überraschend ist die Tatsache, dass es durchaus zahlreiche Einnahmen gibt, auf die ein Steuerpflichtiger – trotz gewaltiger Summen – keine Einkommensteuer zahlen muss. Das bekannteste Beispiel ist der Lottogewinn: Ein Sechser im Lotto ist meist eine ordentliche Summe – und trotzdem kein Fall für das Finanzamt, da er unter keine der folgenden 7 Einkunftsarten fällt, die der Einkommensteuer unterliegen:

    Einkommen aus nichtselbstständiger oder selbstständiger Arbeit

    Einkommen aus einem Gewerbebetrieb

    Einkünfte aus Kapitalvermögen (Zinsen, Dividenden, Kursgewinne bei Aktienverkäufen etc.)

    EinkГјnfte aus Vermietung und Verpachtung

    Einkommen aus gesetzlichen oder betrieblichen Renten etc.

    EinkГјnfte aus Land- und Forstwirtschaft

    Sonstige EinkГјnfte im Sinne des Auffangparagrafen 22 im Einkommensteuergesetz

    Einkommen aus Erbschaften und Schenkungen sind zwar keine Einkunftsart im Sinne des Einkommensteuergesetzes, unterliegen dafГјr aber der Erbschaft- und Schenkungsteuer.

    Zu den „sonstigen Einkünften“ im Sinne des Paragrafen 22 und 23 im Einkommensteuergesetz zählen v. a. Einnahmen aus bestimmten wiederkehrenden Bezügen, beispielsweise Altersvorsorgeverträgen, aber auch Unterhaltsleistungen, Diäten von Abgeordneten, und diverse Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften.

    Tipp: Eine Einkommensteuererklärung lohnt sich immer! Gerade wenn Sie nicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet sind, sollten Sie über eine sogenannte Antragsveranlagung nachdenken. Der Grund: In 9 von 10 Fällen erhalten Sie Geld zurück!

    Einkommensteuergesetz: Diese steuerfreien Einnahmen gibt es

    Das Einkommensteuergesetz versteht unter steuerfreien Einnahmen Zuflüsse in Geld oder Geldeswert, die nach dem Einkommensteuergesetz nicht zu versteuern sind. Dabei ist zu unterscheiden zwischen vollständig steuerfreien Einnahmen und steuerfreien Einnahmen, die aber dem Progressionsvorbehalt unterliegen. Letzteres bedeutet, dass die Einnahmen selbst zwar steuerfrei sind, sich aber auf die Höhe des Steuersatzes der anderen, steuerpflichtigen Einnahmen auswirken. Zu dieser Sorte gehören beispielsweise Krankengeld, Pflegegeld, Kurzarbeitergeld, Arbeitslosengeld, Elterngeld etc. Darüber hinaus wird die Steuerfreiheit von Einnahmen im Einkommensteuergesetz sehr häufig auf Höchstgrenzen, sogenannte Steuerfreibeträge, beschränkt. In diesem Fall sind die betreffenden Einnahmen bis zu einer bestimmten Grenze (dem Steuerfreibetrag) steuerfrei, alle darüber liegenden Einnahmen müssen versteuert werden.

    Im Einkommensteuergesetz (Paragraf 3, 3b und 3c) sind einige Einnahmen aufgelistet, die explizit nicht der Einkommensteuer unterliegen. Die wichtigsten haben wir hier fГјr Sie aufgelistet:

    Mutterschaftsgeld, Erziehungs- bzw. Elterngeld

    Leistungen der Kranken-, Pflege- und gesetzlichen Unfallversicherung

    Sozialhilfe, Arbeitslosengeld und Lohnersatzleistungen nach Arbeitsförderungsgesetz

    Einnahmen nach dem Ausbildungsförderungsgesetz (v. a. BAföG)

    Bestimmte ZuschГјsse zur betrieblichen und privaten Altersvorsorge

    Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit

    Aufwandsentschädigungen für ehrenamtliche Tätigkeiten

    Der steuern.de Abfindungsrechner

    Unser Abfindungsrechner, der auch Lohnersatzleistungen berücksichtigt, berechnet Ihnen die zu zahlende Einkommensteuer. Da Abfindungen frei von Sozialabgaben sind, bleibt bei Abfindungen mehr Geld übrig als bei regulärem Einkommen.

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    Marc mag es smart

    "Ich nutze smartsteuer, weil es flexibel für jedes Betriebssystem und Tablet passt und ich erst bezahle, wenn ich die fertige Steuererklärung via ELSTER-Schnittstelle an das Finanzamt übermittle."

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    Источники: http://www.kindergeld.org/kinderfreibetrag.html, http://www.steuern.de/einkommensteuergesetz.html, http://www.steuerlinks.de/steuerlexikon/lexikon/kindergeld-bkgg.html

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