Krankengeld einkommensteuer

    0
    37

    Krankengeld: Besteuerung durch die Hintertür

    Manchmal geht es schneller als man denkt und schon fällt man aufgrund eines schweren Unfalls, einer schweren Erkrankung oder wegen einer typischen Berufskrankheit längere Zeit auf Arbeit aus. Klar, dass man sich dann auch Sorgen um die finanzielle Absicherung macht. Grundsätzlich ist es aber so, dass Ihnen Ihr Arbeitgeber sechs Wochen Ihr Gehalt bzw. Ihren Lohn weiter zahlt, wenn Sie vom Arzt krankgeschrieben werden. Aber was dann?

    Auch anschließend müssen Sie sich keine Sorgen um Ihre finanzielle Absicherung machen. Nach den sechs Wochen bekommen Sie nämlich das so genannte Krankengeld gezahlt. Alles was Sie darüber wissen müssen und was Sie unbedingt beachten sollten, wenn Sie Krankengeld beziehen, haben wir in diesem Beitrag für Sie zusammengefasst.

    Dauer der Krankengeldzahlung

    Werden Sie arbeitsunfähig krankgeschrieben, haben Sie, wie soeben beschrieben, zunächst einmal Anspruch auf eine Entgeltfortzahlung. Das bedeutet, dass Ihnen Ihr Arbeitgeber in der Regel sechs Wochen lang Ihr Gehalt weiter zahlt. Ab der siebten Woche nach der ersten Krankschreibung springt dann Ihre Krankenkasse für die finanzielle Absicherung im Krankheitsfall ein. Sie bekommen anschließend also Krankengeld. Dieses können Sie nun maximal für 78 Wochen innerhalb eines Dreijahreszeitraums wegen derselben Krankheit beziehen.

    Das gilt übrigens auch, wenn zu der bestehenden Erkrankung noch eine weitere dazu gekommen ist. Die Dauer der Krankengeldzahlung verlängert sich dadurch also nicht.

    Höhe des Krankengeldes

    Das Krankengeld beträgt für Beschäftigte in der Regel 70 Prozent des letzten beitragspflichtigen Arbeitsentgelts und maximal 90 Prozent des Nettoarbeitsentgelts. Einmalzahlungen in den letzten 12 Monaten vor der Krankschreibung wie z.B. Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld werden dabei auch berücksichtigt.

    Bei der Berechnung des Krankengeldes wird also Ihr Einkommen zugrunde gelegt, allerdings nur bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze. Somit ergibt sich ein aktuelles Höchstkrankengeld von 91,88 Euro pro Kalendertag.

    Wie von Ihrem Gehalt so müssen Sie auch vom Krankengeld Beiträge für die gesetzliche Sozialversicherung (Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung) zahlen.

    Mitwirkungspflichten des Erkrankten

    Wenn Sie erst einmal Krankengeld beziehen, haben Sie auch so genannte Mitwirkungspflichten zu erfüllen. Erfüllen Sie diese nicht, dann kann es passieren, dass Ihr Anspruch auf Krankengeld entfällt und Sie ohne finanzielle Absicherung dastehen. Zu diesen Mitwirkungspflichten zählen beispielsweise:

    ➩ gegebenenfalls persönlich zur mündlichen Erörterung des Antrags zu erscheinen

    ➩ Änderungen in den Verhältnissen, die für die Leistungen erheblich sind, mitzuteilen

    ➩ Beratungen/Untersuchungen beim Medizinischen Dienst Ihrer Krankenversicherung

    Wichtig: Krankengeld in der Steuererklärung angeben

    Lohnersatzleistungen wie Elterngeld, Mutterschaftsgeld und eben auch das Krankengeld sind grundsätzlich steuerfrei. Diese Leistungen unterliegen aber dem so genannten Progressionsvorbehalt und müssen somit in der Steuer angegeben werden. Beziehen Sie Lohnersatzleistungen, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen, sprich also Krankengeld, wird die Einkommensteuer allerdings anders als sonst berechnet (geregelt im § 32b des Einkommensteuergesetzes). Progressionsvorbehalt bedeutet nämlich, dass auf das zu versteuerndes Einkommen ein besonderer Steuersatz angewendet wird. Dieser besondere Steuersatz führt dazu, dass Sie mehr Steuern zahlen müssen, als es nach Grund- oder Splittingtarif eigentlich der Fall wäre. Das ist ärgerlich, aber leider nicht zu verhindern.

    Auszahlungsbetrag versus Leistungsbetrag

    Die Berechnung des besonderen Steuersatzes können Sie im Einkommensteuerbescheid des Finanzamtes leider nicht nachverfolgen. In den Erläuterungen zum Steuerbescheid finden Sie aber zum Beispiel den Satz: „Leistungen nach § 32b Abs. 1 Nr. 1 EStG (z.B. Lohnersatzleistungen) wurden in Höhe von … Euro in die Berechnung des Steuersatzes einbezogen (Progressionsvorbehalt).“

    Dabei fällt auf, dass das Finanzamt in den meisten Fällen nicht mit dem Betrag rechnet, der tatsächlich ausgezahlt wurde. Das liegt daran, dass von einigen Lohnersatzleistungen vor der Auszahlung Sozialversicherungsbeiträge abgezogen werden. Das betrifft auch das Krankengeld. Bei der Ermittlung des besonderen Steuersatzes rechnet das Finanzamt aber immer mit dem vollen, ungekürzten Betrag inklusive Sozialversicherungsbeiträge, dem sogenannten „Leistungsbetrag“.

    Steuerberechnung beim Progressionsvorbehalt

    Vereinfacht ausgedrückt funktioniert die Steuerberechnung beim Progressionsvorbehalt so: Zum zu versteuernden Einkommen werden die Lohnersatzleistungen hinzugerechnet. Dann wird in der Lohnsteuertabelle geprüft, welcher Steuersatz auf den so entstandenen Betrag anwendbar ist. Dieser Steuersatz wird dann auf das zu versteuernde Einkommen angewendet & die Lohnersatzleistung wird vorher wieder abgezogen.

    Die im Leistungsbetrag enthaltenen Sozialversicherungsbeiträge dürfen Sie in der Steuererklärung übrigens leider nicht als Sonderausgaben geltend machen. Kosten, die im Zusammenhang mit Lohnersatzleistungen entstanden sind, dürfen auch nicht als Werbungskosten vom Leistungsbetrag abgezogen werden.

    Mit dem kostenlosen Progressionsvorbehalts-Rechner der Akademischen Arbeitsgemeinschaft können Sie sich ausrechnen, wie Ihr Krankengeld die Steuerlast erhöht.

    Krankengeld oder Krankentagegeld – werden Steuern fällig?

    Bei Krankheit muss der Arbeitgeber sechs Wochen lang weiter Lohn bzw. Gehalt zahlen. Anschließend springt die gesetzliche Krankenkasse oder die Krankenversicherung (Privatversicherte) ein. Wie wirken sich die Zahlungen in der Steuererklärung aus?

    Sind Arbeitnehmer längere Zeit krank, zahlen gesetzliche Krankenkassen nach Ablauf von sechs Wochen Krankengeld. Als Lohnersatzleistung muss das in der Einkommensteuererklärung angegeben werden. Die Leistungen sind zwar steuerfrei, unterliegen aber dem sogenannten Progressionsvorbehalt (§32b Einkommensteuergesetz). Auf das zu versteuernde Einkommen wird somit ein höherer Steuersatz fällig, als ohne Krankengeld-Bezug.

    Die gesetzlichen Krankenkassen müssen die Zahlungen elektronisch an die Finanzämter melden. Gleichzeitig informieren sie den Arbeitnehmer über den gemeldeten Betrag, damit dieser alles korrekt in seiner Steuererklärung eintragen kann.

    Privat versicherte Arbeitnehmer können selbst entscheiden, ab wann die Krankenversicherung Krankentagegeld zahlen soll. Oft beginnt die Auszahlung aber ebenfalls ab der siebten Krankheitswoche.

    Das Krankentagegeld ist vollkommen steuerfrei und muss nicht in der Steuererklärung angegeben werden. Es unterliegt nicht dem Progressionsvorbehalt.

    Verfassungsrechtliche Bedenken bestehen trotz der Ungleichbehandlung nicht.

    Das könnte Sie auch interessieren

    Steuerfreie Leistungen der Krankenkasse

    Pendeln während der Wiedereingliederung

    Sie benötigen Hilfe oder haben Fragen?

    Mit unserem Newsletter erhalten Sie aktuelle Tipps zum Steuern sparen.

    So wird das Krankengeld in der Steuererklärung vermerkt

    • Die gesetzliche Krankenkasse zahlt Krankengeld, wenn man mehr als 6 Wochen krankgeschrieben ist.
    • Es gilt als Lohnersatzleistung und ist steuerfrei, muss aber in der Steuererklärung angegeben werden.
    • Krankengeld ist geringer als das normale Gehalt.
    • Die Meldung beim Finanzamt übernehmen die Sozialversicherungsträger.

    Auswirkungen des Krankengelds in der Steuererklärung

    Lohnersatzleistungen sind steuerfrei, aber können zu einer Mehrbelastung führen, denn sie unterliegen dem Progressionsvorbehalt. Dies bedeutet, dass der Steuersatz gilt, der fällig würde, wenn die regulären Einkünfte und die Lohnersatzleistungen insgesamt normales Einkommen wären.

    In einigen Fällen kann es deshalb Sinn machen, einen Teil der gezahlten Leistungen wieder zurückzuüberweisen, um die Progression zu verhindern. Unter dem Strich kann dies ein Plus bedeuten.

    Seit 2011 ist die Belegpflicht für den Steuerpflichtigen entfallen.

    Der Gesetzgeber hat die Sozialversicherungsträger, welche die Leistungen auszahlen, dazu verpflichtet, die entsprechenden Belege zu übermitteln.

    Die meisten Kassen übermitteln die entsprechenden Daten am 28. Februar an die Finanzämter.

    Das Abrechnungsjahr für Lohnersatzleistungen endet nicht am 31. Dezember, sondern am 10. Januar.

    • Hat man eine solche Leistung am 9. Januar erhalten, so gehört diese noch in die Einkommensteuererklärung für das Vorjahr und nicht in die für das laufende Jahr, an dessen 9. Januar die Lohnersatzleistung eingegangen ist.
    • Wer Kranken- oder Verletztengeld bezieht und zeitgleich eine Rente erhält, kann ebenfalls Steuervorteile in Anspruch nehmen. In diesem Fall sollte man seiner Einkommensteuererklärung unbedingt den Rentenbescheid beilegen, um das Finanzamt auf diese Weise zu zwingen, den eigenen Fall neu zu beurteilen.

    Häufig gestellte Fragen zum Krankengeld in der Steuerklärung

    Wo wird das Krankengeld in der Steuererklärung eingetragen?

    Wer die Anlage N abgeben muss, kann es hier in der Zeile 27 vermerken. Ist es nicht notwendig, die Anlage einzureichen, kann es stattdessen auch in der Zeile 91 des Mantelbogens der Einkommensteuererklärung vermerken.

    Was ist das Krankengeld?

    Krankengeld ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse und wird bezahlt, wenn ein Arbeitnehmer länger als 6 Wochen krankgeschrieben ist. Bis zu dieser Frist erhält er das normale Gehalt weiter durch den Arbeitgeber ausbezahlt.

    Wie hoch ist das Krankengeld?

    Das Krankengeld beträgt 70 Prozent des Bruttogehalts, jedoch nicht mehr als 90 Prozent des Nettogehalts. Diese Grenzen sind gesetzlich vorgeschrieben.

    Wie lange kann man Krankengeld erhalten?

    Wegen derselben Erkrankung wird das Krankengeld innerhalb von drei Jahren maximal 78 Wochen (also 19,5 Monate) ausbezahlt. Dafür muss die Krankschreibung nicht am Stück erfolgen, die einzelnen Zeiträume werden zusammengerechnet. Wichtig ist allein, dass man wegen derselben Krankheit krankgeschrieben wird.

    Источники: http://www.100-gesundheitstipps.de/krankengeld-wichtige-hinweise-zur-finanziellen-absicherung-bei-krankheit.html, http://www.steuerring.de/steuererklaerung-hilfe-news/news/krankengeld-oder-krankentagegeld-werden-steuern-faellig.html, http://www.steuerklassen.com/steuererklaerung/ratgeber/krankengeld/

    HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

    Please enter your comment!
    Please enter your name here