Krankengeld steuern

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    Steuer auf Krankengeld

    Wer langfristig erkranken sollte und arbeitsunfähig sein sollte, der kann nach dem Auslaufen der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall seitens des Arbeitgebers das Krankengeld der gesetzlichen Krankenversicherung erhalten. Dieses ist zwar an sich steuerfrei, aber es unterliegt einer indirekten Versteuerung durch den Progressionsvorbehalt.

    Die Steuerfreiheit des Krankengelds sagt somit nur aus, dass dieses an sich nicht direkt besteuert werden darf und z. B. von der Lohnsteuer oder Einkommensteuer befreit ist. Die Zahlung des Krankengelds ist jedoch dem Progressionsvorbehalt unterworfen und somit einer indirekten Besteuerung, da durch den Progressionsvorbehalt der Steuersatz des steuerpflichtigen Einkommens erhöht wird.

    Das Krankengeld ist ebenfalls nicht von allen Abzügen der gesetzlichen Pflichtversicherung befreit – so werden auch auf das Krankengeld die Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, Pflegeversicherung und Arbeitslosenversicherung erhoben, nicht jedoch für die Krankenversicherung, da das Krankengeld von dieser bezahlt wird.

    Die Höhe des Krankengelds richtet sich stets nach den Bruttobezügen und dem Nettoeinkommen. Es wird maximal 70 % des Bruttolohns und 90 % des Nettolohns gezahlt – wer 2.200 Euro Bruttolohn und 1.300 Euro Nettolohn erhält, der erhält somit maximal 1.170 Euro Krankengeld (90 % des Nettolohns) ohne noch anfallende Versicherungsabzüge, auch wenn der Anspruch bei 1.540 Euro (70 % des Buttolohns) liegt.

    Das Krankengeld wird ebenfalls durch den Erhalt weiterer Bezüge, z. B. falls man ein zusätzliches Einkommen aus einer weiteren Tätigkeit bezieht, gemindert.

    Die Steuer auf das Krankengeld ergibt sich aus dem Progressionsvorbehalt. Mit diesem Verfahren wird der Steuersatz auf das Gesamteinkommen bestehend aus zu versteuerndem Nettoeinkommen und steuerfreiem Krankengeld ermittelt und auf das zu versteuernde Nettoeinkommen angewandt, was zu einer höheren Einkommensteuerlast führt.

    An einem Beispiel: Hans erhält 1.300 Euro Nettolohn pro Monat und für 3 Monate Krankengeld in Höhe von 1.170 Euro. Das jährliche Gesamteinkommen liegt somit bei 15.210 Euro (9 x 1.300 Euro Nettolohn + 3 x 1.170 Krankengeld) – der steigt aufgrund des Progressionsvorbehalts von 5,49 % (11.700 Euro Nettolohn) auf 9,61 %.

    Somit müssen statt 642,00 Euro Einkommensteuer 1.124,37 Euro Einkommensteuer durch den erhöhten Steuersatz auf das zu versteuernde Einkommen bezahlt werden. Die indirekte Steuer auf das Krankengeld beträgt somit 482,37 Euro.

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    5 Kommentar(e) zu diesem Artikel

    Können im Gegenzug auch die Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung geltend gemacht werden? Wenn ja in welcher Höhe?

    Ich finde, einer der ,,Krank“ ist wird dreifach bestraft weniger Krankengeld wie Lohn ist ja noch verständlich dann der hohe Steuersatz und evtl. hohe kosten für Arznei. Wo bleibt da die ,,Gerechtigkeit“ traurich.

    Dabei muss man bedenken, dass die Ausgaben die ein jeder hat, Miete, Versicherungsbeiträge u.s.w. gleich hoch bleiben. Wenn man Pech hat, ist der soziale Abstieg vorprogrammiert.

    Willkommen in Deutschland

    Das Beispiel zum Krankengeld ist nicht nachvollziehbar. Seit wann wird ein Nettolohn versteuert?! Es sollte heißen: 9 Monate Bruttolohn.

    Beim Krankengeld wäre es interessant zu wissen, ob das Krankengeld in Höhe des Nettobetrages oder in Höhe des Bruttobetrages dem Progressionsvorbehalt zu unterwerfen ist.

    … ich finde das ziemlich frech. .. nicht nur das man nur 70% von dem normalen Lohn “ steuerfrei“ bekommt also mit 30% weniger auskommen muss … Nein am ende zahlt man trotzdem Steuern drauf …. wo bleibt da die Gerechtigkeit … armes Deutschland

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    Dieser Artikel wurde am 23.02.2011 um 17:16 Uhr veröffentlicht.

    Steuern und Krankengeld

    Obwohl das Krankengeld grundsätzlich steuerfrei ist, kann es die Steuerlast für andere Einkommensarten erhöhen.

    Dieses Phänomen, welches auch als Progressionsvorbehalt bezeichnet wird, ist ein fester Bestandteil des deutschen Steuerrechts und kommt auch bei anderen Sozial- oder Lohnersatzleistungen zum Einsatz.

    Wann wird Krankengeld gezahlt?

    Die Auszahlung des Krankengeldes beginnt zu dem Zeitpunkt, an dem die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall endet.

    Die wichtigste Voraussetzung für die Zahlung des Krankengeldes ist natürlich, dass die Krankheit weiter andauert und der Arbeitnehmer nicht zwischenzeitlich wieder gesund geworden ist.

    Die maximale Höhe des Krankengeldes liegt bei 70% des letzten Brutto- und 90% des letzten Nettoeinkommens.

    Auch wenn der Arbeitnehmer keine Steuern zahlen muss, fallen regelmäßige Beiträge zur Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung an. Lediglich die Beiträge zur Krankenversicherung werden für die Dauer des Krankengeldbezugs nicht erhoben.

    Dies hat den einfachen Grund, dass der Arbeitnehmer Leistungen bezieht und in diesem Falle von der Zahlung der Beiträge zur Krankenversicherung befreit ist.

    Wann können Steuern fällig werden?

    Ob und wann Steuern fällig werden, kann nicht pauschal beurteilt werden. Dies hängt nicht nur von der Steuerklasse des kranken Arbeitnehmers, sondern auch von der Steuerklasse seines Ehe- oder Lebenspartners sowie der Frage ab, ob der Arbeitnehmer zusätzlich zum Krankengeld weitere Einkünfte bezieht.

    Steuerpflichtige Einkünfte müssen sich keinesfalls auf Lohn oder Gehalt beschränken, sondern können auch Miet- und Pacheinnahmen oder Alters- und Erwerbsunfähigkeitsrenten einbeziehen.

    Steuerklassen wählen

    Jedes Ehepaar, welches zusammen veranlagt wurde, hat in regelmäßigen Abständen die Möglichkeit, die gewählte Steuerklassenkombination zu überprüfen und bei Bedarf zu ändern. Ein entsprechender Antrag muss bei zuständigen Finanzamt getellt werden.

    Sind die Einkünfte beider Ehepartner in etwa gleich hoch, wäre es fast immer sinnvoll, die Steuerklassenkombination 4 und 4 zu wählen.

    Ganz anders verhält es sich, wenn die Einkünfte sehr verschieden sind. Die Gründe dafür sind erst einmal zweitrangig.

    Alleinstehende Arbeitnehmer, unabhängig davon, ob sie ledig, geschieden, getrennt lebend oder verwitwet sind, haben bei der Steuerklasse grundsätzlich keine Wahl.

    Sind Kinder vorhanden, käme eventuell die Steuerklasse 2 in Betracht. Verwitwete Personen erhalten im Jahr des Todes ihres Ehepartners und im darauffolgenden Jahr die Steuerklasse 3 zugesprochen.

    Für alle anderen Personen, die nicht verheiratet sind, gilt die Steuerklasse 1.

    So wird das Krankengeld in der Steuererklärung vermerkt

    • Die gesetzliche Krankenkasse zahlt Krankengeld, wenn man mehr als 6 Wochen krankgeschrieben ist.
    • Es gilt als Lohnersatzleistung und ist steuerfrei, muss aber in der Steuererklärung angegeben werden.
    • Krankengeld ist geringer als das normale Gehalt.
    • Die Meldung beim Finanzamt übernehmen die Sozialversicherungsträger.

    Auswirkungen des Krankengelds in der Steuererklärung

    Lohnersatzleistungen sind steuerfrei, aber können zu einer Mehrbelastung führen, denn sie unterliegen dem Progressionsvorbehalt. Dies bedeutet, dass der Steuersatz gilt, der fällig würde, wenn die regulären Einkünfte und die Lohnersatzleistungen insgesamt normales Einkommen wären.

    In einigen Fällen kann es deshalb Sinn machen, einen Teil der gezahlten Leistungen wieder zurückzuüberweisen, um die Progression zu verhindern. Unter dem Strich kann dies ein Plus bedeuten.

    Seit 2011 ist die Belegpflicht für den Steuerpflichtigen entfallen.

    Der Gesetzgeber hat die Sozialversicherungsträger, welche die Leistungen auszahlen, dazu verpflichtet, die entsprechenden Belege zu übermitteln.

    Die meisten Kassen übermitteln die entsprechenden Daten am 28. Februar an die Finanzämter.

    Das Abrechnungsjahr für Lohnersatzleistungen endet nicht am 31. Dezember, sondern am 10. Januar.

    • Hat man eine solche Leistung am 9. Januar erhalten, so gehört diese noch in die Einkommensteuererklärung für das Vorjahr und nicht in die für das laufende Jahr, an dessen 9. Januar die Lohnersatzleistung eingegangen ist.
    • Wer Kranken- oder Verletztengeld bezieht und zeitgleich eine Rente erhält, kann ebenfalls Steuervorteile in Anspruch nehmen. In diesem Fall sollte man seiner Einkommensteuererklärung unbedingt den Rentenbescheid beilegen, um das Finanzamt auf diese Weise zu zwingen, den eigenen Fall neu zu beurteilen.

    Häufig gestellte Fragen zum Krankengeld in der Steuerklärung

    Wo wird das Krankengeld in der Steuererklärung eingetragen?

    Wer die Anlage N abgeben muss, kann es hier in der Zeile 27 vermerken. Ist es nicht notwendig, die Anlage einzureichen, kann es stattdessen auch in der Zeile 91 des Mantelbogens der Einkommensteuererklärung vermerken.

    Was ist das Krankengeld?

    Krankengeld ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse und wird bezahlt, wenn ein Arbeitnehmer länger als 6 Wochen krankgeschrieben ist. Bis zu dieser Frist erhält er das normale Gehalt weiter durch den Arbeitgeber ausbezahlt.

    Wie hoch ist das Krankengeld?

    Das Krankengeld beträgt 70 Prozent des Bruttogehalts, jedoch nicht mehr als 90 Prozent des Nettogehalts. Diese Grenzen sind gesetzlich vorgeschrieben.

    Wie lange kann man Krankengeld erhalten?

    Wegen derselben Erkrankung wird das Krankengeld innerhalb von drei Jahren maximal 78 Wochen (also 19,5 Monate) ausbezahlt. Dafür muss die Krankschreibung nicht am Stück erfolgen, die einzelnen Zeiträume werden zusammengerechnet. Wichtig ist allein, dass man wegen derselben Krankheit krankgeschrieben wird.

    Источники: http://www.steuerncheck.net/krankengeld-steuer/, http://www.steuerklassen.com/steuern/krankengeld/, http://www.steuerklassen.com/steuererklaerung/ratgeber/krankengeld/

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