Krankenkasse absetzen

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    Vorsorgeaufwendungen

    So setzen Sie Altersvorsorge und Versicherungen von der Steuer ab

    • Zuletzt aktualisiert: 6. März 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Machen Sie Ihre Vorsorgeaufwendungen in der Einkommensteuererklärung geltend, können Sie viel Geld sparen.
    • Zu steuermindernden Sonderausgaben gehören insbesondere die Ausgaben für die Altersvorsorge, aber auch Riester-Verträge, Kranken- und Pflegeversicherung, Betreuung und Unterhalt für Kinder sowie Aufwendungen für die Berufsausbildung.
    • Ausgaben für die private und gesetzliche Rentenversicherung und ihr gleichgestellte Aufwendungen können Sie 2016 bis zu einem Höchstbetrag von 22.767 Euro (das Doppelte für Ehepaare) von der Steuer absetzen. Für 2016 erkennt das Finanzamt aber nur 82 Prozent der Aufwendungen an.
    • Wenn Sie rentenversicherungspflichtig sind, wird Ihnen der Abzug um den Arbeitgeberteil gekürzt.
    • Die Basiskrankenversicherung ist grundsätzlich in voller Höhe absetzbar. Wenn dadurch der jährliche Höchstbetrag für Vorsorgeaufwendungen von 1.900 Euro für Arbeitnehmer und Beamte oder 2.800 Euro für Selbstständige nicht ausgeschöpft ist, können Sie die Ausgaben für weitere Versicherungen geltend machen.
    • Die Beiträge können Sie zusätzlich zu Ihren Aufwendungen für die Altersvorsorge anrechnen.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Aufwendungen für die Altersvorsorge oder die Krankenversicherung gehören zu den Sonderausgaben, die vom Gesetzgeber steuerlich begünstigt sind. Weil Sie mehrere verschiedene Steuerformularen ausfüllen müssen, ist allerdings Geduld gefragt. Sie sollten sich davon nicht abschrecken lassen: Die Mühe lohnt sich.

    Helfer für die Steuererklärung

    Die Vorsorgeaufwendungen unterteilen sich in drei Bereiche:

    • Basisversorgung (gesetzliche Renten, berufsständische Versorgungswerke, landwirtschaftliche Alterskassen und Rürup-Renten),
    • sonstige Vorsorgeaufwendungen (beispielsweise Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen-, Haftpflicht-, Unfall- und klassische private Lebensversicherung mit Abschluss vor 2005) und
    • Zusatzversorgung (Riester-Rente).

    So setzen Sie die Basisversorgung ab

    Die Basisversorgung setzt sich aus Beiträgen für den Aufbau einer Altersversorgung zusammen. Darunter fällt die gesetzliche Rentenversicherung, ihr gleichgestellte Aufwendungen wie berufliche Versorgungswerke und die Rürup-Rente (Basisrentenvertrag). Diese Aufwendungen können Sie als Sonderausgaben von der Steuer absetzen.

    Grundsätzlich gilt dafür im Jahr 2016 ein Höchstbetrag von 22.767 Euro im Jahr – Ehepaare und Lebenspartner, die zusammen veranlagt sind, können den doppelten Betrag geltend machen, also 45.534 Euro. 2017 steigt dieser Betrag auf 23.362 Euro beziehungsweise 46.724 Euro bei einer gemeinsamen Veranlagung an.

    Allerdings können Sie erst ab dem Jahr 2025 vom vollen Höchstbetrag profitieren. In den kommenden Jahren wird der Anteil der jährlich abziehbaren Basisvorsorgeaufwendungen langsam angehoben – pro Jahr um zwei Prozentpunkte. Im Umkehrschluss werden Renteneinkünfte vollständig besteuert – allerdings erst ab 2040. Fachleute sprechen vom Prinzip der nachgelagerten Besteuerung.

    In der Steuererklärung für 2016 berücksichtigt das Finanzamt höchstens 82 Prozent der Höchstbeträge, also 18.669 Euro für Alleinstehende und 37.338 Euro für Paare. 2017 können Sie 84 Prozent des Höchstbetrags absetzen, also 19.624 Euro für Alleinstehende und 39.248 Euro für Paare

    Davon abzuziehen ist der steuerfreie Arbeitgeberanteil: Arbeitnehmer, die verpflichtet sind, in die Rentenversicherung einzuzahlen, bekommen ihre Vorsorgeaufwendungen um diesen Betrag gekürzt. In der folgenden Rechnung zeigen wir an einem Beispiel, wie Sie sich das vorstellen müssen:

    Beispiel Altersvorsorge absetzen für 2016

    Der Arbeitnehmer kann also – wie im Beispiel errechnet – Altersvorsorgeaufwendungen in Höhe von 4.290 Euro als Sonderausgaben geltend machen.

    Umstritten ist die gesetzliche Berechnungsweise deshalb, weil rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer einen Großteil ihrer Vorsorgeaufwendungen nicht absetzen können. Der Abzug von Vorsorgeaufwendungen ist Streitgegenstand juristischer Musterverfahren. Oft erlassen Finanzämter Einkommensteuerbescheide, in denen sie geltend gemacht werden, daher nur vorläufig.

    Rückerstattung möglich

    Werden Ihre Vorsorgeaufwendungen, zum Beispiel für eine Haftpflichtversicherung, nur in begrenztem Maße vom Finanzamt anerkannt, wird der Sachverhalt gekennzeichnet und Ihre Einkommensteuererklärung gilt als vorläufig. Später haben Sie aber möglicherweise die Chance auf eine Rückerstattung, falls ein entsprechendes Musterverfahren zugunsten der Steuerzahler ausgeht.

    Kürzungen nicht nur für Rentenversicherungspflichtige

    Der Abzug bei den Vorsorgeaufwendungen gilt auch für Beamte, Richter, Berufssoldaten und Geistliche, die nicht in die Rentenversicherung einzahlen müssen. Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH oder Vorstandmitglieder einer Aktiengesellschaft müssen die Kürzungsregelungen ebenfalls akzeptieren. Der Anteil, der dem Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil zur gesetzlichen Rentenversicherung entspricht, wird auch von den Vorsorgeaufwendungen abgezogen, die sie geltend machen könnten.

    Ihre Aufwendungen tragen Sie in die Anlage Vorsorgeaufwand auf Seite 1 in die Zeilen 4 bis 10 ein.

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    Rürup-Beitrag anpassen

    2017 steigt der Höchstbeitrag für die Basisversorgung von 22.767 Euro auf 23.362 Euro.

    Tipp: Insbesondere Selbstständige, die diesen noch nicht ausschöpfen, können die maximale Steuerentlastung erzielen, wenn sie ihren Beitrag in einen laufenden Rürup-Vertrag dementsprechend erhöhen. Die Zahlungen müssen bis Jahresende 2017 erfolgen, damit sie für die Steuererklärung 2017 berücksichtigt werden können.

    Basiskrankenversicherung in voller Höhe absetzen

    Zu den Sonderausgaben, die Sie in voller Höhe von der Steuer absetzen können, gehören auch die Beiträge für Pflegeversicherung und Krankenkasse – aber nur die, die Sie auf sozialhilfegleichem Niveau absichern. Das ist die sogenannte Basiskrankenversicherung.

    Zahlen Sie mehr, gelten diese Beiträge als sonstige Vorsorgeaufwendungen. Dazu gehören zum Beispiel Aufwendungen für Wahlleistungen der Kassen. Sind Sie gesetzlich krankenversichert und haben somit Anspruch auf Krankengeld, wird Ihr abzugsfähiger Beitrag um vier Prozent vermindert.

    Ihre Aufwendungen für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung tragen Sie in die Anlage Vorsorgeaufwand auf den Seiten 1 und 2 in die Zeilen 11 bis 45 ein.

    Bonuszahlung der Krankenkasse

    Für gesetzlich Krankenversicherte, die an einem Gesundheitsprogramm ihrer Krankenkasse teilgenommen und dafür einen Bonus erhalten haben, gibt es eine gute Nachricht: Sie können in der Regel die ungekürzten Beiträge für die Krankenversicherung in der Steuererklärung angeben. Der Bonus kann als Zuschuss der Krankenkasse für gesundheitsbewusstes Verhalten gelten. Konsequenz: Der Zuschuss gilt nicht als Erstattung von gezahlten Krankenversicherungsbeiträgen. Deshalb muss der Sonderausgabenabzug – entgegen der Ansicht der Finanzverwaltung – nicht reduziert werden. Dies entschied der Bundesfinanzhof in einem Urteil vom 1. Juni 2016 (Az. X R 17/15, veröffentlicht am 14. September 2016).

    Im entschiedenen Fall nahm eine Krankenversicherte am Bonusprogramm ihrer gesetzlichen Krankenkasse teil. Die BKK zahlte im Jahr bis zu 150 Euro als Bonus an sie aus. Dies war eine Belohnung für gesundheitsbewusstes Verhalten. Denn die Versicherte verpflichtete sich, an einer Reihe von kostenfreien Vorsorgemaßnahmen teilzunehmen sowie weitere Gesundheitsmaßnahmen wie Brillen, Osteopathie, Massagen und Heilpraktikerbehandlungen selbst zu finanzieren.

    Weil die steuerliche Bewertung von Bonuszahlungen der Krankenkassen seit Jahren umstritten ist, erteilen die Finanzämter die Steuerbescheide in diesem Punkt seit einiger Zeit vorläufig. Wer also die vollen Sonderausgaben in seiner Steuererklärung angegeben hat, der kann eventuell auf eine nachträgliche Steuererstattung hoffen. Denn sollten sich die zusätzlichen Sonderausgaben im konkreten Berechnungsfall auswirken, muss das Finanzamt Steuern erstatten.

    Änderung des Steuerbescheids beantragen

    Nach Ansicht des Neuen Verbands der Lohnsteuerhilfevereine haben die meisten Finanzämter die Bonuszahlungen automatisch berücksichtigt, weil sie hierüber elektronische Meldungen von den Krankenkassen erhalten. In diesen Fällen sollten Sie eine Änderung aller betroffenen Steuerbescheide beantragen. Dies gilt zumindest für einen Bonus für Gesundheitsmaßnahmen, die über den Basisschutz hinausgehen; nicht jedoch für echte Beitragsrückerstattungen. Diese mindern tatsächlich den Abzug von Sonderausgaben.

    Sonstige Vorsorgeaufwendungen geltend machen

    Als Vorsorgeaufwendungen berücksichtigt werden im Grunde alle Beiträge zur Absicherung von Arbeitslosigkeit, Erwerbs- und Berufsunfähigkeit sowie Unfall-, Haftpflicht-, Renten- und Lebensversicherungen. Für Arbeitnehmer und Beamte gilt der Höchstbetrag von 1.900 Euro, Selbstständige können 2.800 Euro geltend machen. Auch die Beiträge für Rentenversicherungen, für die Sie vor 2005 erstmals eingezahlt haben, können Sie hier eintragen. Ihre Aufwendungen tragen Sie in die Anlage Vorsorgeaufwand auf der Seite 2 in die Zeilen 46 bis 52 ein.

    Das entlastet aber nur wenige Steuerzahler. Wenn Sie die Beiträge für Basiskranken- und gesetzliche Pflegeversicherung abgesetzt haben, bleibt von Ihrem Höchstbetrag meist nicht mehr viel übrig.

    Sonderausgaben für Versicherungen Ihres Kindes

    Beiträge zur inländischen privaten Kranken- und Pflegeversicherung tragen Sie auf der Seite 1 ab Zeile 23 ein. Haben Sie Anspruch auf Kindergeld oder Freibeträge für Kinder, können Sie auch die Kranken- und Pflegeversicherung Ihres Kindes als Sonderausgaben geltend machen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie selbst der Versicherungsnehmer sind oder Ihr Kind. Beiträge können aber nicht zweimal abgesetzt werden: Ihr Kind hat nicht die Möglichkeit, dass die Versicherungsbeiträge als Sonderausgaben in seiner Steuererklärung berücksichtigt werden, wenn Sie selbst die Beiträge geltend machen.

    Dies können Sie, indem Sie die übernommenen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge in der Anlage Kind, Seite 2, Zeilen 31-37 eintragen.

    Falls Sie keinen Anspruch auf Kindergeld haben und als Versicherungsnehmer die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge übernehmen – zum Beispiel für Ihre Kinder –, dann können Sie diese in der Anlage Vorsorgeaufwendungen, Seite 2 ab Zeile 40 eintragen. Sie benötigen auch die Steuer-Identifikationsnummer der „anderen Person“.

    Profitieren vom Riester-Vertrag

    Gehören Sie zum förderberechtigten Kreis der Sparer, die Zulagen für die Riester-Rente erhalten, können Sie im günstigsten Fall bis zu 2.100 Euro von der Steuer absetzen. Vor allem Beamte und Arbeitnehmer, die verpflichtet sind, in die gesetzliche Rentenkasse einzuzahlen, profitieren von diesem Abzug.

    Damit Sie die volle Förderung erhalten, müssen Sie 4 Prozent Ihres rentenversicherungspflichtigen Einkommens abzüglich der Zulagen sparen. Die Zulagen betragen im Einzelnen:

    • bis zu 154 Euro Grundzulage,
    • einmalig 200 Euro Zuschuss für junge Sparer, wenn ein neuer Vertrag abgeschlossen wird, bevor der Riester-Sparer 25 Jahre alt wird,
    • für Kinder, die vor 2008 geboren wurden, gibt es 185 Euro Kinderzulage, für später geborene 300 Euro. Das gilt aber nur für Kinder, für die ein Kindergeldanspruch besteht.

    Aufwendungen für die Riester-Rente tragen Sie in der Anlage AV ein. Das Finanzamt berechnet, ob der Sonderausgabenabzug oder die Zulagengewährung für Sie günstiger ist.

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    Artikel verfasst von

    Finanztip-Experte für Steuern

    Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

    freie Finanztip-Mitarbeiterin (bis 2015)

    Als freie Mitarbeiterin hat Sabine Himmelberg auf Finanztip zum Thema Steuern geschrieben. Sie blickt auf mehr als zwanzig Jahre Redaktionsarbeit im Steuerrecht zurück. Als spezialisierte Fachjournalistin deckt Sabine Himmelberg ein breites inhaltliches Spektrum für Publikationen namhafter Fachverlage ab. Nach ihrem Magisterabschluss an der Universität zu Köln trat sie in die Redaktion des Deubner Verlags ein, der Informationen für Rechtsanwälte und Steuerberater herausgibt und der WEKA-Gruppe angehört. Sie leitete dort drei Jahre lang die Redaktion Steuern.

    Krankenkasse absetzen

    Steuererklärung: Vorsorgeaufwendungen und Abzug der Krankenkassenbeiträge

    • Zuletzt aktualisiert: 13. Dezember 2012

    Unter dem Namen Bürgerentlastungsgesetz hat der Bundestag die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts vom 13. Februar 2008 in die geforderten gesetzlichen Regelungen umgesetzt. Es geht um die verbesserte steuerliche Berücksichtigung bestimmter Vorsorgeaufwendungen wie Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung in Höhe einer Basiskrankenversicherung. Durch die Regelungen können seit dem 1. Januar 2010 die Beiträge zur Krankenversicherung und zur Pflegeversicherung steuerlich besser abgesetzt werden. Mehr finden Sie im Artikel Krankenversicherung als Sonderausgabe. Wie Sie Ihre Ausgaben richtig in die Steuererklärung eintragen, erfahren Sie im Artikel über die Anlage Vorsorgeaufwand.

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    KVBEVO – die Krankenversicherungsbeitragsanteil-Ermittlungsverordnung

    Zahlungen in Höhe der Beiträge zu einer solchen Basiskrankenversicherung können als Vorsorgeaufwendungen in der Steuererklärung abgesetzt werden. Die Ermittlung des nicht abziehbaren Teils der Beiträge zum Erwerb eines Krankenversicherungsschutzes im Sinne des § 10 Absatz 1 Nummer 3a EStG ist in der Rechtsverordnung mit dem Namen "Verordnung zur tarifbezogenen Ermittlung der steuerlich berücksichtigungsfähigen Beiträge zum Erwerb eines Krankenversicherungsschutzes im Sinne des § 10 Absatz 1 Nummer 3 Buchstabe a des Einkommensteuergesetzes" (Krankenversicherungsbeitragsanteil-Ermittlungsverordnung – KVBEVO) geregelt. Dort ist festgelegt, mit welchem Anteil die Beiträge für die einzelnen Leistungen der Krankenversicherung anzusetzen sind. Der nach der KVBEVO zu ermittelte Betrag für die Basiskrankenversicherung darf nicht verwechselt werden mit dem besonderen Tarif in der Privaten Krankenversicherung, der als Basistarif der Krankenversicherung zum 1. Januar 2009 eingeführt wurde.

    Basisbeitrag zur Krankenversicherung

    Gesetzlich und privat Kranken- und Pflegepflichtversicherte, ihre Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner sowie ihre mitversicherten Kinder werden auch nach den steuerlichen Erleichterungen für Kassenbeiträge weitgehend gleichbehandelt. Als Sonderausgaben sind mindestens die sogenannten Basisbeiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung abzugsfähig. Privatversicherte erhalten von ihrem Anbieter eine Bescheinigung mit der Angabe des zu zahlenden Basisbeitrags an ihrer Prämie.

    Welche Beiträge können steuerlich abgesetzt werden?

    Ab dem 1. Januar 2010 können alle Aufwendungen eines Steuerpflichtigen zu einer Basiskrankenversicherung und zur gesetzlichen Pflegepflichtversicherung abgesetzt werden. Darunter fallen sowohl Beiträge für den Versicherten selbst als auch für seinen Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartner wie auch für seine Kinder. Darüber hinaus können unter bestimmten Voraussetzungen die Zahlungen des Steuerpflichtigen für eine vergleichbare Kranken- und Pflegeversicherung des geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten abgesetzt werden. Denn das Bürgerentlastungsgesetz hat den in diesem Zusammenhang für Unterhaltsleistungen geltenden Höchstbetrag erhöht.

    Sonstige Vorsorgeaufwendungen nur bis zur Höchstgrenze absetzbar

    Gleichzeitig mit der erhöhten Absetzbarkeit von Krankenkassenbeiträgen sieht das Bürgerentlastungsgesetz eine Begrenzung des steuerlichen Abzugs von sonstigen Vorsorgeaufwendungen vor. Wer mehr als der Durchschnitt verdient, kann zwar die Beiträge bis zur Höhe der Basiskrankenversicherung absetzen, nicht aber mehr die Beiträge für eine Unfall-, Haftpflicht- und Arbeitslosenversicherung. Betroffen sind davon auch Versicherungsnehmer, die eine für sie wichtige Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen haben.

    Solche Aufwendungen sind seit 2010 nur dann steuerlich abzugsfähig, wenn die Höchstbeträge für Vorsorgeaufwendungen durch die Kranken- und Pflegekassenbeiträge noch nicht ausgeschöpft sind. Sie betragen 1.900 Euro für Arbeitnehmer und Beihilfeberechtigte und 2.800 Euro für Steuerpflichtige, die ihre Krankenversicherung allein tragen. Werden Verheiratete zusammen veranlagt, gilt der doppelte Betrag.

    Ein konkretes Rechenbeispiel aus dem Bundesfinanzministerium

    Herr Meier ist privat krankenversichert.

    Er zahlt im Jahr einen Krankenversicherungsbeitrag in Höhe von 2.400 Euro, wovon 10 Prozent der Finanzierung von Komfortleistungen dienen.

    Auf die Basiskrankenversicherung entfällt somit ein Beitragsanteil von 2.160 Euro.

    Für eine Pflegepflichtversicherung hat er 200 Euro gezahlt und andere sonstige Vorsorgeaufwendungen in Höhe von 200 Euro getätigt.

    Angenommen, Herr Meier gibt deutlich mehr als 2.800 Euro für seine Krankenversicherung insgesamt aus, nämlich 4.000 Euro. Zehn Prozent davon entfallen wieder auf Komfortleistungen.

    Die Basiskrankenversicherung kostet Herrn Meier also 3.600 Euro. Das heißt für Herrn Meier:

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    Bürgerentlastungsgesetz und Günstigerprüfung

    Das Bürgerentlastungsgesetz sieht für den Zeitraum 2010 bis 2019 eine sogenannte Günstigerprüfung vor. Das bedeutet, dass das Finanzamt in jedem Einzelfall prüft, ob die bisherige oder die neue Rechtslage ab 2010 für den Steuerpflichtigen günstiger ist. Die Günstigerprüfung bezieht das bis Ende 2004 geltende Recht ein. Hätte der Steuerpflichtige nach der alten Rechtslage höhere Beiträge als Vorsorgeaufwendungen geltend machen können, dann kann er diesen höheren Betrag bis zum Jahr 2019 weiterhin absetzen.

    Fazit zur Umstellung durch das Bürgerentlastungsgesetz

    Insbesondere Selbstständige, Personen mit separater Krankenversicherung für die Kinder und andere, die keinen Arbeitgeberbeitrag für die Krankenversicherung erhalten, profitieren besonders von der erweiterten steuerlichen Berücksichtigung ihrer Beiträge zur Krankenversicherung. Durch die Günstigerprüfung soll sichergestellt werden, dass niemand durch diese Änderungen schlechter steht als vorher.

    Krankenversicherung absetzen: Bürgerentlastungsgesetz regelt Absetzbarkeit

    Die monatlichen Kosten, die Arbeitnehmer, Gewerbetreibende, Freiberufler und Selbständige für die Krankenversicherung aufbringen müssen, sind hoch. Im Jahr 2010 brachte die Bundesregierung das sogenannte Bürgerentlastungsgesetz auf den Weg. Es ermöglicht es sowohl privat als auch gesetzlich versicherten Bürgern die Beiträge der Krankenversicherung steuerlich geltend zu machen. Allerdings gibt es Einschränkungen, die sich auf die Höchstsummen beziehen. Steuerlich absetzbar sind laut dem Gesetz die Kosten, die durch die Basiskrankenversicherung entstehen. Zur Definition und Ausgestaltung des Bürgerentlastungsgesetzes wurde die Bundesregierung durch das Bundesverfassungsgericht verpflichtet. Die Richter forderten eine bessere Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen auf steuerlicher Ebene.

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    Absetzbare Beiträge im Überblick

    In Deutschland sind Beiträge, die für die Basiskrankenversicherung sowie für die gesetzliche Pflegeversicherung gezahlt werden, steuerlich absetzbar. Sie werden als Gesamtsumme in der jährlichen Steuererklärung angegeben. Bei Ehepaaren, die sich für die Zusammenveranlagung entschieden haben, sind nicht nur die eigenen Beiträge, sondern auch die des Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartners absetzbar. Sind Sie geschieden oder leben Sie getrennt von Ihrem Ehegatten, können Sie unter bestimmten Voraussetzungen auch Unterhaltsleistungen steuerlich geltend machen, die Sie dafür entrichten. Darüber hinaus sind Beiträge absetzbar, die für Unterhaltsberechtigte gezahlt werden. Das gilt für

    • Kinder, die zwar als bedürftig angesehen werden, aber keinen Anspruch mehr auf Kindergeld haben
    • den nicht verheirateten Elternteil, wenn beide ein gemeinsames Kind haben
    • bedürftige Großeltern.

    Krankenversicherungsausgaben dieser Art können in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastungen angegeben werden. Berücksichtigt werden hier neben den Ausgaben für die Basisversicherung ebenso die anfallenden Zusatzbeiträge der Krankenkassen. Nicht absetzbar sind dagegen die Kosten, die in der gesetzlichen Krankenversicherung durch Wahltarife entstehen sowie die Zusatzversicherungen der PKV.

    Höchstgrenzen im Überblick

    Um die Absetzbarkeit der Krankenkassenbeiträge für gesetzlich und privat Versicherte zu vereinfachen, hat die Bundesregierung im Bürgerentlastungsgesetz Höchstgrenzen definiert. Höchstens bis zu diesen Summen werden die KV-Kosten berücksichtigt. Liegen die eigens gezahlten Beiträge über dem Niveau, findet der entstandene Rest keine Berücksichtigung bei der Steuerberechnung.

    Bei den Höchstsummen wird zwischen Arbeitnehmer und Selbständigen unterschieden. Arbeitnehmer können demnach Krankenversicherungsbeiträge von höchstens 1900 Euro steuerlich geltend machen. Für Selbständige und Freiberufler erhöht sich die Summe auf 2800 Euro. Die Differenzierung liegt den gesetzlichen Grundlagen zur Beitragszahlung zu Grunde. Arbeitnehmer und Beihilfeberechtigte müssen jeweils nur die Hälfte der monatlichen Krankenversicherungsbeiträge selbst zahlen. Den Rest übernehmen die Arbeitgeber. Selbständige, Gewerbetreibende und auch Freiberufler müssen die Kosten dagegen in vollem Umfang selbst übernehmen. Dadurch sind sie von einer stärkeren finanziellen Belastung betroffen.

    Für Ehepaare mit Zusammenveranlagung verdoppelt sich dieser Betrag. Demnach können verheiratete Arbeitnehmer gemeinsam 2800 Euro geltend machen, für verheiratete Unternehmer sind bis zu 5600 Euro möglich.

    Schöpfen Sie diesen Höchstbetrag durch die Krankenversicherungsbeiträge nicht aus, können Sie weitere Vorsorgeaufwendungen in der Steuererklärung angeben. Das Finanzamt wird diese dann anteilig berücksichtigen. Vorsorgeaufwendungen, die berücksichtigt werden, sind beispielsweise Beiträge zu Altersvorsorge, Unfallversicherung und Haftpflichtversicherungen.

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    Mitglieder der privaten Krankenversicherungen unterliegen Einschränkungen

    Zwar können auch PKV-Mitglieder die Kosten für die Krankenversicherung absetzen, aber nur eingeschränkt. Private Krankenversicherungen zeichnen sich oft durch einen deutlich höheren Leistungsumfang aus. Die Mitglieder können hier beispielsweise auf Chefarztbehandlung und Einbettzimmer bei Klinikaufenthalten bauen. Das Leistungsplus schlägt sich meistens auch in den Beiträgen wieder, die dadurch anteilmäßig höher sind. Die Bundesregierung hat beschlossen, dass nur Beiträge berücksichtigt werden, die den Kosten der Basisversicherung entsprechen. Die privaten Krankenkassen haben hierfür Basistarife mit entsprechenden Beiträgen definiert. Übersteigt der von Ihnen gewählte Tarif die Kosten für die Basisversicherung, müssen Sie die absetzbaren KV-Beiträge anteilig berechnen und entsprechend in der Steuererklärung aufführen. Betroffen davon sind übrigens auch Beiträge, die für die Absicherung des Krankengeldes gezahlt werden.

    Oft werden im Zuge der privaten Krankenversicherung Selbstbehalte zwischen dem Versicherten und der Versicherungsgesellschaft vereinbart. Durch den Selbstbehalt kommen die Versicherten für einen Teil der Kosten, die im Rahmen der medizinischen Behandlung entstehen, selbst auf. Diese Aufwendungen sind ebenso steuerlich absetzbar. Sie werden aber nicht als Vorsorgeaufwand in der Steuererklärung aufgeführt, sondern als außergewöhnliche Belastung.

    Welche Beiträge sind in der gesetzlichen Krankenversicherung absetzbar?

    Die gesetzlichen Krankenkassen bilden das Grundgerüst der Krankenversicherungspflicht in Deutschland. Millionen Bundesbürger sind hier pflichtversichert und zahlen einkommensabhängige Beiträge. Grundsätzlich sind die Beiträge, die monatlich an die gesetzlichen Krankenkassen entrichtet werden, auch steuerlich absetzbar. Es gibt zwei Ausnahmen:

    • Wahltarife: Die meisten Krankenkassen bieten sogenannte Wahltarife an. Hierbei handelt es sich um Zusatzversicherungen, die neben der Basisversicherung zur Leistungserweiterung abgeschlossen werden. Beiträge für diese Wahltarife werden steuerlich nicht berücksichtigt.
    • Krankengeld: Wie bei der privaten Krankenversicherung gilt auch bei den gesetzlichen Krankenkassen das Beiträge, die der Absicherung des Krankengelds dienen, nicht der Absetzbarkeit unterliegen.

    Haben Sie von Ihrer Krankenkasse aufgrund einer Arbeitsunfähigkeit Krankengeld erhalten, minimiert das die Summe, die Sie bei der Steuererklärung berücksichtigen dürfen. Haben Sie also beispielsweise KV-Beiträge in Höhe von 2600 Euro gezahlt und 700 Euro Krankengeld erhalten, werden von Seiten des Finanzamts nur Ausgaben von 1900 Euro anerkannt. Sowohl Mitglieder der PKV als auch der GKV erhalten jedes Jahr eine Bescheinigung über die Beiträge, die die Mitglieder gezahlt haben. Berücksichtigen Sie, dass eine Meldung dieser Summe an das Finanzamt geht. Demnach sollte die von Ihnen angegebene Summe mit dieser übereinstimmen.

    Steuerliche Behandlung von Zusatzbeiträgen

    Die Bundesregierung räumt den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland neben dem allgemeinen Beitragssatz ein, einen Zusatzbeitrag von den Versicherten zu verlangen. Dieser kann von den Krankenkassen individuell festgelegt werden und bezieht sich bereits auf die Basisversicherungen. Da mit dem Zusatzbeitrag keine Wahlleistungen finanziert werden, können die gesetzlich Krankenversicherten diesen ebenso als Vorsorgeaufwendungen in der Steuererklärung aufführen. Die Angabe kann direkt mit dem Krankenkassenbeitrag erfolgen. Sie sollten darauf aber explizit hinweisen. Der Zusatzbeitrag muss selbst von Arbeitnehmern und Beihilfeberechtigten in vollem Umfang selbst getragen werden.

    Haben Sie als GKV-Mitglied Anspruch auf Krankengeld, wird von Seiten des Finanzamts eine Summe in Höhe von 4 Prozent der geleisteten Beiträge automatisch abgezogen. Dadurch minimiert das Finanzamt die Gesamtsumme auf die Aufwendungen, die für die Basiskrankenversicherung anfallen. Haben Sie einen Tarif ohne Krankengeld gewählt, bleiben Sie von diesem Abzug verschont.

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    Fazit: Absetzbarkeit der Krankenversicherung mindert Steuerlast

    Mit dem Bürgerentlastungsgesetz hat die Bundesregierung in Deutschland eine genaue Regelung zur Absetzbarkeit der Krankenversicherung bei der Einkommenssteuer auf den Weg gebracht. Demnach können sowohl PKV- als auch GKV-Mitglieder die Beiträge für die Krankenversicherung steuerlich geltend machen. Berücksichtigt werden als Vorsorgeaufwand nur Kosten für die Basisversicherungen. Für Arbeitnehmer ist die Höchstsumme auf 1900 Euro festgeschrieben (2800 Euro für Verheiratete). Ledige Selbständige können 2800 Euro und Verheiratete mit Zusammenveranlagung 5600 Euro von dem Einkommen abziehen und damit die Steuerlast mindern.

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    Источники: http://www.finanztip.de/vorsorgeaufwendungen/, http://www.finanztip.de/buergerentlastungsgesetz/, http://info-krankenversicherung.com/krankenversicherung-absetzen

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