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    Welche Steuerklasse – Übersicht der Lohnsteuerklassen 1, 2, 3, 4, 5, 6

    Steuerklassen Übersicht

    Gemäß dem Einkommensteuergesetz existieren derzeit in Deutschland sechs Steuerklassen, die sich aus dem Lohnsteuerabzug, der Kirchensteuer, den Familienverhältnissen und dem Solidaritätszuschlag ergeben. Je nach Konstellation ergibt sich eine bestimmte Lohnsteuerklasse, die in den elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (ELStAM) eingetragen ist. Das ELStAM-Verfahren ersetzt seit dem 01. Januar 2013 die Lohnsteuerkarte aus Papier.

    Die Ermittlung der Lohnsteuerklasse wird anhand maschineller Lohnabrechnungsverfahren oder anhand einer Lohnsteuertabelle durchgeführt. Bei der Lohnsteuertabelle handelt es sich um eine Tabelle, die für jede Lohnsteuerklasse und Verdienst die Lohnsteuer ausweist.

    Generell werden zuzüglich der Lohnsteuer ebenso der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls die Kirchensteuer durch den Arbeitgeber direkt vom Bruttoverdienst an das zuständige Finanzamt abgeführt. Je nach Lohnhöhe und persönlichen Verhältnissen wird ein Steuerfreibetrag vom Verdienst abgezogen.

    Die Lohnsteuerklassen

    Steuerklassen Übersicht

    Wechsel der Steuerklasse

    Seit dem 01. Januar 2012 sind die Finanzämter beauftragt, die Lohnsteuerabzugsmerkmale zu ändern. Vorab waren die Meldeämter in der Zuständigkeit. Gemäß § 39 Abs. 1 und 2 EstG führt das zuständige Finanzamt einen Lohnsteuerwechsel auf schriftlichem Antrag hin durch. Grundsätzlich ist ein Wechsel der Steuerklasse nur einmal im Jahr bis auf wenige Ausnahmen durchführbar. Eine Ausnahme bildet dabei der Tod eines Ehegatten.

    Steuerklassenkombinationen

    Steuerklassen können je nach persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen kombiniert werden. Die beiden häufigsten Kombinationen sind IV/IV und III/V.

    Faktorverfahren

    Das Faktorverfahren kann ergänzend zur Steuerkombination IV/IV oder statt der Kombination III/V gewählt werden. Dadurch wird erreicht, dass der Grundfreibetrag beim Lohnsteuerabzug bei jedem Partner als sogenanntes Splittingverfahren berücksichtigt wird. Der Faktor ist immer geringer als 1. Durch die Anwendung des Faktors wird die Lohnsteuer minimiert. Dies ist besonders von Vorteil, wenn beide Partner unterschiedlich hohe Einkünfte haben.

    Lohnsteuertabelle 2017

    Bei der Lohnsteuertabelle wird zwischen zwei Tabellenarten unterschieden. Der allgemeine Teil ist für alle rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer gültig. Bei der besonderen Lohnsteuertabelle handelt es sich um eine Tabelle, die für den Rest der Beschäftigten gültig ist, die eine Vorsorgepauschale entrichten und in keinem Bereich der Sozialversicherungen einzugruppieren sind. Quasi obligatorisch ist eine private Krankenversicherung und Pflegeversicherung. Dazu gehören beispielsweise Beamte.

    Allgemeine Lohnsteuertabelle

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    Besondere Lohnsteuertabelle 2017

    Kinderfreibeträge und Steuerfreibeträge 2017 und 2018

    Je nach Lohnsteuerklasse ergibt sich ein entsprechender Steuerfreibetrag, der der Einkommensteuerveranlagung zugrunde gelegt wird. Grundsätzlich liegt der Steuerfreibetrag im Jahr 2017 bei 8.820 Euro und 2018 bei 9.000 Euro.

    Bei der Lohnsteuer Anrechnung finden Kinderfreibeträge nur dann, wenn die Ersparnis bei der Steuer das gezahlte Kindergeld übersteigt. Die Steuerfreibeträge werden grundsätzlich bei der Kirchsteuer und dem Solidaritätszuschlag berücksichtigt.

    Zu den anrechenbaren Kindern gehören leibliche und angenommene Kinder sowie Pflegekinder. Nicht anrechenbar sind Kinder, die nur aus finanziellen Gründen in den Haushalt aufgenommen worden sind.

    Generell wird jedes Kind mit 0,5 berechnet. Der Faktor erhöht sich auf 1, wenn die Eltern des Kindes im Inland wohnhaft sind und nicht dauernd getrennt leben. Dies ist ebenso bei Pflegekindern der Fall. Eine Erhöhung des Faktors auf 1 erfolgt ebenso, wenn ein Kind durch den Lebenspartner angenommen wird und beide Partner nicht dauernd getrennt im Inland leben. Das Gleiche gilt bei Partnerschaften und Ehen, die nicht dauernd getrennt im Inland leben und beide zusammen ein Kind annehmen. Sofern ein Partner vor dem Beginn des Jahres 2017 verstorben ist oder ein Beschäftigter allein ein Kind angenommen hat, gilt ebenso die Regelung der Faktorerhöhung auf 1. Sollte es sich um ein Pflegekind handeln, bei dem das Verhältnis der Pflegekindschaft nur zu einem Beschäftigten besteht, wird der Faktor ebenso erhöht. Das Gleiche ist anwendbar, wenn der Wohnsitz des einen Elternteils nicht ermittelbar ist oder der biologische Vater amtlich nicht festzustellen ist. Sollte ein Elternteil im Jahr 2017 voraussichtlich keinen festen Wohnsitz in Deutschland haben, so ist ebenso der Faktor 1 zugrunde zu legen.

    Anhebung der Grundfreibeträge, Kindergeld, Kinderzuschlag und Kinderfreibeträge in 2017 und 2018

    Die Anhebung von Grund- und Kinderfreibeträgen wurde im 11. Existenzminimumberichts der Bundesregierung beschlossen. Zu den Verbesserungen gehören unter anderem eine Vermeidung von Mehraufwand und zusätzlicher Bürokratie für Verwaltung und Arbeitgeber. Zudem wurde eine Entlastung des Steuerpflichtigen vorgenommen, was bedeutet, dass der Grundfreibetrag, der Kinderfreibetrag und das Kindergeld in den Jahren 2017 und 2018 angehoben werden sowie ein Ausgleich der „kalten Progression“ durch eine Tarifverschiebung alle Steuerpflichtigen um rund 10 Milliarden Euro stattfinden wird.

    Im Einzelnen wurden im Gesetzentwurf folgende Anpassungen vorgenommen:

    1. Erhöhung des Grundfreibetrags von 8.652 Euro (2016) um 168 Euro auf 8.820 Euro (2017) und um weitere 180 Euro auf 9.000 Euro (2018)
    2. Erhöhung des Kinderfreibetrags von 4.608 Euro (2016) um 108 Euro auf 4.716 Euro (2017) und um weitere 72 Euro auf 4.788 Euro (2018)
    3. Erhöhung des monatlichen Kindergeldes um jeweils 2 Euro in den Jahren 2017 und 2018
    • für das 1.und 2. Kind von 190 Euro (2016) auf 192 Euro (2017) und 194 Euro (2018)
    • für das 3. Kind von 196 Euro (2016) auf 198 Euro (2017) und 200 Euro (2018)
    • für das 4. und jedes weitere Kind von 221 Euro (2016) auf 223 Euro (2017) und 225 Euro (2018)
    1. Erhöhung des Kinderzuschlags zum 1. Januar 2017 um 10 Euro pro Monat von 160 Euro auf 170 Euro pro Kind
    2. Erhöhung des Unterhaltshöchstbetrags (§ 33a EStG) entsprechend der Anhebung des Grundfreibetrags von 8.652 Euro (2016) um 168 Euro auf 8.820 Euro (2017) und um weitere 180 Euro auf 9.000 Euro (2018)
    3. Ausgleich der „kalten Progression“ durch Verschiebung nach rechts der übrigen Tarifeckwerte in 2017 um die prognostizierte Inflationsrate des Jahres 2016 (0,73 %) und in 2018 um die prognostizierte Inflationsrate des Jahres 2017 (1,65 %). Eien weitere Anpassung ist nach Vorlage des 2. Steuerprogressionsberichts zu erwarten.

    Verpartnerung und Eheschließung 2017

    Im Falle einer Eheschließung im Jahr 2017 wird seitens des zuständigen Finanzamtes eine automatische Zuweisung der Steuerklasse IV erfolgen. Dies ist auch der Fall, wenn einer der Ehepartner arbeitssuchend gemeldet ist. Eine Änderung der Steuerklasse ist nur mittels Antrag möglich. Bei einer Verpartnerung erfolgt im Jahr 2017 noch keine automatische Zuweisung. Hier muss vorab ein Antrag gestellt werden.

    Im Nachfolgenden finden Sie eine Übersicht über den durchschnittlichen Brutto-Netto-Verdienst im Zeitraum von 2005 bis 2012 in Deutschland.

    Brutto-Netto-Verdienst: Übersicht der Jahre 2005 – 2012

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    Lohnsteuerrechner 2018 – Berechnen Sie Ihr Nettogehalt aus Ihrem Brutto Lohn

    Unser Online Lohnsteuerrechner ermöglicht Ihnen, sich einen Überblick zu ihren persönlichen Lohnsteuerabzügen zu verschaffen und schnell aus Ihrem Brutto-Gehalt Ihr Netto-Gehalt zu berechnen. Verschaffen Sie sich einen schnellen Einblick über Ihr Nettogehalt unter Berechnung des Faktorverfahren, der Kirchensteuer und Ihrer individuellen Steuerklasse.

    Der Rechner wird geladen .

    In unserem Lohnsteuerrechner für das Jahr 2018: Die Lohnsteuer als Quellensteuer

    Steuerpflichtige, die Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit (Lohn) beziehen, also beispielsweise in einem Büro oder Ladengeschäft als Angestellte tätig sind und einen Lohn erhalten, müssen eine Lohnsteuer entrichten. Diese wird jedoch direkt an der Quelle, dem Gehalt, einbehalten und von dem jeweiligen Arbeitgeber an die zuständige Finanzbehörde abgeführt. Die Höhe der zu zahlenden Lohnsteuer richtet sich dabei nach der Steuerklasse, in die jeder Steuerpflichtige eingeteilt wird. Testen Sie auch unseren Gehaltsrechner 2018, diese hilft Ihnen ebenfalls bei der Brutto Netto Berechnung.

    Lohnsteuerklassen und die Lohnsteuerkarte

    In der Lohnsteuerklasse 1 werden alle Steuerpflichtigen zusammengefasst, die unverheiratet, verwitwet oder geschieden sind und keine Kinder haben. Sobald mindestens ein Kind vorhanden ist, werden diese Steuerpflichtigen in der steuerlichen Klasse 2 geführt. Verheiratete Personen, die deutlich mehr Geld verdienen als ihr Ehepartner, werden in die Steuerklasse 3 eingestuft, während sich der Partner dann automatisch in der Lohnsteuerklasse 5 befindet. In der Steuerklasse 4 werden alle Ehepaare geführt, in denen beide Parteien über ein annähernd gleich hohes Einkommen von Ihrem Arbeitgeber verfügen. Die Steuerklasse 6 enthält schließlich Steuerpflichtige, die mehrere Beschäftigungen auf der Grundlage ihrer Lohnsteuerkarte ausüben. Die genauen Auswirkungen der Steuerklassen können Sie im obigen Lohnsteuerrechner sofort testen. Berechnen Sie, welches Nettogehalt von Ihrem Brutto Gehalt übrig bleibt. Gerne können Sie auch unseren Rechner zur Optimierung der Steuerklassen (mit und ohne Kinder) verwenden. Ihre Steuerklassenkombination wird in der wird in der Lohnsteuerkarte eingetragen, sie beruht in der Regel auf dem sog. Faktorverfahren.

    Tipp 1 zum Lohnsteuerrechner bzw. Einkommensteuerrechner: Summe der Steuerklassen immer 8

    Bei Ehepaaren muss die Gesamtzahl der Steuerklassen immer 8 ergeben. Sollten Ihre Einkünfte erheblich voneinander abweichen, so können Sie bereits sicher sein, dass der besser verdienende Partner in der Lohnsteuerklasse 3 und der geringer verdienende Partner in der Klasse 5 geführt werden wird, wenn Sie heiraten. In vielen Fällen lohnt sich der Gang zum Traualtar aus steuerlicher Sicht, jedoch sollte dies natürlich nicht der einzige Grund für eine Eheschließung sein.

    Lohnsteuer und Einkommensteuererklärung

    Für jeden Steuerpflichtigen lohnt sich die Abgabe einer Steuerklärung! Durch den festgelegten Arbeitnehmerpauschbetrag hat selbst ein Arbeitnehmer ohne weitere anfallende Werbungskosten die Möglichkeit, eine Steuererstattung zu erhalten. Kommen dann beispielsweise noch gezahlte Versicherungen, Krankenversicherung, geleistete Spenden oder ungewöhnlich hohe Krankheitskosten dazu, ist dem steuerpflichtigen Arbeitnehmer dringend zu raten, seine Steuererklärung bei der zuständigen Finanzbehörde einzureichen. Eine Abgabe ist bis zum 31.05. des jeweilige Folgejahres möglich.

    Tipp 2 zum obigen Lohnsteuerrechner : Verlängerung durch einen Steuerberater

    Nimmt der Steuerpflichtige die Unterstützung eines Steuerberaters in Anspruch, so verlängert sich die Abgabefrist bis zum 31.12. des jeweilige Folgejahres. Außerdem können auf diesem Weg beim Ausfüllen der durchaus komplizierten Formulare keine möglicherweise folgenschweren Missverständnisse und Fehleinträge entstehen.

    P.S.: Dieser Rechner ist sehr vergleichbar mit unserem Gehaltsrechner.

    News zum Lohnsteuerrechner

    22.11.2017: Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung ab 2018 gesenkt

    Der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung sinkt zum 1. Januar 2018 von 18,7 auf 18,6 Prozent. Dies wurde vom Kabinett gemäß Pressemeldung der Bundesregierung beschlossen.

    14.11.2017: Der Rechner unterstützt nun auch die Lohnsteuerberechnung für 2018. Folgende Änderungen für 2018 wurden unter anderem vorgenommen:

    • Anhebung des Grundfreibetrags auf 9.000 Euro und weitere Anpassungen des Einkommensteuertarifs
    • Anhebung der Freibeträge für Kinder auf 3.714 Euro bzw. 7.428 Euro.
    • Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung und sozialen Pflegeversicherung ab 2018 53.100 Euro (2017: 52.200 Euro)
    • Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze West (BBG West) der allgemeinen Rentenversicherung auf 78.000 Euro (2017: 76.200 Euro) und für die Beitragsbemessungsgrenze Ost (BBG Ost) auf 69.600 Euro (2017: 68.400 Euro)
    • Der Teilbetrag der Vorsorgepauschale beträgt 2018 für die Rentenversicherung 72 % (2017: 68 %)

    01.11.2017: Geringerer kassenindividueller Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung

    Der durchschnittliche kassenindividuelle Zusatzbeitrag für 2018 liegt bei nunmehr 1,0 Prozent. Dieser jüngst im Bundesanzeiger veröffentlichte, allein vom Arbeitnehmer zu tragende Beitragsanteil hat sich somit im Durchschnitt um 0,1 Prozentpunkte gegenüber 2017 verringert.

    26.06.2017: Immer wieder erreichen uns Fragen zum Solidaritätszuschlag oder zum Thema Kinderfreibeträge:

    Viele Nutzer fragen uns, ob bei unserer Lohnsteuerberechnung auch der Solidaritätszuschlag, Kinderfreibeträge oder der Arbeitgeberzuschuss berücksichtigt werden. Die einfache Antwort ist: na klar. Wir brechnen nicht nur die Lohnsteuer. Wenn Sie den Rechner verwenden, erhalten Sie ein Ergebnisfenster mit detaillierten Werten zum Solidaritätszuschlag, zur Kirchensteuer und natürlich auch zum Thema Arbeitgeberzuschuss (zu Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung und Pflegeversicherung). Der Steuerrechner verwendet hierzu selbstverständlich die Kinderfreibeträge (siehe links) und als Grundlage die Lohnsteuertabelle.

    22.11.2016: Der Rechner unterstützt nun auch die Lohnsteuerberechnung für 2017. Folgende Änderungen für 2017 wurden unter anderem vorgenommen:

    • Anhebung des Grundfreibetrags auf 8.820 Euro und weitere Anpassungen des Einkommensteuertarifs
    • Anhebung der Freibeträge für Kinder auf 3.678 Euro bzw. 7.356 Euro.
    • Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung und sozialen Pflegeversicherung ab 2017 auf 52.200 Euro (2016: 50.850 Euro)
    • Anhebung des bundeseinheitlichen Beitragssatz in der sozialen Pflegeversicherung auf 2,55 % (2016: 2,35 %)
    • Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze West (BBG West) der allgemeinen Rentenversicherung auf 76.200 Euro (2016: 74.400 Euro) und für die Beitragsbemessungsgrenze Ost (BBG Ost) auf 68.400 Euro (2016: 64.800 Euro)
    • Der Teilbetrag der Vorsorgepauschale beträgt 2017 für die Rentenversicherung 68 % (2016: 64 %)

    01.01.2016: Gestiegener kassenindividueller Zusatzbeitrag bei der gesetzlichen Krankenversicherung

    Der durchschnittliche kassenindividuelle Zusatzbeitrag für 2016 liegt bei nunmehr 1,1 Prozent, wie im Bundesanzeiger vor kurzem publiziert wurde. Dieser Beitragsanteil, der allein vom Arbeitnehmer zu tragen ist, hat sich daher im Mittel um 0,2 Prozentpunkte gegenüber dem Zusatzbeitrag aus 2015 erhöht.

    01.12.2015: Tarifentlastung für 2015 komplett im Dezember 2015

    Mitte 2015 wurde rückwirkend zum Beginn des Jahres das Gesetz zur Anhebung des Grundfreibetrags, des Kinderfreibetrags, des Kindergeldes und des Kinderzuschlags beschlossen. Auf eine rückwirkende Korrektur der Lohnsteuer hat man dabei verzichtet. Stattdessen wurde einheitlich geregelt, die gesamte resultierende Tarifentlastung für 2015 nur bei der Lohn- bzw. Gehaltsabrechnung im Dezember 2015 zu berechnen. Im Lohnsteuerrechner kann zur Berechnung der Tarifentlastung im Feld "Steuerjahr" "2015 (Dez.)" ausgewählt werden.

    01.01.2015 : Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung

    Während der neu festgelegte Beitragssatz von 14,6% zur gesetzlichen Krankenversicherung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber grundsätzlich geteilt wird, können die Krankenkassen fortan einen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag für deren Finanzierung erheben. Dieser ist vollständig vom Arbeitnehmer zu tragen. Laut Bundesanzeiger vom Oktober 2014 beträgt der durchschnittliche Zusatzbeitrag 0,9 Prozent und gilt als Richtgröße für die Krankenkassen bei der Festlegung ihrer individuellen Zusatzbeitragssätze. Sofern also Ihre gesetzliche Krankenkasse nicht mehr als diesen Zusatzbeitrag von 0,9 Prozent erhebt, haben Sie als Arbeitnehmer keine höheren Beiträge als im letzten Jahr zu leisten. Denn auch im vergangenen Jahr wurde letztlich ein Anteil von 8,2 Prozent Ihres Bruttogehalts für die gesetzliche Krankenversicherung einbehalten. Es bleibt allerdings abzuwarten, wie sich dieser Zusatzbeitrag in Zukunft entwickelt.

    Erstmals seit 1991 erzielte der Bund in einem ersten Halbjahr einen Überschuss an Steuereinnahmen. Dies wurde vor allem durch besonders hohe Zuwächse von 5 Prozent bei den Lohnsteuereinnahmen und 8,3 Prozent bei den Einkommensteuereinnahmen im zweiten Quartal 2014 erzielt. Jeder einzelne Arbeitnehmer verdiente im Durchschnitt brutto 2,7 Prozent mehr, netto waren es 2,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

    Die 10 wichtigsten Fragen zum Thema Lohnsteuer

    Lesen Sie die hilfreichen Antworten und Tipps zu den 10 wichtigsten Fragen zum Thema Lohnsteuer

    Das Lohnsteuerabzugsverfahren – Zahlen zur Lohnsteuer

    Der Bundesrat hat in seiner 952. Sitzung am 16. Dezember 2016 beschlossen, dem "Gesetz zur Umsetzung der Änderungen der EU-Amtshilferichtlinie und von weiteren Maßnahmen gegen Gewinnkürzungen und -verlagerungen" zuzustimmen. Die Anpassungen des Einkommensteuergesetzes und des Bundeskindergeldgesetzes wurden in dieses Gesetzespaket aufgenommen.

    Damit steigt in den Jahren 2017 und 2018 der steuerliche Grundfreibetrag, der Kinderfreibetrag, das Kindergeld und der Kinderzuschlag. Durch eine Rechtsverschiebung aller Eckwerte des Einkommensteuertarifs wird die sogenannte "kalte Progression" ausgeglichen.

    Zum Kinderfreibetrag kommt noch der Freibetrag für Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf hinzu. Dieser ändert sich 2017 nicht. Seit 2010 beträgt er 2.640 €. Damit ergeben sich bei einem ganzen Freibetrag für 2017 insgesamt 7.356 € (4.716 € + 2.640 €) und für 2018 insgesamt 7.428 € (4.788 € + 2.640 €).

    Der Ausgleich der "kalten Progression" erfolgt durch eine Verschiebung der übrigen Tarifeckwerte in 2017 um die geschätzte Inflationsrate des Jahres 2016 (0,72 %) und in 2018 um die geschätzte Inflationsrate des Jahres 2017 (1,57 %) nach rechts (Einkommensteuertarif 2017 und 2018).

    Grundsätzliches

    Da die Lohnsteuer keine eigene Steuerart ist, sondern nur eine besondere Erhebungsform der Einkommensteuer (§ 38 EStG) für die Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, ist das Einkommensteuergesetz (EStG) die Rechtsgrundlage für die Lohnsteuer.

    Das zu versteuernde Einkommen bildet die Bemessungsgrundlage für die Einkommensteuer. Die Steuerschuld wird dabei durch den Einkommensteuertarif (§ 32a EStG) festgelegt. Durch diesen Tarif wird jeder Höhe des zu versteuernden Einkommens ein Steuerbetrag zugeordnet. Damit ist der Steuertarif das Kernstück des Einkommensteuergesetzes.

    Zur Erleichterung des Lohnsteuerabzugs wurden 6 Lohnsteuerklassen geschaffen, in die die unterschiedlichen Tarife der Grund- und Splittingtabelle sowie verschiedene Frei- und Pauschbeträge eingearbeitet sind. Unterschiede zwischen Lohnsteuertarif und Einkommensteuertarif bestehen also lediglich in der Berücksichtigung der dem Arbeitnehmer zustehenden Freibeträge.

    Es gibt eine Nullzone (festgelegt durch den Grundfreibetrag = steuerliches Existenzminimum) in der keine Steuer anfällt, daran anschließend eine Progressionszone (das zu versteuernde Einkommen wird mit steigenden Grenzsteuersätzen belastet) und ab einem bestimmten Einkommen die Linearzone/Proportionalzone (ab diesem Einkommen wird mit dem Spitzensteuersatz besteuert).

    Hier finden sie eine EXCEL-Aufgabe zum Einkommensteuertarif. Darin werden die Besonderheiten der Berechnung erläutert.

    Entlastung wurde zusammengefasst bei der Lohnabrechnung für Dezember 2015 berücksichtigt.

    Kalte Progression ist die Bezeichnung für eine Steuermehrbelastung. Diese tritt dann ein, wenn Lohnsteigerungen lediglich zu einem Inflationsausgleich führen und gleichzeitig die Einkommensteuersätze nicht der Inflationsrate angepasst werden. Da der Einkommenstarif progressiv steigt, wird für jeden über dem Grundfreibetrag verdienten Euro ein höherer Steuersatz fällig.

    Da das deutsche Steuersystem die Inflation nicht berücksichtigt, steigt mit jeder Erhöhung des Bruttolohns die Einkommensteuer stärker als das Einkommen selbst. In Zeiten stark steigender Preise sorgt dieser Effekt dafür, dass das Realeinkommen sinkt. Die Gehaltserhöhung muss deutlich über der Inflationsrate liegen, wenn nach der schleichenden Steuererhöhung etwas übrig bleiben soll. Wie stark ein Einkommen mit Einkommensteuer belastet wird, hängt vom jeweiligen Durchschnitts- und Grenzsteuersatz ab. Der Grenzsteuersatz gibt an, mit welchem Prozentsatz ein zusätzliches Einkommen besteuert wird. Der Durchschnittssteuersatz gibt das Verhältnis zwischen Steuerbetrag und Bemessungsgrundlage (zu versteuerndes Einkommen) an.

    Einkommensteuertarif für 2017 und 2018

    Durch Änderungen beim Einkommensteuertarif wird ab 2017 der Effekt der kalten Progression abgemildert.

    y ist ein Zehntausendstel des den Grundfreibetrag übersteigenden Teils des auf einen vollen Euro-Betrag abgerundeten zu versteuernden Einkommens.

    z ist ein Zehntausendstel des 13.769 Euro (2018: 13.996 Euro) übersteigenden Teils des auf einen vollen Euro-Betrag abgerundeten zu versteuernden Einkommens.

    x ist das auf einen vollen Euro-Betrag abgerundete zu versteuernde Einkommen.

    Der sich ergebende Steuerbetrag ist auf den nächsten vollen Euro-Betrag abzurunden.

    Höhe der Lohnsteuer

    Nach § 38a EStG wird die Jahreslohnsteuer nach dem Jahresarbeitslohn so bemessen, dass sie der Einkommensteuer entspricht, die der Arbeitnehmer schuldet, wenn er ausschließlich Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit erzielt. Dabei wird vom laufenden Arbeitslohn die Lohnsteuer jeweils mit dem auf den Lohnzahlungszeitraum fallenden Teilbetrag der Jahreslohnsteuer erhoben, die sich bei Umrechnung des laufenden Arbeitslohns auf einen Jahresarbeitslohn ergibt.

    Das Einkommensteuergesetz kennt sechs Lohnsteuerklassen. Die Lohnsteuerklasse wurde früher auf der Lohnsteuerkarte des Arbeitnehmers eingetragen. Nach Einführung der elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) ist die Lohnsteuerklasse elektronisch abrufbar. Die ELStAM mussten spätestens für den letzten im Kalenderjahr 2013 endenden Lohnzahlungszeitraum abgerufen und angewendet werden. Ein Abruf mit Wirkung ab 2014 war verspätet.

    In einer gedruckten Lohnsteuertabelle (im Handel erhältlich) ist für jede Lohnsteuerklasse und Lohnstufe die Lohnsteuer, der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer ausgewiesen.

    Ein im Lohnsteuerabzugsverfahren zu berücksichtigender Freibetrag wird vor der Anwendung der Lohnsteuertabelle vom steuerpflichtigen Arbeitslohn abgezogen. Ein im Lohnsteuerabzugsverfahren bescheinigter Hinzurechnungsbetrag wird vor der Anwendung der Lohnsteuertabelle zum steuerpflichtigen Arbeitslohn dazugerechnet.

    Bei der Anwendung einer Lohnsteuertabelle kann es im Vergleich mit einem Lohnprogramm zu Differenzen kommen. Die Erläuterung zu diesem Sachverhalt finden sie auf der Seite Lohnsteuerabzug für laufenden Arbeitslohn.

    Wenn zwei Arbeitnehmer das gleiche Bruttoentgelt bekommen, identische Lohnsteuerabzugsmerkmale haben, jedoch bei verschiedenen Krankenkassen versichert sind, kann es zu unterschiedlichen Steuerabzügen kommen. Das passiert immer dann, wenn die einzelnen Krankenkassen unterschiedliche Zusatzbeitragssätze haben. Bei der Berechnung der Vorsorgepauschale im Lohnsteuerverfahren ist seit Januar 2015 der kassenindividuelle Zusatzbeitragssatz zu berücksichtigen (§ 39b Abs. 2 EStG). Ein höherer Zusatzbeitrag erhöht die Vorsorgepauschale und verringert damit den Lohnsteuerabzug.

    Für die Berechnung der Lohnsteuer gibt es zwei verschiedene Lohnsteuertabellen:

    • die Allgemeine Lohnsteuertabelle mit der ungekürzten Vorsorgepauschale für sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer und
    • die Besondere Lohnsteuertabelle mit der gekürzten Vorsorgepauschale für sozialversicherungsfreie Arbeitnehmer.

    Die Besondere Lohnsteuertabelle weist wegen der gekürzten Vorsorgepauschale eine höhere Lohnsteuer aus.

    Für jede Lohnsteuerklasse gelten unterschiedlich hohe Freibeträge.

    Allgemeine Lohnsteuertabelle (sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer)

    Für 2017 gilt in der allgemeinen Lohnsteuertabelle folgendes:

    Beim Lohnsteuerabzug wird in der Steuerklasse II immer der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende für ein Kind (1.908 €) berücksichtigt, auch wenn beim Arbeitnehmer mehrere berücksichtigungsfähige Kinder vorhanden sind. Ein Arbeitnehmer, dem für weitere in seinem Haushalt lebende Kinder ein Erhöhungsbetrag beim Entlastungsbetrag für Alleinerziehende zusteht, kann bei seinem zuständigen Wohnsitzfinanzamt die Bildung eines Freibetrags beantragen. Die Antragsgrenze für Ermäßigungsanträge von 600 € gilt für den Erhöhungsbetrag nicht.

    Das Finanzamt bildet dann den Freibetrag als ELStAM (Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale) in Höhe von jeweils 240 € für das zweite und jedes weitere zu berücksichtigende Kind. Auf Antrag des Arbeitnehmers gilt dieser Freibetrag dann längstens für einen Zeitraum von zwei Jahren und muss danach wieder beim örtlich zuständigen Wohnsitzfinanzamt neu beantragt werden.

    Bei zwei Kindern würde der Entlastungsbetrag damit 2.148 € und bei drei Kindern 2.388 € betragen.

    Der Sonderausgabenpauschbetrag von 36 € wird ab 2010 auch bei der Steuerklasse 5 gewährt. Bei der Steuerklasse 3 erfolgt die Gewährung damit ab 2010 nur noch einfach (2009: 72 €).

    Die Vorsorgepauschale wird ab 2010 auch bei den Steuerklassen 5 und 6 gewährt. Bemessungsgrundlage für die Vorsorgepauschale ist der Arbeitslohn. Die Vorsorgepauschale setzt sich aus Teilbeträgen für die Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung zusammen.

    Bei der Steuererklärung wird aber nicht die Vorsorgepauschale berücksichtigt, sondern es werden die tatsächlich gezahlten Beiträge angesetzt. Sind die tatsächlich gezahlten Beiträge niedriger als die Vorsorgepauschale, so wurde zu wenig Lohnsteuer einbehalten und es kommt zu einer Nachzahlung von Lohnsteuer.

    Wegen dieser Änderungen kann es bei Arbeitnehmer-Ehepaaren mit der Steuerklassenkombination III/V und bei Geringverdienern in der Steuerklasse V und VI unter Umständen zur Festsetzung von Steuervorauszahlungen kommen.

    Mit dem interaktiven Abgabenrechner zur Berechnung der Lohnsteuer (Service des Bundesministeriums der Finanzen) können Sie die in der Tabelle angegebenen Jahres- bzw. Monatslöhne, bis zu denen keine Lohnsteuer anfällt, überprüfen.

    Besondere Lohnsteuertabelle (nicht sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer)

    Für 2017 gilt in der besonderen Lohnsteuertabelle folgendes:

    In der allgemeinen Lohnsteuertabelle wird erst ab einem höheren Arbeitslohn Lohnsteuer erhoben. Der Grund für die Differenz liegt in der geringeren Vorsorgepauschale für die besondere Lohnsteuertabelle. Es fehlt dort der Teilbetrag für die gesetzliche Rentenversicherung.

    Seit 1996 wirken sich dafür die Kinderfreibeträge nicht mehr auf die Höhe der Lohnsteuer aus. Bei der Ermittlung der Kirchensteuer und des Solidaritätszuschlag werden die Kinderfreibeträge jedoch weiterhin berücksichtigt (auf den Seiten Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag finden sie eine Übersicht zu Kinderfreibeträgen).

    Die endgültige Steuerschuld wird erst durch eine Einkommensteuerveranlagung festgestellt. Durch die Wahl von Lohnsteuerklassen (III/V oder IV/IV) lassen sich daher nur zeitweise aber keine endgültigen Steuervorteile erreichen. Die einbehaltene Lohnsteuer wird auf die Einkommensteuer angerechnet. Wurde mehr Lohnsteuer einbehalten als Einkommensteuer festgesetzt wird, ergibt sich eine Erstattung. Ist die festgesetzte Einkommensteuer höher als die einbehaltene Lohnsteuer, wird eine Nachzahlung fällig.

    Источники: http://www.oeffentlichen-dienst.de/steuerklassen.html, http://www.smart-rechner.de/lohnsteuer/rechner.php, http://www.lohn-info.de/lohnsteuerzahlen.html

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