Lohnsteuer senken

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    Antrag noch bis Jahresende: Es gibt viele Möglichkeiten, die Belastung zu senken

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    Es gibt viele Möglichkeiten, die Belastung zu senken

    Doch gerade bei der Einkommensteuer suchen Arbeitnehmer nach Möglichkeiten, die Belastung zu verringern – macht sie doch den Löwenanteil der Steuerzahlungen aus. Die Suche beginnt meist erst im Zuge der jährlichen Steuererklärung. Aber selbst, wenn Monate nach Abgabe der Steuererklärung eine ansehnliche Rückzahlung ins Haus steht – der Steuerzahler ist zunächst einmal in Vorleistung gegangen – und es liegt an ihm, die Rückerstattung mittels Steuererklärung zu erwirken.

    Werbungskosten : Mit Arbeitszimmer und Dienstreise die Steuerlast senken

    Wer schon vorher mehr Netto vom Brutto möchte, um dem Staat nicht auch noch ein zinsloses Darlehen zu geben, und gleichzeitig das monatlich verfügbare Einkommen erhöhen will, sollte die Möglichkeiten prüfen, einen Steuerfreibetrag in seine ELStAM-Lohnsteuerdaten eintragen zu lassen. Im normalen Verfahren werden die persönlichen Daten der alten Lohnsteuerkarten von den Ämtern der Kommunen und dem Finanzamt ab dem kommenden Jahr an ein zentrales Register im Bundeszentralamt für Steuern übermittelt. Steuerklasse, Familienstatus und derlei Merkmale sind also automatisch vermerkt. Nicht aber die Steuerfreibeträge, die normalerweise jedes Jahr neu beantragt werden müssen.

    Nein, die kann man nicht absetzen. So entschied das Finanzgericht Baden Württemberg, dass Autoliebhaber die Kosten eines teuren Oldtimers als Betriebsausgaben nicht geltend machen können (Az. 6 K 2473/09). Die Richter meinten, diese unangemessenen Repräsentationsaufwendungen seien als Betriebsausgaben nicht abzugsfähig.

    Geht nicht immer, aber manchmal schon. Unternehmer sollten eher davon absehen, sich einen teuren Firmenwagen zuzulegen. Die Richter des Finanzgerichts Nürnberg meinten, ein zweisitziger Mercedes 500 SL deute eher auf einen privaten Fahrspaß hin, als auf Geschäftsfahrten und erkannten die Betriebsausgaben nicht an (Az. I 111/2003). Anders die Richter des Niedersächsischen Finanzgerichts, sie ließen einen Mercedes Roadster 500 SL durchgehen. 75.000 Euro wurden hier anerkannt (Az. 6 K 547/95).

    Hier zahlt der Fiskus teilweise mit. Nach dem deutschen Steuerrecht sind nämlich ärztliche Behandlungen und auch notwendige Operationen außergewöhnliche Belastungen, sofern sie eine bestimmte Zumutbarkeitsgrenze überschreiten. Was wiederum von der Familiensituation abhängig ist. Nach der Rechtsprechung und den Anweisungen der Finanzdirektionen wird eine Augenlaserbehandlung als eine solche außergewöhnliche Belastung anerkannt. Man muss in seiner Steuerklärung einen Beweis für die entstandenen Kosten erbringen und kann diese somit von der Steuer absetzen.

    Auch hier macht der Fiskus mit. Aber nur, soweit es um den Unterricht geht. Kost und Logis müssen schon die Eltern selbst zahlen. Abzugsfähig sind laut Bund der Steuerzahler grundsätzlich 30 Prozent, höchstens aber 5000 Euro.

    Eine Luxus-Füllfeder ist ebenfalls steuerlich absetzbar. In einem konkreten Fall ging es um die Anschaffung einer Mont­blanc-Füllfeder samt Etui in der Höhe von 460 Euro. Der Betroffene betonte, dass die Füllfeder ausschließlich aus beruflichen Gründen angeschafft worden sei. Eine private Nutzung sei mangels Veranlassung ausgeschlossen, vielmehr benötige er das Schreibgerät zum Setzen von Unterschriften, Planungen und Arbeitsvorbereitungen für Mitschriften bei Konferenzen und Seminaren. Dies sei insbesondere in Hinblick auf die durch einfache Schreibwaren hervorgerufene Unleserlichkeit der Handschrift geboten. Einen Haken hat die Sache allerdings, bisher gibt dazu nur ein Urteil in Österreich. Bei entsprechender Erklärung, könnte das aber auch in Deutschland klappen.

    Funktioniert. Mag sein, dass der entsprechende Eintrag auf der Steuererklärung nicht ganz leicht fällt. Doch es lassen sich Steuern sparen. Wer krankheitsbedingt zeugungsunfähig ist, kann die Kosten für Spendersamen laut einem Urteil steuerlich geltend machen, und zwar als außergewöhnliche Belastung. Dann sind die Aufwendungen abzugsfähig, entschied der Bundesfinanzhof (Az. VI R 43/10)

    Es war zu vermuten. Nein, die sind nicht absetzbar. Aber es wurde bereits versucht, und der Bundesfinanzhof hatte darüber zu entscheiden (Az. III R 21/86 ). Argumentiert wurde wie folgt: Eine steuerlich absetzbare Bewirtung als Betriebsausgaben im Sinne des Einkommenssteuergesetzes liegt nur dann vor, wenn die Darreichung von Speisen oder Getränken eindeutig im Vordergrund steht. Beim betrieblichen Bordellbesuch geht es jedoch anders als bei einem Restaurantbesuch nicht um die Schaffung eines angenehmen Rahmens für geschäftliche Gespräche. Das persönliche Vergnügen tritt zu sehr in den Vordergrund. Entsprechende Aufwendungen sind somit nicht von der Steuer absetzbar.

    Geht. Sport kann von der Steuer abgesetzt werden. Bei medizinischer Notwendigkeit macht der Fiskus mit. Das Finanzgericht München entschied einen entsprechenden Fall (Az. 1 K 2183/07). So kann das Fitness-Studio von der Steuer abgesetzt werden, wenn der Patient Rückenbeschwerden hat, die durch gezielten Sport eine Verbesserung nach sich ziehen würden. Wichtig ist aber eine Bescheinigung vom Amtsarzt. Dieser muss klarstellen, dass hier eine medizinische Notwendigkeit für den Sport vorliegt.

    Nein, das geht nicht. Der Golfclubbeitrag ist nicht steuerlich absetzbar. Das Finanzgericht Köln hat entschieden, dass ein Händler von Sportartikeln auch nicht anteilig seinen Mitgliedsbeitrag für einen Golfclub steuerlich geltend machen kann (Az. 10 K 3761/08). Die Ausübung einer Trendsportart wie Golf betreffe in erheblichem Umfang die private Lebensführung. Deswegen lässt sich hier nichts absetzen.

    Die Eintragung der Freibeträge erfolgt nach einem „Antrag auf Lohnsteuerermäßigung“ beim zuständigen Finanzamt. Solch ein Antrag ist nicht weiter schwierig und kommt für Millionen von Arbeitnehmern in Frage. Die vorgezogene Lohnsteuerermäßigung sei interessant für fast alle Arbeitnehmer, betonte unlängst Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler in Berlin. Die Formulare für den Antrag auf Lohnsteuerermäßigung gibt es seit Anfang Oktober entweder bei den Service-Centern der Finanzämter, oder im Internet unter www.formulare-bfinv.de.

    Nettogehalt mit Steuerfreibeträgen aufbessern

    Es gibt viele Möglichkeiten, die Belastung zu senken

    Besonders Pendler profitieren

    Tipps für Vermieter

    Privatsphäre gegenüber Arbeitgeber bleibt gewahrt

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    Kommentare zu “ Antrag noch bis Jahresende: Nettogehalt mit Steuerfreibeträgen aufbessern“

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    • Steuerzahler 18.11.2012, 21:23 Uhr

    Sinnvoller wäre deutlich weniger Staat und viel mehr individuelle fiskalische Grundrechte, denn das Netto steht defacto gar nicht zur freien Verfügung. Ich bin mündig genug mein Geld so zu nutzen, wie ich es für richtig halte. "Der sanfte Verlust der Freiheit" von Prof. Kirchhof zeigt sehr anschaulich genau diese Problematik auf. Wenn doch nur endlich irgendjemand seitens der Politik auf diesen Mann hören würde.

    Legale Lohnsteuer Tricks: Was man wissen sollte

    Es ist nicht immer ein Steuerberater nötig, um bei der Lohnsteuererklärung ein paar Euros sparen zu können. Viele Tricks und Kniffe lassen sich von Laien problemlos anwenden. Man muss nur wissen, welche das sind.

    Bei der Lohnsteuererklärung gibt es zahlreiche Möglichkeiten, einige Euros zu sparen, und zwar legal. So sollte zum Beispiel beim Grundfreibetrag, der bei 8004 € liegt, darauf geachtet werden, welche abzugsfähigen Ausgaben geltend gemacht werden können, um unterhalb dieses Betrages zu bleiben. In diesem Fall müssen dann keine Steuerzahlungen getätigt werden. Der Kinderfreibetrag liegt im Übrigen bei 7008 €.

    Um das Jahreseinkommen unterhalb des Grundfreibetrages zu drücken, ist natürlich wichtig zu wissen, welche Kostenarten abzugsfähig sind. Da wären als aller Erstes die Krankenversicherungsbeiträge, die seit Januar 2010 vollständig als sogenannte Sonderausgaben abzugsfähig sind. Hier sei auch die Familienversicherung erwähnt, die bei Einkommen unter 365 Euro im Monat greift. Wer über eine solche verfügt, braucht sich um weitere Sozialversicherungsbeiträge nicht zu kümmern. Des Weiteren können Ehepaare ab 2010 die Lohnsteuerabzüge durch das sogenannte Faktorverfahren kürzen lassen. Die 2009 eingeführte Abgeltungssteuer zielt dagegen allein auf Kapitalerträge ab. Hier werden Einkünfte aus Kapitalvermögen, wie z. B. Zinsen, Dividende oder Gewinne aus Aktienverkäufen, pauschal mit 25 % versteuert. Selbstverständlich können auch Verluste aus Kapitalvermögen geltend gemacht werden. Aber Achtung: In Zukunft können Gewinne und Verluste nur noch verrechnet werden, wenn sie auf dasselbe Kreditinstitut fallen. Andernfalls müssen die Banken rechtzeitig benachrichtigt werden.

    Wer in seine Rente investiert, kann in Sachen Lohnsteuerersparnis auch hier ein paar Euros sparen. So ist 2010 der absetzbare Anteil der Rentenzahlungen auf ganze 70 % gestiegen. Rechnerisch lassen sich dadurch Jahr für Jahr bis zu 14.000 Euro als Sonderausgaben geltend machen und die Steuerlast entsprechend senken.

    Vielen unbekannt, aber dennoch erwähnenswert, ist die Abzugsmöglichkeit von Spenden. So sind Spenden an diverse Hilfseinrichtungen, Gesundheitseinrichtungen und Förderer von der Steuerlast befreit. Wer also Geld für einen guten Zweck spendet, soll darauf nicht auch noch Steuern zahlen müssen. Aber Achtung: Die Spenden müssen innerhalb der EU getätigt worden sein.

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    Steuererklärung: So senken Sie schon heute die Steuerlast

    Steuererklärung So senken Sie schon heute die Steuerlast

    Quelle: picture alliance / dpa/Tobias Kleinschmidt

    S teuerzahler müssen nicht erst das kommende Jahr abwarten, um zu viel gezahlte Steuern vom Finanzamt zurückzubekommen. Wer clever ist, sorgt schon heute dafür, dass die monatlichen Abgaben 2010 so gering wie möglich sind. Das erreichen Steuerzahler ganz einfach mit einem Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung. Die Finanzbeamten tragen dann einen Freibetrag auf der Steuerkarte ein, so dass Monat für Monat weniger Steuern abgezogen werden. Wer 2010 viele Ausgaben hat und keinen Antrag stellt, gibt dem Finanzamt unnötigerweise einen zinslosen Kredit.

    Steuerklasse

    Auch die richtige Wahl der Steuerklassen-Kombination kann die Abgabenlast im Verlauf des Jahres drücken. In diesem Jahr können Ehepaare nicht nur wählen, ob sie nach der Kombination IV/IV oder III/V besteuert werden wollen. Nun haben Paare auch die Möglichkeit, sich nach IV-Faktor/IV-Faktor besteuern zu lassen. Bei der Wahl der Steuerklassen-Kombination gilt die Faustformel: Verdient einer der Ehepartner mehr als 60 Prozent des gemeinsamen Lohns, sollte er die Steuerklasse III beantragen, der andere die Klasse V. „Bei der Steuerklassen-Kombination III/V sind Steuerzahler aber verpflichtet, eine Steuererklärung zu machen“, sagt Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine.

    Alternativ können sich diese Paare nun auch überlegen, ob sie sich lieber nach IV-Faktor/IV-Faktor besteuern lassen. Unterm Strich ändert diese Steuerklassen-Kombination kaum etwas daran, wie viele Steuern das Paar im Verlauf des Jahres an den Fiskus abtreten muss. Doch die Steuerlast wird gerechter zwischen den Ehepartnern verteilt. Denn der Partner in Steuerklasse V hat sehr hohe Abzüge, während die Abgabenlast in Steuerklasse III entsprechend gering ausfällt. Entscheidet sich das Paar nun für die Steuerklassen-Kombination IV-Faktor/IV-Faktor, wird die Steuerlast anders verteilt.

    Der Partner, der ehemals nach Klasse V besteuert wurde, hat am Monatsende deutlich mehr Geld auf seinem Konto, während der Partner in Klasse III weniger ausgezahlt bekommt. Ehepaare, die annähernd gleich viel verdienen, sollten die Steuerklassen-Kombination IV/IV wählen. „In diesem Fall empfiehlt es sich jedoch, eine Steuererklärung zu machen – auch wenn Steuerzahler dazu nicht verpflichtet sind“, sagt Peter Kauth, Steuerexperte vom Onlineportal Steuerrat24.de. Denn wenn die Einkünfte beider Ehepartner nicht annähernd gleich hoch sind, erhalten Steuerzahler in den meisten Fällen eine ganz ansehnliche Steuererstattung.

    Steuerzahler sollten jedoch einen entscheidenden Punkt beachten: Die Steuerklassen-Kombination entscheidet nicht nur darüber, wie viele Steuern gezahlt werden müssen, sondern auch darüber, wie hoch Lohnersatzleistungen wie beispielsweise Elterngeld, Mutterschaftsgeld, Kurzarbeitergeld oder Arbeitslosengeld I ausfallen. „In einigen Fällen kann sich eine unlogische Steuerklassenkombination durchaus rechnen“, sagt Steuerexperte Kauth.

    Die Höhe der Lohnersatzleistungen richtet sich nach der Höhe des Nettolohns. Und dieser fällt in Steuerklasse III besonders üppig und in Steuerklasse V besonders niedrig aus. Steuerzahler, die nach Steuerklasse III besteuert werden, erhalten ein deutlich höheres Elterngeld oder Arbeitslosengeld I als in Klasse V. Bis auf wenige Ausnahmen gestatten die Finanzbeamten jedem Ehepaar einen einzigen Steuerklassen-Wechsel im Jahr. Dieser muss bis spätestens 30. November beantragt werden.

    600-Euro-Grenze

    Die Finanzbeamten akzeptieren jedoch nicht in jedem Fall einen Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung. Die Beamten tragen nur dann einen Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte ein, wenn Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen abzüglich der Freibeträge mindestens 600 Euro betragen. Wer weniger Werbungskosten (etwa Ausgaben für doppelte Haushaltführung, Fahrten zur Arbeit oder Arbeitsmittel) und nicht genug andere Ausgaben vorweisen kann, geht leer aus. „Die im Antrag geltend gemachten Aufwendungen müssen Steuerzahler nachweisen oder glaubhaft machen“, sagt Peter Kauth von Steuerrat24.de.

    Ein Beispiel: Herr Müller fährt jeden Tag 23 Kilometer zur Arbeit. Da er eine Fünf-Tage-Woche hat, kann er in der Steuererklärung eine Entfernungspauschale von 1587 Euro verrechnen. Doch anstatt lange bis zur Abrechnung mit dem Finanzamt zu warten, kann sich Herr Müller den Betrag auch gleich Anfang 2010 auf seiner Lohnsteuerkarte eintragen lassen.

    Die von Herrn Müller beantragte Lohnsteuer-Ermäßigung verteilen die Finanzbeamten dann auf die verbleibenden Monate im Jahr. Lässt Herr Müller sich den Freibetrag im April eintragen, werden die 667 Euro (1587 minus Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 920 Euro) auf die acht verbleibenden Monate verteilt. Dann würde Müllers Arbeitgeber 83,38 Euro vom monatlichen Lohn abziehen, so dass unterm Strich weniger Steuern abgeführt werden.

    Ohne 600-Euro-Grenze

    Auch Steuerzahler, die nicht genug Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen vorweisen, können sich einen Freibetrag eintragen lassen. Denn für einige Ausgaben ist die 600-Euro-Grenze irrelevant. So können Steuerzahler immer einen Behinderten- oder Hinterbliebenen-Pauschbetrag auf ihrer Lohnsteuerkarte eintragen lassen.

    Auch wer Handwerker oder Haushaltshilfen im eigenen Haushalt beschäftigt, senkt mit einer Lohnsteuer-Ermäßigung seine monatliche Steuerlast. Denn die Finanzbeamten vervierfachen in diesem Fall den möglichen Steuerabzugsbetrag und tragen diesen dann als Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte ein. Ein Beispiel: Wer einen Mini-Jobber beschäftigt, kann bis zu 510 Euro mit dem Finanzamt verrechnen. In diesem Fall schreiben die Finanzbeamten einen Freibetrag von 2040 Euro (4 x 510 Euro) gut.

    Arbeitnehmer, die eine Lohnsteuer-Ermäßigung beantragen, müssen eine Steuererklärung für 2010 abgeben. Wer eine zu hohe Lohnsteuer-Ermäßigung beantragt, bereitet sich selbst keinen Gefallen. In diesem Fall müssen Steuerzahler kräftig Steuern nachzahlen. Freibeträge für 2010 können Steuerzahler jederzeit bis zum 30. November 2010 beantragen.

    Steuerzahler, die negative Einkünfte und positive Kapitaleinkünften haben, sollten Zinsen und Kursgewinne in der Steuererklärung angeben. Denn die positiven Kapitaleinkünfte verrechnen die Finanzbeamten dann mit den negativen Einkünften. Es kann jedoch auch sinnvoll sein, die negativen Einkünfte als Verlust in das Vorjahr zurückzutragen oder für das Folgejahr aufzusparen.

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    Источники: http://www.handelsblatt.com/finanzen/steuern-recht/steuern/antrag-noch-bis-jahresende-es-gibt-viele-moeglichkeiten-die-belastung-zu-senken/7401912-2.html, http://www.wallstreet-online.de/ratgeber/finanzen-steuern-versicherung/banken/legale-lohnsteuer-tricks-was-man-wissen-sollte, http://www.welt.de/finanzen/article7442585/So-senken-Sie-schon-heute-die-Steuerlast.html

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