Minijob steuer

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    Minijob in der Steuererklärung angeben

    Mit einem Minijob lässt sich auf einfache Art Geld verdienen. Ein solcher Nebenjob auf der Basis von 450€ Monatsverdienst hat handfeste Vorteile.

    In der Regel bleibt der Arbeitnehmer bei dieser Nebentätigkeit frei von Sozialabgaben. Auch von Zahlungen an den Fiskus merkt der Minijobber selbst zum größten Teil nicht viel.

    Deshalb hat der Minijob auch den Ruf, Steuer- und Sozialabgabenfrei zu sein. Doch das stimmt so nicht. Denn Steuern sind auf einen 450-Euro-Job in jedem Fall zu zahlen. Unter bestimmten Umständen sind Einkünfte aus dem Minijob sogar in der in der Steuererklärung anzugeben.

    Minijob und Steuererklärung: es gibt zwei Optionen

    In Deutschland muss der größte Teil der Einkünfte von dem, der sie erzielt, versteuert werden. Weil auch mit einem Minijob solche Einnahmen erzielt werden, sind darauf auch Steuern zu zahlen.

    Bei einem Minijob besteht die Wahl zwischen zwei unterschiedlichen Optionen bei der Besteuerung:

    • Pauschalabgabe durch den Arbeitgeber (keine Angabe in der Steuererklärung)
    • Angabe des Minijobs in der Steuererklärung

    Welche dieser Möglichkeiten genutzt wird, entscheidet der Arbeitgeber.

    Pauschale Abgabe der Steuer im Minijob durch den Arbeitgeber

    Eine dieser Möglichkeiten, Steuern abzuführen, ist die pauschale Abgabe durch den Arbeitgeber. Diese Option wird bei den meisten Minijobs genutzt. Der Arbeitgeber zahlt zwei Prozent, berechnet auf den Verdienst, den er seinem Minijobber zahlt. Die höchste Abgabe beträgt also neun Euro im Monat.

    Die Pauschalsteuer hat einen unschlagbaren Vorteil. Mit diesem pauschalen Beitrag sind auch der Solidarzuschlag und sogar der Anteil der Kirchensteuer abgegolten. Der Arbeitnehmer im Minijob merkt meist nichts von dem Vorgang, weil er in der Hand des Arbeitgebers liegt.

    Allerdings darf dieser den Betrag vom Lohn seines Arbeitnehmers abziehen. Das passiert in den meisten Fällen jedoch nicht. Ein 450-Euro-Job bringt dem Mitarbeiter auch 450 € im Monat, der Pauschbetrag stammt aus der Tasche des Chefs.

    Zieht der Arbeitgeber den pauschalen Anteil der Steuer und die Sozialabgaben von seinem Arbeitnehmer ein, kann sich dieser einen Teil des Geldes vom Fiskus zurückholen. Er muss dann das Einkommen in seiner Einkommensteuererklärung angeben und dort auch die Sozialabgaben als besondere Ausgaben deklarieren. Dann mindern diese Abgaben die Steuer insgesamt.

    Die Möglichkeit der pauschalen Abgabe des Steueranteils gibt es nur unter bestimmten Umständen. Nutzen kann sie der Arbeitgeber dann, wenn er auch den Beitrag in die gesetzliche Rentenkasse abführt. Das sind 15 Prozent, berechnet auf die Einkünfte von maximal 450 € im Monat. Auch der freiwillige eigene Anteil des Mitarbeiters von 3,7 Prozent des Einkommen wird so abgeführt.

    Ist der Arbeitnehmer von der Beitragspflicht zur gesetzlichen Rentenkasse befreit, darf sein Arbeitgeber eine pauschale Lohnsteuer auf die Einkünfte ansetzen. Sie beträgt 20 Prozent, berechnet auf die Einnahmen. Zu diesem 20 Prozent kommen noch der Solidaritätszuschlag und unter Umständen die Kirchensteuer. Diese pauschale Lohnsteuer wird direkt an das Finanzamt abgeführt.

    Möglichkeit Minijob in der Steuererklärung anzugeben

    Weil Minijobs grundsätzlich steuerpflichtig sind, muss der Minijobber seinem Arbeitgeber zu Beginn der Tätigkeit seine Steueridentifikationsnummer geben. Die alte Lohnsteuerkarte gibt es nicht mehr. Der Steuerpflichtige wird anhand seiner Identifikationsnummer und seines Geburtsdatums festgestellt. Einen größeren Aufwand hat er meist nicht.

    Denn auch in der Einkommensteuererklärung muss er seine Einkünfte aus dem Minijob nicht angeben. Das gilt auch bei mehreren Minijobs, wenn diese in der Summe einen monatlichen Verdienst von 450 € nicht übersteigen.

    Liegen die Einnahmen aus mehreren Minijobs über dieser monatlichen Marke, wird nur der erste Job mit dem Pauschbetrag von zwei Prozent steuerlich gewertet. Die anderen Einkünfte unterliegen dem persönlichen Steuersatz des Arbeitnehmers. Sie gehören dann auch in die Steuererklärung.

    Arbeitnehmer, die gemeinsam mit ihren Ehepartnern steuerlich veranlagt sind, müssen immer eine Einkommensteuererklärung abgeben. Einnahmen aus einem Minijob müssen in der Steuererklärung nicht angegeben werden, wenn es sich nur um einen einzigen Minijob handelt.

    Auch die Einkünfte aus mehreren Minijobs gehören nicht in die gemeinsame Einkommensteuererklärung, wenn die Einnahmen in der Summe 450 € im Monat nicht übersteigen.

    Steueranteil bei kurzfristigen Beschäftigungen

    Für kurzfristige Beschäftigungen müssen keine Sozialabgaben gezahlt werden. Allerdings besteht bei diesen Tätigkeiten selbstverständlich Steuerpflicht. Wer über einen Zeitraum von drei Monaten oder insgesamt 70 Tagen einer Tätigkeit nachgeht, schuldet dem Fiskus seinen Anteil.

    Anders als beim 450-Euro-Job wird der steuerliche Teil nicht als Pauschbetrag abgeführt. Es gibt also weder eine Pauschalsteuer von zwei Prozent noch von 20 Prozent. Lediglich eine pauschale Lohnsteuer von 25 Prozent ist denkbar. Dafür muss es jedoch Voraussetzungen geben.

    Die Beschäftigung des Arbeitnehmers muss gelegentlich erfolgen. Das trifft zu, wenn der Mitarbeiter zusammenhängend nicht mehr als 18 Arbeitstage beschäftigt ist. Das schließt Feiertage, Urlaubs- und Krankheitstage ein. Zusätzlich darf der Lohn 62 € pro Arbeitstag nicht überschreiten.

    Eine alternative Voraussetzung ist, dass die Beschäftigung zu einem nicht geplanten und deshalb unvorhersehbaren Zeitpunkt erforderlich ist. Dann darf der Stundenlohn nicht über 12 € liegen.

    Sind diese Bedingungen für die Pauschalierung der Lohnsteuer nicht erfüllt, erfolgt die Veranlagung nach dem persönlichen Steuersatz des Arbeitnehmers.

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    Minijob

    Bis 450 Euro Lohn für geringfügige Beschäftigung

    • Zuletzt aktualisiert: 19. September 2017
    • Von: Udo Reuß

    Das Wichtigste in Kürze

    • Minijobs sind „geringfügige Beschäftigungen“ bis zu 450 Euro Lohn im Monat.
    • Bei Minijobs zahlen Arbeitnehmer weder in die Arbeitslosenversicherung, noch in die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung ein.
    • Als Minijobber sind Sie ein Arbeitnehmer in Teilzeit. Sie haben grundsätzlich die gleichen Rechte wie Vollzeitbeschäftigte: Sie erhalten weiter Ihren Lohn, wenn Sie krank sind, und haben Anspruch auf bezahlten Urlaub.

    So gehen Sie vor

    • Minijobs sind rentenversicherungspflichtig. Sie können sich aber davon befreien lassen.
    • Ohne Befreiung zahlen Sie 3,7 Prozent Ihres Lohns in die Rentenversicherung ein. Damit erwerben Sie einen geringen Rentenanspruch. Die Zeit wird als Pflichtbeitragszeit angerechnet und Sie haben Anspruch auf staatliche Zulagen für die Riester-Altersvorsorge.
    • Wer selbst einen Minijobber im Privathaushalt beschäftigen möchte, sollte ihn über das Haushaltsscheckverfahren der Minijob-Zentrale anmelden. Über die Steuererklärung kann sich der Arbeitgeber 20 Prozent der Kosten für die Haushaltshilfe als Steuererstattung zurückholen – bis maximal 510 Euro.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu Arbeits- und Sozialrecht immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Laut Bundesagentur für Arbeit gibt es derzeit etwas über 7,3 Millionen geringfügig entlohnte Beschäftigte in Deutschland (Stand: Januar 2017). Das können Studenten oder Rentner sein oder Minijobber in Privathaushalten, aber auch Arbeitnehmer mit Nebenjobs, die zusätzlich zu ihrer hauptberuflichen Tätigkeit etwas hinzuverdienen wollen.

    Zum 1. Januar 2013 wurde die Obergrenze für den Verdienst im Minijob von 400 Euro auf 450 Euro angehoben. Minijobs sind seitdem auch rentenversicherungspflichtig. Das führt dazu, dass Sie im Regelfall nicht so viel netto wie brutto ausgezahlt bekommen, sondern weniger. Sie können sich allerdings auch von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen.

    Minijobber, die vor dem Stichtag versicherungsfrei in der Rentenversicherung waren, bleiben es auch weiterhin, wenn ihr Gehalt von vorher höchstens 400 Euro nicht erhöht wird. In den übrigen Zweigen der Sozialversicherung sind Sie weiterhin versicherungsfrei. Für Arbeitgeber besteht Melde- und Beitragspflicht.

    Was sind Minijobs?

    Wenn von Minijobs im gewerblichen Bereich die Rede ist, sind 450-Euro-Jobs und kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse gemeint (§ 8 SGB IV). Bei Hilfen in Privathaushalten gelten im Wesentlichen dieselben Regeln – nur die Abgaben für den Arbeitgeber sind geringer.

    450-Euro-Jobs – Eine geringfügige Beschäftigung setzt voraus, dass der regelmäßige Lohn 450 Euro im Monat nicht übersteigt. Das entspricht einer Verdienstgrenze von maximal 5.400 Euro pro Jahr bei durchgehender, mindestens zwölf Monate dauernder Beschäftigung. Dabei sind auch einmalige Einnahmen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld zu berücksichtigen, die mit Sicherheit mindestens einmal pro Jahr gezahlt werden.

    Wird die monatliche Arbeitsentgeltgrenze innerhalb des maßgebenden Zeitjahres in mehr als drei Monaten überschritten, liegt keine geringfügige Beschäftigung mehr vor. Ausnahme: Die Arbeitsentgeltgrenze von 5.400 Euro wird in dem vom Arbeitgeber gewählten Jahreszeitraum nicht überschritten. Dann darf das regelmäßige Gehalt auch höher als 450 Euro sein – zumindest zeitweilig.

    Beispiel für Minijobbergehalt mit saisonbedingt unterschiedlichem Gehalt

    F hat einen Minijob in einer Eisdiele. Sie erhält in den Frühlings- und Sommermonaten 540 Euro monatlich, in den Herbst- und Wintermonaten nur 360 Euro:

    Damit übersteigt das regelmäßige monatliche Entgelt von F nicht 450 Euro (5.400 /12=450 Euro). Es handelt sich deshalb um einen Minijob im Sinne des Gesetzes. Auch wenn in einzelnen Monaten Arbeitsentgelte oberhalb von 450 Euro erzielt werden, kann eine geringfügig entlohnte Beschäftigung vorliegen, solange die jährliche Entgeltgrenze von 5.400 Euro nicht überschritten wird.

    Kurzfristige Beschäftigung – Ist die Beschäftigung im Voraus auf 70 Arbeitstage oder drei Monate innerhalb eines Kalenderjahres begrenzt und wird sie nicht berufsmäßig ausgeübt, dann handelt es sich um eine kurzfristige Beschäftigung und damit ebenfalls um einen Minijob. Eine solche kurzfristige Beschäftigung ist vor allem für die Sommer- oder Semesterferien gedacht. Ab dem 1. Januar 2019 gelten 50 Arbeitstage oder zwei Monate als Grenze.

    Bei Minijobs besteht Versicherungsfreiheit in der Arbeitslosenversicherung, in der gesetzlichen Kranken- und in der Pflegeversicherung (§ 7 SGB V). Wer seinen Minijob verliert, erhält kein Arbeitslosengeld.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu Arbeits- und Sozialrecht immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Mindestlohn bei Minijobs beachten

    Seit dem 1. Januar 2015 haben grundsätzlich auch geringfügig entlohnte oder kurzfristig Beschäftigte Anspruch auf Mindestlohn. Zugleich darf die Entgeltgrenze von 450 Euro im Monat aber nicht überschritten werden. Laut einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts vom Januar 2017 haben sich die Arbeitgeber aber daran oft nicht gehalten. Fast jeder zweite Minijobber bekam weniger als den Mindestlohn.

    Zum 1. Januar 2017 ist der gesetzliche Mindestlohn auf 8,84 Euro je Zeitstunde gestiegen. Damit verringert sich bei geringfügigen Beschäftigungen die maximale Arbeitszeit eines Minijobbers. Soll deren Status erhalten bleiben, muss der Arbeitgeber die Arbeitszeit im Arbeitsvertrag korrigieren. Minijobber erreichen die Verdienstgrenze von 450 Euro im Monat schon nach knapp 50 Stunden im Monat.

    Arbeitgeber müssen seit Einführung des Gesetzes detaillierte Stundenaufzeichnungen für Minijobber führen (§ 17 Mindestlohngesetz). Eine Ausnahme gilt nur für eine Tätigkeit im Privathaushalt und bei der Beschäftigung von engen Familienangehörigen – hier besteht keine Aufzeichnungspflicht.

    Dem gesetzlichen Mindestlohn steht keine Höchstgrenze gegenüber. Arbeitgeber können deshalb einem Minijobber auch sehr großzügige Stundenlöhne zahlen. Entscheidend ist allein, dass er nicht mehr als 450 Euro im Monat bekommt. Bei kurzfristigen Beschäftigungen ist das anders. Der Stundenlohn darf bei diesen Verträgen durchschnittlich 12 Euro je Arbeitsstunde nicht übersteigen.

    Mehrere Minijobs

    Mehrere Minijobs bei unterschiedlichen Arbeitgebern: Haben Sie mehrere Minijobs, sind die Einkünfte daraus immer zusammenzurechnen. Überschreitet der insgesamt erzielte Lohn die Geringfügigkeitsgrenze von 450 Euro im Monat, unterliegen alle geringfügigen Beschäftigungen der Versicherungspflicht in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.

    Minijob als Nebentätigkeit: Üben Sie eine geringfügige Beschäftigung neben einem sozialversicherungspflichtigen Hauptberuf aus, bleibt die geringfügige Beschäftigung sozialversicherungsfrei. Beginnen Sie daneben noch einen weiteren Minijob, unterliegen Sie mit dem zweiten Minijob der Sozialversicherungspflicht.

    Ist der Hauptberuf sozialversicherungsfrei, zum Beispiel bei Beamten, werden die zweite und alle weiteren ausgeübten Beschäftigungen zusammengerechnet. Wird durch eine solche Zusammenrechnung die Entgeltgrenze von 450 Euro überschritten, besteht Versicherungspflicht in der Renten- und Arbeitslosenversicherung mit jeweils individueller Beitragszahlung. In der Kranken- und Pflegeversicherung bleiben dagegen beide Beschäftigungen versicherungsfrei. Mit der Haupttätigkeit wird in diesem Fall nichts zusammengerechnet.

    Minijob als Nebentätigkeit bei demselben Arbeitgeber: Mehrere Beschäftigungen bei demselben Arbeitgeber werden sozialversicherungsrechtlich als eine Einheit betrachtet. Die Art der jeweils ausgeübten Beschäftigung ist dabei unbedeutend. In Ihrem Minijob wären Sie dann auch sozialversicherungspflichtig.

    Anders ist es, wenn Sie für eine Tochtergesellschaft Ihres Arbeitgebers im Rahmen eines Minijobs tätig sind. Das gilt selbst dann, wenn diese organisatorisch und wirtschaftlich eng verflochten sind.

    Übungsleiterpauschale

    Wenn Sie einen Minijob mit der Übungsleiterpauschale kombinieren, können Sie bis zu 650 Euro im Monat ohne Sozialversicherungsabgaben hinzuverdienen.

    Minijobs und Rentenversicherung

    Alle Minijobber unterliegen seit dem 1. Januar 2013 der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung. Da der Arbeitgeber für eine geringfügige Beschäftigung bereits den Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung in Höhe von 15 Prozent des Lohns zahlt, müssen Minijobber nur die Differenz zum allgemeinen Beitragssatz von 18,7 Prozent selbst tragen, also 3,7 Prozent: Von 450 Euro brutto erhalten Sie nur noch 433,35 Euro im Monat ausbezahlt.

    Folgende Vorteile bringt Ihnen die Rentenversicherungspflicht:

    • Erwerb von Pflichtarbeitszeiten, die Sie bei Ansprüchen auf medizinische Rehabilitation, Umschulungen oder Ähnlichem nachweisen müssen.
    • Geringe Erhöhung der Rentenansprüche: Ein Jahr als Minijobber mit 450 Euro monatlich bringt allein durch die Pauschalabgabe des Arbeitgebers nach Auskunft der Deutschen Rentenversicherung einen Rentenzuwachs von etwa 3,55 Euro im Monat. Wenn Sie die 3,7 Prozent zusätzlich selbst einzahlen, beläuft sich der Zuwachs auf monatlich 4,43 Euro.
    • Voraussetzung für staatliche Förderung der Altersvorsorge: Schließen Sie einen Riester-Vertrag ab und zahlen Sie jährlich mindestens 60 Euro dafür, winkt eine staatliche Zulage von 154 Euro (ab 2018: 175 Euro) und von 300 Euro für jedes Kind, das ab 2008 geboren ist. Für jedes ältere Kind beläuft sich die Zulage auf jährlich 185 Euro.

    Attraktiv für Mütter

    Wenn beispielsweise eine Mutter die fünf Jahre Mindestversicherungszeit noch nicht erreicht hat, dann kann ein Minijob recht schnell zu einem Anspruch auf eine kleine Rente führen. Beispiel: Eine Mutter verdient zwei Jahre lang monatlich 450 Euro als geringfügig Beschäftigte. Sie stockt den Rentenversicherungsbeitrag, den ihr Arbeitgeber zahlt, um 3,7 Prozent auf. Hierfür erhält sie einen Rentenanspruch von 8,86 Euro. Für die Erziehung eines Kindes erhält sie drei Entgeltpunkte und somit einen weiteren Rentenanspruch von 93,09 Euro, insgesamt also 101,95 Euro (Finanztip-Berechnung vom 13. September 2017 mit Angaben der Minijob-Zentrale).

    Sie können sich von der Rentenversicherung befreien lassen. Dazu müssen Sie gegenüber Ihrem Arbeitgeber schriftlich erklären, dass Sie darauf verzichten. Ihr Arbeitgeber reicht hierfür eine Mitteilung an die Minijob-Zentrale weiter. Wenn diese nicht innerhalb eines Monats widerspricht, gilt der Antrag als genehmigt (§ 6 Abs. 1b, 3 und 4 SGB VI).

    Befreiung von der Rentenversicherungspflicht

    Vor der Befreiung sollten Sie sich die rentenrechtlichen Auswirkungen in Ihrem persönlichen Fall von einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung erläutern lassen. Dort können Sie kostenlos anrufen unter der Servicenummer: 0800 1000 4800.

    Minijobs und Krankenversicherung

    Bei einem Minijob führt der Arbeitgeber 13 Prozent für Krankenversicherungsbeiträge an die Knappschaft-Bahn-See ab. Sind Sie privat versichert, muss Ihr Arbeitgeber diesen Beitrag nicht zahlen. Durch die pauschalen Beträge Ihres Arbeitgebers zur Krankenversicherung entsteht für Sie allerdings kein eigenes Krankenversicherungsverhältnis. Sie können daraus keine Leistungen in Anspruch nehmen, da die Pauschalabgaben in den allgemeinen Gesundheitsfonds fließen. Deshalb müssen Sie sich freiwillig gesetzlich oder privat krankenversichern, wenn Sie nicht bereits durch Ihre Haupttätigkeit oder durch eine Familienversicherung abgesichert sind.

    Keine Krankenversicherung für Flüchtlinge

    Haben geflüchtete Menschen eine Arbeitserlaubnis, dann dürfen sie einen Minijob ausüben. Arbeitgeber müssen dafür keinen Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung zahlen, weil Flüchtlinge nicht gesetzlich krankenversichert sind. De facto spart der Arbeitgeber deswegen 13 Prozent Beitrag. Details können Sie bei der Minijob-Zentrale nachlesen.

    Minijobs in Privathaushalten

    Minijobs in Privathaushalten sind eine spezielle Form der geringfügigen Beschäftigung und werden vom Gesetzgeber besonders gefördert (§ 8a SGB IV). Zum einen zahlt der Arbeitgeber geringere Pauschalbeiträge als für gewerbliche Minijobs – die belaufen sich auf höchstens 14,8 Prozent.

    Zum anderen hat der Gesetzgeber für Minijobs in Privathaushalten eine besondere Steuerermäßigung eingeführt. Dadurch können Sie jährlich 20 Prozent der entstandenen Kosten – höchstens 510 Euro – von Ihrer Steuerschuld abziehen. Das sind im Monat durchschnittlich 42,50 Euro.

    Voraussetzung für die Steuererstattung ist, dass der Arbeitgeber seine Haushaltshilfe bei der Minijob-Zentrale angemeldet hat. Dies geht unbürokratisch mit dem Haushaltsscheckverfahren. Seit 2017 können darüber auch Änderungen zum Beispiel bei der Lohnhöhe, bei den Adress- oder Kontodaten einfach gemeldet werden.

    Mit dem Haushaltsscheck-Rechner der Minijob-Zentrale kann man sehr schnell den Steuervorteil berechnen. Der ist meist größer als die Abgaben, die Sie zahlen. Dennoch arbeiten nach einer Studie des Instituts für deutsche Wirtschaft ein Großteil der Haushaltshilfen schwarz. Nur knapp 350.000 der schätzungsweise 2,7 bis 3 Millionen Putzkräfte, Babysitter oder Gartenhelfer arbeiten als Minijobber oder sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

    Minijob anmelden

    Wer die geringfügige Beschäftigung in einem Privathaushalt nicht anmeldet, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von 5.000 Euro geahndet wird. Darüber hinaus droht bei einem Unfall im Haushalt der Regress durch die Berufsgenossenschaft.

    Pauschalabgaben

    Je nach Art der geringfügigen Beschäftigung sind vom Arbeitgeber unterschiedliche pauschale Abgaben an die Minijob-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See zu entrichten. Die folgende Übersicht ordnet die pauschalen Abgaben den Beschäftigungsarten zu.

    Minijobs und Lohnsteuer

    Minijobs sind grundsätzlich steuerpflichtig. Sie müssen dem Arbeitgeber zum Abzug der einheitlichen Pauschalsteuer von 2 Prozent inklusive Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag nur noch Ihre Steueridentifikationsnummer sowie Ihr Geburtsdatum nennen, seit die alte Lohnsteuerkarte auf Papier abgeschafft wurde. Die Steuern werden zusammen mit den Sozialversicherungsbeiträgen und den Umlagen zum Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen von der Minijob-Zentrale berechnet und eingezogen, sodass dem Arbeitgeber kein weiterer Aufwand entsteht.

    In der Einkommensteuererklärung müssen Sie Ihre Einkünfte aus dem Minijob nicht gesondert angeben. Handelt es sich bei Ihrem Minijob um eine kurzfristige Beschäftigung, die im Voraus auf 70 Arbeitstage (ab 2019: 50 Tage) oder zwei Monate innerhalb eines Kalenderjahres begrenzt ist, ist diese ebenfalls steuerpflichtig. Die Lohnsteuer wird nach Ihren elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen oder – unter bestimmten Voraussetzungen – pauschal mit 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer erhoben.

    So sind Sie arbeitsrechtlich geschützt

    Üben Sie einen Minijob aus, gelten Sie nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz als Teilzeitbeschäftigte. Sie haben grundsätzlich die gleichen Rechte wie Vollzeitbeschäftigte: Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall etwa, aber auch bezahlten Urlaub. Im Falle einer Kündigung gelten auch für Sie die gesetzlichen Kündigungsfristen. Nur als vorübergehende Aushilfe können Sie mit Ihrem Arbeitgeber für die ersten drei Monate eine kürzere Frist vertraglich vereinbaren.

    Verwehrt Ihnen Ihr Arbeitgeber diese Ansprüche, sollten Sie mit Ihrem Vorgesetzten oder der Personalabteilung sprechen und Ihre Rechte einfordern.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zu Arbeits- und Sozialrecht immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Midijobs: Das gilt bei einem Verdienst bis zu 850 Euro

    Eine Zwischenstufe zwischen regulärer und geringfügiger Beschäftigung bilden die Arbeitsverhältnisse für Teil- oder Vollzeitbeschäftigte mit einem Einkommen von 451 bis 850 Euro, die sogenannten Midijobs. Die von diesen Midijobbern zu tragenden Sozialbeiträge steigen langsam an. Sie beginnen mit vier Prozent ab einem Monatsverdienst von 451 Euro und steigen linear bis zum vollen Arbeitnehmeranteil von rund 20 Prozent bei Einkünften von monatlich 850 Euro. Der Arbeitgeber hat dagegen stets den vollen Beitragsanteil zu tragen. Was Sie und Ihr Chef tatsächlich zahlen müssen, können Sie mithilfe des Gleitzonenrechners der Deutschen Rentenversicherung ermitteln.

    Die Regelung für Midijobber gilt nicht, wenn die Nebenbeschäftigung mit einem Arbeitsentgelt von 450 bis 850 Euro neben einer rentenversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung ausgeübt wird, die mit mehr als 850 Euro entlohnt wird. In solchen Fällen sind für beide Beschäftigungen die vollen Sozialversicherungsbeiträge vom Arbeitgeber und vom Arbeitnehmer zu zahlen.

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    Artikel verfasst von

    Finanztip-Experte für Steuern

    Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected] .

    Finanztip-Expertin für Recht

    Britta Beate Schön ist bei Finanztip für sämtliche Rechtsthemen zuständig. Die promovierte Juristin und Rechtsanwältin war als Leiterin der Rechtsabteilung bei Finanzdienstleistern wie der Telis Finanz AG und der Interhyp tätig. Vorher lehrte und forschte sie in Japan als DAAD-Junior-Professorin für deutsches und Europarecht. Ihr Studium absolvierte sie in Münster, Genf, Regensburg und Leipzig. Die Autorin erreichen Sie unter [email protected] .

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    Möglichkeit Minijob in der Steuererklärung anzugeben

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    Auch die Einkünfte aus mehreren Minijobs gehören nicht in die gemeinsame Einkommensteuererklärung, wenn die Einnahmen in der Summe 450 € im Monat nicht übersteigen.

    Steueranteil bei kurzfristigen Beschäftigungen

    Für kurzfristige Beschäftigungen müssen keine Sozialabgaben gezahlt werden. Allerdings besteht bei diesen Tätigkeiten selbstverständlich Steuerpflicht. Wer über einen Zeitraum von drei Monaten oder insgesamt 70 Tagen einer Tätigkeit nachgeht, schuldet dem Fiskus seinen Anteil.

    Anders als beim 450-Euro-Job wird der steuerliche Teil nicht als Pauschbetrag abgeführt. Es gibt also weder eine Pauschalsteuer von zwei Prozent noch von 20 Prozent. Lediglich eine pauschale Lohnsteuer von 25 Prozent ist denkbar. Dafür muss es jedoch Voraussetzungen geben.

    Die Beschäftigung des Arbeitnehmers muss gelegentlich erfolgen. Das trifft zu, wenn der Mitarbeiter zusammenhängend nicht mehr als 18 Arbeitstage beschäftigt ist. Das schließt Feiertage, Urlaubs- und Krankheitstage ein. Zusätzlich darf der Lohn 62 € pro Arbeitstag nicht überschreiten.

    Eine alternative Voraussetzung ist, dass die Beschäftigung zu einem nicht geplanten und deshalb unvorhersehbaren Zeitpunkt erforderlich ist. Dann darf der Stundenlohn nicht über 12 € liegen.

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