Müssen rentner kirchensteuer zahlen

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    Ab wie viel Rente müssen Rentner Steuern zahlen?

    Ob Rentner auf Ihre Rente Steuern zahlen müssen, hängt von verschiedenen Faktoren ab, erklärt die Deutsche Rentenversicherung etwas lapidar im Rentenbescheid. Aber wovon eigentlich?

    Keine Steuern müssen Sie bezahlen, wenn Ihr zu versteuerndes Einkommen maximal dem Grundfreibetrag entspricht. Dieser wurde im Sommer rückwirkend zum 1.1.2015 auf 8.472 € erhöht.

    So berechnen Sie Ihr zu versteuerndes Einkommen aus Ihrer Rente

    Ein Teil Ihrer Rente ist steuerfrei, ein anderer Teil unterliegt grundsätzlich der Besteuerung. Wie hoch dieser Teil ausfällt, hängt vom Jahr des Rentenbeginns ab. Dieser Anteil wird einmal festgelegt und ändert sich dann nicht mehr.

    Leider gilt der festgeschriebene steuerfreie Anteil nur für den Betrag, die Sie zu Beginn Ihrer Rente erhalten. Das heißt: Erhöhungsbeträge aus regelmäßigen Rentenanpassungen (Rentenerhöhungen) erhöhen in voller Höhe das zu versteuernde Einkommen – nicht nur mit dem Besteuerungsanteil.

    Vom steuerpflichtigen Teil ziehen Sie dann noch den Werbungskostenpauschbetrag von 102 € ab (oder weisen höhere Werbungskosten einzeln nach, vgl. hier), außerdem den Sonderausgabenpauschbetrag von 36 € und die abzugsfähigen Vorsorgeaufwendungen. Das Ergebnis ist Ihr zu versteuerndes Einkommen.

    Nutzen Sie unseren kostenlosen Rentenrechner, um Ihre Summe der Einkünfte und Ihr zu versteuerndes Einkommen zu berechnen!

    Haben Sie noch andere Einnahmen als Ihre Rente?

    Wichtig: Ob Sie eine Steuererklärung abgeben müssen, hängt von der Höhe Ihrer steuerpflichtigen Einkünfte ab. Dazu gehören nicht nur Renteneinkünfte aus der gesetzlichen Rente, sondern auch weitere Einnahmen wie zum Beispiel Mieteinnahmen oder Betriebsrenten.

    Ab wann tatsächlich Steuern anfallen, sollte immer im Einzelfall berechnet werden. Am einfachsten geht das mit unserer Steuer-Software SteuerSparErklärung für Rentner .

    In den kommenden Jahren müssen von Jahr zu Jahr immer mehr Rentner Steuern zahlen. Das hat zwei Gründe:

    Für jeden neuen Rentnerjahrgang wird der steuerpflichtige Anteil der Rente immer höher. Der Besteuerungsanteil hängt ab vom Jahr des Rentenbeginns und steigt bis 2020 um jährlich zwei Prozentpunkte, anschließend um jeweils einen Prozentpunkt auf schließlich 100 % im Jahr 2040.

    Der festgeschriebene Rentenfreibetrag führt dazu, dass Erhöhungsbeträge aus regelmäßigen Rentenanpassungen in voller Höhe (nicht nur mit dem Besteuerungsanteil) das zu versteuernde Einkommen erhöhen. Das betrifft auch Bestandsrentner.

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    FAQ Kirchensteuer

    1. Wer ist in Deutschland kirchensteuerpflichtig?

    Antwort: Kirchensteuerpflichtig ist, wer einer Kirche oder einer Glaubensgemeinschaft angehört, die Kirchensteuer erhebt. In Deutschland sind dies vor allem die beiden großen Kirchen, die römisch-katholische und die evangelische. Mitglied dieser beiden Kirchen wird man durch den Akt der Taufe, der meist im Säuglingsalter vorgenommen wird. Ein bewusster Eintritt liegt somit in der Regel nicht vor, dennoch haben die Getauften die Rechtsfolgen für die Entscheidung ihrer Eltern zu tragen. Eine Gebühr für den Kircheneintritt wird von staatlichen Stellen nicht erhoben.

    2. Dürfen auch andere Glaubensgemeinschaften außer den beiden großen Kirchen Kirchensteuer erheben?

    Antwort: Ja, auch andere Gemeinschaften können grundsätzlich Kirchensteuer erheben. Voraussetzung ist jedoch, dass diese den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts haben. So wird in Deutschland u.a. von Israelitischen Kultusgemeinden und Altkatholiken Kirchensteuer erhoben. Glaubensgemeinschaften, die als Vereine organisiert sind, können keine Kirchensteuer erheben. Sie können lediglich Mitgliedsbeiträge einfordern.

    3. Worin unterscheidet sich die Kirchensteuer von einem Mitgliedsbeitrag?

    Antwort: Als Steuer ist die Kirchensteuer, wenn ein Mitglied nicht zahlt, direkt durch die staatliche Finanzverwaltung vollstreckbar; ein ausstehender Mitgliedsbeitrag muss durch ein zivilrechtliches langwierigeres Mahn- und Vollstreckungsverfahren eingetrieben werden.

    Durch ihre Koppelung an die Lohnsteuer steigt bei einer Lohnerhöhung automatisch auch die Kirchensteuer; die Erhöhung eines Mitgliedsbeitrages muss in der Regel durch die Mitglieder- oder Delegiertenversammlung beschlossen werden. Andererseits sind die Einnahmen der Kirchen auch von der Senkung der direkten Steuern betroffen.

    4. Welche Arten von Kirchensteuer gibt es in Deutschland?

    Kircheneinkommens- bzw. Kirchenlohnsteuer: Diese Kirchensteuer wird als prozentualer Zuschlag zur Einkommens- bzw. Lohnsteuer berechnet. Sie wird bei abhängig Beschäftigten direkt bei der Gehaltsabrechnung nach den Angaben auf der Lohnsteuerkarte abgezogen und durch den Arbeitgeber an das Finanzamt abgeführt. Dieses leitet die Beträge an die jeweiligen Religionsgemeinschaften weiter.

    Eine Sonderregelung gilt in Bayern. Dort wird bei den großen Kirchen für alle Steuerpflichtigen, die ihr Einkommen in einer Steuererklärung deklarieren müssen, die Kircheneinkommensteuer auf Grund eines Bescheids kircheneigener Kirchensteuerämter festgesetzt.

    Mindestbetrags-Kirchensteuer: .In einigen Bundesländern wird von den Kirchen ein Mindestbetrag festgelegt.Fällt bei einem wenig verdienenden Kirchenmitglied die von der Lohnsteuer berechnete Kirchensteuer unter diesen Betrag, wird stattdessen der höhere

    Mindestbetrag als Kirchensteuer erhoben.

    Besonderes Kirchgeld in glaubensverschiedener Ehe: Diese Steuer wurde mittlerweile in fast allen Bundesländern eingeführt, wird meistens jedoch nur von der evangelischen Kirche erhoben. Das Kirchgeld zahlt ein nicht oder gering verdienendes Kirchenmitglied, wenn der allein oder besser verdienende Ehepartner keiner kirchensteuerpflichtigen Gemeinschaft angehört. Berechnungsgrundlage des Kirchgeldes ist das Gesamteinkommen, also auch und vor allem das Einkommen des Nichtkirchenmitglieds. Damit erlangen die Kirchen die Steuerdaten auch von Konfessionslosen.

    Kirchensteuer auf Kapitalertragssteuer: Kapitalerträge (z.B. Zinsen auf Sparanlagen) unterliegen als Einkommen der Abgeltungssteuer und auch der Kirchensteuer. Entsprechend den Angaben zur Kirchenmitgliedschaft führt die Bank die Abgeltungssteuer einschließlich Kirchensteuer an das Finanzamt ab.

    Kirchengrundsteuer: Die Kirchengrundsteuer wird in einigen Bundesländern als Zuschlag zu den Grundsteuermessbeträgen aus land- und forstwirtschaftlichem Grundbesitz erhoben, wenn sie die Kircheneinkommens- oder Kirchenlohnsteuer übersteigt.

    Ortskirchensteuer: Wird in manchen Bundesländern zusätzlich als teils freiwilliges Kirchgeld erhoben.

    5. Wie hoch ist die Kirchensteuer in Deutschland?

    Antwort: Der Kirchensteuersatz auf Lohn- bzw. Einkommenssteuer sowie auf die Kapitalertragssteuer beträgt in Bayern und Baden-Württemberg 8%, in den übrigen Bundesländern 9% der Einkommenssteuerschuld.

    Wird die Lohnsteuer pauschal vom Arbeitgeber abgeführt (z.B. bei Geringfügiger Beschäftigung, Aushilfen), wird auch die Kirchensteuer pauschal berechnet, egal ob der Arbeitnehmer tatsächlich Kirchenmitglied ist. Der Prozentsatz liegt zwischen 4 und 7% je nach Bundesland. Bei Minijobs ist in der Lohnsteuerpauschale ein Kirchensteueranteil von 5% enthalten. Hierzu erläutert ein Kirchensteuerexperte der EKD: „Die in der einheitlichen Pauschsteuer definitorisch enthaltene Kirchensteuer ist keine solche im eigentlichen Sinn, da ihr die sie begründenden Merkmale fehlen. Es ist vielmehr eine von allen Arbeitgebern zu tragende staatliche Steuer mit gesetzlicher Verwendungsfiktion.“

    6. Müssen Konfessionslose für ihren Ehepartner Kirchensteuer zahlen?

    Antwort: Das kann passieren und zwar durch das so genannte „Besondere Kirchgeld in glaubensverschiedenen Ehen“. Dabei wird bei der Berechnung der Kirchensteuer eines Kirchenmitglieds, das selbst kein oder nur ein geringes Einkommen hat, das Einkommen des Ehepartners herangezogen. Dieser hat dann für die Kirchensteuer (in diesem Fall als „Kirchgeld“ bezeichnet) des Ehepartners aufzukommen. Das Kirchgeld wird in fast allen Bundesländern bzw. von allen evangelischen Landeskirchen und manchen römisch-katholischen Diözesen erhoben. Eine Verfassungsbeschwerde (Az. 2 BvR 591/06) hat das Bundesverfassungsgericht im November 2010 nicht zur Entscheidung angenommen und damit die bisherige Praxis bestätigt.

    7. Müssen auch Rentner und Arbeitslose Kirchensteuer zahlen?

    Antwort: Rentner müssen Kirchensteuer zahlen, vorausgesetzt sie sind einkommenssteuerpflichtig und verfügen über eine entsprechend hohe Rente. Einige Kirchengemeinden haben ein in der Regel freiwilliges Kirchgeld für Rentner und andere Mitglieder, die kein entsprechend hohes Einkommen (mehr) haben, eingeführt.

    Arbeitslose müssen keine Kirchensteuer zahlen. Bis 2004 wurde bei der Berechnung des Arbeitslosengeldes eine „fiktive Kirchensteuer“ bei allen Arbeitslosen abgezogen, egal, ob sie einer Kirche angehörten oder nicht. Das Bundesverfassungsgericht bestätigte im Jahr 1994 die Rechtmäßigkeit u.a. damit, dass die Kirchensteuer zu den „gewöhnlich anfallenden Abzügen“ gehört, solange man „aufgrund statistischer Erkenntnisse davon ausgehen kann, dass die überwiegende Mehrheit der Arbeitnehmer die Abgabe zu zahlen hat“. Da dies zum Zeitpunkt der Neuregelung des Arbeitslosengeldes ab 2005 (Einführung ALG II) nicht mehr der Fall war, wurde die fiktive Kirchensteuer auf Arbeitslosengeld abgeschafft.

    8. Bekommen die Kirchen auch Geld von Nichtmitgliedern?

    Antwort: Ja, denn die Kirchensteuer macht nur einen Teil der Einnahmen der beiden großen Kirchen aus. Daneben erhalten sie sog. Staatsleistungen und zahlreiche andere Zuschüsse, die aus dem allgemeinen Steuertopf genommen werden. Allein an Baulasten und Zuschüssen für Kirchenpersonal zahlen die Bundesländer über 500 Millionen Euro jährlich an die Kirchen. So wird das Gehalt zahlreicher Bischöfe aus Steuermitteln entrichtet. Hohe Summen fließen auch für die Gehälter und die Ausbildung von Religionslehrern. Selbst Kirchentage und die Auslandsarbeit bezuschusst der Staat in hohem Maße. Auf diese Weise finanzieren auch Konfessionslose und Andersgläubige rein innerkirchliche Belange.

    9. Wie hoch werden Kapitalerträge von Kirchenmitgliedern besteuert?

    Antwort: Seit dem Jahr 2009 wird die Quellensteuer als Abgeltungssteuer erhoben und direkt von den Banken an die Finanzämter abgeführt. Die so versteuerten Kapitalerträge (z.B. Zinsen für Sparanlagen) müssen nicht mehr gesondert in der Einkommenssteuererklärung angegeben werden. Die Abgeltungssteuer beträgt 25% der Kapitalerträge. Hinzu kommen 5,5% der Abgeltungssteuer als Solidaritätszuschlag. Für Kirchenmitglieder erhöht sich der Betrag, der von den Zinsen abgezogen wird, um die Kirchensteuer (8% bzw. 9% der Abgeltungssteuer).

    Da die Kirchensteuer als Sonderausgabe wiederum die Abgeltungssteuer etwas mindert, ergeben sich folgende Gesamtabzüge auf die Kapitalerträge:

    für Kirchenmitglieder (bei 9% Kirchensteuer): 27,9951%

    für Nicht-Kirchenmitglieder: 26,375%

    Damit die Banken die Kirchensteuer abführen können, werden die Kunden über ihre Konfession befragt. Wer den Banken seine Kirchenmitgliedschaft nicht bekannt macht, muss die Kapitalerträge bei seiner Einkommenssteuererklärung angeben, damit hier die Kirchensteuer berechnet werden kann. Sonst hinterzieht das Kirchenmitglied einen Teil seiner Kirchensteuer.

    Entgegen dem Verfassungsgrundsatz, dass Angaben zur Konfession nur gegenüber Behörden zu machen sind, sollen die Banken jedoch ab 2011 über eine Datenbank beim Bundeszentralamt für Steuern in Berlin alle konfessionsrelevanten Daten ihrer Kunden (eventuelle Kirchenmitgliedschaft und Kirchensteuersatz) abrufen können. Die Banken führen dann die Kirchensteuer automatisch ab.

    10. Wieviel Kirchensteuer wird bei 400 Euro-Jobs fällig?

    Antwort: Auch bei geringen Einkünften, sog. Minijobs, halten die beiden großen Kirchen die Hand auf. Seit April 2003 besteht die Möglichkeit, die Steuerpflicht bei Minijobs pauschal mit 2% des Einkommens zu begleichen, wobei in diesen 2% die Kirchensteuer inklusiv ist. Wie der Begriff „Pauschalsteuer“ vermuten lässt, werden diese 2% inklusive Kirchensteuer auch für die Minijobber abgezogen, die kein (!) Mitglied der beiden großen Kirchen sind.

    Die Entscheidung darüber, ob dieser vereinfachte Weg – gleichsam Steuer „all inclusive“ – eingeschlagen wird, liegt dabei nicht einmal beim Steuerpflichtigen, sondern beim Arbeitgeber. Dieser kann auch bei 400 Euro-Jobs auf einer Eintragung auf der Lohnsteuerkarte bestehen. In diesem Fall wird selbstverständlich auch wieder die Kirchensteuer fällig. Eine Ausnahme bilden die Steuerklassen I-IV: Bei diesen fallen bei einem Monatseinkommen von 400 Euro keine Steuern an.

    Die Möglichkeit der oben genannten Pauschalsteuer besteht übrigens prinzipiell auch bei kurzfristigen Minijobs, die sich über die Dauer des Arbeitsverhältnisses und nicht über eine Einkommensgrenze definieren. Für diese gilt aber, dass dann pauschal die üblichen 25% sowie zusätzlich der Solidaritätszuschlag und wiederum die Kirchensteuer abgezogen werden.

    11. Was hat es mit der Kappungsgrenze und der Möglichkeit des Teilerlasses auf sich?

    Antwort: Bei hohen Einkünften, bei denen die Kirchensteuer über einem gewissen Prozentsatz des zu versteuernden Einkommens liegen würde, wird diese begrenzt. Die Kirchensteuer wird dabei von der Steuerprogression (wer viel verdient, zahlt auch mehr Steuern) abgekoppelt. Diese so genannte Kappungsgrenze beträgt je nach Bundesland und Kirche zwischen 2,75% und 4% des zu versteuernden Einkommens. In einigen Bundesländern erfolgt die Kappung nur auf Antrag, in Bayern gibt es keine Kappungsgrenze. Werden Gründe vorgetragen, die eine Ermäßigung der Kirchensteuer aus Billigkeitsgründen rechtfertigen, ist auch ein Teilerlass möglich (z.B. bei Abfindungen und außerordentlichen Einnahmen 50% der Kirchensteuer).

    12. Warum entlasten die Kirchen hohe Einkommen?

    Antwort: Die Kirchen möchten so verhindern, dass die Vermögenden aus der Kirche austreten, um die Kirchensteuerzahlung zu vermeiden und kommen ihnen deshalb finanziell entgegen.

    13. Wer ist für den Einzug der Kirchensteuer zuständig?

    Antwort: In Deutschland haben die Kirchen die Verwaltung des Einzugs der Kirchensteuer auf den Staat übertragen. Daher sind die Finanzämter zuständig, die für diesen Aufwand zwischen 2 und 4,5% Prozent der erhobenen Kirchensteuer bekommen. Eine Ausnahme stellt Bayern dar; hier gibt es für die Kircheneinkommenssteuer (nicht für die Kirchenlohnsteuer) eigene Steuerämter der Kirchen.

    14. Wie hoch ist das Kirchensteueraufkommen in Deutschland?

    Antwort: Im Jahr 2008 betrugen die Kirchensteuereinnahmen für die evangelische Kirche 4,6 Milliarden Euro, für die katholische Kirche 5,1 Milliarden Euro.

    Das Kirchensteueraufkommen wird sich in den kommenden Jahren verringern, da es hauptsächlich von zwei Faktoren abhängig ist: der Zahl der erwerbstätigen und damit steuerpflichtigen Kirchenmitglieder und der Einkommenssteuerpolitik. Die Zahl der Kirchenmitglieder verringert sich beständig, da insbesondere Jüngere nicht mehr getauft und dadurch Kirchenmitglied werden bzw. aus der Kirche austreten.

    Die Kirchensteuer ist eine Zuschlagssteuer (Annexsteuer) zur Einkommenssteuer. Es gibt einen europaweiten Trend, dass die Regierungen die Einkommenssteuern reduzieren und auf die indirekten Steuern (z.B.Mehrwertsteuer) ausweichen. Je stärker die Einkommenssteuer sich verringert, verringert sich auch dazu parallel das Kirchensteueraufkommen.

    15. Wofür wird die Kirchensteuer verwendet?

    Antwort: Die Kirchensteuer wird fast ausschließlich für kircheninterne Zwecke verwendet. Etwa 60-70% der Kirchensteuereinnahmen benötigen die Kirchen für die Bezahlung des eigenen Personals. Weitere größere Posten sind Verwaltung und Kirchenbauten. Lediglich einen Bruchteil der Kirchensteuereinnahmen gibt die Kirche für öffentliche soziale Zwecke aus.

    16. Werden Krankenhäuser und Kindergärten aus der Kirchensteuer finanziert?

    Antwort: Die Krankenhäuser in kirchlicher Trägerschaft werden – wie die Einrichtungen anderer Träger auch – durch die Krankenkassen, die Sozialversicherungsträger, die Kranken selbst mit ihren Eigenbeiträgen und den Staat in Form von Investitionen finanziert. Somit fließt kein Euro Kirchensteuer in die Krankenhäuser.

    Anders sieht dies bei Kindergärten aus. In die Erziehung der Kinder im kirchlichen Sinne investiert die Kirche tatsächlich Mittel aus der Kirchensteuer, jedoch mit stark abnehmender Tendenz. Waren in den 1990er Jahren noch ca. 20% kirchliche Eigenleistungen vorgesehen (die Zahlen schwanken von Bundesland zu Bundesland), ging dieser Anteil in den letzten Jahren auf ca. 10% zurück. Viele kirchliche Kindergärten werden jedoch schon auf Druck der Kirchen völlig durch die öffentliche Hand finanziert. Die Kirchen drohen den Kommunen damit, ihre Kindergärten zu schließen, wenn keine zusätzlichen Zuschüsse über den gesetzlich festgelegten Anteil der öffentlichen Hand hinaus gewährt werden.

    17. Werden die Finanzen der Kirchen und ihre Verwendung von unabhängigen Stellen kontrolliert?

    Antwort: Die Kirchen bestellen in der Regel eigene Rechnungsprüfer, die ihre Einnahmen und Ausgaben prüfen. Die Finanzämter sind nicht berechtigt, die Finanzen der Kirchen zu prüfen.

    18. Wann endet die Kirchensteuerpflicht?

    Antwort: Die Kirchensteuerpflicht ist an die Steuerpflicht gekoppelt; Kirchenmitglieder, die zu keiner einschlägigen Steuer herangezogen werden (weil sie zum Beispiel über kein Einkommen verfügen), müssen auch keine Kirchensteuer zahlen. Es kann jedoch passieren, dass der konfessionslose Ehepartner dann zur Steuer herangezogen wird. Sie herzu Punkt 5.

    Ansonsten endet die Kirchensteuerpflicht mit dem Austritt aus der betreffenden Religionsgesellschaft, und zwar je nach Bundesland mit Ablauf des Monats bzw. des Folgemonats, in dem der Kirchenaustritt erfolgte. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Einnahmen, die über Jahr hinweg erfolgen und zum Jahresende zur Auszahlung gelangen, anteilig für die Monate versteuert werden müssen, in denen noch eine Kirchensteuerpflicht bestand. (Wer also erst im Oktober aus der Kirche austritt, muss auf eine solche Einnahme für zehn Monate Kirchensteuer zahlen.)

    19. Wie kann ich aus der Kirche austreten?

    Antwort: Der Kirchenaustritt muss gegenüber einer staatlichen Stelle erklärt werden. Dies ist, je nach Bundesland, das für Ihren Wohnsitz zuständige Standesamt oder Amtsgericht. Nur in Bremen kann der Kirchenaustritt sowohl beim Standesamt als auch bei kirchlichen Stellen erklärt werden (Haus der Kirche bzw. katholische Pfarrämter). Hierzu brauchen Sie einen Personalausweis und wenn Sie verheiratet sind, wird oft auch die Heiratsurkunde verlangt. In der Regel wird eine Austrittsgebühr gefordert. Detaillierte Informationen zum Kirchenaustritt können Sie der FAQ des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten entnehmen.

    Sinnvoll ist es, bei dieser Gelegenheit auch gleich die Lohnsteuerkarte, auf der die Religionszugehörigkeit vermerkt ist, umschreiben zu lassen.

    Wichtiger Hinweis: Eigentlich sollte 2011 eine elektronische Datenweitergabe an die Arbeitgeber statt der papiernen Lohnsteuerkarte eingeführt werden. Da aber die Regierenden auch dies wieder nicht hinbekommen haben, gelten nun erstmal die alten Lohnsteuerkarten von 2010 auch für 2011 weiter. Die Änderung des Konfessionsmerkmals nach dem Kirchenaustritt nimmt das für Sie zuständige Finanzamt vor.

    20. Warum sollte die Kirchenaustrittsbescheinigung gut aufgehoben werden?

    Antwort: Wenn Sie aus der Kirche austreten, erhalten Sie eine Austrittsbescheinigung. Verwahren Sie diese unbedingt gut, denn immer wieder kommt es vor allem nach Umzügen zu falschen Konfessionsangaben auf den Lohnsteuerkarten oder zu fehlerhafter Datenweitergabe an die Kirchen.

    Vor allem – aber nicht nur – im Bereich der evangelischen Kirchen in Berlin-Brandenburg schreibt die Kirche auch immer wieder ehemals Getaufte, die keine Kirchensteuer zahlen, an und fordert sie auf, Angaben zu ihrer Kirchenzugehörigkeit zu machen. Menschen, die seit langem nichts mehr mit der Kirche zu tun haben oder außer der Säuglingstaufe nie mit ihr zu tun hatten, müssen plötzlich ihren Austritt nachweisen. Dabei geht es der Kirche nicht darum, Menschen vom Glauben zu überzeugen und zu überzeugten Mitgliedern zu machen, sondern Kirchensteuer einzutreiben. Diese wird rückwirkend eingefordert – bei Weigerung per Gericht – und verjährt erst nach fünf Jahren.

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    Fragen und Antworten zur Kirchensteuer

    Fragen zur Kirchensteuer? Hier gibt’s die Antworten!

    Bild: (c) iStockPhoto / Ivan Stevanovic

    Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen zum Thema Kirchensteuer. Für weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte an das für Sie zuständige Kirchensteueramt.

    Kirchensteuern sollen, je nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit des Einzelnen, die Glaubensgemeinschaft aktiv fördern. Sie sind ein Beitrag der Mitglieder zur gemeinsamen Erfüllung der kirchlichen Aufgaben. Deswegen wird die Höhe der Kirchensteuer auf der Grundlage der Einkommen- beziehungsweise der Lohnsteuer der einzelnen Mitglieder berechnet.

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    Wer wird zur Kirchensteuer herangezogen?

    Die Höhe der Kirchensteuer wird auf der Grundlage der Einkommen- beziehungsweise der Lohnsteuer der einzelnen Mitglieder berechnet. Wer keine Lohn- oder Einkommensteuer abführen muss – zum Beispiel Nicht-Erwerbstätige, Rentner und Arbeitslose – zahlt in der Regel auch keine Kirchenlohn- respektive Kircheneinkommensteuer. Selbstverständlich können auch diese Kirchenmitglieder dennoch die Leistungen der Kirche in vollem Umfang in Anspruch nehmen.

    Ab wann werde ich kirchensteuerpflichtig, wann endet diese Pflicht?

    Mit der Taufe, dem Kircheneintritt oder dem Zuzug ist ein Kirchenmitglied zu Beginn des folgenden Monats kirchensteuerpflichtig. Beim Kirchenaustritt endet die Kirchensteuerpflicht mit dem Anfang des nächsten Kalendermonats nach dem Monat, in dem der Austritt beim Standesamt der Wohnsitzgemeinde erklärt wurde.

    Wer zahlt Kirchensteuer bei konfessionsgleicher Ehe?

    In einer konfessionsgleichen Ehe gehören beide Ehegatten derselben steuererhebenden Kirche in einem Bundesland an. Das bedeutet, dass beispielsweise beide evangelisch und in Bayern gemeldet sind. Die Berechnung der Kirchensteuer ist davon abhängig, ob die Eheleute zusammen oder getrennt veranlagt werden. Bei einer Zusammenveranlagung wird die Kirchensteuer auf Basis der gemeinsamen Einkommen- beziehungsweise Lohnsteuer beider Partner ermittelt. Bei getrennter Veranlagung wird die jeweilige Kirchensteuer aus der Einkommensteuerschuld eines jeden Ehegatten errechnet. Sonderausgaben wirken bei demjenigen steuerlich begünstigend, der sie geleistet hat.

    Wer zahlt Kirchensteuer bei konfessionsverschiedener Ehe?

    Eine konfessionsverschiedene Ehe ist gegeben, wenn die Ehegatten im selben Bundesland gemeldet sind, aber verschiedenen steuerberechtigten und steuererhebenden Religionsgemeinschaften angehören. Beispielsweise ist ein Partner evangelisch, der andere römisch-katholisch.

    Für zusammen veranlagte Ehepaare gilt in Bayern seit 1995 im Gegensatz zu anderen Landeskirchen ebenfalls der Grundsatz der Individualbesteuerung.

    Bei dieser berechnet sich die Kirchensteuer für jede der beteiligten Kirchen nur noch aus dem Teil der gemeinsamen, gegebenenfalls um den Kinderfreibetrag gekürzten Einkommensteuer, die auf den einzelnen Ehegatten entfällt. Dazu wird die gemeinsame Einkommensteuerschuld im Verhältnis der Einkünfte der Ehegatten aufgeteilt. Von der Individualsteuer profitieren alle, die Kinder erziehen, sowie Paare mit geringem oder mittlerem Einkommen.

    Wer zahlt Kirchensteuer bei glaubensverschiedener Ehe?

    Um eine glaubensverschiedene Ehe handelt es sich, wenn nur ein Ehepartner Mitglied einer steuererhebenden Kirche oder Religionsgemeinschaft ist. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn ein Ehepartner Mitglied der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und der andere konfessionslos, freikirchlich-evangelisch oder Moslem ist. Die Bezeichnung ‚glaubensverschiedene’ Ehe ist von der Rechtsprechung geprägt und ausschließlich im steuerrechtlichen Zusammenhang zu verstehen.

    In einer glaubensverschiedenen Ehe, in der der kirchenangehörige Ehepartner ein zu versteuerndes Einkommen hat, gilt – wie bei der konfessionsverschiedenen Ehe – das Prinzip der Individualbesteuerung. Es wird das besondere Kirchgeld erhoben. Weitere Informationen zum Besonderen Kirchgeld als PDF.

    Ich bin arbeitslos. Muss ich dennoch Kirchensteuer zahlen?

    Wenn Sie aufgrund anderer Einkünfte (wie etwa Vermietung, Kapitalerträge) Einkommensteuer bezahlen müssen, dann besteht auch Kirchensteuerpflicht.

    Unter welchen Voraussetzungen kann mir Kirchensteuer erlassen werden?

    Die Kirchensteuerverwaltung muss sich an staatliche und kirchliche Gesetze halten. Nach §227 Abgabenordnung besteht ein enger Spielraum für den Erlass der Kirchensteuer, wenn deren Einziehung nach Lage des einzelnen Falls unbillig wäre.

    Müssen Rentner Kirchensteuer zahlen?

    Wer als Rentnerin oder Rentner im Ruhestand ist, muss in der Regel keine Kirchensteuern entrichten. Ausgenommen sind diejenigen, die Einkommensteuer zahlen, weil sie über weitere Einkünfte verfügen. Die Einkünfte können beispielsweise aus Zinserträgen oder Vermietungen stammen. Dann fällt wie üblich Kirchensteuer, angelehnt an die Einkommensteuer, an.

    Ich bin umgezogen. Worauf muss ich achten?

    Wohnsitzwechsel innerhalb Bayerns: Bei Umzug innerhalb Bayerns ändert sich spürbar nichts, auch wenn unter Umständen ein anderes Kirchensteueramt zuständig sein wird. Die entsprechenden Daten werden automatisch weiter gegeben.

    Wohnsitzwechsel innerhalb Deutschlands: Bei Umzug in ein anderes Bundesland kommt es zu einem Wechsel der steuerberechtigten Landeskirche. Die jeweiligen Kirchen nehmen die Besteuerung im Jahr des Umzugs je nach der Aufenthaltsdauer anteilig vor.

    In der bayerischen, der badischen und derВ württembergischen LandeskircheВ beträgt die Kirchensteuer acht Prozent, in den übrigen Landeskirchen neun Prozent von der Einkommen- beziehungsweise Lohnsteuer. Einschließlich des Zuzugsmonats nach Bayern wird die Kirchensteuer nach dem am bisherigen Wohnort geltenden Hebesatz berechnet.

    Eine evangelische Ärztin, die am 12. Mai von Frankfurt nach München umzieht, zahlt einschließlich des Zuzugsmonats Mai neun Prozent Kirchensteuer an die Evangelische Kirche in Hessen-Nassau und ab dem Kalendermonat Juni acht Prozent Kirchensteuer an die bayerische Landeskirche.

    Für jeden Umzug gilt: Bei Neuanmeldungen muss darauf geachtet werden, dass die Religionszugehörigkeit korrekt vermerkt ist. Es könnte sonst der Fall eintreten, dass die Mitgliedschaft zur Kirche erst später festgestellt wird und Kirchensteuern rückwirkend bis zum Zuzugsdatum nachgezahlt werden müssen.

    Ich gehe beruflich ins Ausland. Bin ich weiterhin kirchensteuerpflichtig?

    Wird der Wohnsitz im Gebiet einer steuerberechtigten Religionsgemeinschaft aufgegeben, endet die Steuerpflicht am Ende des Kalendermonats. Steuerpflichtige Kirchenmitglieder, die nur vorübergehend ins Ausland ziehen, behalten ihre Mitgliedschaft bei. Für die Zeit des Auslandsaufenthalts zahlen sie keine Kirchensteuer. Erst bei ihrer Rückkehr werden ihre Rechte und Pflichten als Kirchenmitglieder wieder aktiviert.

    Deutsche Auslandsbeamte sind unbeschränkt einkommensteuerpflichtig, aber nicht kirchensteuerpflichtig, wenn sie ihren Wohnsitz im Ausland haben. Angehörige der Bundeswehr gehören zur Landeskirche ihres Wohnsitzes. Sie sind damit kirchensteuerpflichtig.

    Zuzug aus dem Ausland: Wer in Deutschland seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt (zeitlich zusammenhängender Aufenthalt von mehr als sechs Monaten an einem Ort) hat und einer steuerberechtigten Religionsgemeinschaft angehört, ist kirchensteuerpflichtig. Die Staatsangehörigkeit spielt keine Rolle. Die Steuerpflicht hängt davon ab, ob das Bekenntnis der Kirche im Ausland mit einer der am neuen Wohnsitz steuerberechtigten Religionsgemeinschaften identisch oder verwandt ist. Ob gegenüber der früheren Kirche eine Kirchensteuerpflicht bestand, hat keine Auswirkungen. Jede Kirche regelt unabhängig voneinander ihr Beitragssystem.

    Diese Fragen und Antworten sollen Ihnen einen allgemeinen Rahmen aufzeigen. Jede Kirchenmitgliedschaft ist individuell, und so ist auch Ihr Mitgliedsbeitrag individuell bemessen. Ob diese Angaben auf Ihren Fall und Ihre Kirchensteuerberechnung zutreffen, das können Ihnen die Mitarbeitenden der Kirchensteuerämter sagen. Bitte wenden Sie sich an das für Sie zuständige Kirchensteueramt.

    11.02.2016 / Andrea Seidel

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    Источники: http://www.steuertipps.de/altersvorsorge-rente/rentner-pensionaere/ab-wie-viel-rente-muessen-rentner-steuern-zahlen, http://www.kirchensteuer.de/node/71, http://www.kirche-und-geld.de/fragen-zur-kirchensteuer.php

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