Muss man steuererklärung machen wenn man einmal gemacht hat

    0
    56

    Einmal Steuererklärung, immer Steuererklärung?

    Muss ich, wenn ich einmal eine freiwillige Steuererklärung abgegeben habe, immer eine abgeben?

    Nein. Wenn ein Steuerzahler einmal eine freiwillige Steuererklärung abgegeben hat, verpflichtet ihn das nicht dazu, in den Folgejahren ebenfalls eine Erklärung abzugeben. Allerdings kann es sein, dass das Finanzamt nach einmaliger Abgabe den Steuerzahler auffordert, eine Erklärung abzugeben – in dem Fall muss er dieser Aufforderung nachkommen.

    Es antwortet für Sie: Jörg Frey, Experte für Kleinst- und Kleinunternehmen

    Jörg Frey ist Geschäftsführer bei der Haufe-Lexware GmbH & Co KG, einem Unternehmen der Haufe Gruppe. Weitere Texte von ihm auf Gründerküche findet ihr hier.

    Bitte bewerte diesen Artikel:

    Jörg Frey ist Geschäftsführer bei der Haufe-Lexware GmbH & Co KG, einem Unternehmen der Haufe Gruppe.

    Steuererklärung nicht abgegeben – droht jetzt eine Strafe?

    Frist verpasst : Steuererklärung nicht rechtzeitig abgegeben – droht eine Strafe?

    Mist, die Steuererklärung. Den Papierkram schieben viele gern vor sich her. Bis die Erinnerung vom Finanzamt kommt. Eigentlich muss die Steuererklärung Ende Mai abgegeben sein, sonst droht ein Verspätungszuschlag.

    Für die meisten Bundesländer endete mit dem 31. Mai die Frist zur Abgabe der Steuererklärung. In Nordrhein-Westfalen gibt es sogar eine verlängerte Abgabefrist für die Einkommenssteuererklärung: Wer sich bis Ende Mai beim Online-Portal Elster angemeldet hat, hat noch bis Ende Juli Zeit. Die Fristen gelten allerdings nur für diejenigen Steuerzahler, die dazu verpflichtet sind, die Erklärung abzugeben.

    Wer sie freiwillig abgibt, hat dafür bis zu vier Jahre Zeit. Das bedeutet: Sie können bis zum 31. Dezember 2017 noch eine freiwillige Einkommensteuererklärung für das Jahr 2013 nachreichen.

    Was passiert, wenn man die Steuererklärung verspätet oder gar nicht abgibt?

    Bis zu 10 Prozent der Steuersumme (höchstens aber 25.000 Euro), die ein einzelner Steuerpflichtiger nachzahlen muss oder erstattet bekommt, kann das Finanzamt als Verspätungszuschlag verlangen. Entschieden wird im Einzelfall, nämlich durch den jeweils zuständigen Finanzbeamten.

    Der Sachbearbeiter prüft nach eigenem Ermessen, ob ein Steuerpflichtiger den Verspätungszuschlag zahlen muss oder nicht. Die Information, wie hoch der jeweilige Zuschlag ausfällt, erhalten Betroffene gemeinsam mit ihrem Steuerbescheid per Post.

    Nachreichen – geht das?

    „Bürgerinnen und Bürger, die die Anmeldefrist verpasst haben, sollten die Abgabe der Steuererklärung schnellstmöglich nachholen“, rät Lars Fiethen vom Finanzministerium NRW. Er empfiehlt, das Finanzamt auf das verspätete Einreichen der Steuererklärung und die Gründe dafür hinzuweisen. „Nur so können nachvollziehbare Gründe für die verspätete Abgabe in die Entscheidung einfließen“.

    Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein beauftragen

    Wer seine Steuererklärung durch einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein erstellen lässt, muss sie erst bis Ende Dezember in diesem Jahr abgeben.

    Vorsicht, Steuerschätzung

    Wird erst gar keine Steuererklärung abgegeben, droht eine Steuer-Schätzung. Und eine solche Schätzung entbindet den Steuerpflichtigen nicht von der Abgabe einer Steuererklärung.

    Krankheit schützt vor Zuschlag nicht

    Unfall, Krankheit, Reha – wer aus gesundheitlichen Gründen seine Steuererklärung zu spät abgibt, muss das ausreichend und überzeugend begründen. Die bloße Tatsache, kurz vor der Abgabefrist krank gewesen zu sein, schützt in der Regel nicht vor einem Verspätungszuschlag. Das hat das Finanzgericht Köln in einem Urteil klargestellt (FG Köln vom 30.5.2012, Az.: 7 K 3652/11). Bei langen und schweren Krankheiten oder unvorhersehbaren Ereignissen kann im begründeten Einzelfall durchaus aber eine Fristverlängerung beantragt werden.

    Letztendlich ist es immer am besten, sich mit seinem zuständigen Finanzamt in Verbindung zu setzen, so kann die Situation am besten gelöst werden.

    Frederik Frey

    Wenn ich einmal eine Steuererklärung abgegeben habe, muss ich das immer tun

    Die Steuererklärung muss immer bis zum 31.05. für das Vorjahr eingereicht werden

    Steuerbescheide können nur innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe geändert werden

    Eine Schätzung des Finanzamts entbindet von der Abgabepflicht von Steuererklärungen

    Ergeht der Bescheid jedoch nicht unter dem Vorbehalt der Nachprüfung bzw. wird dieser aufgehoben, kann der Steuerpflichtige nur innerhalb der einmonatigen Einspruchsfrist gegen den Schätzbescheid vorgehen. Tut er dies nicht und reicht er die Steuererklärung erst nach Ablauf der Einspruchsfrist ein, kommt wieder die Regelung nachträglich bekannt gewordener Tatsachen zum Tragen (siehe Nummer 3 ), d.h. Änderungen zugunsten des Steuerpflichtigen werden in der Regel nicht berücksichtigt (z.B. niedrigere Einkünfte), wenn ein Verschulden vorliegt, während Änderungen zuungunsten des Steuerpflichtigen grundsätzlich unbeschränkt vorgenommen werden können. In gewissem Rahmen werden jedoch steuermindernde Tatsachen dennoch mitberücksichtigt. Trotzdem gilt es, diese Situation möglichst zu vermeiden, weshalb eine fristgerechte Abgabe bzw. eine Abgabe vor Ablauf der Einspruchsfrist stets zu empfehlen ist.

    Mein Einkommensteuerbescheid weist eine Erstattung aus, dann muss ja alles richtig sein

    Übrigens: An dieser Stelle sei auch noch der Trugschluss erwähnt, dass etwas bisher vom Finanzamt Anerkanntes auch für die Zukunft gelten muss. Dem ist leider nicht so. Hat das Finanzamt in den früheren Jahren einen bestimmten Sachverhalt anerkannt, muss das nicht zwangsläufig bedeuten, dass das nun immer gelten muss. Es kann sich dabei z.B. um einen Rechtsanwendungsfehler oder mangelnde Aufmerksamkeit des Finanzbeamten gehandelt haben. Fällt ihm dieser Fehler später auf oder kommt es zu einem Finanzamts- oder Sachbearbeiterwechsel, kann es durchaus sein, dass nun von einer anderen Rechtsauffassung ausgegangen wird. Sich nun auf die Vorjahre zu berufen, bringt an dieser Stelle leider meist nicht viel bzw. könnte unter bestimmten Umständen sogar zu einer sog. Verböserung führen.

    Arbeitslosengeld, Elterngeld etc. sind immer steuerfrei

    Abzugrenzen sind im Übrigen die Lohnersatzleistungen, die unter den Progressionsvorbehalt fallen, von anderen Leistungen, die gänzlich steuerfrei sind. Hierzu zählen u.a. das Arbeitslosengeld II (besser bekannt unter dem Namen „Hartz IV“) sowie der von der Bundesagentur gewährte Gründungszuschuss.

    Ausländische Einkünfte sind immer steuerfrei

    Meine Krankheitskosten kann ich von der Steuer absetzen

    Ganz allgemein sei an dieser Stelle noch erwähnt, dass nicht jeder Kauf in einer Apotheke und nicht jede Behandlung bei einem Arzt als außergewöhnliche Belastungen zu werten sind. Insbesondere nicht verschreibungspflichtige Medikamente (Hustensaft, Grippemittel etc.) sowie Vitaminpräparate gehören nicht zu den außergewöhnlichen Belastungen, es sei denn, Sie sind im Rahmen einer bestimmten Therapie ärztlich angeordnet bzw. verschrieben worden. Ebenso ist ein Eingriff beim Schönheitschirurgen nicht als außergewöhnliche Belastung zu werten, wenn diese Operation medizinisch nicht erforderlich ist..

    Ich kann jede Handwerkerrechnung für mein privates Haus von der Steuer absetzen

    Übrigens: Als Eigenheim gelten auch innerhalb der EU gelegene (selbstgenutzte) Ferienwohnungen. Somit kann man – unter Einhaltung der oben genannten Kriterien – auch die Malerrechnung seiner spanischen Finca steuerlich absetzen.

    Als sog. Kleinunternehmer kann ich immer Umsätze von bis zu 17.500,- € im ersten Jahr und nicht mehr als 50.000,- € im zweiten Jahr haben

    An dieser Stelle sei auch der Irrtum erwähnt, dass man ja „im ersten Jahr bloß 5.000,- € Umsatz gemacht hätte und damit ja definitiv Kleinunternehmer sei“. Falsch! Es kommt darauf an, wann Sie Ihre Tätigkeit begonnen haben, da das Finanzamt Ihre Umsätze auf das Kalenderjahr hochrechnet. Somit wären 5.000,- € Umsatz schädlich, wenn Sie Ihre Tätigkeit erst am 01.10. begonnen haben, da Sie dann hochgerechnet nicht 5.000,- €, sondern 20.000,- € Umsatz im Jahr hätten und somit über der Kleinunternehmergrenze von 17.500,- € liegen würden.

    Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der oben gemachten Angaben wird keine Haftung übernommen. Je nach individuellem Einzelfall sind Abweichungen möglich. Sollten Sie daher zu einem dieser Themen Beratungsbedarf haben, können Sie sich gerne mit uns in Verbindung setzen.

    Источники: http://www.gruenderkueche.de/gruendertalk/einmal-steuererklaerung-immer-steuererklaerung/, http://mobil.mopo.de/news/politik-wirtschaft/geld/frist-verpasst-steuererklaerung-nicht-rechtzeitig-abgegeben—droht-eine-strafe–23626204, http://frey-steuerberatung.de/die-zehn-populaersten-steuerirrtuemer/

    HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

    Please enter your comment!
    Please enter your name here